LNCrawler

Die letzten Vorbereitungen

Still, You Stayed — www.fanfiktion.de · All chapters

Die letzten Vorbereitungen

Der Rückweg nach Hogwarts verlief erstaunlich still. Weder Hermine noch Minerva sprachen ein Wort. Sie gingen nebeneinander durch die Korridore des Schlosses. Mehrmals begegneten ihnen Schülerinnen, Schüler und Kollegen. Sie grüßten höflich. Minerva und Hermine erwiderten jedes Lächeln wie selbstverständlich. Niemand konnte ahnen, was sich wenige Minuten zuvor im Zaubereiministerium abgespielt hatte.

Erst als Minerva die Tür zu ihrem Büro öffnete und beide eintraten, fiel die Anspannung langsam von ihnen ab. Mit einer müden Bewegung legte Minerva ihren Umhang über die Garderobe. Hermine tat es ihr gleich. Die Tür fiel leise ins Schloss. Für einen Moment blieb es vollkommen still. Dann atmete Minerva tief aus. Ein langer, erschöpfter Atemzug. Fast gleichzeitig ließ auch Hermine die Luft entweichen, die sie offenbar den ganzen Weg über angehalten hatte.

„Merlin…“

Sie fuhr sich durch die Haare.

„Ich glaube…“

Sie lachte ungläubig auf.

„…ich habe seit dem Ministerium kaum richtig geatmet.“

Minerva musste leise schmunzeln.

„Damit bist du nicht allein.“

Hermine drehte sich langsam zu ihr um. Noch immer hielt sie den offiziellen Brief mit ihrer Prüfungszulassung in der Hand. Sie sah ihn an. Dann wieder Minerva.

„Ich kann das alles noch gar nicht glauben.“

Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

„Es fühlt sich völlig unwirklich an.“

Sie hob das Schreiben leicht an.

„Ich bin wirklich zugelassen.“

Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.

„Ich darf meine Prüfung machen.“

Sie schüttelte ungläubig den Kopf.

„Featherstone…“

Sie hielt kurz inne.

„…ist tatsächlich weg.“

Die Worte mussten sich erst setzen.

„Und du…“

Sie sah Minerva an.

„…du darfst mich jetzt offiziell unterstützen.“

Minerva nickte langsam. Ein warmes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

„Ja.“

Ihre Stimme klang voller Erleichterung.

„Das darf ich.“

Zum ersten Mal seit Monaten musste sie sich nicht mehr überlegen, aus welchem Grund sie im Unterricht anwesend sein durfte und sie musste ihre Unterstützung nicht rechtfertigen. Hermine trat einen kleinen Schritt näher.

„Das ist doch verrückt. Vor ein paar Stunden dachte ich noch, ich verliere vielleicht alles. Und jetzt…“

Sie lachte leise.

„…jetzt fühlt es sich an, als hätte sich plötzlich alles verändert.“

Minerva nickte.

„Das hat es auch.“

Sie sprach ruhig.

„Heute ist ein sehr wichtiger Tag. Nicht nur für deine Ausbildung, sondern für uns beide.“

Hermine lächelte.

„Ja.“

Für einen langen Moment sagte keine von ihnen etwas. Sie standen einfach nur voreinander. Ganz nah. Sie sahen sich an und in ihren Blicken lag dieselbe Erleichterung, dieselbe Dankbarkeit und dieselbe Hoffnung auf das, was nun vor ihnen lag. Minerva betrachtete Hermine lange. Ihr Lächeln wurde etwas nachdenklicher.

„Hermine?“

„Hm?“

„Darf ich dir eine Frage stellen?“

Hermine nickte.

„Natürlich.“

Minerva zögerte einen Augenblick. Dann sprach sie leise weiter.

„Ist das wirklich das, was du möchtest?“

Hermine runzelte verwirrt die Stirn.

„Was meinst du?“

Minerva ließ den Blick für einen Moment sinken.

„Nicht den Unterricht.“

Sie schüttelte leicht den Kopf.

„Auch nicht deine Prüfung.“

Sie sah Hermine wieder an.

„Ich meine uns.“

Hermine wurde still.

„Unsere Beziehung.“

Minervas Stimme war ruhig.

„Und dass wir sie weiterhin geheim halten. Vorhin…“

Sie lächelte schwach.

„…im Ministerium war ich kurz davor, alles zu sagen.“

„Ich weiß.“

Hermine antwortete ohne zu zögern.

„Ich habe es gesehen.“

Minerva nickte langsam.

„Und ich hätte es getan. Nicht, weil ich unsere Beziehung nicht mehr verstecken möchte.“

Sie schüttelte den Kopf.

„Sondern weil ich dich nicht noch einmal allein hätte dastehen lassen. Wenn ich zwischen deinem Schutz und meinem Geheimnis hätte wählen müssen…“

Sie brach den Satz ab.

„…dann hätte ich mich immer für dich entschieden. Ich will, dass du glücklich bist. Ich will dich nicht immer und immer wieder verletzen, indem ich unsere Liebe leugne…“

Hermine trat langsam auf sie zu.

„Das weiß ich.“

Sie lächelte liebevoll.

„Genau deshalb habe ich dich aufgehalten.“

Minerva sah sie fragend an.

„Es war nicht der richtige Moment.“

Hermine nahm behutsam Minervas Hände in ihre eigenen.

„Nicht, weil ich Angst vor unserer Beziehung habe und auch nicht, weil ich mich für uns schäme.“

Sie schüttelte entschieden den Kopf.

„Ganz im Gegenteil.“

Ihre Augen wurden weich.

„Ich bin unglaublich stolz darauf, mit dir zusammen zu sein.“

Minerva spürte, wie sich ihr Herz zusammenzog.

„Aber ich möchte nicht, dass unsere Liebe in einer Anhörung ans Licht kommt.“

Hermine sprach jedes Wort ruhig aus.

„Nicht zwischen Vorwürfen, nicht zwischen Akten und ganz sicher nicht, weil Featherstone uns dazu zwingt.“

Sie trat noch einen kleinen Schritt näher.

„Wenn wir unsere Beziehung eines Tages öffentlich machen…“

Ein sanftes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.

„…dann soll das geschehen, weil wir es wollen. Nicht, weil jemand anderes darüber entscheidet.“

Minerva schwieg. Dann lächelte sie. Es war ein Lächeln voller Erleichterung.

„Du bist klüger als ich.“

Hermine lachte leise.

„Das würde ich niemals behaupten.“

„Ich schon.“

Minerva strich ihr zärtlich über die Wange.

„Und ich bin froh, dass du mich heute aufgehalten hast.“

Hermine antwortete nicht. Stattdessen trat sie ganz nah an Minerva heran. Sie legte eine Hand an ihre Wange und küsste sie langsam und zärtlich, als hätten sie alle Zeit der Welt und genau das hatten sie auch. Als sich ihre Lippen wieder voneinander lösten, blieb ihre Stirn an Minervas gelehnt.

„Es fühlt sich leichter an“, flüsterte Hermine.

Minerva nickte.

„Ja. Heute hat sich etwas verändert.“

Nicht nur Featherstone war verschwunden. Nicht nur die Prüfung war gesichert. Auch die Angst hatte einen Teil ihrer Macht verloren. Hermine lächelte.

„Wir müssen uns zwar noch ein wenig gedulden, aber nicht mehr lange.“

„Nein.“ Minerva schloss kurz die Augen. „Nicht mehr lange.“

Hermine küsste sie noch einmal. Diesmal etwas länger. Minerva erwiderte den Kuss mit einem leisen Lächeln. Als sie sich wieder voneinander lösten, betrachteten sie sich einen Augenblick schweigend. Dann fand Hermine ihre Lippen ein drittes Mal und Minerva ließ sie lächelnd gewähren.

Zum ersten Mal seit vielen Wochen küssten sie sich nicht, um Sorgen zu vergessen, sondern einfach, weil sie endlich wieder Hoffnung hatten.

Hermine konnte das Lächeln einfach nicht mehr aus ihrem Gesicht verbannen. Sie sah Minerva an.

„Weißt du…“

Sie schüttelte ungläubig den Kopf.

„Zum ersten Mal seit Wochen habe ich das Gefühl, dass wirklich alles gut wird.“

Minerva erwiderte ihr Lächeln.

„Das hoffe ich auch.“

„Nein.“

Hermine trat noch einen kleinen Schritt näher.

„Ich glaube es.“

Minerva betrachtete sie einen Moment. Dann legte sich ein verschmitztes Grinsen auf ihr Gesicht.

„Nun…“

Sie hob gespielt streng eine Augenbraue.

„Das bedeutet allerdings auch, dass du dich jetzt erst recht anstrengen musst.“

Hermine blinzelte.

„Ach ja?“

„Selbstverständlich.“

Minerva verschränkte gespielt die Arme.

„Schließlich ist nun die Schulleiterin persönlich für deine Ausbildung im Fach Verwandlung zuständig.“

Hermine musste lachen.

„Oh.“

Sie nickte übertrieben ernst.

„Das klingt ausgesprochen einschüchternd.“

„Das soll es auch.“

Minerva hielt den ernsten Blick genau drei Sekunden aufrecht. Dann zuckte es verräterisch um ihre Mundwinkel. Hermine bemerkte es sofort.

„Nein, nein.“

Sie schüttelte grinsend den Kopf.

„Jetzt bloß nicht lächeln.“

Minerva versuchte, ihre Fassung zu bewahren.

„Professor McGonagall lächelt grundsätzlich nicht während dienstlicher Gespräche.“

„Natürlich nicht.“

Hermine trat dicht vor sie.

„Ich freue mich ehrlich gesagt schon sehr darauf…“

Sie senkte ihre Stimme ein wenig.

„…die strenge Schulleiterin auch im Unterricht als meine Mentorin kennenzulernen.“

Minerva hob erneut eine Augenbraue.

„Streng?“

„Sehr streng.“

Hermine trat noch etwas näher.

„Aha.“

„Ich fürchte, ich werde mich besonders bemühen müssen“, meinte Hermine und legte ihre Hand sanft auf Minervas Taille.

Sie lächelte dabei so offensichtlich flirtend, dass Minerva schließlich aufgab. Ein leises Lachen entwich ihr.

„Das ist nicht gerade professionell Professor Granger“, meinte Minerva in einem Ton, der Hermine an ihre eigene Schulzeit erinnerte.

Sie junge Frau grinste und legte sich ihre andere Hand auf Minervas Taille.

„Mhm, das haben Sie absolut recht Professor McGonagall“, säuselte Hermine, beugte sich vor und küsste ganz sanft Minervas Hals.

Minerva lachte und entzog sich dieser verlockenden Situation.

„Du bist unmöglich.“

„Und trotzdem deine Lieblingsreferendarin.“

„Du bist auch meine Einzige.“

„Details.“

Jetzt lachten beide. Nicht vorsichtig, nicht zurückhaltend, sondern befreit.

Zum ersten Mal seit langer Zeit klang ihr Lachen vollkommen unbeschwert. Als es langsam verklang, blieb Hermine ganz nah vor Minerva stehen.

„Danke.“

„Wofür?“

„Für alles.“

Minerva antwortete nicht. Sie hob lediglich eine Hand und strich Hermine eine lockere Haarsträhne hinters Ohr. Hermine schloss für einen kurzen Moment die Augen und genoss die vertraute Berührung. Dann legte sie ihre Stirn sanft gegen Minervas.

„Ich liebe dich.“

Minervas Antwort kam leise.

„Ich liebe dich auch.“

Hermine lächelte. Langsam fanden ihre Lippen Minervas. Es war ein ruhiger, zärtlicher Kuss. Als sie sich voneinander lösten, blieb kaum ein Atemzug zwischen ihnen. Hermine lächelte sie an.

„Das musste gerade sein.“

„Da werde ich mich wohl nicht beschweren. Außer, wenn wir beide im Unterricht sind. Da kriegst du nur die strenge Schulleiterin. Das ist dir doch hoffentlich klar“, sagte Minerva leicht lächelnd.

„Oh natürlich Professor“, antwortete Hermine pflichtbewusst, doch dann schlich sich ein Lächeln und dieser ganz besondere Blick auf ihr Gesicht.

„Wie gut, dass wir beide jetzt gerade nicht im Unterricht sind.“

Minerva erwiderte den Blick voller Wärme. Sie küssten sich erneut. Diesmal etwas länger. Als sie sich wieder lösten, suchte Hermine sofort erneut ihre Nähe. Ein weiterer sanfter Kuss folgte. Dann noch einer. Jeder einzelne schien ein wenig von der Anspannung der vergangenen Wochen fortzutragen. Sie hielten einander fest. Nicht aus Angst, sich zu verlieren, sondern weil sie endlich wieder das Gefühl hatten, gemeinsam nach vorne blicken zu können.

Da Irina sich bereit erklärt hatte, die Schülerinnen und Schüler mit vorbereiteten Aufgaben im Fach Verwandlung zu betreuen, hatten Minerva und Hermine zum ersten Mal seit langer Zeit einen Nachmittag ganz für sich. Offiziell nahmen sie sich Zeit für eine Nachbesprechung und um das weitere Vorgehen von Hermines Referendariat zu besprechen. Inoffiziell nahmen sie sich einfach diesen einen Nachmittag für sich. Kein Unterricht, keine Akten, keine Eulen des Ministeriums und keine Sorge, dass jeden Moment wieder etwas passieren könnte.

Als die Tür zu Minervas Wohnung hinter ihnen ins Schloss fiel, sahen sie sich einen Moment einfach nur an.

„Ich kann immer noch nicht glauben, dass wir wirklich frei haben“, murmelte Hermine.

Minerva lächelte.

„Dann solltest du den Beweis vielleicht nutzen.“

„Oh, das habe ich vor.“

„Und? Was willst du machen?“

„Ich habe da eine wirklich verlockende Idee. Dafür müssten wir allerdings in dein wirklich sehr gemütliches Schlafzimmer gehen.“

„Ich ahne schlimmes“, meinte Minerva lächelnd.

„Abwarten Liebling.“

Hermine nahm ihre Hand und führte sie ohne weitere Worte ins Schlafzimmer. Dort angekommen, ließen sie sich gemeinsam auf das Bett sinken. Nicht hastig, nicht erschöpft, sondern mit einem tiefen Gefühl der Erleichterung. Hermine rückte sofort näher. Sie legte den Kopf an Minervas Schulter und schloss zufrieden die Augen.

„So ist es besser.“

Minerva schlang einen Arm um sie.

„Viel besser.“

Für eine Weile sagte keine von ihnen etwas. Sie lauschten einfach dem ruhigen Atem der anderen. Hermine zeichnete gedankenverloren kleine Kreise auf Minervas Handrücken. Minerva strich ihr langsam durch die weichen Locken.

„Weißt du“, sagte Hermine schließlich leise, „vor einer Woche hätte ich nicht geglaubt, dass wir heute hier liegen würden.“

„Ich auch nicht.“

Minerva küsste sie sanft auf die Stirn.

„Es war ein langer Weg, aber wir haben ihn geschafft.“

Hermine hob den Kopf ein wenig.

„Gemeinsam.“

„Immer gemeinsam.“

Ihre Blicke trafen sich. Hermine lächelte. Ganz vorsichtig berührte sie Minervas Wange.

„Du siehst heute viel entspannter aus.“

„Fühle ich mich wahrscheinlich auch.“

„Gut.“

Hermine beugte sich vor und küsste sie zärtlich. Als sie sich wieder voneinander lösten, blieb sie lächelnd ganz nah.

„Diesen Gesichtsausdruck möchte ich jetzt öfter sehen.“

Minerva musste leise lachen.

„Dann solltest du wohl häufiger dafür sorgen.“

„Das bekomme ich hin.“

Sie küsste sie erneut. Ein ruhiger, liebevoller Kuss. Danach legte sie sich wieder an Minervas Seite. Minerva zog sie noch ein wenig näher in ihre Arme.

„Gemütlich?“

„Sehr.“

„Zu eng?“

Hermine schüttelte den Kopf.

„Ich glaube nicht, dass ich dir jemals zu nah sein könnte.“

Minerva lächelte gerührt.

„Das geht mir genauso.“

Die nächsten Minuten vergingen fast lautlos. Sie wechselten nur hin und wieder ein paar Worte, ein paar zärtliche Küsse und sanfte Berührungen, doch immer wieder verstummten sie einfach. Nicht, weil ihnen nichts mehr einfiel, sondern weil Schweigen in den Armen der anderen plötzlich genauso schön war wie jedes Gespräch.

Für diesen Nachmittag existierte die Welt außerhalb des Schlafzimmers nicht. Es gab keine Anhörungen, keine Intrigen und keine Prüfungsängste. Nur zwei Frauen, die sich festhielten und jede ruhige Minute miteinander genossen – dankbar dafür, dass sie sie endlich wieder ohne Angst erleben konnten. Irgendwann spürte Minerva Hermines Hand an ihrer Taille. Sie sagte nichts, doch ein wissendes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Im nächsten Moment spürte sie Hermines Lippen an ihrem Hals. Ganz sanft und doch hatten sie den gewünschten Effekt. Minerva drehte sich um und beugte sich über Hermine. Sie lächelte auf sie hinunter. Hermines Hände lagen sofort an ihrer Taille und streichelten ganz sanft darüber.

„War das dein Plan für diesen Nachmittag?“, grinste Minerva und ließ sanft ihre Hand über Hermines zarte Wange gleiten.

„Da wir die strenge Schulleiterin draußen gelassen haben und ich gerade eine wunderschöne Frau über mir habe, verfolge ich einen ganz bestimmten Plan.“

„So? Und wie lautet dieser Plan?“

Hermine lächelte und küsste Minerva. Erst sanft, dann zunehmend zärtlicher.

„Oh, ich glaube, ich verstehe deinen Plan ein wenig.“

„Gut. Soll ich dir noch ein paar Details erzählen?“

Hermines Hände glitten sanft zu Minervas Hintern.

„Unbedingt.“

Hermine küsste Minerva immer wieder. Währenddessen setzte sie sich langsam auf, Minerva blieb auf ihrem Schoß. Langsam öffnete Hermine das Kleid der Älteren und streifte es über ihre Schultern. Sofort berührte sie Minervas Haut, streichelte sie und küsste sich zärtlich zu Minervas Brüsten, die sie ausgiebig liebkoste. Minerva schloss genießerisch die Augen und biss sich immer wieder auf die Lippen. Hermines Mund auf ihrem Körper zu spüren, war ein berauschendes Gefühl. Sanft hob sie Hermines Kopf und küsste sie wieder zärtlich auf die Lippen und spielte mit ihrer Zunge, während ihre Hände nun auch Hermines Kleid öffneten und es ihr bis zur Hüfte abstreifte. Langsam drückte Hermine Minerva wieder auf die weiche Matratze. Sie zog ihr eigenes Kleid vollständig aus und beugte sich über Minerva. Langsam und zärtlich küsste sie sich ihren Weg nach unten und schon dabei Minervas Kleid immer weiter. Sie schob Minervas Schenkel auseinander und küsste die Innenseite hinauf, bis sie ihr Ziel umkreisen konnte. Erst küsste sie Minervas Mitte und begann sanft daran zu saugen. Es entlockte Minerva ein lautes Stöhnen. Das war Hermines Startschuss. Langsam und zärtlich spielte sie mit ihrer Zunge, immer darauf bedacht Minerva Vergnügen zu bereiten. Sie traf genau den richtigen Punkt und der Wechsel zwischen Lecken und Saugen raubte Minerva die Luft. Sie genoss jede Sekunde und ließ sich fallen, bis ihre Laute immer tiefer und schneller wurden. Der Druck steigerte sich immer weiter, bis sie unter lautem Stöhnen kam. Bevor Minerva überhaupt reagieren konnte, platzierte sich Hermine zwischen ihr und winkelte ein Bein von Minerva an. Schon bei der Berührung begann Hermine tiefer zu atmen. Minervas Mitte an ihrer zu spüren war überwältigend. Langsam begann sie sich zu bewegen. Minerva packte Hermines Taille, um sie zu halten. Gemeinsam fanden sie einen intensiven Rhythmus, der sie in den Himmel beförderte. Ihr Stöhnen wurden lauter, ihr Atem schneller, bis sie beide über die Klippe geschleudert wurden. Hermine brach über Minerva zusammen und sank in ihre Arme. Minerva zog sie nah an sich und küsste schwer atmend ihre Stirn. Es brauchte keine Worte. Sie brauchten nur ihre Nähe. Hermine zog die Bettdecke über sie beide und kuschelte sich an Minerva. Gemeinsam fielen sie in einen erholsamen Schlaf.

Als sie wieder aufwachten, war das Licht im Schlafzimmer bereits deutlich wärmer geworden. Die Nachmittagssonne war langsam weitergezogen und tauchte den Raum in ein sanftes Gold. Beide hatten nach diesem langen, innigen Nachmittag tief nebeneinander geschlafen. Minerva bemerkte zunächst nur eine vertraute Wärme an ihrer Seite. Dann spürte sie einen sanften Kuss auf ihrer Stirn. Noch einen auf ihrer Wange. Schließlich einen ganz flüchtigen auf ihren Lippen.

„Mhm…“

Ein verschlafenes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.

„Nicht aufhören.“

Hermine musste leise lachen.

„Niemals.“

Langsam öffnete Minerva die Augen. Sie sah direkt in Hermines lächelndes Gesicht.

„Guten Abend“, murmelte Hermine.

„Ist es schon Abend?“

„Fast.“

Minerva richtete sich etwas auf und strich Hermine liebevoll eine Locke aus dem Gesicht. Ihre Fingerspitzen glitten zärtlich über ihre Wange und blieben einen Moment an ihrem Hals liegen. Hermine schloss kurz genießerisch die Augen.

„Du siehst immer noch so aus, als könntest du sofort wieder einschlafen.“

„Das könnte ich wahrscheinlich auch.“

„Eine verlockende Vorstellung“, meinte Minerva.

Hermine öffnete ihre Augen.

„Kommt nicht infrage.“

„Ach nein?“

„Nein.“

Hermine grinste verschmitzt.

„Ich habe Hunger.“

Minerva lachte leise.

„Das überrascht mich jetzt überhaupt nicht.“

Sie beugte sich noch einmal zu Hermine und gab ihr einen kurzen, liebevollen Kuss. Als sie sich wieder voneinander lösten, lächelte Hermine sie an.

„Du willst doch jetzt nicht etwas anfangen, das wir nicht zu Ende bringen können, oder?“

Minerva musste lachen. Sie gab Hermine noch einen flüchtigen Kuss auf die Lippen und schüttelte schmunzelnd den Kopf.

„Ich fürchte, du hast recht. Wir sollten uns lieber für das Abendessen fertig machen.“

Mit einem leisen Seufzen stand Minerva auf und griff nach ihrem Morgenmantel. Sie streifte ihn über und band den Gürtel locker zu. Hermine beobachtete sie mit einem gespielt kritischen Blick.

„Kannst du bitte irgendwann aufhören, dir dieses blöde Ding anzuziehen?“

Minerva drehte sich grinsend zu ihr um.

„Ach?“

„Ich möchte den Anblick dieser wunderschönen Frau noch ein bisschen länger genießen.“

Minerva schüttelte lachend den Kopf.

„Du bist unmöglich.“

„Das sagst du ständig.“

Minerva warf Hermine einen liebevollen Blick zu.

„Ich gehe jetzt duschen.“

Kaum hatte sie den Satz beendet, war Hermine schon aus dem Bett gesprungen. Sie machte sich erst gar nicht die Mühe, sich irgendetwas anzuziehen.

„Dann komme ich mit.“

Minerva hob amüsiert eine Augenbraue.

„Das habe ich mir fast gedacht.“

Sie protestierte nicht. Stattdessen nahm sie Hermine lächelnd an der Hand. Gemeinsam verschwanden sie ins Badezimmer, während ihr gemeinsames Lachen noch einen Moment durch die Wohnung hallte.

Als sie schließlich fertig waren, machten sie sich gemeinsam auf den Weg zur Großen Halle. Wie immer verließen sie Minervas Wohnung mit etwas Abstand. Im Korridor trennten sich ihre Wege für die letzten Meter. Als sie die Große Halle betraten, war von dem vertrauten Nachmittag nichts mehr zu sehen. Aus dem leidenschaftlichen Paar wurde wieder die Schulleiterin und ihre Referendarin. Hermine saß bereits. Minerva nahm ihren Platz am Lehrertisch ein. Sie verhielten sich wie immer ruhig, professionell und unauffällig, doch in der Großen Halle herrschte eine ungewöhnliche Unruhe.

Immer wieder flüsterten Schülerinnen und Schüler miteinander. Auch unter den Lehrkräften wurden leise Gespräche geführt.

„Hast du gehört?“

„Professor Featherstone ist seit heute Nachmittag verschwunden.“

„Er soll das Schloss verlassen haben.“

„Vielleicht ist er krank?“

„Oder versetzt worden?“

„Nein, irgendetwas muss passiert sein…“

Die Gerüchte breiteten sich schneller aus als jede Eule. Selbst einige Erstklässler hatten bereits mitbekommen, dass etwas nicht stimmte.

Pomona warf Minerva einen fragenden Blick zu. Poppy ebenfalls. Irina wusste zwar mehr als die meisten anderen, schwieg jedoch ebenso wie die beiden anderen Lehrerinnen. Nach einigen Minuten erhob sich Minerva. Sofort wurde es in der Halle still.

„Meine Damen und Herren.“

Ihre ruhige Stimme erfüllte den Raum.

„Ich möchte Sie kurz über eine personelle Veränderung informieren.“

Alle Schülerinnen und Schüler blickten zum Lehrertisch.

„Professor Featherstone hat Hogwarts aus persönlichen Gründen verlassen.“

Ein leises Murmeln ging durch die Reihen. Minerva wartete, bis wieder Ruhe eingekehrt war.

„Der Unterricht im Fach Verwandlung selbstverständlich fortgeführt.“

Sie sprach sachlich weiter.

„Über die organisatorischen Einzelheiten werden die betroffenen Klassen in den kommenden Tagen informiert.“

Sie machte eine kurze Pause.

„Weitere Details zu Professor Featherstones Ausscheiden wird es nicht geben und ich möchte Sie bitten, keine Spekulationen oder Gerüchte zu verbreiten.“

Ihre Stimme ließ keinen Zweifel daran, dass dieses Thema damit beendet war.

„Ich danke Ihnen.“

Minerva setzte sich wieder. Sofort begann in der Halle erneut leises Flüstern. Die Spekulationen würden wohl noch eine Weile andauern, doch niemand wusste, was sich tatsächlich im Ministerium abgespielt hatte und das sollte vorerst auch so bleiben.

Während Horace bereits mit Filius über die Vertretungsplanung diskutierte und Pomona den Schülerinnen ihrer Häuser beruhigend zulächelte, blieb Hermine still auf ihrem Platz sitzen. Unauffällig ließ sie ihre rechte Hand unter den Tisch gleiten. Einen kurzen Moment später spürte Minerva eine vertraute Berührung. Hermines Finger schlossen sich für den Bruchteil einer Sekunde sanft um ihre Hand. So kurz, dass es niemand bemerken konnte. Minerva erwiderte den leichten Druck. Dann lösten sich ihre Hände wieder.

Als Minerva den Blick hob, trafen sich ihre Augen. Nur einen Herzschlag lang. Ein kleines Lächeln huschte über Hermines Gesicht. Minerva erwiderte es ebenso unauffällig. Dann wandten sich beide wieder ihrem Abendessen zu. Für alle anderen waren sie lediglich Schulleiterin und Referendarin. Nur sie beide wussten, wie viel dieser eine flüchtige Händedruck in Wahrheit bedeutete.

Der April entwickelte sich zu dem Monat, den Hermine so dringend gebraucht hatte. Zum ersten Mal seit langer Zeit bestand ihr Alltag wieder aus dem, weshalb sie überhaupt nach Hogwarts zurückgekehrt war - Unterrichten, Lernen und sich auf ihre Abschlussprüfung vorbereiten.

Jeden Morgen betrat sie gut gelaunt den Zaubertrankkeller. Horace Slughorn empfing sie wie immer mit einem herzlichen Lächeln.

„Hermine!“

Er rieb sich erfreut die Hände.

„Wie immer pünktlich. Nun, du darfst beginnen.“

Hermine lächelte.

„Sehr gern, Horace.“

Schon nach wenigen Minuten führte sie die Klasse durch den Unterricht. Sie erklärte ruhig, beantwortete Fragen und korrigierte kleine Fehler, ohne jemanden bloßzustellen. Horace beobachtete sie meist mit verschränkten Armen vom Rand des Klassenraums. Er griff kaum noch ein.

Nach einer besonders gelungenen Stunde klopfte er ihr anerkennend auf die Schulter.

„Ausgezeichnet.“

Hermine musste lächeln.

„Du sagst das jedes Mal.“

„Weil es jedes Mal stimmt.“

Horace nickte überzeugt.

„Du vergisst manchmal selbst, wie gut du inzwischen geworden bist.“

Sie errötete leicht.

„Danke.“

„Nicht dafür.“

Er grinste.

„Dafür sorgst du bitte lieber, dass die nächste Generation nicht den Kessel explodieren lässt.“

Hermine lachte.

„Ich gebe mir Mühe.“

Neben dem Unterricht begann Horace nun auch gezielt mit ihr für die Abschlussprüfung zu arbeiten. An manchen Nachmittagen blieb Hermine freiwillig länger im Klassenraum. Zwischen Regalen voller Tränkezutaten und dampfenden Kesseln stellte Horace ihr immer neue Aufgaben.

„Angenommen“, begann er eines Tages, „eine Prüferin verändert mitten im Brauvorgang die Ausgangsbedingungen.“

Hermine dachte kurz nach.

„Dann müsste ich zunächst feststellen, welche Reaktion dadurch ausgelöst wurde.“

„Sehr gut. Und danach?“

„Nicht hektisch korrigieren. Erst analysieren.“

Horace lächelte zufrieden.

„Genau das wollte ich hören.“

Er liebte diese Gespräche. Nicht nur, weil Hermine fast immer die richtige Antwort fand, sondern weil sie dabei laut dachte. Sie begründete, hinterfragte und ließ sich auch von schwierigen Fragen nicht aus der Ruhe bringen.

„Hermine.“

Er lehnte sich eines Tages gegen seinen Schreibtisch.

„Weißt du eigentlich, worum ich mir bei deiner Prüfung die wenigsten Sorgen mache?“

Hermine schüttelte den Kopf.

„Nein.“

„Um dein Fachwissen.“

Er lachte.

„Da müssten die Prüfer sich schon sehr anstrengen, um dich ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen.“

Hermine lächelte verlegen.

„Ich hoffe trotzdem, dass nichts schiefgeht.“

„Das hoffe ich ebenfalls.“

Er zwinkerte ihr zu.

„Aber falls doch…“

„Dann?“

„Dann analysierst du die Situation genauso ruhig wie im Unterricht. Das kannst du nämlich inzwischen ausgezeichnet.“

Diese Worte taten Hermine unendlich gut. Nach den Monaten voller Zweifel fühlte sich jede ehrliche Rückmeldung an wie ein Stück ihrer alten Sicherheit.

Auch die Abende waren wieder leichter geworden. Wenn Minerva ihre Arbeit beendet hatte, trafen sie sich. Manchmal tranken sie gemeinsam Tee. Manchmal lasen sie einfach schweigend nebeneinander. Und manchmal erzählte Hermine begeistert von einer gelungenen Unterrichtsstunde oder einer besonders kniffligen Prüfungsfrage, die Horace mit ihr besprochen hatte. Minerva hörte ihr jedes Mal aufmerksam zu. Mit demselben stolzen Lächeln.

„Du strahlst wieder.“

Hermine sah überrascht auf.

„Tue ich das?“

„Oh ja.“

Minerva nahm ihre Hand.

„Und ich hoffe, dass dieses Lächeln jetzt lange bleibt.“

Hermine drückte ihre Finger sanft.

„Ich glaube…“

Sie lehnte den Kopf an Minervas Schulter.

„…diesmal bleibt es wirklich.“

Zum ersten Mal seit Beginn ihres Referendariats hatte sie das Gefühl, sich wieder ganz auf das konzentrieren zu können, was sie am meisten liebte:

Eine gute Lehrerin zu werden.

Der Mai begann mit einem vertrauten Wechsel. Für Hermine bedeutete das vor allem eines - Verwandlung.

Als sie am ersten Montagmorgen das Klassenzimmer betrat, spürte sie für einen kurzen Moment noch das alte Ziehen in der Magengegend. Die Erinnerungen an Featherstones Unterricht waren noch nicht ganz verschwunden, doch dieses Gefühl hielt nur wenige Sekunden an, denn diesmal wartete dort nicht Edmund Featherstone, sondern Minerva McGonagall.

„Guten Morgen, Hermine.“

Ihre Stimme klang ruhig wie immer.

„Guten Morgen, Minerva“, antwortete Hermine, als hätten sie einander nicht bereits ausgiebig begrüßt.

Minerva lächelte kaum merklich.

„Die Stunde gehört dir.“

„Ganz allein?“

„Ganz allein.“

Minerva verschränkte die Hände hinter dem Rücken.

„Ich werde beobachten und nur eingreifen, wenn Hogwarts einzustürzen droht.“

Hermine musste lachen.

„Das ist beruhigend.“

„Ich finde auch.“

Von der ersten Stunde an lief alles anders. Minerva unterbrach Hermine nicht. Sie stellte keine Fangfragen. Sie ließ sie erklären. Sie ließ sie Fehler selbst erkennen und korrigieren. Und vor allem - Sie vertraute ihr.

Nach jeder Stunde nahmen sie sich einige Minuten Zeit.

„Die Einleitung war hervorragend.“

„Danke.“

„Die Erklärung zur menschlichen Transfiguration war etwas zu schnell.“

Hermine nickte sofort.

„Das ist mir hinterher auch aufgefallen.“

„Dann weißt du bereits, woran du arbeiten möchtest.“

„Ja.“

Minerva lächelte zufrieden.

„Sehr gut.“

Es waren ruhige Gespräche ohne Druck und ohne Angst. Hermine merkte von Tag zu Tag mehr, wie ihre alte Sicherheit zurückkehrte.

Sie begann wieder, mit Freude zu unterrichten. Sie experimentierte mit kleinen Demonstrationen, bezog die Schülerinnen und Schüler stärker ein und sie bemerkte, dass selbst die ruhigeren Kinder sich häufiger meldeten.

Eines Tages blieb Minerva nach dem Unterricht einen Moment länger sitzen. Sie schloss ihren Notizblock.

„Weißt du, worauf ich heute besonders stolz bin?“

Hermine lächelte.

„Worauf?“

„Du hast heute überhaupt nicht versucht, perfekt zu sein.“

Hermine sah sie überrascht an.

„Du hast einfach unterrichtet.“

Erst jetzt verstand Hermine und genau deshalb hatte sich die Stunde so leicht angefühlt.

Parallel rückte die Abschlussprüfung immer näher. An mehreren Nachmittagen trafen sie sich zusätzlich. Offiziell, um Hermines praktische Prüfung vorzubereiten. Inoffiziell… verliefen diese Treffen meistens etwas anders. Kaum schloss sich die Tür zu Minervas Wohnung, legte Hermine ihre Tasche ab.

„So.“

Minerva hob erwartungsvoll den Blick.

„Fangen wir an?“

„Natürlich.“

Hermine trat auf sie zu.

„Allerdings nicht sofort.“

„Ach nein?“

„Nein.“

Sie legte beide Hände an Minervas Wangen.

„Das hier hat Vorrang.“

Noch bevor Minerva etwas erwidern konnte, küsste Hermine sie liebevoll. Minerva lachte leise gegen ihre Lippen.

„Miss Granger…“

„Ja, Professor?“

„Ist das Bestandteil Ihrer Prüfungsvorbereitung?“

„Unbedingt.“

Hermine grinste und raubte sich einen weiteren Kuss.

„Ich muss schließlich dafür sorgen, dass meine Mentorin gute Laune hat.“

Minerva schüttelte schmunzelnd den Kopf.

„Eine bemerkenswerte Theorie.“

„Funktioniert sie denn?“

Als Antwort küsste Minerva sie kurz zurück.

„Ein bisschen vielleicht.“

„Siehst du.“

Hermine lächelte zufrieden.

„Ich wusste doch, dass ich wissenschaftlich arbeite.“

Minerva musste lachen.

„Du bist hoffnungslos.“

Hermine streichelte zärtlich über Minervas Wangen und lächelte.

„Wie sollten nun aber beginnen.“

„Aber erst nach diesen ersten fünf Minuten.“

„Welche fünf Minuten?“

„Die, in denen ich dich ausgiebig begrüße.“

Sie gab Minerva noch einen flüchtigen Kuss auf die Nasenspitze.

„Danach verspreche ich, mich tatsächlich mit Verwandlung zu beschäftigen.“

Minerva zog sie noch einmal kurz in ihre Arme.

„Abgemacht.“

Ein letzter zärtlicher Kuss folgte. Erst dann setzten sie sich gemeinsam an den Tisch, schlugen Bücher und Pergamente auf und widmeten sich mit derselben Ernsthaftigkeit Hermines Prüfungsvorbereitung, mit der sie zuvor ihre kleinen, liebevollen Begrüßungsrituale gepflegt hatten.

Der erste Juni begann mit einer Mischung aus Vorfreude und Anspannung. Schon beim Frühstück bemerkte Hermine die vertraute Ministeriumseule, die zielstrebig auf den Lehrertisch zuflog. Sie landete direkt vor ihr. Ein offizieller Umschlag. Das Siegel der Abteilung für Magische Bildung. Hermine atmete tief durch.

„Na los“, meinte Horace lächelnd. „Mach ihn auf.“

Mit leicht zitternden Fingern brach sie das Siegel. Sie entfaltete das Pergament.

Zaubereiministerium

Abteilung für Magische Bildung

Prüfungstermine – Lehrreferendariat

Sehr geehrte Miss Granger,

hiermit erhalten Sie die Termine Ihrer Abschlussprüfungen.

Jede Prüfung besteht aus:

* einer Lehrprobe,

* einem anschließenden Fachgespräch,

* sowie der abschließenden Gesamtbeurteilung.

Zaubertränke

Prüfungstermin: 28. Juni

Verwandlung

Prüfungstermin: 30. Juni

Wir wünschen Ihnen für Ihre Prüfungen viel Erfolg.

Hermine las den Brief noch einmal und dann ein drittes Mal.

„Ende Juni…“, murmelte sie. „Jetzt ist es offiziell.“

Horace beugte sich neugierig etwas vor.

„Darf ich?“

Sie reichte ihm das Schreiben. Er überflog die Termine.

„Sehr schön.“

Er nickte zufrieden.

„Genug Zeit für den letzten Feinschliff.“

Hermine lächelte.

„Oder genug Zeit, um völlig verrückt zu werden.“

„Unsinn.“

Horace winkte lachend ab.

„Das schaffst du auch ohne zusätzlichen Monat.“

Hermine musste trotz ihrer Nervosität lachen, doch je weiter der Juni voranschritt, desto häufiger erwischte sie sich dabei, wie ihre Gedanken um die Prüfungen kreisten. Sie ging Unterrichtsstunden im Kopf immer wieder durch, fragte sich, welche Themen wohl drankommen könnten und überlegte, welche Fragen die Prüfer stellen würden.

Nachts wachte sie manchmal auf und glaubte, einen wichtigen Zauber vergessen zu haben.

Am nächsten Morgen stellte sie dann fest, dass sie ihn selbstverständlich noch konnte.

„Du denkst zu viel.“

Minerva sagte diesen Satz inzwischen fast täglich.

„Ich weiß.“

„Und?“

„Ich höre trotzdem nicht damit auf.“

Minerva lächelte verständnisvoll.

„Das habe ich befürchtet.“

Nicht nur Hermine wurde zunehmend nervöser. Auch Neville lief in den Tagen vor seinen Prüfungen ungewöhnlich oft mit einem Stapel Bücher unter dem Arm durch die Gewächshäuser. Eines Nachmittags trafen sich die beiden zufällig auf dem Weg zur Bibliothek.

„Du siehst müde aus“, stellte Neville fest.

Hermine lachte leise.

„Du auch.“

„Ich glaube, ich habe letzte Nacht von Alraunen geträumt.“

„Immerhin besser als ich.“

„Warum?“

„Ich habe geträumt, dass ich mitten in der Lehrprobe vergessen habe, wie man einen Stuhl in einen Vogel verwandelt.“

Neville musste lachen.

„Das würdest ausgerechnet du nie vergessen.“

„Ich weiß.“

Sie seufzte.

„Aber mein Gehirn scheint anderer Meinung zu sein.“

Sie gingen gemeinsam weiter.

„Bist du sehr nervös?“, fragte Neville.

„Mehr, als ich zugeben möchte.“

„Ich auch.“

Er nickte.

„Pomona sagt ständig, dass ich das schaffe.“

„Minerva sagt dasselbe.“

„Und trotzdem glaubt man es manchmal selbst nicht.“

Hermine lächelte.

„Genau.“

Sie blieben kurz vor der Bibliothek stehen. Neville grinste plötzlich.

„Weißt du was?“

„Hm?“

„Wenn wir beide schon nervös sind… dann können wir uns wenigstens gemeinsam verrückt machen.“

Hermine musste lachen.

„Oder gegenseitig daran erinnern, dass wir es können.“

„Das gefällt mir besser.“

Neville hielt ihr die Hand hin.

„Abgemacht?“

Hermine schlug lächelnd ein.

„Abgemacht.“

Für einen kurzen Moment verschwand die Nervosität. Nicht, weil die Prüfungen plötzlich einfacher geworden wären, sondern weil beide wussten, dass sie diesen letzten Abschnitt ihrer Ausbildung nicht allein gehen mussten.

Je näher die Prüfungen rückten, desto deutlicher bemerkte Minerva, wie sehr Hermine sich selbst unter Druck setzte. Sie wollte alles richtig machen. Jede Erklärung, jede Demonstration und jede Unterrichtsstunde.

Minerva wusste, dass bloße Worte dagegen oft wenig ausrichten konnten. Also stärkte sie Hermine auf ihre eigene Weise. Während des Tages war sie ihre Mentorin - sachlich und aufmerksam

Sie beobachtete Unterrichtsstunden, stellte anspruchsvolle Fragen für das Fachgespräch und ließ Hermine schwierige Prüfungssituationen durchspielen.

„Noch einmal.“

„Warum? Was habe ich falsch gemacht?“

„Deine Antwort war richtig.“

Hermine sah sie verwundert an.

„Aber?“

„Sie hätte noch präziser sein können.“

Hermine grinste.

„Das klingt ganz nach Professor McGonagall.“

Minerva hob gespielt streng eine Augenbraue.

„Das hoffe ich doch.“

Sie verlangte viel, aber nie mehr, als Hermine leisten konnte und nach jeder Übungseinheit endete die Besprechung mit demselben Satz.

„Du bist bereit.“

Anfangs glaubte Hermine ihr das kaum. Mit jeder Wiederholung jedoch ein kleines bisschen mehr.

Sobald die Tür zu Minervas Wohnung am Abend ins Schloss fiel, verschwand die strenge Mentorin. Dann war sie einfach nur Minerva. Sie kochte Tee, hörte zu und erzählte kleine Geschichten aus ihrer eigenen Ausbildungszeit und gestand Hermine eines Abends schmunzelnd, dass auch sie damals vor ihrer ersten Lehrprobe kaum geschlafen hatte.

„Du?“

Hermine sah sie ungläubig an.

„Du warst nervös?“

„Furchtbar.“

„Das glaube ich dir nicht.“

Minerva lachte.

„Da hättest du Professor Dippet oder Albus fragen müssen. Beide hätten dir bestätigen können, dass ich in der Nacht davor dreimal meine Unterrichtsplanung umgeschrieben habe.“

„Wirklich?“

„Wirklich.“

Hermine musste herzlich lachen.

„Das macht dich gerade unglaublich sympathisch.“

„Ich hoffe doch, dass ich das vorher auch schon war.“

„Natürlich.“

Hermine rückte näher und legte den Kopf an Minervas Schulter.

„Aber jetzt weiß ich wenigstens, dass selbst die beste Lehrerin von Hogwarts einmal Prüfungsangst hatte.“

Minerva küsste sie sanft auf den Scheitel.

„Und sie hat trotzdem bestanden.“

An manchen Abenden redeten sie kaum über die Prüfung. Sie machten spät abends im Schatten der Dunkelheit einen Spaziergang, lasen gemeinsam oder verbrachten einfach Zeit miteinander, damit Hermine für ein paar Stunden nicht an Lehrproben und Fachgespräche denken musste.

Diese ruhigen Momente gaben ihr oft mehr Kraft als jede zusätzliche Unterrichtseinheit.

Auch die anderen Lehrkräfte ließen Hermine nicht allein. Horace überraschte sie fast täglich mit einem aufmunternden Satz.

„Hermine, die Prüfer werden sich glücklich schätzen, deinen Unterricht sehen zu dürfen.“

Pomona drückte ihr eines Morgens einen kleinen Glücksbringer aus getrocknetem Kleeblatt in die Hand.

„Nur für den Fall, dass du ihn brauchst.“

Poppy erinnerte sie regelmäßig daran, ausreichend zu schlafen und tatsächlich zu essen.

„Von leerem Magen hat noch niemand eine gute Lehrprobe gehalten.“

Selbst Irina begegnete ihr mit einem seltenen Lächeln.

„Du unterschätzt dich immer noch.“

„Vielleicht.“

„Ganz sicher sogar.“

Hermine musste jedes Mal schmunzeln. Sie fühlte sich getragen. Nicht nur von Minerva, sondern vom gesamten Kollegium.

Dann begann die vorletzte Juniwoche. Plötzlich war aus einem fernen Termin ein unmittelbar bevorstehendes Ereignis geworden. Nur noch wenige Tage.

In den Klassen bereitete Hermine ihre Schülerinnen und Schüler darauf vor.

Am Ende einer Verwandlungsstunde stellte sie sich vor die Klasse.

„Ich möchte euch etwas mitteilen.“

Sofort wurde es ruhig.

„Nächste Woche werden während des Unterrichts Prüfer des Ministeriums anwesend sein.“

Ein leises Murmeln ging durch den Raum.

„Für euch ändert sich dadurch nichts.“

Sie lächelte.

„Ich möchte nur, dass ihr euch davon nicht einschüchtern lasst.“

„Sind die Prüfer streng?“, wollte ein Schüler aus Hufflepuff wissen.

Hermine musste lachen.

„Das hoffe ich nicht.“

Ein anderer Schüler grinste.

„Keine Sorge, Professor Granger… Wir benehmen uns von unserer besten Seite.“

„Versprochen!“

„Wir lassen Sie nicht hängen!“

Mehrere Schülerinnen und Schüler nickten zustimmend.

„Sie schaffen das sowieso.“

„Genau!“

Hermine sah in die vielen Gesichter vor sich. Auf einmal wurde ihr etwas bewusst. Sie hatte in den vergangenen Monaten offenbar nicht nur unterrichtet. Sie hatte Vertrauen aufgebaut. Die Schülerinnen und Schüler mochten sie und sie wollten, dass sie Erfolg hatte.

Als die Klasse den Raum verließ, blieb Hermine noch einen Moment allein zurück. Ein warmes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. Vielleicht… war sie tatsächlich schon längst die Lehrerin geworden, die sie immer hatte sein wollen.

Am Abend vor der Prüfung in Zaubertränke herrschte in Hermines Wohnung eine ganz besondere Unruhe. Minerva kam durch den Kamin und begrüßte Hermine mit einem sanften Kuss, der nur halbherzig erwidert wurde. Hermine lief bereits zum fünften Mal quer durch das Wohnzimmer. Sie hielt ihre Unterrichtsnotizen in der Hand, murmelte einzelne Formulierungen vor sich hin und blieb immer wieder abrupt stehen.

„Nein…“

Sie blätterte hektisch eine Seite zurück.

„Den Teil erkläre ich zuerst. Oder doch lieber danach?“

Auf dem Sofa saß Minerva. Mit einer Tasse Tee in der Hand beobachtete sie das Schauspiel mit einem kaum zu unterdrückenden Lächeln. Hermine blieb erneut stehen.

„Du lachst.“

„Ein bisschen.“

„Ich finde das überhaupt nicht lustig.“

Minerva konnte sich das Schmunzeln nun wirklich nicht mehr verkneifen.

„Aber ich finde es lustig, mein Schatz.“

Hermine verschränkte gespielt beleidigt die Arme.

„Ha ha…“

Sie zog eine Grimasse.

„Du wirst ja morgen nicht geprüft.“

„Das stimmt.“

Minerva stellte ihre Tasse ruhig auf den Tisch.

„Aber lass mich dir etwas sagen.“

Sie streckte Hermine die Hand entgegen.

„Komm her.“

Hermine zögerte einen Augenblick. Dann gab sie den inneren Widerstand auf. Sie legte ihre Unterlagen auf den Tisch und setzte sich neben Minerva auf das Sofa. Minerva nahm sofort ihre Hand.

„Hermine.“

Sie wartete, bis die junge Hexe sie ansah.

„Du bist klug, du bist hervorragend vorbereitet und du hast in den letzten Monaten mehr gearbeitet als jeder andere Referendar, den ich je erlebt habe.“

Hermine wollte etwas erwidern. Minerva schüttelte lächelnd den Kopf.

„Nein. Jetzt hörst du mir einmal zu.“

Hermine lächelte ergeben.

„Ja, Professor.“

„Frech.“

„Ein bisschen.“

Minerva strich ihr liebevoll eine Locke hinters Ohr.

„Morgen wirst du nicht deshalb überzeugen, weil jede Formulierung perfekt ist, sondern weil du eine gute Lehrerin bist. Das warst du schon lange vor dieser Prüfung.“

Hermine spürte, wie sich die Anspannung langsam löste.

„Meinst du wirklich?“

„Ich weiß es.“

Minervas Stimme ließ keinen Zweifel daran.

„Und jetzt…“ Sie lächelte verschmitzt, „…hör bitte auf, hier herumzulaufen wie ein aufgeschreckter Hippogreif.“

Hermine musste unwillkürlich lachen.

„War ich wirklich so schlimm?“

„Noch schlimmer.“

„Das wusste ich gar nicht.“

„Ich schon.“

Minerva rückte ein wenig näher. Behutsam schob sie Hermines lockiges Haar über eine Schulter. Dann legte sie beide Hände sanft auf ihre Schultern. Mit ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen begann sie, die verspannte Muskulatur zu lockern. Hermine schloss sofort die Augen. Ein leises Seufzen entwich ihr.

„Das fühlt sich so gut an.“

„Das dachte ich mir.“

Minerva massierte ihre Schultern weiter. Ganz langsam. Als sie spürte, wie Hermine sich mehr und mehr entspannte, beugte sie sich ein wenig vor. Sie ließ einen sanften Kuss auf Hermines Hals folgen. Dann noch einen. Kaum mehr als eine zärtliche Berührung. Hermine lächelte mit geschlossenen Augen.

„Mhm…“

Sie lehnte sich noch ein wenig mehr gegen Minerva.

„Diese Art von Entspannung gefällt mir besonders.“

Abrupt entzog sich Hermine der sanften Massage. Noch bevor Minerva fragen konnte, was sie vorhatte, nahm Hermine ihre Hand und zog sie mit einem entschlossenen Ruck vom Sofa hoch.

„Hermine…?“

Weiter kam Minerva nicht. Hermine legte ihr lächelnd einen Finger an die Lippen, bevor sie sie liebevoll küsste. Als sie sich wieder voneinander lösten, blieb sie ganz nah vor ihr stehen. In ihrem Blick lag Wärme, aber auch ein verschmitztes Funkeln.

„Du hast gerade etwas angefangen“, sagte sie leise.

Minerva hob amüsiert eine Augenbraue.

„Ach wirklich?“

„Und wie, mein Liebling.“

Hermine lächelte.

„Jetzt bringst du mich bestimmt nicht dazu, mich wieder über Prüfungen verrückt zu machen.“

Minerva musste leise lachen.

„War das etwa mein Plan?“

„Ganz eindeutig.“

Hermine verschränkte gespielt die Arme.

„Und deshalb haben wir beide jetzt noch etwas zu erledigen.“

„Nämlich?“

„Dafür zu sorgen, dass ich mit einem Lächeln statt mit Prüfungsangst einschlafe.“

Minervas Gesicht wurde weich.

„Das gefällt mir als Vorbereitung deutlich besser.“

Hermine trat noch einmal näher und küsste sie zärtlich.

Minerva erwiderte den Kuss lächelnd. Hermines Hände begannen bereits Minervas Kleid zu öffnen, während sie sich küssten und durch den Raum bewegten. Ihre leisen Seufzer und ihr gemeinsames Lachen begleiteten sie, bis sie schließlich im Schlafzimmer verschwanden.

Für den Rest des Abends ließen sie Bücher, Unterrichtspläne und Prüfungsfragen bewusst hinter sich und schenkten sich stattdessen die Ruhe, Nähe und Geborgenheit, die Hermine für den nächsten Tag so dringend brauchte.