Aufbruch ins Glück
Aufbruch ins Glück
Hallo ihr Lieben,
es hat jetzt doch länger gedauert, als gedacht, bis das neue Kapitel kommt :D Das ist allerdings einem kleinen Nebenprojekt geschuldet. Mal sehen, ob es in der Schublade bleibt, bis ich diese FF fertiggestellt habe ;) Was haltet ihr von einem OS über unsere zwei Mädels? Und eine Fortsetzung von Still, You Stayed schwirrt auch schon in meinem Kopf herum, bevor sie überhaupt beendet ist...
So, genug gequatscht. Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit dem neuen Kapitel! Lasst mich gerne wissen, wie es euch gefallen hat und auch, ob ihr jetzt schon Lust auf eine Fortsetzung oder einen OS habt ;)
Liebe Grüße!
Das erste Licht des Sommermorgens fiel durch die Vorhänge und tauchte Minervas Schlafzimmer in einen warmen, goldenen Schimmer. Draußen erwachte Hogwarts langsam zu einem neuen Tag, doch im Schlafzimmer der Schulleiterin herrschte noch vollkommene Ruhe.
Die Bettdecke lag etwas zerwühlt über den beiden Frauen. Ein Kissen war während der vergangenen Nacht auf den Boden gefallen, und Minervas sonst so ordentlich zusammengelegte Kleidung lag noch immer dort, wo sie am Abend gelandet war. Hermine hätte bei diesem Anblick vermutlich gelacht, wenn sie nicht gerade viel zu beschäftigt damit gewesen wäre, die Frau neben sich anzusehen. Sie war schon seit einer ganzen Weile wach, was ungewöhnlich für sie. Normalerweise genoss sie es, morgens noch möglichst lange im Bett zu bleiben. Besonders dann, wenn Minerva neben ihr lag und sie sich an sie kuscheln konnte, aber heute war alles anders. Heute wollte Hermine keinen Augenblick verpassen.
Sie lag auf der Seite, den Kopf auf eine Hand gestützt und betrachtete Minerva.
Ihre Minerva.
Nach den vergangenen Tagen, in denen sie morgens allein aufgewacht war und sie auf der andere Betthälfte schmerzlich vermisst hatte, war dieser Anblick beinahe unwirklich. Minerva lag auf dem Rücken, den Kopf leicht zu Hermine gedreht. Ihr graues Haar hatte sich über das Kissen verteilt und einige Strähnen fielen ihr ins Gesicht. Hermine musste lächeln. Sie schlief friedlich. Hermine liebte es, sie so entspannt zu sehen. Sie lag einfach da - ohne die strenge Hochsteckfrisur, ohne Brille und vor allem kein ernster Blick, mit dem sie normalerweise jeden Schüler innerhalb weniger Sekunden zur Vernunft bringen konnte, jedoch hatte sie diesen beinahe jugendlichen Ausdruck, den sie im Schlaf manchmal bekam. Vorsichtig hob Hermine eine Hand und strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn. Minerva bewegte sich kaum. Hermine beugte sich vor und gab ihr einen winzigen Kuss auf die Wange. Auch jetzt bewegte sich Minerva nicht. Hermine grinste. Ein weiterer Kuss folgte. Diesmal auf die Stirn und dann auf die Nasenspitze. Minerva verzog leicht das Gesicht. Hermine musste sich ein Lachen verkneifen.
„Guten Morgen“, flüsterte sie.
Minerva murmelte etwas Unverständliches.
„Was war das?“
„Hermine…“
„Ja, mein Schatz?“
Minerva öffnete langsam die Augen. Sie brauchte einen Moment, um sich zu orientieren. Schließlich fiel ihr Blick auf Hermines strahlendes Gesicht.
„Guten Morgen“, murmelte sie mit noch etwas verschlafener Stimme.
Hermine beugte sich sofort zu ihr und küsste sie auf die Lippen.
„Guten Morgen.“
Minerva lächelte.
„Du bist ja schon wach.“
„Offensichtlich.“
„Wie ungewöhnlich.“
Hermine zog gespielt empört die Augenbrauen hoch.
„Bitte?“
Minerva streckte sich ein wenig und ließ ihren Arm um Hermines Taille gleiten.
„Normalerweise muss ich dich morgens beinahe aus dem Bett werfen, wenn wir aufstehen müssen.“
„Das ist maßlos übertrieben. Ich stehe durchaus freiwillig auf.“
„Wenn es unbedingt sein muss.“
Hermine lachte. Minerva sah sie neugierig an.
„Warum bist du überhaupt schon wach? Normalerweise möchtest du doch immer noch liegen bleiben.“
„Ich bin schon lange wach.“
„Wie lange?“
„Eine ganze Weile.“
Minerva musterte sie.
„Und was hast du die ganze Zeit gemacht?“
Hermine lächelte.
„Dich angesehen.“
Minerva blinzelte. Dann erschien ein schelmisches Funkeln in ihren Augen.
„Ah. Zählst du meine Falten, um zu schauen, ob neue dazugekommen sind?“
Hermine lachte laut auf.
„Oh ja, natürlich!“
Sie setzte eine übertrieben ernste Miene auf.
„Ich hätte fast vergessen, dass du schon so alt bist.“
Minerva zog eine Augenbraue hoch.
„Bedauerlich für dich, mein Schatz. Du hättest dir eben eine jüngere Frau suchen müssen.“
„Hm.“
Hermine tat, als würde sie darüber nachdenken. Minerva beobachtete sie misstrauisch.
„Wage es nicht.“
Hermine grinste.
„Ich überlege nur gerade, ob ich dich gegen ein jüngeres Modell eintauschen sollte.“
„Dann hoffe ich, dass dieses jüngere Modell ebenso viel Geduld mit dir hat.“
„Unwahrscheinlich. Ich brauche da schon eine Frau mit guten Nerven.“
„Eben.“
Hermine lachte wieder. Dann wurde ihr Lächeln sanfter. Sie strich mit den Fingerspitzen über Minervas Wange.
„Ich sage es dir gerne noch hunderttausendmal. Du bist wunderschön mein Liebling.“
Minervas Gesicht wurde weich. Hermine beugte sich ein wenig näher.
„Und genau deshalb schaue ich dich schon die letzte halbe Stunde an.“
„Eine halbe Stunde?“
„Mindestens.“
„Hermine…“
„Was denn? Ich kann nichts dafür.“
Sie ließ ihren Daumen über Minervas Wange gleiten.
„Ich kann einfach nicht glauben, dass wir wirklich wieder nebeneinander liegen.“
Minerva betrachtete sie einen Moment. Dann lächelte sie.
„Glaub es.“
Hermine strahlte und ehe Minerva etwas hinzufügen konnte, bewegte Hermine sich mit einem überraschend schwungvollen Ruck.
„Oh!“
Minerva lachte, als Hermine sich über sie schob und die Hände neben ihren Schultern auf der Matratze abstützte.
„Was wird das denn?“
„Ich überprüfe etwas.“
„Und was?“
„Ob du wirklich hier bist.“
Minerva hob amüsiert eine Augenbraue.
„Und wie möchtest du das feststellen?“
Hermine senkte den Kopf.
„So.“
Sie küsste sie. Zunächst ganz sanft. Minerva hob eine Hand an Hermines Wange und erwiderte den Kuss. Hermine lächelte gegen ihre Lippen. Dann küsste sie sie noch einmal länger und inniger. Minervas andere Hand fand Hermines Taille und hielt sie liebevoll fest. Als Hermine ihre Lippen leicht öffnete, tat Minerva es ihr gleich. Ihre Zungen berührten sich zärtlich und Hermine ließ ein leises, zufriedenes Summen hören. Minerva musste lächeln. Sie liebte dieses kleine Geräusch. Es verriet ihr jedes Mal, wie glücklich Hermine gerade war. Hermine löste sich schließlich ein wenig von ihr. Ihre Nasenspitzen berührten sich noch.
„Na?“, fragte Minerva leise.
Hermine grinste.
„Eindeutig echt.“
„Wie beruhigend.“
„Allerdings.“
Minerva strich ihr eine Locke hinter das Ohr. Hermine betrachtete sie noch einen Augenblick. Dann verschwand das schelmische Grinsen aus ihrem Gesicht und machte einem liebevollen Lächeln Platz.
„Ich liebe dich.“
Minerva sah zu ihr auf. Ihre Augen wurden weich. Langsam strich sie Hermine über die Wange.
„Ich dich auch, mein Liebling.“
Hermine schloss für einen Moment die Augen und schmiegte ihre Wange in Minervas Handfläche. Dann gab sie ihr noch einen kleinen Kuss und noch einen.
„Hermine“, murmelte Minerva lächelnd.
„Hm?“
„Du wolltest doch angeblich feststellen, ob ich wirklich hier bin.“
„Ja.“
„Ich glaube, das hast du inzwischen ausreichend überprüft.“
„Man kann nie vorsichtig genug sein.“
Minerva lachte. Hermine küsste sie ein letztes Mal auf die Nasenspitze, bevor sie sich wieder neben sie legte. Sofort öffnete Minerva den Arm. Hermine rückte näher und kuschelte sich an sie. Ihr Kopf fand seinen vertrauten Platz an Minervas Schulter, ein Arm legte sich um deren Mitte. Minerva zog die Bettdecke ein wenig höher und schlang beide Arme um Hermine.
„So besser?“, fragte sie.
Hermine seufzte zufrieden.
„Viel besser.“
Minerva küsste ihr Haar. Eine Weile lagen sie schweigend da. Hermine lauschte Minervas ruhigem Atem und ließ ihre Fingerspitzen gedankenverloren über ihren Arm gleiten. Minerva wiederum spielte mit einer von Hermines Locken.
„Weißt du, was das Schönste ist?“, fragte Hermine irgendwann.
„Dass du heute nicht aufstehen musst?“
„Das ist auf jeden Fall ein großer Vorteil.“
Hermine hob den Kopf.
„Ich meinte aber eher, dass ich morgen wieder neben dir aufwachen darf.“
Minerva lächelte.
„Und übermorgen und in deinem Cottage und im Urlaub.“
Minerva gab ihr einen kleinen Kuss auf die Stirn.
„Du hast offenbar sehr genaue Vorstellungen von unseren Ferien.“
„Allerdings.“
„Und wenn ich einmal allein schlafen möchte?“
Hermine sah sie entsetzt an.
„Allein? Warum solltest du so etwas Schreckliches wollen?“
Minerva lachte.
„Nur eine theoretische Frage.“
„Eine vollkommen unsinnige theoretische Frage.“
„Verstehe.“
Hermine legte sich wieder an ihre Schulter.
„Du wirst mich nicht mehr los.“
Minervas Arme schlossen sich etwas fester um sie.
„Das habe ich auch nicht vor.“
Hermine lächelte zufrieden. Sie zog die Decke noch ein wenig höher, schob ein Bein zwischen Minervas und kuschelte sich so eng an sie, wie es nur möglich war. Minerva schloss die Augen und lehnte ihre Wange gegen Hermines Haar.
Draußen schien längst die Sonne. Irgendwo im Schloss begann ein neuer Tag, aber hier drinnen hatte niemand es eilig. Sie mussten nicht aufstehen, nicht arbeiten, sich nicht voneinander verabschieden und als Hermine schließlich einen kleinen Kuss auf Minervas Schulter hauchte, lächelte diese und hielt sie einfach noch ein bisschen fester. So war es viel schöner. Sie konnten gemeinsam aufwachen, nebeneinander einschlafen und sie wussten, dass sie auch am nächsten Morgen noch da sein würden.
Es dauerte noch eine ganze Weile, bis eine von ihnen überhaupt daran dachte, das Bett zu verlassen. Hermine lag halb auf Minerva, den Kopf an ihre Schulter geschmiegt, während Minervas Finger gedankenverloren durch ihr Haar glitten. Gelegentlich hob Hermine den Kopf, um ihr einen Kuss zu geben. Manchmal nur auf die Wange, manchmal auf die Stirn und manchmal auf die Lippen, wobei aus einem kleinen Kuss nicht selten mehrere wurden. Minerva beschwerte sich nicht. Ganz im Gegenteil. Als Hermine sich nach einem besonders langen Kuss wieder an ihre Schulter kuschelte, legte Minerva beide Arme um sie und zog sie noch etwas näher.
„Du bist heute ausgesprochen anhänglich“, bemerkte sie.
„Stört es dich?“
„Habe ich das behauptet?“
„Nein.“
„Dann stell keine überflüssigen Fragen.“
Hermine lachte leise und küsste ihren Hals.
„Jawohl, Professor.“
Minerva schloss die Augen.
„Und ich hatte gehofft, diesen Titel während der Ferien nicht hören zu müssen.“
„Entschuldige, Liebling.“
„Schon besser.“
Eine weitere Viertelstunde verging. Vielleicht auch länger. Hermine wusste es nicht und wollte es auch gar nicht wissen. Irgendwann allerdings meldete sich ihr Magen deutlich hörbar. Minerva öffnete die Augen.
„War das gerade dein Magen?“
Hermine hob den Kopf.
„Nein.“
Minerva sah sie an.
„Vielleicht.“
„Vielleicht?“
„Er könnte es gewesen sein.“
Minerva lachte.
„Ich fürchte, wir sollten langsam frühstücken.“
„Müssen wir?“
„Du kannst natürlich auch versuchen, dich ausschließlich von Küssen zu ernähren.“
Hermine grinste.
„Ein verlockender Gedanke.“
„Und höchst bedenklich, wenn man eine ausgewogene Ernährung bevorzugt.“
„Du machst wirklich jede romantische Vorstellung zunichte“, seufzte Hermine.
„Irgendjemand muss vernünftig bleiben.“
Hermine seufzte erneut übertrieben. Dann gab sie Minerva einen letzten Kuss und schlug die Bettdecke zurück.
„Na gut. Frühstück.“
Sie schwang die Beine aus dem Bett und stand auf. Minerva blieb noch einen Moment liegen und betrachtete sie mit einem kleinen Lächeln. Hermine bemerkte es.
„Was?“
„Nichts.“
„Du schaust.“
„Sonst bist du diejenige, die mich beim Aufstehen beobachtet. Jetzt darf ich das doch wohl auch.“
„Natürlich.“
Hermine zwinkerte ihr zu.
„Genieß die Aussicht.“
Minerva schüttelte lachend den Kopf.
„Unverbesserlich.“
Dann setzte sie sich langsam auf. Ein wenig langsamer, als sie es gewöhnlich getan hätte. Sie stützte sich kurz mit einer Hand auf der Matratze ab und richtete sich vorsichtig auf. Hermine bemerkte es sofort, aber sie sagte nichts. Stattdessen wandte sie sich scheinbar vollkommen interessiert dem Stuhl zu, auf dem ein leichter Morgenmantel lag. Minerva streckte sich ein wenig. Dann stand sie auf und genau in diesem Augenblick geschah es. Ein deutlich hörbares Knacken. Minerva hielt mitten in der Bewegung inne. Ihr Gesicht verzog sich kurz.
„Oh, verflucht.“
Hermine fuhr herum.
„Minerva!“
Minerva schloss für einen Moment die Augen. Dann richtete sie sich so würdevoll auf, wie es die Situation erlaubte.
„Kein Wort.“
Hermine presste die Lippen aufeinander.
„Würde ich nie wagen.“
Minerva sah sie streng an.
„Lügnerin.“
„Ich?“
„Ja, du.“
Hermine konnte ihr Grinsen kaum noch unterdrücken.
„Na ja, ich hätte dir vielleicht gesagt, dass du heute Morgen wirklich wunderschön und knackig aussiehst.“
Minerva starrte sie an. Hermine hob unschuldig beide Hände.
„Aber ich sage ja nichts.“
Für einen Augenblick herrschte Stille. Dann musste Minerva lachen.
„Freches Früchtchen.“
Hermine lachte ebenfalls.
„Du hast angefangen.“
„Ich habe überhaupt nichts angefangen.“
„Du hast mir verboten, etwas zu sagen.“
„Weil ich dich kenne.“
„Und es ist doch erstaunlich, dass du mich trotzdem liebst.“
„Ja“, seufzte Minerva. „Ich frage mich immer wieder warum ich mich ausgerechnet in dich verliebt habe.“
Hermine grinste, doch als sie sah, wie Minerva unwillkürlich noch einmal eine Hand an ihren unteren Rücken legte, verschwand der neckische Ausdruck langsam aus ihrem Gesicht. Sie ging zu ihr. Ganz selbstverständlich legte sie beide Arme um Minervas Taille. Minerva sah sie an.
„Was ist?“
Hermine lächelte liebevoll.
„Geht es dir wirklich gut?“
Minervas Gesicht wurde weich.
„Ja, Liebes. Es ist alles gut.“
Hermine betrachtete sie aufmerksam.
„Sicher?“
„Ganz sicher.“
„Dein Rücken?“
„Hat beschlossen, sich heute Morgen lautstark bemerkbar zu machen.“
„Minerva.“
Hermine seufzte leise.
„Du würdest mir sagen, wenn etwas ist, oder?“
Minerva hob eine Hand und strich ihr eine Locke aus dem Gesicht.
„Natürlich, Schatz.“
„Versprochen?“
„Versprochen.“
Hermine suchte noch einen Moment in ihrem Gesicht nach irgendeinem Anzeichen dafür, dass sie etwas herunterspielte. Minerva lächelte.
„Es ist wirklich nichts Ernstes. Ich habe mich offenbar etwas ungeschickt bewegt.“
„Gut.“
Hermine legte ihre Stirn kurz an Minervas.
„Ich will nur nicht, dass du Schmerzen hast.“
„Ich weiß, mein Liebling.“
Minerva beugte sich zu ihr und gab ihr einen sanften Kuss. Dann noch einen auf die Stirn.
„Mach dir keine Sorgen.“
Hermine nickte. Minerva ließ ihre Hände an Hermines Taille ruhen.
„Wir sollten uns besser anziehen, damit wir frühstücken können.“
„Mhm, du hast recht.“
Minerva blinzelte. Sie wartete. Hermine sah sie fragend an.
„Was ist?“
Minerva zog eine Augenbraue hoch.
„Nun, ich hatte mit Widerstand gerechnet.“
Hermine grinste langsam.
„Ach ja?“
„Ja.“
„Warum denn?“
Minerva sah sie trocken an.
„Weil ich dich kenne.“
„Du unterstellst mir also, dass ich versuchen würde, dich vom Frühstück abzuhalten?“
„Mit ziemlicher Sicherheit.“
Hermine tat, als müsse sie darüber nachdenken.
„Tja, also…“
Sie ließ ihre Hände langsam über Minervas Rücken gleiten. Zunächst zwischen ihren Schulterblättern entlang. Dann ein wenig tiefer. Minerva beobachtete sie amüsiert. Hermines Hände wanderten weiter hinunter, bis sie schließlich auf Minervas Po ruhten. Hermine zog sie sanft näher an sich.
„Ich würde sagen, dass ein gemeinsamer Ausflug ins Bad durchaus verlockend klingt.“
Minerva lachte auf.
„Du bist unmöglich.“
„Ich weiß.“
Minerva schlang die Arme um ihren Hals und legte ihre Stirn gegen Hermines.
„Oh, du.“
Hermine lächelte und gab ihr einen kleinen Kuss. Dann noch einen.
„Jetzt mal im Ernst, Minerva.“
„Das klingt gefährlich.“
„Wir haben noch ein paar Wochen.“
Minerva nickte.
„Ja.“
„Und glaub mir, die will ich nutzen.“
Minerva hob überrascht die Augenbrauen. Hermine bemerkte es und lächelte.
„Und damit meine ich nicht nur Sex.“
„Ach nein?“
„Nein.“
Sie strich Minerva sanft über die Wange.
„Ich will Zeit mit dir verbringen.“
Minervas amüsierter Ausdruck wurde ruhiger. Hermine sprach weiter.
„Ich will dir nahe sein. Ich will morgens neben dir aufwachen, ohne daran denken zu müssen, wann ich wieder in meine eigenen Räume verschwinden muss.“
Minerva sagte nichts.
„Ich möchte mit dir frühstücken. Vielleicht zusammen einkaufen gehen. Irgendwo spazieren. Abends auf dem Sofa sitzen und lesen. Oder einfach nichts tun.“
Hermine lachte leise.
„Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass du mit dem Nichtstun größere Schwierigkeiten haben wirst als ich.“
Minerva lächelte schwach.
„Eine gewagte Behauptung.“
„Zutreffend würde ich sagen.“
Hermine nahm ihre Hände.
„Ich will einen ruhigen Alltag mit dir erleben. Ohne Hogwarts, ohne Stundenpläne, Unterrichtsbesuche oder irgendwelche Berichte.“
Sie sah Minerva direkt in die Augen.
„Ich will dich so lange wie möglich ganz für mich haben.“
Minervas Finger schlossen sich etwas fester um ihre. Hermine wurde noch leiser.
„Und ich möchte sehen, wie wir als ganz gewöhnliches Paar zusammenleben. Damit meine ich nicht nur für ein paar gestohlene Stunden.“
Minervas Lächeln verschwand langsam.
„Und nicht nur in den Nächten“, fügte Hermine hinzu.
Für einen Moment war es vollkommen still. Minerva betrachtete die junge Frau vor sich. Ihre Hermine, die so glücklich darüber war, endlich einige Wochen ungestört mit ihr verbringen zu können und die nicht von großen Reisen, teuren Geschenken oder außergewöhnlichen Erlebnissen sprach, sondern davon, morgens gemeinsam aufzuwachen, zusammen zu frühstücken, einkaufen zu gehen und einfach ein Paar zu sein.
Minerva spürte, wie ihr Herz sich vor Liebe zusammenzog. Gleichzeitig meldete sich auch ihr schlechtes Gewissen, denn sie wusste genau, was Hermine meinte. Sie wusste es schon lange.
Die vergangenen Monate hatten ihnen vieles abverlangt. Immer wieder hatten sie vorsichtig sein müssen.
Hermine hatte ihre Beziehung nie grundsätzlich infrage gestellt, aber Minerva wusste, wie sehr sie sich danach sehnte, nicht mehr versteckt werden zu müssen und nun lagen endlich einige Wochen vor ihnen, in denen sie all das hinter sich lassen konnten. Sie konnten einander lieben, ohne ständig an die Außenwelt denken zu müssen, doch irgendwann würden die Ferien enden. Und dann?
Dann würde Minerva wieder die Schulleiterin sein, Hermine eine ihrer Lehrerinnen und obwohl Hermines Ausbildung inzwischen beendet war, würde ihre Beziehung nicht plötzlich unkompliziert werden. Zumindest nicht sofort. Minerva wusste, dass sie noch eine Weile vorsichtig sein mussten. Sie wollte Hermine schützen, aber manchmal fragte sie sich, ob sie Hermine mit dieser Vorsicht nicht gleichzeitig etwas nahm, das sie ihr so gern geben wollte - ein ganz gewöhnliches gemeinsames Leben.
Minerva senkte kurz den Blick.
„Hermine…“
Hermine schüttelte sofort den Kopf.
„Nein, nein.“
Minerva sah überrascht auf.
„Was?“
„Wir reden jetzt nicht weiter darüber.“
„Aber…“
„Nein.“
Hermine legte ihr einen Finger sanft auf die Lippen.
„Ich kenne diesen Blick.“
Minerva schwieg.
„Du machst dir schon wieder Gedanken.“
„Ich denke lediglich…“
„Genau das meine ich.“
Hermine lächelte liebevoll.
„Ich wollte dir damit kein schlechtes Gewissen machen.“
Minervas Blick wurde weich. Sie nahm ihren Finger von Minervas Lippen und gab ihr stattdessen einen Kuss.
„Wir haben Ferien und ich habe vor, sie mit dir zu genießen.“
„Hermine…“
„Du, mein Schatz, gehst jetzt in aller Ruhe ins Bad.“
Minerva hob eine Augenbraue.
„Ach, tue ich das?“
„Ja.“
„Wie schön, dass du das für mich entscheidest.“
„Und ich warte ganz brav.“
Minerva lachte.
„Als könntest du brav sein.“
Hermine legte gespielt empört eine Hand auf ihre Brust.
„Kann ich! Wenn ich will.“
„Und wie häufig kommt das vor?“
Hermine überlegte.
„Selten.“
Minerva lachte erneut.
„Immerhin bist du ehrlich.“
Hermine gab ihr einen kleinen Schubs in Richtung Badezimmer.
„Und jetzt geh.“
Minerva ließ sich einen Schritt zurückdrängen.
„Du wirfst mich also aus meinem eigenen Schlafzimmer?“
„Nur vorübergehend.“
„Wie großzügig.“
Hermine grinste.
„Geh, bevor ich dich doch wieder ins Bett zerre.“
Minerva schüttelte lachend den Kopf.
„Du bist wirklich ein hoffnungsloser Fall.“
„Und ich gehöre ganz dir.“
Minerva blieb noch einmal stehen. Sie zog Hermine sanft an sich und küsste sie. Dann strich sie ihr über die Wange.
„Ja“, sagte sie leise.
Hermine strahlte.
„Na also.“
Minerva gab ihr einen letzten Kuss auf die Stirn.
„Und du bleibst tatsächlich brav?“
„Ich werde es versuchen.“
„Das beruhigt mich ungemein.“
„Minerva!“
Minerva lachte, wandte sich um und ging langsam in Richtung Badezimmer. Hermine sah ihr nach.
„Ich liebe dich!“, rief sie ihr hinterher.
Minerva drehte sich an der Tür noch einmal um.
„Ich dich auch, mein freches Früchtchen.“
Hermine lachte. Minerva schenkte ihr ein letztes liebevolles Lächeln. Dann verschwand sie im Bad.
Als Minerva schließlich das Badezimmer verließ, hatte sie ihre Haare locker hochgesteckt und sich für ein leichtes, dunkelgrünes Sommerkleid entschieden. Sie fühlte sich wunderbar erfrischt und ausgesprochen hungrig. Während sie den Flur entlangging, erwartete sie eigentlich, Hermine noch im Schlafzimmer vorzufinden. Vielleicht lesend, vielleicht wieder halb eingeschlafen. Stattdessen hörte sie leises Geschirrklappern aus dem Wohnzimmer. Minerva blieb kurz stehen. Dann erschien ein Lächeln auf ihrem Gesicht.
„Hermine?“
„Hier!“
Als Minerva das Wohnzimmer betrat, blieb sie überrascht in der Tür stehen. Der kleine Esstisch war gedeckt und zwar nicht einfach nur mit zwei Tassen Tee und etwas Toast.
Hermine hatte offensichtlich beschlossen, dass ihr erstes gemeinsames Ferienfrühstück etwas Besonderes werden sollte. Ein Korb mit frischen Brötchen stand in der Mitte des Tisches. Daneben lagen Croissants, Butter, verschiedene Marmeladen, Honig, Käse, frisches Obst und eine kleine Platte mit Rührei. Eine Kanne Kaffee und eine Kanne Tee vervollständigten das Ganze. Sogar eine kleine Vase mit frischen Blumen stand auf dem Tisch. Minerva betrachtete die Szene einen Moment lang sprachlos.
„Hermine…“
Hermine drehte sich zu ihr um. Sie trug noch immer ihr Nachthemd und darüber einen leichten Morgenmantel, den sie nur locker zugebunden hatte. Ihr Haar fiel ihr in unordentlichen Locken über die Schultern. Sie sah vollkommen zufrieden mit sich aus.
„Guten Morgen. Noch mal.“
Minerva lachte leise.
„Was ist denn hier passiert?“
„Frühstück.“
„Das sehe ich.“
Hermine grinste und stellte gerade noch eine kleine Schale mit Erdbeeren auf den Tisch. Minerva trat näher.
„Du hast ja für eine halbe Schulklasse aufgetischt.“
„Wir haben Hunger.“
„Offenbar sehr großen Hunger.“
„Außerdem ist es unser erstes richtiges Ferienfrühstück.“
Minerva sah sie an. Hermine zuckte mit den Schultern.
„Ich dachte, das muss gefeiert werden.“
Minervas Blick wurde weich.
„Das ist wirklich lieb von dir.“
Hermine strahlte.
„Ich weiß.“
„Bescheiden wie immer.“
Minerva beugte sich zu ihr und gab ihr einen Kuss.
„Danke, mein Schatz.“
„Gerne. Frühstück machen kriege ich hin.“
Hermine legte die Arme um ihre Taille.
„Und jetzt setz dich. Ich habe nicht vor, das alles allein zu essen.“
„Das hoffe ich sehr.“
Sie setzten sich nebeneinander an den Tisch. Hermine hatte die Stühle bewusst so gestellt, dass sie dicht beieinandersitzen konnten. Minerva bemerkte es sofort. Sie kommentierte es allerdings nicht. Stattdessen legte sie eine Hand auf Hermines Knie und schenkte sich mit der anderen Tee ein. Hermine griff nach einem Croissant.
„Gut geschlafen?“, fragte sie.
Minerva sah sie von der Seite an.
„Du hast mich vorhin bereits danach gefragt.“
„Ich weiß.“
„Warum fragst du dann noch einmal?“
Hermine grinste.
„Weil ich es gern höre.“
Minerva schüttelte lächelnd den Kopf.
„Ja, Hermine. Ich habe hervorragend geschlafen.“
„Sehr gut.“
„Und du?“
„Wunderbar.“
Sie beugte sich zu Minerva und küsste sie auf die Wange.
„Besonders, weil du neben mir gelegen hast.“
Minerva lächelte.
„Dann hoffe ich, dass du dich nicht daran gewöhnst, mich jeden Morgen so früh zu wecken.“
„Keine Sorge. Morgen schlafe ich aus.“
„Das glaube ich erst, wenn ich es sehe.“
Hermine lachte. Das Frühstück verlief wunderbar entspannt. Sie unterhielten sich über ihre bevorstehenden Ferien. Hermine erzählte allerdings weiterhin nicht, wohin ihre gemeinsame Reise nach dem Aufenthalt im Cottage führen würde. Sehr zu Minervas Missfallen.
„Du könntest mir wenigstens sagen, ob ich einen Reisepass benötige.“
„Nein.“
„Nein, ich brauche keinen, oder nein, du sagst es mir nicht?“
„Du brauchst keinen, weil wir apparieren.“
Minerva hielt mitten in der Bewegung inne.
„Hermine.“
Hermine biss lachend in ihr Croissant.
„Du bist wirklich furchtbar neugierig.“
„Ich möchte lediglich wissen, wohin ich verreise.“
„Und ich möchte dich überraschen.“
„Meine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt.“
„Du schaffst das schon.“
Minerva schnaubte.
„Ich habe die Schlacht von Hogwarts überstanden. Ich werde vermutlich auch das überleben.“
„Siehst du.“
Hermine küsste sie auf die Wange.
„Meine tapfere Minerva.“
„Freches Früchtchen.“
Einige Minuten später griff Minerva nach einem Brötchen und bestrich es mit Erdbeermarmelade. Hermine beobachtete sie aus dem Augenwinkel. Minerva biss hinein. Ein winziger Klecks Marmelade blieb an ihrem Mundwinkel zurück. Hermine lächelte.
„Minerva?“
„Hm?“
„Du hast da etwas.“
Minerva wollte gerade nach ihrer Serviette greifen, doch Hermine war schneller. Sie beugte sich zu ihr und küsste ihr die Marmelade sanft vom Mundwinkel. Minerva erstarrte für einen kurzen Moment. Dann lachte sie.
„Hermine!“
„Was denn?“
„Dafür gibt es Servietten.“
Hermine grinste.
„Viel zu langweilig.“
Minerva schüttelte den Kopf.
„Außerdem schmeckt Erdbeermarmelade von deinen Lippen besser.“
„Eine höchst fragwürdige Behauptung.“
„Ich habe es gerade bewiesen.“
Minerva lachte laut auf.
„Natürlich.“
Hermine gab ihr noch einen kleinen Kuss.
„Falls du möchtest, kann ich es wiederholen.“
„Ich glaube, das ist nicht notwendig.“
„Schade.“
Minerva legte ihre Serviette demonstrativ griffbereit neben den Teller. Hermine betrachtete sie und dann Minerva.
„Du vertraust mir wohl nicht.“
„Keinen Augenblick.“
Hermine lachte. Wenig später passierte es erneut. Diesmal war es ein winziger Rest Honig. Minerva hatte gerade den Mund geöffnet, um etwas zu sagen, als Hermine sich vorbeugte und sie küsste. Minerva erwiderte den Kuss, obwohl sie dabei bereits lächeln musste.
„Hermine“, murmelte sie anschließend.
„Ja, Liebling?“
„Ich werde vermutlich nie wieder in Ruhe frühstücken können.“
„Möchtest du das denn?“
Minerva sah sie an. Hermine lächelte unschuldig. Minerva beugte sich zu ihr und gab ihr einen etwas längeren Kuss.
„Nein“, antwortete sie schließlich.
Hermine strahlte.
„Gut.“
Und so frühstückten sie weiter zwischen Gesprächen, kleinen Berührungen, gelegentlichem Lachen und einer bemerkenswerten Anzahl von Küssen.
Hermine saß noch immer im Nachthemd und Morgenmantel am Tisch. Minerva hatte irgendwann ihre Hausschuhe abgestreift und die Beine bequem unter dem Stuhl ausgestreckt. Niemand störte sie. Es war genau diese Art von Morgen, die Hermine sich gewünscht hatte. Ganz gewöhnlich und gerade deshalb wunderschön.
Nach dem Frühstück räumten sie gemeinsam den Tisch ab. Hermine wollte zunächst alles allein erledigen, aber Minerva ließ sich nicht davon abhalten, wenigstens das Geschirr in die Küche zu bringen.
„Du bist die Schulleiterin“, bemerkte Hermine amüsiert, als Minerva mit zwei Tellern an ihr vorbeiging.
„Und?“
„Ich finde es ausgesprochen reizvoll, dich bei der Hausarbeit zu beobachten.“
Minerva warf ihr einen Blick zu.
„Dann wirst du im Cottage reichlich Gelegenheit dazu haben.“
„Ach ja?“
„Ich erwarte selbstverständlich, dass du deinen Beitrag leistest.“
„Wie streng.“
„Du hast keine Vorstellung.“
Hermine grinste.
„Oh, ich glaube schon.“
Minerva schüttelte den Kopf.
„Geh ins Bad, Hermine.“
„Du willst mich loswerden.“
„Ich möchte irgendwann noch vor Einbruch der Dunkelheit an der Küste ankommen.“
„Es ist gerade einmal Vormittag.“
„Eben.“
Hermine lachte, gab ihr einen Kuss und verschwand schließlich im Badezimmer. Minerva nutzte die Zeit, um einige Dinge für die Reise vorzubereiten. Sie brauchte nicht viel. Das Cottage war schließlich ihr eigenes. Dort hatte sie bereits Kleidung, Schuhe, Bücher und sämtliche Dinge des täglichen Bedarfs. Sie musste lediglich ein paar persönliche Sachen mitnehmen und natürlich das Geschenk für Hermine. Die beiden miteinander verbundenen Gedankenbücher hatte sie bereits sorgfältig verstaut.
Als Hermine schließlich frisch geduscht und angezogen zurückkehrte, war Minerva praktisch fertig.
„Du bist schon fertig?“, fragte sie erstaunt.
„Ja.“
Hermine betrachtete den kleinen Koffer.
„Das ist alles?“
„Das meiste habe ich bereits im Cottage.“
„Wie praktisch.“
„Außerordentlich.“
Hermine verzog den Mund.
„Ich fürchte, bei mir wird das etwas anders aussehen.“
Minerva lächelte.
„Das hatte ich erwartet.“
„Was soll das denn heißen?“
„Geh packen.“
Hermine lachte.
„Kommst du mit?“
Minerva nahm ihre Hand.
„Selbstverständlich.“
Wenig später standen sie in Hermines Wohnung oder vielmehr stand Minerva im Schlafzimmer, während Hermine bereits damit beschäftigt war, ihren Kleiderschrank auseinanderzunehmen. Auf dem Bett lag ein geöffneter Koffer. Daneben hatten sich mehrere Kleider, Röcke, Blusen und andere Kleidungsstücke angesammelt. Minerva betrachtete die Auswahl. Dann den Koffer.
„Hermine.“
„Hm?“
„Wie lange bleiben wir noch gleich im Cottage?“
„Ungefähr eine Woche.“
„Eine Woche.“
Minerva deutete auf das Bett.
„Und du packst für einen Monat?“
Hermine drehte sich um.
„Übertreib nicht.“
„Ich übertreibe nicht.“
„Das sind alles wichtige Dinge.“
Minerva hob eines der Sommerkleider hoch.
„Wie viele davon benötigst du?“
„Alle. Ich weiß doch nicht, worauf ich Lust habe.“
Minerva legte das Kleid wieder hin.
„Auf Ferien, hoffe ich.“
„Auf dich.“
Minerva lächelte unwillkürlich.
„Schmeichlerin.“
„Immer.“
Hermine begann, die ersten Kleidungsstücke ordentlich zusammenzulegen. Minerva sah ihr eine Weile zu. Dann griff sie nach einem dünnen Oberteil.
„Du solltest auch etwas Wärmeres einpacken.“
Hermine blickte auf.
„Minerva, es ist Sommer.“
„Ich weiß.“
„Und warm.“
„Auch das ist mir nicht entgangen.“
Hermine grinste. Minerva ließ sich nicht beirren.
„Aber an der Küste kann es durchaus rau werden. Besonders abends.“
„Rau?“
„Windig. Kühl. Gelegentlich regnerisch.“
Hermine verzog das Gesicht.
„Du willst mir jetzt aber nicht erzählen, dass wir eine Woche lang im Regen sitzen.“
„Nein, aber ich würde dir trotzdem empfehlen, einen Pullover und vielleicht eine wärmere Jacke mitzunehmen.“
Hermine betrachtete sie nachdenklich. Dann erschien ein schelmisches Lächeln auf ihrem Gesicht.
„Ach, weißt du…“
Minerva wurde misstrauisch.
„Was?“
Hermine ging langsam auf sie zu.
„Zur Not musst du mich einfach wärmen.“
Sie legte beide Arme um Minervas Taille und zog sie sanft an sich. Minerva lachte leise.
„Ach, muss ich das?“
„Unbedingt.“
„Und wenn ich gerade keine Zeit habe?“
„Dann nimmst du dir eben Zeit.“
„Ach, dann ist ja alles geklärt.“
Hermine grinste.
„Finde ich auch.“
Minerva legte ihre Hände an Hermines Wangen und küsste sie zärtlich. Als sie sich wieder voneinander lösten, lächelte sie.
„Das wäre mir eine Freude.“
Hermine schmiegte sich kurz an sie.
„Gut. Dann brauche ich ja eigentlich keinen Pullover.“
Minerva schüttelte lachend den Kopf.
„Du packst trotzdem einen ein.“
„Spielverderberin.“
„Vernünftige Frau klingt besser.“
„Meine vernünftige Frau klingt noch besser.“
Minervas Blick wurde weich.
„Ja.“
Hermine küsste sie noch einmal. Dann löste sie sich widerwillig aus ihren Armen und wandte sich wieder ihrem Koffer zu.
„Also gut. Ein Pullover.“
„Und eine Jacke.“
„Ja, Mama.“
Minerva hob eine Augenbraue.
„Vorsicht.“
Hermine lachte.
„Entschuldige, Liebling.“
Sie holte einen weichen Pullover aus dem Schrank und legte ihn in den Koffer. Anschließend folgte eine leichte Jacke. Minerva nickte zufrieden.
„Ganz brav.“
„Ich bin eben lernfähig.“
„Das habe ich nie bezweifelt.“
Hermine packte weiter. Ein paar Sommerkleider, bequeme Kleidung, Schuhe und zwei Bücher folgten. Minerva betrachtete den wachsenden Bücherstapel.
„Hermine. Wir fahren in den Urlaub.“
„Ich weiß.“
„Nicht in die Bibliothek.“
„Das eine schließt das andere nicht aus.“
Minerva seufzte gespielt ergeben.
„War ja klar.“
Hermine grinste und ließ die Bücher im Koffer verschwinden. Dann ging sie noch einmal zu ihrem Kleiderschrank. Sie öffnete eine Schublade. Minerva schenkte dem zunächst keine besondere Aufmerksamkeit. Bis Hermine mit einem kleinen, ausgesprochen zufriedenen Lächeln etwas herausnahm.
Ein Negligé aus feinem, weichem Stoff. Zart, elegant und eindeutig nicht für einen gewöhnlichen Spaziergang an der schottischen Küste gedacht.
Hermine hielt es einen Moment hoch. Gerade lange genug, damit Minerva es sehen konnte. Dann faltete sie es sorgfältig zusammen. Ganz langsam. Minerva verstummte mitten in dem Satz, den sie gerade hatte sagen wollen. Ihr Blick blieb an dem Kleidungsstück hängen. Sie schluckte. Allein die Vorstellung, Hermine darin zu sehen, ließ ihr plötzlich ausgesprochen warm werden. Hermine legte das Negligé in ihren Koffer. Dann strich sie den Stoff noch einmal glatt und sah zu Minerva auf - mit dem unschuldigsten Lächeln der Welt.
„Was ist, Liebling?“
Minerva öffnete den Mund, schloss ihn aber wieder. Hermine blinzelte.
„Ist etwas?“
Minerva betrachtete sie. Dieses Lächeln, diese funkelnden Augen und diese gespielte Unschuld… Sie wusste ganz genau, was sie tat und Hermine wusste, dass Minerva es wusste. Trotzdem lächelte sie einfach weiter, als hätte sie gerade nichts Aufregenderes getan, als ein Paar Socken einzupacken.
Irgendwann betrachtete sie ihren geöffneten Koffer.
„So.“
Dann sah sie auf die wenigen Kleidungsstücke, die noch auf dem Bett lagen.
„Ich glaube, ich habe alles.“
Minerva, die inzwischen bequem in einem Sessel Platz genommen hatte, hob den Blick von ihrem Buch.
„Bist du sicher?“
„Ja.“
„Ganz sicher?“
Hermine drehte sich zu ihr um.
„Minerva.“
„Ich frage nur.“
„Du klingst, als würdest du mir nicht glauben.“
Minerva betrachtete den Koffer, dessen Inhalt inzwischen deutlich umfangreicher war als ursprünglich geplant.
„Ich bin lediglich erstaunt, dass du nicht noch einen zweiten benötigst.“
Hermine lachte.
„Du bist unmöglich.“
„Das sagt die Frau, die gerade versucht hat, eine halbe Bibliothek für eine Woche Urlaub einzupacken.“
„Es waren vier Bücher.“
„Fünf.“
„Vier!“
Minerva hob eine Augenbraue.
„Hermine, ich habe mitgezählt.“
Hermine überlegte. Dann verzog sie das Gesicht.
„Gut. Fünf.“
Minerva lächelte triumphierend.
„Aber eines davon ist sehr dünn!“, fügte Hermine hinzu.
„Das rechtfertigt natürlich alles.“
Hermine schloss den Koffer mit einer entschlossenen Bewegung.
„Fertig.“
Minerva legte ihr Buch beiseite und erhob sich.
„Wunderbar.“
Hermine strahlte.
„Dann können wir endlich los?“
„Wenn du nichts vergessen hast.“
„Minerva!“
Minerva lachte und zog sie für einen kurzen Kuss an sich.
„Komm, mein Schatz.“
Wenig später standen sie wieder in Minervas Wohnung. Ihre beiden Koffer warteten neben der Tür. Hermine hatte doch noch einmal überprüft, ob sie alles eingepackt hatte, während Minerva ein letztes Mal ihre Räume durchgegangen war. Nun standen sie mitten im Wohnzimmer. Hermine hielt Minervas Hand.
„Also“, sagte sie aufgeregt. „Wie weit ist es eigentlich?“
Minerva lächelte.
„Du wirst es gleich sehen.“
Hermine drückte ihre Hand.
„Ich bin wirklich gespannt. Du hast mir ja auch kaum etwas erzählt.“
„Ich wollte dich überraschen.“
„Und das, obwohl du selbst Überraschungen hasst.“
„Ich bin eben großzügig.“
Hermine lachte. Minerva zog sie etwas näher.
„Bereit?“
Hermine nickte sofort.
„Bereit.“
Minerva griff nach ihrem Koffer und legte den anderen Arm um Hermines Taille. Hermine schmiegte sich an sie.
„Dann los.“
Mit einem leisen Knall verschwanden sie aus der Wohnung.
Einen Augenblick später standen sie auf einem schmalen, von Natursteinen gesäumten Weg. Hermine brauchte einen Moment, um sich zu orientieren. Dann hob sie den Kopf und blieb vollkommen regungslos stehen. Vor ihnen erhob sich ein großes, wunderschönes Cottage.
Es war aus hellem, leicht verwittertem Naturstein erbaut und besaß ein dunkles Schieferdach. An einer Seite ragte ein breiter Schornstein empor, während sich an den Fenstern dunkelgrüne Holzläden befanden. Efeu rankte sich an Teilen der Fassade entlang. Vor dem Haus erstreckte sich ein gepflegter Garten mit Lavendel, Rosen und verschiedenen Kräutern. Ein niedriger Steinwall begrenzte das Grundstück und dahinter… Hermine hielt den Atem an. Das Meer. Weit und blau lag es unter dem sommerlichen Himmel. Die Küste zog sich in sanften Bögen dahin, unterbrochen von Felsen und kleinen Buchten. In der Ferne kreisten Möwen, deren Rufe vom Wind zu ihnen getragen wurden. Hermine ließ Minervas Hand los. Sie machte ein paar Schritte nach vorn. Dann drehte sie sich um.
„Minerva!“
Minerva lächelte.
„Das ist dein Cottage?“
„Ja.“
Hermine sah wieder zum Haus.
„Das ist kein Cottage!“
Minerva lachte.
„Ach nein?“
„Das ist… das ist…“
Hermine breitete die Arme aus.
„Das ist wunderschön!“
Minervas Lächeln wurde breiter.
„Es freut mich, dass es dir gefällt.“
„Gefällt?“
Hermine drehte sich wieder zu ihr um.
„Minerva, ich liebe es jetzt schon!“
Sie lief zurück, schlang die Arme um Minervas Hals und gab ihr einen begeisterten Kuss. Minerva lachte überrascht.
„Hermine!“
„Warum hast du mir nie erzählt, dass du so ein wunderschönes Haus besitzt?“
„Du hast nie gefragt.“
Hermine starrte sie an.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst.“
Minerva zog eine Augenbraue hoch.
„Doch.“
Hermine lachte und küsste sie noch einmal. Dann wandte sie sich wieder dem Haus zu.
„Und das Meer!“
„Ja, das gehört allerdings nicht mir.“
„Schade.“
„Ich bitte um Entschuldigung.“
Hermine grinste.
„Du hättest dich wirklich etwas mehr anstrengen können.“
Minerva lachte.
„Ich werde es mir für das nächste Mal merken.“
Sie nahm Hermines Hand.
„Komm. Ich zeige dir alles.“
Schon als Minerva die schwere Holztür öffnete, wurde Hermine von einem Gefühl der Wärme empfangen. Es war dieses Gefühl von Gemütlichkeit, die manche Häuser ausstrahlten.
Der Eingangsbereich war großzügig, aber nicht übertrieben prunkvoll. Der Boden bestand aus dunklen Steinplatten, auf denen mehrere gewebte Teppiche lagen. An einer Wand befand sich eine alte Holzbank, darüber hingen einige Landschaftsbilder. Ein großer Garderobenständer stand neben der Tür. Alles wirkte gepflegt, aber bewohnt. Nicht wie ein Haus, das nur gelegentlich für Gäste geöffnet wurde, sondern wie ein Zuhause. Hermine trat langsam ein.
„Oh, Minerva…“
Minerva stellte ihren Koffer ab.
„Es ist wunderschön.“
„Du hast bisher nur den Flur gesehen.“
„Dann wird es vermutlich noch schlimmer.“
Minerva lachte.
„Schlimmer?“
„Ich werde mich vermutlich hoffnungslos in dieses Haus verlieben.“
Minerva legte eine Hand an ihre Taille.
„Ich hoffe, du lässt noch ein wenig Zuneigung für mich übrig.“
Hermine drehte sich zu ihr um.
„Für dich habe ich immer genug.“
Sie gab ihr einen kleinen Kuss. Minerva lächelte.
„Dann komm.“
Sie führte Hermine zunächst ins Wohnzimmer. Dort blieb Hermine erneut stehen. Der Raum war groß, aber ausgesprochen gemütlich eingerichtet.
Ein breiter Kamin aus Naturstein nahm einen großen Teil der gegenüberliegenden Wand ein. Davor standen zwei bequeme Sofas mit weichen Kissen und karierten Wolldecken. Ein schwerer Couchtisch aus dunklem Holz stand auf einem großen, traditionellen Teppich. An den Wänden hingen Landschaftsbilder aus den schottischen Highlands. Neben dem Kamin befanden sich Bücherregale, in denen Bücher unterschiedlichster Größen standen. Ein alter Ohrensessel mit einer Leselampe war direkt neben einem der großen Fenster platziert und diese Fenster… Hermine ging langsam darauf zu. Von hier aus konnte man direkt auf das Meer blicken.
„Minerva…“
„Hm?“
„Du hast vom Wohnzimmer aus Meerblick.“
„Ja.“
Hermine drehte sich um.
„Wie soll ich denn hier jemals wieder wegwollen?“
Minerva lächelte.
„Das werden wir sehen.“
Hermine ließ ihren Blick weiter durch den Raum wandern und entdeckte dabei karierte Stoffe und kleine persönliche Gegenstände auf den Regalen.
„Es ist so…“
Sie suchte nach dem richtigen Wort.
„Schottisch?“, schlug Minerva vor.
Hermine lachte.
„Ja! Aber vor allem gemütlich.“
Minerva trat neben sie.
„Ich wollte nie ein besonders elegantes Ferienhaus. Es sollte ein Ort sein, an dem man sich wohlfühlt.“
Hermine nahm ihre Hand.
„Das ist dir gelungen.“
Minerva drückte ihre Finger. Dann führte sie sie weiter.
Die Küche war hell und geräumig. Eine große Arbeitsfläche aus Holz zog sich entlang der Wand. Kupferne Töpfe hingen über einem breiten Herd, während auf den Fensterbänken Kräutertöpfe standen. In der Mitte befand sich ein großer Holztisch. Hermine blieb sofort daran stehen.
„Hier können wir frühstücken.“
Minerva hob eine Augenbraue.
„Das war tatsächlich der ursprüngliche Zweck dieses Tisches.“
Hermine grinste.
„Du weißt, was ich meine.“
„Ja, mein Schatz.“
„Und zusammen kochen.“
„Wenn du möchtest.“
Hermine sah sich um.
„Ich liebe diese Küche.“
„Das ist erfreulich. Vielleicht wirst du sie dann gelegentlich benutzen.“
„Minerva!“
Minerva lachte.
„Was denn?“
„Ich kann kochen!“
„Das habe ich nicht bestritten.“
„Du hast es angedeutet.“
„Ich würde niemals.“
Hermine schüttelte grinsend den Kopf.
Anschließend zeigte Minerva ihr das Esszimmer. Es war etwas formeller eingerichtet als die Küche, aber genauso einladend. Ein großer dunkler Holztisch stand in der Mitte. An einer Wand befand sich eine alte Anrichte, in der Geschirr und Gläser aufbewahrt wurden.
„Hier könnte man wunderbar Gäste empfangen“, bemerkte Hermine.
„Das habe ich gelegentlich getan.“
„Wen?“
„Pomona war einmal hier, Poppy ebenfalls und natürlich meine Familie.“
„Und sonst so?“, fragte Hermine mit diesem ganz besonderen Grinsen.
„Also falls du auf irgendwelche Männer anspielst…“
„Genau das habe ich. Also? Hast du jemanden hergebracht?“
„Neugierig bist du gar nicht.“
„Jetzt sag schon.“
Minerva sah sie warm an.
„Ich habe niemanden hergebracht. Du bist die Erste.“
„Ich fühle mich wirklich geehrt, Liebling.
Hermine lächelte. Sie bemerkte den weichen Ausdruck in ihren Augen. Sie drückte kurz ihre Hand. Dann gingen sie weiter.
Minerva zeigte ihr ein kleines Arbeitszimmer. Hermine blieb bereits in der Tür stehen. Sie verschränkte die Arme.
„Minerva.“
Minerva seufzte.
„Ich weiß.“
„Keine Arbeit.“
„Hermine, das Zimmer gehört nun einmal zum Haus.“
„Ich wollte es nur erwähnt haben.“
Minerva zog eine Augenbraue hoch.
„Du wirst doch wohl nicht verlangen, dass ich den Schreibtisch verschwinden lasse.“
Hermine betrachtete ihn nachdenklich.
„Eine interessante Idee.“
„Nein.“
Hermine lachte.
„Schon gut.“
Minerva führte sie anschließend in einen kleineren Salon, dessen Fenster zum Garten hinausgingen. Hier standen zwei Sessel, ein kleines Sofa und ein alter Flügel. Hermine blieb überrascht stehen.
„Du hast ein Klavier?“
„Einen Flügel.“
„Du weißt, was ich meine.“
Minerva lächelte.
„Er gehörte ursprünglich meiner Familie. Ich habe ihn vor einigen Jahren hierherbringen lassen.“
Hermine strich vorsichtig über das dunkle Holz.
„Spielst du?“
„Gelegentlich.“
Hermine drehte sich sofort um.
„Das hast du mir nie erzählt!“
„Du hast nie gefragt.“
Hermine starrte sie an. Dann lachte sie.
„Diesen Satz solltest du dir abgewöhnen.“
„Warum? Er scheint erstaunlich häufig zuzutreffen.“
„Du wirst mir etwas vorspielen müssen.“
Minerva hob eine Augenbraue.
„Werde ich das?“
„Ja.“
„Du bist ausgesprochen bestimmend.“
„Ich habe große Pläne für unsere Ferien.“
Minerva schüttelte lächelnd den Kopf.
„Das merke ich.“
Sie gingen weiter. Hermine entdeckte ein kleines Badezimmer im Erdgeschoss, einen Vorratsraum und schließlich eine breite Holztreppe, die in den ersten Stock führte.
Dort befand sich ein langer, heller Flur. Minerva zeigte ihr zunächst zwei Gästezimmer. Beide waren gemütlich eingerichtet, mit schweren Holzbetten, karierten Decken und Blick auf die umliegende Landschaft.
„Du könntest hier wirklich eine ganze Familie unterbringen“, bemerkte Hermine.
Minerva lächelte leicht.
„Das Haus ist tatsächlich etwas größer, als ich es allein benötige.“
Hermine sah sie kurz an. Dann nahm sie wieder ihre Hand.
„Ich finde es wunderschön.“
Minerva führte sie weiter. Sie zeigte ihr ein weiteres Badezimmer mit einer großen, freistehenden Badewanne. Hermine blieb begeistert davor stehen.
„Oh!“
Minerva lachte.
„Was?“
„Diese Badewanne!“
„Ja?“
„Die ist riesig.“
„Das ist mir bekannt.“
Hermine drehte sich langsam zu ihr um. Ein ausgesprochen vielsagendes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Minerva erkannte es sofort.
„Hermine, ich kenne diesen Blick.“
„Ich habe überhaupt nichts gesagt.“
„Noch nicht.“
Hermine grinste.
„Ich wollte nur feststellen, dass wir beide darin Platz hätten.“
Minerva lachte.
„Das ist eine rein technische Feststellung, nehme ich an?“
„Selbstverständlich.“
Hermine gab ihr einen kleinen Kuss.
„Wir sollten sie unbedingt einmal ausprobieren.“
„Ich werde darüber nachdenken.“
„Das bedeutet ja.“
„Das bedeutet, dass ich darüber nachdenken werde.“
Hermine lachte.
Schließlich verließen sie das Badezimmer. Minerva führte sie zum Ende des Flurs. Dort befand sich noch eine Tür. Sie blieb davor stehen und wandte sich zu Hermine um.
„So.“
Hermine lächelte erwartungsvoll.
„Was kommt jetzt?“
Minerva legte ihre Hand auf die Türklinke.
„Als Letztes zeige ich dir noch unser Schlafzimmer.“
Hermine wurde für einen Augenblick still. Dann breitete sich ein wunderschönes Lächeln auf ihrem Gesicht aus.
„Unser Schlafzimmer klingt wundervoll.“
Minerva hielt inne. Sie hatte die Worte vollkommen selbstverständlich ausgesprochen, ohne darüber nachzudenken.
'Unser Schlafzimmer.'
Minerva sah Hermine an. Die stand vor ihr, hielt ihre Hand und lächelte so glücklich, als hätte Minerva ihr gerade etwas ganz Besonderes geschenkt und vielleicht hatte sie das tatsächlich.
Minerva spürte eine angenehme Wärme in ihrer Brust. Wie schön und natürlich diese beiden Worte klangen.
Sie hatte das Cottage seit Jahren besessen, war allein hierhergekommen, hatte gelesen, Spaziergänge gemacht und die Ruhe genossen. Es war immer ihr Rückzugsort gewesen, aber jetzt stand Hermine neben ihr und plötzlich fühlte es sich vollkommen selbstverständlich an, von 'unserem Schlafzimmer' zu sprechen.
Minerva lächelte. Sie drückte Hermines Hand ein wenig fester.
Minerva öffnete schließlich die Tür zum Schlafzimmer. Hermine trat ein und blieb sofort stehen.
„Oh, Minerva…“
Der Raum war wunderschön. Ein großes Bett aus dunklem Holz stand an der gegenüberliegenden Wand. Die Bettwäsche war in warmen Creme- und Grüntönen gehalten, darüber lag eine weiche, karierte Wolldecke. Zu beiden Seiten standen kleine Nachttische mit Leselampen. An einer Wand befand sich ein breiter Kleiderschrank, an der anderen eine alte Kommode, auf der einige gerahmte Fotografien standen, aber das Schönste waren die Fenster. Zwei große Fenster ließen das Sonnenlicht herein und boten einen herrlichen Blick auf die Küste. Hermine ging langsam darauf zu.
„Man kann sogar vom Bett aus das Meer sehen!“
Minerva lächelte.
„Ja.“
„Das ist unglaublich.“
Hermine drehte sich um.
„Und hier schläfst du, wenn du Urlaub machst?“
„Gewöhnlich schon.“
„Ganz allein in diesem riesigen Bett?“
Minerva lachte.
„Bisher ja.“
Hermine ging auf sie zu und legte die Arme um ihre Taille.
„Das wird sich ändern.“
Minerva schlang die Arme um sie.
„Das klingt nach einer ausgesprochen angenehmen Veränderung.“
Hermine grinste und gab ihr einen Kuss.
„Finde ich auch.“
Das Auspacken dauerte bei Minerva nicht besonders lange. Sie verstaute einige Kleidungsstücke im Schrank, stellte ihre persönlichen Dinge auf die Kommode und legte zwei Bücher auf ihren Nachttisch. Hermine dagegen brauchte deutlich länger. Minerva saß schließlich auf der Bettkante und beobachtete amüsiert, wie Hermine ihre Kleidung sortierte.
„Du weißt schon, dass wir nicht den gesamten Sommer hier verbringen?“
„Ja.“
„Und dass du nicht jeden Tag drei verschiedene Kleider tragen musst?“
„Ja.“
„Gut. Ich wollte nur sichergehen.“
Hermine drehte sich um.
„Du kommentierst mein Gepäck ausgesprochen häufig.“
„Ich finde es faszinierend.“
„Was genau?“
„Wie viele Dinge ein einzelner Mensch für eine Woche benötigt.“
Hermine lachte.
„Du wirst schon sehen, dass ich alles brauche.“
„Davon bin ich überzeugt.“
Als Hermine schließlich fertig war, standen ihre Bücher ordentlich auf dem zweiten Nachttisch. Minerva betrachtete sie. Dann ihre eigenen beiden Bücher.
„Du hast tatsächlich fünf mitgenommen.“
„Ich habe es dir doch gesagt.“
„Ich hatte gehofft, du würdest wenigstens eines vergessen.“
„Niemals.“
Minerva lachte. Hermine setzte sich neben sie.
„Was machen wir jetzt?“
Minerva blickte zum Fenster.
„Wie wäre es mit einem Spaziergang?“
Hermine strahlte.
„Sehr gern!“
„Ich könnte dir die Umgebung zeigen.“
„Noch besser.“
Sie zogen sich um. Hermine entschied sich für ein leichtes Sommerkleid und bequeme Schuhe. Minerva wählte einen schlichten Rock, eine helle Bluse und ebenfalls flache Schuhe. Ihre Haare steckte sie nur locker zurück. Hermine beobachtete sie dabei.
„Weißt du eigentlich, wie hübsch du so aussiehst?“
Minerva blickte über ihre Schulter.
„Du hast mir heute bereits mehrfach Komplimente gemacht.“
„Dann gewöhn dich daran.“
„Das wird anstrengend.“
„Du wirst es überleben.“
Minerva lächelte. Hermine trat hinter sie und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
„Komm, meine schöne Schottin. Zeig mir deine Heimat.“
Draußen empfing sie eine angenehme Sommerbrise. Die Sonne stand hoch am Himmel, aber vom Meer her wehte ein frischer Wind, der die Wärme erträglich machte. Hermine blieb vor dem Cottage noch einmal stehen und betrachtete das Haus.
„Ich kann wirklich nicht glauben, dass du hier so ein wunderschönes Fleckchen Erde besitzt.“
Minerva schloss die Tür.
„Ich komme leider viel zu selten her.“
„Warum?“
„Nun, als Schulleiterin kann ich nicht nach Lust und Laune das Schloss verlassen. Es gibt immer etwas zu tun.“
Hermine drehte langsam den Kopf. Minerva bemerkte ihren Blick.
„Ich weiß. Du musst mich nicht gleich wieder belehren, dass ich weniger arbeiten muss.“
„Ich habe überhaupt nichts gesagt.“
„Dein Gesicht war deutlich.“
Hermine lachte. Dann nahm sie Minervas Hand.
„Na komm.“
Sie verließen den Garten durch ein kleines Holztor und folgten einem schmalen Weg, der sich durch die Wiesen zog. Die Landschaft war weit und offen. Sanfte Hügel wechselten sich mit grünen Wiesen ab. Hier und da standen kleine Gruppen windschiefer Bäume, während sich in der Ferne die felsige Küstenlinie entlangzog. Der Duft von Gras, Heidekraut und salziger Meeresluft lag in der Luft. Hermine atmete tief ein.
„Oh, das riecht wunderbar.“
Minerva lächelte.
„Das ist einer der Gründe, weshalb ich diesen Ort so liebe.“
„Es ist so ruhig.“
„Ja.“
Hermine drückte ihre Hand.
„Niemand, der uns fragt, weshalb wir Händchen halten.“
Minerva sah sie an. Dann verschränkte sie ihre Finger noch fester mit Hermines.
„Nein, mein Schatz.“
Sie gingen weiter. Minerva erzählte Hermine von den Wegen, die sie während ihrer früheren Aufenthalte erkundet hatte. Von einem kleinen Strand, den man über einen schmalen Pfad erreichen konnte, von den Felsen, auf denen man bei gutem Wetter wunderbar sitzen und das Meer beobachten konnte und von einem Dorf, das einige Kilometer entfernt lag.
„Dort gibt es eine kleine Bäckerei“, erklärte sie. „Und einen Laden, in dem man eigentlich alles bekommt, was man benötigt.“
Hermine blickte in die Richtung, in die Minerva deutete. Tatsächlich konnte sie in der Ferne einige Häuser erkennen. Kleine helle Gebäude mit dunklen Dächern, die sich um eine schmale Straße gruppierten. Ein Kirchturm ragte zwischen ihnen empor.
„Ist das das Dorf?“
„Ja.“
„Wie heißt es?“
Minerva nannte ihr den Namen. Hermine wiederholte ihn mit einem etwas unbeholfenen schottischen Akzent. Minerva blieb stehen.
„Was war das denn?“
Hermine lachte.
„Ich habe versucht, es so auszusprechen wie du.“
„Bitte tu das nie wieder.“
„War es so schlimm?“
„Schlimmer.“
Hermine lachte noch lauter.
„Dann musst du es mir eben beibringen.“
„Ich fürchte, das könnte eine längere Angelegenheit werden.“
„Wir haben Zeit.“
Minerva lächelte.
„Das stimmt.“
Sie gingen weiter. Gelegentlich blieb Hermine stehen, um die Landschaft zu betrachten oder eine besonders schöne Blume anzusehen. Minerva ließ ihr alle Zeit der Welt. Einmal entdeckten sie einige Schafe auf einer entfernten Weide. Hermine zeigte begeistert auf sie. Minerva betrachtete sie amüsiert.
„Du hast doch sicher schon einmal Schafe gesehen.“
„Natürlich.“
„Warum freust du dich dann so?“
„Weil sie hier besonders niedlich aussehen.“
„Ach so.“
„Und weil ich glücklich bin.“
Minervas Gesicht wurde weich. Sie zog Hermine näher und gab ihr einen Kuss auf die Schläfe.
„Das bin ich auch.“
Nach einer Weile erreichten sie eine sanfte Anhöhe. Von dort aus bot sich ihnen ein weiter Blick über das Meer. Der Wind bewegte das hohe Gras und irgendwo über ihnen rief eine Möwe. Hermine blieb stehen. Minerva lächelte.
„Gefällt es dir?“
„Es ist wunderschön.“
Hermine ließ ihren Blick über die Landschaft schweifen. Das Meer glitzerte in der Sonne, die Wiesen erstreckten sich bis zu den Felsen und weit entfernt konnte man noch immer die Dächer des kleinen Dorfes erkennen. Nichts erinnerte an den geschäftigen Alltag in Hogwarts. Hier schien die Zeit langsamer zu vergehen. Hermine setzte sich schließlich ins Gras. Minerva betrachtete sie.
„Einfach so?“
Hermine blickte zu ihr auf.
„Ja.“
„Du weißt, dass wir auch wieder zum Cottage zurückgehen könnten.“
„Aber hier ist es schön.“
Sie streckte die Hand aus.
„Komm.“
Minerva lächelte. Dann nahm sie Hermines Hand und ließ sich vorsichtig neben ihr nieder. Hermine rückte sofort näher. Minerva legte einen Arm um ihre Schultern. Für eine Weile saßen sie einfach da. Sie beobachteten das Meer, lauschten dem Wind und genossen die Sonne. Hermine lehnte ihren Kopf gegen Minervas Schulter.
„Es ist wunderschön hier, Minerva.“
Minerva küsste ihr Haar.
„Ich weiß.“
Hermine lächelte.
„Ich bin froh, dass du mich mitgenommen hast.“
Minerva blickte auf sie hinunter.
„Ich auch.“
Hermine hob den Kopf.
„Wirklich?“
Minerva zog eine Augenbraue hoch.
„Hermine, glaubst du, ich hätte dich gegen meinen Willen eingeladen?“
„Nein.“
„Na also.“
Hermine lachte leise. Dann schmiegte sie sich wieder an sie. Minerva betrachtete die Küste. Eine Weile schwieg sie. Ihre Finger strichen langsam über Hermines Oberarm. Schließlich holte sie tief Luft.
„Weißt du…“
Hermine hob den Kopf.
„Hm?“
Minerva zögerte. Nicht, weil sie sich ihrer Gefühle unsicher war, sondern weil das, was sie sagen wollte, größer war als die meisten Dinge, die sie gewöhnlich aussprach.
„Ich habe in den letzten Stunden über etwas nachgedacht.“
Hermine drehte sich etwas zu ihr.
„Worüber?“
Minerva lächelte schwach.
„Über das Cottage.“
„Was ist damit?“
Minerva blickte kurz zum Meer.
„Nun… ich sehe es nicht mehr nur als mein Cottage.“
Hermine wurde still. Minerva sah sie wieder an.
„Ich weiß, dass wir erst ein paar Stunden hier sind.“
Sie lachte leise über sich selbst.
„Und vermutlich klingt es etwas voreilig.“
„Minerva…“
„Aber es fühlt sich so viel schöner mit dir an.“
Hermine sah sie aufmerksam an. Minerva strich ihr eine Locke aus dem Gesicht.
„Ich habe dieses Haus immer geliebt. Es war mein Rückzugsort. Ein Platz, an dem ich zur Ruhe kommen konnte, wenn mir Hogwarts einmal zu viel wurde.“
Sie hielt kurz inne.
„Aber heute, als wir angekommen sind… als du durch die Zimmer gegangen bist und dich über jede Kleinigkeit gefreut hast…“
Ein warmes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Da habe ich plötzlich gedacht, wie schön es wäre, wenn du nicht nur zu Besuch wärst.“
Hermine hielt den Atem an. Minerva nahm ihre Hand.
„Deshalb…“
Sie sah Hermine direkt in die Augen.
„Es könnte ein Zuhause für uns sein.“
Hermine blinzelte. Minerva sprach leiser weiter.
„Außerhalb von Hogwarts, meine ich.“
Ihre Finger schlossen sich etwas fester um Hermines.
„Ein Ort, an den wir gemeinsam kommen können, an dem wir nicht Schulleiterin und Professorin sein müssen, an dem niemand etwas von uns erwartet.“
Sie lächelte etwas unsicher.
„Und natürlich nur, wenn du das möchtest.“
Hermine starrte sie an.
„Minerva…“
„Du musst jetzt nichts dazu sagen.“
„Meinst du das ernst?“
Minerva betrachtete sie und nickte.
„Ja.“
Hermine schüttelte ungläubig den Kopf.
„Du möchtest, dass das hier auch mein Zuhause wird?“
„Ja, mein Liebling.“
Minerva strich ihr über die Wange.
„Ich liebe dich.“
Hermine spürte, wie ihr die Augen feucht wurden. Minerva lächelte.
„Und ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen.“
Für einen Moment brachte Hermine kein Wort heraus. Sie sah Minerva einfach nur an. Diese Frau, die so lange geglaubt hatte, ihre große Liebe bereits verloren zu haben, die sich nach Elphinstones Tod in ihre Arbeit zurückgezogen hatte, die sich so lange davor gefürchtet hatte, Hermine zu nahe zu kommen und die nun mit ihr hier saß - auf einer schottischen Wiese und ihr anbot, ein Zuhause miteinander zu teilen. Hermine schluckte.
„Minerva…“
Sie lachte leise, obwohl ihre Augen glänzten.
„Du machst mich gerade unglaublich glücklich.“
Minervas Blick wurde weich.
„Das hoffe ich.“
Hermine schüttelte den Kopf.
„Nein. Du verstehst nicht.“
Sie nahm Minervas Gesicht zwischen beide Hände.
„Ich habe mir so oft vorgestellt, wie es wäre, mit dir zusammenzuleben.“
Minerva sah sie überrascht an.
„Wirklich?“
„Natürlich.“
Hermine lächelte.
„Nicht nur in Hogwarts in deiner Wohnung.“
Sie strich ihr mit dem Daumen über die Wange.
„Ich wollte immer wissen, wie es sich anfühlt, einfach mit dir nach Hause zu kommen.“
Minerva schwieg. Hermine rückte näher.
„Und jetzt zeigst du mir dieses wunderschöne Haus und sagst mir, dass es auch mein Zuhause sein könnte.“
Ihre Stimme wurde ganz weich.
„Weißt du eigentlich, was das für mich bedeutet?“
Minerva schüttelte kaum merklich den Kopf. Hermine lächelte unter Tränen.
„Alles.“
Minerva hob eine Hand an ihre Wange.
„Hermine…“
Hermine ließ sie nicht weitersprechen.
„Ich liebe dich.“
Sie legte ihre Stirn gegen Minervas.
„Und das hier ist unser Zuhause.“
Minerva schloss für einen Moment die Augen. Als sie sie wieder öffnete, lag ein glückliches Lächeln auf ihrem Gesicht.
„Unser Zuhause“, wiederholte sie leise.
Hermine nickte.
„Ja.“
Minerva strich ihr sanft über die Wange.
„Dann sollten wir wohl dafür sorgen, dass du dich hier auch wirklich zu Hause fühlst.“
Hermine lachte.
„Das tue ich längst.“
„Nach nur ein paar Stunden?“
Hermine nahm ihre Hand und legte sie an ihre eigene Wange.
„Mein Zuhause ist dort, wo du bist.“
Minerva sah sie lange an. Dann zog sie Hermine ganz fest in ihre Arme. Hermine schlang beide Arme um ihren Hals und schmiegte sich an sie. Minerva küsste ihr Haar, ihre Stirn, ihre Wange und schließlich ihre Lippen. Hermine erwiderte den Kuss sofort. Zunächst sanft, dann inniger. Sie rückte näher, bis zwischen ihnen kaum noch Platz blieb. Minerva hielt sie fest, eine Hand an ihrer Taille, die andere an ihrer Wange. Hermine küsste sie erneut mit all der Liebe, die sie in diesem Moment empfand, mit all der Freude über das, was Minerva ihr gerade gesagt hatte und mit der Gewissheit, dass ihre gemeinsame Zukunft plötzlich ein kleines Stück greifbarer geworden war. Minerva lächelte gegen ihre Lippen.
„Mein Schatz…“
Hermine küsste sie wieder. Diesmal so leidenschaftlich, dass Minerva überrascht auflachte, bevor sie den Kuss erwiderte. Hermine legte eine Hand an ihren Nacken und zog sie noch etwas näher. Minerva strich ihr über den Rücken. Der Wind bewegte das Gras um sie herum. In der Ferne rauschte das Meer. Vielleicht konnte man sie vom Küstenweg aus sehen. Vielleicht würde irgendwann jemand vorbeikommen, aber keine von ihnen dachte daran. Hier mussten sie sich nicht verstecken.
Hermine löste sich schließlich gerade weit genug, um Minerva anzusehen. Ihre Wangen waren gerötet. Sie lächelte überglücklich. Minerva strich ihr eine Locke aus dem Gesicht.
„Was?“, fragte sie leise.
Hermine schüttelte den Kopf.
„Nichts.“
„Hermine.“
„Ich bin einfach glücklich.“
Minervas Augen wurden weich.
„Ich auch.“
Hermine beugte sich wieder zu ihr und Minerva kam ihr entgegen. Sie küssten sich mitten auf der Wiese, während die Sommersonne auf sie herabschien und das Meer in der Ferne rauschte.
Zwei Frauen, die so lange versucht hatten, ihre Liebe vor der Welt zu verbergen, die so viel Angst gehabt hatten, einander zu verlieren und die nun zum ersten Mal nicht nur von gemeinsamen Ferien sprachen, sondern von Zuhause.
Ihrem Zuhause.