Liebe im Verborgenen
Liebe im Verborgenen
Hallo meine Lieben, seid ihr geschockt vom letzten Kapitel? Ich bin gespannt, was ihr zu dem neuen Kapitel sagt ;) Ich wünsche euch viel Spaß :D
LG
M.
Hermine wurde durch die ersten Sonnenstrahlen, die durch das Fenster drangen, geweckt. Langsam blinzelte sie ihre Augen auf. Sie brauchte einen Moment um zu erfassen, wo sie hier eigentlich war. Dann schossen ihr die Bilder vom vergangenen Abend in den Kopf und von dieser Nacht. Langsam drehte sich Hermine auf die andere Seite. Dort lag sie. Minerva McGonagall, friedlich schlafend. Ihr Haar war von der wilden Nacht zerzaust. Es war also kein Traum. Sie hatten wirklich miteinander geschlafen. Hermines Herz schien vor Glück zu explodieren. Sie lächelte auf die schlafende Frau hinunter. Sie war wunderschön. Vorsichtig ließ sich Hermine wieder in die Kissen sinken. Sanft berührte sie Minervas Arm und streichelte ihn rauf und runter. Mit der anderen Hand schob sie Minervas Haar zur Seite und legte ihren Hals frei. Sie schmiegte sich von hinten an Minerva und setzte sanfte Küsse auf ihren Arm, hinauf zu ihrer Schulter, bis sie an Minervas Hals ankam. Die Schulleiterin regte sich und seufzte im Schlaf. Hermine grinste und küsste Minervas Hals intensiver und platzierte sanfte Küsse hinter ihr Ohr. Hermine spürte Minervas Hand auf ihrer. Verschlafen drehte sie sich auf den Rücken und blinzelte ihre Augen auf.
„Guten Morgen“, sagte Hermine sanft und lächelte auf Minerva hinunter.
„Guten Morgen“, murmelte Minerva.
Sie streckte ihre Hand aus und streichelte sanft über Hermines Wange.
„Es war also kein Traum?“
„Nein“, antwortete Hermine lächelnd und beugte sich zu Minerva.
Sanft legte sie ihre Lippen auf Minervas und küsste sie zärtlich. Ihre Hand wanderte zu Minervas Hüfte und zog sie enger an sich. Immer wieder trafen sich ihre Lippen zu zärtlichen Küssen. Bevor mehr geschehen konnte, zog sich Minerva zurück.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte Hermine besorgt.
„Ja… Ja natürlich.“
„Aber?“
„Ich weiß nicht, was du meinst.“
Minerva wich Hermines Blick aus, doch da spürte sie schon ihre Finger unter ihrem Kinn und musste den Blick wieder anheben.
„Meinst du nicht, wir sollten offen miteinander sprechen?“
Minerva nickte.
„Dann, nur zu. Was bedrückt dich?“
Hermine setzte sich auf. Minerva richtete sich ebenfalls auf.
„Hermine, was wir getan haben…“
„Bereust du es?“
„Nein, ich bereue es nicht.“
„Also dann sehe ich kein Problem.“
„Bei dir klingt das so einfach.“
„Es ist einfach.“
Hermine griff nach Minervas Hand und sah sie lächelnd an, während sie ihre Finger mit ihren verwob.
„Weißt du eigentlich wie schön es ist neben dir aufzuwachen und zu begreifen, dass es kein Traum ist?“
Minerva errötete. Hermine streichelte sanft über ihre Wange und fuhr dann die Konturen von Minervas Gesicht nach.
„Du bist so wunderschön.“
Nun lachte die Schulleiterin auf.
„Du lügst sehr charmant.“
„Vielleicht sollte ich dir zeigen, wie schön ich dich finde.“
Minerva lachte und legte ihre Hand in Hermines Nacken.
„Aber nur vielleicht“, sagte sie und küsste Hermine zärtlich.
Langsam sanken sie zurück auf die Matratze. Hermine über Minerva. Sanft küsste sie sich über ihre Wange und Hals zu Minervas Dekolleté und wieder hinauf zu ihrem Mund.
„Und? Wie war das?“, fragte Hermine grinsend.
„Atemberaubend“, sagte Minerva schwer atmend, aber mit einem Lächeln auf den Lippen.
„Gewöhn dich daran.“
Minerva fühlte, wie ihr Gesicht zu glühen begann. Hermine legte sich wieder neben sie und zog sie in ihre Arme.
„Wie fühlst du dich?“
„So gut, wie noch nie“, antwortete Minerva lächelnd und legte ihren Arm um Hermines Hüfte. „Du bist wirklich ein Erlebnis.“
„Ich hoffe ein gutes“, grinste Hermine. „Ich möchte nicht, dass du dich unwohl fühlst. Ich möchte dich zu nichts drängen Minerva.“
„Ich fühle mich nicht unwohl. Ich fühle mich so wohl, wie noch nie.“
„Ich auch.“
Minervas Hand strich durch Hermines Haar.
„Womit habe ich dich verdient?“
„Womit habe ich dich verdient?“, fragte Hermine statt zu antworten.
Sie sah in die smaragdgrünen Augen von Minerva und strich sanft über ihre Wange.
„Ich liebe dich mehr als alles andere.“
„Ich liebe dich auch Hermine. Ich habe noch nie jemanden so geliebt wie dich.“
Hermine lächelte gerührt und zog Minerva enger an sich, um sie wieder und wieder zu küssen…
Eine ganze Weile später lagen sie schwer atmend in den Armen der jeweils anderen. Sanft streichelte Hermine durch Minervas Haar.
„Dich in meinen Armen zu halten ist wirklich unbeschreiblich schön.“
„Hm, das ist es.“
Minerva hob ihren Kopf und küsste Hermine sanft.
„So schön es auch ist, ich muss aufstehen“, seufzte sie.
Hermine festigte ihren Griff um Minerva.
„Das kannst du vergessen. Ich lasse dich nicht los“, antwortete Hermine grinsend.
Minerva kicherte und streichelte sanft über Hermines Wange.
„Ich möchte dich noch eine Weile nur für mich haben“, gab Hermine zu.
„Liebes, ich gehöre nur dir allein.“
„Dann bleib hier. Wenigstens noch ein paar Minuten.“
Minerva legte ihre Arme um Hermine und kuschelte sich an sie.
„Glaub mir, ich möchte auch nicht aufstehen und unseren kleinen Traum verlassen, aber wenn ich nicht pünktlich beim Frühstück auftauche, gibt es Gerede.“
„Es ist Sonntag. Niemand sitzt an einem Sonntag um 8 Uhr beim Frühstück.“
„Doch, ich“, entgegnete Minerva grinsend.
Minerva wollte aufstehen, doch Hermine griff nach ihrem Handgelenk. Als Minerva sich zu ihr drehte, sah sie, wie ernst Hermine sie ansah.
„Was ist los?“
„Minerva…“
„Dir fehlen die Worte? Das kann ich nicht glauben.“
„Minerva, ich möchte nicht, dass es hier schon wieder endet“, brachte Hermine nur leise heraus.
„Ich verstehe nicht, was du meinst.“
„Für mich war diese Nacht nicht einfach nur Sex.“
„Wirklich? Dann war das nicht nur eine einmalige Sache?“, meinte Minerva und grinste, als sie Hermines Blick sah.
„Liebes, denkst du wirklich, ich lasse jeden in mein Bett? Natürlich war das hier keine einmalige Sache für mich. Ich liebe dich und ich möchte dich nicht mehr loslassen.“
Hermine lächelte erleichtert. Auch Minerva lächelte liebevoll und gab ihr einen sanften Kuss.
„Allerdings müssen wir vorsichtig sein und…“
„Niemand darf es wissen“, vervollständigte Hermine Minervas Worte.
„Bitte versteh mich Hermine. Ich…“
Hermine legte einen Finger auf Minervas Lippen.
„Du musst nichts erklären. Ich verstehe dich. Es reicht mir, wenn ich bei dir sein kann.“
„Immer.“
„Und… vielleicht kann ich dich ja doch überzeugen noch ein wenig zu bleiben“, meinte Hermine und ließ ihre Hand über Minervas Rücken gleiten.
„Hermine…“
„Hm?“
„Dafür habe ich jetzt keine Zeit.“
„Dafür ist immer Zeit.“
„Wir verschieben das auf später mein Schatz. Ich muss mich wirklich fertig machen.“
Hermine ließ von Minerva ab und seufzte.
„Nun, wenn du unbedingt gehen willst.“
Minerva beugte sich zu Hermine und küsste sie zärtlich.
„Von wollen kann keine Rede sein.“
Nur widerwillig schwang Minerva ihre Beine aus dem Bett und warf sich ihren Morgenmantel aus grüner Seide über. Hinter sich hörte sie Hermine kichern. Sie sah über ihre Schulter.
„Du bedeckst dich ernsthaft? Dir ist schon klar, was wir heute Nacht alles getan haben und was ich alles an dir gesehen habe oder?“
Röte schoss in Minervas Wangen.
„Bei Nacht sind alle Katzen grau. Am Tag sieht das ganz anders aus.“
Hermine rückte an Minerva heran und setzte sich ebenfalls auf die Bettkante.
„Schau mich an.“
Langsam drehte Minerva ihren Kopf.
„Ich finde dich bei Tag noch viel schöner. Du bist einfach unwiderstehlich“, hauchte Hermine in Minervas Ohr.
„Ich glaube du spinnst ein bisschen“, sagte Minerva lächelnd.
„Das wäre möglich“, grinste Hermine. „Also, dann…“
Hermines Hand griff nach der Schlaufe von Minervas Morgenmantel, doch Minerva hielt sie fest.
„So gerne ich möchte… Es geht nicht. Ich muss mich fertig machen.“
Hermine seufzte und zog ihre Hand zurück.
„Also schön, dann halte ich dich nicht länger auf“, meinte sie und stand auf.
Die Decke, die eben noch um ihren Schultern lag, fiel zu Boden.
„Oh Merlin“, flüsterte Minerva und konnte nicht anders, als Hermines Körper zu betrachten.
Hermine grinste breit, als sie sah, wie Minerva auf sie reagierte.
„Überlegst du es dir doch noch?“
Minerva stand auf und zog die Schlaufe ihres Mantels enger.
„Ich kann nicht“, seufzte sie.
Sanft strich sie über Hermines Wange und küsste sie.
„Ich verstehe schon“, sagte Hermine lächelnd und zog sich wieder an.
„Sehen wir uns beim Frühstück?“
Minerva nickte.
„Wundervoll. Bis gleich.“
„Hermine…“
Minerva wirkte plötzlich verändert, beinahe unsicher, doch Hermine konnte in ihr lesen, wie in einem Buch. Sie trat auf Minerva zu und nahm beide Hände.
„Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Niemand wird davon erfahren.“
Die Schulleiterin nickte und ließ sich noch einmal von Hermine küssen.
„Dann also bis bis gleich“, sagte Hermine lächelnd.
„Bis gleich.“
Schnell schlüpfte Hermine durch die Tür und hinaus in den kühlen Korridor. Ungesehen kam sie in ihrer Wohnung an und machte sich frisch. Während sie sich nach einer ausgiebigen Dusche ein schwarzes Kleid anzog, musste sie unaufhörlich an die vergangene Nacht denken und die Dinge, die sie mit Minerva angestellt hatte. Und was die Schulleiterin mit ihr angestellt hatte. Sie lachte bei dieser Erinnerung, als Minerva sich ihr ganz hingab und ungezügelte Laute von sich gab. Hermine fühlte sich unfassbar gut, befreit und gestärkt.
Minerva schlüpfte in ihre Robe, als sie im Badezimmer fertig war. Auch vor ihrem inneren Auge blitzten die Bilder der vergangenen Nacht auf, während sie vor dem Spiegel in ihrem Schlafzimmer saß und ihr langes Haar bürstete und es zu einem festen Knoten zusammensteckte. Sie legte ein dezentes Make up auf und ging beschwingt in die große Halle.
Hermine betrat die große Halle. Ihr Blick wanderte direkt zum Lehrertisch – dorthin, wo Minerva schon saß, aufrecht und makellos wie immer, in ihrer strengen Robe, als hätte es die vergangene Nacht nie gegeben, doch Hermine wusste es besser. Ihr Herz machte einen Sprung, als Minervas Augen sie für einen winzigen Augenblick fanden. Ein kaum merkliches Aufflackern, ein kurzes Weicherwerden in ihrem Blick und sofort wieder die gewohnte Strenge.
Hermine setzte sich zwischen Poppy und Pomona, wünschte ihnen einen guten Morgen und griff nach einer Tasse Tee.
„Du siehst verändert aus“, meinte Poppy und Pomona stimmte zu.
„Ich habe sehr gut geschlafen.“
„Und sonst?“, fragte Pomona.
„Nichts weiter. Es ist ein schöner Tag.“
Pomona und Poppy wechselten einen Blick, der eindeutig sagte: wers glaubt.
Sie sagten aber nichts weiter.
Hermine versuchte, normal zu wirken, doch ihr Blick glitt immer wieder unauffällig nach rechts. Minerva spürte es. Jeder Blick von Hermine brannte auf ihrer Haut. Mit eiserner Selbstbeherrschung führte sie das Gespräch mit Filius weiter, nickte zu seinen Ausführungen, während ihr Herzschlag viel zu schnell ging. Hermine lachte über etwas, das Pomona gesagt hatte und das warme, unbeschwerte Lachen hallte bis zu Minerva. Sie ertappte sich dabei, wie sie lächelte – ein echtes, weiches Lächeln, das sie sofort wieder zu verbergen suchte, indem sie einen Schluck Kaffee trank. Hermine hatte es gesehen. Ihre Augen blitzten, doch sie senkte schnell den Blick, biss in ein Stück Toast, als wäre nichts geschehen. Das ganze Frühstück über war es ein Spiel aus Blicken, Andeutungen und Zurückhaltung.
Hermines fröhliche Stimmung schwand allerdings dahin, als Professor Featherstone die Halle betrat.
„Na großartig…“
Poppy hob den Kopf und sah Hermine an.
„Lass dich nicht ärgern Hermine und vor allem - lass dir den schönen Morgen nicht verderben“, sagte sie und sah Hermine wissend an.
Hermine sah die Heilerin verwirrt an, doch sie tätschelte nur Hermines Hand und lächelte. Sie wollte gerade etwas sagen, da hörte sie Featherstones Stimme.
„Du wirkst verändert Minerva“, sagte er mit einem Unterton, der Hermine nicht gefiel.
„So? Ich wüsste nicht in welcher Hinsicht“, sagte Minerva ohne sich das geringste anmerken zu lassen.
„Oh, ich finde schon,“ entgegnete Featherstone mit einem dünnen Lächeln, als er sich an den Lehrertisch setzte. „Du wirkst… gelöster.“
Er betonte das letzte Wort so sehr, dass Hermine unwillkürlich zusammenzuckte.
Minerva hob eine Braue, stellte ihre Tasse mit ruhiger Hand ab und erwiderte seinen Blick mit der ganzen Schärfe, die ihre Augen aufbringen konnten.
„Das nennt man wohl gute Laune, Edmund. Etwas, das dir heute augenscheinlich fremd ist.“
Ein gedämpftes Kichern ging durch die Lehrerschaft, selbst Filius versteckte ein Grinsen hinter seiner Serviette. Featherstones Miene verhärtete sich, doch er sagte nichts weiter. Hermine spürte, wie sich ihre Fäuste unter dem Tisch ballten. Sie konnte diesen Mann nicht ausstehen. Diese unterschwelligen Spitzen gingen ihr tierisch auf die Nerven. Sie zwang sich auf ihren Teller zu sehen, obwohl ihr Blick immer wieder zu Minerva wandern wollte.
„Hermine? Was hast du denn?“, fragte Pomona leise.
„Nichts. Es ist alles bestens.“
Am Lehrertisch setzte Minerva ihr Gespräch mit Filius fort, als sei nichts geschehen, doch Hermine kannte sie gut genug, um das feine Anspannen ihrer Schultern zu bemerken, den winzigen Zug um ihre Lippen, als sie doch kurz zu ihr hinüber sah.
Als das Frühstück sich dem Ende neigte, stand Hermine auf. Sie zwang sich, nicht noch einmal hinüberzusehen und doch streifte ihr Blick beim Aufstehen Minervas Gesicht. Nur ein Hauch – ein kaum wahrnehmbares Nicken – wurde ihr zuteil. Professor Featherstone aber hatte diesen Blick bemerkt. Seine Augen verengten sich und ein nachdenklicher Blick breitete sich auf seinem Gesicht aus.
Mit einem knappen Abschied an Pomona und Poppy verließ Hermine die große Halle. Ihr Herz pochte schneller, denn sie wusste: Minerva würde nicht lange auf sich warten lassen.
Tatsächlich hörte sie hinter sich die ruhigen Schritte, kurz bevor eine kühle Stimme ertönte.
„Hermine.“
Hermine drehte sich um. So förmlich angesprochen zu werden war nach dieser Nacht doch etwas seltsam. Der Ausdruck in Minervas Augen verriet allerdings etwas anderes.
„Minerva“, antwortete sie ebenso nüchtern, auch wenn ein Lächeln um ihre Lippen zuckte.
„Folge mir bitte,“ sagte Minerva leise und ohne die geringste Regung auf dem Gesicht wandte sie sich ab.
Hermine beeilte sich, Schritt zu halten. Sie gingen schweigend durch die leeren Korridore, bis Minerva eine unscheinbare Seitentür öffnete, die zu der kleinen, kaum genutzten Bibliothek führte, die Minerva ihr vor Beginn des Schuljahres gezeigt hatte. Minerva schloss die Tür hinter sich. Kaum war die Tür zu, war die Zurückhaltung wie weggeblasen. Hermine griff nach Minervas Hand, zog sie näher und atmete auf, als hätte sie die ganze Zeit den Atem angehalten.
„Du musst vorsichtiger sein,“ murmelte sie, ihre Stirn gegen Hermines lehnend.
„Deine Blicke heute Morgen… Edmund hat es bemerkt.“
Hermine legte ihre Hand an Minervas Wange und lächelte sanft.
„Er kann so viel bemerken, wie er will. Er weiß nichts.“
„Noch nicht,“ entgegnete Minerva und ein Schatten huschte über ihr Gesicht.
Hermine ließ sie nicht los.
„Minerva… Mach dir keine Sorgen. Ich weiß mich zurückzuhalten. Es ist nur noch so neu, aber ich halte das aus – das Risiko, die Geheimnisse, alles. Weil ich dich liebe.“
Minervas Lippen verzogen sich zu einem leisen, beinahe wehmütigen Lächeln.
„Du bist viel zu jung, um so sicher zu klingen.“
„Vielleicht,“ flüsterte Hermine, ehe sie sich vorbeugte und Minerva küsste – sanft, aber voller Entschlossenheit.
Minerva erwiderte den Kuss, ihre Hände fanden Hermines Taille, hielten sie fest, als müsse sie sichergehen, dass dies kein Traum war.
„Nur ein Moment,“ hauchte Minerva, als sie sich lösten. „Nur dieser eine, bevor wir wieder Masken tragen müssen.“
„Dann lass ihn uns auskosten,“ antwortete Hermine und zog sie noch einmal in ihre Arme.
Minervas Hände hielten Hermines Taille fester, als wolle sie sie nicht wieder loslassen. Hermine spürte die Wärme ihrer Finger durch den Stoff ihres Kleides, viel zu deutlich, als dass sie noch an Zurückhaltung denken konnte. Sie griff nach Minervas Umhang und zog sie näher.
„Wenn wir uns nur auf Blicke und zufällige Worte beschränken, kann ich mich in solchen Momenten nicht zurückhalten,“ flüsterte sie gegen Minervas Lippen.
Ein Lachen entwich Minerva.
„Und ich dachte, ich wäre diejenige, die die Fassung verliert.“
Hermines Finger glitten langsam an Minervas Hals entlang, suchten die Haut oberhalb des Kragens, so flüchtig, dass es kaum mehr als ein Hauch war. Minerva schloss die Augen, presste Hermines Hand fester an sich, als könnte sie diesen Moment für immer festhalten.
„Wir riskieren zu viel,“ murmelte sie.
„Wir riskieren gar nichts,“ erwiderte Hermine entschlossen, ehe sie Minerva küsste.
Diesmal tiefer, verlangender. Minerva erwiderte den Kuss sofort, als hätte sie nur auf die Erlaubnis gewartet, sich gehen zu lassen. Ihre Finger wanderten über Hermines Rücken, hielten sie enger, drängten sie sanft gegen die Regale. Zwischen Pergamentduft und Staub schmeckte Hermine nichts als Minervas Wärme, fühlte nichts als die Kraft, die sie umgab. Ein unterdrücktes Seufzen entwich Minerva, als Hermines Lippen zu ihrem Hals wanderten, nur einen Atemzug lang, bevor Minerva sie zurückholte, mit einem Kuss, der alles sagte, was sie nicht laut aussprechen konnten.
„Wir müssen vorsichtig sein,“ hauchte Minerva schließlich, mit einem Blick, der zugleich streng und voller Sehnsucht war.
Hermine strich mit dem Daumen über ihre Lippen und lächelte.
„Dann lass uns hier und jetzt unvorsichtig sein.“
Ein letztes Mal zog Minerva sie in ihre Arme, drückte die Stirn an ihre, beide atmeten schwer, beide wissend, dass sie viel zu weit gegangen waren und dass sie es wieder tun würden. Minerva wollte sich schon lösen, doch Hermines Hände hielten sie fest. Mit einem entschlossenen Ruck zog Hermine Minervas Umhang beiseite und glitt mit den Fingern über den Stoff, tastete über die schmale Taille, die zu ihrem Bedauern von dem langen Kleid bedeckt war. Ein scharfes Einatmen entfuhr Minerva, ihre Augen flackerten, als sie Hermines Wagemut spürte.
„Hermine…“, begann sie, doch ihre Stimme brach ab, als Hermines Lippen sich an ihren Hals schoben und sich dort festbissen, gerade sanft genug, um kein Geräusch zu entlocken und doch so leidenschaftlich, dass Minerva den Kopf in den Nacken legte. Hermines Hände wanderten weiter, glitten über Minervas Rücken, zeichneten die Linien ihres Körpers nach, bis sie sie enger an sich zog, sodass zwischen ihnen kein Raum mehr blieb. Minerva erwiderte den Druck, eine Hand wanderte in Hermines Locken, die andere fand den Weg zu ihrer Hüfte, schob den Stoff ihres Blazers beiseite und auch zu ihrem Bedauern konnte sie nur das Kleid spüren. Hermines Atem stockte, als Minerva sie an ihrem Hintern berührte – warm, fest und fordernd. Sie presste ihre Lippen erneut auf Minervas, ein Kuss, der kein Zögern mehr kannte, ein leises Knurren der Begierde entlockend.
Ein Buch kippte scheppernd aus dem Regal, als Hermine mit dem Rücken dagegenstieß. Sie beide hielten den Atem an und sahen erschrocken zur Tür, doch sie waren allein. Das kurze Aufflackern von Angst machte den Moment nur noch elektrisierender.
„Wir sind verrückt,“ hauchte Minerva heiser, ihre Lippen an Hermines Ohr, während ihre Hand weiter auf Hermines Hintern lag.
„Vielleicht,“ keuchte Hermine zurück, „aber du willst es genauso wie ich.“
Minerva schloss für einen Moment die Augen, kämpfte mit ihrer Selbstbeherrschung, doch als Hermine sich noch enger gegen sie drängte, verlor sie den letzten Rest davon. Ihre Küsse wurden fordernder, ihre Hände gieriger, während sie Hermine gegen das Regal hielt, beide so verloren in der Leidenschaft, dass der Rest der Welt nicht mehr existierte.
Minervas Lippen wanderten fiebrig über Hermines Kiefer hinab, bis sie an der empfindlichen Stelle unter ihrem Ohr anhielten. Hermine unterdrückte ein Aufstöhnen, doch ihr ganzer Körper verriet, wie sehr sie bebte. Ihre Finger vergruben sich in Minervas Haar, zogen sie näher, verlangten nach mehr.
„Du machst mich wahnsinnig,“ flüsterte Hermine atemlos, während Minerva nach dem Rock von Hermines Kleid griff und ihn höher schob. Ihre Fingerspitzen glitten über Hermines nackte Schenkel, zeichneten feine Kreise und Hermine schnappte hörbar nach Luft. Minerva drängte sie fester gegen das Regal, ihre Küsse wurden immer hungriger, ihre Hände erkundeten gierig jeden erreichbaren Zentimeter. Hermine krallte sich in Minervas Rücken, zog sie so dicht heran, dass kein Atemzug mehr zwischen sie passte. Ihr Herz raste, ihr Atem war ein einziger Fluss von Hitze und Sehnsucht.
Ein weiteres Buch rutschte polternd aus dem Regal. Beide hielten abrupt inne, lauschten angestrengt in die Stille. Hermine klammerte sich an Minerva, ihre Stirn gegen deren Schulter gedrückt.
„Noch ein bisschen länger,“ hauchte sie, ihre Lippen streiften Minervas Hals.
„Hermine…“
Minervas Stimme war brüchig, gleichzeitig voller Verlangen und voller Warnung.
„Wenn wir jetzt nicht aufhören, verlieren wir uns völlig.“
Minerva wollte ihre Hand unter Hermines Rock hervorziehen, doch Hermine hielt sie fest. Ihre Blicke trafen sich – dunkel, flackernd, voll unausgesprochener Sehnsucht. Sanft legte Minerva ihre Hand zurück auf Hermines Schenkel und strich nach oben, bis sie Hermines Mitte erreicht hatte. Die junge Frau atmete tief ein, als sie die geschickten Finger spürte und sie drängte sie noch stärker gegen die Hand.
„So ungeduldig Miss Granger?“, grinste Minerva und schob ihre Hand in Hermines Slip.
„Oh Merlin“, stöhnte Hermine und hielt sich an dem Regal hinter sich fest.
Minerva hielt in ihrer Bewegung inne.
„Also der hat damit ja wohl nichts zu tun“, sagte sie und Hermine öffnete die Augen.
Schwer atmend, voller Verlangen beugte sie sich vor.
„Oh Minerva“, hauchte sie ihr verführerisch entgegen.
„Schon viel besser“, sagte Minerva und nahm die Bewegungen wieder auf.
Sie trieb Hermine weiter, bis sie mit einem unterdrückten Stöhnen kam. Sie kippte vor und hielt sich schwer atmend an Minerva fest.
„Ich liebe dich“, flüsterte Hermine und küsste Minerva sanft.
„Und ich liebe dich.“
Minerva trat zurück und Hermine richtete ihr Kleid.
„Wir sollten nun…“, begann Minerva, doch da packte Hermine sie bereits und hob sie auf ein niedriges Regal.
Erschrocken keuchte Minerva auf.
„Hermine, was…“
„Ich muss mich doch revanchieren“, grinste die junge Hexe.
„Aber…“
„Sei still und genieß es“, sagte Hermine und ging vor ihr in die Knie.
Sanft schob sie Minervas Kleid nach oben und begann sie mit ihrem Mund und ihrer Zunge zu verwöhnen. Minerva stöhnte sofort auf und krallte sich in das Holz. Alles um sie herum verschwamm, sie konnte nur fühlen. Hermines Mund, ihre Zunge, das sanfte Saugen und Hermines Finger, die sanft über ihre Schenkel glitten, bis Minerva es nicht mehr halten konnte und sie erlöst aufstöhnte.
Langsam kroch Hermine unter ihrem Kleid hervor, richtete sich auf und stützte sich links und rechts neben Minerva ab. Sie atmete noch schwer und schien langsam wieder in die Realität zurückzukehren.
„Nun mein Liebling, ich denke, wir sind quitt“, sagte Hermine lächelnd.
„Wir sind wahnsinnig“, sagte Minerva, als sie wieder normal atmen konnte. „Das hier sollte eigentlich ein Gespräch über Zurückhaltung werden, aber das war das genaue Gegenteil von Zurückhaltung.“
„Was soll ich sagen? Du bist einfach unwiderstehlich.“
Hermine raubte sich noch einen sanften Kuss und half Minerva beim Aufstehen. Mit einem eleganten Schwung ihres Zauberstabs richtete Minerva ihre Kleider und ihre Frisur und brachte auch Hermines zerzauste Haare wieder in Ordnung. Minerva strich ihr noch einmal über die Wange, sanft, fast zärtlich und griff dann nach ihrer Hand.
„Wir müssen uns zusammenreißen.“
„Ich weiß“, sagte Hermine. „Und das werden wir. Nur eben nicht, wenn wir allein sind“, meinte Hermine grinsend.
„Du bist ein kleines Biest, weißt du das?“
„Ja, ich weiß“, antwortete Hermine und zuckte mit den Schultern.
„Wir müssen trotzdem gehen“, flüsterte Minerva, kaum hörbar.
Hermine nickte. Schweigend gingen sie nebeneinander her. Hermines Fingerspitzen kribbelten noch immer von den Berührungen, ihre Lippen brannten nach den Küssen, die sie beinahe bis zur Selbstaufgabe geführt hatten. Am Ausgang blieb Minerva kurz stehen, als müsse sie sich sammeln. Ihr Gesicht war makellos gefasst, nur der rote Schimmer auf ihren Wangen verriet, dass auch sie kaum Herrin ihrer selbst gewesen war. Sie warf einen raschen Blick zur Tür, dann zu Hermine. Ihre Blicke trafen sich – ein stummes Versprechen, ein unausgesprochener Schwur. Hermines Herz schlug schneller, als Minerva murmelte:
„Wir sehen uns nachher, Liebling.“
Hermine schluckte, ihr ganzer Körper zog sich sehnsüchtig zusammen. Ein kaum merkliches Nicken war ihre Antwort. Dann schritten sie hinaus in den Gang, wieder die Professorin und die Referendarin, als wäre nichts geschehen.