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Ich will dich ganz

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Ich will dich ganz

Hallo ihr Lieben, ich habe euch lange warten lassen - sorry... Für das heutige Kapitel habe ich mir wieder ein paar Tipps bei meiner lieben Viola holen müssen ;) Ich hoffe euch gefällt das neue Kapitel :D Lasst mir super gerne eine kleine Review da, würde mich total darüber freuen. Viel Spaß beim Lesen :D

LG, M.

Minerva saß an ihrem Schreibtisch, die Schultern steif, der Blick auf die endlose Reihe von Papieren vor sich gerichtet. Das Licht der flackernden Kerzen tauchte ihr Büro in ein unruhiges Spiel aus Schatten und goldenen Reflexen. Feder und Pergament lagen bereit, doch sie hatte seit Minuten keinen Satz mehr zu Ende geschrieben. Stattdessen kreisten ihre Gedanken – unaufhörlich, quälend.

Die Bilder aus dem „Drei Besen“ ließen sie nicht los.

Hermine. Das Lachen. Der Arm um ihre Schulter. Das unbeschwerte Spiel. Ihr eigenes, hilfloses Schweigen. Und der Kuss. Zwar gab er Hermine diesen Kuss nur auf die Wange und Minerva hatte sich eingeredet, dass es nötig war, dass Hermines Plan klug und umsichtig war, aber Vernunft konnte gegen Gefühl nicht bestehen und Minerva McGonagall hasste nichts mehr, als die Kontrolle zu verlieren.

Ein leises Klopfen riss sie aus ihren Gedanken.

„Herein“, sagte sie, ohne den Blick zu heben.

Die Tür öffnete sich. Schritte. Sanft, vertraut.

„Minerva?“

Hermine stand im Türrahmen, noch immer in ihrem Mantel, das Haar leicht zerzaust vom Wind draußen. Sie trat näher, schloss die Tür hinter sich.

„Ich wusste, dass du noch hier bist.“

Minerva antwortete nicht sofort. Sie setzte ihre Brille ab, rieb sich die Schläfen und als sie aufsah, lag in ihren Augen eine Mischung aus Müdigkeit und etwas, das Hermine sofort erkannte – Schmerz.

„Ich dachte, du wärst bereits im Bett“, sagte Minerva kühl.

„Ich kann nicht schlafen, wenn du nicht da bist.“

Hermine trat einen Schritt näher.

„Minerva… bitte, schau mich an.“

Minerva hob den Blick und die Schärfe darin war nur Fassade.

„Ich bin mir nicht sicher, was du erwartest, dass ich sehe.“

„Dass ich dich liebe. Dass das heute alles nur gespielt war.“

Ein leises, kaum hörbares Lachen entwich Minerva – ohne Freude.

„Dann muss ich dir gratulieren, Hermine. Du bist eine ausgezeichnete Schauspielerin.“

„Das war nötig!“ entgegnete Hermine leise, aber eindringlich. „Jeder aus dem Kollegium, jeder Schüler soll glauben, ich hätte jemanden. Nur so sind wir sicher.“

„Sicher?“

Minerva stand auf, trat ans Fenster, die Hände auf das Fensterbrett gestützt.

„Ich weiß nicht, ob du verstehst, wie… überzeugend dieses Schauspiel war. Ich hätte es fast selbst geglaubt.“

Hermine trat hinter sie, ihre Hand hob sich, als wolle sie Minervas Schulter berühren, doch Minerva wich einen Schritt aus, ohne sie anzusehen.

„Bitte tu das nicht“, sagte sie, fast bittend und in dieser Bitte lag mehr Zerrissenheit als Strenge.

„Minerva…“

„Hermine, ich habe wirklich noch zu tun.“

Ihre Stimme war ruhig, aber das Zittern darunter war unüberhörbar.

„Geh. Ich komme später nach.“

Hermine blieb einen Moment reglos stehen, doch die Distanz zwischen ihnen war größer als der Raum selbst.

„Wie du willst“, sagte Hermine schließlich. Ihre Stimme war weich, aber sie bebte leicht.

„Ich warte auf dich – egal wie spät es wird.“

Minerva schloss die Augen, hörte, wie Hermines Schritte sich entfernten und die Tür leise ins Schloss fiel. Dann ließ sie sich in den Stuhl sinken, stützte den Kopf in die Hände und zum ersten Mal an diesem Tag fiel ihre Maske. Der Knoten in ihrer Brust löste sich nicht. Er wurde nur stiller.

Das Feuer im Kamin war fast heruntergebrannt, als Hermine zum fünften Mal die Uhr über dem Kaminsims betrachtete.

Kurz vor Mitternacht. Der Sessel, in dem sie saß, war längst unbequem geworden, doch sie konnte sich nicht überwinden, aufzustehen. Sie hatte gehofft, sie würde gleich die Tür öffnen hören, das Rascheln von Stoff, Minervas Schritte, die sie unter hundert anderen erkannt hätte, aber es blieb still. Hermine seufzte, rieb sich die müden Augen. Auf dem kleinen Tisch neben ihr stand noch eine Tasse Tee, längst kalt geworden.

„Sie kommt nicht mehr“, flüsterte sie schließlich in die Stille hinein.

Es tat weh, die Worte auszusprechen, aber sie wusste, dass sie wahr waren. Langsam erhob sie sich und ging in das angrenzende Schlafzimmer. Der Raum war erfüllt vom vertrauten Duft von Minervas Parfum. Hermine ließ sich auf die Bettkante sinken, den Blick auf den leeren Platz neben sich gerichtet. Sie strich gedankenverloren über das Kissen. Ein leises Zittern durchlief sie. Sie wusste, warum Minerva nicht kam. Sie wusste, dass sie heute zu weit gegangen war – mit Caleb, mit dem Spiel, mit der Fassade, die zu gut funktioniert hatte.

„Du wolltest sie schützen“, redete sie sich selbst zu. „Aber was, wenn du sie stattdessen nur verletzt hast?“

Hermine legte sich zurück, starrte an die Decke, wo das Licht des Feuers in schwachen Mustern tanzte.

„Ich wollte doch nur, dass sie sich sicher fühlt“, murmelte sie. „Aber… nicht so.“

Sie schloss die Augen, zog Minervas Decke ein Stück näher zu sich, so als könnte der Geruch, die Erinnerung, die Distanz zwischen ihnen überbrücken, doch die Stille blieb und mit ihr das dumpfe Wissen, dass Vertrauen – selbst zwischen den Mutigsten – nicht unendlich belastbar war.

Als das Feuer schließlich erlosch, lag Hermine noch immer wach. Die Gedanken an Minerva ließen sie nicht los. Der kühle Ton, hatte mehr Schmerz verraten, als Worte hätten sagen können. Ein letzter Gedanke, ehe der Schlaf sie endlich übermannte, war kein Vorwurf, sondern ein stilles, sehnsüchtiges Versprechen:

'Morgen. Ich hole dich morgen zurück.'

Der Sonntagmorgen begann still. Zu still für Hermines Geschmack. Die große Halle war erfüllt vom gedämpften Klirren von Besteck, dem Rascheln von Zeitungen und dem leisen Gemurmel der Schüler, doch dort, wo sonst ein vertrauter Blick, ein kaum merkliches Lächeln zwischen ihnen ausgetauscht wurde, herrschte diesmal frostige Distanz.

Minerva saß wie immer aufrecht, würdevoll, den „Tagespropheten“ in der Hand, die Teetasse neben sich. Kein einziger Blick glitt zu Hermine. Kein Lächeln, kein Wort, nicht einmal ein flüchtiges Nicken, als Hermine Platz nahm.

Pomona und Poppy warfen sich unauffällige Blicke zu. Sie merkten beide, dass etwas nicht stimmte, doch keine wagte etwas zu sagen. Hermine zwang sich, ruhig zu bleiben, redete ein wenig mit Filius über seine neuen Lehrmethoden, lachte sogar ein wenig, aber innerlich schrie alles nach Minerva – nach einem Zeichen, dass zwischen ihnen noch alles in Ordnung war.

Als das Frühstück sich dem Ende neigte, erhob sich Minerva mit gewohnter Eleganz.

„Minerva, wie wäre es, wenn wir…“, begann Poppy, doch Minerva unterbrach sie sofort.

„Ich habe noch einiges zu erledigen“, sagte sie knapp, bevor sie die Halle verließ.

Hermines Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Sie kannte diesen Ton, die kühle, kontrollierte Stimme, die nur erschien, wenn Minerva verletzt war.

Nach dem Frühstück suchte Hermine sie auf. Sie stand vor der Tür zum Büro, atmete tief durch und klopfte an.

„Herein.“

Minervas Stimme klang ruhig, zu ruhig. Hermine trat ein. Der Raum war in warmes Licht getaucht, Pergamente lagen ordentlich gestapelt und Minerva schrieb konzentriert an einem Brief. Oder tat zumindest so.

„Ich wollte kurz mit dir sprechen“, begann Hermine vorsichtig.

„Wenn es um den Unterrichtsplan für die kommenden Wochen geht…“, begann Minerva ohne aufzusehen, wurde aber unterbrochen.

Hermine schloss kurz die Augen, kämpfte gegen den Kloß in ihrer Kehle.

„Es geht nicht um Unterricht.“

„Dann bitte später, ich habe einiges zu erledigen.“

„Nein.“ Ihre Stimme zitterte, aber sie blieb fest. „Nicht später. Jetzt.“

Minerva hob langsam den Blick, ihre Augen dunkel und müde.

„Hermine, ich glaube, ich habe gestern sehr deutlich gemacht, dass ich…“

„…, dass du verletzt bist, ja“, fiel Hermine ihr leise ins Wort. „Aber das war nie meine Absicht. Ich wollte dich schützen, Minerva. Uns schützen. Das gestern war gespielt. Nichts davon war echt.“

Minerva legte die Feder ab, presste die Lippen zusammen.

„Ein sehr überzeugendes Schauspiel“, sagte sie tonlos. „Vielleicht zu überzeugend.“

Hermine trat näher, wollte ihre Hand auf Minervas Schulter legen, doch diese wich zurück.

„Ich weiß, wie es ausgesehen haben muss“, flüsterte Hermine. „Aber du musst mir glauben, da war nichts.“

„Ich glaube dir ja“, entgegnete Minerva und doch klang es wie ein halber Zweifel. „Aber glauben heißt nicht, dass es nicht weh tut.“

Einen Moment herrschte Schweigen, erfüllt nur vom leisen Ticken der Uhr. Dann atmete Minerva tief ein, ihre Stimme leiser, brüchiger.

„Ich habe… Angst, Hermine. Eine furchtbare Angst, dich zu verlieren. Ich habe mich nie so sehr auf jemanden eingelassen, nie so sehr geliebt und das… macht mir mehr Angst, als ich zugeben will.“

Hermines Augen füllten sich mit Tränen. Minerva senkte den Blick, ihre Hände ruhten reglos auf dem Tisch.

„Ich will dich nicht festhalten“, sagte sie schließlich, kaum hörbar. „Wenn du eines Tages merkst, dass du mehr willst – ein freieres Leben, jemanden, der… leichter ist als ich, dann werde ich dich gehen lassen. Ich möchte deinem Glück nicht im Weg stehen.“

Einen Moment war Hermine sprachlos. Dann, plötzlich, stand sie auf, trat entschlossen vor den Schreibtisch und sah Minerva direkt an.

„Möchtest du, dass ich gehe?“ fragte sie, ihre Stimme zitternd vor Trotz und Schmerz.

Minerva sah sie an, lange, schweigend. Dann schüttelte sie leicht den Kopf.

„Das ist das Letzte, was ich will“, flüsterte sie. „Aber ich… ich will dich nicht verlieren, indem ich dich zu sehr halte.“

Hermine stieß ein ungläubiges, halb lachendes, halb weinendes Geräusch aus.

„Minerva McGonagall, du bist völlig verrückt.“

Minerva blinzelte verwirrt, wollte etwas erwidern, doch Hermine war schon um den Schreibtisch herum, nahm ihr Gesicht zwischen beide Hände.

„Mein größtes Glück bist du. Du, verstehst du? Nicht Caleb, nicht irgendein anderes Leben. Du. Und wenn wir uns verstecken müssen, dann tun wir das. Wenn wir vorsichtig sein müssen, dann bin ich das, aber ich gehe nicht. Ich will dich nie wieder so leiden sehen.“

Minerva schloss die Augen, eine Träne löste sich, glitt unbemerkt über ihre Wange.

Hermine küsste sie sanft. Erst vorsichtig, dann mit Nachdruck, als wolle sie ihr den Zweifel aus dem Herzen küssen. Als sie sich lösten, blieb Hermine mit der Stirn an Minervas gelehnt.

„Ich liebe dich“, flüsterte sie. „Und daran ändert kein Spiel der Welt etwas.“

Minerva atmete tief durch und zum ersten Mal seit dem Vortag trat ein leises, müdes, aber echtes Lächeln auf ihre Lippen. Sie wollte etwas erwidern, doch Hermines Hände ließen ihr keinen Raum zum Denken. Sie legte die Finger an Minervas Wangen, strich über die feinen Linien, als wolle sie jeden Zweifel glätten.

„Schau mich an“, flüsterte sie.

Minerva tat es und in Hermines Blick lag keine Furcht, nur Wärme und dieses unbeirrbare Vertrauen, das Minerva zugleich tröstete und erschütterte.

„Ich bin hier“, sagte Hermine leise. „Und ich gehe nicht. Nicht, weil du Angst hast, mich zu verlieren und nicht, weil irgendjemand meint, wir dürften das nicht fühlen.“

Minerva wollte widersprechen, wollte sagen, dass sie vorsichtig sein mussten, dass jeder falsche Schritt sie beide ruinieren konnte, doch die Worte verblassten, als Hermine sich vorbeugte und erneut ihre Lippen streiften. Zuerst ein zaghaftes Berühren, kaum mehr als ein Atemzug, dann fester, entschlossener, bis Minerva ihre Hände hob und sie umfasste, als wäre sie der einzige Halt, den sie kannte.

Ein kaum hörbares Geräusch im Flur ließ Minerva zusammenzucken. Hermine spürte es, löste sich ein Stück, ihr Atem warm an Minervas Lippen.

„Ganz ruhig“, flüsterte sie, „Das war sicher nur Peeves, der wieder jemandem einen Streich spielt.“

Sie lächelte, sanft und ein wenig keck und strich ihr den Kragen zurecht, als wolle sie sie zugleich beruhigen und necken.

Minervas Stimme war kaum hörbar.

„Wenn uns jemand so sieht, war alles umsonst.“

„Wir könnten auch… vorsichtiger sein.“

Sie beugte sich wieder näher, ihr Mund fast an Minervas Ohr.

„Zum Beispiel in deiner Wohnung. Da wäre es… sicherer.“

Minerva atmete scharf ein, die Andeutung blieb unausgesprochen, doch sie hing zwischen ihnen. Warm, verführerisch, gefährlich.

„Hermine Granger“, flüsterte sie, „du treibst mich in den Wahnsinn.“

„Dann nimm mich mit, bevor ich’s noch schlimmer mache.“

Minerva sah sie an, ein Zittern ging durch ihre Schultern. Ein letzter Rest von Vernunft, der gegen das Verlangen kämpfte. Dann legte sie sanft ihre Hand auf Hermines Rücken.

„Komm“, sagte sie nur.

Und als die Tür leise hinter ihnen zufiel, blieb in der Luft der Duft von Tee, Papier und der flüchtige Beweis, dass selbst Disziplin nicht stärker war als Liebe.

Kaum war die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen, trat Hermine dicht an Minerva heran, so dicht, dass Minerva ihren Atem spürte.

„Jetzt darfst du aufhören, dich zu beherrschen“, flüsterte Hermine.

Minerva öffnete den Mund, doch Hermine legte sanft die Finger auf ihre Lippen.

„Nicht denken“, hauchte sie. „Nur fühlen.“

Dann küsste sie sie. Diesmal ohne Zögern, mit der Entschlossenheit von jemandem, der endlich das Schweigen bricht. Minerva erwiderte den Kuss, zögernd zuerst, dann immer tiefer, bis ihre Hände sich in Hermines Haar vergruben.

Hermine drängte sie langsam rückwärts, bis Minervas Rücken die Wand berührte. Minervas Hand griff Halt suchend nach dem Regal und warf versehentlich einige Bücher herunter. Das leichte Poltern ließ beide innehalten.

„Wir dürfen…“ Minervas Stimme war kaum ein Flüstern, „uns nicht verlieren. Wir müssen wachsam bleiben und vorsichtig.“

„Ich bin vorsichtig“, antwortete Hermine, ihre Lippen streiften Minervas Hals. „Sehr sogar.“

Minerva schloss die Augen, ihr Atem ging schneller. Sie wollte protestieren, doch stattdessen glitt eine Hand über Hermines Taille, als müsse sie sich vergewissern, dass sie wirklich da war, dass dies kein Traum war, den ein falscher Laut zerreißen könnte. Hermine hob den Kopf, suchte ihren Blick.

„Du musst nicht immer stark sein“, sagte sie leise. „Nicht hier, nicht bei mir.“

Da brach etwas in Minerva. Sie zog Hermine näher, fest, beinahe verzweifelt und Hermine ließ sich halten, ließ sich führen, bis der Kuss wieder tiefer wurde, ruhiger, wärmer. Minerva lehnte noch immer mit dem Rücken an der Wand, als hätte sie dort Zuflucht gesucht oder Halt. Hermine stand so dicht vor ihr, dass kaum ein Atemzug zwischen sie passte.

„Du weißt schon“, flüsterte Hermine, „dass du mir das mit jeder Sekunde schwerer machst?“

Minerva hob leicht den Kopf, bemüht um Fassung.

„Was genau?“

Hermine lächelte – dieses schmale, gefährlich unschuldige Lächeln, das Minerva in den Wahnsinn trieb.

„Den Anschein von Zurückhaltung.“

Minerva atmete hörbar aus. Hermine ließ ihre Lippen an Minervas Kiefer entlang streifen, ohne sie wirklich zu berühren.

„Wenn es nach mir ginge, wärst du längst nicht mehr hier.“

Sie hob die Hand, nur ein Stück, ließ die Fingerspitzen kaum spürbar über Minervas Ärmel gleiten, dann über den Stoff an ihrer Brust. Dieses flüchtige Streifen, brachte die Luft zwischen ihnen zum Knistern.

„Was?“

„Sag mir,“ murmelte Hermine, „wie lange willst du das noch aushalten?“

Minerva versuchte zu sprechen, doch ihre Stimme versagte ihr.

„Ich… weiß nicht, wovon du redest.“

„Oh doch, das weißt du,“ hauchte Hermine, trat noch näher, sodass ihre Lippen beinahe Minervas Ohr berührten. „Ich höre es an deinem Atem. Ich hätte dir längst deine Kleider vom Leib gerissen“, hauchte Hermine an Minervas Ohr und ließ ihre Finger noch einmal über den Stoff an Minervas Brust streifen.

Ein Laut, halb Lachen, halb Seufzen, entrang sich Minervas Kehle.

„Du bist unmöglich.“

„Und du,“ flüsterte Hermine, „bist wunderschön, wenn du versuchst, standhaft zu bleiben.“

Für einen Moment schwiegen sie. Der Wind draußen pfiff leise, irgendwo knisterte das Holz im Kamin. Dann legte Hermine eine Hand an die Wand, direkt neben Minervas Kopf, ihr Blick fest, forschend, erwartend.

„Also, was ist? Soll ich dich von deiner Standhaftigkeit erlösen?“

Minervas Mundwinkel zuckten.

„Für sowas ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Am helllichten Vormittag…“

Hermine grinste, schief und wissend.

„Am helllichten Vormittag also,“ wiederholte sie, „als ob sich die Sonne darum scheren würde.“

Minerva hob eine Braue, mühsam gefasst. „Ich schere mich darum.“

„Natürlich tust du das,“ sagte Hermine leise, „weil du immer alles im Griff hast.“

Sie beugte sich etwas näher, ihr Ton halb Spott, halb Bewunderung.

„Sogar dich selbst… meistens.“

Minerva spürte das Lächeln, das sie zu unterdrücken versuchte.

„Ich weiß nicht, worauf du anspielst.“

„Oh, das weißt du sehr genau,“ erwiderte Hermine. „Du tust ja gerade so, als hätten wir noch nie miteinander geschlafen.“

Minerva errötete und Hermine kicherte.

„Du bist so süß, wenn du versuchst dein Begehren zu verstecken.“

Hermine legte ihre andere Hand ebenfalls gegen die Wand neben Minervas Kopf. Minerva schüttelte kaum merklich den Kopf, ein Rest Lächeln spielte um ihre Lippen. „Manchmal frage ich mich, was in deinem Kopf vor sich geht.“

„Oh, da spielt sich so einiges ab“, sagte Hermine mit gespielter Unschuld.

Der Funke in ihren Augen verriet alles andere.

„Du bist gefährlich, Hermine.“

„Nur, wenn man mich lässt.“

Sie kam Minerva noch näher.

„Der Vormittag ist noch lang.“

Minerva blinzelte, überrascht, amüsiert, leicht aus dem Gleichgewicht gebracht. Hermine ließ eine Hand durch Minervas Haar und über ihre Wange gleiten, berührte sanft mit dem Daumen ihre Lippen und ließ sie in aller Ruhe erneut über Minervas Brust bis zu ihrer Taille wandern. Minerva sog scharf die Luft ein. Minervas Blick verengte sich, doch das Glitzern in ihren Augen verriet mehr Vergnügen als Tadel.

„Du bist dir deiner Sache ja sehr sicher.“

„Ich denke,“ erwiderte Hermine und neigte leicht den Kopf, „du würdest mich schon stoppen, wenn ich zu weit gehe.“

Minerva spürte, wie ihre Bluse aus ihrem Rock gezogen wurde und sich eine warme Hand darunter schob. Sie schloss die Augen und atmete tief durch. Sanft strich Hermine über Minervas weiche Haut nach oben und berührte ihren BH. Sofort öffnete Minerva ihre Augen und zuckte zusammen. Hermine sah die Unsicherheit in Minervas Blick. Langsam zog sie ihre Hand zurück.

„Du musst mir sagen, wenn es dir unangenehm ist und ich höre sofort auf.“

„Ja… Nein... ich…“

Hermine Strich zärtlich über Minervas Wange.

„Du bist wunderschön Minerva und ich begehre dich so sehr. Ich möchte, dass du es genießt und dich nicht dazu verpflichtet fühlst.“

Minerva rang mit sich. Sie wollte Hermine. Natürlich wollte sie und sie hatten es ja auch schon häufiger getan, doch jetzt fühlte es sich anders an.

„Ich… Hermine…“

Langsam trat die junge Frau zurück und nahm Minervas Hand.

„Komm“, sagte sie und führte Minerva zum Sofa.

Dort setzten sie sich dicht nebeneinander.

„Also Liebling, was ist los? Wir haben alles geklärt oder? Hast du noch Zweifel?“

„Nein. Ich habe keine Zweifel und ich liebe dich und auch ich will dich nah bei mir haben.“

„Aber?“

„Diese Nacht ohne dich… Ich bin fast verrückt geworden vor Sehnsucht nach dir.“

„Und jetzt?“

„Du hast ja keine Ahnung, was du mit mir machst.“

Hermines Augen blitzten auf.

„Wir könnten es herausfinden“, grinste sie und beugte sich vor.

Sanft trafen sich ihre Lippen zu zärtlichen Küssen. Hermine öffnete bedacht Minervas Mund und vertiefte den Kuss. Ihre Hand glitt in Minervas Nacken und öffnete den Haarknoten. Auch Minervas Hände erhoben sich, fanden Hermines Nacken, wanderten über ihren Rücken und schoben sich ganz langsam zu Hermines Brust. Bei dieser sanften, flüchtigen Berührung keuchte Hermine auf. Sie spürte Minervas Lippen an ihrem Hals, ihre Hände auf ihrer Taille, die sie näher an sie zogen und ein Brennen durchfuhr ihren Leib. Nur schwer lösten sich Minervas Lippen von ihr und sie sah auf.

„So langsam bekomme ich eine Ahnung, was du meinst“, sagte Hermine.

Abrupt stand Hermine auf und zog Minerva ebenfalls hoch. Sie zog Minerva in einen feurigen Kuss und bewegte sich mit ihr durch den Raum. Gekonnt manövrierte Hermine sie durch das Zimmer und öffnete die Tür zum Schlafzimmer, während sie sich immer wieder küssten. Mit einem Tritt schloss Minerva die Tür und ließ sich von Hermine weiter in das Zimmer drängen, bis sie am Bett anstieß und nach hinten kippte. Mit einem überraschten Laut landete Minerva auf der Matratze und Hermine über ihr. Ohne darüber nachzudenken, knöpfte Hermine Minervas Bluse auf und küsste sich über ihren Oberkörper zu ihrem Bauch, während ihre Hände Minervas Seiten entlang glitten. Hermine küsste jede erreichbare Stelle und Minerva seufzte unter ihr. Sie rutschte tiefer und öffnete Minervas Rock, zog ihn herunter, strich zärtlich über Minervas Schenkel und platzierte sanfte Küsse. Dann hielt sie inne und sah zu Minerva auf. Ihre Blicke trafen sich und Minerva nickte kaum merklich. Im nächsten Moment stöhnte die Schulleiterin auf. Hermines Mund lag an ihrer intimsten Stelle und verwöhnte sie unanständig gut. Minerva krallte ihre Finger in das Bettlaken, die lustvollen Laute wurden immer lauter, ihr Atem schneller und dann rollte eine Welle der Erlösung über sie hinweg. Mit einem zufriedenen Grinsen tauchte Hermine auf, Minervas Brust hob und senkte sich immer noch unkontrolliert schnell, als sich Hermine zu ihr legte.

„Du… Du bist wahnsinnig…“

„Wahnsinnig gut“, grinste Hermine und küsste Minervas Hals.

Minerva lachte, strich sanft über Hermines Wange und sah sie mit einem zärtlichen Lächeln an.

„Mehr als das.“

„Ich kann einfach nicht anders“, meinte Hermine und widmete sich mit ihren Lippen wieder Minervas Hals und ließ ihre Hand über ihren Körper gleiten. Minerva hielt Hermines Hand fest, bevor sie zu tief rutschen konnte.

„Lass mich erst Luft holen“, sagte Minerva und küsste Hermine zärtlich auf die Lippen. „Allerdings wäre es nur fair, wenn ich dir eine kleine Freude mache.“

Kaum hatte Minerva die Worte ausgesprochen, hatte sie bereits Hermines Handgelenke gepackt und drückte sie über ihren Kopf auf die Matratze. Langsam ließ Minerva los, doch Hermine konnte ihre Hände nicht bewegen.

„Was zum…“

„Ah, ah, ah“, meinte Minerva. „Ich möchte dir zwar eine Freude machen, aber ein bisschen Spaß musst du mir schon zugestehen.“

„Du hattest deinen Spaß“, murrte Hermine. „Ich will dich berühren.“

„Später.“

Minerva ließ sich beim Öffnen von Hermines Bluse Zeit und genoss den Anblick.

„Du bist grausam! Das ist Folter - schon wieder!“

Unbeirrt erforschte Minerva Hermines Körper mit ihren Händen und platzierte intensive Küsse auf ihrer zarten Haut. Hermine begann sich unter ihr zu winden und leise Seufzer entrangen ihrer Kehle. Sie bemerkte nicht, wie Minerva ihren Rock verschwinden ließ. Erst als Minerva direkt über ihr war, bemerkte Hermine, dass sie ihr restlos ausgeliefert war. Und es reizte sie.

„Minerva bitte… du quälst mich… Ich will dich… Jetzt. Ganz.“

„So ungeduldig Miss Granger?“

„Oh ja, Professor“, antwortete sie mit einem Unterton, der Minerva eine Gänsehaut bereitete.

Hermine nutzte den Moment, schlang ihre Beine um Minerva und presste sie an sich. Das Gefühl von Haut auf Haut war für beide elektrisierend.

„Nimm mich endlich!“

Ganz langsam wanderte Minervas Hand tiefer und erreichte Hermines Mitte. Die junge Frau presste sich den geschickten Fingern entgegen und bettelte förmlich nach Erlösung.

„Mach mich los“, stöhnte Hermine und versuchte ihre Handgelenke zu bewegen. „Ich will dich berühren. Bitte…“

Minerva lachte dunkel, küsste Hermine und im nächsten Moment schlangen sich die Arme der jungen Frau um sie.

„Du bist ein Biest“, hauchte Hermine und zog Minerva in einen feurigen Kuss.

Minerva trieb ihr Liebesspiel mit geschickten Fingern weiter, bis auch Hermine ihren Höhepunkt erreicht hatte.

Minerva zog sie in ihre Arme und strich gedankenverloren durch ihr Haar, während sich Hermines Atem beruhigte.

„Ich liebe dich“, flüsterte Hermine in die Stille hinein.

„Wirklich? Du liebst ein Biest?“

Minervas Stimme klang ernst und Hermine hob sofort ihren Kopf. Als sie jedoch Minervas amüsierten Gesichtsausdruck sah, ließ sie sich zurück auf das Kissen fallen. Die Ältere lachte.

„Du bist echt fies. Ich dachte, du hättest das ernst gemeint.“

„Oh das habe ich.“

„Also schön. Ja, ich liebe das Biest in dir und die fürsorgliche und liebevolle Frau, die sich unter dieser unnahbaren Maske verbirgt.“

Hermine rückte näher, legte ihre Stirn an Minervas Wange und atmete tief den vertrauten Duft ein.

„Du hast keine Ahnung, was du da sagst“, murmelte Minerva leise, beinahe nur ein Hauch.

„Doch,“ erwiderte Hermine und hob wieder den Kopf. „Ich weiß genau, wen ich vor mir habe und ich liebe jede widersprüchliche, unvernünftige Facette von dir.“

Minerva lächelte weich und ehrlich. Sie berührte mit den Fingerspitzen Hermines Kinn, führte sie wieder zu sich und küsste sie, ganz langsam, als wolle sie jede Silbe, die ungesagt blieb, damit ersetzen.

„Du bringst mein wohlgeordnetes Leben durcheinander,“ flüsterte sie gegen ihre Lippen.

„Dann mach ich ja alles richtig,“ antwortete Hermine mit einem schelmischen Lächeln.

Minerva lachte leise. Hermine drehte sich auf den Rücken und zog Minerva mit sich, sodass diese sich auf ihre Brust bettete. Eine Weile lag nur Stille zwischen ihnen – eine friedliche, erfüllte Stille, wie sie beide viel zu selten kannten.

Dann sagte Minerva fast beiläufig:

„Wenn du wüsstest, was du mit mir anstellst…“

„Dann würd ich’s vermutlich noch öfter tun,“ murmelte Hermine.

Sie grinste und küsste Minervas Stirn.

„Ach Minerva, da wäre noch was.“

„Und das wäre?“, meinte die Schulleiterin ohne sich zu bewegen.

„Ich habe Poppy und Pomona beim Frühstück erzählt, dass ich heute nicht in Hogwarts sein werde.“

Langsam hob Minerva den Kopf.

„Wie soll ich das denn verstehen?“

„Naja, ich habe ziemlich deutlich gesagt, dass ich mich mit jemandem verabredet habe und die Gerüchte tun wieder mal ihr Übriges.“

„Könntest du bitte deutlicher sagen, was genau du damit bezwecken willst?“

„Also, stell dir vor du wärst in einer Beziehung mit einer wahnsinnig attraktiven Hexe“, begann Hermine grinsend und deutete auch sich.

Minerva rollte mit den Augen.

„Weiter.“

„Stellst du es dir vor?“

„Ich sehe es bildlich vor mir“, meinte Minerva trocken. „Weiter.“

„Also, würdest du sie dann nur nach einem Nachmittag und einem Abend wieder allein lassen?“

„Vermutlich nicht, aber… Oh…“

„Nichts da Oh. Ich habe das Gerücht gestreut und das wars. Kein weiteres Treffen, nur Gerüchte. Du kannst dich also wieder entspannt zu mir legen.“

Minerva ließ sich wieder neben Hermine sinken, die sie in ihre Arme zog.

„Dann bist du also heute offiziell mit deinem Freund unterwegs.“

„Korrekt.“

„Und was hast du inoffiziell geplant?“

„Mir würde da schon eine nette Beschäftigung einfallen“, sagte Hermine amüsiert und strich sanft über Minervas Arm.

Langsam sah Minerva in ihre Augen.

„Du bist völlig verrückt. Ich kann mich nicht den ganzen Tag im Bett verkriechen.“

„Das trifft sich gut. Ich habe auch nicht zwingend an das Bett gedacht.“

Minerva klappte der Mund auf.

„Sprachlos Professor?“

„Das sollte ich bei so viel Impertinenz wirklich sein.“

„Also mein Liebling, was sagst du dazu?“

„Wie stellst du dir das denn vor? Ich habe so viel zu tun und wenn man mich den ganzen Tag nicht sieht, werden die anderen misstrauisch.“

„Du hast also keine Lust auf noch mehr Sex?“

Erneut war Minerva sprachlos und Hermine lachte.

„Irgendwas muss mit deinem Frühstück nicht in Ordnung gewesen sein oder hast du etwa mit einem Trank experimentiert, der zu viel Ehrlichkeit und Begehren in sich hatte?“

„Nope. Ich will eigentlich nur sagen, dass ich nie genug von dir bekomme.“

„Das freut mich zu hören, aber wir dürfen trotzdem nicht vergessen, wer wir sind.“

„Also im Moment bin ich eine nackte, willige Frau neben der Frau ihrer Träume.“

Minerva stöhnte leise, rieb sich mit der Hand über die Stirn und murmelte:

„Merlin steh mir bei…“

Hermine kicherte und beugte sich über sie, die Locken kitzelten Minervas Wange.

„Sag doch einfach, dass du mich willst und spar dir das moralische Dilemma.“

„Ich will dich“, sagte Minerva betont ruhig. „Aber ich habe auch einen gewissen Sinn für Vernunft, den du offenbar heute Morgen verloren hast.“

„Vielleicht hab ich ihn mit deiner Selbstbeherrschung verwechselt“, konterte Hermine grinsend und küsste sie kurz auf den Mund.

Ein gefährliches Funkeln trat in Minervas Augen, das Hermine sofort bemerkte.

„Du spielst mit dem Feuer, Miss Granger.“

„Dann hoffe ich, dass Sie heiß genug sind, um mich zu verbrennen, Professor.“

Minerva seufzte – halb Belustigung, halb Kapitulation – und zog sie mit einer schnellen Bewegung wieder zu sich.

„Du bist unmöglich.“

„Und du liebst mich trotzdem“, hauchte Hermine, dicht an ihrem Ohr.

„Manchmal frage ich mich, wer von uns beiden wirklich die Kontrolle hat.“

„Oh, das lässt sich leicht herausfinden“, flüsterte Hermine und legte die Hand auf Minervas Brust.

„Hermine…“

„Ja?“

„Wenn du mich weiter so provozierst, wirst du den ganzen Tag wirklich nicht mehr aus diesem Bett kommen.“

Hermine grinste, die Augen glänzend.

„Das war der Plan.“

Minerva schloss kurz die Augen, gab sich einen Moment der inneren Kapitulation hin und dann drehte sie sich über Hermine, mit einem Ausdruck, der nichts mehr von der strengen Schulleiterin hatte.

„Dann wollen wir doch sehen, Miss Granger, ob Sie ihrem eigenen Plan gewachsen sind.“