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Das leise Kippen

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Das leise Kippen

Hallo meine Lieben,

es geht endlich weiter. Seid ihr noch da? Ich hoffe ja :D Es war sehr stressig und die Vorbereitungen für den Adventskalender haben doch mehr Zeit in Anspruch genommen, als ich gedacht habe. Ich hoffe ihr verzeiht mir die Pause.

Bin gespannt, was ihr zu dem neuen Kapitel sagt. Lasst mir gerne eine Review da.

Liebe Grüße

M.

Der erste fahle Schimmer des Morgens lag über dem Schloss, als Hermine die Augen öffnete. Wärme ruhte an ihrer Seite – vertraut, beruhigend, so selbstverständlich geworden, dass sie für einen Moment kaum wagte, sich zu bewegen. Minerva lag noch halb an sie geschmiegt, ein Arm um Hermines Taille gelegt, die Stirn an Hermines Schulter. Ihr Atem war ruhig, gleichmäßig, und Hermine lächelte leise. Sie hob eine Hand und fuhr sachte durch Minervas Haar.

„Guten Morgen, mein Herz“, murmelte sie.

Minerva brummte ein kaum hörbares „Mhm“, bevor sie die Augen öffnete und Hermine ansah. Ihr Blick war weich, warm und ein wenig verschlafen.

„Du bist furchtbar früh wach“, murmelte sie und zog Hermine noch enger an sich.

„Wenn du so bei mir liegst, wäre es ein Verbrechen, nicht früh wach zu werden“, flüsterte Hermine und streichelte Minervas Rücken unter der Decke. „Außerdem… ich genieße das hier. Dich. Noch ein paar Minuten, bevor die Welt uns wieder beansprucht.“

Minerva hob leicht eine Braue, aber ein zufriedenes Lächeln spielte um ihre Lippen.

„Ich genieße es auch“, gab sie zu und küsste Hermine sanft an der Schläfe.

Hermine drehte sich zu ihr und legte ihre Stirn an Minervas.

„Küss mich richtig“, sagte Hermine mit diesem ganz besonderen Blick.

Minerva lachte.

„Ich meine es ernst.“

Hermines Hand glitt Minervas Rücken hinauf und zog sie näher. Sanft hob Minerva ihre Hand und legte sie an Hermines Wange. Sie beugte sich vor und küsste Hermine zärtlich.

„Gut so?“

„Fürs erste“, grinste Hermine.

„Bleib noch. Nur ein bisschen.“

„Wenn ich könnte, würde ich gar nicht gehen.“

Minervas Stimme klang warm, aber auch von dieser leisen Vernunft durchzogen, die Hermine nur allzu gut kannte. Hermine ließ ihre Hand über Minervas Arm gleiten, sanft, fast bittend.

„Dann tu einfach so, als ob du es könntest.“

Minerva lachte leise, schloss kurz die Augen, bevor sie Hermine einen weiteren langen, weichen Kuss gab.

„Du machst es mir jeden Tag schwerer.“

„Das ist der Plan“, murmelte Hermine gegen ihre Lippen. „Ich treibe es so lange, bis du nicht mehr gehst.“

Minerva wurde nachdenklich. Sie streichelte sanft durch Hermines Haar.

„Was ist los?“

„Es tut mir leid Hermine.“

„Was meinst du?“

„Das Versteckspiel tut mir leid. Du verdienst mehr.“

„So lange ich dich habe, ist mir alles andere egal.“

Sie zog Minerva in ihre Arme und kuschelte sich an sie. Eine weitere Minute verging, dann zwei – Stille, nur ihr beider Atem, die Nähe, der Wunsch, die Zeit anzuhalten, doch schließlich seufzte Minerva und richtete sich auf.

„Ich muss wirklich gehen. Wenn jemand bemerkt, dass ich nicht in meiner Wohnung war…“

Hermine verdrehte dramatisch die Augen und griff nach Minervas Hand.

„Die sollen alle später kommen. Ich brauche dich jetzt.“

Minerva drückte ihre Hand liebevoll.

„Du wirst mich später immer noch haben.“

Sie beugte sich erneut hinunter und küsste Hermine zärtlich, mit einer Wärme, die ein Versprechen in sich trug. „Aber ich muss mich… unauffällig davonstehlen.“

„Ich weiß“, seufzte Hermine. „Aber ich muss nicht glücklich darüber sein.“

Sie griff nach Minervas Hand, zog sie sanft zu sich und gab ihr einen letzten Kuss – sanft und doch voller Hinhalten, als wolle sie Minerva noch für einen Moment festhalten.

„Du bist unverschämt charmant, weißt du das?“

„Ich hoffe es.“

Minerva zog sich an, richtete ihr Haar, strich ihr Kleid glatt und setzte ihre ernsthafte Miene wieder auf, bis auf das kleine, weiche Funkeln in ihren Augen, das nur Hermine gehörte.

„So, nun bin ich wieder die strenge Schulleiterin“, sagte sie.

Hermine lachte.

„Nur für die anderen. Für mich bist du etwas ganz anderes.“

„Richtig. Nur für dich. Jetzt muss ich wirklich gehen.“

Hermine nickte, griff aber noch einmal nach Minervas Hand, hielt sie fest.

„Pass auf dich auf.“

„Immer.“

Minerva lächelte, beugte sich ein letztes Mal vor und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen.

„Wir sehen uns beim Frühstück, mein Schatz.“

„Ich werde dich beobachten, Liebling“, flüsterte Hermine mit einem schelmischen Grinsen.

Minerva schüttelte amüsiert den Kopf.

„Natürlich wirst du das.“

Sie öffnete lautlos die Tür und verschwand im Flur mit einem Blick zurück, der Hermine noch lange in den Knochen blieb.

Hermine sank zurück aufs Bett, schloss für einen Moment die Augen und lächelte selig.

Nach ein paar Minuten stand sie auf, duschte und zog sich an. Prüfend sah sie sich im Spiegel an. Sie schloss den schwarzen Gürtel, der ihre schwarze Bluse und den braunen Rock verband. Mit ein paar geschickten Handgriffen steckte Hermine ihre Haarsträhnen links und rechts zurück. Nachdem sie ein dezentes Make up aufgelegt hatte, machte sie sich auf den Weg in die große Halle. Sie freute sich schon Minervas Lächeln über der Teetasse zu sehen.

Die große Halle war bereits gut besucht. Einige Schüler lächelten sie an, als sie nach vorne zum Lehrerzimmer ging. Dort saßen Irina, Neville, der sich bereits aufgeregt mit Pomona unterhielt. Mittlerweile waren seine Ohren auch nicht mehr grün und er schien sich von seinem missglückten Experiment erholt zu haben. Filius hatte eben Platz genommen und Minerva las den Tagespropheten.

„Guten Morgen meine Liebe“, sagte Poppy, die neben ihr auftauchte.

„Guten Morgen Poppy“, sagte Hermine lächelnd.

Die beiden setzten sich an den Lehrertisch und grüßten die anderen.

„Hermine“, sagte Neville und sah sie aufgeregt an. „Da ist man mal ein paar Tage außer Gefecht und verpasst alles. Ich habe gehört, du hattest Besuch?“

„Das ist richtig. Ich kann dir später davon erzählen“, sagte Hermine, als sie Featherstone am Eingang der großen Halle entdeckte.

Neville nickte und wandte sich wieder seinem Frühstück zu. Hermine nahm sich einen Toast und etwas Ei und griff nach der Kanne mit Kaffee. Sie war nicht die einzige. Ihre Finger berührten eine Hand, die ihr sehr vertraut vorkam. Minerva streifte zärtlich ihre Hand und zog sie zurück. Niemand sonst hatte diese liebevoll Geste gesehen.

„Nach dir“, sagte sie, als wäre nichts gewesen.

„Danke.“

Hermine schenkte sich Kaffee ein und reichte die Kanne an Minerva weiter. Als Hermine ihre Serviette auf ihren Schoß legte, nutzte sie die Gelegenheit und strich sanft über Minervas Oberschenkel.

Minerva zuckte kaum sichtbar zusammen, als Hermines Fingerspitzen ihr Bein streiften – nicht weil sie überrascht war, sondern weil die Berührung so mühelos durch die Stoffschichten drang, wie ein Funke, der direkt ihr Inneres erreichte.

Nur ein winziges Heben einer Augenbraue verriet, dass sie die Geste bemerkt hatte. Für jeden anderen im Saal war es nichts weiter als ein unruhiges Verschieben auf dem Stuhl, aber Hermine wusste es besser. Sie fühlte den leichten, kontrollierten Atemzug der Frau neben ihr – ein Atemzug, der verriet, dass Minerva sofort reagierte, aber nach außen hin unerschütterlich blieb.

„Danke, Hermine“, sagte Minerva ruhig, als würde sie sich einzig für die gereichte Kanne bedanken, doch die Art, wie ihre Stimme sich leicht vertiefte, war nur für Hermine bestimmt.

Hermine nahm einen Schluck Kaffee, um das Grinsen zu verbergen, das sich in ihre Wangen schmiegte.

'Die Wirkung auf sie ist immer noch dieselbe.'

Poppy öffnete gerade den Tagespropheten. „Habt ihr das mit den drei fehlenden Hippogreifen gelesen?“, fragte sie in die Runde.

„Schlimme Sache“, murmelte Hagrid. „Hoffentlich werden sie von den richtigen Leuten gefunden. Das sind zutiefst missverstandene Tiere.“

Neville hob den Kopf, Pomona erzählte ihm gleichzeitig etwas über die Pflanzensicherheit. Alles war laut, vertraut, alltäglich.

Nur der Raum zwischen Minerva und Hermine war lautlos. Lautlos, aber geladen.

Minerva rückte ihre Brille zurecht und beugte sich scheinbar beiläufig etwas näher, damit es aussah, als wolle sie den Tagespropheten besser sehen, doch ihr Knie berührte Hermines unter dem Tisch und blieb dort, warm, stabil, wie eine stille Bestätigung.

„Featherstone kommt rüber“, flüsterte Hermine, ohne den Kopf zu drehen.

„Ich weiß“, antwortete Minerva gleichermaßen leise. „Lassen wir ihn glauben, dass dieser Morgen ganz gewöhnlich ist.“

„Ist er das denn?“

Hermines Stimme war so sanft, dass nur Minerva sie hören konnte.

„Mit dir? Niemals.“

Featherstone erreichte den Tisch, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Er wirkte aufmerksam wie immer, auch wenn er nicht wusste, wonach er eigentlich suchte.

„Guten Morgen“, sagte er mit einem höflichen, aber viel zu prüfenden Lächeln.

Seine Augen wanderten zwischen Minerva und Hermine hin und her, als hoffte er, ein Gespräch zu unterbrechen, das nie stattgefunden hatte. Minerva nickte knapp.

„Guten Morgen, Edmund.“

Hermine erwiderte den Gruß genauso neutral, wie die anderen Kollegen.

Featherstones Stirn legte sich dennoch in Falten, als hätte er gerade bemerkt, dass zwei Schachfiguren nicht dort standen, wo er sie am Abend zuvor gelassen hatte.

'Er ahnt wieder irgendetwas', dachte Hermine und ausnahmsweise war es nicht Minervas Knie an ihrem, das ihr Herz schneller schlagen ließ, sondern die Frage, wie viel der Mann wirklich beobachtete.

Gelassen griff er nach einer Tasse Kaffee und warf verstohlene Blicke zu Minerva, die scheinbar in ihre Zeitung vertieft war. Hermine wechselte ein paar Worte mit Poppy und wollte dann aufstehen, doch Minervas Stimme hielt sie auf.

„Bevor ihr nun alle zu eurem Unterricht aufbrecht“, sagte sie und legte wie beiläufig ihre Zeitung zur Seite.

Die Blicke der Lehrer lagen auf ihr.

„Ich möchte euch am Nachmittag eine kurze Konferenz abhalten. Es wird schnell gehen“, sagte sie und erhob sich.

Ohne auf eine Reaktion zu warten verließ sie mit erhobenem Haupt die große Halle. Ihr Gesichtsausdruck war entschlossen, wie immer. Die Kollegen sahen einander verwirrt an und widmeten sich tuschelnd wieder ihrem Frühstück.

Als die Geräusche wieder lauter wurden, beugte sich Poppy zu Hermine.

„Was ist denn los?“, fragte sie leise.

„Ich habe keine Ahnung.“

„Hat sie denn nichts gesagt?“

Hermine schüttelte den Kopf.

„Sehr seltsam“, meinte Poppy.

„Vielleicht kann ich sie später sprechen.“

Hermine saß wie immer in der hintersten Reihe und musste zusehen, wie Professor Featherstone die Schüler nach und nach zur Verzweiflung brachte. Heute war es jedoch anders. Er warf ihr zwar weiterhin provozierende Blicke zu und ließ hier und da eine spitze Bemerkung gegen sie fallen, doch er tat es subtiler. Hermines Gedanken drifteten immer wieder zu Minerva.

Was sollte das für eine so spontane Konferenz werden? Warum hatte Minerva ihr nichts gesagt?

„Muss Granger“, ertönte Featherstones Stimme scharf durch den Raum.

Ertappt sah sie zu ihm. Er stand gelassen an seinem Pult und sah sie an.

„Möchten Sie denn nichts dazu beitragen?“

„Verzeihung. Ich war abgelenkt.“

„Ablenkung ist für eine angehende Lehrkraft nicht akzeptabel. Das sollten Sie wissen.“

„Natürlich weiß ich das“, antwortete Hermine ruhig. „Aber…“

„Aber was?“, wiederholte Featherstone, dieses Mal leiser, gefährlicher, als würde er nur darauf warten, dass sie etwas sagte, das er gegen sie verwenden konnte.

Hermine atmete kontrolliert ein. Nein. Sie würde ihm diesmal nicht die Befriedigung geben, sie aus dem Konzept zu bringen.

„Aber manchmal“, sagte sie ruhig, „sind selbst Lehrkräfte Menschen.“

Ein leises Murmeln ging durch die Klasse. Featherstones Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.

„Emotionale Ausreden helfen Ihnen nicht weiter, Miss Granger.“

Hermine legte den Kopf leicht schief.

„Ich gebe keine Ausreden. Ich stelle lediglich fest.“

Seine Miene blieb kontrolliert, zu kontrolliert. Er war angespannt und genau das fiel Hermine plötzlich unangenehm klar ins Auge: Diese neue Zurückhaltung, den feinen Unterton in seinen Spitzen, das taktische Zurückrudern. Er versuchte, Maß zu halten. Warum? Weil Minerva ihn womöglich beobachtete? Weil er wusste, dass er zu weit gegangen war? Oder… hatte jemand mit ihm gesprochen?

„Konzentrieren Sie sich“, sagte er schließlich knapp.

Die Klasse wirkte überrascht, fast enttäuscht, dass kein öffentliches Wortgefecht daraus wurde. Hermine ließ sich wieder auf ihren Stuhl sinken, doch die Gedanken rasten weiter. Noch nie hatte er so schnell abgebrochen. Noch nie hatte er sie so offensichtlich nicht provoziert, als hätte er Angst, gesehen zu werden. Ihre Finger trommelten unruhig auf dem Tisch. Minerva hatte heute Morgen so beharrlich, so entschlossen gewirkt. Diese spontane Konferenz… Minerva hatte etwas vor. Nur was?

Featherstone räusperte sich.

„Weiter im Text“, sagte er und wandte sich den Schülern zu, doch sein Blick huschte immer wieder zu Hermine, wachsam, prüfend.

Die Pausenglocke hallte kaum durch den Korridor, da war Hermine schon aus dem Klassenraum verschwunden. Sie hörte, wie die Schüler hinter ihr aufsprangen, tuschelten, lachten, doch alles wirkte weit weg. Ihre Schritte wurden schneller, je näher sie Minervas Büro kam. Irgendetwas stimmte nicht. Irgendetwas war im Umbruch. Sie klopfte nicht einmal.

„Minerva?“, sagte sie, während sie in das Büro stürmte.

Minerva saß an ihrem Schreibtisch, eine dampfende Tasse Tee in der Hand. Ihre Haltung war aufrecht, fast majestätisch und in ihren Augen lag ein Funken, der Hermine gleichzeitig beruhigte und beunruhigte.

„Hermine.“

Minerva lächelte sanft, aber überrascht.

„Du solltest eigentlich im Unterricht sitzen.“

„Es ist Pause“, entgegnete Hermine knapp, trat näher. „Minerva… was hast du vor? Bei dieser Konferenz – du wirkst, als hättest du einen Plan.“

Minerva lehnte sich zurück, verschränkte die Hände im Schoß. Sie wirkte nicht angespannt, nicht zögerlich – im Gegenteil. Eine souveräne Ruhe umgab sie, die Hermine sofort auffiel.

„Ich habe gründlich nachgedacht“, antwortete sie. „Vielleicht wird es Zeit, dass sich ein paar Dinge ändern. Hogwarts ist mein Verantwortungsbereich und ich werde mich nicht von… gewissen Personen… davon abhalten lassen, für Ordnung zu sorgen.“

Hermines Herz setzte einen Schlag aus.

„Also hat das etwas mit Featherstone zu tun?“

Minervas Lächeln wurde schmal, wissend.

„Unter anderem.“

„Minerva… bitte. Du kannst mich doch nicht im Dunkeln lassen. Was wirst du bei dieser Konferenz verkünden?“

Minerva erhob sich langsam, umrundete den Schreibtisch und blieb dicht vor Hermine stehen. Sanft legte sie eine Hand auf Hermines Arm – eine Geste, die beruhigen sollte, aber auch klarmachte, dass ihre Entscheidung feststand.

„Hermine“, sagte sie leise, aber mit einer Autorität, die keine Widerrede duldete. „Du wirst dich überraschen lassen müssen.“

Hermine öffnete den Mund, wollte protestieren, doch Minerva schüttelte nur den Kopf.

„Ich habe in den letzten Wochen zu oft zugesehen, wie Grenzen überschritten wurden. Es reicht.“

Ihr Blick wurde härter, fokussierter. Ein kurzer Moment, in dem Stille den Raum erfüllte.

„Du vertraust mir doch?“, fragte Minerva schließlich – nicht vorwurfsvoll, sondern mit diesem weichen, warmen Unterton, der Hermine jedes Mal die Luft nahm.

Hermine schluckte, fühlte, wie die Spannung in ihr nachgab, zumindest ein bisschen.

„Natürlich tue ich das. Aber… dieses Gefühl, Minerva. Diese Unruhe…“

Minerva hob den Finger, legte ihn sanft an Hermines Kinn und hob ihren Blick.

„Ich verspreche dir, es ist nichts, wovor du Angst haben musst.“

Eine Pause. Dann fügte sie mit einem spürbaren Funken Entschlossenheit hinzu:

„Aber es wird höchste Zeit, dass ich in Hogwarts wieder deutlich mache, wer hier die Regeln setzt.“

Hermine spürte Gänsehaut und gleichzeitig ein leises, aufglimmendes Vertrauen.

„Dann“, flüsterte sie, „bin ich gespannt.“

Minerva nickte, zufrieden.

„Gut. Und jetzt geh zurück zu deinen Schülern.“

Hermine musste lachen und bemerkte erst da, wie erleichtert sie war, Minerva so klar, so zielgerichtet zu sehen. Sie trat einen Schritt näher und legte eine Hand an Minervas Wange.

„Du erwartest wieder einen sogenannten Abschiedskuss?“

Hermine grinste.

„Ich erwarte es nicht, aber… gegen einen Kuss hätte ich wirklich nichts einzuwenden.“

Minerva seufzte gespielt und legte ihre Hände auf Hermines Wangen, um die in einen festen, zärtlichen Kuss zu ziehen. Hermine lächelte in den Kuss hinein und erwiderte ihn liebevoll.

„Bis später mein Schatz“, sagte Minerva und ließ Hermine los.

„Bis nachher.“

Sie verließ das Büro. Minerva sah ihr mit einem Blick nach, der verriet, dass sie genau wusste, wie groß die Wellen sein würden, die sie bald schlagen würde.