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Geschafft

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Geschafft

Ihr Lieben,

ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich möchte endlich mit Featherstone abschließen und Hermine ins Wochenende schicken ;) Was meint ihr, hat sie das verdient? ;) Lasst es mich gerne wissen :D

LG

M.

Die restlichen Tage der Woche zogen sich wie durch zähen Nebel.

Featherstone änderte nichts an seiner Strategie. Er ließ Hermine beginnen, ließ sie erklären, fragte sie aus und unterbrach sie dann. Immer wieder. Mit spitzen Bemerkungen, mit scheinbar harmlosen Korrekturen, mit diesem Tonfall, der keine Lautstärke brauchte, um zu verletzen.

„Das hätten wir präziser formulieren können.“

„Miss Granger, wir verlieren uns.“

„Ich übernehme das.“

Hermine blieb ruhig. Sie antwortete sachlich, atmete kontrolliert, ließ sich nicht zu schnellen Reaktionen hinreißen. Sie hielt durch. Stunde um Stunde, Tag um Tag. Abends war sie erschöpft, aber sie sagte wenig. Zu Minerva sagte sie gar nichts Konkretes.

Und endlich war Freitag.

Die letzte Stunde fühlte sich an wie das Erreichen eines Ufers. Hermine führte einen letzten Zauber an, die Schüler arbeiteten stiller als sonst. Selbst sie spürten offenbar, dass die Spannung greifbar war. Featherstone kommentierte, unterbrach, korrigierte, doch Hermine war innerlich schon einen Schritt weiter.

'Gleich ist es vorbei.'

Als Featherstone die Stunde beendete, schloss er das Buch mit einem scharfen Laut.

„Schluss für heute.“

Die Schüler reagierten sofort. Stühle rutschten, Taschen wurden gepackt, Stimmen huschten gedämpft durch den Raum. Keiner blieb länger als nötig. Innerhalb weniger Augenblicke leerte sich das Klassenzimmer.

Hermine verstand sie nur zu gut.

Sie packte ihre eigenen Sachen zusammen, ordnete ihre Pergamente sorgfältig — eine Gewohnheit, die ihr half, die Nerven im Zaum zu halten. Noch ein paar Schritte, dann wäre sie draußen. Wochenende. Luft holen. Abstand.

„Miss Granger.“

Featherstones Stimme kam ruhig, fast beiläufig.

Hermine hielt inne. Für einen Sekundenbruchteil schloss sie die Augen, dann drehte sie sich um.

„Ja, Professor Featherstone?“

Er stand noch immer am Lehrerpult, die Hände locker darauf abgestützt, der Blick fest auf sie gerichtet.

„Bleiben Sie bitte noch einen Moment“, sagte er. „Wir müssen etwas klären.“

Der Raum war nun völlig leer. Still. Zu still.

Hermine nickte langsam, legte ihre Tasche wieder ab und blieb stehen. Ein ungutes Gefühl legte sich wie ein Schatten über ihre Erleichterung.

Die Tür fiel hinter dem letzten Schüler ins Schloss.

Featherstone wartete, bis die Stille sich gesetzt hatte und das letzte Echo der Schülerstimmen verschwunden war. Dann richtete er sich langsam auf und verschränkte die Hände hinter dem Rücken.

„Setzen Sie sich nicht“, sagte er kühl. „Das dauert nicht lange.“

Hermine blieb stehen. Ihre Finger krallten sich kurz um den Riemen ihrer Tasche, dann ließ sie locker.

'Ruhig', ermahnte sie sich.

„Ich möchte offen mit Ihnen sprechen“, fuhr Featherstone fort. „Etwas, das im regulären Unterrichtsrahmen offenbar keinen Platz findet.“

Sie hob den Blick.

„Ich höre.“

Ein schmales Lächeln huschte über sein Gesicht.

„Sie haben sich… gelegentlich gut geschlagen. Technisch sauber. Theoretisch sicher. Das will ich Ihnen nicht absprechen.“

Hermine spürte, wie sich Hoffnung regen wollte und unterdrückte sie sofort.

„Aber“, setzte er an und das Wort schnitt scharf durch den Raum, „das reicht nicht.“

Er trat ein paar Schritte näher.

„Verwandlung ist kein Fach für Menschen, die glauben, ihr Wissen allein mache sie geeignet. Sie sind überzeugt von sich selbst, Miss Granger. Zu überzeugt. Sie erklären, als gäbe es keine Zweifel.“

„Verwandlung lebt von Kontrolle“, entgegnete Hermine ruhig, obwohl ihr Puls schneller wurde. „Von Präzision.“

„Von Demut“, korrigierte er scharf. „Und die fehlt Ihnen.“

Ihre Kiefer spannten sich.

„Mit Verlaub, Professor, ich nehme Kritik an, aber ich lasse mich nicht kleinreden.“

Seine Augen blitzten auf.

„Sehen Sie? Genau das meine ich. Immer eine Antwort. Immer eine Rechtfertigung.“

Hermine atmete tief ein. Sie zwang ihre Stimme zur Ruhe.

„Ich rechtfertige mich nicht. Ich verteidige meine Arbeit.“

„Ihre Arbeit“, wiederholte Featherstone spöttisch. „Sie sind Referendarin. Sie lernen noch und nach meinem Eindruck lernen Sie zu langsam oder gar nicht.“

Wut stieg in ihr auf, heiß und drängend. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten, die sie sofort wieder öffnete.

'Nicht jetzt. Nicht hier.'

„Ich gebe mein Bestes“, sagte sie fest. „Und ich nehme meine Aufgabe ernst.“

„Das bezweifle ich nicht“, antwortete er glatt. „Aber Ernsthaftigkeit ersetzt keine Eignung. Ich sehe bei Ihnen keine natürliche Autorität. Keine Bereitschaft, sich unterzuordnen und glauben Sie mir, ohne diese Eigenschaften werden Sie in diesem Fach scheitern.“

Einen Moment lang sagte Hermine nichts. Sie spürte, wie ihr Herz bis in die Ohren schlug, wie jedes Wort, das sie gern gesagt hätte, nach einem Ventil suchte.

Dann hob sie ruhig den Kopf.

„Ihre Einschätzung nehme ich zur Kenntnis“, sagte sie kontrolliert. „Mehr nicht.“

Featherstone musterte sie lange, als wollte er eine Reaktion provozieren. Als sie ausblieb, verzog sich sein Mund zu einer dünnen Linie.

„Sie können gehen.“

Hermine nickte einmal, griff nach ihrer Tasche und wandte sich zur Tür.

„Ach Miss Granger“, sagte er mit süßlicher Stimme.

Hermine drehte sich noch einmal widerwillig um.

„Meine Einschätzung über Ihren Unterricht wird schriftlich an die Schulleiterin und an den Schulrat gehen. Verlassen Sie sich also besser nicht auf die schützende Hand von Minerva.“

Hermine zwang sich ruhig zu bleiben und sagte nichts, sondern drehte sich wieder zur Tür. Erst als ihre Hand die Klinke berührte, erlaubte sie sich, tief auszuatmen - vor Wut, aber auch Entschlossenheit.

'Du bekommst mich nicht klein', dachte sie, während sie den Raum verließ.

Featherstone blieb allein im Klassenzimmer zurück.

Einen Moment lang stand er reglos da, lauschte dem leisen Klicken der Tür, die sich hinter Hermine geschlossen hatte. Dann atmete er langsam aus, als hätte er etwas Lästiges endlich hinter sich gebracht.

'Einen Monat Ruhe', dachte er zufrieden.

Kein ständiges Gegenüber, kein wacher Blick, der seine Worte prüfte. Keine Minerva McGonagall, die ihm mit kühler Autorität in den Rücken fiel. Hermine Granger würde wieder bei Slughorn sein — ein Umfeld, das ihr lag, das sie bestätigte. Umso besser. Abstand ließ Dinge sich setzen.

Doch ganz so einfach war es nicht.

Featherstone trat ans Fenster, sah hinaus auf den dunkler werdenden Hof. In den letzten Tagen hatte er mehr beobachtet, als Hermine ahnte. Kleine Dinge. Blicke, die einen Herzschlag zu lange verweilten. Begegnungen, die zu zufällig wirkten. Eine Nähe, die über reine Förderung hinausging. Nichts Greifbares, noch nicht, aber genug, um ein Muster zu erkennen.

'Minerva', dachte er und verzog die Lippen zu einem kalten Lächeln. 'So viel Einsatz für eine Referendarin ist ungewöhnlich.'

Er wusste nicht, was genau dahintersteckte und er brauchte es im Moment auch nicht zu wissen. Andeutungen reichten oft schon. Zweifel säen war eine Kunst, die er beherrschte. Die Zeit würde kommen und wenn sie kam, würde er bereit sein — mit Worten, mit Beobachtungen, mit genau der richtigen Portion Gift.

Featherstone löschte das Licht im Klassenzimmer und verließ den Raum, überzeugt davon, dass dies noch lange nicht das letzte Kapitel war.

Hermine verließ den Korridor mit schnellen, kontrollierten Schritten. Erst als sie eine der abgelegeneren Treppen erreichte, verlangsamte sie ihr Tempo. Das Adrenalin ließ nach und mit ihm kam die Erschöpfung — schwer, dumpf, tief in den Knochen.

'Vorbei', sagte sie sich. 'Für einen Monat ist es vorbei.'

Sie ließ sich kurz auf einer Stufe nieder, schloss die Augen und atmete tief durch. Featherstones Worte hallten noch nach, wollten sich festsetzen, doch sie schob sie beiseite. Das würde sie jetzt nicht zulassen.

Als sie schließlich ihre Wohnung erreichte, legte sie Tasche und Blazer ab, trat in ihrem schwarzen Kleid ans Fenster und sah hinaus. Hogwarts lag ruhig da, fast friedlich, als hätte es die Anspannung der letzten Wochen nicht mitgetragen. Langsam spürte sie, wie sich etwas in ihr löste.

Ein leises Klopfen ließ sie zusammenfahren. Hermine warf einen Blick auf die Uhr. Es war gerade mal 5 Uhr.

Sie öffnete die Tür und Minerva stand davor.

Ohne Worte traten sie einander entgegen. Minerva schloss die Tür und im nächsten Moment zog Hermine sie an sich. Dieses Mal hielt Minerva sie fester als sonst, eine Hand im Nacken, die andere sicher an ihrem Rücken.

„Du hier? Mit dir habe ich um diese Zeit noch nicht gerechnet.

„Ich wollte nach dir sehen.“

„Das ist furchtbar lieb von dir Minerva, aber du musst doch wegen mir nicht deine Arbeit liegen lassen.“

„Doch. Genau das muss ich. Mit Neville habe ich bereits gesprochen und nun ist meine andere Referendarin dran.“

„Mit Neville? Er unterrichtet doch gemeinsam mit Pomona Kräuterkunde und hat keine Probleme so viel ich weiß.“

„Nein. Es gab keine Probleme, aber ich tausche mich trotzdem regelmäßig mit euch beiden aus. Also, wie war es nun?“

Hermine seufzte.

„So schlimm?“

„Mach dir keine Sorgen. Es ist vorbei“, murmelte Hermine gegen ihre Schulter.

Minerva verstand sofort. Sie löste sich ein wenig, sah Hermine an.

„Für jetzt.“

Hermine nickte.

„Für einen ganzen Monat. Ich kann mich jetzt neu sammeln und trete ihm dann gestärkt entgegen, wenn es soweit ist.“

Minervas Mundwinkel hoben sich kaum merklich.

„Gut. Dann können wir beide ein wenig aufatmen.“

Sie gingen gemeinsam zum Sofa und setzten sich nebeneinander. Hermine lehnte den Kopf an Minervas Schulter, ließ die Müdigkeit zu. Minerva sagte nichts, strich ihr nur ruhig über den Arm. Eine Geste, die mehr Halt gab als jedes Wort.

„Ich bin stolz auf dich“, sagte Minerva schließlich leise. „Ich weiß, dass du mir nicht alles gesagt hast.“

Hermine schluckte.

„Er hat versucht, mich kleinzumachen. Bis zum Schluss.“

„Das überrascht mich nicht“, erwiderte Minerva ruhig. „Aber er hat es offensichtlich nicht geschafft.“

Hermine schloss die Augen.

„Nein“, sagte sie nach einem Moment. „Hat er nicht und das wird er auch nicht.“

Draußen senkte sich die Dämmerung über das Schloss. Für diesen Abend gab es keine Stundenpläne, keine Ministeriumstermine, keine Prüfungen. Nur Ruhe und das Wissen, dass sie diese Woche überstanden hatten.

Hermine löste sich schließlich aus der Umarmung, lehnte sich ein Stück zurück und sah Minerva an. Die Erschöpfung war noch da, aber darunter blitzte etwas anderes auf. Ein schelmisches Funkeln.

„Weißt du“, sagte sie und grinste plötzlich, „ich frage mich gerade etwas.“

Minerva hob leicht den Kopf, musterte sie misstrauisch-amüsiert.

„Oh? Das klingt gefährlich.“

„Sag mal, was hast du eigentlich an diesem Wochenende vor?“

Hermines Stimme bekam diesen ganz bestimmten Unterton — weich, harmlos klingend und doch alles andere als unschuldig. Minerva erkannte ihn sofort. Ihre Lippen zuckten.

„Das kommt ganz darauf an, wer fragt.“

Hermine rückte ein wenig näher.

„Ich dachte an jemanden, der eine extrem anstrengende Woche hinter sich hat und an jemand anderen, der ebenfalls dringend Abstand von Pflichten und dem Ministerium gebrauchen könnte.“

„Das ist erstaunlich präzise formuliert“, meinte Minerva trocken, doch ihr Blick war warm.

„Ich dachte“, fuhr Hermine fort, „man könnte das Wochenende nutzen, um… sich zu erholen.“

Sie ließ eine bedeutungsvolle Pause und legte eine Hand an Minervas Taille.

„Gemeinsam.“

Minerva verschränkte die Arme und neigte leicht den Kopf.

„Und was genau schwebt dir unter erholen vor, Miss Granger?“

Hermine grinste breiter.

„Nun. Kein Unterricht. Keine Kollegen. Keine Termine. Vielleicht ein spätes Frühstück oder gar keines.“ Sie senkte die Stimme. „Und sehr viel Zeit… im Bett.“

Minerva lachte leise, dieses tiefe, seltene Lachen, das Hermine jedes Mal traf.

„Du bist heute ungewöhnlich kühn.“

„Freitagabend“, entgegnete Hermine unschuldig. „Und ich habe überlebt.“

Minerva beugte sich vor, so nah, dass ihre Knie sich berührten.

„Und du glaubst, ich lasse mich einfach so zu einem… intimeren Wochenende überreden?“

Hermine hob eine Augenbraue und strich sanft über Minervas Hüfte.

„Das hoffe ich sehr.“

Einen Moment lang hielt Minerva ihren Blick, dann legte sie eine Hand an Hermines Kinn und zog sie sanft näher.

„Nun“, sagte sie leise, „wenn du mich so fragst… habe ich plötzlich keine großen Pläne mehr. Ich könnte das ein oder andere möglicherweise verschieben.“

Hermine lachte leise auf und neigte sich noch ein wenig mehr nach vorne.

„Wie praktisch.“

„Allerdings“, erwiderte Minerva, ihre Stirn an Hermines gelehnt. „müssen wir dennoch vorsichtig sein. Nur weil du nicht mehr unter Edmund unterrichtest heißt das nicht, dass er uns nicht im Visier hat.“

Hermines Grinsen wurde weich.

„Ich habe da schon eine recht gute Idee“, flüsterte Hermine und küsste Minerva zärtlich.

„Und die wäre?“

„Das erkläre ich dir später“, sagte Hermine und küsste Minerva wieder.

Und während draußen die Nacht endgültig über Hogwarts hereinbrach, verloren sich ihre Stimmen in leisem Lachen, spielerischen Bemerkungen und diesem vertrauten, leichten Flirten. Sie hatten zwei Tage vor sich, die ganz ihnen gehören würden, wenn sie es richtig anstellten.