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Ein (fast) perfektes Wochenende Teil 1

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Ein (fast) perfektes Wochenende Teil 1

Hallo ihr Lieben,

ich musste das ersehnte Wochenende in mehrere Teilen schreiben. Es würde euch sonst erschlagen und ich will niemanden von euch verlieren ;)

Ich wünsche euch viel Spaß mit Teil 1

LG M.

Minerva erwachte langsam, noch halb im warmen Nebel des Schlafes. Für einen kurzen Moment war da nur das weiche Licht des Morgens, das durch die Vorhänge fiel und das Gefühl eines fremden und doch so vertrauten Bettes.

Dann streckte sie die Hand aus. Die andere Seite war leer. Kalt.

Überrascht öffnete Minerva die Augen und runzelte die Stirn, setzte sich auf und ließ den Blick durch das Zimmer gleiten. Keine Hermine. Kein leises Rascheln, kein gemurmelter Zauber, kein warmer Rücken, an den sie sich hätte lehnen können.

„Hm“, murmelte sie leise.

Gerade als sie die Decke zurückschlug, fiel ihr Blick auf ihr Kleid, das ordentlich über der Stuhllehne lag. Darauf, sorgfältig platziert, lag ein gefaltetes Stück Pergament.

Minerva stand auf, noch barfuß, noch mit zerzausten Haaren und griff nach dem Zettel. Sie schmunzelte, als sie ihn entfaltete.

„Guten Morgen mein Schatz,

du hast so schön geschlafen und ich wollte dich nicht wecken.

Ich bin kurz weg — nichts Gefährliches, nichts Heimliches (meistens).

Ich muss nur noch ein paar Vorkehrungen für unser Wochenende treffen.

Vertrau mir.

Wir sehen uns beim Frühstück.

H.“

Minerva las den Zettel zweimal. Dann ein drittes Mal.

Ein leises, echtes Lachen entfuhr ihr. Dieses warme Lachen, das sie sich nur selten erlaubte. Sie setzte sich auf den Bettrand, hielt das Pergament zwischen den Fingern und schüttelte leicht den Kopf.

„Vorkehrungen“, wiederholte sie amüsiert. „Natürlich.“

Ein Teil von ihr war sofort neugierig, der andere leicht alarmiert. Hermine traf selten halbe Entscheidungen und wenn sie von Planung sprach, war Vorsicht meist angebracht und doch lag unter der leisen Sorge etwas anderes: Vorfreude. Kribbelnde, jugendliche Aufregung, die sie seit Jahren nicht mehr in dieser Form gespürt hatte.

Minerva strich das Pergament glatt und legte es sorgfältig zurück, zog sich dann langsam an. Während sie die Knöpfe schloss, huschte ihr immer wieder ein Lächeln über die Lippen.

'Was auch immer du vorhast', dachte sie, 'ich bin mir ziemlich sicher, dass es mir gefallen wird.'

Oder sie würde es zumindest versuchen und genau diese Mischung aus Neugier, Besorgnis und leiser Erwartung begleitete Minerva, während sie sich auf den Morgen vorbereitete. Sie war gespannt darauf, was Hermine wohl für ihr gemeinsames Wochenende in Bewegung gesetzt hatte.

Minerva betrat die Große Halle mit ruhigen Schritten. Das Licht des Morgens lag weich auf den langen Tischen und die Halle wirkte ungewohnt gelassen. Die Haustische waren noch halb leer. Der Samstag erlaubte Ausschlafen und das wurde offensichtlich genutzt.

Am Lehrertisch hingegen herrschte bereits reger Betrieb.

Tassen klirrten, Besteck bewegte sich wie von selbst und mehrere Gespräche überlappten einander. Minerva nahm Platz, griff nach einer Teetasse und spürte sofort, dass sie mitten in eine laufende Diskussion geraten war.

„…also wirklich beneidenswert“, hörte sie Filius sagen. „Ein ganzes Wochenende weg, einfach so.“

„Hermine hat es sich verdient“, meinte Neville eifrig. „Nach den letzten Wochen erst recht.“

„Mit ihrem Freund, nicht wahr?“, warf Horace ein.

Minerva hob unmerklich den Blick.

„Caleb“, sagte Irina trocken und nippte an ihrem Kaffee.

Ein kaum wahrnehmbares Schmunzeln lag um ihre Lippen. Es bereitete ihr immer wieder Freude mehr zu wissen, als die anderen und vor allem genoss sie die Gerüchteküche.

„Genau“, bestätigte Pomona, die ihr Brot bestrich, ohne aufzusehen.

„Sie hat erzählt, sie würde das Wochenende wieder mit ihm verbringen.“

Pomona musste sich ein Lächeln verkneifen. Auch sie amüsierte sich innerlich über ihre Kollegen, die mal wieder nichts besseres zu tun hatten, als über Hermines Privatleben zu sprechen.

„Ein sehr netter Mann“, murmelte Poppy beiläufig. „Wirklich bedauerlich für Hermine, dass sie einander so selten sehen.“

Pomona warf ihr einen kurzen Seitenblick zu, in dem sich leise Belustigung spiegelte. „Nun“, sagte sie gelassen, „manche Menschen legen eben Wert auf Privatsphäre.“

„Und dafür werden sie das Wochenende umso mehr… genießen“, meinte Irina und hob ihre Tasse ein wenig an, als würde sie einen stillen Toast ausbringen und lächelte in sich hinein.

Dabei glitt ihr Blick kurz zu Minerva und sie sah das Funkeln in den Augen der Verteidigungslehrerin.

Minerva hielt ihre Miene neutral und senkte schnell den Blick. Sie wusste, dass Irina es wusste. Wie könnte es auch anders sein? Minerva musterte ruhig ihr Frühstück, doch innerlich zog sich etwas zusammen — nicht unangenehm, eher… amüsiert. Hermine hatte also vorgesorgt. Ein sauberes, unverfängliches Alibi. Natürlich hatte sie das. Sie nahm einen Schluck Tee.

„Hoffentlich nutzt sie die Zeit zur Erholung“, sagte Minerva schließlich ruhig. „Sie hatte anspruchsvolle Wochen.“

Pomona nickte zustimmend.

„Das hoffe ich auch.“

Poppy lächelte leicht.

„Und manchmal ist ein bisschen… Abstand genau das, was man braucht.“

Irina sagte nichts mehr. Sie lächelte nur weiter in ihre Tasse.

Minerva lehnte sich minimal zurück. Die Gespräche glitten weiter, zu Quidditch, zu Prüfungen, zu belanglosen Dingen, doch sie konnte das leise Ziehen der Vorfreude nicht ganz unterdrücken.

'Caleb', dachte sie trocken.

Nun. Wenn dieser Freund Hermine dabei half, ein perfektes Wochenende zu organisieren, war Minerva mehr als bereit, ihm dankbar zu sein und während sie frühstückte, fragte sie sich unweigerlich, wo Hermine gerade war und was genau diese ominösen „Vorkehrungen“ wohl beinhalteten.

Dann betrat Hermine einen Moment später die Große Halle. Sie ließ den Blick kurz über die halb gefüllten Schülertische und den vollständig besetzten Lehrertisch gleiten und bemerkte sofort die gespannte, neugierige Stimmung.

'Also läuft das Gespräch noch', dachte sie zufrieden.

Sie setzte sich gelassen, griff nach einer Tasse und schenkte sich Tee ein, als wäre nichts ungewöhnlich. Innerlich amüsierte sie sich köstlich über die halblauten Bemerkungen, die verstummten, sobald sie näherkam. Dann hob sie kurz den Blick.

Minerva.

Nur ein Augenblick, kaum länger als ein Atemzug, aber er reichte. Ein leiser Funke, ein stilles Versprechen. Minerva erwiderte den Blick mit unerschütterlicher Ruhe, doch in ihren Augen lag Wärme. Hermine musste sich beherrschen, um nicht zu lächeln.

„Ah“, erklang Featherstones Stimme schneidend, „Miss Granger.“

Hermine wandte sich ihm zu, ruhig, aufmerksam.

„Man hört, Sie verbringen das Wochenende wieder sehr… ausgiebig mit Ihrem Freund“, fuhr er fort, der Tonfall süßlich. „Ich hoffe, das lenkt Sie nicht allzu sehr von Ihrer Ausbildung ab. Verwandlung erfordert bekanntlich Hingabe.“

Einen Herzschlag lang war es still am Tisch. Hermine stellte ihre Tasse ab. Langsam. Bedacht. Dann sah sie Featherstone direkt an.

„Mein Privatleben“, sagte sie kühl, „geht Sie absolut nichts an, Professor.“

Ein leises Klirren irgendwo. Pomona hob die Augenbrauen. Irina lächelte offen.

„Und“, fügte Hermine sachlich hinzu, „es hat keinerlei Auswirkungen auf meine Ausbildung. Sollte das jemals anders sein, werde ich die Erste sein, die Konsequenzen zieht.“

Featherstones Miene verhärtete sich.

„Das werden wir ja sehen.“

„Ganz bestimmt“, entgegnete Hermine trocken und biss genüsslich in ihren Toast.

Niemand, nicht einmal Edmund Featherstone, würde ihr ihre gute Laune und die Freude auf die Zeit mit Minerva verderben können.

Minerva sagte nichts. Sie musste es nicht. Ihre Haltung, ruhig und unbeweglich, sprach für sich. Hermine griff wieder nach ihrer Tasse, als wäre nichts weiter geschehen und nahm einen Schluck. Innerlich pochte ihr Herz noch, doch sie hielt den Kopf hoch.

'Du bekommst mich nicht klein', dachte sie.

Sie hatte einen Plan und ein Wochenende vor sich, das mehr versprach als jedes Gerücht.

Hermine atmete tief durch und senkte für einen Moment den Blick. Sie schloss kurz die Augen — ein stilles Sammeln, ein kleines Innehalten mitten im Stimmengewirr der Großen Halle. Dann öffnete sie sie wieder.

In genau diesem Augenblick veränderte sich Minervas Haltung. Es war kaum wahrnehmbar. Ein leichtes Straffen der Schultern, ein kaum sichtbares Anheben der Hand. Als Minerva sie wieder sinken ließ, lag zwischen ihren Fingern plötzlich ein kleiner, gefalteter Zettel. Niemand schien es bemerkt zu haben. Mit der Selbstverständlichkeit jahrelanger Übung ließ Minerva ihn in den Ärmel gleiten und steckte ihn wenig später diskret in die Innentasche ihres Umhangs.

Hermine hob den Blick, fing Minervas Augen ein — nur einen Herzschlag lang. Kein Lächeln, keine Regung, aber das Band zwischen ihnen spannte sich leise.

Minerva blieb äußerlich ganz die Schulleiterin, führte ein kurzes Gespräch zu Ende, erhob sich schließlich und verließ die Große Halle mit gemessenen Schritten. Erst draußen, im ruhigeren Korridor, blieb sie stehen.

Sie zog den Zettel hervor und entfaltete ihn.

Nur ein einziger Satz, in Hermines klarer Handschrift:

'Triff mich in deinem Büro.'

Minerva musste lächeln. Unwillkürlich, warm, beinahe jugendlich. Sie faltete den Zettel wieder zusammen und steckte ihn sorgfältig ein.

'Natürlich', dachte sie. 'Wo sonst?'

Mit neuem Elan wandte sie sich in Richtung ihres Büros.

Hermine klopfte nur kurz an, kaum hörbar, und trat ein, noch bevor Minerva etwas sagen konnte. Die Tür schloss sich leise hinter ihr und für einen Moment standen sie sich einfach nur gegenüber.

Minerva lehnte sich leicht gegen ihren Schreibtisch, die Arme locker verschränkt, ein amüsiertes Funkeln in den Augen.

„Wird das jetzt eigentlich zur Gewohnheit“, fragte sie grinsend, „dass wir nur noch über Zettelchen miteinander kommunizieren?“

Hermine schob die Hände in die Taschen ihres Rocks und erwiderte das Grinsen ohne jede Reue.

„Nur, wenn es nötig ist.“

„Ah“, meinte Minerva trocken. „Dann sollte ich mir wohl angewöhnen, stets Papier bei mir zu tragen.“

Hermine trat näher, senkte die Stimme.

„Schadet nie.“

Minerva musterte sie einen Moment, dann schüttelte sie schmunzelnd den Kopf.

„Es war klug von dir.“

„Ich weiß, aber was genau?“, grinste Hermine.

Minerva verdrehte die Augen.

„Deinen Caleb als Vorwand zu nutzen. Es ist ein plausibler Grund, sehr unauffällig und jeder kennt ihn.“

„Er ist unglaublich praktisch“, antwortete Hermine ernsthaft. „Taucht nie auf, widerspricht nie und sorgt zuverlässig für Gerüchte.“

Minerva lachte leise.

„Das habe ich bemerkt.“

„Du bist doch nicht etwa eifersüchtig? Liebling das hatten wir doch schon. Caleb…“

Minerva konnte ihr Lachen nicht mehr zurückhalten. Hermine seufzte.

„Du bist wirklich ein Biest, weißt du das? Ich dachte wirklich…“

„Du hättest gerade dein Gesicht sehen sollen. Es war einfach zu verlockend.“

„Warte nur. Das kriegst du schon sehr bald zurück.“

Hermine trat noch einen Schritt näher, stützte sich mit einer Hand auf dem Schreibtisch ab.

„Ich frage mich allerdings… Weiß er, dass wir ihn wieder als Vorwand benutzen?“

„Natürlich. Deswegen war ich so früh weg. Ich habe ihm gestern geschrieben und er hat mir schon geantwortet. Jetzt fehlt eigentlich nur noch dein Alibi.“

Minerva hob eine Augenbraue.

„Mein Alibi?“

„Nun ja“, sagte Hermine unschuldig, „wenn ich offiziell ein Wochenende mit meinem Freund verbringe und du offiziell… was auch immer Schulleiterinnen am Wochenende tun…“ Sie ließ den Satz offen und sah Minerva vielsagend an.

„Dann fällt niemandem auf, dass wir definitiv nicht in Hogwarts sein werden.“

Minerva hielt ihrem Blick stand, das Lächeln nun ruhiger, tiefer.

„Du bist dir deiner Sache ja sehr sicher.“

„Absolut“, erwiderte Hermine leise. „Dieses Wochenende gehört uns und das Schloss bleibt zurück.“

Minerva atmete aus, langsam, als würde sie eine Entscheidung bestätigen, die sie innerlich schon getroffen hatte.

„Dann“, sagte sie ruhig, „sollte ich mir wohl ebenfalls eine sehr überzeugende Geschichte überlegen.“

Hermine grinste zufrieden. Für einen Moment schwiegen sie, die Spannung zwischen ihnen vertraut und voller Vorfreude. Draußen rauschte das Schloss weiter in seinem gewohnten Rhythmus, doch in diesem Büro nahm bereits etwas Gestalt an, das mit Hogwarts nur noch wenig zu tun haben würde.

Hermine löste sich schließlich einen Schritt von Minerva, das Grinsen noch immer auf den Lippen.

„Ich gehe schon mal vor“, sagte sie leichthin. „Du folgst mir einfach, sobald du auch offiziell… verschwunden bist.“

Minerva hob den Kopf.

„Vorgehen? Wohin genau, wenn ich fragen darf?“

Hermine legte den Kopf schief, ihre Stimme wurde weich und geheimnisvoll.

„Den Treffpunkt findest du in deiner Wohnung.“

Einen Moment lang musterte Minerva sie, dann verdrehte sie erneut die Augen.

„Natürlich“, sagte sie trocken. „Also noch mehr Zettel.“

„Definitiv“, erwiderte Hermine unschuldig.

Sie trat näher, so nah, dass zwischen ihnen kaum noch Luft blieb. Ehe Minerva noch etwas entgegnen konnte, griff Hermine nach ihrer Robe, zog sie sanft, aber bestimmt zu sich heran und küsste sie. Der Kuss war kurz, aber vertraut, warm und er versprach mehr. Minerva erwiderte ihn ohne Zögern, legte eine Hand an Hermines Taille, nur für diesen einen Atemzug.

„Du bist unmöglich“, murmelte sie leise, als sie sich lösten.

„Und du magst es“, antwortete Hermine lächelnd.

Minerva schnaubte leise, strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.

„Geh. Bevor ich vergesse, dass ich hier noch Schulleiterin bin.“

Hermine nickte, trat rückwärts zur Tür, den Blick noch immer auf Minerva gerichtet.

„Beeil dich“, sagte sie leise und verschwand.

Minerva blieb einen Moment stehen, atmete tief durch und schüttelte leicht den Kopf, ein Lächeln auf den Lippen. Dann wandte sie sich ihren Pergamenten zu — entschlossen, rasch einen sehr überzeugenden Grund für ihre Abwesenheit zu finden.