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Zuversicht

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Zuversicht

Hallo ihr Lieben,

ich konnte nicht warten und hoffe, ihr freut euch auf das neue Kapitel :D Lasst es mich gerne wissen ;)

Nun wünsche ich euch viel Spaß.

LG

M.

Nach dem Essen machte Minerva keine Anstalten, sich den anderen noch auf einen Plausch anzuschließen. Mit knapper Verabschiedung verließ sie die Große Halle und steuerte direkt ihr Büro an. Die Stille dort tat gut, zumindest für einen Moment. Sie schloss die Tür hinter sich, legte die Hände auf die Rückenlehne ihres Stuhls und atmete tief durch. Als es kurz darauf klopfte, sah sie überrascht auf. Sie hatte Hermine erwartet, doch da lag sie falsch.

„Herein“, sagte Minerva, ohne sich umzudrehen.

Die Tür öffnete sich und zwei vertraute Stimmen erklangen.

„Stören wir?“, sagte Poppy.

„Wir hoffen nicht.“, kam es nahezu gleichzeitig von Pomona.

Minerva schloss für einen Sekundenbruchteil die Augen.

'Natürlich.'

Sie drehte sich um, ließ die Maske der Schulleiterin fallen und lächelte ihre Freundinnen an.

„Natürlich stört ihr nicht. Kommt rein.“

Sie deutete auf die Stühle vor ihrem Schreibtisch.

„Setzt euch.“

Poppy und Pomona taten es, tauschten jedoch diesen einen Blick, der Minerva sofort verriet:

Sie würden sich nicht mit einer ausweichenden Antwort zufriedengeben.

„Du wirkst angespannt“, begann Poppy ohne Umschweife. „Mehr als sonst.“

„Und das Ministerium schickt dir inzwischen Briefe wie andere Leute Postkarten“, ergänzte Pomona trocken, als sie die Umschläge auf dem Schreibtisch sah.

„Also, was ist los?“

Minerva verschränkte die Hände vor sich.

„Es gibt… Diskussionen“, sagte sie ruhig. „Nichts Ungewöhnliches. Verwaltung. Zuständigkeiten. Das Übliche.“

Poppy hob eine Augenbraue.

„Minerva.“

Pomona lehnte sich vor.

„Wir kennen dich gut genug. Das war nicht mal annähernd die Wahrheit.“

Ein paar Sekunden vergingen. Das Ticken der kleinen Uhr auf dem Regal schien plötzlich unerträglich laut. Minerva wusste, dass Widerstand zwecklos war. Diese beiden kannten sie zu lange und viel zu gut.

Sie seufzte leise und ließ die Schultern minimal sinken.

„Es gibt Gerüchte“, sagte sie schließlich. „Über mich und über Hermine, das Ministerium erreicht haben.“

Beide Frauen wurden sofort ernst.

„Welche Art von Gerüchten?“ fragte Poppy vorsichtig.

Minerva sah kurz zur Tür, dann wieder zu ihnen. Ihre Stimme blieb ruhig, aber leiser. „Dass meine Unterstützung für sie… nicht rein professioneller Natur sei.“

Pomona atmete langsam aus.

„Featherstone.“

Es war keine Frage. Minerva nickte kaum merklich.

„Ich kann es nicht beweisen, aber er hat Fragen gestellt, gestichelt und nun hat das Ministerium angefangen, genau hinzuhören.“

Poppy schüttelte den Kopf.

„Dieser Mann…“

„Und?“ fragte Pomona sanft.

Minerva zögerte. Nicht lange. Aber lang genug, dass beide die Antwort bereits kannten.

„Natürlich hat meine Beziehung zu Hermine keine Auswirkungen auf ihre Ausbildung. Ich bevorzuge sie deshalb nicht. Sie erhält die selbe professionelle Unterstützung, wie auch Neville und ich würde mich vor jeden anderen Kollegen stellen, so wie ich mich vor sie stelle, wenn etwas unrechtes geschieht.“

Einen Moment lang sagte niemand etwas. Dann stand Pomona auf, ging um den Schreibtisch herum und legte Minerva eine Hand auf die Schulter.

„Du schuldest uns keine Rechtfertigung.“

Poppy nickte.

„Wir wissen, dass du privates und berufliches trennen kannst.“

„Allerdings kennen dich andere nicht so gut wie wir und…“, begann Pomona, hielt dann aber inne.

Minerva schloss kurz die Augen.

„Ich weiß und genau das macht es so schwierig.“

Pomona setzte sich wieder. Ihr Blick war ruhig, aber wachsam.

„Dann hör mir gut zu, Minerva McGonagall. Du hast dein Leben lang getan, was richtig war. Für Hogwarts. Für die Schüler. Für uns alle. Und wenn jemand glaubt, dir daraus einen Strick drehen zu können, dann wird er sich an uns vorbeikämpfen müssen.“

Poppy lächelte warm.

„Wir stehen hinter dir. Außerdem habe ich keine Geduld für Ministeriumsdramen.“

Ein Lächeln huschte über Minervas Gesicht. Müde, aber ehrlich.

„Danke“, sagte sie leise. „Ihr seid einfach die besten Freundinnen, die man sich wünschen kann.“

Die drei Frauen standen auf. Minerva drückte beide gleichzeitig und schöpfte daraus Kraft.

Als die Tür sich später wieder hinter Pomona und Poppy schloss, blieb Minerva allein zurück, aber zum ersten Mal an diesem Tag fühlte sie sich nicht mehr ganz so, als stünde sie allein auf weiter Flur und irgendwo im Schloss wusste sie, wartete Hermine.

Sie warf einen Blick auf ihren Schreibtisch. Dann schüttelte sie den Kopf.

„Nein. Genug für heute.“

Sie griff nach ihrem Zauberstab, löschte die Lichter und ging in ihre Wohnung.

Minerva ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen und zu ihrer Überraschung empfing sie sofort die wohlige Wärme des Kaminfeuers. Der Duft von Tee und Keksen mischte sich darunter. Das Feuer knisterte leise, warf tanzende Schatten an die Wände. Sie trat näher. Auf dem Tisch standen zwei Tassen dampfender Ingwertee und eine kleine Dose mit Ingwerkeksen. Minerva konnte nicht anders, als über das kleine Arrangement zu lächeln. Hermine hatte an alles gedacht. Minerva blickte auf, als Hermine aus dem Badezimmer kam. Sie trug ein helles Strickkleid, eine schwarze Strumpfhose und hatte die Haare unordentlich zusammengebunden. Minerva lächelte sofort.

„Da bist du ja endlich“, sagte Hermine, ihre Stimme weich, während sie auf Minerva zukam.

„Entschuldige. Ich hatte noch Besuch von Poppy und Pomona.“

Hermine legte ihre Hände um Minervas Hüfte.

„Das dachte ich mir schon. So wie du aussiehst, hat dir der Besuch gutgetan.“

„Ich denke schon. Jetzt bin ich aber froh, hier bei dir zu sein.“

Minerva beugte sich vor und küsste Hermine sanft.

„Du hast dir ja hier einiges einfallen lassen“, meinte sie und deutete auf den Tisch vor der Couch.

„Ich dachte, wir könnten den Abend einfach für uns haben. Ganz entspannt. Nur wir beide.“

Minerva ließ ihren Blick über Hermine gleiten und spürte, wie eine Welle der Erleichterung und Wärme sie durchströmte. Endlich war sie hier. Keine Briefe, keine Ministeriumsfragen, kein Featherstone. Nur Hermine, das warme Licht des Feuers und der Duft von Tee und Ingwerkeksen.

„Das klingt… sehr gut“, sagte Minerva, ihre Stimme leise, aber mit einem klaren Unterton von Freude.

Sie griff Hermines Hand und ging mit ihr zum Sofa. Dort ließen sie sich nebeneinander nieder. Hermine zog die Beine an, Minerva atmete tief durch. Hermine lehnte sich zurück und lächelte.

„Ich dachte, wir könnten einfach reden, vielleicht ein paar Kekse essen und alles andere für einen Moment vergessen.“

Hermine reichte Minerva eine Tasse Tee und hielt ihr die Dose mit den Keksen hin.

„Und keine Sorge, ich habe die Kekse nicht selbst gebacken“, schmunzelte sie.

Minerva lachte, nahm die Tasse in die Hand und fühlte die Wärme durch ihre Finger ziehen.

Ich hätte sie trotzdem gegessen“, sagte sie lächelnd und küsste Hermine an die Schläfe.

„Das wäre sehr mutig. Jetzt aber genießen wir diesen Moment nur für uns… das haben wir beide verdient“, murmelte Hermine

Hermine rückte näher und legte ihre Hand über Minervas, warm und beruhigend. Minerva spürte ein Lächeln in ihrer Brust wachsen. Für einen Abend schien die Welt weit weg, die Sorgen des Ministeriums und selbst Featherstone konnten hier nicht eindringen.

„Das haben wir“, flüsterte Minerva.

Und so saßen sie da, tranken Tee, knabberten an den Keksen und ließen die Stunden vorbeiziehen, nur sie beide, in dieser kleinen, sicheren Blase aus Wärme, Licht und Nähe.

Später begann Hermine zu gähnen. Minerva lachte leise und streichelte durch Hermines Haar.

„Es war ein langer Tag“, sagte sie. „Wir sollten ins Bett gehen.“

Hermine löste sich ein kleines Stück und sah Minerva an.

„Nimmst du mich mit?“

Minerva schnaubte und lächelte.

„Unbedingt.“

Im Schlafzimmer herrschte dieses gemütliche, vertraute Halbdunkel, nur die kleine Lampe auf dem Nachttisch brannte noch. Minerva legte ihre Robe ordentlich über den Stuhl und begann, sich umzuziehen, während Hermine bereits barfuß durchs Zimmer tapste und nach ihrem Schlafzeug suchte.

„Übrigens“, begann Hermine in möglichst unschuldigem Tonfall, während sie ein Nachthemd aus der Tasche zog, „dein Portrait draußen könnte wirklich mal ein Benimmtraining gebrauchen.“

Minerva zog eine Augenbraue hoch und warf ihr einen amüsierten Blick zu.

„Ach ja? Was hat es denn angestellt?“

„Es hat mich erst einmal von oben bis unten gemustert“, sagte Hermine und verzog das Gesicht. „Dann meinte es, es könne doch nicht schon wieder jemand sein, der um diese Uhrzeit hier rein will und ob ich denn nichts Besseres zu tun hätte, als die Direktorin zu stören.“

Minerva musste lachen, dieses leise, ehrliche Lachen, das sie nur selten zeigte.

„Es hat eben einen sehr ausgeprägten Pflichtsinn.“

„Pflichtsinn? Das war pure Zickigkeit“, erwiderte Hermine grinsend. „Es hat mir fast noch einen Vortrag über Anstand und Uhrzeiten gehalten.“

Minerva schlüpfte in ihr Nachthemd und schüttelte den Kopf, immer noch schmunzelnd.

„Es soll ja auch nicht zu leicht sein, in meine Wohnung zu kommen. Sonst steht am Ende noch halb Hogwarts hier.“

Hermine lachte.

„Keine Sorge. Nach dieser Begrüßung überlegt sich jeder zweimal, ob er es versucht.“

„Sehr gut“, meinte Minerva trocken. „Dann erfüllt es ja genau seinen Zweck. Außerdem reicht das Passwort allein nicht aus, wie du weißt. Es lässt dich nur mit meiner ausdrücklichen Erlaubnis herein.“

Hermine kam zu ihr herüber, legte den Arm kurz um ihre Taille und gab ihr einen schnellen Kuss auf die Wange.

„Darüber bin ich sehr froh. Trotzdem, wenn es mich das nächste Mal wieder so behandelt, beschwere ich mich offiziell bei seiner Besitzerin.“

Minerva zog sie spielerisch näher.

„Die wird das sicher mit großem Ernst prüfen.“

Beide lachten, während sie sich bettfertig machten und für einen Moment fühlte sich alles erstaunlich leicht und normal an.

Hermine schob die Decke ein Stück zur Seite und kuschelte sich näher an Minerva heran, als wäre dieser Platz schon immer für sie bestimmt gewesen. Ihre Finger zeichneten ruhige, sanfte Linien über Minervas Arm, ganz ohne Eile, einfach nur, um die Nähe zu spüren. Minerva atmete leise aus, entspannte sich sichtbar unter dieser vertrauten Berührung und wandte sich Hermine zu. Ihre Stirn berührte Hermines, ein zärtlicher Kuss folgte, warm und ruhig.

„Das ist so unglaublich schön“, murmelte Minerva kaum hörbar. „Es ist immer noch kaum zu glauben, dass die heißeste Lehrerin in meinem Bett liegt.“

„Mhm, ich weiß genau, was du meinst.“

Hermine lächelte, küsste sie noch einmal, diesmal etwas länger.

„Wenn wir gerade dabei sind, ich brauche unbedingt die Fotos. Ich meine, für mich bist eindeutig du die heißeste Lehrerin und Schulleiterin, aber mich würde es doch sehr interessieren, wie du aussahst, als du diesen ehrenvollen Titel getragen hast.“

Minerva schmunzelte.

„Danke für die Blumen, aber das ist schon viele Jahre her. Du hast den Titel mehr als verdient mein Schatz.“

„Trotzdem brauche ich die Fotos“, grinste Hermine.

„Morgen Liebling. Vielleicht morgen.“

Minerva zog sie enger an sich, legte den Arm um ihren Rücken, als wollte sie sie vor allem abschirmen, was draußen lauerte – Ministerium, Briefe, Sorgen. In diesem Moment existierte davon nichts.

Hermine lauschte Minervas ruhigem Atem, ließ ihren Kopf an ihrer Schulter sinken. Die Welt wurde leiser, langsamer. Die Anspannung der letzten Tage wich Stück für Stück, ersetzt durch Wärme und das sichere Gefühl, nicht allein zu sein.

So schliefen sie schließlich ein, eng ineinander verschlungen, gehalten von der Ruhe der Nacht und dem stillen Versprechen, den nächsten Tag gemeinsam zu meistern.

Der nächste Morgen begann ungewöhnlich still. Kein hastiges Aufstehen, kein Blick auf die Uhr, kein Gedanke an Stundenpläne oder Ministeriumsbriefe, zumindest noch nicht.

Das erste, was Hermine wahrnahm, war die Wärme neben sich und Minervas ruhiger Atem. Für einen Moment blieb sie einfach liegen und beobachtete sie, wie eine Strähne von Minervas Haar ihr ins Gesicht gefallen war und wie die Morgensonne durch die Vorhänge einen weichen Schimmer auf ihr Gesicht legte.

Minerva regte sich, blinzelte und brauchte einen Augenblick, um ganz wach zu werden. Als sie Hermine neben sich sah, huschte ein kleines, ehrliches Lächeln über ihr Gesicht.

„Guten Morgen“, murmelte sie leise.

„Guten Morgen“, antwortete Hermine und beugte sich vor, um ihr einen sanften Kuss zu geben. Nichts Drängendes, nichts Eiliges, nur eine ruhige, vertraute Geste.

Sie blieben noch eine Weile so liegen, tauschten ein paar zärtliche Küsse, Hermine legte den Kopf an Minervas Schulter, während ihre Hand sanft über Minervas Seiten glitt, Minerva strich ihr gedankenverloren über den Rücken. Für ein paar kostbare Minuten fühlte es sich an, als gäbe es da draußen keine Pflichten und keine Sorgen.

„Wenn jeder Morgen so anfangen würde…“, meinte Hermine leise.

Minerva schmunzelte, als Hermines Hand sich auf ihren Hintern lege.

„Dann würde vermutlich niemand mehr pünktlich zum Unterricht erscheinen.“

Hermine lachte leise und kuschelte sich noch ein Stück näher an sie und auch wenn beide wussten, dass sie nicht ewig so liegen bleiben konnten, genossen sie diese ruhige, friedliche Zeit noch ein kleines bisschen länger.

Irgendwann ließ sich das Bett dann doch nicht länger verteidigen. Minerva seufzte leise, als sie die Decke zurückschlug, während Hermine noch einen Moment liegen blieb, nur um sie dabei zu beobachten. Schließlich stand auch sie auf, barfuß, noch halb in der Wärme der Nacht gefangen.

Sie machten sich fertig, ruhig, beinahe routiniert. Zahnbürsten nebeneinander, ein kurzer Blick in den Spiegel, ein schiefes Lächeln, als sich ihre Blicke trafen. Es war erstaunlich, wie viel Normalität in diesen kleinen Gesten steckte.

Als Minerva gerade dabei war, ihre Robe zu richten, durchbrach Hermine die Stille.

„Was hast du jetzt mit dem Brief vor?“

Minerva hielt kurz inne, dann schüttelte sie den Kopf.

„Ich werde antworten müssen. Daran führt kein Weg vorbei.“

Sie sprach sachlich, aber Hermine hörte die Spannung darunter.

„Aber nicht sofort. Eine übereilte Antwort wirkt wie eine Rechtfertigung und das werde ich ihnen nicht geben.“

Hermine nickte langsam.

„Der 15. November ist schon nächste Woche.“

Minerva sah sie an, ruhig, beinahe gelassen.

„Dann habe ich ja noch ein paar Tage Zeit.“

Hermine musterte sie einen Moment länger, als wolle sie prüfen, ob diese Gelassenheit echt war oder nur sorgfältig aufrechterhalten. Dann trat sie näher, legte kurz eine Hand an Minervas Arm.

„Du musst da nicht allein durch.“

Minerva erwiderte den Blick, ihre Miene weicher als zuvor.

„Das weiß ich.“

Und auch wenn die Worte schlicht waren, lag darin mehr Zuversicht, als Minerva selbst erwartet hätte.