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Geteilte Last

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Geteilte Last

Hallo ihr Lieben,

seid ihr noch da? Ich hoffe, ihr freut euch über das neue Kapitel. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen :D

LG

M.

Hermine bog um die Ecke des Korridors und lief beinahe direkt in Irina hinein. Beide blieben stehen, musterten sich einen Moment, dann musste Hermine grinsen.

„Geht es dir gut?“, fragte Irina sofort.

„Also“, sagte sie trocken, „rein fachlich betrachtet: Dein Zauber ist wirklich beeindruckend. Ich gebe ihm fünf von fünf Sternen. Würde ich jederzeit wieder… na ja. Vielleicht nicht freiwillig.“

Irina verzog den Mund zu einem schiefen Lächeln.

„Glaub mir, ich nehme das als Kompliment.“

Dann seufzte sie leise.

„Und es tut mir leid. Ehrlich, aber nur so wirkt es glaubhaft. Wenn nur Featherstone reagiert hätte, wäre er sofort misstrauisch geworden.“

Hermine nickte.

„Schon klar und rational weiß ich das auch.“ Sie rieb sich kurz die Schläfe. „Aber wow. Das Zeug hat Biss.“

„Oh, ich weiß“, antwortete Irina und lehnte sich kurz gegen die Wand. „Ich habe es heute selbst gespürt. Schwindel, Druck, dieses unangenehme Gefühl, als wäre man permanent kurz davor, etwas Wichtiges zu vergessen.“ Sie schnaubte leise. „Nicht meine Lieblingsdisziplin, definitiv.“

Irina musterte Hermine einen Moment ernster. „Wenn es zu viel wird—“

„Sag ich Bescheid“, fiel Hermine ihr ruhig ins Wort.

„Ich habe das im Blick und ich ziehe den Zauber sofort zurück, bevor es gefährlich wird. Versprochen“, sagte Irina.

Hermine atmete auf, doch Irinas Gesicht wurde ernst

„Minerva hat es eben auch erwischt.“

Hermines Augen weiteten sich. Sie öffnete schon den Mund, doch Irina unterbrach sie.

„Poppy war bei ihr.“

„Zum Glück. Warte… woher weißt du das?“

„Nun, wenn die Menschen abgelenkt sind, ist es einfach die Gedanken zu berühren. Ich sagte doch, dass ich euch im Blick habe.“

Irina lächelte und Hermine nickte langsam.

„Dann sind wir noch im grünen Bereich.“

Ein schmales, fast entschuldigendes Lächeln erschien wieder auf Irinas Lippen.

„Ich habe früher… deutlich rücksichtsloser gezaubert. Heute weiß ich wenigstens, wo die Grenzen sind.“

Hermine hob eine Augenbraue.

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich nach dem hier jemals wieder ruhig an dir vorbeigehen kann.“

Irina lachte leise.

„Das ist wahrscheinlich gesünder.“

Für einen Moment standen sie schweigend nebeneinander, beide angespannt und doch entschlossen.

„Es wird funktionieren“, sagte Hermine schließlich.

Irina nickte.

„Ja und genau deshalb halte ich es noch ein kleines bisschen aufrecht.“

Hermine seufzte, dann grinste sie schief.

„Dann hoffen wir mal, dass Featherstone zuerst zusammenklappt.“

Irinas Augen funkelten.

„Darauf arbeite ich hin.“

„Gut. Ich möchte jetzt kurz nach Minerva sehen.“

„Natürlich, aber pass auf.“

„Ich weiß. Danke.“

Irina setzte ihren Weg in ihr Büro fort, während Hermine in die andere Richtung ging. Sie wählte bewusst den längeren Weg. Ein anderer Korridor, eine Treppe mehr, alles nur, um sicherzugehen. Sie achtete auf Spiegelungen in den Fenstern, auf Schritte hinter sich, auf Stimmen. Nichts. Niemand.

Erst dann bog sie entschlossen zu Minervas Büro ab. Sie klopfte nicht. Die Tür öffnete sich leise und Hermine trat ein, schloss sie sofort wieder hinter sich.

Minerva stand am Fenster, beide Hände auf das steinerne Fensterbrett gestützt. Ihr Rücken war gerade, doch die Spannung darin war unübersehbar. Das Licht von draußen zeichnete scharfe Linien auf ihr Profil, ließ sie älter wirken und müder.

„Minerva“, sagte Hermine schließlich leise.

Minerva zuckte zusammen, drehte dann langsam den Kopf. Ihre Miene war gefasst, aber ihre Augen verrieten, dass sie Hermines Nähe gerade dringend gebraucht hatte.

„Du solltest hier nicht einfach so hereinspazieren“, sagte sie, ohne wirkliche Schärfe.

Hermine trat näher.

„Ich weiß, aber ich wollte nach dir sehen.“

Minerva atmete aus, löste eine Hand vom Fensterbrett und rieb sich kurz die Stirn.

„Poppy hat mir etwas gegeben. Es geht wieder.“ Sie zögerte einen Moment. „Aber… es hat mich stärker erwischt, als ich erwartet habe.“

Hermine stellte sich neben sie, nah genug, um ihre Schulter zu berühren, tat es aber nicht sofort.

„Ich habe Irina gesehen. Sie weiß Bescheid. Es tut ihr leid. Wenn es nicht geht, wird sie abbrechen.“

„Das weiß ich“, antwortete Minerva ruhig.

Dann sah sie Hermine an, lange, prüfend.

„Und was ist mit dir?“

Hermine zuckte mit den Schultern, versuchte ein Lächeln.

„Vorhin der Schwindel, gelegentlich ein unangenehmes Gefühl, aber nichts, womit ich nicht leben kann.“

Minerva hob die Hand und legte sie schließlich doch an Hermines Arm. Fest. Erdend.

„Versprich mir, dass du sofort zu Poppy gehst, wenn es schlimmer wird.“

„Versprochen“, sagte Hermine ohne Zögern.

Für einen Moment standen sie einfach so da, dicht nebeneinander, der Lärm des Schlosses weit entfernt. Minerva schloss kurz die Augen, lehnte die Stirn gegen das kühle Glas.

„Ich hasse es“, murmelte sie, „dass ihr das alles mittragen müsst.“

Hermine lächelte sanft.

„Ich nicht. Ich wähle das hier. Dich. Uns.“

Minerva sah sie an und für einen kurzen Augenblick fiel jede Maske. Dann richtete sie sich wieder auf, atmete tief durch.

„Gut“, sagte sie leise. „Dann lass uns dafür sorgen, dass sich das alles lohnt.“

Hermine lehnte sich ein wenig näher an Minerva, die kurz ihre Stirn küsste.

„Ich glaube, ich sollte es morgen offiziell machen.“

Hermine hob fragend den Kopf.

„Offiziell?“

„Eine kurzfristige Lehrerkonferenz“, erklärte Minerva.

„Ich ordne die Untersuchung aller Lehrkräfte an. Ganz sachlich. Damit ist es hochoffiziell und niemand kann sich drücken, niemand kann Ausreden erfinden.“

Hermine dachte einen Moment nach. Ihr Blick glitt zurück zum Fenster, dann wieder zu Minerva. Man sah förmlich, wie Minerva die möglichen Folgen abwog, Risiken gegen Nutzen stellte.

„Dann wirkt es wie eine Vorsichtsmaßnahme“, murmelte Hermine. „Gesundheitliche Beschwerden im Kollegium. Verantwortung der Schulleitung.“

Minerva nickte.

„Genau.“

„Und Featherstone kann nicht einfach fernbleiben, ohne Verdacht zu erregen.“

Ein leises, anerkennendes Lächeln erschien auf Minervas Lippen.

„Sehr gut erkannt.“

Hermine grinste.

„Ich kann gelegentlich strategisch denken.“

„Gelegentlich?“ Minerva schnaubte leise, dann wurde sie wieder ernst.

„Ja. So machen wir es. Ich setze die Konferenz für morgen an. Kurzfristig, ohne viel Vorlauf. Das erhöht den Druck.“

Sie hielt dann inne und sah Hermine an.

„Das wird der entscheidende Schritt sein.“

Hermine legte ihre Hand über Minervas. Minerva drückte ihre Hand sanft. Für einen Moment tauschten sie einen stillen Blick, voll unausgesprochener Zuversicht.

„Dann“, sagte Minerva schließlich gefasst, „beginnen wir morgen mit dem offiziellen Teil.“

Hermine lächelte zufrieden.

„Endlich.“

Hermine trat noch einen Schritt näher, so nah, dass Minerva ihren Atem spüren konnte. Für einen Moment zögerte sie – der Verstand meldete sich, Pflicht, Ort, Zeitpunkt. Doch dann war Hermine schon da, ihre Hand an Minervas Taille, der Kuss sanft, ruhig, vertraut. Minerva erstarrte einen Herzschlag lang. Dann seufzte sie leise und erwiderte den Kuss, langsam, bedacht, als würde sie sich selbst erlauben, für diesen einen Moment alles andere auszublenden. Die Anspannung in ihren Schultern ließ ein wenig nach.

Als sie sich lösten, blieb Hermine dicht bei ihr. Ein Schmunzeln spielte um ihre Lippen.

„Weißt du“, murmelte sie, „vielleicht kann ich das Schwindelgefühl und den ganzen Rest einfach… wegküssen.“

Minerva hob amüsiert eine Augenbraue.

„Eine sehr… kreative Theorie.“

„Ich bin ziemlich gut in der praktischen Anwendung“, erwiderte Hermine trocken.

Minerva lachte leise. Sie hob die Hand, strich Hermine kurz über die Wange. Für einen Moment standen sie einfach da, gehalten von Nähe und dem stillen Wissen, dass sie gemeinsam etwas Schweres trugen und dennoch lachen konnten. Dann räusperte sich Minerva leise und trat einen halben Schritt zurück.

„Liebes, du vergisst wohl, dass wir uns hier in meinem Büro befinden.“

„Oh das habe ich ganz und gar nicht vergessen Schulleiterin“, sagte Hermine schmunzelnd.

„Du solltest besser gehen, bevor ich vergesse, dass ich das bin.“

Hermine grinste, drehte sich zur Tür, blieb aber noch einmal stehen.

„Bis später.“

Minerva nickte.

„Bis später.“

Und als die Tür sich hinter Hermine schloss, war das Schwindelgefühl tatsächlich ein kleines bisschen weniger.

Beim Abendessen lag eine merkwürdige Stimmung über der Großen Halle. Das übliche Gemurmel war da, das Klirren von Besteck, das Lachen der Schüler, doch am Lehrertisch führte kaum jemand ein wirklich unbeschwertes Gespräch.

„Mir war den ganzen Nachmittag schwindlig“, murmelte Professor Sinistra und rieb sich die Schläfen. „Als hätte ich den ganzen Tag in den Sternenhimmel gestarrt.“

Slughorn nickte eifrig, während er an seinem Kelch nippte.

„Ganz genau! Und dieses flaue Gefühl im Magen … äußerst unangenehm. Ich dachte erst, es läge am Mittagessen.“ Er senkte die Stimme. „Aber offenbar geht es uns allen so.“

Neville sah etwas blass aus, versuchte jedoch tapfer zu lächeln.

„Die Schüler haben offensichtlich noch nichts gemerkt, glaube ich.“

„Zum Glück“, sagte Pomona ruhig und warf Minerva einen kurzen, wissenden Blick zu.

„Es wäre unerquicklich, wenn so etwas die Runde machen würde.“

Featherstone hingegen wirkte deutlich schlechter als die anderen. Er hatte kaum etwas angerührt, seine Aktentasche stand wie immer dicht an seinem Stuhl, eine Hand lag beinahe besitzergreifend darauf. Sein Blick wanderte unruhig durch die Halle.

„Das ist kein Zufall“, sagte er scharf. „So etwas passiert nicht einfach.“

Minerva nahm einen Schluck Tee, ihre Miene vollkommen beherrscht.

„Zufälle sind im Schloss nichts Ungewöhnliches, Edmund. Hogwarts reagiert auf vieles.“

Irina lehnte sich zurück, scheinbar entspannt, und lächelte in ihr Glas. Am unteren Ende des Tisches beugte sich Hermine leicht zu Pomona und flüsterte:

„Die Schüler haben wirklich nichts gemerkt.“

Pomona schmunzelte kaum sichtbar.

„Dann läuft alles nach Plan.“

Minerva ließ ihren Blick einmal über den Lehrertisch gleiten. Besorgte Gesichter, leise Stimmen, ein wachsendes Gefühl von Unruhe, aber keine Panik. Noch nicht.

'Gut', dachte sie. 'Genau so musste es sein.'

Nach dem Essen löste sich die Runde langsamer auf als sonst. Niemand hatte es eilig, in seine Gemächer zurückzukehren, als könne Bewegung das ungute Gefühl nur verschlimmern. Einzelne Lehrer blieben stehen, tauschten leise Vermutungen aus oder warfen besorgte Blicke zu Poppy, die geduldig nickte und beruhigende Worte verteilte, ohne allzu viel zu versprechen. Featherstone erhob sich schließlich abrupt. Sein Stuhl schabte laut über den Steinboden. Einen Moment lang schwankte er, fing sich dann aber und griff fester nach seiner Aktentasche. Sein Blick traf Minervas nur flüchtig – misstrauisch, prüfend – bevor er die Halle verließ.

Hermine beobachtete ihn aus dem Augenwinkel.

„Er wird nervös“, murmelte sie kaum hörbar.

„Gut“, antwortete Minerva leise. „Nervosität macht Fehler.“

Irina trat zu ihnen, die Hände locker hinter dem Rücken verschränkt.

„Der Zauber entfaltet sich genau wie geplant“, sagte sie ruhig. „Morgen wird niemand mehr behaupten können, das sei Einbildung.“

„Und du?“, fragte Hermine und musterte sie aufmerksam.

Irina zuckte mit den Schultern.

„Sagen wir so: Ich bin froh, dass ich heute keinen Unterricht hatte.“ Ein schiefes Grinsen huschte über ihr Gesicht. „Aber Opfer gehören dazu.“

Minerva nickte. Poppy trat zu ihnen.

„Ich werde morgen eine kurze Konferenz einberufen und die Untersuchung ankündigen. Ich werde es als Vorsichtsmaßnahme deklarieren. Niemand wird widersprechen, dafür geht es zu vielen schlecht.“

Langsam leerte sich die Große Halle. Die Schüler verschwanden in Richtung ihrer Gemeinschaftsräume, ahnungslos wie immer. Zurück blieb der Lehrertisch, auf dem noch Kerzen flackerten und Teller langsam verschwanden.

Hermine trat näher an Minerva heran. Für einen kurzen Moment berührten sich ihre Finger unter dem Tischrand – flüchtig, heimlich, aber voller Bedeutung.

„Noch einen Tag“, flüsterte Hermine.

Minerva schloss kurz die Augen und atmete tief durch.

„Ja. Noch einen Tag. Dann holen wir uns zurück, was uns gehört.“

Und irgendwo in den Korridoren, das wusste Minerva nur zu gut, klammerte sich Featherstone an seine Aktentasche, ohne zu ahnen, wie nahe der Moment war, in dem er sie aus den Augen verlieren würde.

Minerva verließ die Große Halle mit ruhigem Schritt, den Rücken gerade, den Blick nach vorn gerichtet. Nach außen wirkte sie wie immer – gefasst, kontrolliert, unerschütterlich, doch innerlich arbeitete es in ihr. Der Korridor war um diese Uhrzeit beinahe leer. Nur das gedämpfte Echo ihrer Schritte und das leise Knistern der Fackeln begleiteten sie. Als sie um eine Ecke bog, verlangsamte sie unwillkürlich ihren Gang.

Featherstone stand ein Stück weiter vorne, halb im Schatten einer steinernen Nische. Er hatte sie nicht bemerkt. Seine Aktentasche hielt er fest an sich gedrückt, fast krampfhaft. Er murmelte vor sich hin, unruhig, fahrig.

„Das ist absurd … völlig absurd“, hörte Minerva ihn leise sagen. „So etwas passiert nicht einfach zufällig. Reiß dich zusammen. Keine Fehler. Jetzt erst recht keine Fehler.“

Er fuhr sich mit der freien Hand durchs Haar, atmete tief ein, als müsse er sich selbst sammeln. Für einen Moment blieb er stehen, sah sich um, als hätte er das Gefühl, beobachtet zu werden. Minerva trat unauffällig einen Schritt zurück, blieb außerhalb seines Blickfeldes.

„Alles unter Kontrolle“, murmelte er weiter, mehr zu sich selbst als zu irgendwem sonst. „Du hast alles bedacht.“

Minerva spürte, wie sich etwas in ihr festigte. Nicht Genugtuung, dafür war die Lage zu ernst, aber Gewissheit. Er hatte Angst und Angst machte ihn unvorsichtig, ganz gleich, wie sehr er sich einzureden versuchte, dass er Herr der Situation sei. Er setzte sich wieder in Bewegung, schneller nun, beinahe hastig und verschwand um die nächste Ecke.

Erst dann trat Minerva aus dem Schatten. Sie atmete langsam aus, strich ihre Robe glatt und ging weiter zu ihrem Büro, als wäre nichts gewesen, doch in ihrem Inneren hallten seine Worte nach.

'Keine Fehler.'

Ein leiser, entschlossener Zug umspielte ihre Lippen.

„Ganz recht“, murmelte sie kaum hörbar. „Keine Fehler.“

Minerva schloss die Tür zu ihrem Büro hinter sich und lehnte sich für einen kurzen Moment dagegen. Das Schloss klickte leise. Erst jetzt erlaubte sie sich, die Anspannung aus den Schultern sinken zu lassen. Sie wusste nur zu gut, wie gefährlich Menschen wurden, wenn sie glaubten, alles unter Kontrolle haben zu müssen. Minerva trat an ihren Schreibtisch, zündete mit einem kurzen Zauber die Lampe an und setzte sich. Die Briefe vom Ministerium lagen ordentlich gestapelt an der Seite – stumm, aber bedrohlich. Sie strich mit den Fingerspitzen darüber, dann schob sie sie bewusst beiseite.

Ein leises Klopfen riss sie aus ihren Gedanken.

„Herein.“

Die Tür öffnete sich vorsichtig und Hermine schlüpfte herein, die Tür ebenso schnell wieder hinter sich schließend. Ihr Blick wanderte sofort zu Minerva, suchend, prüfend.

„Ich wollte… Was ist los?“, sagte sie leise. „Du wirkst … angespannt.“

Minerva stand auf, ging ihr entgegen.

„Ich habe Edmund im Korridor gehört“, erwiderte sie ruhig. „Er weiß, dass etwas nicht stimmt und er hat Angst.“

Hermines Augen verengten sich einen Hauch. „Das macht ihn gefährlich.“

„Ja“, sagte Minerva schlicht.

Dann hob sie die Hand, legte sie an Hermines Wange. Die Geste war klein, beinahe unscheinbar und doch voller Bedeutung.

„Aber es bedeutet auch, dass unser Plan wirkt.“

Hermine atmete langsam aus, lehnte ihre Stirn für einen Moment gegen Minervas Schulter.

„Irina übertreibt nicht, oder? Es wird stärker werden. Auch für uns.“

„Davon bin ich überzeugt“, antwortete Minerva. Ein feiner Anflug von trockenem Humor lag in ihrer Stimme. „Wenn Irina etwas ankündigt, dann liefert sie auch.“

Hermine schnaubte leise.

„Merlin helfe uns allen.“

Minerva erlaubte sich ein kurzes, ehrliches Lächeln. Dann löste sie sich ein wenig, trat zurück und nahm wieder ihre Haltung an – die der Schulleiterin.

„Morgen früh berufe ich die Konferenz ein“, sagte sie bestimmt.

Hermine nickte.

„Und Featherstone wird keine Wahl haben.“

„Nein“, bestätigte Minerva. „Und wenn er seine Aktentasche auch nur einen Moment aus den Augen lässt, dann müssen wir bereit sein.“

Ein kurzer Blickwechsel genügte. Keine weiteren Worte waren nötig.

„Und dir geht es wirklich gut?“

Minerva lächelte und nickte. Hermine wandte sich zur Tür, hielt aber noch einmal inne.

„Minerva?“

„Ja?“

„Egal, wie das ausgeht…“, begann Hermine leise.

Minerva sah sie an, warm, fest, voller unausgesprochener Stärke.

„Ich weiß“, antwortete sie.

Die Tür schloss sich sanft hinter Hermine. Minerva blieb noch einen Moment stehen, dann wandte sie sich dem Fenster zu. Draußen lag Hogwarts ruhig in der Dämmerung – trügerisch friedlich. Dann wandte sie sich ab und stürzte sich wieder in ihre Arbeit.

Am späten Abend schloss Minerva die Tür zu ihrer Wohnung hinter sich und atmete tief durch. Der Abend hatte Spuren hinterlassen – nicht nur körperlich. Sie zog den Umhang aus, legte ihn ordentlich ab und betrachtete ihr Spiegelbild einen Moment zu lange. Die Müdigkeit stand ihr ins Gesicht geschrieben.

„Nicht gerade ansehnlich, Professor McGonagall“, seufzte sie.

Mit ein paar routinierten Handgriffen machte sie sich frisch, strich sich das Haar glatt, wechselte in bequemere, dunkle Kleidung und trat in den Kamin. Wenig später stolperte sie aus dem Kamin in Hermines Wohnung. Die junge Frau wartete bereits. Hermine stand barfuß da, in einem weichen, bequemen Outfit, das eindeutig nach Feierabend aussah. In der Hand hielt sie zwei Gläser Wein, eines davon bereits Minerva entgegengestreckt.

„Timing wie immer tadellos“, sagte Hermine mit einem schiefen Lächeln.

Minerva nahm das Glas entgegen.

„Ich bemühe mich.“

Sie trat ein, die Tür schloss sich hinter ihr und sofort war da diese andere Atmosphäre – ruhiger, wärmer, sicherer. Kerzenlicht flackerte dezent, nichts Übertriebenes, nur genug, um den Raum weicher wirken zu lassen.

„Ich dachte mir, wir könnten das gebrauchen“, meinte Hermine und deutete auf den Wein. „Nach heute.“

Minerva nahm einen Schluck, spürte, wie sich die Anspannung ein klein wenig löste.

„Eine ausgezeichnete Idee.“

Sie setzten sich gemeinsam auf das Sofa. Für einen Moment saßen sie einfach nebeneinander, ohne zu sprechen. Es war eines dieser stillen Einverständnisse, die sich nicht erklären ließen.

„Du warst sehr ruhig heute“, sagte Hermine schließlich.

Minerva hob eine Augenbraue.

„Das sagst ausgerechnet du?“

Hermine grinste.

„Ich kenne dich inzwischen gut genug.“

Minerva stellte das Glas auf den Tisch, wandte sich ihr zu.

„Wenn ich unruhig werde, dann nur, weil zu viel auf dem Spiel steht.“ Ein kurzer Blick, offen, ehrlich.

Hermine wurde leiser, rutschte näher.

„Dann sitzen wir wohl im selben Boot.“

Minerva legte den Arm um sie, zog sie sanft an sich. Kein Eilen, kein Drama. Nur Nähe.

„Heute Nacht“, sagte sie ruhig, „denken wir nicht an Featherstone und nicht an das Ministerium.“

Hermine lehnte den Kopf an Minervas Schulter, hob ihr Glas.

„Abgemacht. Heute Nacht gehören wir uns.“

Minerva stieß leise an.

„Auf das Hier und Jetzt.“

Draußen lag Hogwarts still. Drinnen fanden zwei Frauen für einen Moment genau das, was sie brauchten.

Mitten in der Nacht schreckte Hermine hoch. Es dauerte einen Moment, bis ihr bewusst wurde, was sie geweckt hatte – nicht ein Geräusch, sondern das Fehlen. Die Stelle neben ihr war leer, noch leicht warm, aber eindeutig unbesetzt. Ihr Blick wanderte sofort durch den Raum. Die Badezimmertür stand einen Spalt offen, warmes Licht fiel auf den Boden. Dann hörte sie es. Ein leises, würgendes Geräusch.

„Minerva…?“

Hermine war augenblicklich wach. Sie sprang aus dem Bett, trat ins Bad und ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Minerva kniete vor der Toilette, eine Hand am Rand abgestützt, die andere fahrig an ihrem Bauch. Sie würgte noch einmal, dann lehnte sie den Kopf kurz gegen ihren Arm. Ihr Gesicht war kreidebleich, die sonst so kontrollierten Züge erschöpft und angespannt.

„Oh Merlin“, flüsterte Hermine und war sofort bei ihr.

Sie kniete sich neben Minerva, hielt ihr sanft die Haare zurück und legte den anderen Arm stützend um ihre Schultern.

Ganz ruhig. Ich bin da.“

Minerva atmete schwer, schloss kurz die Augen.

„Es… geht“, brachte sie leise hervor, eindeutig mehr Behauptung als Tatsache.

Hermine rieb ihr beruhigend über den Rücken.

„Du bist eiskalt. Warum hast du mich nicht geweckt?“

Minerva schnaubte heiser, fast ein Versuch von Humor.

„Weil… ich dachte, das legt sich wieder.“ Sie schluckte, lehnte sich ein wenig mehr gegen Hermine. „Irina versteht ihr Handwerk.“

Hermine presste die Lippen zusammen, Sorge blitzte offen in ihrem Gesicht auf. Sie zog sie vorsichtig näher, ließ Minervas Stirn einen Moment gegen ihre Schulter sinken.

„Du musst mir versprechen, dass du sofort Bescheid sagst, wenn es schlimmer wird. Keine Schulleiterinnen-Sturheit.“

Ein schwaches Lächeln huschte über Minervas Lippen.

„Das… war erstaunlich präzise formuliert.“

Hermine atmete hörbar aus, hielt sie einfach fest, bis Minervas Zittern langsam nachließ. Als sie sich schließlich vorsichtig aufrichteten, half Hermine ihr langsam hoch, führte sie zurück ins Bett und blieb eng an ihrer Seite, ein Arm schützend um sie gelegt.

„Ich geh nirgendwohin“, sagte sie leise.

Minerva antwortete nicht sofort, aber ihre Hand suchte Hermines und hielt sie fest.

Am nächsten Morgen lag über der Großen Halle eine ungewöhnlich gedämpfte Stimmung. Wo sonst Teller klapperten, Stimmen durcheinanderliefen und der Duft von warmem Brot und Speck in der Luft hing, sah man heute vor allem eines: dampfende Teetassen. Kräutertee, Ingwertee, sogar Kamillentee, als hätte sich stillschweigend ein kollektives Abkommen gebildet.

Minerva betrat die Halle kurz nach Hermine. Ihr Schritt war kontrolliert wie immer, doch Hermine bemerkte jedes kleine Detail: die etwas steiferen Bewegungen, die Hand, die für einen Sekundenbruchteil über die Rückenlehne eines Stuhls glitt, bevor Minerva sich setzte. Sie nahm sich nur Tee. Schwarz. Ohne Zucker.

„Mutig“, murmelte Hermine leise und schob ihr unauffällig eine Serviette näher.

Minerva hob eine Augenbraue.

„Ich lebe gefährlich.“

Slughorn stocherte lustlos in einem trockenen Toast, den er schließlich doch liegen ließ. Professor Sinistra hielt beide Hände um ihre Tasse gelegt, als wäre sie das Einzige, was sie aufrecht hielt. Neville sah leicht grünlich um die Nase aus und nickte dankbar, als Pomona ihm wortlos einen Becher mit Tee reichte. Featherstone hingegen wirkte… angespannt. Er saß ungewöhnlich still da, die Aktentasche zwischen seinen Füßen, eine Hand darauf, als müsste er sich vergewissern, dass sie noch da war. Vor ihm stand ebenfalls nur Tee, den er kaum anrührte. Sein Blick huschte immer wieder durch die Halle, kurz, prüfend, misstrauisch.

„Sieht aus, als hätten wir alle eine ausgesprochen ähnliche Nacht gehabt“, bemerkte Slughorn schließlich mit einem gequälten Lächeln.

„Sehr… verbindend“, meinte Pomona trocken.

„Unter Teambuilding hätte ich mir allerdings etwas schöneres vorstellen können“, kam es von Hermine.

Irina nippte an ihrem Tee, vollkommen unauffällig, und verzog dabei ganz minimal das Gesicht.

„Körper reagieren nun einmal empfindlich auf… unausgeglichene Magie“, sagte sie beiläufig. „Da ist Ruhe sehr wichtig.“

Hermine musste sich beherrschen, nicht zu grinsen. Minerva ließ ihren Blick ruhig über die Runde schweifen. Sie wirkte gesammelt, professionell, doch in ihren Augen lag etwas Entschlossenes. Als sie den Tee absetzte, war ihre Stimme klar.

„Nach dem Frühstück“, sagte sie ruhig, „bitte ich alle Lehrkräfte zu einer kurzfristigen Besprechung.“

Ein leises Murmeln ging durch die Runde. Niemand protestierte. Im Gegenteil, mehrere nickten beinahe erleichtert. Featherstone presste die Lippen zusammen und nahm einen hastigen Schluck Tee. Hermine lehnte sich minimal zurück und warf Irina einen kurzen Blick zu. Der Plan war in Bewegung.

Das Lehrerzimmer war ungewöhnlich still. Normalerweise wurde hier durcheinander gesprochen, gelacht, gestritten, doch heute lag eine gespannte Unruhe in der Luft. Einige saßen steif auf ihren Stühlen, andere lehnten sich müde zurück, wieder andere hielten noch immer ihre Teetassen umklammert, als seien sie ein Rettungsanker.

Minerva stand am Kopf des Tisches, die Hände ruhig vor sich verschränkt. Ihre Haltung war makellos, ihre Stimme fest – niemand hätte geahnt, wie sehr sie selbst sich zusammenriss.

„Danke, dass ihr alle so kurzfristig gekommen seid“, begann sie. „Ich denke, wir sind uns einig, dass unser aller… Zustand nicht ignoriert werden sollten.“

„Zustand ist eine sehr höfliche Umschreibung“, murmelte Slughorn und wischte sich mit einem Taschentuch über die Stirn. „Ich habe mich gefühlt, als hätte ich einen sehr schlechten Trank mit einem noch schlechteren Nachtisch kombiniert.“

„Mir war einfach nur schwindlig“, warf Sinistra ein. „Und das über Stunden.“

Neville nickte eifrig.

„Und diese Übelkeit...“

Die Stimmen überschlugen sich kurz. Vermutungen wurden in den Raum geworfen. Alte Zauberreste? Ein verdorbener Trank? Ein Fluch, der sich im Schloss festgesetzt hatte? Minerva ließ die Diskussion einen Moment laufen, dann hob sie leicht die Hand. Sofort kehrte Ruhe ein.

„Wir werden den Ursachen nachgehen“, sagte sie ruhig. „Aber zunächst ist mir wichtig, dass es euch allen besser geht.“

Sie wandte sich Poppy zu.

„Poppy, würdest du bitte allen etwas geben, das die Symptome lindert?“

Poppy nickte ohne zu zögern.

„Natürlich. Nichts Starkes, nur stabilisierend. Mehr wäre im Moment nicht ratsam.“

Sie zückte ihren Zauberstab und beschwor einige Phiolen herauf.

Ein leises Aufatmen ging durch den Raum, als Poppy begann, die kleinen Phiolen zu verteilen. Niemand stellte Fragen, niemand weigerte sich. Selbst Featherstone nahm das Fläschchen entgegen, wenn auch mit einem misstrauischen Blick, den er rasch hinter einem gezwungenen Nicken verbarg.

Minerva fuhr fort: „Sollten die Beschwerden im Laufe des Tages nicht deutlich nachlassen oder sich verschlimmern, erwarte ich, dass ihr euch untersuchen lasst. Ohne Ausnahme.“

Ihr Blick ruhte einen Herzschlag länger auf Featherstone.

„Das ist keine Bitte“, fügte sie hinzu.

Ein paar Kollegen tauschten Blicke aus, doch niemand widersprach. Slughorn hob sogar leicht sein Fläschchen.

„In diesem Fall“, sagte er, „trinke ich darauf, dass wir alle bald wieder genießbar… äh, genesen sind.“

Ein paar müde Schmunzler huschten durch den Raum. Hermine, die etwas abseits saß, beobachtete Minerva aufmerksam. Sie kannte jede Nuance dieser Stimme, jeden kontrollierten Atemzug. Und sie wusste: Minerva hatte gerade den nächsten Schritt gesetzt – ruhig, offiziell, unangreifbar.

Der Plan lief und unter dem Tisch zog Featherstone seine Aktentasche ein kleines Stück näher an sich heran.

Nach und nach erhoben sich die Kollegen. Stühle rückten, leise Gespräche flammten auf und verebbten wieder, bis sich das Lehrerzimmer schließlich leerte. Die Tür fiel ins Schloss und mit einem Mal änderte sich die Atmosphäre spürbar. Minerva atmete leise aus.

„Gut“, sagte sie knapp. „Dann sind wir unter uns.“

Irina hatte sich bereits lässig an die Fensterbank gelehnt, die Arme vor der Brust verschränkt, ein kaum verhohlenes Funkeln in den Augen. Poppy stellte ihre Tasche ab und schüttelte leicht den Kopf.

„Nur damit das klar ist“, begann sie, „der Trank, den ich ihnen gegeben habe, wird die Symptome nicht verschwinden lassen. Er nimmt die Spitzen. Mehr nicht.“

„Das reicht“, entgegnete Irina ruhig. „Es soll ja glaubwürdig bleiben.“

Pomona runzelte die Stirn.

„Und wie lange…?“

„Nicht mehr lange“, unterbrach Irina sie. „Wir sind im Endspurt. Ich lege nach und nach noch eine Schippe drauf – nichts Dramatisches, aber genug, dass niemand auf die Idee kommt, es auszusitzen.“ Ein schmales Grinsen. „Vor allem nicht Featherstone.“

Minerva nickte langsam.

„Dann bleibt es dabei. Heute beobachten wir. Morgen ordne ich die vollständige Untersuchung an. Offiziell. Lückenlos.“

Hermine sagte nichts. Sie stand etwas näher bei Minerva als nötig wäre. Vor ihrem inneren Auge blitzte das Badezimmer auf, Minervas blasse Haut, das Zittern, der Versuch, es herunterzuspielen. Ihr Magen zog sich zusammen. Sie wusste, dass Irina recht hatte. Sie wusste auch, dass es notwendig war. Trotzdem ballten sich ihre Finger unwillkürlich. Minerva bemerkte den Blick, ohne ihn direkt zu erwidern.

„Gut“, sagte Pomona schließlich und richtete sich auf. „Dann haben wir es ja bald überstanden.“

Irina stieß sich von der Fensterbank ab.

„Ich halte euch auf dem Laufenden und keine Sorge“, fügte sie mit einem Seitenblick zu Hermine hinzu, „ich weiß genau, wie weit ich gehen kann.“

Hermine zwang sich zu einem knappen Lächeln. Als sie das Lehrerzimmer wenig später gemeinsam verließen, blieb Hermine einen halben Schritt hinter Minerva zurück. Sie würde später mit ihr sprechen. Allein.

Die kleine Gruppe löste sich schließlich auf. Pomona und Poppy gingen gemeinsam den Korridor hinunter, leise miteinander sprechend. Minerva blieb einen Moment stehen, wechselte noch ein paar sachliche Worte mit Irina und verabschiedete sich dann mit der ihr eigenen, aufrechten Ruhe. Erst als ihre Schritte verklungen waren, atmete Hermine tiefer durch.

„Irina“, sagte sie leise und legte ihr eine Hand auf den Arm. „Warte kurz.“

Irina hob eine Augenbraue, blieb aber stehen.

„Natürlich.“

Hermine zögerte, dann sprudelten die Worte doch heraus. Sie erzählte von der Nacht, vom Licht im Bad, von Minervas Blässe und davon, wie sehr es sie erschreckt hatte.

„Ich weiß, dass es notwendig ist“, schloss sie, „aber… es trifft sie stärker, als wir dachten. Wenn du kannst… lass Minerva ein wenig außen vor.“

Irinas Ausdruck wurde ernst. Sie nickte langsam.

„Das hatte ich ohnehin vor. Ich habe es gemerkt.“

Ein kurzer Moment des Abwägens, dann fügte sie hinzu, beinahe beiläufig: „Manchmal reagieren Körper mit den Jahren einfach empfindlicher.“

Hermine fuhr herum, die Augen funkelten

„Was willst du damit sagen? Mit den Jahren?“

„Nun, Minerva ist eben keine 20 oder 30 mehr.“

„Minerva ist—“

„Hermine.“ Irinas Stimme blieb ruhig, aber bestimmt. „Nicht böse gemeint. Wirklich nicht.“

Der Wind war sofort aus Hermines Segeln. Sie schloss kurz die Augen, atmete aus.

„Tut mir leid“, murmelte sie. „Ich…“

Irina lächelte weich.

„Schon gut. Ich weiß.“ Sie legte den Kopf leicht schief. „Du würdest sie immer verteidigen. Ohne nachzudenken.“

„Immer.“

Irinas Lächeln wurde wärmer.

„Das nennt man nun mal Liebe.“

Für einen Moment standen sie schweigend nebeneinander. Dann klopfte Irina ihr leicht auf die Schulter.

„Ich passe auf sie auf. Versprochen.“

Hermine nickte dankbar. Erst als Irina den Korridor entlangging, drehte sie sich um und machte sich auf den Weg zu Minerva – mit festem Schritt und dem stillen Entschluss, heute keine Sekunde mehr ungenutzt zu lassen.