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Heute Abend

Still, You Stayed — www.fanfiktion.de · All chapters

Heute Abend

Hallo meine Lieben,

es geht mal wieder weiter :) Ich wünsche euch wie immer ganz viel Spaß beim Lesen und natürlich freue ich mich auch auf eure Nachrichten.

Liebe Grüße

M.

Hermine nahm bewusst einen längeren Weg, bog zweimal mehr ab, als nötig gewesen wäre und achtete darauf, ihr Spiegelbild in den Fenstern im Blick zu behalten. Erst als sie sicher war, dass ihr niemand folgte, verlangsamte sie ihre Schritte. Vor dem Wasserspeier blieb sie abrupt stehen. Minerva kam ihr entgegen. Für einen kurzen Moment sahen sie sich einfach nur an. Minervas Haltung war aufrecht wie immer, doch Hermine erkannte sofort die feine Anspannung in ihren Schultern, den prüfenden Blick.

„Hermine?“ fragte Minerva leise.

Hermine trat näher.

„Wir müssen reden. Sofort.“

Kein weiteres Wort war nötig. Minerva nickte knapp, murmelte das Passwort und der Wasserspeier glitt zur Seite. Sie traten gemeinsam in das Büro, die Tür schloss sich hinter ihnen mit einem sanften, aber endgültigen Klick. Kaum waren sie allein, drehte sich Hermine zu ihr um. Die Kontrolle, die sie eben noch so mühsam gehalten hatte, riss.

„Er weiß es“, sagte sie ohne Umschweife. „Oder glaubt zumindest, alles in der Hand zu haben.“

Minervas Blick wurde scharf.

„Was genau hast du gehört?“

Hermine atmete einmal tief durch, dann erzählte sie. Von Featherstones nervösem Verhalten. Von der Aktentasche. Von dem Grinsen. Wort für Wort gab sie wieder, was er im Korridor vor sich hin gemurmelt hatte – das Ministerium, das Ausschalten, Minervas Posten. Je weiter sie sprach, desto stiller wurde Minerva.

Als Hermine geendet hatte, herrschte einen Moment absolute Ruhe im Raum. Nur das leise Ticken der Uhr über dem Kamin war zu hören.

„Er glaubt also“, sagte Minerva schließlich ruhig, gefährlich ruhig, „dass er uns ausschalten kann.“

Hermine trat näher.

„Er ist unvorsichtig. Nervös. Und er fühlt sich kurz vor dem Ziel. Das macht ihn gefährlich.“

Minerva wandte sich zum Fenster, legte eine Hand auf das Holz des Schreibtischs, als würde sie sich erden.

„Und überzeugt davon, dass das Ministerium ihm glaubt.“

„Oder dass die Fotos reichen“, ergänzte Hermine leise.

Minerva drehte sich wieder zu ihr um. Ihre Augen waren klar, fokussiert.

„Dann dürfen wir ihm keinen weiteren Schritt lassen.“

Hermine nickte.

„Irinas Ablenkung funktioniert. Er ist angeschlagen. Wenn wir jetzt handeln, überlegt er vielleicht nicht mehr, sondern macht einen Fehler.“

Ein kaum merkliches Lächeln huschte über Minervas Lippen. Kein warmes, sondern eines voller Strategie.

„Dann“, sagte sie, „werden wir dafür sorgen, dass er genau das tut.“

Sie trat einen Schritt auf Hermine zu, legte ihr kurz die Hand auf den Arm – eine stumme Geste des Vertrauens.

„Danke“, sagte sie leise. „Dass du ihm gefolgt bist und dass du mir sofort Bescheid gegeben hast.“

Hermine erwiderte den Blick fest.

„Ich lasse nicht zu, dass er dir etwas antut. Nicht beruflich. Und nicht sonst.“

Minerva hielt ihren Blick einen Moment länger als nötig.

„Das“, sagte sie ruhig, „weiß ich.“

Minerva ließ die Hand einen Augenblick länger auf Hermines Arm ruhen, dann löste sie sich und ging hinter ihren Schreibtisch. Die vertraute Bewegung, das Ordnen einiger Pergamente, wirkte wie ein Anker, doch Hermine wusste, dass Minervas Gedanken längst mehrere Schritte voraus waren.

„Wir müssen ihn in Bewegung halten“, sagte Minerva schließlich. „Wenn er wartet, gewinnt er Zeit. Und Zeit arbeitet für ihn.“

Hermine nickte.

„Er glaubt, das Ministerium stünde kurz davor, hier aufzutauchen. Wenn wir diesen Eindruck verstärken, wird er handeln wollen.“

Ein leises, zustimmendes Summen.

„Irina.“

„Genau“, sagte Hermine. „Sie kann den Druck noch erhöhen. Nicht viel, aber gerade genug, dass Featherstone denkt, er müsse alles sofort zu Ende bringen.“

Minerva sah sie prüfend an.

„Und du?“

Hermine zog eine Augenbraue hoch.

„Ich behalte ihn im Blick. Unauffällig. Er ist gerade zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um mich zu bemerken.“

Minerva wollte widersprechen. Man sah es ihr an, doch sie tat es nicht. Stattdessen seufzte sie leise.

„Sei vorsichtig.“

Hermine trat näher, legte eine Hand an Minervas Taille.

„Immer. Und du? Du lässt dich bitte nicht allein mit ihm in einen Raum sperren.“

Ein schwaches Lächeln.

„Abgemacht.“

Ein Klopfen an der Tür ließ beide zusammenzucken.

„Herein“, sagte Minerva sofort wieder ganz Schulleiterin.

Pomona steckte den Kopf herein.

„Poppy sucht dich. Und… Irina ist auch dabei.“

Ein kurzer Blickwechsel zwischen Minerva und Hermine reichte.

„Das trifft sich gut“, sagte Minerva. „Bring sie bitte gleich her.“

Als die Tür wieder geschlossen war, beugte sich Hermine vor und hauchte Minerva einen schnellen Kuss auf die Lippen. Kurz, beinahe gestohlen.

„Für später“, murmelte sie.

Minerva schnaubte leise.

„Du hast ein Talent für Timing.“

Momente später betraten Poppy, Pomona und Irina das Büro. Irinas Blick huschte sofort zwischen den beiden hin und her, blieb einen Tick zu lange an Hermines ernster Miene hängen.

„Etwas Neues?“ fragte sie ruhig.

Minerva nickte.

„Featherstone plant, aktiv zu werden. Er glaubt, das Ministerium stünde kurz davor, hier einzutreffen.“

Irinas Lächeln war langsam. Gefährlich zufrieden.

„Wie praktisch.“

Hermine verschränkte die Arme.

„Er darf keine Gelegenheit bekommen, die Aktentasche aus den Händen zu geben.“

„Oh, keine Sorge“, sagte Irina sanft. „Nach dem, was ich gleich tue, wird er froh sein, überhaupt aufrecht zu stehen.“

Poppy räusperte sich.

„In einem vertretbaren Rahmen“, ergänzte sie streng.

Irina hob ergeben die Hände.

„Natürlich. Glaubwürdig. Nicht tödlich. Ich bin doch kein Monster.“

Minerva atmete tief durch.

„Dann ist es beschlossen. Wir treiben ihn in den Endspurt.“

Hermine sah noch einmal zu Minerva. Ein stilles Versprechen lag in ihrem Blick.

„Er glaubt, er sei kurz davor zu gewinnen“, sagte sie leise. „Das ist meistens der Moment, in dem Menschen alles verlieren.“

Die Tür öffnete sich leise und eine kleine Hauselfe trat herein. Sie wirkte sichtlich verlegen, die Ohren leicht nach hinten gelegt, die Hände nervös vor sich gefaltet.

„Verzeihung Madame… Professor McGonagall…“, stammelte sie leise, „dieser Brief… er… er ist für Sie.“

Minerva nahm das Pergament, ihre Finger zitterten kaum merklich. Das Siegel des Ministeriums glänzte im Licht der Lampe. Langsam, fast wie in Trance, ließ sie sich auf ihren Stuhl sinken, den Umschlag noch immer in der Hand. Ihr Blick war starr auf das rote Wachs gerichtet. Die anderen Frauen – Hermine, Irina, Poppy und Pomona – sahen sie fragend an, das Schweigen im Raum war beinahe greifbar.

Hermine trat ohne zu zögern näher, legte behutsam eine Hand auf Minervas Schulter und neigte sich vor, um auf den Umschlag zu sehen.

„Er ist vom Ministerium“, flüsterte sie, ihre Stimme kaum mehr als ein Atemzug.

Minerva nickte langsam, ohne den Blick vom Siegel zu heben. Die anderen Frauen hielten den Atem an, wissend, dass dieser Brief alles verändern konnte.

„Wir schaffen das“, murmelte Hermine und drückte Minervas Hand leicht, als wolle sie ihr Mut zusprechen.

Minerva schluckte schwer, ihre Finger krampften sich um den Umschlag. Langsam, so als müsste sie sich selbst überwinden, begann sie das Siegel zu brechen. Das leise Knacken des Wachses hallte in der stillen Luft nach und der Raum schien für einen Moment stillzustehen. Nur das leise Rascheln des Pergaments war zu hören, als Minerva den Brief öffnete.

Minerva ließ den Brief langsam auf dem Schreibtisch liegen, ihre Finger zitterten leicht. Sie atmete tief ein, die Augen geweitet, während ihr Herz schneller schlug.

„Es… es ist…“ begann sie, doch die Worte blieben in ihrem Hals stecken.

„Minerva, was ist los?“, fragte Hermine besorgt und trat einen Schritt näher.

Minerva schüttelte den Kopf, unfähig, etwas zu sagen. Die anderen Frauen blickten sie gespannt an, warteten auf eine Antwort. Sanft, fast vorsichtig, nahm Hermine den Brief aus Minervas Hand. Sie entfaltete das Pergament und begann leise vorzulesen:

„Sehr geehrte Professorin McGonagall,

wir bestätigen den Erhalt Ihrer Stellungnahme zu den vorangegangenen Vorfällen. Nach sorgfältiger Prüfung haben wir beschlossen, dass eine weitere Anhörung erforderlich ist. Diese findet am Montag, nachmittags in Hogwarts statt.

Bitte stellen Sie sicher, dass das gesamte Kollegium anwesend ist, da wir beabsichtigen, auch Ihre Kollegen zu befragen. Ziel ist es, den Sachverhalt vollständig zu klären.

Wir erwarten Ihre volle Kooperation.

Mit freundlichen Grüßen,

Olive Lockwood

Leitende Referentin

Abteilung für Magische Ausbildung und Dienstaufsicht

Ministerium für Zauberei“

Hermine legte den Brief wieder auf den Tisch und sah Minerva an.

„Es ist also offiziell“, sagte sie leise. „Morgen Nachmittag. Sie werden dich… und uns alle befragen.“

Minerva lehnte sich zurück, die Hände in ihrem Schoß verschränkt und starrte auf das Pergament. Ein dumpfes Gefühl von Bedrohung und Anspannung legte sich schwer auf ihre Schultern.

„Wir schaffen das“, flüsterte Hermine, legte ihre Hand auf Minervas und drückte sie sanft. „Wir machen uns einen Plan. Zusammen.“

Minerva nickte, obwohl ihre Augen noch immer den Brief fixierten. Morgen würde alles auf dem Spiel stehen und Featherstone musste inzwischen wissen, wie wertvoll seine Karten waren.

Minerva ließ die Schultern gerade, ihr Blick wurde scharf, als sie den Brief wieder zusammengerollt auf den Tisch legte.

„Es ist zu spät, zu warten“, sagte sie fest. „Wenn wir erst morgen versuchen, an die Fotos zu kommen, haben wir keine Chance mehr. Wir müssen es heute erledigen.“

Hermine sah sie überrascht an.

„Was willst du tun? Wir können es schlecht…“

Hermine hielt einen Moment inne. Sie erkannte etwas in Minervas Blick.

„Du meinst… Heute?“

„Heute“, wiederholte Minerva ruhig, aber entschieden.

Sie richtete sich auf, ging ein paar Schritte durchs Büro und blieb schließlich vor Poppy stehen.

„Dann heißt das, dass du die Untersuchungen noch heute durchführen musst.“

Poppy nickte sofort.

„Kein Problem, Minerva. Ich werde alles vorbereiten und die Kollegen nach dem Abendessen einbestellen.“

Hermine wandte sich an Irina.

„Dann heißt das, du musst jetzt noch ein wenig nachhelfen.“

Irina grinste selbstzufrieden.

„Würde ich niemals ablehnen. Je deutlicher die Wirkung, desto eher wird er unvorsichtig.“

Minerva nickte.

„Sehr gut. Dann ist es beschlossen. Nach dem Abendessen wird jeder Kollege zu den Untersuchungen geschickt und wir haben Irina, um sicherzustellen, dass Featherstone die Tasche nicht aus der Hand gibt.“

Hermine legte Minerva eine Hand auf die Schulter.

„Bist du sicher, dass du bereit bist? Das wird kein leichter Abend.“

Minerva atmete tief durch, ihre Augen blitzten entschlossen.

„Ich bin bereit. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“

Ein leises, zustimmendes Murmeln ging durch die Gruppe. Heute würde alles entschieden werden und jede musste ihren Teil dazu beitragen. Featherstone würde keine Chance haben, sich aus der Situation zu retten.

Hermine runzelte kurz die Stirn, dann nickte sie langsam.

„Und wer wird versuchen, an die Tasche zu kommen, während er untersucht wird?“

Minerva stand auf, die Bewegung war flüssig, selbstbewusst, jeder Schritt durchdacht. Sie stellte sich vor die Gruppe der Frauen, die sich bereits erwartungsvoll auf das, was kommen würde, vorbereitet hatten. Ihre Augen funkelten entschlossen, die Stimme ruhig, aber unmissverständlich:

„Er hat die Fotos nur meinetwegen.“

Sie machte eine kurze Pause, ließ den Blick über jede einzelne Frau gleiten, als wollte sie jede Unsicherheit auslöschen.

„Also werde ich die Fotos zurückholen.“

Der Ton, in dem sie es sagte, ließ keinen Zweifel offen. Keine Bitte, kein Vorschlag, keine Diskussion. Es war eine Ansage.

Hermine schluckte, nickte dann langsam, die Schultern angespannt, weil sie wusste, dass Minerva keine Widerworte zulassen würde.

Irina lehnte sich leicht zurück, ein schelmisches Funkeln in den Augen.

„Natürlich, Minerva. Dann wird er wohl sehen müssen, wie clever man manchmal sein muss.“

Poppy lächelte leise, unterstützend und Pomona nickte ebenfalls. Alle verstanden, dass die Verantwortung nun klar verteilt war: Minerva würde die entscheidende Aktion durchführen.

Minerva setzte sich wieder hin, legte die Hände auf den Schreibtisch und ihre Augen glitten über die Frauen.

„Wir machen das heute. Kein Zögern. Kein Fehler.“

Stille senkte sich über den Raum, nur unterbrochen vom leisen Rascheln der Pergamente und dem Ticken der Uhr. Jede von ihnen wusste:

Heute würde der Abend alles entscheiden.

Poppy, Pomona und Irina verabschiedeten sich rasch. Ihre Gesichter waren ernst, konzentriert, jede bereits mit den nächsten Schritten beschäftigt. Die Tür fiel leise ins Schloss und plötzlich war es still im Büro.

Hermine blieb stehen, sah Minerva einen Moment lang an. Eine Mischung aus Bewunderung und Sorge lag offen in ihrem Blick. Dann trat sie näher, sank vor Minerva auf die Knie, so dass sie auf Augenhöhe war. Ihre Hände legten sich sanft auf Minervas Knie.

„Minerva…“ Ihre Stimme war ruhig, aber voller Gefühl. „Bist du dir wirklich sicher, dass du die Briefe selbst zurückholen willst?“

Minerva blickte auf sie herab. Für einen kurzen Moment wich die Strenge aus ihrem Gesicht, machte Platz für etwas Weicheres, Ehrlicheres. Sie hob eine Hand und legte sie an Hermines Wange, strich mit dem Daumen langsam darüber.

„Ja“, sagte sie leise, aber bestimmt. „Ich denke, ich sollte als Erste gehen. Gegen Ende folgen Pomona und du. Wir sollten zusehen, dass Edmund als vorletzter an der Reihe ist. Die anderen werden dann bereits weg sein, ich nutze dann die Gelegenheit, um an seine Tasche zu kommen und Irina wird die Letzte sein. Falls er die Untersuchung abbricht oder seine Pläne ändert, sollte jemand da sein, der es weiß.“

Hermine war überrascht, wie genau Minerva sich das alles zurechtgelegt hatte.

„Wenn wir die Fotos zurück haben, dann nimmt es ihm den letzten Halt. Er rechnet mit vielem, aber nicht mit mir.“

Hermine senkte kurz den Blick, atmete ein, dann wieder aus.

„Ich weiß, dass du stark bist“, sagte sie, fast flüsternd. „Aber ich habe Angst. Nach allem, was dieser Zauber mit dir macht… nach der Nacht…“

Minervas Blick wurde warm. Sie beugte sich vor, ihre Stirn berührte Hermines.

„Und genau deshalb mache ich es selbst“, erwiderte sie ruhig. „Weil ich weiß, dass du mich auffängst und weil er mir nicht noch mehr nehmen wird – weder meine Arbeit noch dich.“

Hermine schloss kurz die Augen, dann nickte sie. Ihre Hand legte sich über Minervas, hielt sie fest.

„Dann verspreche mir wenigstens eines“, sagte sie und sah sie wieder an. „Dass du kein Risiko eingehst, das nicht nötig ist.“

Ein kleines, ernstes Lächeln erschien auf Minervas Lippen.

„Das verspreche ich.“

Sie zog Hermine sanft näher zu sich, legte einen kurzen, ruhigen Kuss auf ihre Stirn.

Hermine griff fester nach Minervas Händen, als hätte sie Angst, sie könnten ihr entgleiten. Ihre Stimme war leise, aber klar.

„Ich glaube an dich, Minerva. Wirklich. Und ich vertraue dir.“

Minerva drückte ihre Hände sanft, warm, erdend.

„Es wird gut gehen“, sagte sie ruhig, mit dieser Zuversicht, die sonst ganze Säle zum Schweigen brachte. „Ich habe schon schwierigere Situationen gemeistert.“

Hermine lächelte schwach, doch ihr Blick verriet, dass da noch etwas unausgesprochen blieb. Sie zögerte, atmete einmal tief ein.

„Und…“ Sie schluckte. „Was ist, wenn es nicht klappt?“

Einen Moment lang sagte Minerva nichts. Sie sah Hermine an, lange, aufmerksam, als wollte sie sich jedes Detail einprägen. Dann löste sie eine Hand, hob sie und legte sie behutsam an Hermines Gesicht.

„Hermine“, sagte sie leise. „Ganz gleich, was heute passiert – eines steht fest.“

Ihre Stimme war ruhig, aber voller Gewicht.

„Ich werde dich für immer lieben. Nichts und niemand kann uns trennen. Nicht Featherstone. Nicht das Ministerium. Nicht einmal die Umstände.“

Hermines Augen glänzten. Sie schüttelte leicht den Kopf, halb lächelnd, halb überwältigt.

„Du weichst der Frage aus“, murmelte sie, doch da lag kein Vorwurf in ihrer Stimme.

Minerva erlaubte sich ein kleines, fast schelmisches Lächeln.

„Vielleicht“, gab sie zu. „Aber manche Antworten sind wichtiger als alle anderen.“

Hermine beugte sich vor, legte ihre Stirn an Minervas Schulter und atmete ihren vertrauten Duft ein. Minerva schloss die Arme um sie, hielt sie einen Herzschlag lang fest.

„Alles wird gut, Liebling. Das ist das Einzige, dessen du dir absolut sicher sein kannst.“