Gestohlene Augenblicke
Gestohlene Augenblicke
Hallo meine Lieben,
ich bin zurück :) Habt ihr mich ein kleines bisschen vermisst? Ich hoffe, ihr freut euch auf das neue Kapitel.
Viel Spaß damit.
Liebe Grüße M.
Der Morgen graute noch kaum, als Hermine die Augen öffnete. Ein blasses, winterliches Licht schlich sich durch die Vorhänge und legte einen silbrigen Schimmer über das Zimmer. Neben ihr lag Minerva noch schlafend, ruhig, die dunklen Haare lose über das Kissen gefallen. Ihr Atem war gleichmäßig, ihr Gesicht im Schlaf erstaunlich weich. Hermine blieb einen Moment einfach liegen und sah sie an. Ein warmes, stilles Glück breitete sich in ihr aus.
Trotz Featherstone.
Trotz Ministerium.
Trotz all der Unsicherheiten.
'Ich habe sie. Sie gehört mir. Für immer', dachte sie.
Vorsichtig löste sie sich aus Minervas Arm, darauf bedacht, sie nicht zu wecken und setzte sich an den kleinen Schreibtisch am Fenster. Das Pergament lag bereits bereit. Sie tauchte die Feder in Tinte und begann zu schreiben.
Sie bedankte sich für Calebs Sorge, erklärte knapp, dass die Anhörungen überstanden seien und sich die Lage beruhigt habe. Schließlich schlug sie vor, dass sie sich am kommenden Wochenende in Hogsmeade treffen könnten. Als sie unterschrieb, hielt sie kurz inne. Sie warf einen Blick hinüber zu Minerva, die noch immer friedlich schlief. Es war richtig. Caleb würde ihnen helfen. Ohne Hintergedanken. Sie faltete den Brief, legte ihn bereit für die Eule und ihr Blick wanderte zurück zum Bett. Minerva hatte sich im Schlaf leicht zur Seite gedreht, eine Hand lag nun auf der freien Hälfte der Matratze, als suche sie unbewusst nach ihr. Hermine lächelte. Leise stand sie auf und setzte sich wieder auf die Bettkante. Einen Moment betrachtete sie Minerva einfach nur. Dann strich sie ihr sanft eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Minerva…“, flüsterte sie kaum hörbar.
Sie beugte sich hinunter und ließ ihre Lippen federleicht über Minervas Schläfe gleiten. Dann über ihre Wange. Ihre Finger zeichneten zarte Linien über Minervas Arm, langsam, liebevoll. Minerva regte sich. Ein leises, schläfriges Murmeln. Ihre Lider flatterten, öffneten sich halb, noch nicht ganz wach, aber bewusst genug, um zu wissen, wer sie berührte.
„Guten Morgen“, hauchte Hermine und küsste sie sanft auf die Lippen.
Minervas Hand hob sich sofort, legte sich in Hermines Nacken. Mit überraschender Entschlossenheit zog sie sie näher und zurück ins Bett.
„So weckt man mich also“, murmelte sie noch verschlafen, doch ein Lächeln lag in ihrer Stimme.
Hermine lachte leise, doch sie kam nicht dazu, etwas zu erwidern. Minerva küsste sie nun richtig. Tief, wach werdend, mit dieser ruhigen Intensität, die Hermine jedes Mal den Atem nahm. Ihre Finger glitten über Hermines Rücken, hielten sie fest bei sich, als gäbe es keinen besseren Ort. Als sie sich schließlich voneinander lösten, lagen sie eng umschlungen im Morgenlicht.
„Du warst schon wach“, stellte Minerva leise fest.
„Mhm“, nickte Hermine. „Ich habe Caleb geantwortet.“
Minerva suchte kurz ihren Blick, nicht prüfend, sondern vertrauend.
„Am Wochenende“, fügte Hermine hinzu.
Minerva nickte langsam. Dann zog sie Hermine noch einmal näher, ihre Stirn an Hermines gelegt.
„Vergiss das jetzt“, sagte Hermine ruhig, „der Morgen gehört uns und du hast hier etwas begonnen, das du nicht mehr aufhalten kannst.“
Hermine lächelte Minerva verführerisch an und Minerva lachte.
„Dann werde ich mich wohl meinem Schicksal stellen“, antwortete Minerva in einem Ton, der Hermine eine Gänsehaut bereitete und küsste sie erneut.
So konnte der Tag beginnen…
Die Woche zog sich endlos. Jeder Morgen begann mit dem gleichen Knoten im Magen. Unterricht, Besprechungen, Blicke im Lehrerzimmer und immer wieder Featherstones spitze Bemerkungen. Mal fachlich verpackt, mal kaum verhüllt persönlich. Er ließ keine Gelegenheit aus, Hermine herauszufordern. Hermine aber blieb professionell, präzise, unangreifbar, aber es kostete Kraft. Was sie durchhalten ließ, waren die Stunden mit Minerva. Ein kurzer Blick über den Tisch in der Großen Halle. Ein flüchtiges Streifen der Finger im Vorbeigehen. Die wenigen geschützten Momente am Abend, wenn die Tür geschlossen war und sie für eine Weile nicht Schulleiterin und Professorin sein mussten, sondern einfach nur sie selbst. Sie nutzten jede Sekunde. Ein gemeinsamer Tee zwischen zwei Terminen. Ein paar gestohlene Minuten im Büro mit leisen Gesprächen. Nächte, in denen die Welt draußen bedeutungslos wurde und sie ihre Liebe und Zuneigung ausleben konnten. Ohne diese Momente, dachte Hermine mehr als einmal, wäre die Woche kaum auszuhalten gewesen.
Am Freitagnachmittag, als sie gerade ihre Unterlagen sortierte, klopfte eine kleine Eule ans Fenster. Sie wirkte deutlich entspannter als die späte Botin vom anderen Abend. Hermine ließ sie herein und löste die kurze Nachricht von ihrem Bein. Die Eule setzte sich auf die Stuhllehne und Hermine holte ein paar Kekse zur Belohnung. Dann flatterte sie davon. Hermine öffnete den Brief. Es waren nur wenige Zeilen.
'Hermine,
ich werde morgen gegen Mittag in Hogsmeade sein. Wir können uns im Drei Besen treffen. Ich freue mich, dich zu sehen.
Herzliche Grüße
Caleb'
Hermine lächelte unwillkürlich. Es war kein aufgeregtes, nervöses Lächeln, sondern ein warmes. Caleb war ein Teil ihres Lebens. Ein wichtiger. Und trotz allem freute sie sich ehrlich darauf, ihn wiederzusehen. Nicht aus Sehnsucht, sondern aus Vertrautheit.
Sie faltete die Nachricht zusammen und sah aus dem Fenster auf die verschneiten Ländereien. Morgen würde sie für ein paar Stunden nach Hogsmeade gehen. Ein Treffen. Ein Gespräch. Eine Rolle, die sie spielen mussten, aber heute Abend gehörte noch Minerva und dieser Gedanke machte selbst die schleppendste Woche erträglich.
Beim Abendessen war die Stimmung ungewohnt lebhaft. Das Wochenende lag in der Luft und selbst die kühlen Dezembertage konnten das leise Aufatmen im Kollegium nicht ganz dämpfen. Hermine saß zwischen Pomona und Poppy, während am Lehrertisch wie üblich mehrere Gespräche durcheinanderliefen.
„Ich bekomme morgen Besuch“, sagte Hermine schließlich beiläufig, während sie sich ein wenig Gemüse nahm. Pomona blickte sofort interessiert auf. Auch Poppy hob den Kopf. Hermines Blick sagte ihnen alles. Es gehört alles zum Plan.
„Oh? Wirklich?“
„Caleb kommt nach Hogsmeade“, erklärte Hermine ruhig. „Gegen Mittag.“
Poppy lächelte warm.
„Das ist doch wunderbar, Liebes. Nach all dem Stress der letzten Wochen tut ein vertrautes Gesicht sicher gut“, sagte sie und stieg sofort in das Schauspiel ein.
„Das tut es“, stimmte Hermine zu, ehrlich genug, um nicht gespielt zu wirken.
Pomona legte ihr beinahe mütterlich die Hand auf den Arm, um ihre Freude glaubhaft zu machen.
„Ich freue mich für dich. Ihr beide seid ja auch eine lange Zeit voneinander getrennt gewesen.“
„Das ist wahr. Hier war ja sehr viel los und Caleb hatte seine Verpflichtungen im Ministerium. Nun ist er aber zurück und können uns sehen.“
Das Gespräch blieb nicht unbemerkt. Zwei Plätze weiter wurde es kurz still, dann wandte sich Neville interessiert zu ihnen.
„Dein Freund?“, fragte er freundlich. „Das kommt ja genau zur richtigen Zeit.“
„Allerdings“, warf jemand ein. „Ein wenig Ablenkung kann nicht schaden.“
Mehrere nickten zustimmend. Hermine lächelte, hielt die Rolle mit natürlicher Leichtigkeit.
„Es wird schön sein, ihn wiederzusehen.“
In der Mitte des Tisches saß Minerva. Äußerlich ruhig, das Besteck in den Hände, der Blick gelassen. Nur wer sie wirklich kannte, hätte das kaum wahrnehmbare Anspannen ihrer Haltung bemerkt, als der Name fiel, doch sie nickte leicht in Hermines Richtung. Unterstützend. Souverän.
„Ein Besuch ist in diesen Zeiten gewiss willkommen“, sagte Minerva sachlich. „Hogsmeade bietet eine angenehme Umgebung für ein Gespräch.“
Der Ton war neutral, nicht zu distanziert, aber auch nicht zu warm. Die Kollegen nahmen es ohne Hintergedanken hin. Für sie war es schlicht eine erfreuliche Nachricht: Nach schwierigen Wochen bekam Hermine endlich wieder Besuch von ihrem vermeintlichen Partner. Nur Featherstone schwieg. Sein Blick glitt einen Moment zu Hermine — prüfend, kühl — bevor er sich wieder seinem Teller widmete. Es schien als könnte er diese Nachricht nicht zuordnen. Er war sich sicher, dass Minerva und Hermine ein Geheimnis hatten und nun kam Hermines Freund wieder ins Spiel. Das passte für ihn nicht zusammen. Hermine bemerkte es und sie bemerkte auch Minervas ruhige, beinahe majestätische Gelassenheit am Tisch. Sie lächelte innerlich. Morgen würde sie Caleb treffen. Heute spielte sie ihre Rolle und sie spielte sie gut.
Später an diesem Abend war es still in Hermines Wohnung. Draußen strich der Winterwind leise um die Mauern von Hogwarts und im Kamin knackte ein kleines Feuer, das den Raum in warmes Licht tauchte. Hermine hatte die Schuhe abgestreift und saß dicht neben Minerva auf dem Sofa, ihre Knie berührten sich. Eine Weile sagten sie nichts, nippten nur gelegentlich an ihren Weingläsern, doch Hermine spürte, dass noch etwas zwischen ihnen stand. Kein Misstrauen, sondern das Bedürfnis nach Gewissheit.
„Minerva…“, begann sie leise.
Minerva wandte sofort den Kopf zu ihr.
„Ja?“
Hermine zögerte kurz, dann fragte sie offen:
„Ist es wirklich in Ordnung für dich, dass ich Caleb treffe? Ich möchte nicht, dass du dich… zurückgesetzt fühlst oder verletzt. Wenn du es nicht willst, sage ich sofort alles ab.“
Minervas Blick wurde weich. Ohne zu überlegen nahm sie Hermines Hand in ihre.
„Hermine“, sagte sie ruhig, „ich werde dir niemals verbieten, einen deiner Freunde zu treffen. Es steht mir nicht zu, dir zu sagen, wen du sehen darfst oder wohin du gehen darfst.“
Sie strich mit dem Daumen langsam über Hermines Finger.
„Ich vertraue dir.“
Die schlichte Aufrichtigkeit ihrer Worte traf Hermine mitten ins Herz. Für einen Moment konnte sie nichts sagen. Stattdessen rückte sie näher, hob ihre freie Hand und legte sie sanft an Minervas Wange.
„Du bist außergewöhnlich“, flüsterte sie.
Dann beugte sie sich vor und küsste sie langsam, zärtlich, voller Wärme. Kein stürmischer Kuss, sondern einer, der blieb. Ihre Finger glitten behutsam über Minervas Hals, verharrten dort, während ihre Stirn die von Minerva kurz berührten. Minerva schloss die Augen und atmete leise aus, als würde genau diese Nähe etwas in ihr lösen.
„Und ich vertraue dir ebenfalls“, murmelte Hermine.
Sie ließ ihre Hand über Minervas Schulter gleiten, eine sanfte, beruhigende Berührung, die mehr sagte als viele Worte. Minerva lächelte kaum sichtbar.
„Außerdem“, fügte sie nach einem Moment hinzu, nun mit einem feinen Anflug von Humor, „weiß ich sehr genau, zu wem du am Abend zurückkehren wirst.“
Hermine musste lächeln.
„Daran besteht kein Zweifel.“
Sie lehnte den Kopf gegen Minervas Schulter, und für eine Weile saßen sie einfach nur so da. Beide eingehüllt in das warme Licht des Kamins, getragen von einem Vertrauen, das mit jeder überstandenen Prüfung nur stärker geworden war. Minerva hob eine Augenbraue, als sie Hermines Bewegung bemerkte. Ganz langsam war deren Hand tiefer gewandert. Ganz unauffällig, als hätte sie sich einfach nur einen bequemeren Platz gesucht und ihn auf Minervas Oberschenkel gefunden. Doch die Wärme, die durch den Stoff drang, war alles andere als zufällig.
„Darf ich fragen,“ sagte Minerva mit gespielter Unschuld, „was genau das werden soll?“
Hermine antwortete nicht sofort. Stattdessen beugte sie sich über Minerva, ihr Blick ruhig, aber voller leiser Entschlossenheit. Mit einer sanften Bewegung drückte sie sie zurück in die Kissen des Sofas.
„Ich habe keine Ahnung, wovon du sprichst“, murmelte Hermine.
Ihre Finger glitten dabei über Minervas Brust. Nicht fordernd, sondern langsam, beinahe prüfend, als wollte sie jede Reaktion spüren. Minerva sog leise die Luft ein.
„Hermine…“, begann sie, doch der strenge Ton hielt nicht lange. Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. „Du wirst mit jedem Tag dreister.“
„Nur bei dir“, flüsterte Hermine.
Eine Strähne löste sich aus Minervas sonst so perfekter Frisur und Hermine strich sie behutsam hinter ihr Ohr. Ihre Finger verweilten an Minervas Hals, wo ihr Puls ruhig, aber deutlich schlug. Für einen Moment hielten sie inne. Der Raum war still. Nur das leise Knacken des Kamins begleitete die Spannung zwischen ihnen. Minerva legte schließlich eine Hand an Hermines Taille.
„Und wenn uns jemand so sehen würde?“
Hermine lächelte leicht.
„Die Tür ist verschlossen. Die Vorhänge sind zu. Und außerdem…“
Sie beugte sich näher, bis ihre Lippen nur noch einen Atemzug entfernt waren.
„…bin ich mir ziemlich sicher, dass es dir gefällt.“
Minervas Antwort bestand zunächst nur aus einem warmen Blick, dann zog sie Hermine ein Stück näher zu sich.
„Unverbesserlich“, murmelte sie, bevor sich ihre Lippen trafen.
Der Kuss war langsam, tief und vertraut. Kein überstürztes Verlangen lag darin, sondern dieses gewachsene, sichere Gefühl, angekommen zu sein. Als sie sich leicht voneinander lösten, legte Minerva ihre Stirn an Hermines.
„Du solltest morgen ausgeruht sein“, sagte sie leise, doch ihre Stimme hatte an Festigkeit verloren.
Hermine lächelte.
„Dann sollten wir vielleicht nicht allzu viel Zeit verschwenden“, erwiderte sie ohne sich auch nur einen Zentimeter zu entfernen. Minerva schüttelte amüsiert den Kopf, doch ihre Arme blieben um Hermine gelegt und so verharrten sie noch eine Weile auf dem Sofa, nah beieinander, eingehüllt in Wärme, wissend, dass nicht jede Zärtlichkeit laut oder stürmisch sein musste, um alles zu sagen, was zwischen ihnen lag.
Hermine sah auf Minerva hinunter. Sie legte ihre Hand an ihre Wange, streichelte über Minervas Lippen und beugte sich dann hinunter in einen tiefen Kuss. Minerva antwortete sofort darauf und erwiderte den Kuss, während Hermines Hand langsam und immer wieder über Minervas Brust glitt. Hermines Lippen glitten zu Minervas Hals, ihre Hand zog bereits den Stoff von Minervas Rock höher. Dann hob sie abrupt den Kopf. Minerva öffnete ihre Augen und sah Hermine an.
„Ich weiß ja, dass du als Schulleiterin angemessen gekleidet sein sollst, aber mal ehrlich, dieses Kleid ist ein Albtraum, wenn ich gerade dabei bin, dich zu berühren.“
Minerva lachte und streichelte über Hermines Wange.
„Ich meine das ernst Minerva. Du machst mich damit wahnsinnig. Könntest du dir beim nächsten Mal bitte etwas anderes anziehen? Oder noch besser, einfach nichts tragen. Das würde uns viel Zeit sparen und die Aussicht wäre noch besser.“
Minerva lachte noch einmal herzlich und richtete sich auf, Hermine saß nun auf ihrem Schoß.
„Weißt du Liebes, ich finde es durchaus anregend.“
Ihre Finger glitten zu den Knöpfen an Hermines Bluse und öffneten sie langsam, beinahe quälend. Dann legte Minerva ihre Lippen sanft an Hermines Hals, küsste sich zu ihrem Dekolleté, während sie ihr die Bluse von den Schultern strich. Ihr BH folgte einen Moment später.
„Hm, was für eine Aussicht“, meinte Minerva.
„So, jetzt reichts“, sagte Hermine und zog ihren Zauberstab hervor.
Sie richtete ihn auf Minerva, die ihre Hände hob.
„Du gehst auf eine unschuldige und unbewaffnete Frau los?“
„Unbewaffnet ja. Unschuldig? Definitiv nicht“, sagte Hermine grinsend.
Sie schwang den Zauberstab und im nächsten Moment war Minerva entkleidet.
„Diese Dreistigkeit ist wirklich unglaublich“, murmelte Minerva und küsste Hermine erneut.
Langsam stand Hermine auf und zog Minerva hoch. Sie lächelte und führte Minerva in ihr Schlafzimmer. Kaum war die Tür geschlossen, stieß Hermine Minerva auf das Bett und war einen Moment später schon wieder über ihr.
„Irgendwann werde ich dich auf dem Sofa vernaschen“, grinste Hermine. „Wenn du bereit bist“, fügte sie zwinkernd hinzu und begann wieder Minerva zu küssen…
Am nächsten Morgen war das Licht weich und gedämpft, durch die Vorhänge fiel der kalte Wintertag nur schwach in Hermines Wohnung. Minerva lag noch halb schlafend auf Hermines Schulter, ihre Finger ineinander verschränkt. Ein leises Seufzen entwich ihr, als sie den Moment genoss. Hermine streichelte sanft über Minervas Arm und hielt sie nah, als wollte sie die Welt draußen einfach vergessen.
„Wenn doch nur jeder Morgen so unbeschwert wäre…“, murmelte Hermine leise, fast mehr zu sich selbst als zu Minerva.
Minerva hob langsam den Kopf und lächelte müde.
„Das wäre in der Tat etwas… besonders.“
Hermine lehnte sich leicht zurück, ihre Finger hielten Minervas Hände fest, ihre Stirne gegen Minervas. „Ich wünschte, wir könnten diesen Moment einfach einfrieren. Kein Unterricht, keine Sorgen, keine … Featherstones.“
Minerva schnaubte leise bei der Erwähnung des Verwandlungslehrers und ein verschmitztes Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Ja, nur wir beide, kein Ministerium, kein Chaos… nur Ruhe.“
Für ein paar weitere Augenblicke ließen sie sich in dieser Nähe treiben, genossen das leise Knistern des Kamins und die Wärme, die von ihrer Verbindung ausging. Alles andere konnte warten. Dieser Morgen gehörte nur ihnen.
Irgendwann mussten sie sich dann doch aus dem warmen Bett quälen. Hermine setzte sich auf den Rand des Bettes und beobachtete Minerva, wie sie langsam und bedachtsam ihre Kleidung ordnete. Die Schulleiterin bewegte sich mit ihrer typischen, unaufgeregten Eleganz, jeder Handgriff saß perfekt, als sie ihr Haar zusammen steckte. Minerva bemerkte den Blick auf sich und drehte den Kopf leicht in Hermines Richtung. Ein trockenes, fast spöttisches Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Ich sehe schon, du inspizierst mich gerade ausgiebig“, sagte sie ruhig, aber mit einem Hauch von Neckerei in der Stimme.
Hermine musste lachen und zog die Schultern hoch.
„Nun ja… jemand muss ja sicherstellen, dass Hogwarts’ Schulleiterin weiterhin makellos zu ihren Aufgaben erscheint.“
Minerva schnaubte leise und ließ ihre Augen kurz rollen, doch ein kleines Lächeln spielte weiterhin auf ihren Lippen.
„Makellos? Ich hoffe, du bist nicht zu enttäuscht, wenn ich auch nur Mensch bin.“
Hermine grinste, erhob sich schließlich vom Bett und trat einen Schritt näher.
„Für mich bist du perfekt, so wie du bist.“
Minerva sah sie kurz an, die trockene Fassade kaum noch aufrechtzuerhalten und schüttelte leicht den Kopf.
„Du bist unglaublich.“
„Und trotzdem liebst du mich“, sagte Hermine mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
„Und wie“, erwiderte Minerva, beugte sich zu Hermine und küsste sie kurz, aber sanft.
Die beiden tauschten einen Blick, der mehr sagte als jedes weitere Wort, bevor sie sich darauf vorbereiteten, den Tag zu beginnen. Hermine lehnte sich zurück, verschränkte die Arme und sah Minerva neugierig an.
„Was hast du denn heute vor?“ fragte sie, die Augen leicht funkelnd.
Minerva zuckte mit den Schultern und ließ sich auf der Bettkante nieder.
„Ich habe noch einiges zu erledigen“, sagte sie sachlich, „vielleicht mache ich später auch noch einen Spaziergang. Frische Luft tut immer gut.“
Hermine musterte sie aufmerksam.
„Also wirst du heute wieder nicht nach Hogsmeade gehen?“
Minerva schüttelte den Kopf.
„Nein, heute nicht.“
Hermine sah sie wissend an.
„Mach mir nichts vor. Es ist wegen meinem Treffen mit Caleb.“
Minerva ließ ein kleines, warmes Lächeln aufblitzen.
„Du kennst mich einfach viel zu gut“, sagte sie leise. Dann legte sie ihre Hand kurz auf Hermines. „Aber mach dir keine Sorgen. Es ist völlig in Ordnung. Geh. Du hast dir eine Auszeit verdient, Hermine.“
Hermine erwiderte das Lächeln und drückte Minervas Hand sanft. Minerva nickte nur, die Augen noch immer auf Hermine gerichtet, voller Vertrauen und ruhiger Zuversicht. Hermine lehnte sich vor und küsste Minerva zärtlich, lange und sanft. Minerva erwiderte den Kuss, ihre Finger hielten Hermines Hände fest.
„Ich komme noch einmal zu dir, bevor ich ins Dorf gehe“, flüsterte Hermine leise, während sie ihren Blick nicht von Minervas Gesicht löste.
Minerva lächelte warm, ein leichtes Glänzen in den Augen.
„Ich warte auf dich“, antwortete sie, bevor sie Hermine sanft von sich löste.
Sie tauschten noch einen letzten langen Blick, dann drückten sie sich die Hände und ein kleiner Kuss auf die Wange besiegelte das morgendliche Versprechen. Minerva lächelte noch einmal und verschwand durch den Kamin, um in ihre eigene Wohnung zurückzukehren.