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Feuertaufe

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Feuertaufe

Hallo ihr Lieben, ich möchte mich erst einmal für die netten Worte bedanken, die mich auf verschiedenen Wegen erreicht haben. Ich freue mich über eure Reviews - egal ob Lob oder Kritik :) Falls ihr Wünsche oder Verbesserungsvorschläge habt, lasst es mich gerne wissen. Sicher lässt sich der ein oder andere Wunsch einbauen ;)

Genug gequatscht, jetzt geht's weiter. Viel Spaß :D

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Hermine hatte kaum geschlafen. Jeder Versuch, die Augen zu schließen, führte unweigerlich zurück zu jenem Moment im Flur – Minervas Hand an ihrer Wange, das fast gesprochene Geständnis, der Kuss, der keiner geworden war. Es war ein Bild, das sie nicht verdrängen konnte. Trotz allem war es Zeit aufzustehen. Sie verschwand im Bad, duschte kalt, um wach zu werden und machte sich dann zurecht für ihren ersten Tag. Sie schlüpfte in ein schwarzes, knielanges Kleid und zog einen dunkelroten Blazer darüber.

Die Große Halle war erfüllt von Stimmen und Klappern von Besteck, als Hermine eintrat. Erstklässler tuschelten aufgeregt, während die älteren Schüler routiniert ihre Teller füllten. Über den langen Lehrertischen flackerten die Kerzen und die Schülermenge wirkte wie ein lebendiges Meer. Hermine nahm ihren Platz ein. Sie war sich der Blicke der vielen Schüler bewusst. Einige lächelten ehrfürchtig, andere flüsterten begeistert. 'Hermine Granger, die Heldin des Krieges und jetzt unsere Professorin.'

Doch ihr Herz war schwer, der Gedanke an die vergangene Nacht hing wie ein Schleier über ihr. Als sie den Kopf hob, traf sie unweigerlich Minervas Blick. Die Schulleiterin saß in der Mitte der Tafel, tadellos wie immer, das Gesicht beherrscht. Nur in den Augen lag ein Schatten, den wohl niemand außer Hermine bemerkte. Ein Schatten, der von der Hand auf ihrem Arm im dunklen Korridor sprach, von dem „Fast-Kuss“, der unausgesprochen zwischen ihnen hing.

Hermine zwang sich, wegzusehen. Zu schnell. Zu auffällig.

„Professor Granger.“

Die Stimme war kühl, präzise – Featherstone. Der hatte ihr gerade noch gefehlt. Er saß zwei Plätze entfernt, sein Tonfall deutlich genug, dass die Worte harmlos wirkten, aber nur für Hermine wie eine Spitze klangen.

„Ich hoffe, Sie haben die Nacht gut geschlafen. Sie werden Ihre Energie brauchen.“

Einige der Kollegen lächelten freundlich, hielten das für eine höfliche Bemerkung, doch Hermine hörte das unausgesprochene: 'Sie wirken müde. Vielleicht sind Sie dem nicht gewachsen, was kommt.'

„Danke der Nachfrage, Professor Featherstone,“ erwiderte sie mit kühler Freundlichkeit, die seine eigene spiegelte. „Ich bin es gewohnt, gefordert zu werden.“

Featherstone hob eine Braue, die Lippen zu einem schmalen Lächeln verzogen. Er sagte nichts mehr, doch die Botschaft war klar: Das war erst der Anfang.

Minerva, die das Wortgefecht stumm beobachtet hatte, legte kaum merklich die Gabel ab. Ihr Blick glitt von Featherstone zu Hermine – streng, mahnend und doch mit einer Wärme darunter, die sie fast verriet. Sie hatte alles gesehen. Sie hatte alles verstanden.

Hermine spürte es und obwohl sie den Kopf nicht hob, fühlte sie die unsichtbare Linie, die zwischen ihnen gespannt war. Ein Band aus Verlangen, Verbot und Verantwortung, mitten in der lärmenden, hell erleuchteten Großen Halle. Sie zwang sich, sich auf ihr Frühstück zu konzentrieren, doch jeder Bissen schmeckte nach Blei.

„Hermine!“

Die Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Neville hatte sich ein Stück Brot genommen und beugte sich zu ihr hinüber, das Gesicht hell vor Freude.

„Es fühlt sich so merkwürdig an, dich hier oben am Lehrertisch zu sehen, aber auch genau richtig.“

Ein echtes Lächeln huschte über Hermines Lippen.

„Danke, Neville. Ich bin froh, dass du da bist. Es ist gut, ein vertrautes Gesicht zu sehen.“

„Und für die Schüler ist es bestimmt noch besser,“ fügte Neville hinzu, „du bist ein Vorbild für sie. Vor allem für die Erstklässler. Wenn sie sehen, dass tatsächlich die Hermine Granger sie unterrichten wird, sitzen sie wahrscheinlich mit gespitzten Ohren da.“

Ein leises, zustimmendes Murmeln ging durch die Runde der Lehrer. Slughorn, der schon fast schwelgte, neigte sich vor.

„Ganz genau! Das wird ein großartiges Jahr.“

Sein Blick ruhte so lange auf Hermine, dass ihr beinahe unangenehm wurde. Featherstone räusperte sich hörbar, die Augenbrauen leicht hochgezogen, als sei ihm das Lob ein Dorn im Auge.

„Wir werden sehen,“ meinte er knapp und die scheinbare Neutralität seiner Stimme ließ nur Hermine den Spott darunter hören.

Neville runzelte die Stirn, als hätte er die Schärfe gespürt, wenn auch nicht verstanden.

„Hermine hat schon so viel geschafft. Ich bin sicher, sie wird das genauso meistern wie alles andere.“

„Ganz bestimmt,“ mischte sich Professor Sprout ein, ein Glas Saft in der Hand. „Es ist schön, wieder eine junge Kollegin im Team zu haben.“

Hermine nickte dankbar, während sie spürte, wie Minervas Blick wie ein unsichtbares Gewicht auf ihr lag. Streng. Prüfend. Aber darunter lag etwas anderes – dieses unerträgliche, unausgesprochene 'Gestern Abend'.

Sie hob den Kopf und für den Bruchteil eines Moments trafen sich ihre Blicke. Hermines Herz schlug schneller. Minerva sah sofort weg, straffte die Schultern und wandte sich an Flitwick, als sei nichts gewesen. Die Halle war laut, voller Stimmen und Gelächter – doch für Hermine war es, als hätte man zwei Linien durch die Luft gespannt: die unterschwellige Abneigung von Featherstone und das gefährlich knisternde Schweigen zwischen ihr und Minerva und Hermine wusste, während sie in ihr Brot biss: Keiner dieser Fäden würde so leicht verschwinden.

Als sie das Frühstück beendet hatte, ging sie kurz in ihre Wohnung, holte ihre Tasche mit ihren Unterlagen und ging zum Klassenzimmer für Zaubertränke.

Der vertraute Geruch der verschiedenen Trankzutaten schlug Hermine entgegen, als sie das Zimmer betrat. Professor Slughorn stand bereits an seinem Pult und lächelte sie an. Die Tische waren bereits von Kesseln und Zutaten übersät. Hermine legte ihre Unterlagen an einen Tisch im hintersten Teil des Zimmers und eine Schar neugieriger Gryffindors und Slytherins betrat unter lautem Gemurmel den Raum. Als sie Hermine sahen, musterten sie die junge Professorin beinahe ehrfürchtig.

Slughorn ließ sich schwerfällig auf seinen breiten Stuhl nieder, die Hände auf seinem Bauch verschränkt.

„Meine lieben Kinder“, begann er mit seiner wohligen, tiefen Stimme, „heute haben wir einen besonderen Gast… oder besser gesagt, eine besondere Kollegin.“

Er nickte in Hermines Richtung.

„Sie kennen sie alle als eine der hellsten und mutigsten Hexen ihrer Generation – Miss Hermine Granger.“

Ein leises Raunen ging durch die Reihen. Hermine errötete leicht, lächelte unsicher und nahm Platz.

Slughorn begann die Stunde mit seiner gewohnt ausschweifenden Einleitung über die Geschichte der Zaubertränke, streute Anekdoten über berühmte Zauberer ein, die er einst unterrichtet hatte. Hermine hörte aufmerksam zu, machte sich sogar kleine Notizen – ein alter Reflex.

Doch nach etwa zwanzig Minuten wandte sich Slughorn plötzlich um, seine Augen glänzten.

„Professor Granger, wollen Sie nicht einmal nach vorn kommen und den Schülern etwas erklären? Sie brennen sicher darauf, Ihr Wissen zu teilen!“

Hermines Herz machte einen Sprung. Sie hatte mit diesem Moment gerechnet – aber nicht so bald. Dennoch stand sie auf, straffte die Schultern und trat nach vorn. Die Blicke der Schüler folgten ihr. Hermine atmete tief durch und begann, während sie die Zutaten auf dem Pult sortierte.

„Wie Professor Slughorn eingangs erwähnte, bereiten wir heute einen Beruhigungstrank zu. Er klingt einfach, aber jede kleine Unachtsamkeit kann dazu führen, dass er entweder wirkungslos bleibt oder…“ Sie hob eine Augenbraue, „den gegenteiligen Effekt hat.“

Hermine lächelte und zwinkerte der Klasse zu. Einige Schüler lachten verhalten. Hermine führte ruhig und präzise durch die ersten Schritte, demonstrierte die genaue Reihenfolge der Zutaten und erklärte nebenbei, warum ein falsches Rühren die Wirkung veränderte. Bald merkte sie, wie die Schüler sich weniger auf ihre Nervosität und mehr auf den Trank konzentrierten. Hände schnellten in die Höhe, Fragen wurden gestellt und ausführlich von Hermine beantwortet. Slughorn saß zurückgelehnt und mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht auf seinem Stuhl.

„Ganz ausgezeichnet“, sagte er leise zu Hermine, als sie durch die Reihen ging und hier und da ein wenig unterstützte. „Ich wusste, Sie würden sich hier wohlfühlen.“

Als sie die Stunde schließlich beendete, hatten die meisten Schüler einen brauchbaren Beruhigungstrank vor sich. Hermine ließ den Blick über die Tische schweifen – das stolze Gefühl, dass ihre Worte diesen Erfolg ermöglicht hatten, ließ sie unwillkürlich lächeln.

Es dauerte nicht lange, bis die nächste Klasse hereinströmte. Slughorn führte sein Prinzip fort. Er erledigte die Einleitung und ließ Hermine die Tränke mit den Schülern zubereiten. Hier und da ergänzte er etwas, doch Hermine meisterte ihre Aufgabe wunderbar.

Auch diese Doppelstunde verging wie im Flug und Hermine war stolz, dass sie den Vormittag so gut hinter sich gebracht hatte.

„Die Stunde ist beendet. Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag“, sagte sie und entließ die Kinder.

Slughorn erhob sich schwerfällig aus seinem Stuhl und trat neben sie.

„Ganz wunderbar, Professor, ganz wunderbar! Es war fast, als sähe man eine junge Professor Sprout oder gar eine kleine Minerva in Aktion – so präzise und doch mit Herz.“

Hermine errötete, doch ein Lächeln huschte über ihre Lippen.

„Danke, Professor. Ich war ehrlich gesagt ziemlich nervös.“

„Ach was, Sie?“ Slughorn winkte ab, seine Augen funkelten. „Ich habe Sie damals als Schülerin erlebt. Sie haben schon damals jedes Lehrbuch nicht nur gelesen, sondern verschlungen. Und jetzt – nun, jetzt haben Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen weiterzugeben. Und glauben Sie mir: Diese Kinder werden von Ihnen lernen wollen.“

Hermine nickte, während sie ihre Notizen ordnete.

„Es ist… seltsam. Früher saß ich hier und hörte Ihnen zu. Und jetzt stehe ich vorn.“

„So ist das mit den Besten,“ brummte Slughorn zufrieden. „Sie wachsen schneller, als man denkt. Sie, meine Liebe, werden einmal ein Juwel im Lehrkörper sein. Und –“ er zwinkerte – „Sie wissen ja, ich habe immer ein Auge auf die glänzenden Talente.“

Hermine schmunzelte, ahnte aber, dass hinter den Worten mehr als bloß Schmeichelei steckte. Slughorn hatte schon immer ein besonderes Gespür dafür, sich mit den Richtigen zu umgeben.

„Danke, Professor,“ sagte sie schlicht. „Es bedeutet mir viel, dass Sie mir so vertrauen.“

„Nicht nur Vertrauen, meine Liebe.“ Slughorn griff nach seinem Umhang und legte ihn sich um die Schultern. „Ich freue mich, dass Sie wieder hier sind. Hogwarts braucht Köpfe wie Sie. Und ich…“ – er legte eine Pause ein, als wolle er das Gewicht seiner Worte betonen – „ich freue mich, einen neuen brillanten Geist an meiner Seite zu haben.“

Hermine nickte ernst. Es war ein Kompliment, das sie berührte, auch wenn sie den Beigeschmack von Slughorns alter Gewohnheit spürte: immer in Nähe zu Macht und Talent zu stehen. Doch diesmal störte es sie nicht. Sie fühlte sich… gesehen.

Als sie den Raum verließen, wehte noch der Geruch von Kräutern und Zaubertränken durch den Kerker. Hermine dachte: Ja, das kann funktionieren. Ich kann hier wirklich etwas bewirken.

Slughorn und Hermine traten gemeinsam in die Große Halle, deren lange Tische noch halb leer waren. Ein paar Schüler saßen verstreut beim Mittagessen, die meisten Lehrkräfte hatten jedoch schon Platz am Lehrertisch genommen.

„Ah, unsere neue Kollegin!“ rief Professor Sprout, als sie Hermine erblickte und winkte sie fröhlich heran. Poppy Pomfrey drehte sich neugierig zu ihr um, die Augen lebendig, als habe sie nur auf diesen Moment gewartet. Kaum hatte Hermine sich zwischen Pomona und Poppy gesetzt, beugten sich beide leicht zu ihr.

„Na?“ fragte Poppy mit einem warmen Lächeln. „Wie war die erste Stunde? Hast du die Kinder schon verzaubert – im übertragenen Sinn natürlich?“

Hermine lachte leise, ein wenig verlegen.

„Es war… aufregend. Ich durfte gleich einspringen und einen Teil des Unterrichts übernehmen. Am Anfang war ich so nervös, aber es hat sich gut angefühlt. Wirklich gut.“

„Das glaube ich gern,“ nickte Pomona begeistert. „Die Schüler müssen Augen gemacht haben! Du bist doch selbst noch kaum älter als die Siebtklässler. Da wirst du ihnen gleich doppelt imponieren.“

„Oder einschüchtern,“ warf Poppy schmunzelnd ein. „So ernst, wie Hermine manchmal schauen kann.“

„Sehr witzig,“ erwiderte Hermine, musste aber selbst lachen. „Vielleicht habe ich aus diesem Grund auch nicht mit den Siebtklässlern, sondern mit den Kleinen begonnen“, fügte sie zwinkernd hinzu.

Slughorn, der sich auf seinen Platz fallen ließ, strahlte selbstzufrieden.

„Ich sage es euch, meine Damen – sie hat das Talent einer ganzen Generation. So eine Klarheit, so eine Präzision! Ich könnte kaum stolzer sein, sie an meiner Seite zu haben.“

„Ach, Horace,“ winkte Pomona ab, „du bist nur froh, dass du jemanden hast, der dir die Arbeit abnimmt.“

„Und wenn schon!“ rief Slughorn lachend, während er sich eine Schüssel Eintopf zuschob. „Eine wahre Bereicherung für uns alle, sage ich euch!“

Hermine spürte, wie ihre Wangen warm wurden, doch gleichzeitig breitete sich ein sanftes Glücksgefühl in ihr aus. Hier saß sie nun, nicht mehr als Schülerin, sondern als Kollegin und wurde willkommen geheißen. Poppy legte unauffällig eine Hand auf Hermines Arm.

„Ich freue mich wirklich, dass du hier bist, Kind. Hogwarts hat dich vermisst.“

Hermine schluckte, ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Ja, dachte sie, es fühlt sich wieder nach Zuhause an.

Die Unterhaltung zwischen Pomona, Poppy und Slughorn ging lebhaft weiter. Hermine hörte den Neckereien halb belustigt, halb verlegen zu, während sie sich etwas Brot zu ihrem Eintopf nahm.

Während Pomona gerade eine Anekdote über eine missratene Kräuterzutat in einem Liebestrank zum Besten gab, spürte Hermine, dass jemand sie beobachtete. Ein kaum merkliches Kribbeln im Nacken ließ sie aufsehen. In der Mitte des Lehrertisches saß Minerva, wie immer aufrecht, ein Bild der Ruhe und Autorität. Ihre Hände ruhten gefaltet vor ihr, während sie sich scheinbar auf das Gespräch mit Filius Flitwick konzentrierte, doch für einen kurzen, flüchtigen Moment traf ihr Blick Hermines – fest, warm, stolz.

Hermine fühlte, wie sich ihr Magen zusammenzog. Minerva sagte kein Wort und als wäre nichts gewesen, wandte sie sich wieder Filius zu, aber der Blick hatte gereicht: eine unausgesprochene Anerkennung, ein stilles: Ich habe gesehen, was du geleistet hast.

Poppy stupste Hermine in die Seite.

„Alles in Ordnung? Du bist ja ganz rot.“

„Ach, es ist nur… warm,“ murmelte Hermine und nahm hastig einen Schluck Kürbissaft.

Slughorn lachte dröhnend.

„Sehen Sie, Miss Granger – selbst die Hitze des Erfolgs kann anstrengend sein!“

Die anderen lachten, doch Hermines Gedanken schweiften ab. Die Wärme in ihrem Gesicht hatte nichts mit dem Feuer in der Halle zu tun.

Sie wusste: Minerva hatte sie gesehen und das allein ließ sie mehr strahlen als jedes Lob von Slughorn.

Nach dem Mittagessen ging der Unterricht weiter. Auf Hermines Stundenplan stand nun eine weitere Doppelstunde an. Dieses Mal mit den Sechstklässlern aus Ravenclaw und Hufflepuff. Horace hielt diese Stunden jedoch vollständig selbst. Nicht, weil er es Hermine nicht zugetraut hätte. Er wollte ihr nur nicht gleich die älteren Klassen übergeben und das war Hermine auch ganz recht. Gegenüber den 11-Jährigen war es leicht, Autorität auszustrahlen. Bei trotzigen Teenagern und angehenden Erwachsenen, die nur ein paar Jahre jünger waren als sie, war das etwas anderes. Also saß Hermine ganz hinten, beobachtete, wie Slughorn unterrichtete und die Truppe wieder zur Ruhe brachte, als das Treiben ein wenig zu lebhaft und geschwätzig wurde.

Die Zeit verging schneller als gedacht und Slughorn entließ die Klasse.

„Nun, das war’s für heute“, sagte Slughorn, als die Schüler den Klassenraum verlassen hatten und Hermine zu ihm kam.

„Wie lautet Ihr Fazit Professor Granger?“

„Es war wirklich ein guter Einstieg und ich danke Ihnen, dass Sie mich gleich einbezogen haben. Das bedeutet mir wirklich viel.“

„Ich habe zu danken. Pomona hatte da nicht ganz unrecht. Etwas Arbeit abzugeben ist doch in gewisser Weise angenehm. Vor allem in meinem Alter“, grinste er.

Hermine kicherte.

„Sie haben sich ihren Feierabend mehr als verdient.“

„Danke Professor.“

„Horace“, sagte er.

„Wie?“

„Wenn es Ihnen recht ist, können wir ebenfalls zum Du übergehen.“

„Sehr gerne - Horace.“

Er lächelte und ließ Hermine gehen.