Nur noch eine Bestätigung
Nur noch eine Bestätigung
Kurz darauf kam Molly mit einem Tablett ins Wohnzimmer. Darauf standen mehrere dampfende Teekannen, Tassen und ein Teller mit frisch gebackenen Plätzchen.
„So“, sagte sie zufrieden, während sie alles auf dem Tisch abstellte. „Ein bisschen Tee nach der Kälte kann nicht schaden.“
Sie begann sofort, alle zu bedienen.
„Hier, Minerva.“
„Danke, Molly.“
„Harry, Ron und für dich auch, Hermine.“
Hermine nahm dankbar die Tasse.
„Das riecht fantastisch.“
„Natürlich tut es das“, erwiderte Molly stolz.
Während sich alle bedienten, beobachtete Ginny Hermine aus dem Augenwinkel. Ihr Verdacht war inzwischen ziemlich eindeutig geworden. Jetzt brauchte sie nur noch eine Bestätigung. Sie überlegte kurz, dann kam ihr eine Idee. Ginny stand auf und streckte sich leicht.
„Hermine?“
Hermine blickte auf. „Ja?“
Ginny wiegte James kurz auf ihrem Arm.
„Kommst du kurz mit nach oben?“
Hermine sah sie fragend an.
„Er braucht dringend eine neue Windel“, erklärte Ginny mit einem schiefen Lächeln, „und danach muss er ins Bett. Ein bisschen Hilfe wäre nett.“
Hermine sah sofort skeptisch aus.
„Ich komme mit“, sagte sie, während sie ihre Tasse abstellte.
Dann fügte sie trocken hinzu:
„Aber die Windel mache ich definitiv nicht.“
Ron prustete los. Ginny lachte.
„Keine Sorge, das übernehme ich.“
Hermine stand auf.
„Gut. Dann kann ich ja wenigstens moralische Unterstützung leisten.“
Ginny grinste.
„Genau das brauche ich.“
Die beiden machten sich auf den Weg zur Treppe. Minerva sah ihnen kurz nach und irgendetwas in Ginnys Blick ließ sie vermuten, dass dieses Gespräch oben vermutlich nicht nur um eine Windel gehen würde.
Oben im Kinderzimmer war es ruhig und warm. Ginny legte James vorsichtig auf die Wickelkommode, während Hermine sich neben sie stellte und zusah.
„Du hast wirklich Glück, dass ich nur zugucke“, bemerkte Hermine trocken.
Ginny lachte leise, während sie routiniert eine frische Windel holte.
„Oh glaub mir, du würdest das nach einmal ausprobieren mit links machen.“
„Davon bin ich nicht überzeugt.“
James strampelte fröhlich mit den Beinen, während Ginny ihn wickelte. Einen Moment arbeitete sie schweigend. Dann begann Ginny ganz beiläufig:
„Also… Hogwarts.“
Hermine lehnte sich leicht gegen die Wand.
„Was ist damit?“
„Klingt nach einer ziemlich intensiven Zeit.“
„Das ist es auch.“
Ginny zog James einen frischen Strampler über.
„Und dein Privatleben kommt dabei überhaupt nicht zu kurz?“
Hermine hob eine Augenbraue.
„Du bist ja heute neugierig.“
Ginny zuckte mit den Schultern.
„Ich frage nur.“
Sie hob James kurz hoch und setzte ihn auf ihre Hüfte.
„Du bist viel beschäftigt, neue Arbeit, neue Verantwortung…“
Sie sah Hermine kurz an.
„Und nachdem es mit Ron schon länger vorbei ist…“
Hermine verzog leicht das Gesicht.
„… dachte ich mir einfach, ich frage.“
Sie legte James vorsichtig in sein Bettchen.
„Hast du jemanden?“
Hermine lächelte leicht.
„Das klingt ja fast wie ein Verhör.“
Ginny grinste.
„Berufskrankheit.“
Hermine verschränkte locker die Arme.
„Mein Privatleben ist… kompliziert.“
„Das klingt interessant.“
Hermine schüttelte leicht den Kopf.
„Oder vorsichtig.“
Ginny beobachtete sie aufmerksam.
„Also gibt es jemanden.“
Hermine sah sie kurz an. Dann lächelte sie nur. Ein kleines, ruhiges Lächeln.
„Vielleicht.“
Ginny hob eine Augenbraue.
„Vielleicht?“
Hermine zuckte mit den Schultern.
„Es ist… nichts, worüber ich gerade viel reden möchte.“
Ginny verschränkte ebenfalls die Arme.
„Das klingt ziemlich eindeutig.“
Hermine grinste.
„Du interpretierst da viel hinein.“
„Tue ich das?“
Hermine antwortete nicht sofort. Stattdessen sah sie kurz zu dem kleinen James, der inzwischen zufrieden im Bettchen lag. Dann sagte sie ruhig:
„Sagen wir einfach… ja.“
Ginny lächelte langsam.
„Das dachte ich mir.“
Hermine musterte Ginny einen Moment lang. Irgendetwas in ihrem Tonfall war… anders gewesen. Nicht direkt verdächtig, aber auch nicht völlig harmlos.
'Hat sie etwas bemerkt?'
Dieser Gedanke blitzte kurz in Hermines Kopf auf und für einen Moment wurde sie spürbar vorsichtiger. Ginny bemerkte diesen winzigen Wechsel sofort. Sie lächelte leicht und hob beschwichtigend die Hände.
„Hey.“
Hermine sah sie fragend an. Ginny lehnte sich entspannt gegen die Wickelkommode.
„Ich freue mich einfach für dich.“
Hermine blinzelte.
„Für mich?“
„Ja.“
Ginny zuckte mit den Schultern.
„Du hast jemanden gefunden. Das ist doch etwas Gutes.“
Hermine beobachtete sie weiterhin aufmerksam. Ginny fuhr ruhig fort:
„Und ganz ehrlich… es ist doch völlig egal, wer dieser jemand ist.“
Hermine schwieg. Ginny sah sie direkt an.
„Hauptsache, du bist glücklich.“
Ihre Stimme war ruhig und ehrlich.
„Ob Mann oder Frau… jung oder alt… solange diese Person dich gut behandelt und du sie liebst, ist doch alles andere völlig unwichtig.“
Hermine entspannte sich langsam wieder. Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Das ist eine sehr fortschrittliche Haltung.“
Ginny grinste.
„Ich habe schließlich Harry Potter geheiratet. Fortschrittlich musste ich werden.“
Hermine lachte leise, doch ein Teil von ihr fragte sich immer noch, wie viel Ginny wirklich verstanden hatte. Und Ginny? Die sah Hermine nur ruhig an. Mit einem Blick, der sagte:
'Ich weiß vielleicht mehr, als du denkst.'
Hermine sah Ginny noch einen Moment an. Dann seufzte sie leise. Sie ließ die Schultern sinken und sah ihre Freundin mit einem halb resignierten, halb amüsierten Blick an.
„Ich war nicht besonders diskret, oder?“
Ginny begann sofort zu lachen.
„Nicht wirklich.“
Hermine schloss kurz die Augen und rieb sich über die Stirn.
„Merlin…“
Ginny verschränkte locker die Arme.
„Ich kenne dich einfach zu lange.“
Sie lächelte sanft.
„Wenn man genau hinschaut, sieht man es.“
Hermine sah sie fragend an.
„Den Glanz in deinen Augen.“
Hermine wurde sofort rot. Sie senkte den Blick und schüttelte leicht den Kopf.
„Das ist mir ja unangenehm.“
Ginny lachte leise.
„Es ist eigentlich ziemlich süß.“
Ein Moment verging. Dann hob Hermine den Blick wieder. Diesmal etwas ernster.
„Findest du es… schlimm?“
Ginny runzelte leicht die Stirn.
„Was genau?“
Hermine zögerte kurz.
„Ist es schlimm oder vielleicht sogar… moralisch verwerflich?“
Ginny sah sie nun aufmerksam an. Hermine sprach weiter:
„Der Altersunterschied ist schließlich… deutlich.“
Für einen Moment herrschte Stille. Dann lachte Ginny wieder. Nicht spöttisch. Warm.
„Ganz ehrlich?“
Hermine nickte vorsichtig. Ginny grinste.
„Ich habe schon immer gewusst, dass du Minerva mehr als nur bewunderst.“
Hermine sah sie überrascht an.
„Schon damals in Hogwarts.“
Ginny schüttelte leicht den Kopf und lächelte.
„Du warst immer Feuer und Flamme für sie, du hast sie bewundert und wenn du über sie gesprochen hast… hattest du diesen Blick.“
Sie deutete leicht auf Hermines Augen.
„So einen warmen Blick.“
Hermine schluckte leise. Ihre Wangen wurden noch ein wenig röter. Dann sagte sie ganz ruhig:
„Ja.“
Eine kleine Pause.
„Ich liebe Minerva schon sehr lange.“
Ginny sah Hermine einen Moment lang einfach nur an. Dann lächelte sie warm.
„Ich freue mich für dich.“
Hermine hob leicht den Kopf.
„Wirklich?“
„Natürlich“, sagte Ginny sofort. „Du siehst glücklich aus.“
Sie trat einen Schritt näher und lehnte sich leicht gegen die Wickelkommode.
„Und ganz ehrlich… ich kann mir kaum jemanden vorstellen, der besser zu dir passt als Minerva.“
Hermine musste unwillkürlich lächeln, doch das Lächeln wurde schnell wieder ernster.
„Ginny…“
Ginny merkte sofort, dass jetzt etwas Wichtiges kam. Hermine sah sie direkt an.
„Du musst das für dich behalten.“
Ginny nickte langsam.
„Natürlich.“
Doch Hermine sprach weiter.
„Unsere Beziehung darf nicht herauskommen.“
Ihre Stimme war ruhig, aber bestimmt.
„Zumindest nicht, solange ich noch Referendarin bin.“
Ginny runzelte leicht die Stirn.
„Ministerium?“
Hermine nickte.
„Und Hogwarts.“
Sie verschränkte kurz die Hände.
„Es würde sofort heißen, ich hätte meine Stelle nur wegen Minerva bekommen oder sie würde beschuldigt werden, mich zu bevorzugen.“
Ginny seufzte leise.
„Ja… das klingt leider ziemlich realistisch.“
Hermine nickte.
„Deshalb müssen wir vorsichtig sein.“
„Sehr vorsichtig.“
Ginny legte ihr beruhigend eine Hand auf den Arm.
„Keine Sorge.“
Sie lächelte leicht.
„Dein Geheimnis ist bei mir sicher.“
Hermine atmete hörbar aus.
„Danke.“
Ginny grinste.
„Aber ich muss sagen…“
Hermine sah sie misstrauisch an.
„Du bist mutig.“
„Warum?“
Ginny zuckte mit den Schultern.
„Mit Minerva McGonagall zusammen zu sein…“
Sie grinste breiter.
„Das hätte ich dir damals in Hogwarts nicht zugetraut.“
Hermine lachte leise.
„Ich mir ehrlich gesagt auch nicht.“
Von unten hörte man plötzlich Harrys Stimme.
„Ginny? Hermine? Kommt ihr noch runter?“
Ginny rollte mit den Augen.
„Wir kommen!“
Dann sah sie Hermine wieder an.
„Bereit?“
Hermine nickte.
„Ja.“
Und gemeinsam gingen sie zurück zur Tür.
Hermine und Ginny gingen gemeinsam die Treppe hinunter. Aus dem Wohnzimmer drangen wieder Stimmen und leises Lachen. Als sie den Raum betraten, blickte Minerva sofort auf. Hermine sah sie an. Ganz kurz. Dann zuckte sie kaum merklich mit den Schultern. Minerva verstand sofort. Sie weiß es, doch der Ausdruck auf Ginnys Gesicht, als sie hinter Hermine hereinkam, war entspannt, beinahe amüsiert. Minerva entspannte sich ein wenig. Sie hätte es eigentlich wissen müssen. Ginny setzte sich wieder auf das Sofa und klopfte neben sich auf den freien Platz.
„Setz dich.“
Hermine tat es. Damit saß sie nun genau zwischen Ginny und Minerva. Ein paar Sekunden später spürte Minerva eine leichte Berührung. Ganz unauffällig. Hermines Finger streiften kurz ihre Hand. Nur ein Hauch. Minerva drehte den Kopf minimal. Ihre Blicke trafen sich. Ein kleines, geheimes Lächeln huschte über beide Gesichter, das niemand in diesem Raum bemerkte. Gerade als Hermine ihre Finger wieder zu sich gezogen hatte, kam Molly mit einem großen Teller voller Plätzchen ins Wohnzimmer.
„Hier“, sagte sie fröhlich und hielt den Teller herum. „Noch jemand?“
Der Teller blieb zuerst bei Hermine und Minerva stehen.
„Ihr beiden müsst unbedingt noch welche nehmen.“
Hermine lachte sofort.
„Molly, ich bin erst seit heute Vormittag hier und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich schon fünf Kilo zugenommen habe.“
Alle lachten.
„Unsinn“, sagte Molly.
Hermine nahm trotzdem ein Plätzchen.
„Wenn das so weitergeht“, fuhr sie grinsend fort, „rolle ich nach Weihnachten zurück nach Hogwarts.“
Ron prustete los.
„Das würde ich gern sehen.“
Ginny griff nach einem Keks und murmelte:
„Du kannst es ja wieder abtrainieren.“
Nur Hermine hatte es gehört und sie stieß ihre Freundin sofort in die Seite. Dann biss sie in das Plätzchen, als wäre nichts gewesen und deutete Richtung Molly.
„Ich sage euch, Mollys Essen ist einfach zu gut.“
Minerva hob trocken eine Augenbraue.
„Nun Hermine, ich bin mir ziemlich sicher, dass du selbst dann noch die disziplinierteste Hexe im gesamten Schloss wärst.“
Sie sah kurz zu ihr.
„Selbst wenn du tatsächlich rollen müsstest.“
Für einen Moment herrschte Stille. Dann brach Gelächter aus. Harry schüttelte den Kopf.
„Professor McGonagall…“
Ron grinste breit.
„Der war gut.“
Hermine sah Minerva mit funkelnden Augen an und für einen kurzen Moment war alles einfach leicht. Der Teller mit den Plätzchen wanderte weiter durch die Runde und bald beschäftigten sich alle wieder mit Tee, Gebäck und Gesprächen. Harry erzählte irgendeine Geschichte aus dem Ministerium, Ron kommentierte lautstark, während Arthur gelegentlich zustimmend nickte. Molly hörte zufrieden zu, offensichtlich glücklich, alle um sich versammelt zu haben. Hermine griff nach der Teekanne, die auf dem kleinen Tisch stand.
„Noch etwas Tee?“
Minerva hob ihre Tasse leicht an.
„Gern.“
Hermine goss ihr nach und reichte ihr die Tasse. Dabei streiften ihre Finger Minervas Hand ein wenig länger, als es eigentlich nötig gewesen wäre. Minerva spürte es sofort. Sie sagte nichts, doch ein kaum merkliches Zucken um ihre Lippen verriet, dass sie es bemerkt hatte. Hermine nahm sich noch einen Keks vom Teller. Dann lehnte sie sich leicht zurück und biss hinein. Währenddessen sah sie Minerva an. Dieser Blick war eindeutig. Verführerisch und herausfordernd. Minerva senkte leicht den Kopf, als würde sie weiter dem Gespräch zuhören, doch aus dem Augenwinkel sah sie Hermine an. Ganz leise – so leise, dass nur Hermine es hören konnte – flüsterte sie:
„Übertreib es nicht.“
Hermine kaute langsam ihren Keks. Dann sah sie Minerva an. Mit einem Blick, der ganz klar sagte:
'Oder was?'
Minerva erwiderte den Blick nur einen Moment. Streng und warnend zugleich, aber in ihren Augen lag ein kaum verbergbares Funkeln. Niemand außer Hermine hatte diesen kleinen Blickwechsel bemerkt und sie schien das Spiel sichtlich zu genießen.
Eine Weile blieb das Wohnzimmer erfüllt von Gesprächen, dem leisen Klirren von Teetassen und dem gelegentlichen Knacken des Feuers im Kamin. Dann stellte Arthur plötzlich seine Tasse ab und sah sich um.
„Ich sollte noch einen Weihnachtsbaum besorgen.“
Molly hob sofort den Kopf.
„Arthur, es ist schon fast dunkel.“
„Das macht doch nichts“, erwiderte er gut gelaunt. „Ich kenne einen guten Platz hinter dem Hügel.“
Molly schüttelte den Kopf.
„Das kann bis morgen warten.“
Doch Arthur stand bereits auf.
„Wenn ich es heute erledige, haben wir morgen keinen Stress.“
Ginny hob leicht eine Augenbraue und mischte sich ein.
„Dann solltest du aber nicht allein gehen.“
Arthur sah sie fragend an. Ginny lächelte unschuldig.
„Harry könnte dich begleiten.“
Harry seufzte, stand aber auf.
„Na gut.“
„Und Ron sollte auch mitkommen“, fügte Ginny hinzu.
Ron sah sie an.
„Warum ich?“
„Weil drei Leute mehr sehen als einer.“
Ron murmelte etwas Unverständliches, stand aber ebenfalls auf. Wenig später hörte man Jacken rascheln, Stimmen im Flur und schließlich fiel die Haustür ins Schloss. Im Wohnzimmer wurde es deutlich ruhiger. Molly sammelte noch ein paar Tassen ein.
„Ich gehe wieder in die Küche“, sagte sie. „Da wartet noch einiges.“
„Soll ich helfen?“ fragte Ginny sofort.
„Sehr gern.“
Ginny stand auf. Bevor sie ging, warf sie Hermine einen kurzen Blick zu.
„Ihr kommt doch eine Weile ohne uns aus oder?“
Sie zwinkerte und verschwand ebenfalls Richtung Küche.
Und plötzlich… war das Wohnzimmer leer. Nur Hermine und Minerva blieben zurück. Für einen Moment sagte keine von beiden etwas. Dann grinste Hermine langsam.
„Das ist doch wirklich sehr nett von Ginny.“
Minerva hob leicht eine Augenbraue.
„Nett?“
Hermine rückte ein Stück näher auf dem Sofa.
„Dass sie uns zufällig etwas Zeit allein verschafft.“
Minerva musterte sie skeptisch.
„Ich bin mir nicht sicher, ob ich das als Zufall betrachten sollte.“
Hermine zuckte unschuldig mit den Schultern.
„Ich schon.“
Ganz vorsichtig griff sie nach Minervas Hand. Minerva ließ es zu. Ihre Finger schlossen sich langsam um Hermines. Hermine rückte noch ein kleines Stück näher. Das Feuer knisterte leise im Kamin. Minerva sah sie an.
„Du nutzt jede Gelegenheit, nicht wahr?“
Hermine lächelte.
„Natürlich.“
Und diesmal ließ Hermine sie nicht sofort auf Abstand gehen. Hermine ließ ihre Finger sanft über Minervas Hand gleiten. Ganz langsam.
„Ich bin sehr glücklich“, sagte sie leise.
Minerva sah sie an.
„Dass wir beide gemeinsam hier sind.“
Minerva schloss für einen Moment die Augen. Ein kleines, ruhiges Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Das bin ich auch.“
Hermine hob ihre freie Hand und strich vorsichtig über Minervas Wange. Ihre Stimme wurde noch leiser.
„Ich liebe dich.“
Sie beugte sich vor, um Minerva zu küssen. Minerva wich zunächst einen kleinen Moment zurück. Der alte Instinkt. Vorsicht, doch dann ließ sie den Widerstand fallen. Sie ließ sich auf den Kuss ein. Sanft. Warm. Ein kurzer Moment, in dem alles andere verschwand. Als sie sich wieder voneinander lösten, wurde Minervas Blick jedoch ernster.
„Hermine.“
Hermine sah sie fragend an.
„Was war das vorhin mit Ginny?“
Hermine zögerte kurz. Dann seufzte sie leise.
„Sie hat es bemerkt.“
Minerva hob leicht den Kopf.
„Bemerkte… was genau?“
„Uns.“
Minerva senkte den Blick. Ein leiser Seufzer entwich ihr.
„Das wollte ich vermeiden.“
Ihre Stimme war ruhig, aber ein wenig angespannt.
„Es tut mir leid“, sagte Hermine sofort. „Das ist meine Schuld.“
Minerva schüttelte sofort den Kopf.
„Nein.“
Sie sah Hermine wieder an.
„Es ist nicht deine Schuld.“
Ein kleines, fast amüsiertes Lächeln schlich sich zurück auf ihre Lippen.
„Wir haben uns beide nicht besonders zurückgehalten.“
Hermine musste leise lachen.
„Das stimmt.“
Minerva sah sie einen Moment lang an. Dann seufzte sie erneut, diesmal deutlich entspannter.
„Immerhin ist es nur Ginny.“
Hermine nickte.
„Und sie hat versprochen, nichts zu sagen.“
Minerva musterte sie.
„Hat sie auch angedeutet, dass sie bereits länger etwas vermutet hat?“
Hermine grinste.
„Offenbar schon seit Hogwarts.“
Minerva schnaubte leise.
„Das ist… beruhigend.“
Hermine legte ihre Stirn kurz gegen Minervas.
„Es ist alles in Ordnung.“
Minerva blieb einen Moment still. Dann nickte sie langsam.
„Ja.“
Und dieses Mal klang sie überzeugt. Für einen Moment saßen sie einfach nur nebeneinander. Hermines Finger ruhten noch immer leicht in Minervas Hand. Dann begann Hermine plötzlich leise zu kichern. Minerva sah sie irritiert an.
„Was ist denn jetzt so amüsant?“
Hermine versuchte, ihr Lachen zu unterdrücken, schaffte es aber nur halb.
„Du bist vorhin auf eine sehr interessante Idee gekommen.“
Minerva hob leicht eine Augenbraue.
„Inwiefern?“
Hermine grinste breit.
„Die Idee, dass ich ein Baby haben möchte.“
Minerva blinzelte.
„Ich halte das nicht für völlig abwegig.“
Hermine lachte leise.
„Doch.“
Sie schüttelte den Kopf.
„Das ist komplett verrückt.“
Minerva verschränkte leicht die Arme.
„Du bist jung, Hermine.“
Ihre Stimme war ruhig.
„Es wäre durchaus möglich, dass du irgendwann ein Kind möchtest.“
Hermine sah sie einen Moment lang einfach nur an. Dann ließ sie Minervas Hand los. Für einen kurzen Moment wirkte Minerva irritiert, doch im nächsten Augenblick nahm Hermine beide Hände von Minerva in ihre eigenen. Sie sah ihr direkt in die Augen. Ganz ernst.
„Alles, was ich will…“
Ihre Stimme war ruhig.
„… bist du.“
Minerva erstarrte leicht.
„Ich brauche kein Kind.“
Hermines Finger schlossen sich sanft um Minervas Hände.
„Ich brauche nur dich.“
Für einen Moment sagte Minerva nichts. Ihre Augen wurden weich. Sichtlich gerührt. Ganz vorsichtig strich sie mit dem Daumen über Hermines Hand.
„Du weißt gar nicht…“
Sie hielt kurz inne. Ein warmes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„… wie glücklich mich diese Worte machen.“
Das Feuer im Kamin knisterte leise, während sie sich einfach nur ansahen. Hermine rückte wieder ein kleines Stück näher zu Minerva. Ein schelmisches Funkeln lag in ihren Augen.
„Wir müssen jetzt über etwas sehr Wichtiges sprechen.“
Minerva sah sie amüsiert an.
„Ach wirklich?“
Sie lehnte sich ein wenig zurück.
„Und was könnte das nun wieder sein?“
Hermine verschränkte demonstrativ die Hände.
„Die wichtigste Frage dieses Abends.“
Minerva musste bereits lächeln.
„Ich ahne nichts Gutes.“
Hermine beugte sich etwas vor.
„Wir müssen überlegen, in wessen Zimmer wir heute Nacht schlafen.“
Minerva antwortete sofort – viel zu schnell.
„Du schläfst in deinem Zimmer und ich in meinem.“
Hermine starrte sie einen Moment an. Dann brach sie in schallendes Gelächter aus.
„Wenn du glaubst, ich schlafe allein…“
Sie schüttelte grinsend den Kopf.
„… dann hast du dich gewaltig getäuscht, mein Schatz.“
Minerva lachte ebenfalls.
„Ich glaube, du spinnst ein bisschen, Hermine.“
„Ich meine das völlig ernst.“
Hermine verschränkte wieder die Arme und sah sie herausfordernd an.
„Wenn ich weiß, dass du nebenan in deinem Bett liegst…“
Sie ließ eine kleine Pause.
„Allein.“
Ein schelmisches Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus.
„Und ohne deine hochgeschlossenen Pullis…“
Minerva verdrehte amüsiert die Augen.
„Hermine.“
Doch Hermine redete unbeirrt weiter.
„Dann kann mich niemand davon abhalten.“
Minerva schüttelte lachend den Kopf.
„Du bist unmöglich.“
Hermine zuckte nur mit den Schultern.
„Du liebst mich trotzdem.“
Minerva sah sie einen Moment lang an. Dann lächelte sie leise.
„Leider.“
Hermine grinste triumphierend.
„Siehst du.“
Hermine legte ihre Hand langsam auf Minervas Oberschenkel. Ihr Blick wurde dabei unverkennbar herausfordernd.
„Also…“
Sie rückte noch ein Stück näher.
„Zu mir oder zu dir?“
Ihre Finger bewegten sich sanft über den Stoff von Minervas Rock. Ganz langsam. Minerva schloss für einen Moment die Augen. Sie versuchte, sich zu sammeln. Hermines Hand strich wieder über ihren Oberschenkel und wieder. Jedes Mal ein kleines bisschen höher. Minerva atmete tief durch.
„Hermine…“
Doch Hermine wartete nicht geduldig. Sie neigte den Kopf leicht und sah Minerva mit einem amüsierten Funkeln an.
„Du brauchst ganz schön lange für diese Entscheidung.“
Ihre Finger zeichneten eine weitere langsame Bewegung über Minervas Bein. Minerva öffnete wieder die Augen und sah sie an. Warnend, aber nicht wirklich streng. Hermine lächelte.
„Weißt du was?“
Sie beugte sich näher zu Minerva.
„Ich glaube, ich nehme dir die Entscheidung einfach ab.“
Ihre Stimme sank zu einem leisen Flüstern.
„Ich komme zu dir.“
Minerva schüttelte leicht den Kopf und musste trotz allem lächeln.
„Du bist wirklich unmöglich.“
Hermine zuckte nur unschuldig mit den Schultern.
„Ich weiß.“
Ihre Finger ruhten noch immer auf Minervas Oberschenkel.
„Aber du lässt mich trotzdem immer wieder zu dir kommen.“
Hermine beugte sich noch ein Stück näher zu Minerva.bIhre Hand lag immer noch auf ihrem Oberschenkel, während sie sie mit diesem selbstsicheren, warmen Blick ansah.
„Du wirst es genießen“, sagte sie leise.
Minerva zog eine Augenbraue hoch.
„Ach wirklich?“
Hermine grinste.
„Sehr sogar.“
Dann hob sie langsam die Hand von Minervas Bein und legte sie stattdessen an Minervas Wange. Ganz sanft. Sie beugte sich vor. Der Kuss, den sie Minerva gab, war ruhig und zärtlich, aber voller Versprechen. Nicht hastig, nicht stürmisch. Eher wie ein kleiner Vorgeschmack. Als würde Hermine ihr schon jetzt zeigen wollen, was sie in dieser Nacht erwartete. Minerva erwiderte den Kuss zunächst vorsichtig, doch für einen Moment vergaß auch sie jede Vorsicht. Ihre Hand legte sich an Hermines Taille, zog sie ein wenig näher zu sich. Als sie sich wieder voneinander lösten, blieb Hermine noch dicht vor ihr stehen. Ihre Stirn berührte fast Minervas. Ein zufriedenes Lächeln lag auf ihrem Gesicht.
„Das war nur der Anfang.“
Minerva schnaubte leise – halb belustigt, halb ergeben.
„Du bist wirklich gefährlich.“
Hermine lächelte.
„Nur für dich.“