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Ein interessanter Abend Teil 1

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Ein interessanter Abend Teil 1

Hallo ihr Lieben,

weiter geht's mit einem interessanten Abend im Fuchsbau und ja, ihr habt richtig gelesen. Es ist "nur" Teil 1. Ich musste dieses Kapitel leider aufteilen, sonst wäre es minimal eskaliert ;) Ich wünsche euch viel Spaß mit dem neuen Kapitel.

Liebe Grüße M.

Am Abend versammelten sich alle wieder am großen Tisch. Der Duft von Mollys Essen erfüllte das ganze Haus, und die Stimmung war lebhaft. Arthur saß mit glänzenden Augen am Tisch und erzählte gerade begeistert von ihrer Mission.

„Ich sage euch, dieser Baum war perfekt“, erklärte er. „Aber Ron meinte natürlich, er sei zu groß.“

„Er war zu groß“, verteidigte sich Ron sofort.

Harry lachte.

„Er hätte nicht mal durch die Tür gepasst.“

„Wir hätten ihn einfach ein bisschen kleiner zaubern können“, meinte Arthur überzeugt.

„Du wolltest ihn nicht kleiner zaubern“, sagte Ron trocken. „Du wolltest ihn unbedingt genau so behalten.“

Molly schüttelte lachend den Kopf.

„Ich bin gespannt, was ihr morgen anschleppt.“

Hermine hörte dem Gespräch zu, lächelte und ließ dabei ganz unauffällig ihre Hand unter dem Tisch sinken. Ihre Finger streiften Minervas Hand. Nur kurz. Dann ein zweites Mal. Minerva spürte die Berührung sofort. Sie reagierte nicht, zumindest nicht sichtbar, doch Hermine ließ es nicht dabei bewenden. Langsam legte sie ihre Hand auf Minervas Oberschenkel. Ganz sanft. Minerva versteifte sich augenblicklich. Ihre Schultern spannten sich kaum merklich an. Langsam drehte sie den Kopf. Ihr Blick traf Hermine. Warnend. Sehr deutlich. Hermine sah sie unschuldig an, aber in ihren Augen lag pures Vergnügen. Sie nahm einen Schluck Tee, als wäre absolut nichts passiert. Minerva schüttelte kaum merklich den Kopf, doch Hermine konnte sehen, dass sie sich ein Lächeln verkneifen musste. Während Arthur weiter begeistert von den verschiedenen Tannen erzählte, ließ Hermine ihre Finger wieder über Minervas Oberschenkel gleiten. Langsam, beinahe gedankenverloren, doch ihre Bewegung wurde immer deutlicher. Minervas Körper spannte sich sofort an. Für einen Moment erstarrte sie vollständig. Unter dem Tisch griff sie nach Hermines Hand und zog sie unauffällig zurück. Ihr Blick blieb weiterhin auf ihrem Teller, doch ihre Stimme war leise und bestimmt.

„Hermine.“

Eine klare Warnung. Hermine beugte sich ein kleines Stück näher zu ihr. So, als würde sie nur etwas vom Tisch nehmen, doch stattdessen flüsterte sie kaum hörbar:

„In ein paar Stunden…“

Minerva spürte, wie Hermines Atem kurz ihr Ohr streifte.

„… hast du sowieso keine Chance mehr, mir zu entkommen.“

Minerva schloss kurz die Augen. Als sie sie wieder öffnete, warf sie Hermine einen strengen Blick zu. Hermine saß völlig unschuldig da und biss in ein Stück Brot. In ihren Augen funkelte jedoch pures Vergnügen.

Nach dem Essen begann sich die Runde langsam aufzulösen. Harry und Ron räumten ein paar Teller zusammen, Arthur brachte Holz für den Kamin herein und Ginny kümmerte sich kurz um James. Molly begann bereits, das Geschirr in die Küche zu tragen. Minerva stand ebenfalls auf.

„Lass mich dir helfen.“

Molly drehte sich sofort um.

„Oh nein, Minerva, du bist zu Gast.“

Minerva nahm ihr trotzdem ein paar Teller aus der Hand.

„Das spielt keine Rolle.“

Molly versuchte noch einmal zu protestieren.

„Wirklich, du musst—“

„Molly.“

Minerva sah sie freundlich, aber bestimmt an.

„Ich bestehe darauf.“

Molly seufzte schließlich und lächelte.

„Na gut.“

Gemeinsam gingen sie in die Küche. Während sie das Geschirr spülten und abtrockneten, entstand ein ruhiger Moment zwischen ihnen. Das Wasser plätscherte leise im Spülbecken.

„Und?“, fragte Molly nach einer Weile. „Wie läuft es wirklich in Hogwarts?“

Minerva stellte eine Tasse auf das Regal.

„Im Großen und Ganzen gut.“

Sie zögerte kurz.

„Es ist trotzdem… angenehm, ein paar Tage fort zu sein.“

Molly sah sie über den Rand einer Schüssel hinweg an.

„Du machst dir trotzdem Gedanken, stimmt’s?“

Minerva lächelte schwach.

„Natürlich.“

Sie trocknete einen Teller ab.

„Eine Schule verlässt man als Schulleiterin nicht einfach völlig sorgenfrei.“

„Pomona, Poppy und die anderen haben alles im Griff“, sagte Molly beruhigend.

„Das weiß ich.“

Minerva nickte langsam.

„Und trotzdem…“

Sie stellte das Geschirr ab und sah kurz zum Fenster hinaus, wo draußen der Schnee im Dunkeln glitzerte.

„… bleibt ein Teil meines Kopfes immer dort.“

Molly lächelte verständnisvoll.

„Das nennt man Verantwortung.“

Dann legte sie Minerva kurz eine Hand auf den Arm.

„Aber Hogwarts wird auch noch stehen, wenn du ein paar Tage einfach nur Minerva bist.“

Minerva sah sie an. Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.

„Das hoffe ich.“

Während Molly und Minerva in der Küche beschäftigt waren und Ron mit Arthur über die beste Stelle für den Weihnachtsbaum diskutierte, trat Harry unauffällig neben Hermine. Er nickte in Richtung Flur.

„Kommst du kurz mit?“

Hermine runzelte leicht die Stirn, folgte ihm aber. Sie blieben im kleinen Eingangsbereich stehen, wo das Stimmengewirr aus dem Wohnzimmer nur gedämpft zu hören war. Harry verschränkte die Arme. Sein Blick war ernst.

„Im Ministerium ist in letzter Zeit einiges los.“

Hermine zog leicht eine Augenbraue hoch.

„Das überrascht mich nicht.“

Harry sah sie aufmerksam an.

„Ich habe mit einem Kollegen aus der Abteilung für Dienstaufsicht gesprochen.“

Hermine spürte, wie sich ein unangenehmes Gefühl in ihrem Magen breit machte. Harry fuhr fort:

„Hogwarts steht im Moment ziemlich unter Beobachtung.“

Hermine blieb ruhig.

„Es sind in letzter Zeit einige Briefe hin und her gegangen.“

Harry nickte langsam.

„Ich weiß.“

Er beobachtete sie genau.

„Ich weiß auch, dass Minerva ins Ministerium bestellt wurde.“

Hermine zuckte leicht mit den Schultern.

„Ja… das habe ich auch mitbekommen.“

Harry ließ den Blick nicht von ihr.

„Und ich weiß, dass das Ministerium in Hogwarts war.“

„Ja“, sagte Hermine schlicht. „Sie waren da.“

Harry lehnte sich leicht gegen die Wand.

„Und?“

Hermine sah ihn an.

„Und was?“

„Was war der Grund dafür?“

Hermine spürte, wie ihr Kopf blitzschnell nach einer passenden Antwort suchte. Eine Ausrede. Irgendetwas, das glaubwürdig genug klang. Sie verschränkte die Arme locker.

„Du weißt doch, wie das Ministerium manchmal ist.“

Harry hob skeptisch eine Augenbraue. Hermine zuckte mit den Schultern.

„Sie überprüfen die Dinge regelmäßig.“

Sie ließ eine kleine Pause.

„Hogwarts steht schließlich unter besonderer Beobachtung.“

Harry sah sie weiterhin prüfend an.

„Das klingt nach einer ziemlich allgemeinen Antwort.“

Hermine lächelte leicht.

„Weil es eine ziemlich allgemeine Angelegenheit war.“

Harry schwieg einen Moment. Dann seufzte er leise.

„Wenn du es nicht sagen willst, dränge ich dich nicht.“

Hermine entspannte sich ein kleines Stück. Harry sah sie noch einmal ernst an.

„Aber wenn irgendetwas nicht stimmt…“

Er ließ den Satz bewusst offen. Hermine nickte.

„Ich weiß.“

Aus der Küche hörte man Molly lachen. Harry stieß sich von der Wand ab.

„Na gut.“

Dann klopfte er Hermine leicht auf die Schulter.

„Komm. Bevor Ron wieder behauptet, wir hätten den Baum vergessen.“

Hermine hielt Harry noch einmal kurz am Ärmel fest.

„Harry.“

Er drehte sich wieder zu ihr um.

„Ja?“

Hermine zögerte einen Moment.

„Weiß noch jemand davon?“

Harry schüttelte den Kopf.

„Nein.“

Er senkte kurz die Stimme.

„Es war eher… Zufall, dass ich davon erfahren habe.“

Hermine atmete etwas erleichterter aus. Harry musterte sie kurz.

„Wenn du irgendwann darüber reden willst…“

Er zuckte mit den Schultern.

„Ich höre zu.“

Hermine nickte dankbar.

„Danke, Harry.“

Er lächelte kurz, dann ging er zurück ins Wohnzimmer. Hermine blieb noch einen Moment im Flur stehen. Ihre Gedanken wirbelten durcheinander. Eigentlich wollte sie ehrlich zu ihm sein. Sie hatte zwar nicht wirklich gelogen, aber sie war auch nicht ganz ehrlich zu Harry, doch was hätte sie sagen sollen? Wenn sie gesagt hätte, dass das Ministerium Fragen über Minervas Haltung ihr gegenüber gestellt hatte, dann wäre er sofort darauf gekommen. Da war sich Hermine sicher. Sie seufzte und wollte wieder ins Wohnzimmer gehen. In diesem Moment kam Minerva aus der Küche. Sie blieb stehen, als sie Hermine sah.

„Hermine?“

Hermine blickte auf. Minerva trat näher.

„Was ist los?“

Hermine wirkte einen Moment lang wirklich etwas verloren.

„Harry weiß von der Sache mit dem Ministerium.“

Minervas Gesicht blieb ruhig.

„Er hat es erwähnt?“

Hermine nickte.

„Er hat wohl etwas im Ministerium aufgeschnappt.“

Minerva legte beruhigend eine Hand an Hermines Arm.

„Hermine.“

Ihre Stimme war ruhig und sicher.

„Es ist vorbei.“

Hermine sah sie an.

„Das Ministerium hat keine Grundlage für weitere Maßnahmen.“

Sie lächelte leicht.

„Es gibt nichts mehr, was sie gegen uns verwenden können.“

Hermine nickte langsam.

„Du hast recht.“

Minerva beobachtete sie noch einen Moment. Dann wechselte sie bewusst das Thema. Ihre Augen wurden plötzlich ein wenig strenger.

„Und jetzt zu etwas anderem.“

Hermine blinzelte.

„Was?“

Minerva verschränkte leicht die Arme.

„Deine Hand unter dem Tisch.“

Hermine brauchte einen Moment. Dann begann sie breit zu grinsen.

„Ach das.“

„Ja, das. Das kann ich nicht durchgehen lassen.“

Hermine sah sie herausfordernd an.

„Das ist eigentlich deine Schuld.“

Minerva sah sie überrascht an.

„Meine?“

Hermine antwortete nicht sofort. Stattdessen zog sie Minerva plötzlich leicht zu sich und drückte ihr einen schnellen, frechen Kuss auf die Lippen. Minerva blinzelte völlig überrumpelt. Hermine grinste.

„Ich will dich immer noch.“

Minervas Augen wurden groß.

„Hermine…“

Hermine zuckte nur mit den Schultern.

„Und ehrlich gesagt…“, sie senkte verschwörerisch die Stimme, „Wäre das alles gar nicht so schlimm geworden, wenn du mich schon mal ein bisschen früher rangelassen hättest.“

Für einen Moment klappte Minerva tatsächlich der Mund auf. Hermine konnte sich das Lachen kaum verkneifen.

„Du bist unmöglich“, murmelte Minerva schließlich, doch selbst sie musste gegen ein Lächeln ankämpfen.

Hermine ließ sich davon nicht beeindrucken. Statt zurückzuweichen, beugte sie sich erneut frech vor. Sie küsste Minerva zuerst sanft auf die Lippen und wanderte dann zu ihrem Hals. Minerva entwich ein leises Seufzen, das sie offenbar selbst überraschte, doch im nächsten Moment fasste sie sich wieder, legte beide Hände an Hermines Schultern und schob sie vorsichtig ein Stück von sich.

„Hermine“, sagte sie leise. „Du hältst offenbar nicht viel von Diskretion.“

Hermine grinste.

„Doch.“

Sie legte den Kopf leicht schief.

„Aber ich finde es wahnsinnig aufregend.“

Ihre Augen funkelten.

„Und ich weiß ganz genau, dass du dich auch sehr anstrengen musst, um dich zurückzuhalten.“

Minerva sah sie einen Moment lang an. Dann trat sie langsam wieder näher. Ihre Hand glitt über Hermines Arm. Langsam. Von ihrem Unterarm zu ihrer Schulter, dann weiter zu ihrem Hals und ganz sanft ließ sie ihre Finger über Hermines Brust gleiten, bevor ihre Hand schließlich an ihrer Taille liegen blieb.

„Ja“, sagte Minerva leise. „Ich muss mich mehr als anstrengen.“

Hermine sah sie mit einem herausfordernden Grinsen an.

„Dann wird diese Nacht wohl…“, sie ließ eine kleine Pause, „… sehr interessant.“

Minerva zog leicht eine Augenbraue hoch, doch diesmal widersprach sie nicht.

Als sie wieder ins Wohnzimmer zurückkehrten, wirkte alles völlig normal. Niemand hätte ahnen können, was sich wenige Minuten zuvor im Flur abgespielt hatte. Harry und Ron saßen auf dem Teppich und spielten mit James, der fröhlich zwischen ihnen herumkrabbelte und immer wieder quietschte, wenn einer von beiden ihm einen Holzbaustein hinhielt. Hermine setzte sich wieder neben Ginny auf das Sofa. Minerva trat zu Arthur und Molly, die sich leise über den Weihnachtsbaum unterhielten.

„Ich sage euch, morgen finde ich den perfekten“, erklärte Arthur gerade überzeugt.

Minerva lächelte höflich und hörte zu. Dann spürte sie plötzlich ein leichtes Ziehen an ihrem Rock. Sie hielt mitten im Satz inne. Langsam blickte sie nach unten. James saß direkt vor ihr auf dem Boden und hatte mit seinen beiden kleinen Händen den Stoff ihres Rocks gepackt. Er sah zu ihr hoch und strahlte. Minerva beugte sich automatisch ein Stück zu ihm herunter.

„Nun“, murmelte sie leise, „wen haben wir denn hier?“

James quietschte fröhlich und hielt sich nun noch fester an ihr fest. Ginny wollte schon aufstehen.

„Oh, entschuldige…“

Doch Hermine legte schnell eine Hand auf Ginnys Arm.

„Lass sie.“

Ginny sah sie kurz an, dann grinste sie leicht und blieb sitzen. Minerva hatte sich inzwischen ganz zu James hinuntergebeugt.

„Du bist aber hartnäckig“, sagte sie ruhig.

James antwortete darauf mit einem glücklichen Laut und streckte ihr seine Ärmchen entgegen. Minerva zögerte einen Moment, dann hob sie ihn vorsichtig auf den Arm. Der kleine Junge schmiegte sich sofort zufrieden an sie. Minerva hielt ihn einen Moment etwas unsicher, doch dann fand sie schnell eine bequeme Haltung. James legte seinen Kopf an ihre Schulter und klammerte sich an ihren Pullover. Minervas Gesichtsausdruck wurde unerwartet weich. Vom Sofa aus beobachtete Hermine die Szene. Ein warmes Lächeln breitete sich langsam auf ihrem Gesicht aus.

Minerva unterhielt sich weiter mit Molly und Arthur, als wäre es das Natürlichste der Welt, ein Baby auf dem Arm zu halten.

„… und dann meinte Pomona, sie würde die Gewächshäuser über die Feiertage sorgfältig verschließen und täglich kontrollieren“, erzählte Minerva gerade ruhig.

Molly schüttelte den Kopf.

„Diese Frau liebt ihre Pflanzen wirklich.“

Währenddessen hob James seinen Kopf. Er sah Minerva genau an. Seine großen Augen musterten ihr Gesicht, als würde er etwas sehr Interessantes entdecken. Dann patschte er fröhlich mit seinen kleinen Händen gegen ihre Wange. Einmal. Dann noch einmal gegen ihre Schulter. Minerva lachte leise.

„Nun, du bist ja ein lebhafter junger Mann.“

James quietschte zufrieden. Dann entdeckte er etwas Neues. Eine einzelne dunkle Strähne hatte sich aus Minervas sonst so ordentlicher Frisur gelöst. Seine kleine Hand griff danach. Ginny beobachtete das sofort vom Sofa aus. Sie spannte sich leicht an. James hatte nämlich eine klare Vorliebe dafür, Leuten kräftig an den Haaren zu ziehen.

„James…“, begann sie vorsichtig.

Doch zu ihrer Überraschung zog er nicht. Stattdessen hielt er die Strähne einfach zwischen seinen Fingern fest. Ganz vorsichtig. Er betrachtete sie neugierig, drehte das leicht ergraute Haar zwischen seinen kleinen Fingern und sah Minerva dabei fasziniert an. Als würde er etwas Kostbares untersuchen. Minerva blieb ganz ruhig.

„Die Haare einer alten Frau interessieren dich wohl sehr“, murmelte sie sanft.

James gluckste zufrieden. Ginny runzelte leicht die Stirn. Das war ungewöhnlich. Sehr ungewöhnlich. Normalerweise zog James sofort kräftig an Haaren, doch bei Minerva tat er es nicht. Es war fast, als würde er instinktiv wissen, dass er vorsichtig sein musste. Hermine beobachtete die Szene ebenfalls vom Sofa aus und das Lächeln auf ihrem Gesicht wurde noch ein kleines bisschen wärmer. Nach einer Weile setzte sich Minerva schließlich ebenfalls auf das Sofa. James saß noch immer zufrieden auf ihrem Schoß, als wäre dort schon immer sein Platz gewesen. Minerva strich ihm ganz vorsichtig über den Rücken.

„Nun, junger Mann“, sagte sie ruhig, „ich denke, du solltest jetzt wieder zu deiner Mutter.“

Sie beugte sich leicht zu Ginny und wollte ihr den kleinen Jungen zurückgeben, doch James hatte offenbar andere Pläne. Kaum versuchte Minerva, ihn von sich zu lösen, klammerte er sich sofort mit beiden kleinen Händen an ihren Pullover und schüttelte entschieden den Kopf. Ein empörtes kleines Geräusch entwich ihm. Minerva sah überrascht zu ihm herunter.

„Oh.“

Hermine begann sofort zu lachen.

„Minerva…“

Minerva sah sie fragend an. Hermine grinste breit.

„Ich glaube, er hat sich in dich verliebt.“

Die anderen lachten ebenfalls. Selbst Minerva konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

„Das ist vollkommen unbegreiflich.“

Ginny grinste.

„Im Moment liebt er dich.“

Sie verschränkte locker die Arme.

„Aber warte ab, ob die Liebe noch so groß ist, wenn er dich später als Schulleiterin bekommt.“

Harry lachte laut. Minerva lachte herzlich.

„Oh, ich fürchte…“

Sie sah kurz zu James hinunter.

„… spätestens dann ist diese Liebe vorbei.“

James gluckste zufrieden und patschte wieder fröhlich gegen ihren Pullover, als hätte er keinerlei Einwände gegen diese Zukunft.

Der Abend zog sich angenehm in die Länge. Das Feuer im Kamin knisterte, draußen fiel leise neuer Schnee und im Wohnzimmer herrschte diese ruhige, warme Stimmung, die nur in Häusern entsteht, in denen sich Menschen wirklich wohlfühlen. Es wurde viel gelacht. Arthur erzählte Geschichten aus dem Ministerium, Ron konterte mit Kommentaren, Harry brachte immer wieder neue Themen auf den Tisch, und Molly sorgte dafür, dass niemandem Tee oder Feuerwhisky fehlte. Zwischen all den Gesprächen fanden Hermine und Minerva immer wieder zueinander. Ein kurzer Blick. Ein kleines Lächeln. Ein kaum merkliches Heben der Augenbraue. Ein stilles Spiel, das nur sie beide verstanden. Irgendwann wurde es deutlich ruhiger. James war längst wieder auf Minervas Arm eingeschlafen, sein Kopf ruhte schwer an ihrer Schulter.

„Der kleine Mann hat aufgegeben“, murmelte Harry schmunzelnd.

Ginny trat zu ihnen.

„Ich glaube, es ist Zeit fürs Bett.“

Minerva übergab James vorsichtig.

„Er war ein sehr angenehmer Begleiter.“

Ginny lachte leise.

„Das ist er meistens.“

Harry und Ginny verabschiedeten sich noch kurz von allen und gingen dann mit James nach oben. Kurz darauf stand auch Ron auf.

„Ich glaube, ich verschwinde auch mal.“

Er streckte sich müde.

„Gute Nacht.“

„Gute Nacht, Ron“, sagte Molly.

Schließlich blieben nur noch Hermine, Minerva, Molly und Arthur am Tisch sitzen. Sie tranken in Ruhe ihre letzten Schlucke Feuerwhisky. Arthur erzählte noch eine letzte kleine Anekdote, Molly lachte darüber und Minerva wirkte sichtlich entspannt. Hermine beobachtete sie dabei immer wieder. Nach einer Weile stand Molly auf.

„Nun gut. Ich glaube, es wird Zeit für uns alle.“

Arthur nickte zustimmend.

„Ein langer Tag.“

Die Gläser wurden noch schnell zusammengeräumt, dann gingen auch sie nach oben. Die Treppe knarrte leise unter ihren Schritten. Jeder verschwand schließlich in seinem Zimmer und während im Haus langsam Ruhe einkehrte, lag in der Luft noch immer diese stille Vorfreude auf die Nacht, die erst begonnen hatte.