Spannungen
Spannungen
Hallo ihr Lieben,
weiter geht's mit Minerva und Hermine :) Ich wünsche euch viel Spaß mit dem neuen Kapitel.
Lasst mich gerne wissen, wie es euch gefällt.
Liebe Grüße M.
Der Morgen dämmerte langsam über dem Fuchsbau. Durch die Vorhänge fiel ein blasses Winterlicht ins Zimmer und draußen lag der Garten still unter einer frischen Schneeschicht. Minerva war als Erste wach. Sie lag auf der Seite und bewegte sich kaum, um Hermine nicht zu stören. Hermine schlief noch tief. Eine Hand lag locker auf Minervas Arm, ihre Locken waren über das Kissen verteilt und ihr Atem ging ruhig und gleichmäßig. Minerva betrachtete sie eine ganze Weile. Ein leises, warmes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Vorsichtig hob sie die Hand und strich Hermine eine widerspenstige Locke aus dem Gesicht. Ihre Finger blieben einen Moment in Hermines Haar liegen.
„Guten Morgen, mein Liebling“, flüsterte sie schließlich.
Hermine regte sich leicht. Minerva strich noch einmal sanft über ihre Wange.
„Hermine…“
Hermine blinzelte verschlafen, öffnete langsam die Augen und brauchte einen Moment, um sich zu orientieren. Dann fiel ihr Blick auf Minerva. Sofort erschien ein weiches Lächeln auf ihrem Gesicht.
„Guten Morgen“, murmelte sie noch halb verschlafen.
Sie rückte automatisch näher zu Minerva, als wäre das der natürlichste Platz der Welt.
„Du bist schon wach.“
Minerva nickte leicht.
„Schon eine Weile.“
Hermine blinzelte sie neugierig an.
„Und du hast mich einfach nur angeschaut?“
Minerva strich ihr erneut eine Locke zurück.
„Das war schwer zu vermeiden.“
Hermine grinste schläfrig.
„Stalker.“
Minerva lachte leise.
„Unverschämtes Mädchen.“
Hermine blinzelte noch einmal verschlafen, dann verzog sie leicht den Mund. Minerva beugte sich zu ihr und küsste sie sanft auf die Stirn.
„Moment mal.“
Sie sah Minerva gespielt streng an.
„Das war kein richtiger Guten-Morgen-Kuss.“
Minerva hob eine Augenbraue.
„Ach wirklich?“
Hermine nickte ernst.
„Ich verlange einen anständigen.“
Minerva schnaubte leise, aber das Lächeln auf ihren Lippen verriet, dass sie sich nicht lange bitten lassen würde. Sie beugte sich erneut vor und küsste Hermine ruhig und warm. Hermine seufzte zufrieden.
„So ist es besser.“
Dann drehte sie den Kopf und sah zur Uhr auf dem Nachttisch. Ihre Augen wurden größer.
„Minerva!“
Minerva zuckte leicht zusammen.
„Was?“
„Es ist sieben Uhr!“
Hermine ließ sich wieder ins Kissen fallen.
„Bist du wahnsinnig, mich so früh zu wecken? Wir müssen nicht zum Unterricht.“
Minerva lachte leise.
„Da stimme ich dir zu, aber ich fürchte, wir haben ein anderes Problem.“
Hermine sah sie wieder an.
„Welches?“
Minerva nickte in Richtung Tür.
„Wir müssen unsere aktuelle Schlafsituation korrigieren, bevor die anderen im Haus wach werden.“
Ein leicht amüsiertes Funkeln lag in ihren Augen.
„Offiziell hast du nämlich nicht bei mir geschlafen.“
Hermine grinste breit.
„Stimmt.“
Sie rückte noch näher zu Minerva.
„Ich habe nicht nur bei dir geschlafen.“
Ihr Blick wurde weich.
„Ich habe mit dir geschlafen.“
Sie lächelte zufrieden.
„Und das war ausgesprochen schön.“
Minerva schüttelte den Kopf, konnte sich aber ein Lächeln nicht verkneifen. Hermine ignorierte die Uhr vollkommen, kuschelte sich wieder an Minerva und legte den Kopf an ihre Schulter.
„Nur noch ein paar Minuten“, murmelte sie.
Sie schloss kurz die Augen und atmete tief ein.
„Du riechst so gut.“
Minerva strich ihr sanft über die Haare, während draußen langsam der Wintermorgen über dem Fuchsbau heller wurde. Sie blieben noch eine Weile einfach so liegen. Die Decke war halb verrutscht, das Zimmer still, nur das gedämpfte Winterlicht fiel durch den Vorhang. Minerva lag auf der Seite und fuhr immer wieder sanft durch Hermines Locken, während Hermine mit den Fingerspitzen langsam über Minervas Arm strich. Keine von beiden sprach. Es war einer dieser seltenen Momente, in denen nichts gesagt werden musste. Nach einigen Minuten seufzte Minerva leise.
„Hermine…“
Hermine brummte leise gegen ihre Schulter.
„Mhm?“
Minerva lächelte schwach.
„Du solltest jetzt wirklich gehen.“
Hermine hob den Kopf ein wenig und sah sie an.
„Ich will nicht gehen.“
Sie verzog leicht den Mund.
„Es wäre so schön, wenn wir einfach hier bleiben könnten.“
Sie ließ den Kopf wieder auf Minervas Schulter sinken.
„Einfach zusammen in diesem Bett.“
Minerva strich ihr wieder eine Locke aus dem Gesicht.
„Das wäre wirklich schön.“
Hermine wurde still. Ein wenig nachdenklich. Minerva bemerkte es sofort. Sie hob sanft Hermines Kinn an, sodass sie ihr in die Augen sehen konnte. Ihr Blick war weich.
„Eines Tages wird es so sein.“
Hermine blinzelte leicht. Minerva lächelte.
„Irgendwann können wir Tage und Nächte gemeinsam verbringen.“
Ihre Stimme war ruhig, fast verträumt.
„Und irgendwann werden wir morgens gemeinsam aus einem Zimmer treten können, ohne uns Gedanken machen zu müssen.“
Hermine seufzte leise. Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Auf diesen Tag freue ich mich unglaublich.“
Minerva strich ihr sanft über die Wange.
„Ich mich auch.“
Hermine stahl sich noch ein paar zärtliche Küsse von Minerva, als wollte sie jeden einzelnen Augenblick mitnehmen.
„Das reicht noch lange nicht“, murmelte sie gegen Minervas Lippen, bevor sie sich schließlich doch langsam aufsetzte.
Mit einem leisen Seufzen rutschte sie aus dem Bett und griff nach ihrem Strickkleid, das irgendwo auf dem Boden gelandet war. Während sie es überzog, blieb ihr Blick immer wieder an Minerva hängen. Minerva hatte sich inzwischen ebenfalls aufgerichtet und griff nach ihrem Morgenmantel. Sie zog ihn über und band ihn zusammen, während sie Hermine mit einem halb amüsierten, halb liebevollen Blick beobachtete.
„Du siehst aus, als würdest du gleich wieder einen neuen Unsinn planen“, bemerkte sie trocken.
Hermine grinste.
„Ich plane nichts. Ich genieße nur die Aussicht.“
Minerva schüttelte den Kopf, doch das Lächeln blieb. Gemeinsam gingen sie leise zur Tür. Das Haus war noch still, niemand war wach. Hermine blieb vor der Tür stehen und sah Minerva an.
„Küss mich noch einmal.“
Sie legte den Kopf leicht schief.
„Sonst überlebe ich nicht mal das Frühstück.“
Minerva lachte leise.
„Du bist unmöglich.“
Trotzdem beugte sie sich zu ihr und küsste sie zärtlich. Kein stürmischer Kuss wie in der Nacht zuvor, nur warm, ruhig und voller Vertrautheit. Hermine lächelte zufrieden.
„Das reicht für ein paar Stunden.“
Noch einmal strich sie Minerva kurz über die Wange, dann öffnete sie leise die Tür.
„Bis später.“
„Bis später“, antwortete Minerva.
Hermine huschte über den Flur in ihr eigenes Zimmer und schloss dort ebenso leise die Tür. Minerva blieb einen Moment stehen. Dann schloss sie ebenfalls ihre Tür und lehnte sich kurz dagegen. Ein leises Lächeln lag auf ihren Lippen. Unweigerlich blitzten Bilder der vergangenen Nacht in ihrem Kopf auf — die Wärme, Hermines Lachen, ihre Küsse, die Nähe zwischen ihnen. Sie hatten sich geliebt, wie schon lange nicht mehr. Es war wunderschön gewesen und gleichzeitig völlig verrückt, gleich in der ersten Nacht hier im Haus so unvorsichtig zu sein. Minerva schüttelte leicht den Kopf über sich selbst. Dann stieß sie sich von der Tür ab. Der Gedanke an Vorsicht mochte berechtigt sein, doch in diesem Moment hielt sie vor allem eines fest:
Ihr Glück und die kostbare Zeit, die sie mit Hermine verbringen durfte.
Später am Morgen füllte sich die Küche des Fuchsbaus wieder langsam. Alle wirkten noch ein wenig verschlafen, doch die Stimmung war gut. Molly hatte bereits Tee aufgesetzt und der Duft von frischem Brot und Marmelade lag in der Luft. Hermine setzte sich neben Ginny an den Tisch, während Harry noch gähnte und Ron versuchte, wach zu werden. Ginny warf Hermine immer wieder einen Blick zu. Einen ganz bestimmten Blick. Wissend. Hermine bemerkte es natürlich sofort. Als sich ihre Blicke erneut trafen, musste Hermine unweigerlich lächeln. Ginny grinste nur und nahm einen Schluck Tee.
Plötzlich begann Harrys Besteck zu schweben. Die Gabel hob sich vom Tisch und drehte sich langsam in der Luft. James, der auf Ginnys Schoß saß, brach sofort in fröhliches Gelächter aus und begann begeistert zu klatschen.
„Oh nein“, murmelte Harry und hob sofort seine Hand.
Alle am Tisch waren bereits dabei ihre Hände auszustrecken, um einen Gegenzauber zu wirken, doch Harry war schneller. Mit einer schnellen Bewegung fing er die Magie ein und das Besteck fiel wieder auf den Tisch.
„Tut mir leid“, sagte er und strich seinem Sohn kurz über den Kopf. „Das passiert in letzter Zeit öfter.“
James gluckste zufrieden.
„Dann sind wir nun wenigstens alle wach“, sagte Molly lächelnd.
Das Frühstück ging danach genauso gut gelaunt weiter. Nach einer Weile krabbelte James vom Schoß seiner Mutter auf den Boden und begann, durch die Küche zu wandern. In seinen Händen hielt er sein Lieblingsstofftier – eine kleine, etwas zerzauste Eule.
Er beschäftigte sich eine Weile damit, bis er plötzlich bei Minervas Stuhl stehen blieb. Mit einem kleinen Laut zog er sich daran hoch. Dann sah er zu ihr hinauf. Erwartungsvoll. Minerva blickte überrascht zu ihm herunter.
„Nun, junger Mann“, sagte sie ruhig.
Sie hob ihn vorsichtig hoch und setzte ihn auf ihren Schoß. James schien mit dieser Lösung mehr als zufrieden. Hermine grinste über den Tisch hinweg.
„Ich sehe, die Liebe ist über Nacht wohl nicht erloschen.“
Ginny lächelte und hob leicht die Hände.
„Ich kann ihn auch nehmen, wenn es dir unangenehm ist.“
Minerva schüttelte leicht den Kopf.
„Oh nein.“
Ein kleines Lächeln lag auf ihrem Gesicht.
„James und ich kommen wunderbar miteinander aus.“
Wie aufs Stichwort kuschelte sich der kleine Junge sofort an sie, legte seinen Kopf an ihre Brust und hielt seine Stoffeule fest umklammert. Minerva strich ihm sanft über den Rücken. Hermine beobachtete sie dabei genau und plötzlich bemerkte sie etwas. Ein kurzes Aufflackern in Minervas Augen. Etwas, das sie so noch nie gesehen hatte. Etwas sehr Weiches. Sehr Warmes. Ganz anders als sonst. Minerva sah auf den kleinen Jungen hinunter und in ihrem Blick lag eine liebevolle Vertrautheit. Fast… mütterlich. Hermine spürte, wie sich ein Gedanke in ihr formte.
Hat Minerva nie darüber nachgedacht, eigene Kinder zu haben?
Doch sofort verwarf sie den Gedanken wieder. Das war keine Frage für einen Frühstückstisch. Nicht hier und nicht jetzt.
James hatte sich inzwischen ganz bequem auf Minervas Schoß eingerichtet. Mit großer Ernsthaftigkeit beschäftigte er sich nun wieder mit ihren Haaren. Vorsichtig griff er nach einer Strähne, ließ sie zwischen seinen kleinen Fingern gleiten und betrachtete sie, als wäre sie ein höchst interessantes Forschungsobjekt. Minerva beobachtete ihn dabei mit einem amüsierten Blick.
„Ich fürchte, meine Frisur wird diese Untersuchung nicht ganz unbeschadet überstehen“, murmelte sie trocken.
James antwortete mit einem zufriedenen Laut und ließ schließlich die Haarsträhne los, um sich stattdessen Minervas Pullover zuzuwenden. Seine kleinen Hände patschten neugierig über den Stoff. Ginny sah sich das eine Weile an, dann schüttelte sie lächelnd den Kopf.
„Okay, ich glaube, das reicht jetzt.“
Sie stand auf und trat zu ihnen.
„Minerva soll auch mal ihr Frühstück genießen.“
Sie streckte die Hände aus, um James wieder zu sich zu holen.
„Komm her, du kleiner Charmeur.“
Doch James hatte offensichtlich andere Pläne. Kaum wollte Ginny ihn nehmen, klammerte er sich sofort mit beiden Armen an Minervas Pullover und drückte sein Gesicht an sie. Ein empörter kleiner Laut entwich ihm. Am Tisch brach Gelächter aus. Ron schüttelte grinsend den Kopf.
„Er hat sich entschieden.“
Harry lachte. „Sieht ganz so aus.“
Ginny versuchte es noch einmal.
„James…“
Doch der kleine Junge klammerte sich nur noch fester an Minerva. Ginny seufzte schließlich und hob die Hände.
„Na gut.“
Sie setzte sich wieder.
„Offenbar gehörst du jetzt ihm.“
Minerva lächelte leicht.
„Ich werde mein Bestes tun, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.“
Die anderen lachten erneut. Also blieb James auf ihrem Schoß, während Minerva versuchte, so gut es ging zu frühstücken – was nicht ganz einfach war, da der kleine Junge zwischendurch immer wieder ihren Pullover untersuchte oder sich zufrieden an sie kuschelte.
Während das Frühstück weiterging, wurde es am Tisch wieder etwas lebhafter. Ron erzählte von dem missglückten Versuch, gestern Abend noch einen Baum zu vergrößern, Harry konterte trocken und Molly schüttelte lachend den Kopf über ihren Sohn, doch zwischen all dem Gespräch lief ein ganz anderes, stilles Spiel. Hermine und Minerva wechselten immer wieder kurze Blicke. Nur Sekunden. Ein Blick über den Rand einer Teetasse, ein kaum merkliches Lächeln. Ein Moment zu lang, der sofort wieder in scheinbar höfliche Aufmerksamkeit für das Gespräch überging. Minerva versuchte weiterhin, einigermaßen elegant zu frühstücken, obwohl James noch immer zufrieden auf ihrem Schoß saß und gelegentlich mit seiner Stoffeule gegen ihren Arm patschte. Als Minerva einmal aufsah, traf ihr Blick direkt auf Hermines. Hermine grinste kaum merklich. Minerva hob nur eine Augenbraue – dieser vertraute, leicht strenge Blick, der Hermine schon immer gleichzeitig amüsierte und herausforderte. Hermine musste sich beherrschen, um nicht laut zu lachen. Ginny beobachtete das Ganze aus dem Augenwinkel. Sie hob ihre Teetasse an und verbarg ihr Gesicht dahinter. Ein leises, wissendes Lächeln zog über ihre Lippen.
'Oh ja', dachte sie amüsiert. 'Ich wusste es.'
Sie sagte jedoch nichts. Stattdessen nahm sie einen Schluck Tee und ließ die beiden einfach gewähren. Nach dem Frühstück wurde es im Fuchsbau wieder etwas geschäftiger. Harry zog sich bereits seine Jacke an, während Ron nach seinen Handschuhen suchte.
„Heute finden wir den perfekten Baum“, verkündete Arthur entschlossen.
„Das hast du gestern auch schon gesagt“, murmelte Ron.
Harry grinste.
„Heute schaffen wir es wirklich.“
„Ihr habt ja noch 3 Tage bis Weihnachten“, meinte Molly lächelnd.
Die drei Männer verschwanden schließlich hinaus in den kalten Morgen. Ginny zog sich ebenfalls ihren Mantel über.
„Ich muss noch ein paar Dinge im Dorf erledigen.“
Molly nickte.
„Ich komme mit. Ich brauche noch ein paar Zutaten.“
„Oh, ich dachte, du würdest ein Auge auf James werfen“, meinte Ginny.
„Ihr könnt ihn ruhig hier lassen. Wir kriegen das schon hin“, sagte Hermine.
Molly war froh über das Angebot und schlüpfte in ihren Mantel. Bevor sie gingen, blieb Ginny kurz vor Hermine und Minerva stehen, die noch am Tisch saßen, während James zufrieden auf Minervas Schoß spielte.
„Seid ihr sicher, dass es für euch in Ordnung ist, kurz auf ihn aufzupassen?“
Hermine lächelte sofort.
„Natürlich.“
Minerva nickte ebenfalls ruhig.
„Das ist überhaupt kein Problem.“
Ginny grinste leicht.
„Gut. Wir sind vielleicht eine Weile weg“, meinte Ginny und funkelte Hermine mit einem wissenden Blick an.
Sie drückte James einen Kuss auf die Stirn und strich ihm über sein dunkles Haar.
„Sei schön lieb mein Schatz. Das sind deine zukünftigen Lehrerinnen“, grinste sie und verschwand.
Kurz darauf fiel die Haustür ins Schloss. Der Fuchsbau wurde deutlich ruhiger. Hermine und Minerva nahmen James mit ins Wohnzimmer. Der kleine Junge krabbelte sofort über den Teppich, seine Stoffeule fest in den Händen. Hermine setzte sich auf das Sofa und beobachtete, wie Minerva sich neben ihn auf den Boden kniete, um ihm beim Spielen zuzusehen. Ein warmes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Ich finde es wirklich schön, wie du mit ihm umgehst.“
Minerva blickte kurz auf.
„Ach?“
Hermine nickte.
„Du bist sehr… natürlich dabei.“
Minerva lächelte leicht.
„Es ist nicht das erste Baby, das ich halte.“
Sie setzte sich wieder auf das Sofa.
„Ich bin schließlich schon einige Jahre zweifache Tante.“
James krabbelte inzwischen wieder zu ihr und zog sich erneut an ihrem Bein hoch. Hermine sah ihnen einen Moment lang zu. Dann wurde sie etwas still. Sie begann mit einem kleinen Faden ihres Pullovers zu spielen. Minerva bemerkte es sofort.
„Hermine?“
Hermine zögerte.
„Was ist los?“
Hermine sah auf, wirkte einen Moment unsicher.
„Darf ich dich etwas fragen?“
Minerva nickte ruhig. Hermine atmete kurz ein.
„Hast du…“, sie stockte kurz, „Hast du nie daran gedacht, eigene Kinder zu haben?“
Minerva sah zuerst auf James hinunter, der gerade wieder mit ihrer Haarsträhne spielte. Dann hob sie den Blick zu Hermine. Ein leises, nachdenkliches Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Doch.“
Sie schwieg einen Moment.
„Elphinstone und ich haben darüber nachgedacht.“
Ihre Stimme blieb ruhig.
„Aber…“
Sie schüttelte leicht den Kopf.
„Es sollte einfach nicht sein.“
Hermine hörte sofort den feinen Unterton in ihrer Stimme. Das leise Bedauern, das Minerva selbst kaum zeigte, aber doch da war.
Für einen Moment blieb es still im Wohnzimmer. Nur das leise Rascheln von James’ Stoffeule war zu hören, während er sich wieder auf den Teppich setzte und konzentriert begann, an einem der Flügel zu zupfen. Hermine beobachtete Minerva aufmerksam. Sie hatte das Bedauern in ihrer Stimme gehört. Ganz deutlich.
„Tut mir leid“, sagte Hermine leise. „Ich wollte dich nicht in eine unangenehme Erinnerung führen.“
Minerva schüttelte den Kopf.
„Das hast du nicht.“
Sie lehnte sich ein wenig zurück und sah wieder zu James hinunter.
„Es ist lange her.“
Ein kleines, nachdenkliches Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Und das Leben verläuft selten genau so, wie man es sich einmal vorgestellt hat.“
Hermine rückte ein wenig näher zu ihr auf dem Sofa.
„Elphinstone wäre sicher ein wunderbarer Vater gewesen.“
Minervas Blick wurde für einen Moment weich.
„Ja“, sagte sie leise. „Das wäre er.“
James krabbelte inzwischen wieder zu ihnen zurück und zog sich erneut an Minervas Knie hoch, als würde er sicherstellen wollen, dass er weiterhin im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit stand. Minerva hob ihn automatisch wieder auf den Schoß. Der kleine Junge schmiegte sich sofort zufrieden an sie. Hermine sah zu, wie Minerva ihm sanft über den Rücken strich.
„Weißt du“, sagte Minerva schließlich ruhig, „ich habe mein Leben nie als leer empfunden.“
Sie sah Hermine an.
„Ich hatte Hogwarts. Meine Schüler.“
Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Und ich hatte Freunde.“
Dann ruhte ihr Blick für einen Moment länger auf Hermine.
„Und jetzt…“
Sie ließ den Satz offen. Hermine lächelte leise. Sie verstand trotzdem. Hermine hielt Minervas Blick einen Moment lang fest. Das unausgesprochene Ende ihres Satzes lag still zwischen ihnen, doch Hermine verstand es vollkommen. Ein warmes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Und jetzt hast du mich“, sagte sie leise.
Minerva schnaubte leise, doch ihr Blick blieb zärtlich.
„Ja“, antwortete sie ruhig. „Und jetzt habe ich dich.“
James meldete sich in diesem Moment wieder zu Wort. Er patschte mit seiner kleinen Hand gegen Minervas Schulter und brabbelte zufrieden vor sich hin. Minerva sah zu ihm hinunter.
„Offenbar habe ich auch ihn“, murmelte sie trocken.
Hermine lachte leise.
„Du wirst ihn heute nicht mehr los.“
James schien diese Aussage sofort bestätigen zu wollen und kuschelte sich noch enger an Minerva. Minerva seufzte gespielt ergeben.
„Nun gut.“
Sie strich ihm sanft über den Rücken. Hermine beobachtete die beiden einen Moment lang. Dann wurde ihr Blick wieder etwas nachdenklicher.
„Minerva?“
„Ja?“
„Hast du…“
Sie zögerte kurz.
„Hast du es jemals bereut?“
Minerva sah sie fragend an.
„Keine eigenen Kinder zu haben?“
Minerva schwieg einen Moment. Sie sah wieder zu James hinunter, der inzwischen damit beschäftigt war, an dem Verschluss ihres Gürtels zu ziehen.
„Nein“, sagte sie schließlich ruhig. „Bereuen ist nicht das richtige Wort.“
Sie hob den Blick wieder zu Hermine.
„Manchmal fragt man sich vielleicht, wie das Leben verlaufen wäre.“
Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Aber ich habe ein gutes Leben geführt.“
Ihre Hand ruhte noch immer sanft auf James’ Rücken.
„Und ich bin zufrieden mit dem, was ich habe.“
Dann sah sie Hermine wieder an. Diesmal mit diesem vertrauten, warmen Blick.
„Sehr sogar.“
Hermine lächelte und in diesem Moment fühlte sich alles genau richtig an.
Sie spielten noch eine ganze Weile mit James. Der kleine Junge krabbelte zwischen ihnen über den Teppich, ließ seine Stoffeule immer wieder fallen und wartete geduldig, bis jemand sie ihm zurückgab. Hermine ließ sich schließlich auf den Boden sinken und baute mit ein paar Holzklötzen einen kleinen Turm, den James sofort begeistert wieder umwarf. Minerva beobachtete das Ganze mit einem amüsierten Lächeln, doch nach einer Weile wurden James’ Bewegungen langsamer. Seine Augenlider wurden schwer. Er krabbelte noch einmal zu Minerva, zog sich an ihrem Bein hoch und ließ sich schließlich auf ihren Arm heben. Keine zwei Minuten später war er eingeschlafen. Minerva sah auf den kleinen Jungen hinunter, der nun ruhig an ihrer Schulter lag.
„Ich glaube, jemand hat genug Abenteuer erlebt. Zumindest fürs erste.“
Hermine lächelte.
„Soll ich ihn hochbringen?“
Minerva schüttelte sanft den Kopf.
„Nein, ich mache das.“
Vorsichtig ging sie die Treppe hinauf, darauf bedacht, ihn nicht zu wecken. Im Kinderzimmer legte sie ihn behutsam in sein Bettchen und zog die Decke ein Stück höher. James regte sich kurz, schlief aber weiter. Minerva ließ die Tür einen Spalt offen. Nur für den Fall. Dann ging sie wieder hinunter. Im Wohnzimmer stand Hermine inzwischen am Fenster und sah hinaus in den verschneiten Garten. Das Winterlicht fiel weich durch das Glas. Minerva trat leise hinter sie. Ohne etwas zu sagen legte sie ihre Arme um Hermine und küsste sie sanft auf die Wange. Hermine lächelte sofort. Sie drehte sich um und zog Minerva enger an sich. Der Kuss, den sie ihr gab, war diesmal deutlich weniger zurückhaltend. Minerva erwiderte ihn, ihre Hände ruhten an Hermines Taille. Als sie sich lösten, grinste Hermine.
„Deine Arme sind ja jetzt endlich frei.“
Minerva hob leicht eine Augenbraue.
„Oh?“
Hermine legte ihre Hände um Minervas Nacken.
„Und deshalb erhebe ich jetzt Anspruch auf dich.“
Minerva schnaubte leise.
„Du erhebst ständig Anspruch auf mich.“
Hermine grinste nur noch breiter.
„Natürlich.“
Hermine strich Minerva sanft eine lose Strähne aus dem Gesicht. Ihre Finger glitten langsam über Minervas Wange, während sie sie mit einem Blick ansah, der gleichzeitig zärtlich und voller Sehnsucht war. Minerva erwiderte diesen Blick ruhig, aber in ihren Augen lag dieselbe Wärme. Für einen Moment sagte keine von beiden etwas. Hermine ließ Minerva nicht los. Ihre Hände blieben an Minervas Taille, als wollte sie sicherstellen, dass dieser Augenblick ihnen ganz allein gehörte.
„Endlich ein bisschen Ruhe“, murmelte sie leise.
Minerva lächelte.
„Du meinst… endlich Gelegenheit, mich wieder zu überfallen?“
Hermine grinste nur als Antwort. Dann nahm sie Minervas Hand und zog sie mit sich zum Sofa.
„Setz dich.“
Minerva ahnte genau, was kommen würde, ließ sich aber trotzdem ohne Widerstand darauf ein und setzte sich. Kaum hatte sie Platz genommen, setzte sich Hermine zu ihr, beugte sich vor und küsste sie erneut. Langsam. Dann noch einmal. Und noch einmal. Zwischen den Küssen strich ihre Hand sanft über Minervas Schulter, über ihren Rücken, als würde sie jede Bewegung bewusst genießen. Minerva hob schließlich die Hand und legte sie an Hermines Wange.
„Du bist heute besonders anhänglich.“
Hermine lächelte gegen ihre Lippen.
„Ich nutze nur die Gelegenheit.“
Sie zog sie ein Stück näher zu sich und küsste sie wieder, diesmal etwas ruhiger.
Draußen fiel erneut leise Schnee. Im Haus war es still und für diesen Moment schien die Welt außerhalb des kleinen Wohnzimmers einfach zu verschwinden.
Hermine küsste Minerva weiter, als gäbe es nichts anderes auf der Welt, das gerade wichtiger wäre. Mit sanftem Druck drängte sie sie langsam zurück, bis Minerva schließlich mit dem Rücken auf dem Sofa lag. Hermine beugte sich über sie, ihr Haar fiel leicht nach vorn, während ihre Lippen wieder Minervas fanden. Minerva erwiderte die Küsse, doch nach einem Moment legte sie eine Hand an Hermines Schulter.
„Hermine…“
Ihre Stimme war leise, aber bestimmt.
„Wir befinden uns im Wohnzimmer...“
Hermine zog sich nur einen Hauch zurück, gerade weit genug, um Minerva anzusehen. Ein verschmitztes Lächeln lag auf ihren Lippen.
„Das ist mir bewusst.“
Minerva hob eine Augenbraue.
„Die anderen könnten jederzeit zurückkommen.“
Hermine schien darüber kurz nachzudenken. Dann zuckte sie mit den Schultern.
„Dann müssen wir eben schnell sein.“
Bevor Minerva noch etwas erwidern konnte, beugte Hermine sich wieder hinunter und küsste sie erneut. Erst ihre Lippen, dann langsam ihren Hals. Minerva entwich ein leises Seufzen, obwohl sie gleichzeitig den Kopf leicht schüttelte.
„Du bist wirklich unmöglich“, murmelte sie.
Hermine grinste gegen ihre Haut.
„Aber du liebst mich doch trotzdem oder?“
Minervas Hände legten sich an Hermines Rücken.
„Leider ja.“
Hermine küsste Minerva erneut, diesmal drängender. Ihre Hand glitt unter Minervas Pullover und strich sanft über ihre Haut. Minerva zog scharf die Luft ein. Ein leises, kaum hörbares Stöhnen entwich ihr, während ihre Hand sich instinktiv in Hermines Haar schob. Für einen Moment vergaßen sie alles um sich herum.
Dann—
Ein Geräusch von draußen. Die Haustür. Und im nächsten Augenblick hallte Ginnys Stimme durch den Flur.
„Wir sind wieder da!“
Die beiden erstarrten. Hermine und Minerva sahen sich gleichzeitig an.
„Verdammt“, murmelte Hermine.
Mit einem Ruck setzte sie sich auf. Minerva tat es ihr sofort gleich. In Sekundenbruchteilen rückten sie auseinander, als hätte es den Moment zuvor nie gegeben. Hermine strich hastig ihre Haare glatt. Minerva richtete ihren Pullover und fuhr sich ebenfalls kurz durch die Frisur, um die verräterischen Strähnen zu ordnen. Ihre Gesichter waren noch leicht gerötet.
„Setz dich normal hin“, flüsterte Minerva schnell.
Hermine rutschte ein Stück weiter über das Sofa und nahm eine halbwegs entspannte Haltung ein, als hätte sie die ganze Zeit dort gesessen. Sekunden später kam Molly in die Küche und dann ins Wohnzimmer.
„Ach, da seid ihr ja“, sagte sie fröhlich.
Sie stellte einen Korb mit Einkäufen auf den Tisch.
„Es war ganz schön kalt draußen.“
Minerva nickte ruhig.
„Das kann ich mir vorstellen.“
Hermine griff nach einer Tasse Tee, als wäre sie gerade mitten in einem vollkommen harmlosen Gespräch gewesen. Molly bemerkte nichts und Ginny, die kurz hinter ihrer Mutter im Türrahmen stehen blieb, warf den beiden nur einen schnellen, kaum sichtbaren Blick zu. Ein kleines, amüsiertes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Molly verschwand in der Küche und kurz darauf hörte man, wie sie begann, die Einkäufe auszupacken und Schränke zu öffnen.
Im Wohnzimmer blieb Ginny noch einen Moment stehen. Sie sah Hermine und Minerva an. Dann breitete sich langsam ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht aus. Langsam lehnte sie sich mit dem Rücken gegen die geschlossene Tür.
„Es tut mir wirklich leid“, sagte sie in einem Ton, der deutlich machte, dass es ihr überhaupt nicht leid tat.
Minerva sah sie irritiert an.
„Was genau?“
Ginny verschränkte die Arme.
„Dass ich euch nicht noch ein bisschen mehr Zeit zu zweit verschaffen konnte. Mum hatte es eilig wieder nach Hause zu kommen.“
Minervas Mund klappte auf. Hermine dagegen lachte leise.
„Die Zeit hätte eigentlich gereicht“, sagte sie locker. „Aber James hat nicht besonders früh von Minerva abgelassen.“
Ginny zuckte mit den Schultern.
„Nun ja. Offensichtlich hat er sich in sie verliebt. Wie so manch andere auch.“
Sie nickte in Richtung Sofa.
„Jetzt musst du Minerva wohl mit ihm teilen.“
Hermine grinste.
„Damit kann ich leben.“
Ginny sah zwischen ihnen hin und her. Dann fügte sie mit einem vielsagenden Blick hinzu:
„Außerdem habt ihr ja immerhin noch die Nächte.“
Sie machte eine kurze Pause.
„Und ich gehe stark davon aus, dass ihr diese Zeit sehr… sinnvoll nutzen werdet.“
Minerva fehlten für einen Moment tatsächlich die Worte. Sie sah Ginny an, als hätte sie gerade einen besonders unverschämten Kommentar gehört. Hermine hingegen hob nur eine Augenbraue.
„Ich werde jede Gelegenheit nutzen“, sagte sie trocken.
Ginny lachte leise.
„Das dachte ich mir.“
Dann stieß sie sich von der Tür ab.
„Ich sehe mal nach James.“
Mit einem letzten amüsierten Blick auf die beiden ging sie die Treppe hinauf. Zurück im Wohnzimmer blieb Minerva noch einen Moment sprachlos sitzen. Hermine hingegen lehnte sich entspannt zurück.
„Ich glaube, wir wurden durchschaut“, sagte sie ruhig.
Minerva seufzte tief.
„Das glaube ich auch.“
Hermine beugte sich noch einmal zu Minerva hinüber. Mit einem leichten Lächeln strich sie ihr ein paar widerspenstige Strähnen glatt, die in der Eile nur halbherzig gerichtet worden waren.
„So kannst du dich wenigstens wieder sehen lassen“, murmelte sie leise.
Doch anstatt sich direkt zurückzuziehen, ließ Hermine die Nähe einen Moment länger bestehen. Ihre Lippen streiften sanft Minervas Hals. Minerva reagierte sofort. Sie zog sich ein Stück zurück und sah Hermine mit einem mahnenden Blick an.
„Hermine.“
Ihre Stimme war ruhig, aber deutlich.
„Wir sind nicht mehr allein.“
Hermine grinste nur.
„Ich weiß.“
Minerva hob eine Augenbraue.
„Und das hält dich nicht davon ab?“
Hermine lehnte sich entspannt zurück, das Grinsen blieb.
„Im Gegenteil.“
Minerva musterte sie einen Moment. Dann konnte sie sich ein leises Lachen nicht verkneifen.
„Du bist wirklich verrückt.“
Hermine zuckte nur mit den Schultern. Minerva schüttelte leicht den Kopf, ihr Blick wurde wieder ein wenig strenger – zumindest dem Anschein nach.
„Und jetzt“, sagte sie ruhig, „behältst du bitte deine Finger bei dir.“
Hermine grinste noch breiter.
„Ich werde es versuchen.“
Minerva sah sie skeptisch an.
„Das beruhigt mich überhaupt nicht.“
Kurz darauf trat Molly wieder ins Wohnzimmer. Sie trug ein paar Briefe in der Hand und wirkte beschäftigt, aber zufrieden.
„Die Post ist auch noch gekommen“, sagte sie beiläufig und ging zum Tisch.
Weder ihr Blick noch ihre Miene ließen erkennen, dass sie irgendetwas von der vorherigen Situation bemerkt hatte. Hermine atmete innerlich leise auf.
„Hermine, die hier sind für dich.“
Molly reichte ihr zwei Briefe. Einer war von Neville und der andere Brief kam von Caleb. Hermine nahm die Briefe entgegen. Ein kleines Lächeln huschte über Hermines Gesicht, als sie die Briefe entgegennahm. Dann wandte Molly sich Minerva zu.
„Und für dich habe ich auch einiges.“
Minerva nahm die Briefe entgegen.
„Danke, Molly.“
Minerva nahm die drei Briefe ruhig entgegen. Einer von Poppy, einer von Pomona, doch als sie den dritten Brief in der Hand hielt, veränderte sich etwas. Der Umschlag war schlicht, doch ohne Absender. Minervas Blick blieb daran hängen. Für einen Moment. Zu lange. Hermine bemerkte es sofort.
„Von wem ist der?“
Molly sah ebenfalls kurz neugierig auf den Umschlag. Minerva antwortete nicht sofort. Sie sah nur auf die Handschrift und erkannte sie. Etwas in ihrem Gesicht erstarrte. Ihre Haltung wurde plötzlich… kontrollierter. Fast mechanisch.
„Minerva?“ fragte Hermine leise.
Minerva blinzelte, als müsste sie sich erst wieder sammeln.
„Ich…“ begann sie, brach dann aber ab.
Sie drehte den Brief leicht in ihrer Hand, öffnete ihn jedoch nicht.
„Ich brauche einen Moment. Bitte entschuldigt mich.“
Ihre Stimme war ruhig, aber ungewohnt fern. Ohne eine weitere Erklärung stand sie auf. Hermine sah ihr sofort nach.
„Minerva…“
Doch diese schüttelte nur leicht den Kopf.
„Nur einen Moment.“
Dann verließ sie das Wohnzimmer und ging die Treppe hinauf in ihr Zimmer. Zurück blieben Hermine und Molly und eine plötzlich spürbare, leise Spannung in der Luft.