Feucht – Fröhlich
Feucht – Fröhlich
Hallo ihr Lieben,
es geht weiter mit Minerva und Hermine. Ich habe Viola mal wieder auf euch angesetzt - der Titel war übrigens ihre Idee... ;)
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen und lasst mich gerne wissen, wie euch das neue Kapitel gefällt :D
Liebe Grüße M.
Der restliche Tag verlief erstaunlich ruhig. Fast schon… gewöhnlich. Als hätte es all die Spannungen, die Sorgen, die heimlichen Blicke und gestohlenen Momente nie gegeben. Im Haus verteilte sich jeder auf seine eigene Weise.
Arthur werkelte gemeinsam mit Harry und Ron an kleinen Reparaturen. Hier wurde etwas justiert, dort ein Regal gerichtet, begleitet von gelegentlichem Lachen und gut gemeinten, aber nicht immer hilfreichen Kommentaren.
Aus der Küche klangen Stimmen von Molly, die zusammen mit Minerva weitere Vorbereitungen traf. Minerva hatte sich schnell wieder in diese ruhige, strukturierte Tätigkeit eingefunden. Gemüse schneiden, Teig vorbereiten, kleine Handgriffe - alles mit einer Präzision, die Molly sichtbar beeindruckte.
„Du bist mir eine große Hilfe“, sagte Molly warm.
Minerva lächelte leicht.
„Ich tue, was ich kann. Auch wenn kochen nicht gerade zu meinen Stärken gehört.“
Gelegentlich schweifte ihr Blick zur Tür. Unbewusst. Fast automatisch. Doch sie fing sich jedes Mal wieder.
Oben im Haus war es stiller. Ginny kümmerte sich um James, dessen gelegentliches Lachen oder zufriedenes Brabbeln durch den Flur drang und in ihrem Zimmer saß Hermine.
Allein.
Mit einem kleinen Stapel Geschenkpapier, Bändern und sorgfältig ausgewählten Kleinigkeiten. Konzentriert faltete sie Papier, band Schleifen, legte jedes Geschenk ordentlich zur Seite, doch ihre Gedanken waren nicht ganz bei der Sache. Immer wieder hielt sie kurz inne. Ein kleines Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Unwillkürlich dachte sie an Minerva. An ihre Blicke, die gestohlenen Momente, an das, was zwischen ihnen still, versteckt und doch so intensiv war.
Hermine strich über eines der fertig verpackten Geschenke. Dann lehnte sie sich leicht zurück und atmete ruhig aus. Für einen Moment war alles einfach. Friedlich. Fast… perfekt. Und genau das machte diesen Tag so besonders.
Hermine legte das letzte Geschenk zur Seite und blieb einen Moment still sitzen. Ihre Hände ruhten in ihrem Schoß, doch ihre Gedanken waren längst woanders. Langsam lehnte sie sich zurück und blickte zur Decke und ließ es einfach zu. Die Vorstellung, wie es wäre, wenn sie und Minerva nicht mehr aufpassen müssten, wenn sie sich nicht ständig zurückhalten müssten. Kein vorsichtiges Abstandhalten im Flur.
Keine flüchtigen Blicke über den Tisch hinweg. Keine heimlichen Berührungen, die sofort wieder verschwinden mussten. Sondern einfach nebeneinander sitzen, sich offen anlächeln. Vielleicht sogar… ganz selbstverständlich nach ihrer Hand greifen.
Hermine schloss kurz die Augen. Ein leises Lächeln legte sich auf ihre Lippen.
Wie würde das hier sein? Im Fuchsbau? Mit all den anderen?
Ginny… Hermine musste leise schmunzeln. Ihre Meinung kannte sie bereits. Mehr als deutlich und sie wusste auch, dass Ginny sie niemals verurteilen würde. Eher im Gegenteil. Ginny würde sie wahrscheinlich mit diesem wissenden Grinsen anschauen und sie damit völlig aus dem Konzept bringen.
Harry… Hermine überlegte. Er würde überrascht sein. Sicher. Vielleicht würde er erst einmal nichts sagen, aber er würde verstehen. Er tat es immer.
Ron… Da wurde ihr Lächeln etwas schwächer. Nicht, weil sie zweifelte, sondern weil sie wusste, dass es für ihn schwer sein würde. Sie hatten sich zwar im Guten getrennt, doch er würde ihre Liebe zu Minerva nicht verstehen.
Sie seufzte leise.
Und dann… Minerva. Hermine öffnete die Augen wieder. Das war der Punkt, an dem alle Gedanken zusammenliefen.
Wie würde Minerva damit umgehen? Hermine richtete sich langsam auf. Ihre Finger glitten gedankenverloren über das Geschenkpapier neben ihr.
„Irgendwann…“, murmelte sie leise.
Irgendwann würde dieser Tag kommen und dann müssten sie sich nicht mehr verstecken. Ein warmes Gefühl breitete sich in ihr aus, denn sie wusste, sie würden diesen Punkt erreichen.
Es klopfte leise an der Tür. Noch bevor Hermine etwas sagen konnte, öffnete sie sich einen Spalt und Minerva trat ein. Hermine lächelte sofort. Warm. Ehrlich.
„Störe ich?“
„Du störst nie. Ehrlich gesagt habe ich gerade an dich gedacht.“
Minerva hob leicht eine Augenbraue, ein feines Lächeln lag auf ihren Lippen.
„Ich hoffe, es waren zumindest angenehme Gedanken.“
Hermine stand auf, ging direkt auf sie zu, ohne zu zögern. Sie legte ihre Hände an Minervas Arme, zog sie ein Stück näher zu sich und küsste sie sanft.
„Wenn ich an dich denke, sind es immer schöne Gedanken.“
Minerva schnaubte leise, fast amüsiert.
„Du spinnst ein bisschen.“
Hermine lachte leise.
„Möglich.“
Dann musterte sie Minerva kurz.
„Was machst du eigentlich hier?“
„Ich wollte dich nur zum Abendessen holen“, antwortete Minerva ruhig, doch Hermine trat noch einen Schritt näher.
Zu nah, um es noch als zufällig durchgehen zu lassen. Langsam griff sie nach der Tür und schloss sie leise. Ein leises Klicken erfüllte den Raum. Dann drehte sie sich wieder zu Minerva und grinste. Dieses typische, unübersehbare Grinsen. Minerva verschränkte leicht die Arme.
„Hermine…“
„Was denn?“, fragte sie unschuldig, während sie näher trat.
Ihre Finger glitten langsam über Minervas Ärmel.
„Ich wollte dich nur holen“, wiederholte Minerva, diesmal mit einem Ton, der deutlich machte, dass sie genau wusste, worauf das hinauslief.
Hermine blieb direkt vor ihr stehen.
„Du hast mich gefunden“, sagte sie leise und hob den Blick.
Ihre Augen funkelten.
„Jetzt musst du mit den Konsequenzen leben.“
Minerva versuchte, streng zu schauen. Sie versuchte es, doch sie scheiterte.
„Du bist unmöglich.“
Hermine lächelte nur. Dann beugte sie sich vor und küsste sie erneut sanft, aber mit einem Versprechen dahinter. Für einen Moment ließ Minerva es zu. Erwiderte den Kuss sogar, doch dann legte sie ihre Hände an Hermines Schultern und schob sie ein kleines Stück zurück.
„Wenn wir jetzt nicht gehen…“, begann sie ruhig.
Hermine hob eine Augenbraue.
„…dann?“
Minerva sah sie an. Ein Hauch von einem Lächeln.
„Dann wird das Abendessen ohne uns stattfinden.“
Hermine grinste.
„Klingt nach einem Plan.“
Minerva schüttelte leicht den Kopf, aber mit einem warmen Ausdruck.
„Nein.“
Ein kurzer Moment. Dann streifte ihre Hand sanft über Hermines Wange.
„Später.“
Hermine atmete leise aus. Ein kleines, zufriedenes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Versprochen?“
Minerva hielt ihren Blick.
„Versprochen.“
Hermine trat schließlich einen Schritt zurück.
„Na gut… dann retten wir jetzt erst mal den Anschein.“
Minerva nickte knapp, doch als sie zur Tür ging streifte ihre Hand ganz kurz noch einmal Hermines. Minerva legte ihre Hand bereits an die Klinke. Sie wollte die Tür öffnen, doch dann hielt sie inne. Sie spürte es sofort. Ganz dicht hinter ihr stand Hermines. Noch bevor sie reagieren konnte, lagen Hermines Lippen sanft an ihrem Hals. Ein leiser Atemzug entwich Minerva, während sie sich mit einer Hand an der Tür abstützte.
„Hermine…“, murmelte sie leise, mehr ein Hauch als ein Wort.
Hermine antwortete nicht. Stattdessen schlang sie ihre Arme von hinten um Minerva, zog sie ein Stück näher an sich. Ihre Umarmung war ruhig, zärtlich, fast beschützend. Ihre Lippen verweilten einen Moment an Minervas Hals, streiften ihn leicht, ohne Eile. Minerva schloss für einen Augenblick die Augen. Sie genoss den Moment trotz allem oder vielleicht gerade deswegen.
„Du machst es mir wirklich nicht leicht“, sagte sie leise.
Hermine lächelte an ihrem Hals.
„War nie mein Plan.“
Minerva ließ ein leises, beinahe ergebenes Lachen hören. Ihre Hand löste sich langsam von der Klinke. Für einen Moment drehte sie den Kopf leicht zur Seite, als wollte sie Hermine ansehen, doch sie blieb einfach stehen. In dieser Nähe. In diesem stillen, gestohlenen Moment. Dann atmete sie tief durch.
„Wenn wir jetzt nicht gehen…“, begann sie erneut, diesmal etwas fester.
Hermine ließ sie noch einen Herzschlag länger nicht los. Dann lockerte sich ihre Umarmung langsam.
„Schon gut“, murmelte sie, aber ihre Finger glitten noch einmal sanft über Minervas Seite, bevor sie ganz zurücktrat.
Minerva richtete sich wieder auf, sammelte sich und öffnete schließlich die Tür als wären sie beide einfach nur auf dem Weg zum Abendessen.
Das Abendessen verlief nach außen hin vollkommen ruhig. Gespräche wurden geführt, es wurde gelacht, Molly achtete darauf, dass jeder genug auf dem Teller hatte und Arthur erzählte irgendeine Geschichte aus dem Ministerium, die Harry und Ron immer wieder mit Kommentaren unterbrachen. Alles wirkte… normal, doch für Minerva war nichts daran wirklich ruhig.
Sie saß aufrecht am Tisch, äußerlich gefasst wie immer, allerdings spürte sie immer wieder etwas unter der Tischkante. Ganz leicht. Hermines Hand. Ein sanftes Streifen über ihr Bein, unauffällig, für niemanden sichtbar, aber mehr als eindeutig für Minerva.
Minervas Finger schlossen sich kurz etwas fester um ihr Besteck. Sie zwang sich, ruhig zu bleiben, sich nichts anmerken zu lassen, aber das leise Kribbeln, das sich von dieser kleinen Berührung ausbreitete, ließ sich nicht einfach ignorieren. Sie hob den Blick und traf Hermines Augen. Ein kurzer Moment. Ein Blick, der viel zu viel sagte.
Minerva räusperte sich leise und wandte den Blick wieder ab, als hätte sie sich nur auf das Gespräch konzentrieren wollen.
„…und dann hat er tatsächlich versucht, das Ganze mit einem Klebezauber zu lösen“, sagte Arthur gerade.
Minerva lächelte.
„Ein eher… kreativer Ansatz.“
Sie hörte ihre eigene Stimme ruhig, kontrolliert, als wäre alles in bester Ordnung, doch gleichzeitig glitt Hermines Hand wieder über ihr Bein. Langsam. Fast beiläufig. Minerva hielt ganz kurz inne, atmete kontrolliert ein und zwang sich, weiter zuzuhören und zu antworten, weiter die Rolle der souveränen Schulleiterin zu spielen, doch je länger der Abend dauerte, desto schwerer fiel es ihr. Blicke, Berührungen, dieses leise, stetige Spiel zwischen ihnen, das niemand sonst bemerkte, aber für Minerva war es unmöglich, es zu ignorieren. Und tief in ihr wusste sie, Hermine tat das nicht ohne Grund. Sie war sich ziemlich sicher, dass dieser Abend noch lange nicht zu Ende war.
Nach dem Essen verlagerte sich alles wieder ins Wohnzimmer. Der große Tisch wurde aufgeräumt, Teller verschwanden und kurz darauf erfüllte leise Musik den Raum - der Plattenspieler lief, ein sanftes Knistern lag zwischen den Tönen. Die Atmosphäre wurde weicher, gemütlicher, fast festlich.
Harry und Ron ließen es sich nicht nehmen, ein paar Flaschen Feuerwhisky hervorzuholen.
„Nur ein kleines Gläschen“, meinte Harry unschuldig.
Ginny lachte trocken.
„Ja, genau.“
Die Gläser wurden verteilt. Auch Minerva bekam eines. Sie zögerte einen Moment, nahm es dann aber doch. Der Abend nahm schnell an Fahrt auf. Gespräche wurden lauter, das Lachen herzlicher. Arthur erzählte Geschichten, Ron kommentierte alles mit einem breiten Grinsen, Harry stimmte ein und selbst Molly ließ sich irgendwann zu einem kleinen Glas überreden. Nur Ginny blieb nüchtern, immer ein Auge auf James, der inzwischen wieder wach war und zufrieden auf einer Decke spielte. Hermine lehnte entspannt auf dem Sofa, ein Glas in der Hand, ihre Wangen leicht gerötet, ihr Lachen etwas freier als sonst und immer wieder diese Blicke zu Minerva. Warm. Verspielt. Unverkennbar.
Minerva saß zunächst noch etwas aufrechter, versuchte die Kontrolle zu wahren, doch auch sie ließ sich langsam treiben. Ein Schluck, dann noch einer. Die Gespräche wurden leichter, die Gedanken auch und doch blieb da dieses Knistern zwischen ihnen.
Immer wenn sich ihre Blicke trafen, blieb die Welt für einen kurzen Moment stehen. Ginny beobachtete das Ganze still. Mit einem kleinen, wissenden Lächeln. Sie sagte nichts, musste sie auch nicht. Der Abend wurde ausgelassener. Feucht-fröhlich. Und während die Musik leise weiterlief und das Feuer im Kamin knisterte, wurde die Stimmung immer lockerer und gleichzeitig immer gefährlicher für zwei Frauen, die sich eigentlich hätten zurückhalten sollen.
Ron hob die Flasche und sah in die Runde.
„Noch jemand?“
Ein paar zustimmende Stimmen kamen sofort. Minerva hob leicht die Hand.
„Nein, ich denke, das reicht für mich.“
„Ach, komm schon“, warf Harry ein und grinste. „Ein letztes. Es ist schließlich Weihnachten.“
„Noch nicht ganz“, entgegnete Minerva trocken und zögerte einen Moment
Dann seufzte sie leise.
„Na gut. Ein kleines.“
Ron füllte ihr Glas, während Hermine das Ganze vom Sofa aus beobachtete. Mit diesem Blick. Minerva nahm das Glas entgegen, nickte knapp und setzte sich wieder in den Sessel. Sie hielt das Glas einen Moment einfach nur in der Hand und sie wusste ganz genau, dass sie jetzt vorsichtig sein musste. Sehr vorsichtig, denn sie merkte es bereits - die leichte Wärme, die sich in ihr ausbreitete, machte es nicht einfacher. Ganz im Gegenteil. Ihr Blick glitt unwillkürlich zu Hermine. Ihre Wangen immer noch leicht gerötet, ihr Blick alles andere als zurückhaltend. Minerva wandte sich schnell wieder ab und nahm einen kleinen Schluck. Langsam. Kontrolliert. Sie war fast erleichtert, dass sie nicht nebeneinander saßen, denn sie wusste, Hermine hatte sich längst nicht mehr vollständig unter Kontrolle und wenn sie direkt neben ihr säße…
Minerva ließ den Gedanken gar nicht erst zu Ende gehen. Stattdessen konzentrierte sie sich auf die Gespräche. Auf das Lachen. Auf die Musik. Doch selbst das half nur bedingt, denn Hermines Blick war alles andere als harmlos. Ein leises Kribbeln zog sich durch sie. Minerva atmete ruhig ein. Sie musste die Kontrolle behalten. Unbedingt.
Schließlich schlug die Uhr halb 1 und langsam machte sich die kleine Gruppe auf in ihre Zimmer. Die Stufen machten besonders Arthur und Ron Probleme, was Molly mit einem strengen, aber halb amüsierten Blick quittierte. Hermine musste sich ebenfalls am Geländer festhalten, während Minervas Gang deutlich kontrollierter war.
Minerva hatte kaum die Tür hinter sich geschlossen, da löste sie bereits die Nadeln aus ihrem Haar. Die dunklen Strähnen fielen ihr über die Schultern, ein leiser Moment der Ruhe nach dem langen Abend. Sie atmete tief durch, doch lange hielt diese Ruhe nicht an. Die Tür öffnete sich ohne Anklopfen. Minerva drehte sich gerade noch halb um, da war Hermine schon bei ihr. Bevor Minerva auch nur ein Wort sagen konnte, lagen Hermines Lippen auf ihren. Stürmisch. Tief. All die aufgestaute Spannung des Abends entlud sich in diesem einen Moment. Minerva war für einen Herzschlag überrumpelt, doch dann erwiderte sie den Kuss. Ihre Hände fanden sofort Halt an Hermines Armen, zogen sie näher zu sich. Der Kuss war nicht vorsichtig, nicht zurückhaltend, sondern voller Verlangen, das sich den ganzen Abend über aufgebaut hatte.
Als sie sich kurz voneinander lösten, atmete Hermine spürbar schneller.
„Ich konnte nicht mehr warten“, murmelte sie leise.
Minerva ließ ein leises, atemloses Lachen hören.
„Das habe ich bemerkt.“
Doch anstatt sie zurückzuhalten, glitt ihre Hand an Hermines Wange entlang.
„Du bist wirklich unmöglich…“
Hermine grinste nur leicht und küsste sie erneut. Diesmal etwas langsamer, aber nicht weniger intensiv. Minervas Finger glitten in Hermines Haar, hielten sie fest bei sich. Die Welt draußen war vergessen. Nur sie beide.
Minerva lehnte sich leicht gegen die Kommode hinter sich, zog Hermine mit sich.
„Du hast den ganzen Abend mit mir gespielt“, murmelte sie leise zwischen zwei Küssen.
Hermine lächelte an ihren Lippen.
„Und du hast dich so schön zusammengerissen.“
Minerva schnaubte leise, doch ihre Antwort ging in einem weiteren Kuss verloren und diesmal ließ sie sich einfach fallen.
Hermine zögerte keine Sekunde. Mit einer überraschenden Leichtigkeit hob sie Minerva an und setzte sie auf die Kommode hinter ihr. Minerva entwich ein leiser Atemzug, mehr überrascht als protestierend, doch im nächsten Moment war Hermine schon wieder bei ihr. Ganz nah. Ihre Lippen fanden sofort wieder Minervas. Eine Hand glitt an Minervas Seite entlang, zog sie ein Stück näher, während die andere sich sanft an ihrer Hüfte abstützte. Die Küsse wurden tiefer und dann lösten sich Hermines Lippen langsam, um zu Minervas Wange und ihrem Hals zu wandern. Minerva lehnte den Kopf leicht nach hinten gegen die Wand. Ein leiser, kaum unterdrückter Atemzug entwich ihr, als sie die Berührung spürte. Ihre Hände fanden Halt an Hermine. Hielten sie fest, als wollte sie diesen Moment nicht mehr loslassen.
„Hermine…“, flüsterte sie leise, doch in ihrer Stimme lag kein wirklicher Widerstand mehr.
Nur dieses warme, vibrierende Gefühl, das sich in ihr ausbreitete. Hermine antwortete nicht mit Worten. Nur mit einer weiteren sanften Berührung. Mit Lippen, die sich Zeit nahmen. Mit Nähe, die alles andere ausblendete. Minervas Finger glitten in Hermines Haar, hielten sie dort, wo sie war, während sie selbst sich immer weiter in diesen Moment fallen ließ. Die Welt draußen war längst verschwunden. Es gab nur noch sie und das leise, unaufhaltsame Ziehen zueinander.
Minervas Sinne verschwammen. Für einen Moment wusste sie selbst nicht mehr genau, woran es lag - an dem Feuerwhisky oder an Hermine. Wahrscheinlich an beidem.
Ihre Gedanken wurden leiser, während jede Berührung deutlicher wurde.
Jeder Atemzug. Jede Bewegung. Dann spürte sie es. Ganz leicht. Hermines Hand, die den Stoff ihres Rocks ein Stück anhob. Zögernd. Fast vorsichtig und dann die sanfte Berührung an ihrem Bein. Minerva zog scharf die Luft ein. Ein leiser Laut entwich ihr, bevor sie ihn überhaupt zurückhalten konnte. Ihre Finger krallten sich ein wenig fester in Hermines Kleidung.
„Hermine…“, flüsterte sie erneut, diesmal brüchiger.
Ihre Augen schlossen sich für einen Moment, während sie den Kopf weiter gegen die Wand lehnte. Alles fühlte sich intensiver an. Zu nah vielleicht und doch genau richtig.
Ihre Hand glitt langsam von Hermines Schulter zu ihrem Rücken, hielt sie dort.
„Du… treibst mich noch in den Wahnsinn“, murmelte Minerva leise.
Hermine lächelte kaum merklich an ihrem Hals und blieb genau dort.
Minerva wusste, dass sie sich längst nicht mehr dagegen wehrte. Hermine ließ sich nicht aufhalten. Ihre eine Hand blieb ruhig an Minervas Bein, während die andere langsam unter ihren Pullover glitt - vorsichtig, aber mit einer Klarheit, die keinen Zweifel ließ, was sie wollte. Minerva zog scharf die Luft ein. Ein leises Stöhnen entwich ihr, bevor sie es zurückhalten konnte. Ihre Finger krallten sich fester an Hermine, suchten Halt, während sich ihre Gedanken immer weiter auflösten. Hermine hob den Kopf nur kurz, gerade lange genug, um Minerva anzusehen. Dann küsste sie sie wieder mit einer Intensität, die all das ausdrückte, was sie den ganzen Abend hatte zurückhalten müssen. Minerva erwiderte den Kuss sofort. Ihre Hand glitt an Hermines Rücken entlang, zog sie näher, während sie sich selbst weiter gegen die Wand lehnte. Zwischen ihnen gab es keine Worte mehr.
Hermine zögerte keinen Moment länger. Mit geübten, sicheren Bewegungen zog sie Minerva den Pullover über den Kopf, ihre Lippen fanden dabei immer wieder die ihren, ließen ihr kaum Zeit zum Atmen. Dann hob sie sie erneut an - fast mühelos - und trug sie, ohne den Kuss zu unterbrechen, ein paar Schritte weiter zum Bett. Dort ließ sie sie sanft in die Kissen sinken. Minervas Haar breitete sich unordentlich aus, ihre Brust hob und senkte sich spürbar schneller, während sie zu Hermine aufsah. Hermine blieb einen Moment über ihr stehen. Musterte sie. Mit diesem Blick, der gleichzeitig warm und vollkommen entschlossen war. Ein leichtes, zufriedenes Grinsen legte sich auf ihre Lippen.
„Ich glaube, du bist ein bisschen betrunken“, sagte Minerva amüsiert, als Hermine kurz das Gleichgewicht verlor.
„Und du bist verloren“, murmelte Hermine leise.
Minerva wollte etwas erwidern, doch Hermine ließ sie gar nicht erst. Sie beugte sich wieder zu ihr hinunter, ihre Lippen fanden erneut Minervas - tief, verlangend, ohne jede Zurückhaltung und während draußen alles still wurde und der Abend langsam zur Ruhe kam, verschwand auch für sie beide der Rest der Welt.
Am nächsten Morgen fiel das Aufwachen deutlich schwerer als das Einschlafen. Zumindest für Hermine. Ein leises Stöhnen entwich ihr, als sie die Augen öffnete und sofort wieder schloss.
„Oh… Merlin…“, murmelte sie und zog sich die Decke ein Stück über den Kopf.
Neben ihr regte sich Minerva. Noch müde, ja, aber deutlich gefasster. Sie blinzelte ein paar Mal, richtete sich leicht auf und sah zu Hermine hinüber. Ein kleines, kaum zu unterdrückendes Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Guten Morgen“, sagte sie ruhig.
Hermine antwortete nur mit einem gequälten Laut.
„Das ist kein guter Morgen… das ist eine Katastrophe…“
Minerva lehnte sich ein Stück zurück und musterte sie amüsiert.
„So schlimm?“
Hermine öffnete ein Auge und sah sie an.
„Wie kannst du so… normal sein?“
Minerva hob leicht eine Augenbraue.
„Erfahrung.“
Ein kurzes, trockenes Schmunzeln.
„Als Schottin habe ich schon den ein oder anderen Feuerwhisky überlebt. Man lernt mit der Zeit, wo die Grenze liegt.“
Hermine stöhnte erneut leise und drehte sich zu ihr.
„Ich glaube, ich habe diese Grenze gestern komplett ignoriert…“
Ohne weiter zu diskutieren, rückte sie näher und kuschelte sich an Minerva. Ganz dicht. Sie suchte die Wärme und vermutlich auch ein wenig Trost. Minerva ließ sie gewähren, legte eine Hand sanft auf ihren Rücken und strich langsam darüber.
„Du hast dich hervorragend geschlagen“, sagte sie trocken.
Hermine murmelte etwas Unverständliches gegen Minervas Schulter.
„Ich sterbe…“
Minerva konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen.
„Das bezweifle ich.“
Ihre Finger glitten beruhigend durch Hermines Haar.
„Aber vielleicht solltest du heute beim Tee bleiben.“
Hermine schnaubte schwach.
„Definitiv… nie wieder…“
Eine kleine Pause. Dann, etwas leiser:
„…bis zum nächsten Mal.“
Minerva schüttelte amüsiert den Kopf und ließ sie einfach noch einen Moment so liegen. Eng an sie geschmiegt. Minerva löste sich vorsichtig ein kleines Stück von Hermine und griff nach dem Nachttisch.
„Einen Moment“, murmelte sie leise.
Sie drehte sich zur Seite, öffnete die Schublade und zog eine kleine Phiole hervor. Mit einem ruhigen Blick reichte sie sie Hermine.
„Hier. Das sollte helfen.“
Hermine blinzelte skeptisch.
„Das sieht nicht vertrauenswürdig aus…“
„Trink es einfach“, entgegnete Minerva trocken.
Mit einem leisen Seufzen setzte Hermine die Phiole an und schluckte das Gebräu herunter. Kaum hatte sie es getan, verzog sie sofort das Gesicht.
„Oh - das ist ja widerlich!“
Sie schüttelte sich angewidert.
„Das schmeckt, als hätte jemand alte Socken ausgekocht!“
Minerva konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.
„Ja, der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig.“
Ein amüsiertes Funkeln lag in ihren Augen.
„Aber er wirkt schnell.“
Hermine verzog weiterhin das Gesicht.
„Ich merke gar nichts.“
Minerva lehnte sich entspannt zurück.
„Geduld, Hermine.“
Hermine seufzte dramatisch und nutzte die Gelegenheit. Sie rückte näher an Minerva heran, schob sich ganz dicht an sie und legte ihre Arme um sie.
„Dann warte ich eben hier“, murmelte sie und schmiegte sich an sie.
Minerva schüttelte leicht den Kopf, konnte sich ein kleines Lächeln aber nicht verkneifen. Ihre Hand glitt automatisch über Hermines Rücken.
„Sehr strategisch“, sagte sie trocken.
Hermine grinste schwach.
„Ich leide. Ich brauche Nähe.“
Minerva schnaubte leise, ließ sie aber einfach da, wo sie war. Nach einer Weile bemerkte Minerva die Veränderung. Hermines Atem war ruhiger geworden. Gleichmäßiger. Und dann spürte sie es. Eine sanfte Bewegung. Hermines Hand, die langsam über ihre Seite strich. Fast gedankenverloren. Im nächsten Moment folgte ein zarter Kuss auf ihre Schulter, dann ein weiterer an ihrem Hals. Minerva schmunzelte leise, ohne die Augen zu öffnen.
„Ich nehme an… der Trank wirkt.“
Hermine hob leicht den Kopf. Ein kleines, zufriedenes Lächeln lag auf ihren Lippen.
„Oh ja“, murmelte sie leise. „Definitiv.“
Dann beugte sie sich wieder zu ihr. Ihre Lippen fanden Minervas - sanft zuerst, dann wieder etwas bestimmter, als würde sie sich langsam zurück in den Moment fallen lassen.
Ihre Finger glitten durch Minervas Haare, hielten sie sanft, während sie sich über sie beugte. Minerva erwiderte den Kuss ruhig, aber spürbar. Ein leises Lächeln lag noch immer auf ihren Lippen.
„Du bist erstaunlich schnell wieder genesen“, murmelte sie zwischen zwei Küssen.
Hermine grinste leicht.
„Magie.“
Minerva schnaubte leise, doch ihre Hand fand bereits wieder ihren Weg an Hermines Rücken und zog sie ein kleines Stück näher. Hermine ließ sich Zeit. Ihre Lippen wanderten langsam über Minervas Haut - sanft, suchend, ohne Eile.
Von ihrem Hals aus, wo sie immer wieder kurz verweilte, weiter nach unten. Minerva schloss die Augen, gab sich ganz diesem Moment hin. Jede Berührung fühlte sich intensiver an, als würde sie alles um sich herum ausblenden. Hermine hielt kurz inne, als sie an ihrer Brust ankam, ließ ihre Lippen dort einen Moment ruhen, zärtlich, beinahe ehrfürchtig, bevor sie weiterging. Langsam. Spürbar. Minervas Atem wurde schneller. Unregelmäßiger. Ihre Finger glitten in Hermines Haar, hielten sie sanft, ohne sie aufzuhalten - im Gegenteil. Ein leiser, kaum hörbarer Laut entwich ihr, während sie den Kopf leicht zur Seite drehte. Hermine küsste sich weiter nach unten, über ihren Bauch, jede Bewegung bedacht, ruhig, aber voller Gefühl. Minerva spürte jede einzelne davon und ließ sie geschehen. Ganz ohne Widerstand.
Als Hermine weiter nach unten wanderte, veränderte sich Minervas Reaktion sofort. Ein scharfes Einatmen. Dann ein leises, nicht mehr ganz zu unterdrückendes Keuchen. Minerva versuchte, sich zurückzuhalten—die Umgebung, das Haus, all die anderen waren noch viel zu nah, doch ihr Körper verriet sie.
Ein gedämpftes Stöhnen entwich ihr trotzdem. Ungefiltert. Ehrlich. Hermine hielt kurz inne und ein leises, zufriedenes Kichern entglitt ihr. Dann setzte sie ihre Zärtlichkeiten fort - langsamer jetzt, bewusster, als würde sie jeden Moment auskosten. Minervas Finger krallten sich fester in das Laken, während sie den Kopf weiter zurück sinken ließ. Ihr Atem ging schneller und obwohl sie wusste, wie riskant diese Situation war, ließ sie es geschehen, verlor sich ganz in dem Gefühl, in Hermine, in diesem Moment, der alles andere ausblendete. Hermine ließ nicht nach. Ganz im Gegenteil. Mit jeder Bewegung, mit jeder sanften, gezielten Berührung brachte sie Minerva näher an den Punkt, an dem sie die Kontrolle endgültig verlor. Minervas Atem ging stoßweise. Ihre Finger krallten sich in das Laken, während sie versuchte, leise zu bleiben, doch es gelang ihr kaum noch.
„Hermine…“, hauchte sie atemlos.
Ein leiser, bittender Unterton lag darin, doch Hermine verstand genau, was sie tat. Und sie hörte nicht auf. Noch ein Moment, noch ein Atemzug und dann ließ Minerva los. Ein leises, erlösendes Stöhnen entglitt ihr, das sie nicht mehr zurückhalten konnte.
Ihr Körper entspannte sich, während sie für einen Augenblick einfach nur dalag, den Kopf leicht zur Seite gedreht, den Atem noch immer beschleunigt. Hermine ließ ihr diesen Moment. Dann richtete sie sich langsam wieder auf, wanderte zurück zu ihr und küsste sie sanft. Ihre Lippen fanden Minervas immer wieder, als wollte sie sie langsam wieder zurückholen.
Minerva erwiderte den Kuss schwach, noch ganz in dem Gefühl gefangen. Hermine schmiegte sich schließlich an sie, legte den Kopf an ihre Schulter und zog sie leicht an sich.
„Ein kleines Dankeschön“, murmelte sie leise, ein Lächeln in der Stimme, „für den Trank.“
Minerva ließ ein leises, erschöpftes Lachen hören.
„Wenn das die Nebenwirkung ist…“, murmelte sie leise.
Ihre Hand glitt langsam durch Hermines Haar.
„…dann sollte ich ihn öfter bereithalten.“
Hermine grinste zufrieden und blieb einfach dicht bei ihr liegen.
Das Frühstück war deutlich ruhiger als sonst und vor allem:
Deutlich verkatert.
Harry saß mit leicht zerzausten Haaren am Tisch und starrte in seine Tasse, als würde er hoffen, dass sie ihm Antworten liefern konnte.
„Ich schwöre… nie wieder“, murmelte er.
Ron neben ihm nickte zustimmend.
„Das hast du letztes Mal auch gesagt“, sagte Ginny amüsiert.
„Diesmal meine ich es ernst.“
Ginny schnaubte leise.
„Natürlich.“
Auch Arthur Weasley wirkte etwas mitgenommen, während Molly nur den Kopf schüttelte und kommentarlos Tee nachschenkte und dann -
Minerva.
Sie saß aufrecht und gefasst auf ihrem Platz, als wäre nichts gewesen. Neben ihr saß Hermine. Ebenfalls erstaunlich… fit. Vielleicht sogar ein kleines bisschen zu fit.
Ron blinzelte mehrmals und sah zwischen den beiden hin und her.
„Moment mal…“, begann er langsam.
Harry hob ebenfalls den Kopf.
„Warum geht es ausgerechnet euch beiden gut?“
Ein kurzer Moment Stille. Hermine erstarrte innerlich für einen Augenblick.
„Ähm—also—ich—“
Sie suchte sichtbar nach einer Antwort. Ginny beobachtete das Ganze mit einem kaum zu übersehenden, wissenden Blick, griff dann aber schnell ein.
„Vielleicht haben sie einfach mehr vertragen als ihr zwei Jammerlappen.“
Harry verzog das Gesicht.
„Unwahrscheinlich.“
Minerva räusperte sich leicht und blieb vollkommen ruhig.
„Nun, ich habe als Schottin durchaus Erfahrung mit Feuerwhisky“, sagte sie trocken.
Ein leichtes Schmunzeln huschte über ihre Lippen.
„Man lernt mit der Zeit, seine Grenzen einzuschätzen.“
Ron wirkte noch nicht ganz überzeugt.
„Und Hermine?“
Hermine öffnete den Mund, doch Minerva kam ihr zuvor.
„Ich habe sie heute Morgen im Flur getroffen“, sagte sie ruhig. „Und sie sah… ehrlich gesagt nicht besonders gut aus.“
Hermine nickte sofort.
„Absolut nicht.“
„Ich habe ihr einen kleinen Trank gegeben“, fuhr Minerva fort. „Nichts Besonderes. Aber effektiv.“
Harry hob leicht die Augenbrauen.
„Du hast etwas dabei?“
Minerva stellte ihre Tasse ab.
„Selbstverständlich.“
Dann sah sie in die Runde.
„Wenn ihr möchtet, kann ich euch ebenfalls etwas davon geben.“
Ron richtete sich sofort ein kleines Stück auf.
„Ja.“
Harry nickte.
„Definitiv ja.“
Arthur murmelte zustimmend etwas Unverständliches. Ginny musste sich ein Grinsen verkneifen, während sie einen Schluck Tee nahm. Ihr Blick wanderte kurz zwischen Hermine und Minerva hin und her und obwohl sie nichts sagte, wusste sie ganz genau, dass der Trank nicht der einzige Grund für Hermines gute Laune war.
Nach dem Frühstück wirkte das Haus wie verwandelt. Dank Minervas Trank waren die Beschwerden wie weggeblasen, die Gesichter wieder wach und die Gespräche lebendiger.
„Das Zeug ist ein Wunder“, meinte Ron und streckte sich zufrieden.
„Ich hätte dich schon viel früher danach fragen sollen, Minerva.“
Minerva lächelte leicht.
„Man lernt mit der Zeit, sich vorzubereiten.“
Nach einer Weile, als sich die allgemeine Stimmung wieder gefangen hatte, stellte Minerva ihre Tasse ab.
„Wie wäre es mit einem Spaziergang heute Nachmittag? Die frische Luft tut sicher gut.“
Arthur Weasley schüttelte leicht den Kopf.
„Ich fürchte, wir haben noch etwas vorzubereiten“, sagte er und warf einen vielsagenden Blick zu Harry Potter und Ron.
Harry grinste.
„Weihnachtsangelegenheit.“
Ron nickte eifrig. Molly winkte ab.
„Ich habe auch noch genug zu tun.“
Und Ginny fügte hinzu:
„Ich bleibe mit James hier.“
Ein kurzer Moment, dann glitt Minervas Blick zu Hermine. Sie lächelte leicht.
„Dann komme ich mit.“
Innerlich hatte sie genau darauf gehofft. Ein Moment allein, nur sie beide. Minerva nickte.
„Gut.“
Am Nachmittag standen sie nebeneinander im Flur, zogen Mäntel an, schlangen Schals um ihre Hälse und traten hinaus in die kalte Winterluft. Die Landschaft lag ruhig vor ihnen. Der Schnee dämpfte jedes Geräusch, ließ die Welt fast still wirken. Ihre Schritte knirschten leise unter ihren Füßen, während sie nebeneinander den Weg entlanggingen. Für einen Moment sagte keiner etwas. Es war eine angenehme Stille. Kein Druck. Keine Blicke, die sie kontrollieren mussten, nur die klare, kalte Luft und die Nähe zueinander.
Hermine zog ihren Mantel enger und warf Minerva einen kurzen Blick zu. Ein kleines Lächeln lag auf ihren Lippen.
„Das fühlt sich gut an“, sagte sie leise.
Minerva nickte.
„Ja… das tut es.“
Und für einen Moment war alles einfach.bNur sie. Und dieser ruhige, gestohlene Frieden.
Je weiter sie gingen, desto ruhiger wurde es. Der Weg führte sie näher an den Waldrand, wo hohe, verschneite Bäume das Licht dämpften und die Welt noch stiller wirken ließen. Hier war niemand. Keine Stimmen. Keine neugierigen Blicke.
Nach einer Weile verlangsamte Minerva ihren Schritt leicht. Zögerte einen Moment und griff dann nach Hermines Hand. Ganz selbstverständlich. Hermine sah kurz zu ihr und lächelte. Ihre Finger verschränkten sich miteinander, während sie weitergingen. Hand in Hand. Ohne Eile. Ohne sich verstecken zu müssen.
„Hier… fühlt sich alles so einfach an“, sagte Hermine leise. „So… normal.“
Minerva nickte.
„Ja.“
Ihre Stimme war ruhig, doch da lag etwas darin. Etwas, das Hermine sofort bemerkte. Sie sah sie von der Seite an.
„Was ist los?“
Minerva schwieg einen Moment. Ihr Blick glitt über die verschneiten Bäume, bevor sie leise antwortete.
„Ich denke nur daran, wie es sein wird, wenn wir zurück sind.“
Hermine zog ihre Hand leicht fester.
„In Hogwarts.“
Minerva nickte kaum merklich.
„Hier… müssen wir vorsichtig sein“, fuhr sie fort. „Aber es ist nichts im Vergleich zu dort.“
Ein leises Ausatmen.
„Dort müssen wir wieder Abstand halten.“
Sie sah kurz zu Hermine.
„Noch mehr als hier.“
Hermine blieb einen Moment still. Ihre Schritte wurden langsamer.
„Das gefällt mir auch nicht“, sagte sie schließlich ehrlich.
Minerva lächelte schwach.
„Mir auch nicht.“
Ein kurzer Moment Stille legte sich zwischen sie, doch ihre Hände blieben fest ineinander verschränkt. Hermine trat ein kleines Stück näher zu ihr.
„Aber es ist nur für eine Weile“, sagte sie leise. „Und wir schaffen das.“
Minerva sah sie an und in ihrem Blick lagen gleichzeitig Zweifel und Vertrauen.
„Ich weiß“, murmelte sie.
Dann drückte sie Hermines Hand leicht und ging weiter.
Hermine blieb plötzlich stehen. Minerva machte noch einen Schritt weiter, bevor sie es bemerkte und sich zu ihr umdrehte.
„Hermine—?“
Doch bevor sie weiterfragen konnte, zog Hermine sie sanft zu sich. Ihre Hände fanden Minervas Taille, hielten sie fest, aber liebevoll. Ganz nah. Hermine lächelte. Dieses warme, sichere Lächeln, das Minerva inzwischen so gut kannte.
„Nur noch ein paar Monate“, sagte sie leise.
Ihre Stimme war ruhig, aber voller Zuversicht.
„Dann bin ich fertig mit meinem Referendariat.“
Minerva sah sie an und ein weiches Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.
„Ja…“, murmelte sie.
Hermine trat noch ein kleines Stück näher.
„Und dann müssen wir uns nicht mehr verstecken.“
Minervas Blick wurde einen Moment lang ganz ruhig. Fast vorsichtig hoffnungsvoll. Dann nickte sie leicht.
„Dann wird alles anders.“
Hermine hob leicht das Kinn, betrachtete sie einen Moment und drückte ihr dann einen schnellen, zärtlichen Kuss auf die Lippen. Als sie sich wieder löste, blieb sie nah bei ihr und lächelte, als wäre diese Zukunft für sie längst beschlossen.