Ein unerwartetes Geschenk
Ein unerwartetes Geschenk
Hallo ihr Lieben,
endlich habe ich das neue Kapitel fertiggestellt und kann es hochladen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
Ich habe versucht, meine liebe Viola zu bremsen, aber... lest selbst ;)
Liebe Grüße M.
Der nächste Morgen kam leise. Ein blasses Winterlicht fiel durch das Fenster und legte sich sanft über das Zimmer. Draußen war es still, fast friedlich, als würde selbst das Haus noch einen Moment länger schlafen wollen. Minerva war bereits wach. Sie lag auf der Seite, den Blick ruhig auf Hermine gerichtet, die noch tief und gleichmäßig neben ihr schlief. Ein weiches Lächeln lag auf Minervas Lippen, während ihre Finger ganz vorsichtig durch Hermines Locken strichen – langsam, beinahe gedankenverloren, als würde sie sich vergewissern, dass dieser Moment wirklich da war. Hermine regte sich schließlich leicht, ein kaum hörbares Murmeln entwich ihr, bevor sie die Augen langsam öffnete. Für einen Moment wirkte sie noch orientierungslos, dann fiel ihr Blick auf Minerva und sofort wurde er weich. Ohne ein Wort rückte sie näher, schmiegte sich an sie, suchte ganz selbstverständlich ihre Nähe. Minerva lachte leise, ein warmer, ruhiger Klang.
„Frohe Weihnachten, Hermine“, sagte sie sanft und ließ ihre Finger durch Hermines Haar gleiten.
Hermine schloss die Augen wieder halb, ein kleines Lächeln auf den Lippen, während sie sich enger an sie kuschelte.
„Frohe Weihnachten,“ murmelte sie in Minervas Halsbeuge.
Einen Moment blieb sie einfach so. Dann begannen sich ihre Lippen langsam zu bewegen – sanft, kaum mehr als ein Hauch, während sie sich von Minervas Hals nach oben tasteten. Die Berührungen waren ruhig, vertraut, getragen von einer Wärme, die nichts mit dem Feuer im Kamin zu tun hatte. Minerva atmete leise ein, ihre Hand fand ganz automatisch wieder Hermines Haar, hielt sie sanft bei sich. Als sich ihre Lippen schließlich trafen, war der Kuss langsam, aber voller Gefühl. Kein Drängen, nur Nähe. Für einen Moment schien die Welt draußen nicht zu existieren – kein Trubel, kein Besuch, kein Fest. Nur sie beide und dieser ruhige, warme Anfang eines Weihnachtstages.
Hermine ließ sich tiefer in den Kuss sinken, ihre Lippen verlangten mehr, suchten Minervas Nähe mit wachsender Intensität. Ihre Hände glitten dabei über Minervas Oberkörper – nicht hastig, sondern spürbar bewusster als noch zuvor, als würde sie jeden Moment dieses Morgens in sich aufnehmen wollen. Minerva reagierte sofort, zog Hermine enger an sich heran, erwiderte den Kuss mit ruhiger, aber ebenso spürbarer Leidenschaft. Für einen Augenblick verloren sie sich völlig darin. Dann verlagerte sich die Bewegung. Fast unbemerkt und doch entschieden fand Hermine eine neue Position, bis sie schließlich über Minerva war, rittlings auf ihr saß und auf sie hinunterblickte. Ein leichtes, zufriedenes Grinsen lag auf ihren Lippen. Minerva sah zu ihr auf, ruhig, aufmerksam und mit einem warmen Ausdruck, der nichts zurückhielt.
„Ich finde,“ murmelte Hermine leise, „wir sollten unseren ersten gemeinsamen Weihnachtsmorgen wirklich genießen.“
Minervas Lippen zuckten leicht.
„Das klingt nach einem sehr vernünftigen Plan.“
Hermine beugte sich wieder zu ihr hinunter, ohne den Blickkontakt ganz zu verlieren und küsste sie erneut. Diesmal langsamer, bewusster und ganz ohne Eile.
Die Stimmung zwischen ihnen wurde intensiver, getragen von Nähe und diesem leisen, unaufhaltsamen Ziehen zueinander. Sie bewegten sich gemeinsam über das Bett, ein leises Lachen mischte sich zwischen ihre Küsse, während sie sich immer wieder fanden, verloren und wieder neu begegneten. Hermine ließ sich schließlich nicht mehr treiben, sondern übernahm die Führung, hielt Minerva sanft unter sich, ihre Bewegungen nun langsamer, bewusster. Ihre Lippen wanderten nicht hastig, sondern mit einer beinahe ehrfürchtigen Ruhe über Minervas Haut, verweilten hier und da, als würde sie sich Zeit nehmen wollen, jeden Moment auszukosten. Minerva atmete spürbar tiefer, ihre Hände fanden Halt an Hermines Schultern, glitten über ihren Rücken, hielten sie nah bei sich. Ihre Augen schlossen sich immer wieder für kurze Momente, ganz im Gefühl versunken. Hermine ließ sich weitertreiben, folgte diesem leisen Rhythmus zwischen ihnen, bis sie sich schließlich noch enger an Minerva schmiegte, die Decke sich leicht um sie legte und die Welt außerhalb ihres kleinen, warmen Raums vollkommen verschwand. Minervas Atem ging ruhig, aber deutlich, während sie jede einzelne Berührung genoss. Ohne Eile, ohne Ablenkung. Nur dieser Morgen. Nur sie beide. Hermine ließ sich Zeit und küsste sich langsam über Minervas Brust, berührte sie und ließ ihre Hände ganz langsam wandern. Immer wieder glitten sie sanft über Minervas Oberschenkel, zeichneten ruhige, gleichmäßige Linien, während ihre Lippen über ihren Bauch wanderten – langsam, fast andächtig. Zwischendurch kehrte sie immer wieder nach oben zurück, verlor sich erneut in zärtlichen Küssen auf ihrer Haut. Minervas Atem wurde tiefer, unregelmäßiger, während sie sich ganz auf diese ruhigen, intensiven Berührungen einließ. Ihre Finger glitten durch Hermines Haar, zunächst nur spielerisch, dann ein wenig fester – nicht grob, aber bestimmt. Eine klare, wortlose Geste. Hermine hielt kurz inne, hob den Blick und verstand sofort. Ein kleines, wissendes Lächeln huschte über ihre Lippen, bevor sie sich wieder näher zu ihr beugte, diesmal gezielter, aufmerksamer, ganz bei Minerva.
Minerva schloss für einen Moment die Augen, ließ den Kopf leicht zurück sinken, während ihre Hand weiterhin in Hermines Haar blieb – nicht um sie festzuhalten, sondern um sie zu führen, um diese Nähe genau so zu lenken, wie sie sie gerade brauchte und Hermine folgte ruhig, aufmerksam, ganz bei ihr.
Hermine spürte sofort, wie sich Minervas Körper unter ihren Berührungen veränderte und jede Bewegung, jede kleine Geste eine stärkere Reaktion auslöste. Ein leichtes Zittern ging durch sie, ihr Atem wurde schneller, unruhiger, als Hermine ihren Mund auf Minervas intimste Stelle legte und ihre Zunge darüber gleiten ließ. Minerva versuchte zunächst noch, die Geräusche zurückzuhalten, doch es wurde zunehmend schwieriger. Leise, unkontrollierte Laute entglitten ihr, während ihre Finger sich fester in Hermines Haar schoben. Die andere Hand verkrampfte sich im Laken, suchte Halt, während sie sich immer mehr in dem Moment verlor. Hermine blieb aufmerksam, spürte jede Veränderung, jede Reaktion und wurde selbst intensiver, ohne hastig zu werden, sondern getragen von diesem gemeinsamen Rhythmus zwischen ihnen. Minervas Kopf sank weiter zurück, als Hermine ihre Beine weiter auseinanderschob und sich ihre Zunge noch intensiver und schneller bewegte. ihr Atem stockte immer wieder, bis sie ihn schließlich nicht mehr kontrollieren konnte. Plötzlich hörte Hermine auf, schob sich wieder nach oben, nur um im nächsten Moment wieder über Minerva zu sein. Sie hob Minervas Bein ein wenig an und platzierte sich zwischen Minerva. Langsam begann sie ihr Becken gegen Minerva zu bewegen und ein neues Gefühl breitete sich aus. Das Stöhnen wurde lauter, unregelmäßiger, während der Rhythmus schneller wurde. Hermine küsste Minerva immer wieder und stöhnte in ihren Mund. Sie spürte, wie nah sie beide der Klippe waren und erhöhte noch einmal das Tempo. Ein tiefer, befreiter Laut entwich ihnen beiden, als sich die Spannung löste. Danach blieb für einen Moment alles still. Nur ihr Atem, noch schnell, noch spürbar, während sie langsam wieder zur Ruhe kamen. Hermine ließ sich neben Minerva sinken und gab ihr noch einen zärtlichen Kuss. Ihre Hand glitt lockerer durch Hermines Haar, verlor ihre Anspannung, wurde wieder sanft und in diesem Moment lag nichts als Nähe zwischen ihnen – warm, ruhig, vollkommen.
Hermine zog sie eng an sich und vergrub ihr Gesicht für einen Moment an ihrer Schulter. Ihre Atmung war noch leicht unruhig, doch ein zufriedenes Lächeln lag auf ihren Lippen.
„Das,“ murmelte sie leise, „war übrigens nur Teil eins meines Weihnachtsgeschenks.“
Minerva lachte leise, noch etwas atemlos, und drehte den Kopf zu ihr.
„Wenn das nur der Anfang war“, sagte sie trocken, „dann wird es schwierig, das noch zu übertreffen.“
Hermine grinste leicht, ihre Finger glitten spielerisch über Minervas Bein, eine leichte, kaum drängende Bewegung.
„Ich könnte es ja einfach nochmal versuchen,“ meinte sie leise.
Minerva schnaubte amüsiert, ihr Blick warm und ruhig.
„Du bist wirklich unermüdlich.“
„Nur motiviert,“ erwiderte Hermine.
Ein leises Lachen entwich Minerva, bevor sie sich zu ihr beugte und sie sanft küsste - ruhiger diesmal, aber nicht weniger liebevoll und für einen Moment blieb alles leicht, warm und vollkommen unbeschwert.
Sie blieben noch eine Weile so liegen, eng beieinander, die Decke halb um sie geschlungen, während draußen langsam Leben in den Tag kam. Stimmen im Haus, Schritte, das ferne Klappern aus der Küche – Weihnachten hatte begonnen. Schließlich richtete sich Minerva langsam auf, strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und griff nach ihrer Kleidung. Hermine blieb liegen, den Kopf auf die Hand gestützt und beobachtete sie ganz unverhohlen.
„Weißt du“, begann sie mit einem leichten Grinsen, „du könntest heute zur Feier des Tages auch mal etwas anderes tragen.“
Minerva zog sich gerade ihren Pullover über und warf ihr einen ruhigen Blick zu.
„Etwas anderes?“
„Etwas weniger…“, Hermine machte eine vage Handbewegung. „Streng. Hochgeschlossen. Professorinnenhaft.“
Minerva lachte leise, während sie den Stoff glattstrich.
„Ich werde mich anständig kleiden.“
Hermine verzog das Gesicht.
„Langweilig.“
Minerva hob eine Augenbraue, antwortete aber nicht sofort. Stattdessen setzte sich Hermine auf, griff neben sich und zog ein kleines Päckchen hervor. Mit einem leicht geheimnisvollen Lächeln hielt sie es Minerva hin.
„Hier“, sagte sie.
Minerva nahm es, musterte es kurz, dann sah sie Hermine fragend an.
„Das ist zwar ein Geschenk für dich“, fügte Hermine hinzu, ihr Grinsen wurde breiter, „aber ich habe das Gefühl, dass ich am Ende mehr Spaß daran haben werde.“
Minerva schnaubte leise, ein amüsiertes Funkeln in ihren Augen.
„Das klingt… vielversprechend.“
Sie drehte das Päckchen leicht in den Händen, während ihr Blick noch einmal zu Hermine wanderte – neugierig, aber auch mit dieser ruhigen, wissenden Gelassenheit.
„Dann sollte ich es wohl öffnen“, murmelte sie.
Und Hermine lehnte sich ein Stück zurück, sichtbar gespannt auf ihre Reaktion. Minerva öffnete das Päckchen langsam, beinahe vorsichtig, doch kaum hatte sie den Inhalt freigelegt, hielt sie inne. Für einen Moment sagte sie nichts. In ihren Händen lag ein Negligé – tief dunkelrot, aus feiner Seide und zarter Spitze, dazu ein passender Morgenmantel. Der Stoff schimmerte sanft im Licht, elegant, sinnlich, eindeutig nichts, was man als „gewöhnlich“ bezeichnen konnte.
Minerva stockte der Atem.
„Hermine…“
Sie ließ den Blick über das Geschenk wandern, sichtlich beeindruckt und zugleich einen Hauch unsicher.
„Das ist… wunderschön“, sagte sie leise. Dann hob sie den Blick. „Aber ich bin mir nicht sicher, ob das für eine Frau meines Alters…“
Hermine begann sofort zu lachen.
„Oh bitte“, unterbrach sie sie, immer noch grinsend. „Genau deswegen.“
Minerva schüttelte leicht den Kopf, konnte sich aber ein kleines Lächeln nicht verkneifen.
„Du bist unmöglich.“
„Und du wirst darin umwerfend aussehen“, konterte Hermine ohne Zögern.
Dann deutete sie mit einem kleinen Nicken auf die Schachtel.
„Du hast noch nicht alles gesehen.“
Minerva hob leicht eine Augenbraue, griff erneut hinein und zog ein weiteres Kleidungsstück hervor. Diesmal hielt sie wirklich inne. Das Kleid war dunkelgrün, der Stoff elegant, der Schnitt schmeichelnd. Der Ausschnitt war etwas tiefer als das, was sie normalerweise tragen würde, aber nicht aufdringlich, nicht übertrieben. Es wirkte genau richtig. Stilvoll. Selbstbewusst. Minerva strich mit den Fingern leicht über den Stoff, musterte es einen Moment länger.
„Das…“, begann sie leise, „ist tatsächlich sehr gut gewählt.“
Hermine lächelte zufrieden.
„Ich weiß.“
Minerva hob den Blick zu ihr, ein warmes, beinahe erstauntes Lächeln auf den Lippen.
„Du hast dir Gedanken gemacht.“
„Natürlich,“ erwiderte Hermine ruhig. „Ich kenne dich.“
Ein kurzer Moment entstand zwischen ihnen. Dann hielt Minerva das Kleid ein wenig an sich, betrachtete es noch einmal und man konnte ihr ansehen, dass sie sich bereits vorstellte, es zu tragen.
„Ich denke“, sagte sie schließlich, „das könnte ich heute tatsächlich anziehen.“
Hermine grinste breit.
„Sehr gute Entscheidung.“
Und in ihrem Blick lag bereits die Vorfreude darauf, genau das später sehen zu dürfen. Minerva hielt das Kleid noch einen Moment in den Händen, dann legte sie es behutsam zur Seite. Ihr Blick wurde weich, als sie sich wieder Hermine zuwandte.
„Danke“, sagte sie leise.
Dann beugte sie sich vor und küsste Hermine zärtlich – ruhiger als zuvor, aber nicht weniger innig. Ein Kuss, der mehr sagte als Worte. Hermine lächelte leicht gegen ihre Lippen.
„Das war aber noch nicht alles“, murmelte sie danach, ein schelmisches Funkeln in den Augen. „Das hier… wollte ich dir lieber nicht vor allen anderen geben.“
Ein vielsagender Blick. Minerva lachte leise.
„Eine sehr kluge Entscheidung.“
„Ich dachte mir, das könnte Fragen aufwerfen“, fügte Hermine grinsend hinzu.
Minerva nickte zustimmend, noch immer amüsiert. Dann wurde ihr Blick wieder etwas ruhiger.
„Dann wird es wohl Zeit,“ sagte sie, „dass auch du dein Geschenk öffnest.“
Hermine ließ sich das nicht zweimal sagen. Sofort griff sie nach dem Päckchen, das Minerva ihr vor ein paar Tagen gegeben hatte und riss es mit kaum versteckter Ungeduld auf.
„Ich hoffe, es ist genauso gut wie meins“, murmelte sie nebenbei.
Minerva lehnte sich leicht zurück, beobachtete sie – ruhig, fast gespannt. Dann hielt Hermine inne. Ihre Finger erstarrten mitten in der Bewegung, ihr Blick blieb fest auf den Inhalt gerichtet. Für einen Moment sagte sie nichts. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich – von neugierig… zu überrascht… zu etwas, das sich schwer in Worte fassen ließ. Langsam hob sie den Blick zu Minerva und wirkte vollkommen sprachlos.
Minerva sagte zunächst nichts, nickte nur leicht in Richtung des geöffneten Päckchens. Hermine brauchte einen Moment, dann griff sie vorsichtig hinein – fast ehrfürchtig – und zog den Inhalt heraus.
Eine Kette. Fein gearbeitet, elegant, mit einem Anhänger, der im Licht schimmerte. Kleine Smaragde waren darin eingefasst, tiefgrün, ruhig leuchtend. Hermine hielt den Atem an. Langsam ließ sie ihre Finger darüber gleiten, strich vorsichtig über den Anhänger und hielt inne.
„Der Anhänger ist… warm“, murmelte sie überrascht.
Sie sah zu Minerva auf, ihre Augen suchend.
„Warum ist der warm?“
Minerva beobachtete sie ruhig, ein kaum merkliches Lächeln auf den Lippen.
„Ich habe einen sehr alten Zauber daraufgelegt.“
Hermine blinzelte leicht.
„Immer, wenn ich an dich denke“, erklärte Minerva leise, „wird der Anhänger warm.“
Ein kurzer Moment Stille. Hermine sah wieder auf die Kette, als würde sie sie jetzt mit ganz anderen Augen betrachten. Minerva fügte ruhig hinzu:
„Der Zauber wirkt nur bei dir. Für jeden anderen ist es einfach nur ein Schmuckstück.“
Hermine schluckte leicht. Langsam legte sie die Kette vorsichtig zur Seite – nicht achtlos, sondern mit spürbarem Respekt – bevor sie sich wieder zu Minerva wandte. Ohne ein Wort zog sie sie an sich und küsste sie. Tief. Dankbar. Als sie sich schließlich löste, blieb ihre Stirn an Minervas gelehnt.
„Danke“, flüsterte sie.
Und diesmal klang es anders, leiser, aber umso bedeutungsvoller. Minerva nickte leicht in Richtung der Schachtel.
„Die sind allerdings nicht verzaubert“, sagte Minerva schmunzelnd.
Hermine blinzelte, griff noch einmal hinein und zog ein Paar passender Ohrringe hervor. Ebenfalls mit Smaragden besetzt, fein gearbeitet, elegant. Hermine lachte leise.
„Schade eigentlich. Die sind wunderschön und die Kette ist… Oh Minerva, danke.“
Sie beugte sich noch einmal vor und küsste Minerva kurz, fast spielerisch, bevor sie wieder in die Schachtel sah.
„Moment… da ist ja noch was.“
Vorsichtig zog sie ein weiteres kleines Bündel heraus – eine schmale Fotosammlung, ordentlich zusammengehalten. Sie hielt inne, bevor sie sie öffnete und sah zu Minerva auf. Ein stiller, fragender Blick. Minerva erwiderte ihn ruhig, ein weiches Lächeln auf den Lippen.
„Du wolltest doch Bilder von mir sehen,“ sagte sie leise.
Hermine blinzelte überrascht. Minerva neigte leicht den Kopf.
„Jetzt bekommst du sie.“
Für einen Moment sagte Hermine nichts. Dann sah sie wieder auf die Fotos in ihren Händen und man konnte ihr die gespannte Neugier deutlich ansehen, bevor sie begann, sie vorsichtig zu öffnen.
Hermine öffnete die kleine Sammlung vorsichtig, fast ehrfürchtig und schon beim ersten Bild hielt sie inne.
„Oh…“
Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Sie blätterte weiter und ihre Augen wurden immer größer.
„Minerva…“
Da war ein Bild von ihr in einer Quidditch-Uniform, selbstbewusst neben ihrem Besen stehend, der Blick wach und voller Energie. Hermine grinste sofort.
„Du hast Quidditch gespielt? Und dann auch noch so…“ Sie machte eine kleine Geste. „…gut dabei ausgesehen?“
Minerva schnaubte leise.
„Das ist sehr lange her.“
Doch Hermine war schon beim nächsten Bild – Hogwartsuniform, jünger, vermutlich ihr letztes Jahr, aber mit genau diesem vertrauten Ausdruck in den Augen. Dann ein weiteres aus ihrer Zeit im Ministerium. Elegant, ernst, aber mit einem Hauch von Stolz in ihrer Haltung und schließlich ein Bild aus ihren ersten Jahren als Lehrerin. Hermine war vollkommen gefesselt.
„Du warst schon damals…“ Sie suchte nach Worten. „Unglaublich.“
Minerva schüttelte leicht den Kopf, ein leises Lachen in ihrer Stimme.
„Du romantisierst das.“
Doch Hermine hörte kaum zu. Sie blätterte zur letzten Seite und erstarrte kurz. Dann wurde ihr Blick weich. Das Foto zeigte sie beide. Gemeinsam. Bei diesem einen Abend – ihrem Essen.
Minerva lächelte nur leicht. Hermine strich sanft über das Bild, als wäre es etwas Zerbrechliches.
„Das ist…“ Sie sah auf, ihre Augen leuchteten. „Das ist perfekt.“
Dann sah sie Minerva wieder an, ihr Lächeln wurde breiter. „Und übrigens – du sahst damals schon verdammt gut aus.“
Minerva lachte leise.
„Das war eine andere Zeit.“
Hermine rückte näher zu ihr, ihre Stimme wurde leiser, intensiver. Sie beugte sich leicht vor.
„Du siehst auch heute noch absolut unwiderstehlich aus“, murmelte sie.
Minervas Blick hielt ihren einen Moment lang still, ruhig. Dann überbrückte Hermine die Distanz und küsste sie. Tief. Warm. Und für einen Moment war wieder alles andere unwichtig.
Der Kuss hielt einen Moment länger an, ruhig, aber voller Gefühl. Minervas Hand glitt sanft an Hermines Wange, hielt sie dort, als wolle sie diesen Augenblick festhalten. Als sie sich schließlich lösten, blieb die Nähe bestehen. Hermines Stirn berührte Minervas leicht, ihr Atem noch warm, ihre Blicke ruhig ineinander verankert.
„Du hast dir wirklich Gedanken gemacht“, murmelte Hermine leise und strich noch einmal über die Fotos neben ihnen.
Minerva lächelte kaum merklich.
„Du bist nicht die Einzige.“
Hermine griff nach der Kette, die noch neben ihnen lag, und hielt sie kurz hoch.
„Hilfst du mir?“, fragte sie leise.
Minerva nickte. Hermine drehte sich leicht, hob ihr Haar an und Minervas Finger schlossen sich vorsichtig um den Verschluss der Kette. Mit ruhiger, geübter Bewegung legte sie sie ihr um. Für einen Moment blieb ihre Hand noch an Hermines Nacken liegen. Hermine ließ das Haar wieder fallen und griff nach dem Anhänger.
„Warm,“ murmelte sie leise, ein kleines Lächeln auf den Lippen.
Minerva sagte nichts, doch ihr Blick verriet genug. Ein kurzer Moment Stille entstand, bevor von unten plötzlich Stimmen lauter wurden.
„Hermine! Frühstück!“, rief Ginnys Stimme durch das Haus.
Hermine schnaubte leise.
„Natürlich.“
Minerva zog leicht eine Augenbraue hoch.
„Es ist Weihnachten. Man erwartet uns.“
Hermine ließ sich kurz wieder ins Kissen fallen.
„Ich würde viel lieber hierbleiben.“
Minerva schmunzelte.
„Das überrascht mich nicht.“ Dann wurde ihr Blick wieder etwas ruhiger, fast liebevoll streng. „Aber wir sollten wirklich gehen. Bevor jemand nach uns sucht.“
Hermine seufzte theatralisch, setzte sich dann aber auf.
„Fein.“
Sie griff nach den Fotos, legte sie sorgfältig zurück in die Schachtel und stellte sie beiseite. Dann sah sie noch einmal zu Minerva. Ein kurzes, warmes Lächeln.
„Frohe Weihnachten“, murmelte sie erneut.
Minerva erwiderte es ruhig.
„Frohe Weihnachten, Hermine.“
Und diesmal lag in diesen einfachen Worten alles, was sie sich nicht laut sagen mussten, bevor sie sich gemeinsam daran machten, sich für den Tag fertig zu machen und wieder in das lebhafte Chaos des Hauses einzutauchen.
Nach dem ausgiebigen Frühstück – laut, chaotisch und begleitet von Mollys ständigen Versuchen, 'noch ein bisschen mehr' auf jeden Teller zu laden, kehrte keine wirkliche Ruhe ein. Im Gegenteil. Es wurde nur noch lebhafter. Die Haustür ging mehrmals auf und zu, kalte Winterluft zog herein, begleitet von Stimmen, Lachen und dem Geräusch von Gepäck, das achtlos irgendwo abgestellt wurde.
„Da seid ihr ja endlich!“, rief Molly, als zuerst Fred und George hereinkamen, beide gleichzeitig redend, beide gleichzeitig grinsend.
Kurz darauf folgten Bill, der Molly fest in den Arm zog und Fleur, elegant wie immer, die sich herzlich begrüßen ließ, wenn auch mit einem leicht amüsierten Blick auf das familiäre Chaos. Molly war in ihrem Element.
„Alle da, nun, fast alle da“, murmelte sie zufrieden, während sie zwischen ihnen hin und her eilte, jeden begrüßte, jeden musterte, als müsste sie sich vergewissern, dass auch wirklich alle vollständig waren.
Die Anwesenheit von Hermine und Minerva blieb natürlich nicht unbemerkt.
„Professor McGonagall“, sagte Bill höflich, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. „Das ist eine Überraschung.“
Minerva neigte ruhig den Kopf. „Ich wurde freundlicherweise eingeladen.“
„Und Hermine gehört ja fast zum Inventar,“ warf Fred ein, ein schelmisches Funkeln in den Augen.
„Leider,“ ergänzte George trocken.
Hermine verdrehte die Augen.
„Ich habe euch auch vermisst.“
Ein kurzes Lachen ging durch die Runde. Fleur trat einen Schritt näher, musterte Hermine und Minerva kurz – nicht misstrauisch, eher neugierig, dann lächelte sie leicht.
„Es ist schön, euch beide hier zu sehen.“
Minerva erwiderte das Lächeln höflich und doch, trotz all der Nähe, der kleinen Blicke, die sie und Hermine sich zwischendurch zuwarfen, schien niemand etwas zu bemerken. Ihr Zusammenspiel war perfekt. Nur flüchtige Berührungen, wenn überhaupt. Blicke, die schnell wieder verschwanden, sobald jemand in ihre Richtung sah. Hermine stand neben Ginny, unterhielt sich mit Fred und George, während Minerva sich ruhig mit Molly und Bill austauschte. Zwei getrennte Welten und doch war da dieses leise Band zwischen ihnen, unsichtbar für alle anderen. Als sich ihre Blicke für einen kurzen Moment trafen, kaum länger als ein Herzschlag, lag darin alles und niemand bemerkte es. Die Geräuschkulisse verlagerte sich langsam im Haus. Molly verschwand gemeinsam mit Fleur in der Küche, wo sofort wieder geschäftiges Klappern und leise Diskussionen über Zutaten und Timing zu hören waren. Bill, Ron und Harry hatten sich derweil zusammengesetzt und waren schnell in ein angeregtes Gespräch über Drachen vertieft – offenbar mit der Frage, warum Charlie es dieses Jahr nicht geschafft hatte. Mitten in diesem lebhaften Durcheinander zog sich Minerva für einen Moment zurück. Sie holte Tee für alle und griff nach einer Tasse. Sie nahm sich die Ruhe, den Duft kurz einzuatmen und setzte sich dann mit ruhiger Selbstverständlichkeit auf das Sofa. Kaum hatte sie Platz genommen:
„Na, Professor McGonagall.“
„Oder dürfen wir heute etwas informeller sein?“
Links und rechts von ihr ließen sich Fred und George nieder, als hätten sie genau auf diesen Moment gewartet. Minerva hob langsam eine Augenbraue, ohne den Blick von ihrer Tasse zu heben.
„Ich habe das Gefühl, dass Sie diese Frage ohnehin ignorieren würden.“
Fred grinste.
„Wir würden es zumindest versuchen.“
George lehnte sich ein wenig zurück, musterte sie auffällig.
„Wir müssen übrigens sagen—“
„—dass wir absolut nicht darauf vorbereitet waren—“
„—was sich unter diesen ganzen strengen Schulroben verbirgt.“
Minerva senkte langsam die Tasse und sah zwischen den beiden hin und her. Ein kurzer Moment Stille. Dann schnaubte sie leise, ein deutlich amüsiertes Funkeln in ihren Augen.
„Ich sehe, Sie haben sich kein bisschen verändert.“
„Das nehmen wir als Kompliment“, sagte Fred sofort.
„Ist es auch so gemeint?“ fügte George hinzu.
Minerva lehnte sich minimal zurück, vollkommen unbeeindruckt.
„Ich überlasse es Ihnen, das zu interpretieren.“
Die beiden tauschten einen kurzen Blick, dann grinsten sie wieder.
„Also wirklich“, fuhr Fred fort, „man kennt Sie ja nur als—“
„—streng, distanziert, einschüchternd—“
„—und jetzt sitzen Sie hier—“
„—und sehen aus, als könnten Sie uns jederzeit vom Gegenteil überzeugen.“
Minerva ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Sie nahm einen ruhigen Schluck Tee, stellte die Tasse dann ab und sah die beiden wieder an.
„Wenn Sie darauf hoffen, mich aus der Fassung zu bringen,“ sagte sie trocken, „muss ich Sie leider enttäuschen.“
George legte sich gespielt eine Hand aufs Herz.
„Wir würden es nie wagen.“
Fred grinste. „Zumindest nicht erfolgreich.“
Minerva schüttelte leicht den Kopf, ihr Lächeln war deutlich sichtbar und quer durch den Raum beobachtete Hermine die Szene sehr aufmerksam. Hermine lehnte scheinbar entspannt am Kamin, unterhielt sich halbherzig mit Ginny, doch ihr Blick wanderte immer wieder zum Sofa. Zu ihnen. Fred sagte gerade irgendetwas, das Minerva tatsächlich ein leises Lachen entlockte. Hermine erstarrte innerlich kurz.
„Oh, das ist neu“, murmelte Ginny neben ihr und folgte ihrem Blick. „Ich glaube, ich habe sie noch nie so entspannt gesehen.“
Hermine verschränkte die Arme, versuchte sich nichts anmerken zu lassen.
„Sie kann sehr entspannt sein.“
„Mhm“, machte Ginny nur und grinste leicht. „Vor allem, wenn sie von zwei Weasley-Zwillingen umzingelt wird.“
Hermine warf ihr einen Seitenblick zu.
„Sehr witzig.“
Am Sofa lehnte sich George ein Stück näher zu Minerva.
„Also ehrlich, Professor, Sie müssen uns sagen—“
„—ob das heute ein einmaliger Anblick ist—“
„—oder ob wir uns daran gewöhnen dürfen.“
Minerva sah sie ruhig an, hob eine Augenbraue.
„Ich fürchte, Ihre Erwartungen werden enttäuscht.“
„Das sagen Sie jetzt“, meinte Fred.
„Aber wir sind geduldig“, ergänzte George.
Minerva schnaubte leise, nahm ihre Teetasse wieder in die Hand.
„Das bezweifle ich.“
Wieder dieses deutliche Lächeln. Hermine biss sich leicht auf die Lippe, um ein Lächeln zu unterdrücken.
„Du starrst“, flüsterte Ginny trocken.
„Ich starre nicht.“
„Doch.“
Hermine seufzte leise.
„Meinst du nicht, sie treiben es zu weit?“
Ginny grinste.
„Nein. Du bist einfach nicht daran gewöhnt, sie mit anderen zu teilen.“
Hermine wollte etwas erwidern, hielt dann aber inne, weil sie wusste, dass Ginny nicht ganz unrecht hatte.
Zur selben Zeit ließ Minerva ihren Blick einmal durch den Raum schweifen, scheinbar beiläufig und traf Hermines Augen. Nur für einen Moment, aber es reichte. Ein winziges, kaum sichtbares Zucken ihrer Lippen, dann wandte sie sich wieder Fred und George zu, als wäre nichts gewesen, doch Hermine entspannte sich spürbar.
„Alles gut?“, fragte Ginny leise.
Hermine nickte. „Ja.“
Ein kleines, zufriedenes Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Alles gut.“
Die Tür zum Wohnzimmer öffnete sich erneut und Molly kam zurück ins Wohnzimmer. Sie hatte James auf dem Arm, der offenbar frisch aus seinem Schläfchen erwacht war und nun mit wachen Augen die Welt betrachtete.
„Da ist jemand wieder fit“, sagte Molly zufrieden.
Ginny nahm ihn ihr sofort ab.
„Na, ausgeschlafen?“, murmelte sie liebevoll, während James schon ungeduldig begann, sich aus ihrer Umarmung zu winden.
Sein Blick wanderte durch den Raum und blieb hängen.
Fred und George.
Sein Gesicht hellte sich sofort auf, ein begeistertes Glucksen entwich ihm.
„Oh oh“, sagte Fred und beugte sich leicht vor. „Ich glaube, ich bin gemeint.“
„Träum weiter“, erwiderte George. „Er hat eindeutig mich erkannt.“
Ginny lachte leise und setzte James auf den Boden.
„Na dann, viel Glück.“
Kaum hatte er festen Boden unter sich, krabbelte James los – zielstrebig, erstaunlich schnell.
„Komm zu deinem Lieblingsonkel!“, rief Fred und klopfte auf den Boden.
„Er weiß ganz genau, wer hier der bessere Onkel ist“, ergänzte George und streckte ebenfalls die Arme aus.
Sofort begann ein halblauter Wettstreit.
„Ich habe ihm letzte Woche das Fliegen beigebracht—“
„Das war ich!“
„Das war keiner von euch Knalltüten“, warf Ginny ein.
„Ich habe ihm ein Spielzeug geschenkt“, fuhr Fred fort, ohne auf den Kommentar seiner Schwester einzugehen.
„Das war kaputt!“
Hermine und Ginny standen nebeneinander und beobachteten das Ganze mit breiten Grinsen.
„Das wird gleich ein böses Erwachen geben“, murmelte Ginny.
Hermine nickte leicht, ihre Augen auf James gerichtet.
„Oh ja. Ich glaube, ich weiß ziemlich genau, wohin er unterwegs ist.“
James krabbelte unbeirrt weiter. An Fred vorbei. An George vorbei. Ohne auch nur einen Blick in ihre Richtung. Die beiden verstummten gleichzeitig. Und dann… zog James sich an Minervas Bein hoch. Mit erstaunlicher Entschlossenheit schaffte er es, sich aufzurichten, griff nach ihrem Pullover und sah sie mit diesem konzentrierten, zufriedenen Blick an. Minerva reagierte sofort, beugte sich leicht vor und hob ihn mühelos auf ihren Schoß. Ein ruhiges, fast triumphierendes Lächeln legte sich auf ihre Lippen.
„Ich denke“, sagte sie gelassen, „das Ergebnis ist eindeutig.“
Fred starrte sie an. „Das ist Betrug.“
„Absolut unfair“, fügte George hinzu.
Ginny lachte laut auf, während Hermine sich ein zufriedenes Grinsen nicht verkneifen konnte. James hingegen war vollkommen zufrieden, schmiegte sich an Minerva und klammerte sich an sie, als wäre die Sache für ihn längst entschieden und Minerva strich ihm ruhig über den Rücken, als hätte sie nie etwas anderes erwartet.
Fred und George gaben sich trotz ihrer „Niederlage“ natürlich nicht geschlagen. Beide rückten näher an das Sofa, beugten sich zu James, der inzwischen zufrieden auf Minervas Schoß saß.
„Na gut“, murmelte Fred, „dann teilen wir dich eben.“
„Großzügig von uns“, ergänzte George und ließ James nach seinem Finger greifen.
James quietschte begeistert und patschte nach ihnen, völlig zufrieden mit der neuen Aufmerksamkeit, ohne allerdings Minervas Nähe aufzugeben. Minerva ließ das Ganze ruhig geschehen, eine Hand sicher an seinem Rücken, während sie mit der anderen ihre Tasse hielt. Dann runzelte George plötzlich die Stirn.
„Moment mal…“ Er beugte sich ein Stück näher. „Professor, haben Sie sich da gestoßen?“
Er deutete auf eine Stelle an ihrem Hals. Für einen winzigen Moment erstarrte Minerva innerlich. Ganz leicht hob sie die Hand und berührte die Stelle.
„Hm“, machte sie ruhig. „Das muss wohl im Schlaf passiert sein.“
Ihre Stimme blieb vollkommen gelassen, doch innerlich wusste sie es natürlich besser.
Hermine.
Hermine, die in diesem Moment sehr schnell beschloss, sich leicht zur Seite zu drehen – angeblich, um etwas auf dem Tisch zu suchen. In Wirklichkeit, um ihr verräterisches Grinsen zu verbergen. Ginny, die neben ihr stand, hatte es längst verstanden. Ein breites, kaum unterdrücktes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Fred hingegen ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen.
„Also wirklich,“ sagte er grinsend, „war es wirklich im Schlaf oder versteckt sich hier irgendwo noch ein Single Mann? Abgesehen von uns beiden attraktiven Männern?“
George grinste.
„Ganz eindeutig nicht.“
Minerva nahm einen ruhigen Schluck Tee, völlig unbeeindruckt.
„Eine faszinierende Theorie“, erwiderte sie trocken und während sie die Tasse wieder absetzte, lag in ihrem Blick ein winziges, kaum sichtbares Funkeln.
'Wenn ihr wüsstet…'
„Fred! George! Kommt mal bitte kurz!“, rief Molly aus der Küche.
„Oh oh,“ murmelte Fred.
„Das klingt nach Arbeit“, ergänzte George.
Mit einem letzten Blick zu James und einem gespielt beleidigten Seufzen, standen beide auf und verschwanden Richtung Küche. Kaum waren sie außer Sichtweite, nutzte Hermine die Gelegenheit. Sie trat näher und ließ sich neben Minerva auf das Sofa sinken, dicht genug, dass sich ihre Schultern fast berührten.
„Ich fürchte“, murmelte sie leise, „ich habe dir da ein kleines… Souvenir hinterlassen.“
Minerva warf ihr einen kurzen, mahnenden Blick zu, auch wenn ein Hauch von Belustigung darin lag.
„Das war nicht das erste Mal.“
Hermine grinste sofort.
„Oh? Dann sollte ich vielleicht noch eines hinzufügen, nur der Vollständigkeit halber.“
„Untersteh dich“, entgegnete Minerva trocken.
In genau diesem Moment gab James einen kleinen Laut von sich – auffallend zustimmend. Für einen Sekundenbruchteil sahen beide ihn an. Dann mussten sie lachen. Hermine schüttelte leicht den Kopf, beugte sich dann aber doch ein Stück näher zu Minerva. Da außer Ginny niemand im Raum war und diese demonstrativ wegsah, ließ sie sich den Moment nicht nehmen. Sie küsste Minerva kurz auf die Lippen. Warm. Vertraut. Schnell genug, um unauffällig zu bleiben. Minerva erwiderte den Kuss ebenso kurz, ihre Hand noch immer ruhig an James’ Rücken und für einen Moment fühlte es sich wieder an, als wären sie ganz allein.
James war von dieser kleinen Szene allerdings alles andere als begeistert. Kaum hatte Hermine sich zurückgezogen, richtete er sich demonstrativ auf Minervas Schoß auf, stellte sich wackelig auf ihre Schenkel und schlang, so gut es eben ging, seine kleinen Arme um ihren Hals. Ein klares Statement. Hermine riss gespielt die Augen auf.
„Also bitte,“ meinte sie empört. „Minerva gehörte zuerst mir.“
Minerva lachte leise, ein warmer, weicher Klang. Sie wandte sich James zu, strich ihm sanft über die Wange.
„Ich fürchte“, sagte sie ruhig, „der kleine Mann hier hat im Moment Vorrang.“
James brabbelte zufrieden, als hätte er genau das verstanden. Minerva lächelte ihn an.
„Du bist eindeutig mein Lieblingsmann.“
Hermine schnaubte leise, konnte sich das Grinsen aber nicht verkneifen. Sie beugte sich leicht vor und strich James sanft über den Kopf.
„Na gut“, murmelte sie. „Schon verstanden.“
Dann sah sie wieder zu Minerva, ihr Blick weich, aber mit einem leichten Funkeln.
„Ich hol mir meinen Anteil dann später zurück“, flüsterte Hermine und strich sanft über Minervas Lippen. Minerva hob nur leicht eine Augenbraue, das Lächeln blieb. Ginny beobachtete das Ganze aus dem Augenwinkel, während sie scheinbar beschäftigt war, irgendetwas auf dem Tisch zu ordnen. Ein leises, kaum merkliches Lächeln zog über ihr Gesicht. Sie sagte nichts, aber der Gedanke ließ sie nicht los, wie mühelos die beiden miteinander waren, wie selbstverständlich, wie vertraut und wie gut sie zusammenpassten.