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Du hast mich geschlagen und getreten

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Du hast mich geschlagen und getreten

Und weiter geht es mit Jan und Dirk.

Ob es euch bis hier hin gefällt, würde mich ja wirklich interessieren.

Schenkt mit doch mal einen Kommentar, ein kleines Herzchen oder bei Gefallen auch mal einen Stern.

Du hast mich geschlagen und getreten

Zwei Wochen sind seit seiner Flucht, so bezeichnet er es jedenfalls, vergangen aber das Leben ist für den Schwarzhaarigen nicht besser geworden.

Es fängt damit an, dass er fünf Straßen von der Wohnung des Blonden entfernt in einem Park zusammenbricht. Er fällt einfach mitten im Laufen um und alles wird schwarz um ihn herum. So bleibt er eine lange Zeit unbemerkt auf einem der Seitenwege der Grünanlage liegen. Als er Stunden später wieder zu sich kommt ist bereits wieder tiefste Nacht. Mit Verstand raubenden Kopfschmerzen schleppt er nach Hause in seine kleine 2-Zimmer-Wohnung und kippt dort komplett bekleidet in sein Bett.

Bereits am nächsten Tag nach dem Aufwachen ist ihm bewusst, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Ihm ist ständig schlecht, schwindelig und er hat noch immer hämmernde Kopfschmerzen, die sich bei jeder noch so kleinen Bewegung zu verschlimmern scheinen. Nachdem er sich das vierte Mal innerhalb von nur sechs Stunden übergeben hat, ist ihm klar, dass er zumindest eine üble Gehirnerschütterung haben muss. Also verkriecht er sich wieder in sein Bett.

Die nächste Woche verbringt er nur noch in seinen eigenen vier Wänden, bei zugezogenen Vorhängen und ohne Licht.

Am Samstag wagt er sich das erste Mal wieder aus dem Haus. Er muss dringend einkaufen, denn sowohl sein Vorrats- als auch sein Kühlschrank sind nahezu leer. Gerade mal eine halbe Tüte Nudeln und hart gewordenes Brot kann er noch finden. Da er aber in der vergangen Woche fast nichts gegessen und getrunken hat, fühlt er sich extrem wackelig auf den Beinen und der noch immer anhaltende leichte Schwindel machen es nicht wirklich besser.

Mit langsamen vorsichtigen Schritten schleicht er durch den Supermarkt und ist stets darauf bedacht mit niemanden zusammen zu stoßen, da er sich nicht sicher ist, ober er dabei sein Gleichgewicht würde halten können. An der Kasse folgt dann auch sofort die nächste unschöne Überraschung. Einer seiner ehemaligen Freund, besser gesagt sein ehemals bester Freund, arbeitet hier und hat ausgerechnet heute Kassendienst.

So unauffällig wie nur möglich legt er seine Waren auf das Band und zahlt den verlangten Betrag. Er will sich eben unerkannt verdrücken, da schließt sich eine fremde Hand fest um sein Handgelenk und hält ihn zurück.

„ Na du kleine Schwuchtel? Lust auf eine schöne Tracht Prügel? Oder warum traust du dich noch hier her? Sag es ruhig, wenn du mal wieder ein paar Fäuste spüren willst. Ich helf dir da doch immer gern,“ zischt der Typ hinter der Kasse und funkelt ihn eiskalt an. Erschrocken entreißt der Schwarzhaarige ihm sein Handgelenk wieder, schnappt seinen Einkauf und verlässt fluchtartig das Geschäft.

Zu Hause angekommen lässt er seine gekauften Waren einfach auf dem Küchentisch stehen, fällt auf sein Sofa und rollt sich weinend zu einer möglichst kleinen Kugel zusammen.

„ Hättest du mich nicht einfach absaufen lassen können?... Nein, du musstest ja unbedingt den Helden spielen und mich retten. Danke auch,“ schluchzt er in das Kissen, in welchem er sein Gesicht vergraben hat. Über vier Stunden bleibt er genau so liegen und starrt die Sofalehne vor sich an.

In den nächsten zwei Tagen traut er sich nicht mehr vor die Türe, aus Angst, dass man dort auf ihn warten könnte. Doch am dritten Tag muss er raus. Es ist der inzwischen fünfte Todestag seiner Oma und er will auf den Friedhof.

Mit einem Strauß gelber Rosen in der Hand und in seinen Ledermantel gekleidet, verlässt er kurz vor Mittag das Haus und hat schon beim Betreten des Fußweg ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Aus diesem Grund wählt er auch nicht, wie sonst immer den direkten Weg durch den Park, sondern läuft die wesentlich längere Strecke außen herum, entlang der belebten Hauptstraße. Denn solange möglichst viele fremde Menschen um ihn herum sind fühlt er sich sicher vor diesen Schlägern.

Doch kaum hat er den Friedhof betreten ist er wieder ganz allein. Nur weit hinten, am anderen Ende, kann er noch einen anderen Mann ausmachen, der sich gerade über eines der Gräber dort beugt.

Tief durchatmend geht er die fünf Reihen bis zum Grab seiner Oma und lässt sich dort auf die Knie nieder. Mit geschickten Fingern fängt er an und zupft die trockenen Blüten von einem kleinen Lavendelbusch ab. Dann zieht er noch das langsam wuchernde Unkraut aus der Erde und schnappt sich zum Schluss noch den vertrockneten Blumenstrauß von seinem letzten Besuch. Die Rosen legt er dazu erst einmal neben sich ab. Bewaffnet mit dem Abfall und der grünen Plastikvase erhebt er sich. Schnell ist der Müll entsorgt und die Vase mit frischem Wasser aus einer Pumpe gefüllt.

Als er sich aber dem Grab wieder nähert, kann er eine Person erkennen, die am Grabstein lehnt und seine Rosen in der Hand hält. Der Schwarzhaarige ist völlig hin und her gerissen. Einerseits will er auf der Stelle flüchten aber andererseits will er auch unbedingt seiner Oma ihre Blumen hinstellen. Mit einem resignierten Schulterzucken entscheidet er sich für seine Oma, denn selbst wenn er jetzt wegrennen würde, der Typ würde ihm auf alle Fälle folgen und ihn auch erwischen. Da kann er sich auch vorher noch um die Blumen kümmern, damit wenigstens etwas schönes heute noch abgeschlossen wird. Also tritt er entschlossen auf den Anderen zu.

„ Was willst du hier? Hast du nicht mal so viel Anstand, dich auf einem Friedhof von mir fernzuhalten?“

Doch kaum hat er zu Ende gesprochen, da klatsch auch schon der Rosenstrauß mitten in sein Gesicht. Schmerzhaft ziehen sich die Stacheln über seine Haut und hinterlassen blutige Kratzer auf seiner Wange.

„ Von einer Schwuchtel, wie du eine bist, lass ich mir doch nicht sagen, was ich zu machen oder zu lassen habe,“ knurrt der Andere bösartig und schon im nächsten Moment landet eine Faust hart in der Magengrube des Schwarzhaarigen und schickt ihn keuchend zu Boden. Danach folgen in kurzen Abständen mehr und mehr Schläge und Tritte. Vor allem sein Oberkörper bekommt sie ab aber vereinzelt wird er auch am Kopf oder im Unterleib getroffen. Als er schon denkt, es nicht länger aushalten zu können und droht ohnmächtig zu werden, hört er eine aufgebrachte Stimme näher kommen.

„ Hey! Sag mal spinnst du?! Was soll der Scheiß?“ Sofort lässt sein Angreifer von ihm ab.

„ Misch dich nicht ein, Blondie. Die Schwuchtel hat es nicht anders verdient!“ keift er zurück. Mühsam öffnet der am Boden liegende die Augen. Das erste was er sieht ist der fast vollständig zerstörte Strauß, von dem gerade mal noch vier Rosen in Takt sind. Dann nimmt er eine Bewegung über sich wahr. Wie von der Tarantel gestochen sprintet der Schläger plötzlich los. Kurz darauf huscht ein großer dunkler Schatten an ihm vorbei und als er den Kopf dreht, kann er gerade noch so erkennen, wie sein ehemals bester Freund von einem großen Blonden über den Friedhof gejagt und auf der angrenzenden Straße weiter verfolgt wird.

Unter Schmerzen und enormer Kraftanstrengung rappelt er sich auf.

„ Es tut mir leid, Oma. Ich bring dir bald ein paar neue Blumen vorbei,“ keucht er an den Grabstein gewandt.  Dann wendet er sich von dem Grab ab und humpelt in die andere Richtung davon. Er braucht fast 1 ½  Stunden für die nicht ganz einen Kilometer lange Strecke bis zu seiner Wohnung. Dort zieht er sich in sein kleines Bad zurück, dreht das Wasser der Dusche auf und stellt sich komplett bekleidet unter den Strahl. Mit beiden Händen an der Wand abgestützt bleibt er beinahe eine halbe Stunde so stehen, bevor er die Kabine wieder verlässt. Anschließend hockt er sich mit angezogenen Knien neben der Tür auf den Boden und starrt vor sich hin ins Leere.

Genau kann er nicht sagen, wie lang er dort sitzen geblieben ist aber als er endlich das Bad, immer noch in nassen Sachen, wieder verlässt, dämmert es draußen bereits schon wieder.

Eigentlich weiß er zu 100%, dass er in die Notaufnahme gehen sollte, denn sein gesamter Körper schmerzt bei jeder noch so kleinen Bewegung aber er schämt sich. Und was sollen die schon großartig anderes machen können als das, was er auch hier macht. Schmerzmittel und Bettruhe wäre das, was die Götter in weiß ihm verordnen würden und das kann er auch hier.

Aus seinem Küchenschrank kramt er eine Schachtel Schmerztabletten hervor, schnappt sich aus seinen Einkaufstüten auf dem Küchentische eine Flasche billigen Schnaps und ein fertig belegtes Sandwich und verkriecht sich erneut in seinem Schlafzimmer. Das Sandwich isst er mit wenig Appetit und auch nur, weil sein Körper lautstark nach Nahrung verlangt. Danach drückt er sich zwei der kleinen weißen Tabletten aus dem Blister und spült sie mit fast der Halben Flasche Alkohol herunter. Anschließend zieht er sich die Decke über den Kopf und hofft, dass entweder die Schmerzen nachlassen ober die Kombination mit dem Schnaps ihn nicht mehr aufwachen lässt.

Doch seine Hoffnung wird zerschlagen, denn am nächsten Morgen erwacht er trotz der gefährlichen Mischung aber dafür mit noch mehr Schmerzen im ganzen Körper und am gesamten Leib zitternd. Träge schleppt er sich in sein Bad, zieht langsam und schwer atmend seine Sachen aus und betrachtet sich in dem großen Spiegel, der an der Innenseite der Badezimmertür hängt.

Ein entsetztes Keuchen kommt ihm bei seinem eigenen Anblick über die schmalen Lippen. Seine Haare hängen ihm strähnig ins Gesicht und seine Augen sind umrahmt von dunklen Ringen, die dieses Mal nichts mit Schminke zu tun haben. Sein Gesicht an sich ist aschfahl, die Wangen sind eingefallen und die Lippen trocken und aufgesprungen. Sein kompletter Oberkörper sowie Arme und Beine sind übersät mit blauen, grünen und lila Flecken.

'Ein Zombie' kommt es ihm ironisch in den Sinn, da er solche Filme normalerweise sehr gern anschaut. Aber dass er mal selbst wie einer dieser Untoten aussehen würde, damit hat er nicht gerechnet.

Außerdem friert er erbärmlich und die Vermutung liegt nahe, dass er Fieber hat, was auch seine glasigen Pupillen erklären könnte.

Ein Blick in seine Hausapotheke offenbart ihm aber dass er nur noch eine Dosis fiebersenkendes Mittel hat. Mit den Tropfen in der Hand wankt er in seine Küche. Einen heißen Tee und etwas leichtes zu Essen später sitzt er eingekuschelt auf seinem Sofa, der Fernseher läuft leise im Hintergrund und die Fiebertropfen sind inzwischen leer.

Völlig frei von Gedanken sitzt er einfach nur da und macht absolut gar nichts, bis es ihm die Augen zu zieht und er immer noch leicht zitternd auf die Seite kippt und in einen unruhigen Schlaf fällt.

Am Donnerstag Morgen wird er von starkem Schüttelfrost aus dem Schlaf gerissen und sofort ist ihm klar, dass er wohl ernsthaft krank ist. Qualvoll richtet er sich etwas auf, alles dreht sich in seinem Kopf und ihm ist schon wieder übel. Nur mit Mühe kann er es verhindern, einfach vom Sofa zu kippen und sich auf den alten und abgelaufenen Teppich zu übergeben. Dann wird ihm mit Schrecken klar, dass er keine Medikamente mehr im Haus hat und eigentlich dringend in die Apotheke drei Straßen weiter gehen sollte. Aber sein Körper verweigert ihm den Dienst, will sich nicht von dem durchgesessenen Polster erheben.

„ Nur noch kurz etwas ausruhen,“ murmelt er vor sich hin und sinkt wieder gegen die Rückenlehne und schließt die Augen, um die sich drehende Welt auszuschließen. Dankbar versinkt er in der darauffolgenden Dunkelheit.

Erst das Poltern auf der Treppe und das laute Zuschlagen einer Tür bringt ihn wieder dazu, die Augen erneut zu öffnen. Als er halbwegs sicher aufrecht sitzt, greift er nach seinem Handy, das auf dem Tisch vor ihm liegt. Er braucht einige Augenblicke bis sein Blick soweit wieder scharf ist, dass er die Uhrzeit erkennen kann.

'Freitag, 10.57 Uhr'  steht dort und da wird ihm bewusst, dass er den gesamten Donnerstag hier auf dem Sofa gelegen und nichts davon mitbekommen hat. Außerdem macht ihn sein Magen darauf aufmerksam, dass er auch seit über 36 Stunden nichts mehr gegessen hat. Sowohl sein Kreislauf als auch sein Blutzucker ist ganz weit unten im Keller und ihm ist schon wieder oder immer noch? schlecht.

Aber ihm ist auch bewusst, dass er hier nicht einfach sitzen bleiben kann. Auch wenn sich das jetzt in diesem Moment wie der beste Plan der Welt anhört. Und obwohl er schon mehrfach versucht hat, seinem erbärmlichen Leben ein Ende zu setzen, so will er doch immer noch selbst entscheiden, wann und wie das geschehen soll. Aber ganz sicher nicht jetzt, in seiner Wohnung, wegen Fieber.

Diese Entscheidung ist es dann auch, die ihn von der Couch hoch und in den Flur treibt. Mit extrem verlangsamten Bewegungen zieht er sich seine Stiefel an, schlüpft in die Ärmel des übergroßen Mantels und verlässt die Wohnung. Auf der Straße angekommen blendet  ihn als erstes die Sonne so stark, dass er die Augen zu kneifen und sich an der Hauswand abstützen muss, um sein Gleichgewicht halten zu können.

Als sein Stand wieder halbwegs sicher ist, schlägt der Schwarzhaarige den Weg zur nahegelegenen Apotheke ein.

Er kommt nur sehr langsam voran, weil er sich immer wieder an der Wand eines Hauses oder an einem Baum festhalten muss um wieder zu Atem zu kommen. Aber nach gut 20 Minuten hat er es dann doch geschafft und tritt durch die Tür. Ein kleines Glöckchen über dem Eingang kündigt sein Kommen an und sofort taucht eine ältere, etwas dickliche Frau in einem weißen Kittel hinter dem Tresen auf.

„ Guten Tag. Was kann... Oh mein Gott, Dirk! Was ist mit dir?“ Mit entsetztem Gesichtsausdruck kommt sie um den Tresen herum und legt vorsichtig beide Hände an sein Gesicht.

„ Schätzchen, du hast Fieber. Du glühst ja regelrecht,“ stellt sie fest, dreht sich zur Seite und füllt einen Becher mit Wasser aus einem Spender neben sich.

Die Apothekerin ist eine alte Bekannte seiner Oma und wahrscheinlich die einzige Person in diesem Viertel, die noch freundlich zu ihm ist, nachdem er sich auch vor ihr geoutet hat. Sie kennen sich seit Jahren und er war auch schon das eine oder andere Mal mit seiner Oma bei ihr Zuhause zu Besuch.

„ Alles gut, Erna. Ich hab nur 'ne kleine Grippe und wollte mir was gegen das Fieber bei dir holen, damit ich wieder in mein Bett zurück kann,“ flüstert er, nachdem er den halben Becher getrunken hat. Augenblicklich huscht die Dame, erstaunlich leichtfüßig für ihr gehobenes Alter, davon und kommt wenig später mit mehreren Schachteln und Flaschen zurück.

„ Hier. Gegen Fieber, Übelkeit, Magen-und Halsschmerzen und was zum Schlafen,“ hält sie ihm die Medikamente hin.

„ Soll ich jemanden anrufen, der dich nach Hause bringen kann? Du siehst wirklich nicht gut aus und ich mach mir Sorgen, dass dir was passiert.“

„ Nee, geht schon. Bis heim schaff ich es. Ist ja nicht weit,“ wehrt Dirk die Hilfe ab. Denn wen könnte sie schon anrufen? Da ist niemand, der sich um ihn kümmern könnte. Aber das will er ihr nicht sagen.

„ Bist du dir sicher? Ich kann auch kurz abschließen und dich selbst hin bringen,“ versucht sie es weiter aber der Schwarzhaarige schüttelt nur langsam den Kopf, was zur Folge hat, dass sich sofort wieder alles zu drehen scheint. Zweifelnd sieht die Frau ihn an aber sie kennt ihn recht gut und weiß von seinem Dickschädel.

„ Na schön. Aber wenn was sein sollte, dann rufst du sofort hier an. Verstanden?“

„ Ja mach ich... Danke für das Wasser.“

Mit diesen Worten erhebt er sich unsicher, greift nach den Medikamenten, die sich jetzt in einer kleinen Tüte befinden und steuert auf den Ausgang zu. Vor der Tür muss Dirk erstmal tief durchatmen. Die doch recht schnelle Bewegung hat seinen Kreislauf erneut gewaltig durcheinander gebracht. Als sich die Welt etwas weniger schnell vor seinen Augen dreht und er auch nur noch stellenweise doppelt sieht, setzt er vorsichtig einen Fuß vor den anderen und macht sich, mit einer Hand an der Wand neben sich auf den Rückweg.

Bereits nach den ersten vielleicht 50 Schritten ist der Schwindel zurück. Zudem hat er nun auch noch das Gefühl, frierend in seiner eigenen Haut gekocht zu werden. Sein gesamter Körper zittert ohne Unterlass und dennoch scheint sein Kopf in einem Hochofen zu stecken. Hinzu kommen noch die Schmerzen in seinen Gelenken und von den harten Schlägen zwei Tage zuvor. Immer häufiger schwankt er und verliert den Kontakt zur stützenden Hauswand und hat Probleme den anderen Passanten auszuweichen.

Als er zwei Straßen weiter ein weiteres Mal gegen einen Mann prallt, wird er von diesem heftig zur Seite gestoßen und angepöbelt.

„ Verschwinde, du elender Säufer und wag es dir bloß nicht, mich auch noch anzuschnoren. Widerlicher Penner!“

Durch den Stoß gerät der Schwarzhaarige ins Straucheln, stolpert über seine eigenen Füße und in seinem Kopf herrscht nur noch ein Gedanke.

'Ich darf die Medizin nicht verlieren. Die brauch ich noch.'

Dann prallt er mit der Schulter hart  gegen den Ampelmast und stürzt auf die Straße. Auch wenn er dieses Mal nur mit dem Rücken aufkommt, so hat er einfach keine Kraft mehr, murmelt noch ein: „ Meine Medizin“ und ergibt sich der drohenden Dunkelheit.

'Dann eben so. Auch gut,' schießt es ihm sarkastisch durch den Kopf und in dem Moment, als ihn die Schwärze fast vollständig eingehüllt hat, hört er noch ein leises: „ Hey Kleiner...“

Dann ist er weg.

Das soll es erstmal wieder gewesen sein.

Wenn ich es zeitlich schaffe, dann folgt nächste Woche Jan's Sichtweise.

Bis dahin, wünsche ich allen eine ruhige Woche.

Eure kleine Fledermaus.