Die Offenbarung
Die Offenbarung
Soooo... bevor wir alle ins Sommerloch abrutschen, seid herzlich willkommen bei meinem Jahrhundertprojekt! (Ganz so krass wird es vermutlich doch nicht, aber da ich diese Geschichte seit 2024 ansage, fühlt es sich ein bisschen so an.)
Hier kommt (endlich?) Andromedas Geschichte beziehungsweise Andromedas Geschichten. Hier ist nämlich viel los und ich möchte lieber direkt warnen, dass das hier nicht ohne Vorwissen gelesen werden kann. Also wirklich, don't do it. Mindestens Goyle , The Keeper Of Keys And Grounds und die Kapitel aus Wastelands , 1999 und Mothers & Fathers , in denen Andromeda eine Rolle spielt, sollten vorher gelesen werden. Zusätzliches Hindernis: Die Geschichte wird teilweise nicht chronologisch erzählt. Es gibt eine Haupthandlung, die im Jahr 2020 spielt, aber auch diverse Rückblenden, die bis in die 1960er zurückgehen. (Muss man mögen. Aber dasselbe gilt ja auch für Andromeda.)
Inhaltswarnung – The Beast Out Of The Sea enthält folgende Themen, die potenziell triggernd und belastend sein können: Physische und psychische Gewalt; sexuelle Gewalt (nicht ausführlich beschrieben und nicht direkt die Hauptfigur betreffend, aber mindestens erwähnt; gezielte Hinweise vor betreffenden Kapiteln folgen); Tod und Trauer; Reinblutideologie und magische Eugenik; Mord(-e). (Wir werden hier auch ganz viel Spaß haben, versprochen!)
Zur Krönung des Ganzen gibt es außerdem Bibelzitate vor allen Kapiteln der 2020-Haupthandlung. Wir sind hier bei der Offenbarung des Johannes 13, ab Vers 1 fortlaufend. Der englischen Bibelübersetzung ist auch der Titel der Geschichte entnommen. (Die Geschichte ist weder religionskritisch noch religionsbefürwortend, das ist bitte alles abstrakt und fandombezogen zu verstehen.)
Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit Andromeda und freue mich wie immer über eure Gedanken und Kommentare zur Sache! ❤︎
PS: Ein Appendix mit Figurenübersicht folgt bei Gelegenheit noch!
* * *
[1] Die Offenbarung
The dragon stood on the shore of the sea. And I saw a beast coming out of the sea. It had ten horns and seven heads, with ten crowns on its horns, and on each head a blasphemous name.
[29. Juli 2020]
Beatrix Black. Der Name schreit sie an – und Andromeda würde am liebsten zurückschreien. Die Sekunden, die ihr Verstand braucht, um den Namen korrekt zu erkennen, sind eine Qual, doch schließlich kann sie klar und deutlich den Namen der zukünftigen Erstklässlerin lesen, die natürlich niemand nach ihrer Schwester benannt hat. Obwohl es sich dabei nicht einmal um eine schwarzhumorige Aktion oder ein politisches Statement gehandelt haben könnte, denn Beatrix Black ist die erste Hexe in ihrer Familie.
Wie in jedem Jahr hat das Zaubereiministerium Hogwarts im Dezember mit einer Liste von Kindern beglückt, die im kommenden Kalenderjahr ihren elften Geburtstag feiern werden – und zu diesem Anlass über die Existenz von Hogwarts und der Zauberwelt informiert werden müssen. Die Methoden, mit denen es den Angestellten des Bildungsministeriums zuverlässig gelingt, Kinder mit Zauberkräften aufzuspüren, sind eines der bestgehüteten Geheimnisse der magischen Bürokratie. (Jedenfalls glaubt Andromeda, dass es da ein Geheimnis geben muss, auch wenn die Gesandte des Ministeriums – die sie seit über zwanzig Jahren über ihren Job ausfragt, wann immer sie einen Fuß nach Hogwarts setzt, um Minerva McGonagall die Liste zu überbringen – steif und fest behauptet, dass es sich dabei um ein simples System handelt und nicht um höhere – oder gar dunkle – Magie.)
Um Minerva zu entlasten, hat Andromeda sich – wie rund die Hälfte des Kollegiums – freiwillig gemeldet, einige der sogenannten Erstkontakte mit den künftigen Schülern und Schülerinnen zu übernehmen. Bei ihrer ersten Sichtung der Unterlagen hat Andromeda allerdings nur auf die Familiennamen und die Geburtsdaten geachtet, sodass sich die Entdeckung von Beatrix Black erst am Morgen des elften Geburtstags des Mädchens ereignet. Da die Sommerferien bereits vor einer Woche angebrochen sind und der Lehrkörper sich dementsprechend in alle Himmelsrichtungen über den Kontinent – oder gar den ganzen Erdball, wenn Saba seiner Passion für Fernreisen treu geblieben ist – verteilt hat, kann sie den Erstkontakt auch nicht ohne Umstände an einen Kollegen oder eine Kollegin abgeben. (Nicht, dass sie sich mitten im Schuljahr solch eine Feigheit selbstverständlich erlaubt hätte, doch wenn etwa Filius Flitwick gleich neben ihr gesessen hätte, während sie von dem Namen eines fremden Kindes aus der Fassung gebracht wird, dann hätte sich diese Kapitulation womöglich doch gestattet.)
Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengrube bereitet sie sich auf ihren Ausflug in die Muggelwelt vor. Allzu viele Vorbereitungen sind für die Reise in den Vorort von Liverpool, in dem Beatrix Black lebt, eigentlich nicht notwendig, denn Andromeda trägt nur selten Hexenhüte oder Umhänge oder andere Kleidungsstücke, die sie von einer nicht-magischen Person unterscheiden. Einzig und allein ihr Zauberstab, den sie normalerweise an ihrem Körper tragen und nicht in ihrer Handtasche verstauen würde, kann – und wird – sie verraten. (Das Zaubereiministerium beglückt Hogwarts immer mal wieder mit einer überarbeiteten Fassung des Leitfadens für einen optimalen Erstkontakt. Nahezu alle der darin besprochenen Szenarien schließen die praktische Vorführung eines harmlosen Zauberspruchs mit ein.)
Als sie ihre Haare zu einem geflochtenen Zopf frisiert, der ihr nicht im Weg sein wird, tritt Erwin durch die Hintertür ins Wohnzimmer ein. Wie üblich hat er seine Schuhe vor der Tür stehen lassen und kommt auf Socken herein. Trotz des fehlendes Schuhwerks und den Absätzen unter ihren eigenen Fersen überragt er sie noch um etwas mehr als einen ganzen Kopf. Er muss sich ein bisschen ducken, als er durch den Türrahmen in die Küche geht und sie verkneift sich zum sicherlich hundertsten Mal den Vorschlag, dass sie sich endlich um eine Erhöhung der Türrahmen kümmern könnten. (Einmal, zweimal, dreimal, ach sicherlich sogar zehnmal hat sie diesen Vorschlag laut geäußert und jedes Mal hat Erwin sich geweigert, weil es seiner Meinung nach Unglück bringt, sich mit Magie an der Bausubstanz eines Gebäudes zu vergreifen, das durch die Muskelkraft – und Magie – einer ihnen unbekannten Person errichtet worden ist. Da Erwin ansonsten nur selten abergläubisch ist, lässt sie ihm seine Vorbehalte, obwohl sie vom Balkon im ersten Stock aus den besten Blick auf Hogwarts – alias den lebenden Beweis dafür, dass viele Zauberstäbe nicht zwingend die Bausubstanz verderben – genießen.)
„Möchtest du auch noch einen Tee?“
„Danke, aber nein, ich bin so gut wie weg.“
„Ich dachte, du wärst erst übermorgen mit Narzissa verabredet.“
„Das ist auch ganz richtig. Heute muss ich arbeiten.“
„ Arbeiten? Aber es sind doch Sommerferien.“ Erwin sieht aus wie ein Mann, der sich vom Konzept Sommerferien betrogen fühlt – wenn nicht sogar von der gesamten Jahreszeit. „Es sind doch Sommerferien?“
„Das ist ebenfalls richtig, aber ich muss trotzdem arbeiten. Ich habe heute einen Erstkontakt mit einer Schülerin.“
„Ah… aber dann bist du heute Nachmittag bestimmt wieder zurück, ja?“
„Ich habe erwogen, den Nachmittag in Liverpool zu verbringen. Ich bin ewig nicht mehr dort gewesen und wollte bummeln gehen.“ Das ist nicht ganz gelogen, denn sie möchte schon länger Ausschau nach einem neuen Paar Sandaletten halten, auch wenn es nur wenige Wochen im Jahr gibt, in denen sie offene Schuhe tragen kann. Vor allem aber möchte sie sich selbst Zeit geben, um den Besuch bei einer anderen Familie Black zu verarbeiten.
„Ah.“
„Hattest du Pläne für heute, die meine Anwesenheit erfordern?“
„Nur gedanklich, nur ganz gedanklich…“ Erwin streicht sich durch sein Haar, von dem immer noch bemerkenswert viel vorhanden ist. Das wundert Andromeda immer wieder aufs Neue, denn sie hätte schon vor Jahren beschwören können, dass Erwin nicht nur zu Geheimratsecken neigt, sondern in Kürze sein ganzes Haupthaar verlieren wird. „Hättest du morgen denn Zeit für einen kleinen Ausflug?“
„Einen Ausflug?“
„Nur einen kleinen Ausflug, nur sehr klein… ich habe heute Morgen im Radio einen Bericht über die Schlossgärten in Drummond gehört. Das klang sehr interessant und ich dachte, wir könnten uns das einmal ansehen. Natürlich nur, wenn dich das auch interessiert.“
„Ich bin noch nie in Drummond gewesen… aber es ist sicherlich eine Reise wert.“ Andromeda lächelt, denn Erwin weiß ebenso gut wie sie selbst, dass ihr Interesse für Kräuterkunde und Botanik begrenzt ist, während er selbst in einem anderen Leben sicherlich ein guter Kräuterkundler geworden wäre. Kein Mörder, sondern ein Gärtner. Ihr makaberer Gedanke erheitert sie ein wenig, doch sie entscheidet sich dagegen, Erwin mit diesem Wortwitz zu behelligen. Schließlich gilt es erst einmal, all ihren Enthusiasmus für schottische Schlossgärten im Hochsommer zu sammeln.
* * *
Die Familie Black wohnt in der Vorstadt, allerdings nicht in der gut begrünten Vorstadt, sondern in einer Oase aus Backstein und Zement. Andromeda ist froh, ihre Haare zusammengebunden zu haben, sodass sie wenigstens einen kühlen Luftzug in ihrem Nacken spürt.
Als sie die Adresse erreicht, die in der Akte des Ministeriums eingetragen ist, lächelt sie unwillkürlich. Auf dem vielleicht viermal vier Meter große Rasen vor dem Mehrfamilienhaus ist ein Pool aufgebaut worden, in dem ein aufblasbares Einhorn schwimmt, das von drei kreischenden Mädchen umkämpft wird. Das Geländer der Treppe, die zur Eingangstür des Gebäudes führt, ist mit bunten Ballon geschmückt worden. Im Schatten des Hauses sitzt eine dunkelhaarige Frau auf einem Klappstuhl, der neben einem Plastiktisch aufgebaut ist, auf dem sich eine Pyramide klebriger Muffins mit rosarotem Zuckerguss und verschiedene Sorten Limonade und Eistee stapeln, die unmöglich von drei Kindern und einer Erwachsenen verzehrt werden können. Die Frau, deren Ohren mit großen silbernen Ohrringen geschmückt sind und die zudem eine gigantische Sonnenbrille auf ihrer Nase balanciert, blättert in einem Magazin und bemerkt Andromeda erst, als sie vor der Haustür steht. Sie tut so, als würde sie die Klingelschilder studieren, bis die Sonnenbrillenträgerin auf sie aufmerksam wird.
„Kann ich Ihnen helfen, Madam?“
Andromeda wendet sich der Frau, deren Vorname ihr aus der Akte des Ministeriums geläufig sein könnte und den sie dennoch vergessen hat, mit einem Lächeln zu. „Ich bin auf der Suche nach Mrs. Black.“ Alles an diesem Satz fühlt sich falsch an, doch sie verzieht keine Miene – ganz im Gegensatz zu der Frau, die sie über den Rand ihrer Sonnenbrille begutachtet.
„Ich bin nicht verheiratet.“
„Ah Verzeihung, das wusste ich nicht.“
„Woher sollten Sie das auch wissen?“ Die Frau schiebt ihre Sonnenbrille hoch in ihre Haare und mustert Andromeda, die mit ebendieser Musterung gerechnet und deshalb zweimal die Bluse gewechselt hat. „Wer sind Sie überhaupt?“
„Mein Name ist Andromeda Tonks.“ Das ist die erste Halbwahrheit, doch es würde nur Verwirrung stiften, sich als Andromeda Black oder Andromeda Goyle vorzustellen, wenn Beatrix sie im September als Professor Tonks kennenlernen wird. „Ich bin Lehrerin.“
„Ah. An Trixies Schule?“ Beatrix’ Mutter kneift die Augen zusammen und Andromeda vermutet, dass sie normalerweise eine Brille trägt. Um nicht für unnötige Verunsicherung zu sorgen, tritt sie ganz bedächtig einen Schritt näher. Die Stirn von Beatrix’ Mutter glättet sich und Andromeda verbucht ihre Vermutung bezüglich der Brille als bestätigt.. „Ich habe Sie noch nie gesehen. Ich dachte eigentlich, ich würde alle Lehrerinnen von Trixie kennen.“
„Ich unterrichte an der Schule, die Ihre Tochter in Zukunft besuchen wird… und ich verspreche, dass ich mich gleich weniger kryptisch ausdrücken werde... darf ich mich zu Ihnen setzen?“
„Wir sind nicht religiös.“
„Wie bitte?“
„Meine Tochter und ich, wir interessieren uns nicht für den Beitritt zu irgendeiner Sekte.“
„Oh.“ Andromeda lacht überrascht auf, obwohl es nicht das erste Mal ist, dass sie für eine Zeugin Jehovas gehalten wird. Eher das dritte Mal. Rasch greift sie in ihre Tasche, umfasst ihren Zauberstab und legt einen Muffliato und einen Tarnzauber über die Hälfte des Vorgartens, in dem sich Beatrix’ Mutter und sie selbst befinden. „Ich gehöre keiner Sekte an… auch wenn man wohl sagen könnte, dass ich an andere Dinge glaube als Sie, Miss Black.“ Sie umfasst wieder ihren Zauberstab und verwandelt eine der pinken Luftschlangen, die sich zwischen den Muffins winden, in einen Plastikstuhl, der Miss Blacks Sitzgelegenheit ähnelt. Während die spielenden Kinder nichts von dem kleinen Trick mitbekommen haben, blinzelt die junge Frau sie erschrocken an. „Die Schule, an der ich arbeite, heißt Hogwarts. Ich unterrichte dort junge Hexen und Zauberer im Alter von elf bis achtzehn Jahren. Ich bin heute hergekommen, weil Anlass zur Vermutung besteht, dass Ihre Tochter Beatrix eine Hexe ist. Ich weiß aber auch, dass Sie keine Hexe sind und nichts über Magie wissen. Ich bin mir also darüber im Klaren, dass Sie mich nun vielleicht für eine Verrückte halten, die sich in Ihren Vorgarten verirrt hat.“ Andromeda bemüht sich um ein patentes, freundliches Lächeln. Ihrer persönlichen Erfahrung nach reagieren die wenigsten Mütter und Väter so wie es der Leitfaden des Zaubereiministeriums vorsieht. Die Frau neben ihr macht auf sie einen ruhigen, fast nachdenklichen Eindruck, doch sie rechnet nicht damit, dass sie einen Muggel mit so wenigen Worten von der Existenz der Zauberwelt überzeugen konnte. So leicht und undramatisch ist es niemals.
Andromeda wartet auf Fragen oder Anschuldigungen oder Geschrei, doch Beatrix’ Mutter liefert ihr nichts. Sie sitzt ganz ruhig in ihrem Stuhl und lässt ihren Blick langsam von Andromeda herüber zu den drei Mädchen im Pool wandern. Andromeda folgt ihrem Blick und versucht zu erraten, welche von ihnen Beatrix ist. Allzu ähnlich sieht keines der Mädchen der Frau neben ihr. Eine von ihnen hat helles Haar, das in der Sonne leuchtet, die anderen beiden haben dunkles Haar und dunkle Augen. Dunkles Haar hat die Frau neben ihr zwar auch, doch ihre Augen sind hell und sie sieht wie jemand aus, der leicht einen Sonnenbrand bekommt und gut daran tut, im Schatten zu sitzen und sich trotzdem alle zwei Stunden mit Sonnenmilch einzucremen.
„Trixie ist ein merkwürdiges Kind.“ Die Stimme der Frau klingt belegt und verwandelt sich in ein verzweifeltes Flüstern, als sie weiterspricht. „Sie ist mein Ein und Alles, aber ich verstehe sie oft nicht. Ich habe überlegt, ob ich mit ihr zu einem Arzt gehen sollte… Sie wissen schon... so einer, der kein gebrochenes Bein repariert, sondern einen gebrochenen Kopf. Aber ich hatte immer solche Angst, dass sie mir jemand wegnehmen will. Ich war so jung, als sie zur Welt gekommen ist und alle haben immer gesagt, dass ich es nicht hinkriegen würde…“ Beatrix’ Mutter schnieft und Andromeda reicht ihr eine Packung Taschentücher. „Danke, Mrs… wie war nochmal Ihr Name?“
„Andromeda Tonks. Sie können aber gern Andromeda zu mir sagen.“ Diese Vertraulichkeit ist eine Abweichung vom Leitladen des Bildungsministeriums – und von ihrer ganz persönlichen Vorgehensweise. Doch irgendetwas an Beatrix’ Mutter rührt sie. Vielleicht ist es der bewundernde und doch ängstliche Tonfall, in dem sie von ihrer Tochter gesprochen hat. Vielleicht ist es dieses Alle haben immer gesagt, dass ich es nicht hinkriegen würde , das bei Andromeda einen Nerv trifft.
„Bernadette, aber Bernie reicht.“ Bernadette Black zieht geräuschvoll die Nase hoch. „Ich bin nicht so vornehm wie meine Mutter sich das ausgemalt hat, als sie den Namen ausgesucht hat.“
„Ich auch nicht.“
„Oh, sagen Sie das nicht. Sie kommen mir sehr vornehm vor!“ Bernadette Black lacht und schnieft ein weiteres Mal in ihr Taschentuch. „Sie sind also eine Hexe… und meine Tochter ist auch eine Hexe?“
„Ja.“
„Und bedeutet das, ihr Vater ist auch ein… Hexer?“ Bernadette klingt neugierig und zugleich etwas beschämt. Ihre Stimme wird auch wieder ganz leise. „Wir haben gar keinen Kontakt. Und ich… also ehrlich gesagt weiß ich gar nichts über ihn. Nicht einmal seinen Namen.“ Bernadette errötet. „Bitte denken Sie deswegen nicht schlecht von mir. Ich habe eigentlich kein sehr aufregendes Leben geführt, aber nachdem sich mein erster Freund von mir getrennt hat, bin ich ein wenig außer Kontrolle geraten. Ich war damals fast mit meiner Ausbildung fertig und fest davon überzeugt, dass wir heiraten würden. Wir kannten uns schon seit der Schule und ich… ich war so naiv und dachte, es sei für immer. War es aber natürlich nicht… und dann… dann habe ich nach Ablenkung gesucht… und neun Monate später war Trixie dann da.“ Bernadette verdeckt ihr Gesicht mit beiden Händen, beinahe so als würde sie mit einem Kleinkind spielen. „Das ist eine schreckliche Geschichte… oh Gott, ich weiß gar nicht, warum ich Ihnen das erzählt habe… oh mein Gott, oh mein Gott.“
„Beruhigen Sie sich, Bernie.“ Andromeda legt ihre Hand sachte auf den Unterarm von Bernadette. „Ich verurteile Sie nicht. Wirklich nicht.“
„Ich verurteile mich aber.“
Andromeda beschließt, ganz vorsichtig zum nächsten Schritt des Erstkontakts überzugehen und holt Trixies Akte aus ihrer Handtasche. Dabei springen ihr nun auch die in einem Steckbrief festgehaltenen Informationen ins Auge, die sie bislang überlesen hat. Schülerin aus einem nicht-magischen Umfeld. Beatrix Black, geboren am 29. Juli 2009 in Liverpool, North West England. Mutter: Bernadette Eleonore Black – nicht-magisch, unverheiratet, keine weiteren Kinder. Vater: unbekannt. Anmeldung in Hogwarts am 07. August 2009 – postalisch. Andromeda starrt auf das Datum und das Kürzel von Gregory, der für diese Eintragung verantwortlich ist. Gregory, der außerdem dafür verantwortlich gewesen ist, die Akten der Erstklässler und Erstklässlerinnen vorzubereiten und von dem sie ihren Anteil der Liste mit den künftigen Schülern und Schülerinnen, die sie kontaktieren muss, erhalten hat. Andromeda hat angenommen, dass alle Familien auf dieser Liste vom Zaubereiministerium aufgespürt worden sind. Der Vermerk zur Anmeldung ist jedoch eindeutig – und ein überdeutlicher Hinweis darauf, dass Beatrix’ Vater wirklich ein Zauberer ist, der seine Tochter kurz nach ihrer Geburt in Hogwarts angemeldet hat. Außer… „Bernie?“ Andromeda schaut von der Akte auf. „Haben Sie zufällig irgendwelche Verwandten, die möglicherweise Hexen und Zauberer sind?“
„Sie meinen, meine Eltern?“
„Nicht unbedingt Ihre Eltern… aber vielleicht Ihre Großeltern? Eine Tante oder ein Onkel, der Ihnen immer ein wenig sonderbar vorgekommen ist?“ Andromeda weiß, dass sie Verwirrung stiftet und holt deshalb lieber direkt weiter aus. „Hexen und Zauberer haben mitunter recht komplizierte Regeln in Sachen Geheimhaltung. Es gibt ein Abkommen, das nicht-magische Personen vor Magie schützen soll… und umgekehrt verhindern soll, dass sich so etwas wie die Hexenverfolgung in der Neuzeit wiederholt und magische Existenzen gefährdet werden. Aufgrund dieses Abkommens wäre es denkbar, dass sie eine Urgroßmutter oder eine Großtante haben, die eine Hexe ist, aber mit Ihnen nicht darüber sprechen durfte, da ihre Zauberkraft sich innerhalb der Familie nicht weitervererbt hat.“
„Aber woher sollte ich denn dann wissen, ob es so jemanden in meiner Familie gibt? Das verstehe ich jetzt nicht.“
„Ich auch nicht.“ Lieber gibt Andromeda das sofort zu, auch wenn so viel Solidarität nicht Bestandteil des Leitfadens ist. „Ich möchte Sie nicht verwirren, ich habe lediglich laut gedacht. Wir haben hier nämliche einen Steckbrief von Ihrer Tochter… und mein Kollege, der eigentlich immer sehr zuverlässig arbeitet, hat hier vermerkt, dass Ihre Tochter bereits kurz nach ihrer Geburt in Hogwarts angemeldet worden ist. Das ist nicht unüblich für Kinder aus magischen Familien… aber doch sehr ungewöhnlich für ein Kind aus einem nicht-magischen Umfeld.“ Andromeda zeigt Bernadette das schlichte Dokument und deutet auf den Vermerk.
„Der siebte August 2009… aber das ist ja wirklich kurz nach Trixies Geburt! Da war ich bestimmt noch nicht einmal zuhause… ich musste einige Tage mit ihr im Krankenhaus bleiben.“
Prompt wird Andromeda hellhörig. „Gab es Komplikationen?“ Es kommt selten vor, dass die Geburten von magiebegabten Kindern auffallend anders als die Geburten von nicht-magischen Kindern verlaufen, doch es gibt einzelne Fälle, bei denen es zu einer Entladung von Magie kommt. Wenn so eine Entladung bei der Geburt von Beatrix stattgefunden hätte und ein Vergissmich aktiv werden musste, könnte die Anmeldung in Hogwarts über das Zaubereiministerium erfolgt sein. Das wäre zwar vorschnell und übergriffig seitens des Vergissmich gewesen, aber zumindest eine mögliche Erklärung.
„Ich… ich weiß es nicht so genau. Es war alles sehr aufwühlend und ich… ich kann mich nicht mehr so gut an diese Zeit erinnern. Ich war einfach sehr froh, als Trixie und ich endlich zuhause waren… ich mag Krankenhäuser nämlich nicht so besonders. Wann immer ich eins betreten musste, habe ich danach so schnell wie möglich versucht, die Details wieder zu vergessen. Das ist mir auch meistens ganz gut gelungen.“
„Ich verstehe.“ Andromeda lächelt nachsichtig und geht vorsichtig zum nächsten Schritt über. „Dürfte ich mich Trixie vorstellen?“
Bernadette wirft einen Blick auf das Mädchen mit den hellen Haaren, das auf dem schwimmenden Einhorn thront und sich um den Hals des aufblasbaren Huftiers klammert. Ist heute schon der richtige Tag, um ihr zu erzählen, dass es Einhörner zwar wirklich gibt, aber dass sie nicht beritten werden dürfen? „Heute ist ihr Geburtstag.“
„Ich weiß. Deshalb bin ich hier.“
„Ihre Freundinnen sind erst vor einer Stunde angekommen… und sie haben alle erst einen Muffin gegessen. Wenn Sie Trixie jetzt gleich erzählen wollen, dass sie eine Hexe ist, dann muss ich Jo und Aysha vorher nach Hause schicken...“
„Ich verstehe.“ Den Geburtstag des Mädchens zu ruinieren, ist nicht Andromedas Absicht und sie ärgert sich, dass sie nicht noch etwas früher aufgebrochen ist, ehe die Party angefangen hat. „Bis wann soll die Geburtstagsfeier denn dauern?“
„Ayshas Mutter muss bis drei Uhr arbeiten und kommt dann dazu… bestimmt bleibt sie noch ein paar Minuten auf einen Eistee. Jo hat es nicht weit bis nach Hause, sie wohnt gleich da hinten… und wenn Aysha weg ist, würde ich sie auch losschicken… aber dann muss Trixie noch duschen…“
„Wie wäre es, wenn ich gegen halb Fünf wieder vorbeischaue?“
„Das wäre optimal… aber ich möchte Ihnen auch keine Umstände machen.“ Es ist Bernadette deutlich anzumerken, dass sie ihr diese Umstände durchaus machen möchte, aber weiß, dass sich diese Floskel gehört.
„Das ist wirklich gar kein Problem. Ich wollte mich sowieso noch in der Stadt umschauen.“
„Ach, Sie kommen gar nicht aus der Gegend?“
„Nicht direkt.“
„Dann ist… also dann ist diese Schule wahrscheinlich auch nicht in Liverpool?“
Andromeda schüttelt den Kopf und scheltet sich dafür, dass sie Hogwarts als Schule bezeichnet hat und nicht als Internat. „Hogwarts ist in Schottland. Die Schüler und Schülerinnen leben in einem Schloss, in dem auch der Unterricht stattfindet.“
„Ein Sch-Schloss?“ Bernadettes Augen weiten sich entsetzt. „Für so etwas haben wir kein Geld.“
„Es gibt keine Schulgebühren. Es gibt eine Liste von Büchern und Unterrichtsmaterialien, die Ihre Tochter benötigen wird. Genau wie eine Garnitur von Umhängen und Uniformen. Die Schule unterstützt Sie bei der Anschaffung aber gern finanziell. Viele der Bücher und Materialien sind auch in gutem, gebrauchtem Zustand erhältlich.“
„Und was haben Sie davon? Also das klingt ja alles ganz zuvorkommend, aber warum sollte Ihre Schule tausende Pfund in meine Tochter investieren?“
„Hogwarts hat sich der Ausbildung junger Hexen und Zauberer verpflichtet. Es handelt sich bei Hogwarts allerdings nicht um eine private Institution, sondern um eine Schule, die staatlich gefördert wird. Die Zauberwelt hat ein Ministerium, das zwar mit der nicht-magischen Regierung kooperiert, aber in großen Teilen eigenständig funktioniert. Stellen Sie sich die Zauberwelt wie so eine Art Staat im Staat vor.“
„So wie der Vatikan?“
„Ah… ja… der Vergleich ist etwas… nun ja, irgendwo ist der Vergleich wohl funktional. Ich möchte allerdings nochmal betonen, dass Hogwarts eine Schule ist und keine Kirche. Mit Religion haben die wenigsten von uns etwas am Hexenhut.“
„Das ist alles so abstrakt… und Schottland… das ist so weit weg!“
„Ich weiß.“
„Ich kann meine Tochter doch nicht einfach so nach Schottland schicken. Sie ist doch erst einmal auf Klassenfahrt gewesen… und sie fand es schrecklich! Sie hat mich jeden Abend angerufen.“
„In Hogwarts gibt es auch Telefone. Wir ermutigen die Schülerinnen und Schüler außerdem ausdrücklich, regelmäßig Briefe an ihre Familien zu schreiben und über die Weihnachtsferien nach Hause zu fahren.“
Bernadette sagt nichts, sondern schnieft leise und nimmt sich noch eines der Taschentücher. „Und wenn ich sie nicht gehen lasse? Was passiert dann? Entführen Sie Trixie dann?“
„Niemand wird Ihre Tochter entführen.“ Andromeda holt tief Luft, denn sie weiß, dass sie hier vom Skript abweicht. Die meisten dieser Fragen entstehen nicht beim Erstkontakt, sondern erst in späteren Gesprächen. „Die Zauberkraft Ihrer Tochter wird sich mit ihr weiterentwickeln. Wenn sie in die Pubertät kommt, ohne zu lernen, wie sie ihre Zauberkraft handhaben kann, dann besteht die Gefahr, dass sie durch ihre eigene Magie zu Schaden kommt… oder jemanden in ihrem Umfeld verletzt. Bereits im Kindesalter kann sich Magie auf destruktive Weise äußern, aber das kommt bedeutend seltener vor. Ab dem elften Lebensjahr verstärkt sich die Zauberkraft allerdings drastisch, sodass es kaum auszuschließen ist, dass früher oder später Unfälle passieren.“ Andromeda bemüht sich um einen unbeschwerten, sachlichen Tonfall, doch sie sieht Bernadette an, dass sie kein bisschen beruhigt ist. „Darf ich fragen, wie sich Beatrix’ Zauberkraft bisher gezeigt hat?“
„Ich weiß es nicht genau.“ Bernadette schaut ratlos auf das zerknüllte Taschentuch in ihrer Hand, doch Andromeda ist sich ganz sicher, dass ihr mehrere Beispiele durch den Kopf gehen. Wenn Trixies Magie sich nicht deutlich bemerkbar gemacht hätte, dann würde ihre Mutter niemals so bereitwillig an Zauberei glauben, sondern erst einmal Beweise dafür einfordern, dass Magie wirklich und wahrhaftig existiert.
„Eben haben Sie gesagt, dass Sie Ihre Tochter manchmal nicht verstehen können. Haben Sie dafür ein Beispiel?“
„Sie ist gut darin, Dinge zu finden… und noch besser darin, Dinge zu verstecken. Früher fand sie es ganz schrecklich, wenn ich ihre Haare kämmen wollte… und dann sind unsere Bürsten ständig verschwunden. Es gab einen Monat, in dem ich fünfmal eine neue Bürste kaufen musste. Am Ende habe ich sie sogar auf einen Schrank gelegt, sodass Trixie unmöglich an sie herankommen kann. Trotzdem ist die Bürste verschwunden. Dasselbe passiert mit Süßigkeiten… und Kleingeld. Es ist unmöglich, etwas außerhalb von ihrer Reichweite aufzubewahren. Ihre Geschenke findet sie auch immer schon Wochen vor Weihnachten.“
„Und wie sieht es mit dem Verstecken aus?“
„Das ist etwas schwieriger zu erklären.“
„Bitte versuchen Sie es trotzdem, Bernie.“
„Beatrix bekommt in der Schule manchmal Strafaufgaben. Sie ist eine gute Schülerin, wirklich, aber nicht besonders fleißig und ein wenig… nun ja, sie streitet sich eben gern. Ihre Lehrerinnen schreiben mir deshalb manchmal Briefe, die ich leider kaum entziffern kann, weil einzelne Buchstaben verschwinden.“
„Einzelne Buchstaben… verschwinden?“
„Ja. Sie sind nicht durchgestrichen, sondern verschwunden, sodass diese Briefe aussehen wie ein Lückentext. Ich kann mir oft gar nicht zusammenreimen, was Trixie angestellt hat.“
„Faszinierend.“ Von dieser Ausprägung kindlicher Magie hat Andromeda noch nie zuvor gehört und sie ist direkt ganz gespannt darauf, es im September mit Beatrix’ Zauberkräften zu tun zu kriegen. „Gibt es noch andere Beispiele?“
„Das Badewasser. Es wird nie kalt, wenn Trixie badet.“ Andromeda nickt, denn von diesem Phänomen hat sie schon häufiger gehört. „Ist das alles… Magie?“
„Ja.“
„Aber das ist so… banal.“
„Magie kann sehr bodenständig und vor allem sehr pragmatisch sein. Natürlich gibt es auch komplexere Zaubersprüche, die mehr mit der Darstellung in Büchern und Filmen gemeinsam haben, aber vor allem kindliche Magie ist sehr intuitiv… und eben banal.“
Bernadette schnieft leise. „Schottland ist so verflucht weit weg… was ist, wenn ich auch nach Schottland ziehe? Könnte ich Trixie dann an den Wochenenden sehen?“
„Es gibt durchaus die Möglichkeit, dass Sie Ihre Tochter außerhalb der Ferien gelegentlich besuchen, wenn Beatrix das auch möchte. Dafür müssen Sie auch nicht gleich umziehen. Wenn Sie magischen Transportmitteln gegenüber aufgeschlossen sind, dann können Sie einen Antrag für Besuche stellen und mit einem meiner Kollegen nach Hogsmeade reisen. Hogsmeade ist ein Dorf in der Nähe des Schulgeländes, das sich gut für Tagesbesuche eignet.“ Andromeda ist heilfroh, dass Gregory dieses Angebot geschaffen hat, denn es gibt gar nicht wenige Kinder, die sich eben nicht über Nacht in Hogwarts einleben und die auch nicht froh darüber sind, ihre Eltern so selten wie möglich zu sehen. „Solche Besuche sind allerdings für Hogwarts mit Aufwand verbunden, sodass es nicht die Möglichkeiten zu wöchentlichen Besuchen gibt. Es wird außerdem Wochenenden geben, an denen Ihre Tochter sehr beschäftigt sein wird. Mit der Erkundung des Schulgeländes oder außerschulischen Aktivitäten.“
„Aber ich könnte sie besuchen?“
Andromeda nickt bekräftigend und legt ihre Hand nochmal ganz kurz auf der Schulter von Bernadette ab. „Niemand möchte Ihnen Beatrix wegnehmen. Hogwarts ist lediglich daran gelegen, dass aus Ihrer Tochter eine gesunde, glückliche und kompetente Hexe wird, die sich in der Zauberwelt zurechtfindet und die Chance hat, sich ein Leben unter anderen Hexen und Zauberern aufzubauen… wenn sie das möchte. Wenn sie nach ihrem Abschluss entscheiden sollte, dass sie die nicht-magische Welt vorzieht, dann wird sie niemand zwingen, in der magischen Gesellschaft zu leben. Die Aufgabe von Hogwarts ist lediglich die Gewährleistung einer sicheren Ausbildung und Sozialisierung mit anderen magiebegabten Gleichaltrigen.“
„Und was ist, wenn Trixie gar nicht nach Hogwarts will? Wird sie dann… explodieren? Oder in Flammen aufgehen?“
„Hexen sind keine Vampire.“ Andromeda versucht, sich das Schmunzeln zu verkneifen. „Ich habe noch nie von einer Hexe gehört, die ohne Fremdverschulden oder durch die bloße Einwirkung des Sonnenlichts lichterloh gebrannt hätte.“ Sie rutscht auf dem Plastikstuhl nach vorn und erhebt sich, indem sie sich von den Lehnen abstützt. Dabei fühlt sie sich immer wie eine alte Dame, doch sie kann nicht leugnen, dass ihre Knie es ihr danken. Bernadette Black beobachtet sie dabei, wie sie den Stuhl zurück in eine Luftschlange verwandelt und zwischen den bunten Getränken drapiert. „Ich würde vorschlagen, wir führen unsere Unterhaltung dann später gemeinsam mit Beatrix fort? Einverstanden?“
„Einverstanden.“ Bernadette Black beißt sich auf ihre Unterlippe. „Würden Sie den Geheimdienst einschalten, wenn Trixie und ich heute Nachmittag von der Bildfläche verschwunden sind?“
„Nein, würde ich nicht.“ Das ist nicht einmal gelogen, aber doch eine halbe Wahrheit, denn Andromeda verzichtet lieber darauf, Bernadette Black darüber in Kenntnis zu setzen, dass sie eigenhändig nach ihr und ihrer Tochter fahnden würde. Und dabei höchstwahrscheinlich in Begleitung einer unbequemen Schottin wäre, die sich gelegentlich in eine Katze verwandelt. „Bis später, Bernie.“ Sie verabschiedet sich mit einem Winken und verlässt den Vorgarten der Familie Black. Als sie sich dreizehn Schritte entfernt hat, hebt sie die Zauber auf, die sie über den selbstvergessenen Kindergeburtstag gelegt hat und tut noch dreimal dreizehn Schritte, ehe sie die nächste Garage erreicht hat, hinter der sie spurlos verschwinden kann.