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Indikatoren [2000]

The Beast Out Of The Sea — www.fanfiktion.de · All chapters

Indikatoren [2000]

Lyrics: Love and War by Fleurie

* * *

[VII] Indikatoren

Lover, hunter, friend and enemy

You will always be every one of these

Lover, hunter, friend and enemy

You will always be every one of these

Nothing's fair in love and war

[August 2000]

Zwischen Erwin Goyle und ihr hat sich eine Routine entwickelt. Im Herbst haben sie einen regen Briefwechsel geführt und sie hat ihn darüber auf dem Laufenden gehalten, wie die verschiedenen Jahrgänge auf die von ihr entworfenen Unterrichtseinheiten zum Thema Gringotts reagiert haben. In den Weihnachtsferien hat sie zu einem Abendessen eingeladen und sie hat die Einladung angenommen. Danach sind seine Briefe persönlicher geworden. Zwischen dem Austausch über Gringotts oder die neue Ausgabe des Magazins Spektrum Zaubergamot mischen sich Anekdoten über Erwins Alltag, vor allem über seinen Sohn und seinen Garten. Sie reagiert darauf, indem sie ihn länger auf ihre Antworten warten lässt. Sie rechnet damit, dass er sie ebenfalls warten lassen wird, doch seine Antworten erreichen sie immer innerhalb von drei oder vier Tagen.

Als in der Mitte der Sommerferien die nächste Einladung zu einem Abendessen eintrudelt, muss sie sich vor sich selbst rechtfertigen. Und vor Narzissa, die einen Flügel in Malfoy Manor für Teddy – und angeblich auch für Andromeda – eingerichtet hat. Sie vermeidet es, über Nacht im Manor zu bleiben, aber sie kann nicht leugnen, dass der Garten des Landsitzes zu schön ist, um die stehende Einladung zu verschmähen. Außerdem fragt Teddy unaufhörlich nach Narzissa und Lucius. In Hogwarts gab es ausreichend Ablenkungen und neue Bezugspersonen für ihn, doch seitdem sie zurück in dem Haus sind, das für Andromeda immer noch das Haus ist, in dem Ted und sie hätten alt werden sollen, fragt er nach seiner Tante Zissy, die eigentlich seine Großtante ist, doch dieses Wort hat ihm noch niemand beigebracht.

Erwins Brief erreicht sie wenige Minuten, nachdem Lucius sie mit einer selbstgemachten Limonade versorgt hat. (Laut Narzissa kann es sich nur noch um Tage handeln, ehe Lucius endgültig mitgeteilt wird, dass sein letzter Arbeitstag im Ministerium gekommen ist, sodass sie ihn nicht daran hindert, sich neue Hobbys zu suchen, sondern vielmehr dankbar dafür ist, dass er Zitrusfrüchte verarbeitet anstatt die Wände hoch zu gehen.) Dennoch überraschen sie die häuslichen Fähigkeiten ihres Schwagers immer wieder aufs Neue und noch vor zwei Jahren hätte sie abgewartet, ob Lucius etwas von seiner eigenen Limonade trinkt, ehe sie ein Glas annimmt, doch ihre Skepsis ihm gegenüber hat sich gelegt. Es ist beinahe unmöglich, diesen Mann, der Schürzen trägt und Torten bäckt und Limonade presst mit ihren Erinnerungen an den Jugendlichen, der von seiner Arroganz und seinem Geltungsbedürfnis zerfressen worden ist, zusammen zu bringen. Lucius irritiert sie, aber darum ist sie froh, denn wenn sie ihn wiedererkennen würde, dann hätte sie ein schreiend schlechtes Gewissen dabei, Teddy in Narzissas und damit automatisch auch in Lucius’ Obhut zu geben.

Teddy spielt auf einer Decke, die sie neben dem Tisch halb auf der Veranda, halb auf dem Rasen ausgebreitet haben und zeigt mit ausgestrecktem Finger auf die Eule über ihnen, die sich im Sinkflug befindet und einen Brief treffsicher in ihren Schoß fallen lässt. Sie erkennt Erwins Handschrift auf Anhieb und steckt den Umschlag rasch zu Teddys Wechselsachen in ihre Handtasche. Narzissas Augenbrauen wandern in die Höhe. „Möchtest du deine Post gar nicht lesen?“

„Doch, aber das kann warten. Du hast mir schließlich gerade etwas erzählt.“

„Das war aber doch nicht weiter interessant.“ Narzissa beäugt den Brief neugierig und Andromeda fürchtet, dass sie nicht die Einzige an diesem Tisch ist, die sich im Laufe ihres Lebens die Handschrift von Erwin Goyle eingeprägt hat.

„Ich fand es sogar sehr interessant. Es kommt ja nicht alle Tage vor, dass man sein Promotionsvorhaben anmeldet.“

Ihre Schwester lächelt verlegen. „Es ist nur eine Albernheit.“

„Es ist überhaupt nicht albern. Ich finde es wunderbar, dass du diesen Schritt gewagt hast.“ Endlich. Andromeda verkneift sich diese Ergänzung, denn sie möchte nicht, dass Narzissa sich von ihr verurteilt fühlt. Schließlich hat nicht nur ihre kleine Schwester sich dafür entschieden, ihre akademische Laufbahn zu Gunsten eines Kindes auf Eis zu legen. Wenn Andromeda bei der Einschulung von Dora nicht so jung gewesen wäre und wenn Ted sie nicht dazu genötigt hätte, sich endlich endlich endlich an der Universität in Edinburgh zu bewerben, anstatt nur die Infomaterialien zu horten, dann hätte sie sich vielleicht auch damit begnügt, dann und wann ein schlaues Buch zu lesen oder einen Rosengarten zu kultivieren so wie Narzissa es nach Dracos Einschulung getan hat, anstatt gleich wieder an die Universität zurück zu kehren und an ihr Studium, das sie wenige Wochen vor Dracos Geburt abgeschlossen hat, anzuknüpfen.

„Glaubst du, Melania wäre stolz auf uns, wenn sie wüsste, dass wir beide uns vor Kinder und junge Erwachsene stellen und Lehrerin spielen?“

„Melania? Wie kommst du denn nun ausgerechnet auf Melania?“

„Sie ist die Einzige unter unseren Verwandten, die mich jemals für klug gehalten hat.“ Narzissa lässt sich nicht anmerken, wie sehr es sie als Kind gekränkt haben muss, dass weder ihre Mutter noch ihr Vater – der sie stets lieber gehabt hat als Bellatrix oder Andromeda selbst – daran geglaubt haben, dass aus ihr mal mehr werden würde als eine Ehefrau und Mutter. „Und die Einzige, die mir zu meinem Abschluss gratuliert hat.“

„Unsere Mutter hat dir wirklich nicht gratuliert?“

„Wie hätte sie das denn tun sollen?“ Narzissa verzieht keine Miene und Andromeda bemerkt ein wenig zu spät, dass sie die Chronologie ihrer eigenen Familie durcheinander gebracht hat.

„Du hast deinen Abschluss 1980 gemacht, oder? Kurz bevor Draco zur Welt gekommen ist.“ Narzissa nickt, obwohl sie wahrscheinlich weiß, dass Andromeda nur laut denkt. „Wann ist unsere Mutter beerdigt worden?“ Das ist eine Frage, die niemand jemals stellen sollte, doch Andromeda kann sich beim besten Willen nicht an das genaue Datum oder auch nur das richtige Jahr erinnern. Die ersten Jahre von Doras Leben hat Andromeda sich ganz darauf konzentriert, dass es ihrer Tochter gut geht. (Nicht nur deshalb, weil sie eine gute Mutter sein wollte, sondern weil es leichter war, als sich den Kopf über die Zauberwelt zu zerbrechen.)

„Am Ende meines ersten Jahres in Cambridge.“

„Also... 1975? Du hast direkt nach Hogwarts mit dem Studium begonnen, oder?“ All das sind Dinge, die man über das Leben seiner kleine Schwester wissen sollte, doch es nützt nichts, die Lücke von ziemlich genau fünfundzwanzig Jahren, in denen sie kein Wort miteinander gewechselt haben, zu verschweigen.

„Du hast erst studiert, als Nymphadora nach Hogwarts gekommen ist, oder?“

„Ja. So hatten wir quasi beide einen ersten Schultag.“ Andromeda lächelt bei der Erinnerung an die Tüten mit Süßigkeiten, die Ted für sie beide gepackt hat, weil er von einem seiner Kollegen gehört hat, dass deutsche Kinder mit einer Tasche voll Süßigkeiten zur Einschulung geschickt werden. „Wir sind sogar im selben Jahr fertig geworden.“ An diese Symmetrie hat sie länger nicht mehr zurückgedacht, obwohl kaum ein Jahr vergeht, an dem ihr nicht die merkwürdigsten Kleinigkeiten aus Doras Leben wieder in den Sinn kommen.

Erst als Narzissa ihr zaghaft ein Taschentuch anbietet, merkt Andromeda, dass Tränen über ihre Wangen laufen. Sie nimmt das Taschentuch an und reibt hastig ihre Wangen trocken. „Tut mir leid.“

„Du musst dich dafür nicht entschuldigen.“ Voller Unbehagen zieht Narzissa die Schultern nach oben. Da hat sie schon als Kind gemacht, wenn ihr irgendetwas unangenehm gewesen ist. Für Andromeda sah es immer so aus, als würde ihre Schwester damit versuchen, sich möglichst schmal zu machen, sozusagen in Luft aufzulösen. „Wieso schreibt er dir?“

Diese Nachfrage erwischt sie unverhältnismäßig kalt, obwohl sie doch eigentlich genau gewusst hat, dass Narzissa sich heute nicht von ihrer diskreten Seite zeigen würde. Das haben die ein, zwei, drei Seitenblicke hin zu dem Brief in ihrer Handtasche längst verraten. „Ich weiß es nicht. Ich habe den Brief ja noch nicht gelesen.“

„Er hat sich also seit eurem ersten Fachgespräch nie wieder bei dir gemeldet?“

„Doch, das hat er. Trotzdem kann ich nicht hellsehen, mit welchem Anliegen er sich heute an mich wendet.“

„Er hat also Anliegen? Und nicht bloß Langeweile?“

„Langeweile?“

„Wann immer ich die Gelegenheit habe, mich bei Gregory danach zu erkundigen, wie es seinem Vater geht, klingt es so, als würde er nicht allzu viel unternehmen, sondern in seinem Garten vereinsamen. Er hat ja keine Arbeit mehr. Und außer Gregory auch keine Familie.“

„Seine Mutter lebt noch.“

„Wie bitte?“

„Erwins Mutter. Sie ist recht alt, aber bei bester Gesundheit. Das hat er einmal erwähnt. Er hat also noch Familie.“

„Du weißt, dass ich das so nicht gemeint habe.“

„Ich weiß. Du wolltest mich daran erinnern, dass er keine Frau mehr hat und dass es aufgrund seiner Frauenlosigkeit keinesfalls ein harmloser Briefwechsel sein kann, den wir pflegen. Schließlich sind sachliche Konversationen zwischen Männern und Frauen bekanntermaßen unmöglich.“

„Das wollte ich ganz sicher nicht behaupten… ich denke nur nicht, dass Erwin zwischen deinem Interesse an ihm als Person und an ihm als Unterrichtsmaterial unterscheiden kann. Zumindest ist es ihm bei Diana damals nicht gelungen, Privates und Berufliches zu trennen. Und Gregorys Stiefmutter war seine Friseurin.“

„Seine… Friseurin? Ich dachte, sie wäre Konditorin gewesen?“

„Oh nein, sie hat nur sehr oft gebacken und Gregory damit nachhaltig beeindruckt.“ Narzissa greift nach ihrer Limonade, trinkt jedoch keinen Schluck davon. „Ich möchte ja nur, dass du vorsichtig bist… und dass du ihn nicht unterschätzt.“

„Ich unterschätze nichts und niemanden.“ Ihre kleine Schwester lacht voller Unglauben auf. „ Dich habe ich nie unterschätzt. Jedenfalls nicht allzu oft.“

„Mag sein, aber ich habe nicht vergessen, dass du vergangenes Jahr nicht nur an Erwin geschrieben hast, sondern auch an Yaxley. Und fernab davon, was du mit diesem Brief bezweckt hast, zeigt mir doch allein schon die Tatsache, dass du einen Brief an ihn geschrieben hast, wie gründlich du ihn unterschätzt.“

„Reden wir jetzt über Erwin oder über Corban?“

„Das ist doch ein und dasselbe! Die beiden sind aus dem selben Holz geschnitzt.“

„Und was für ein Holz ist das?“

„Sie sind gefährlich. Sie sind alle beide gefährlich. Wenn du das nicht erkennen kannst, dann bist du blind.“

„Was ist mit dir?“

„Mit mir?“ Narzissas Augen weiten sich überrascht und sie ist plötzlich ganz die Unschuld vom Lande. „Was soll mit mir sein?“

„Bist du etwa nicht gefährlich?“

Narzissas Augen sind immer noch ganz trügerisch groß, doch ihr Mund lügt nicht. „Nicht für dich.“ Bei dieser knappen Wahrheit belässt ihre Schwester es. Sie setzt das Glas Limonade an ihre Lippen und leer es in ordentlichen, kleinen Schlucken. „Darf ich den Brief lesen?“

„Wenn du dann Ruhe gibst und wir heute noch von etwas anderem sprechen können.“ Sie reicht Narzissa den Brief und beobachtet fasziniert, wie ihre Schwester sich die Finger verbrennt. Narzissa schreit leise auf und lässt den Brief fallen. Es riecht so, als hätte jemand ein Lagerfeuer entzündet, doch der Umschlag sieht unbeschadet aus.

Narzissa pustet auf ihre Finger und schaut sie anklagend an. „Du hast gewusst, dass er seine Briefe versiegelt.“

„Ich habe es nicht gewusst.“

„Aber vermutet!“

„Du hättest es ebenfalls vermuten können. Eben hieß es schließlich noch, er sei gefährlich .“ Sie hebt das Lagerfeuer auf, öffnet den Umschlag und legt den Brief vor Narzissa auf dem Tisch ab, sodass sie ihn lesen kann, ohne ihn berühren zu müssen.

„ Liebe Andromeda … na, das geht ja sehr förmlich los.“

„Dass wir uns beim Vornamen nennen, hast du aber gewusst.“

„ Ich hoffe, du bist gut in den wohlverdienten Sommerferien angekommen. Vielleicht hattest du bereits Zeit, dir die neue Essaysammlung von Griselda Marchbanks zu Gemüte zu führen? Falls du noch keine Galleonen dafür ausgegeben hast, leihe ich dir mein Exemplar gern aus. “ Narzissa schnaubt belustigt.

„Was findest du so amüsant?“

„Ach… es ist wohl eigentlich gar nicht so lustig, sondern eher eine skurrile Parallele, aber Astoria Greengrass umwirbt Draco mit einer ganz ähnlichen Taktik. Sie taucht nur selten ohne ein Buch auf, das sie ihm in die Hand drücken kann.“

„Astoria Greengrass umwirbt Draco? Was ist aus Pansy geworden?“

Narzissa zuckt mit den Schultern. „Draco meint, Astoria und er wären nur befreundet.“

„Du glaubst tatsächlich nicht daran, dass Männer und Frauen befreundet sein können.“

„Doch, doch, daran mag ich gern glauben… aber ich weiß, wie ein verliebtes Mädchen aussieht.“ Narzissa rümpft die Nase. „Astoria mag sich für eine feine Dame halten, wenn sie in ihren Teestubenkleidern aus dem Kamin klettert und mich artig grüßt, aber sie ist ein Kind.“

„Draco ist doch auch erst gerade so erwachsen.“

„Trotzdem sollte er klüger sein und nicht so tun, als wüsste er nicht sehr genau, dass er erobert werden soll.“ Narzissa wendet ihre rollenden Augen wieder dem Brief auf dem Tisch vor ihr zu. „Du übrigens auch. Das hier ist eindeutig… ein Liebesbrief.“

„Du übertreibst.“

„Mag sein, aber es ist kein dienstliches Schreiben, sondern ein Flirt.“

„Ein Liebesbrief , ein Flirt , das wird ja immer komischer.“

„Du musst es gar nicht leugnen. Hier. Hier steht es doch schwarz auf weiß! Es würde mich außerdem sehr freuen, wenn deine Sommerferien noch nicht vollständig verplant sind und ich dich zu einem Abendessen einladen dürfte. Ich bin wie üblich recht flexibel und richte mich gern nach dir. Soll das etwa kein Date sein?“

„Es ist ein Abendessen.“

„Sage ich doch.“

„Du hast also noch nie einfach so mit einem Mann zu Abend gegessen.“

„Nein... also doch, eigentlich schon, aber das war ein Essen mit einem Kollegen. Nach einem Vortrag, über den wir uns unter vier Augen austauschen wollten.“

„Siehst du.“

„Das ist nicht dasselbe. Besagter Kollege ist sicherlich zwanzig Jahre älter als ich. Und verheiratet. Außerdem weiß er sehr gut, dass ich ebenfalls verheiratet bin. Das sind also keine vergleichbaren Grundvoraussetzungen.“ Andromeda lässt sich nicht auf die Debatte ein, sondern streckt ihre Hand fragend nach dem Brief aus. Ihre Schwester schüttelt den Kopf und beugt sich über den Brief, ohne ihn zu berühren. „ Herzliche Grüße, Dein Erwin – finden wir das nicht etwas innig?“

„Das ist eine ganz gewöhnliche Abschiedsfloskel.“

„Wenn ich Briefe von dir bekomme, dann unterschreibst du üblicherweise mit dem Anfangsbuchstaben deines Vornamens.“ Narzissa rümpft die Nase. „Ich wette, Erwin bekommt von dir auch Herzliche Grüße . Oder nicht?“

„Doch, die bekommt er.“ Sie nimmt den Brief an sich und faltet ihn sorgfältig wieder zusammen. „Wenn du dich wirklich dafür interessierst, wieso ich Erwin Goyle einen Teil meiner Lebenszeit widme, dann werde ich es dir verraten.“

„Oh, jetzt bin ich aber gespannt.“

„Er ist ein Indikator.“

„Was meinst du damit?“

„Wenn sein Verhalten mir gegenüber sich verändert, dann werde ich mich fragen, was der Grund dafür ist. Wenn es jemanden gibt, der Voldemorts Nachfolge antreten und sich bereits geschaffene Strukturen zunutze machen möchte, dann wird Erwin entweder direkt involviert werden oder zumindest darüber Bescheid wissen. Deshalb möchte ich den Kontakt zu ihm halten und ihn dann und wann auch persönlich begutachten.“

„Und du meinst nicht, dass Lucius und ich ebenfalls Indikatoren wären?“

Andromeda schüttelt den Kopf. „Ich bin zu dicht an euch dran. Ich weiß nicht, ob ich die Anzeichen zuverlässig erkennen würde, wenn ich nicht neutral bin. Außerdem ist Lucius nicht besonders nützlich.“ Ihre kleine Schwester kichert, sieht aber davon ab, die Nützlichkeit ihres Ehemanns zu verteidigen. „Ich möchte natürlich nicht unterschätzen, wie viel Wissen er über das Zaubereiministerium angesammelt hat, aber Erwins Netzwerk geht weit über Gringotts und Großbritannien hinaus.“

„Und deshalb ist er der Indikator?“

„Deshalb ist er der Indikator.“

„Na gut. Dann lass dich von deinem Indikator mal zum Abendessen ausführen.“ Vom anderen Ende des Rasens vernimmt sie Teddys fröhliches Quietschen, das im ersten Moment leider immer erstmal so klingt, als hätte er sich den Kopf angeschlagen. Teddys Quieken hat sie abgelenkt, sodass sie den Augenblick verpasst, in dem sich ein ganz gefährliches Lächeln auf Narzissas Gesicht ausgebreitet hat. „Er bezahlt, oder?“

„Er kann es sich wohl leisten.“

„Du könntest es dir ebenfalls leisten.“

„Ich weiß. Ich weiß aber auch, dass ich Erwin Goyle niemals etwas schulden werde – und wenn er mich zu tausend Abendessen einlädt. Ich werde ihm nie meine Sympathien schulden. Und er kann sich keine Absolution erkaufen. Das weiß er so gut wie ich.“

„Na dann.“

„Dann können wir jetzt wohl das Thema wechseln?“

„Selbstverständlich.“