Kapitel 15
Kapitel 15
Sorry, ich war letztes Wochenende nicht zu Hause. Das wird sich in den kommenden Monaten noch öfter wiederholen, aber dann werde ich euch auch mehr als ein Kapitel hochladen.
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wusste Sasuke, dass die vertraute Umgebung ihm kein Frieden bringen würde. Sein Zuhause schien wie ein Gefängnis, in dem seine Dämonen ihn willkommen hießen. Der Boden knarzte unter seinen Schritten, als er durch die leeren Räume wanderte, doch die Stille war ohrenbetäubend. In den Nächten, die darauf folgten, waren Sasuke's Träume finster und quälend.
Ein wiederkehrender war der Folgende:
Sasuke stand inmitten des Uchiha-Viertels, umgeben von gespenstischer Stille. Plötzlich hallten Schreie durch die Dunkelheit, und er sah seine Eltern am Boden, blutend und hilflos. Itachi stand über ihnen, das Sharingan in seinen Augen glühend. Der Boden unter Sasuke schien sich aufzutun, als er zusehen musste, unfähig sich zu bewegen. Jedes Mal, wenn er versuchte zu schreien, blieb ihm die Stimme im Hals stecken, und er konnte nur zusehen, wie Itachi den tödlichen Schlag führte. Der Moment des Todes war wie eine endlose Schleife, in der die Zeit stillstand und sich die Schmerzen unaufhörlich wiederholten. Er wachte jedes Mal schweißgebadet auf, sein Herz raste, und die Bilder aus dem Traum verblassten nur langsam. Die Dunkelheit seines Zimmers bot keinen Trost, und seine Gedanken kehrten immer wieder zu der quälenden Frage zurück: Hätte ich sie retten können, wenn ich stärker gewesen wäre? Die Schuldgefühle und der Selbsthass waren allgegenwärtig und er fühlte sich, am nächsten Tag, als würde er unter ihrer Last zunehmend zerbrechen.
Es gab noch einen weiteren Alptraum, dieser war weniger offensichtlich, aber genauso quälend:
In diesem Traum wanderte Sasuke durch einen dichten Nebel, der alles verschluckte, was um ihn herum war. Er konnte nicht erkennen, wo er war oder wohin er ging. Plötzlich tauchten gesichtslose Schatten auf, die ihn umringten und ihn mit stummen Vorwürfen anklagten. Du bist schwach. Du hast versagt. Ihre stummen Anschuldigungen schnitten tiefer als jedes Schwert. Er versuchte, ihnen zu entkommen, aber je mehr er rannte, desto dichter wurde der Nebel, und desto lauter wurden die anklagenden Schreie. Auch aus diesem Traum erwachte er jedes Mal mit einem Gefühl der Beklemmung. Er fühlte sich verloren und einsam, als würde er in einem endlosen Meer aus Nebel ertrinken. Die Einsamkeit nagte an ihm, und er konnte den lähmenden Griff der Depression spüren, der ihn jeden Tag tiefer in die Dunkelheit zog. Die Hoffnungslosigkeit war wie eine schwere Decke, die sich über ihn legte und ihn zu ersticken drohte.
Manchmal, wenn Sakura da war und er es zuließ, zog er sie in seine Arme um sich an etwas zu klammern und sich zu beruhigen. Manchmal war sie bereits wach als er hochschreckte, dann gab sie ihm ein Glas Wasser und zog ihn in eine tröstende Umarmung. Es verlief jedes mal stumm aber sie war immer da. Wenn sie am Tag da war sprachen sie kaum ein Wort, manchmal lasen sie ihre Bücher schweigsam, manchmal schlief er mit ihr um sich abzulenken und um sich jemanden Nahe zu fühlen. Sasuke wusste das er sie benutzte in diesen Momenten doch er fand die Kraft nicht sich schuldig zu fühlen geschweige denn sich bei ihr für sein Verhalten zu Entschuldigen. Die meisten Tage blieb er alleine. Nachts war Sakura jedoch öfter da was ihm mehr half als ihm wahrscheinlich bewusst war.
Tagsüber war er wie eine Hülle seiner selbst. Er verließ das Haus nur selten und vermied jede Gesellschaft. Sakura hatte mehrfach versucht, ihn zu erreichen, aber er ignorierte ihre Nachrichten. Der Gedanke, mit jemandem zu sprechen, fühlte sich überwältigend an. Er zog es vor, allein zu sein, auch wenn die Einsamkeit seine Depressionen verstärkte. Essen interessierte ihn kaum noch, und manchmal vergingen ganze Tage, ohne dass er einen Bissen zu sich nahm. Sasukes Gedanken drehten sich immer wieder im Kreis. Er fragte sich, ob er jemals wieder Frieden finden würde, ob er jemals wieder ein normales Leben führen könnte. Bin ich dazu verdammt, für immer in dieser Dunkelheit zu leben? Diese Gedanken hielten ihn oft davon ab, überhaupt zu schlafen, aus Angst vor den endlosen Alpträumen und dem unerbittlichen Kreislauf der Schuld und des Schmerzes, der ihn erwartete. All seine Emotionen empfand er doppelt so stark und am liebsten hätte er die ganze Zeit traumlos schlafen wollen nur um sich nicht mit seinen Gefühlen und düsteren Gedanken auseinandersetzten zu müssen. Dennoch gab es Momente, in denen er versuchte, gegen die Dunkelheit anzukämpfen. Er begann, sich in Meditation zu vertiefen, in der Hoffnung, zumindest ein wenig Kontrolle über seinen Geist zurückzugewinnen. Diese kurzen Augenblicke des Friedens waren selten, aber sie gaben ihm die Kraft, weiterzumachen, auch wenn der Weg zur Heilung noch unendlich weit erschien.
Es war still im Zimmer und der Mond leuchtete hell in sein Schlafzimmer. Sasuke saß Oberkörperfrei in seinem Bett und sah stumm auf Sakura hinab. Diese lag neben ihm in einem schwarzen Shirt von ihm und schlief friedlich. Sakura. Allein ihr Name ließ Sasukes Herz schneller schlagen. Sie war schon immer ein Teil seines Lebens gewesen, aber erst jetzt begann er, die Tiefe seiner Gefühle für sie zu verstehen. Ihre smaragdgrünen Augen funkelten wie Edelsteine und schienen jedes Mal, wenn sie ihn ansah, in seine Seele zu blicken. Sie konnte eine Vielzahl von Emotionen nur durch einen Blick ausdrücken, und manchmal fragte er sich, ob sie seine Gedanken lesen konnte. Ihr rosa Haar war ungewöhnlich, aber es passte perfekt zu ihr. Es war, als ob es ihre innere Stärke und ihre unerschütterliche Entschlossenheit widerspiegelte. In Momenten der Ruhe konnte Sasuke nicht anders, als ihre Schönheit zu bewundern und sich zu fragen, wie jemand so zart und doch so stark sein konnte.
Doch es war nicht nur ihr Äußeres, das Sasuke anzog. Es war Sakuras unerschütterliche Loyalität und ihr Wille, für diejenigen zu kämpfen, die sie liebte. Sie hatte viele Herausforderungen überwunden und war zu einer bemerkenswerten Kunoichi geworden. Ihre Entschlossenheit war ansteckend, und Sasuke fühlte sich oft von ihrer Stärke inspiriert. Er bewunderte ihre Fähigkeit, selbst in den dunkelsten Zeiten Hoffnung zu finden und anderen Mut zu machen. Wenn Sasuke Sakura ansah, fühlte er eine Mischung aus Stolz und Zuneigung. Sie hatte sich von dem jungen Mädchen, das ihn bewundert hatte, zu einer selbstbewussten und mächtigen Frau entwickelt. In ihren Augen sah er eine Tiefe, die er vorher nie bemerkt hatte, und er wusste, dass sie ihn verstand, vielleicht besser als jeder andere. Es war eine Verbindung, die tiefer ging als Worte, und in ihren stillen Momenten fühlte er sich bei ihr geborgen.
Ihre Berührungen waren sanft und vorsichtig, und doch spürte er die Leidenschaft und die Intensität ihrer Gefühle. Wenn sie ihn umarmte oder seine Hand hielt, spürte er eine Wärme, die ihn durchströmte und ihm das Gefühl gab, dass alles möglich war. Es gab so viel was er ihr gegenüber nie laut ausgesprochen hatte doch das schien nun unendlich weit. Vorsichtig strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Sie war sein Licht und einer der Gründe wieso er weiterkämpfen musste.
Schließlich endeten die qualvollen zwei Wochen und Sasuke war nochmals bei Sakura vorstellig gewesen. Sein Körper fühlte sich erholt an, doch seine Gedanken waren noch immer getrübt von den Erlebnissen der Vergangenheit. Sakura erteilte ihm jedoch das Schreiben mit der Missionsfreigabe. Am späten Nachmittag hatte er einen Termin beim Hokage um endlich die nächste Mission zugeteilt zu bekommen. Er war gespannt wie diese aussehen würde und er konnte es kaum abwarten das Dorf zu verlassen und wieder eine Aufgabe zu haben.