Kapitel 19
Kapitel 19
Plötzlich hörte Sasuke Schritte in der Nähe. Er blickte auf und erkannte Naruto und Ino, die sich ihnen eilig näherten. Naruto und Ino eilten durch den Wald, getrieben von der Sorge um ihre Freunde. Als sie das Schlachtfeld erreichten, bot sich ihnen ein erschütternder Anblick. Sasuke kniete auf dem Boden und Sakura lag in seinen Armen, der Boden um sie herum war mit Blut getränkt.
Naruto trug dunkle Farben, sein oranger Anzug war größtenteils durch schwarze und dunkelblaue Elemente ersetzt worden. Darüber trug er seine Jonin-Weste, die durch den intensiven Kampf und die Eile, mit der er hierhergekommen war, zerknittert und schmutzig war. Seine blonden Haare fielen ihm unordentlich ins Gesicht, seine Augen waren weit aufgerissen vor Sorge.
„Sasuke! Sakura!“ rief Naruto besorgt, als er sie erreichte. „Was ist passiert?“
„Sie ist schwer verletzt,“ sagte Sasuke knapp. „Wir müssen sie sofort in Sicherheit bringen.“
Ino, die ebenfalls eine Jonin-Weste über ihrem typischen lila Kampfdress trug, beugte sich über Sakura. Ihr Gesicht wurde blass, als sie die Tiefe der Wunde erkannte. „Das sieht schlimm aus. Wir müssen sie schnell versorgen,“ sagte sie entschlossen.
Sasuke hob Sakura vorsichtig hoch, obwohl er selbst von Schmerzen gequält wurde. Naruto trat sofort neben ihn und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Sasuke, du bist auch verletzt. Lass mich sie tragen.“
„Nein,“ entgegnete Sasuke mit harter Stimme. „Ich werde sie tragen.“
„Aber Sasuke, du machst es nur schlimmer für dich selbst,“ versuchte Ino ihn zu überzeugen. „Lass Naruto helfen.“
„Es ist mir egal,“ sagte Sasuke lauter und klang dabei gereizt. „Ich werde sie nicht loslassen. Nicht jetzt.“
Naruto und Ino tauschten besorgte Blicke aus, wussten aber, dass es keinen Sinn hatte, gegen Sasukes Entschlossenheit anzukämpfen. „Gut,“ sagte Naruto schließlich und trat einen Schritt zurück. „Aber beeilen wir uns.“
Mit Sakura in seinen Armen machten sie sich auf den Weg zu einer nahegelegenen Hütte. Jeder Schritt war für Sasuke eine Qual, doch er biss die Zähne zusammen und ließ keinen Schmerz zu, ihn von seinem Ziel abzubringen. Naruto blieb dicht an seiner Seite, bereit, jederzeit einzuspringen, wenn Sasuke es nicht mehr schaffte. Ino ging voran und hielt Ausschau nach möglichen Gefahren. Narutos. Gedanken wirbelten, als er Sasuke und Sakura beobachtete. Der Anblick der blassen und verwundeten Sakura, die in Sasukes Armen lag, ließ ihm das Herz schwer werden. Die Sorge und Angst spiegelten sich in seinen blauen Augen wider. Sein Blick wanderte immer wieder zu Sasuke, dessen Gesicht von Schmerz und Entschlossenheit gezeichnet war.
An einer Hütte angekommen verpasste Naruto der Tür einen so starken Tritt, dass das Schloss kaputt ging und sie nun ungehindert eintreten konnten. Das Knarren der alten Tür und das Splittern des Holzes hallten durch die Stille des Abends. Sasuke legte Sakura vorsichtig auf dem einzigen Bett ab, ihre Atmung war flach und unregelmäßig, bevor er selbst erschöpft zu Boden sank. "Wir müssen die Blutung sofort stoppen," instruierte Ino mit fester Stimme und begann, ihre medizinischen Vorräte auszupacken. Ihr Blick verriet die Dringlichkeit der Situation. Naruto unterstützte sie, seine Hände zitterten leicht vor Anspannung, während sie daran arbeiteten, Sakuras Zustand zu stabilisieren. Ino begann, ihr Chakra darauf zu konzentrieren, damit die Blutung stoppte. Ein sanftes, grünes Leuchten erfüllte den Raum. Anschließend reinigte sie die Wunde sorgfältig und begann diese zu nähen, während Naruto fieberhaft für die benötigten Materialien sorgte. Sasuke beobachtete jeden Schritt mit wachsamen Augen, sein Herz raste vor Angst. Er hielt Sakuras Hand fest und sprach ihr stumm Mut zu, seine Lippen bewegten sich in leisen Gebeten. Ino schien sichtlich erschöpft, Schweißperlen standen auf ihrer Stirn. Nachdem sie Sakura so gut es ging behandelt hatte, wandte sie sich an Sasuke und wiederholte das Prozedere. Sasukes Gesicht blieb starr und unbeweglich, doch seine Augen zeigten den inneren Schmerz. Er verzog keine Miene, als Ino am Schluss die Wunde vernähte. Das leise Zischen der Nadel durch die Haut war das einzige Geräusch, das die angespannte Stille durchbrach.
Die Nacht war hereingebrochen und die kleine Hütte war in sanftes Kerzenlicht getaucht. Draußen hörte man das leise Rauschen des Windes durch die Bäume. Naruto und Sasuke saßen schweigend nebeneinander auf dem Boden , an der Wand gelehnt mit dem Blick auf das Bett sodass sie Sakura deutlich sehen konnten. Beide waren in Gedanken versunken. Ino saß auf einem Stuhl neben Sakuras Bett, hielt und achtete darauf, dass alles in Ordnung blieb.
Naruto brach schließlich die Stille. „Sasuke, ich muss dir was gestehen.“ Seine Stimme war ernst und leise. „Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht. Als ich euch dort am Boden sah... Ich hatte solche Angst.“ Sasuke sah Naruto an, seine dunklen Augen spiegelten die Erschöpfung und den Schmerz wider, den er empfand. „ Es war schrecklich. Ich dachte, ich würde sie verlieren.“
Naruto nickte langsam. „Ich sehe die Liebe in deinen Augen, Sasuke. Die Art, wie du sie ansiehst, wie du um sie kämpfst... Das ist wahre Liebe. Und ich respektiere das.“ Sasuke senkte den Blick und atmete tief durch. „Ich bin dir und Ino so dankbar, dass ihr gekommen seid. Ohne euch... Ich weiß nicht, was ich getan hätte. Aber vor allem bin ich Sakura dankbar. Sie ist der Grund, warum ich überhaupt noch am Leben bin, warum ich an eine positive Zukunft glaube.“ Naruto legte eine Hand auf Sasukes Schulter. „Das verstehe ich. Sakura ist eine unglaubliche Person. Sie hat uns alle immer wieder gerettet und zusammengehalten. Und ich bin froh, dass du das siehst. Das du sie siehst“ Sasuke blickte zu Naruto auf, seine Augen waren voller Ernsthaftigkeit. „Naruto, du bist immer für mich da gewesen, selbst als ich es nicht verdient hatte. Und Sakura... sie ist mein Licht. Ohne sie hätte ich niemals ins Leben finden können. Sie gibt mir die Kraft, weiterzumachen.“ Naruto lächelte schwach. „Wir sind Freunde, Sasuke. Das ist, was Freunde tun. Wir helfen einander, auch in den dunkelsten Zeiten.“ Sasuke nickte langsam und ließ die Worte seines Freundes auf sich wirken. „Danke, Naruto. Für alles.“
Naruto schüttelte den Kopf und zog Sasuke in eine kurze Umarmung. „.Gemeinsam schaffen wir alles.“
Die beiden saßen noch eine Weile schweigend da, jeder in seine eigenen Gedanken vertieft. Die Freundschaft, die sie miteinander teilten, war eine starke und unerschütterliche Verbindung, die ihnen beiden Kraft gab, in diesen schwierigen Zeiten weiterzumachen. Später erklärte Naruto das Kakashi weitere Hinweise dafür erhalten hatte wie die Wachen im Dorf der Funken verstärkt werden sollte. Er hatte also Naruto und Ino als Verstärkung geschickt.
Es war tief in Nacht und der sanfte Mondschein fiel durch das Fenster der kleinen Hütte, in der Sakura lag. Ihr Atem war immer noch flach und unregelmäßig, doch etwas in der Luft schien sich zu ändern. Langsam und mühsam öffneten sich ihre Augen und sie blickte in das weiche, silberne Licht, das den Raum erfüllte.
Ihr Blick war zuerst verschwommen, doch allmählich schärfte sich ihr Bewusstsein. Sie fühlte die sanfte Berührung einer Hand in ihrer eigenen und erkannte den vertrauten, dunklen Umriss von Sasuke, der mit dem Oberkörper auf ihrem Bett halb ruhte. Er saß auf einem Stuhl aber seine Arme und sein Kopf lagen auf dem Bett, als wäre er im Schlaf zusammengesunken. Sie erkannte den Schmutz auf seinem Gesicht. Es wirkte dennoch ruhig, aber erschöpft, und sie konnte die Spuren von Sorge und Erschöpfung in seinen Zügen erkennen. Sakura spürte einen Schmerz in ihrer Seite, doch es war der Anblick von Sasuke, der ihre Gedanken vollständig einnahm. Sie betrachtete ihn mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit und Liebe. Ihr konnte nicht klar sein wie sehr er sich um sie gesorgt hatte, wie er an ihrer Seite geblieben war, selbst wenn es seine eigene Gesundheit gefährdet hatte, denn sie hatte ihn seit der Flucht nicht mehr gesehen gehabt. Erleichterung durchflutete sie, jetzt wo ihr Bewusst wurde das es ihm scheinbar gut ging und er bei ihr war.
Ihre Augen füllten sich mit Tränen, als sie seine Hand drückte und leise flüsterte: „Sasuke...“
Sasuke hob sofort den Kopf, seine Augen schossen auf, als er ihre Stimme hörte. „Sakura,“ antwortete er, seine Stimme zitterte vor Erleichterung. „Du bist wach.“ Sakura versuchte zu lächeln, ihre Lippen formten ein schwaches, aber aufrichtiges Lächeln. „Du... du bist hier.“ „Ja, ich bin hier,“ flüsterte Sasuke, seine Hand streichelte zärtlich ihre Wange. „Ich lasse dich nicht allein.“
Sakura spürte die Wärme seiner Berührung und fühlte, wie ihr Herz schneller schlug. Sie betrachtete ihn, ihre Augen wanderten über sein Gesicht, seine schwarzen Haare, die seine Stirn umrahmten, und die Intensität in seinen dunklen Augen. In diesem Moment fühlte sie eine tiefe Verbundenheit, als ob sie beide jenseits von Raum und Zeit miteinander verknüpft wären.
„Sasuke...“ flüsterte sie erneut, ihre Stimme schwach, aber voller Emotionen. „Ich... ich dachte, ich schaffe es nicht. Ich wusste nicht wo du warst und ob du es geschafft hattest. Ich dachte kurz was ist wenn ich ihn verloren hab?“ Sasuke schüttelte den Kopf und trat näher an sie heran. „Ich werde immer da sein.“ sagte er ernst. Ihre Blicke trafen sich. Das sagte er ziemlich oft in letzter Zeit und doch konnte er so etwas nicht versprechen.
„Ich liebe dich, Sasuke,“ flüsterte Sakura, ihre Stimme kaum mehr als ein Hauch. Einen Augenblick lang herrschte Stille, dann sah Sasuke ihr tief in die Augen und sagte: „Ich liebe dich auch, Sakura.“ Als diese Worte aus seinem Mund kamen, spürte Sakura, wie eine große Last von ihren Schultern fiel. Es war, als ob der Schmerz und die Angst, die sie all die Jahre in sich getragen hatte, plötzlich verschwanden. Ihre Tränen flossen unaufhaltsam, doch sie fühlte sich leicht und erlöst. Diese Worte hatten eine unvorstellbare Bedeutung für sie. Sie hatte so lange auf diesen Moment gewartet, sich danach gesehnt, diese Bestätigung seiner Gefühle zu hören. Sasuke trat an sie heran und nahm sie sanft in die Arme. „Du musst nicht weinen,“ flüsterte er beruhigend, während er sie sanft hielt. Sakura schloss die Augen und ließ sich von seiner Berührung trösten, bis sie sich allmählich beruhigte. Als sie ihre Augen wieder öffnete, sah sie den tiefen, intensiven Blick in seinen Augen. In diesem Augenblick fühlte sie sich sicher und geliebt. Langsam beugte er sich vor und küsste sie. Es war ein langsamer, intensiver Kuss, voller Liebe und all der Gefühle, die er tief in seinem Herzen trug. In diesem Augenblick schien die Zeit stillzustehen, und die Welt um sie herum verschwand. Es gab nur noch sie beide, vereint in einer unbeschreiblichen Verbindung.
In einer Ecke der Hütte schlief Ino, erschöpft von der anstrengenden Versorgung von Sakuras Wunde. Naruto saß weiterhin an der Wand gelehnt, die Arme vor der Brust verschränkt und den Kopf nach unten geneigt. Obwohl er wach war, hielt er die Augen geschlossen, um Sasuke und Sakura ihren intimen Moment nicht zu nehmen. Er verstand genau, wie bedeutend dieser Augenblick für seine Freunde war, und wollte sie nicht stören. Ein zufriedenes Lächeln umspielte seine Lippen, während er den Worten seiner engsten Freunde lauschte.