Kapitel 23
Kapitel 23
Sasuke hatte sich, während ihrer gemeinsamen Zeit verändert. Das konnte sie deutlich erkennen. Für ihre Freunde war er zwar noch immer verschlossen, kühl und vielleicht wirkte er auch manchmal arrogant. Doch wie er sich Naruto und besonders ihr gegenüber verhielt, zeigten seine Änderungen. Früher war Sasuke distanziert und manchmal feindselig gegenüber Naruto, sah ihn eher als Hindernis denn als Freund. Er war auf seinen eigenen Weg fixiert, einem Pfad der Einsamkeit und Dunkelheit. Doch Narutos beständige Präsenz und unerschütterlicher Glaube an das Gute in ihm brachen schließlich durch Sasukes stählerne Fassade. Jetzt, als Erwachsene, hatte sich vieles geändert. Sasuke respektierte Naruto zutiefst und sah in ihm mehr als nur einen Rivalen, er sah einen wahren Freund und Verbündeten. Beide bestritten die meisten ihrer Missionen gemeinsam und Naruto hatte Sakura anvertraut das sie viel miteinander sprachen als früher. Auch die gemeinsamen Erlebnisse aus der Vergangenheit hatten ihre Bindung gestärkt Sakura hatte schon lange erkannt, dass Narutos Einfluss entscheidend dazu beigetragen hatte Sasuke von seinem einsamen Pfad abzubringen und das Sasuke einen wahren Freund in Naruto hatte dem er sich anvertrauen konnte.
In der Beziehung zu ihr zeigte Sasuke oft eine versteckte Zuneigung, die nur sie wirklich verstehen konnte. In der Öffentlichkeit suchte er diskret ihre Nähe, ein verstohlener Blick hier, eine zufällige Berührung dort. Seine Art zu flirten war subtil, und seine Komplimente kamen selten, aber sie hatten immer eine besondere Bedeutung. Die seltenen Augenblicke, in denen Sasuke seine Gedanken und Gefühle ehrlich offenlegte, waren für Sakura von unschätzbarem Wert.Immer wieder bewies Sasuke, dass sie seine Priorität war, wenn er von Missionen zurückkehrte. Unabhängig von seiner äußeren Gelassenheit, zeigte seine unmittelbare Suche nach ihrer Gesellschaft, wie wichtig sie ihm war. Seine Taten sprachen lauter als Worte und Sakura wusste, dass sie einen besonderen Platz in seinem Herzen hatte. Auch wenn sie mit Freunden verabredet war, begleitete Sasuke sie häufig. Anfänglich war er still gewesen aber inzwischen nahm er aktiv an Gesprächen teil. Diese Momente halfen ihm insgeheim sich langsam für andere Menschen zu öffnen und soziale Isolation zu überwinden. Dies war ein entscheidender Schritt für seine Heilung. Trotzdem blieb er sich treu, sagte laut was er dachte, es war im zum größten Teil immer noch egal was andere von ihm dachten oder hielten. Doch ihre ehemaligen Kameraden hatten durch die Treffen auch erkennen können das Sasuke nicht der hasserfüllte Rächer, voller Kälte und Ablehnung war. Ein positiver Umstand für alle Beteiligten.
Sakura ließ ihre Gedanken zu ihren Freunden und deren Beziehungen abschweifen. Sie erinnerte sich an die liebevolle, sanfte Art, wie Hinata und Naruto miteinander umgingen, als wäre jeder Moment zwischen ihnen kostbar. Neji und Tenten, deren Beziehung in harmonischer Zufriedenheit erstrahlte, wirkten immer wie ein eingespieltes Team. Dann dachte sie an Shikamaru und Temari, die einen entspannten und dennoch tief verbundenen Umgang miteinander pflegten, als ob sie schon immer zusammengehörten. Ino und Sai, die stets ein Lächeln auf den Lippen hatten und ihre Zuneigung zueinander kaum zurückhalten konnten, lachten viel und berührten sich ständig als ob ihre Nähe zueinander ihre Energiequelle wäre. Sie seufzte leise und spürte, wie sich ein Gefühl der Sehnsucht in ihr ausbreitete. Sie wollte das auch. Sie wollte sich nicht länger verstecken müssen. Die heimlichen Treffen mit Sasuke, das Schleichen in und aus Wohnungen, die ständige Vorsicht, ihn vor anderen nicht zu berühren, es wurde zunehmend belastender. Sakura wünschte sich, dass ihre Beziehung zu Sasuke genauso offen und frei sein könnte wie die ihrer Freunde. Sie sehnte sich danach, seine Hand halten zu können, wann immer sie wollte und einfach in der Öffentlichkeit zu ihm zu gehören. Sie wollte nicht mehr im Schatten leben, sondern ihre Liebe zu ihm offen zeigen können.
Plötzlich wurde sie irrationalerweise wütend auf Sasuke. Will er das nicht auch? Warum müssen wir uns immer verstecken? An diesem Abend beschloss Sakura, Sasuke nicht zu treffen und ihn nicht darüber in Kenntnis zu setzen. Die Wut übermannte sie und sie entschied, wütend auf ihn zu sein. Als sie ihn am nächsten Tag im Dorf sah, vermied sie seinen Blick und sprach nur das Nötigste mit ihm. Beim gemeinsamen Training mit anderen schenkte sie ihm keine Beachtung und konzentrierte sich stattdessen auf ihre Übungen. Als Sakura Sasuke am übernächsten Tag im Dorf sah, spürte sie sofort, wie ihr Herz schneller schlug. Sie vermied seinen Blick und versuchte, ihre wachsende Unruhe zu verbergen. Sasuke bemerkte ihre plötzliche Distanz und trat auf sie zu. "Sakura, wir waren vorgestern Abend verabredet," sagte er mit leichtem Unmut in seiner Stimme. Sakura hielt inne und wandte sich ihm zu, jedoch ohne ihm direkt in die Augen zu sehen. "Ich hatte keine Zeit," antwortete sie kühl und zuckte mit den Schultern. Sasuke runzelte die Stirn und wollte etwas erwidern aber sie drehte sich weg und ging weiter. Später, begegneten sie sich zufällig in einem Dorfladen. "Hast du alles bekommen was du wolltest?", fragte Sasuke unnötigerweise und es war klar das er ein Gespräch suchte. Sakura nickte knapp und antwortete: "Ja, ich hab alles." Ihre Stimme war distanziert, und sie vermied es, mehr als nötig zu sagen. Sasuke fühlte die Kälte in ihren Worten und schaute ihr nachdenklich hinterher, als sie sich wieder entfernte. Während sie danach über den Markt ging, bemerkte sie, wie Sasuke immer wieder versuchte, das Gespräch mit ihr zu suchen. Er war nur wenige Schritte hinter ihr geblieben. "Kann ich dir beim Tragen helfen?" fragte er, da sie schwere Taschen trug. Doch Sakura schüttelte nur den Kopf und sagte: "Nein, danke," ohne ihm in die Augen zu sehen. Sie setzte ihren Weg fort und ließ Sasuke stehen, der ratlos und besorgt wirkte.
Am darauffolgenden Tag musste er am frühen Abend zu einer neuen Mission aufbrechen. Unter diesen Bedingungen wäre es ihm nicht möglich, sich vollständig auf die Mission zu konzentrieren. Er musste herausfinden, was mit Sakura los war. So wartete er einfach vor ihrer Wohnungstür. Als Sakura ihn entdeckte, legte sich ein überraschter Ausdruck auf ihr Gesicht. Sasuke stand mit verschränkten Armen an der Wand neben der Tür. Natürlich hatte er ihr Chakra bereits vor ihrer Ankunft gespürt und in ihre Richtung geblickt. Stumm schloss sie die Tür auf. Sie hatte den kühlen Ausdruck in seinen Augen erkannt und wusste, dass er keine Ruhe geben würde. Sie ging in die Wohnung, zog ihre Schuhe aus und hing ihre Tasche auf. Ihre Schicht im Krankenhaus war glücklicherweise nicht allzu stressig gewesen. Sie hörte, wie Sasuke hinter ihr ebenfalls seine Schuhe auszog und ihr stumm folgte. Sakura bewegte sich weiter durch die Wohnung und blieb schließlich vor den Balkontüren stehen, um stumm hinauszusehen. Die Sonne war dabei, langsam unterzugehen. Sasuke lehnte sich gegen die Wand neben der Küche, auf Höhe des Flureingangs.
„Sakura, was ist los mit dir?“ fragte er schließlich nach ein paar stummen Minuten, seine Stimme scharf und durchdringend. „Du hast mir seit Tagen die kalte Schulter gezeigt.“
Sakura, drehte sich abrupt zu ihm um. „Was soll das, Sasuke? Denkst du, ich habe keine eigenen Probleme?“ Wich sie dem Thema aus. Ihre Stimme zitterte vor unterdrückter Wut.
„Ich will nur verstehen, warum du mich so behandelst,“ erwiderte Sasuke, wobei seine Augen sich verengten. „Was habe ich getan?“ Er verstand nicht was los war. Sakura schnaubte und verschränkte die Arme vor der Brust. „Du verstehst es einfach nicht, oder? Es geht nicht darum, was du getan hast, sondern darum, was du nicht getan hast.“ Sasuke blieb stumm, verwirrt und frustriert. Sakura drehte sich von ihm weg, die Emotionen in ihr tobten wie ein Sturm. Nach einem Moment des Schweigens brach sie schließlich zusammen. „Schämst du dich für mich?,“ flüsterte sie, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern, das in der Stille der Wohnung widerhallte.
Sasuke erstarrte, seine Augen weiteten sich vor Schock. „Warum würdest du so etwas denken?“ fragte er, seine Stimme leise, aber eindringlich. „Weil ich aus keiner bekannten Blutlinie stamme,“ erwiderte Sakura, ihre Stimme von Schmerz durchdrungen. Langsam drehte sie sich um doch statt ihn anzusehen hing ihr Kopf runter und sie betrachtete den Boden. „Weil ich nicht die perfekten Rundungen habe, die andere Frauen haben? Ich dachte, du wolltest unsere Beziehung geheim halten, weil du dich meiner schämst, weil ich nicht... nicht Frau genug bin.“ Die Worte trafen Sasuke wie ein Schlag ins Gesicht. Er trat näher, seine Hände zitterten leicht, als er sie sanft an den Schultern packte. „Sakura, hör mir zu,“ forderte er, seine Stimme sanft und fest zugleich. „Das ist absoluter Unsinn. Es ist mir egal, ob du aus einer bekannten Blutlinie stammst oder nicht. Und für mich bist du schöner und stärker als jede andere Frau.“
Sakuras Kopf ruckte hoch und blickte ihn direkt an, die Tränen begannen in ihren Augen zu schimmern. Sasukes Blick verhärtete sich, seine Stimme fest und ernst: „Ich will nie wieder solche Worte von dir hören.“ Er sah tief in ihre Augen, seine Entschlossenheit klar zu erkennen. „Du hast keine Ahnung, wie stark und schön du bist. Jeden Tag sehe ich vor mir eine außergewöhnliche Medizin-Ninja, talentiert und mit grenzenlosem Wissen. Aber du bist mehr als das, dein Herz ist voller Wärme und unerschütterlicher Entschlossenheit. Deine Haut ist so weich wie Seide, deine Augen strahlen heller als jede Sterneinnacht und dein Körper ist eine perfekte Kombination aus Stärke und Anmut, jeder Muskel präzise geformt und vollendet. Für mich bist du vollkommen.“
Sasuke erinnerte sich an die vielen Momente, in denen sie gemeinsam Kämpfe bestritten hatten und wie sich Sakuras innere Stärke im Laufe der Jahre entwickelt hatte. Von dem schüchternen Mädchen, das er einst kannte, war sie zu einer selbstbewussten und furchtlosen Kunoichi geworden. Sie trug verschiedenste Narben von vergangenen Schlachten aber für Sasuke machten diese Narben sie nur noch schöner und stärker. Alles was er sagte war die absolute Wahrheit. Sakura schauderte bei seinen Worten und ihre Tränen flossen ungehindert. Sie spürte, wie die Zweifel langsam von ihr abfielen.„Warum hast du es dann geheim gehalten? Warum verstecken wir uns?“ Sasuke senkte den Kopf, seine Stirn runzelte sich vor Bedauern. „Weil ich dachte, du möchtest es so,“ gestand er. „Ich dachte, du wolltest unsere Beziehung geheim halten, weil es dir so gefiel. Aber ich sehe jetzt, dass ich mich geirrt habe.“ Sasuke trat näher, sein intensiver Blick hielt den ihren gefangen. Ohne ein weiteres Wort schloss er die Distanz zwischen ihnen und küsste sie leidenschaftlich. Dieser Kuss war nicht nur eine Bekundung seiner Liebe, sondern auch ein Versprechen, das Sakura sich nie wieder in Frage stellen sollte.
Als sie sich von dem Kuss lösten, standen sie noch immer nah beieinander. Sasuke seufzte tief, hob ihr Kinn sanft an und sah ihr fest in die Augen. Seine dunklen Augen waren voll von Entschlossenheit und Liebe. „Sakura, du bist die Frau an meiner Seite, und du wirst die Mutter meiner Kinder sein.“ Sakura's Augen weiteten sich vor Schock und für einen Moment schien sie sprachlos. Die Worte hallten in ihrem Kopf wider, während sie versuchte, ihre Gefühle zu ordnen. Schließlich flossen erneute Tränen über ihre Wangen, aber dieses Mal waren es Tränen der Erleichterung und Freude.„Sasuke,“ flüsterte sie, ihre Stimme voller Emotionen. „Ich wusste nicht... ich wusste nicht, dass du so empfindest.“ Sie schmiegte sich fester an ihn und spürte die Wärme seiner Umarmung. Sasukes Worte erfüllten sie mit Wärme und Sehnsucht.