Kapitel 26
Kapitel 26
Sasuke hatte Kakashi über alles unterrichtet. Die Situation des Dorfes, die Angst der Dorfbewohner, die Lage der Gegner und alles andere was von Belang war. So lange beide auf die Antwort des Kages warteten beobachteten sie ausgiebig die Festung und prägten sich die Abläufe bis ins kleinste Detail ein. Dann erhielten sie die Freigabe den Feind anzugreifen und gefangen zu nehmen. Tötungen waren nur vorgesehen, wenn ihr eigenes Leben in Gefahr wäre. So entwickelten sie gemeinsam einen detaillierten Plan: Sasuke würde in der ersten Phase der kommenden Nacht zuschlagen, wenn die Wachwechsel stattfanden. „Ich werde den Seiteneingang nutzen“, erklärte Sasuke. „Sobald ich drinnen bin, werde ich mich leise fortbewegen und die Wachen einen nach dem anderen überwältigen. Es ist wichtig, dass wir unerkannt bleiben, sonst könnten sie Alarm schlagen.“ Sakura überlegte kurz und sagte: „Falls du in Schwierigkeiten gerätst, habe ich etwas vorbereitet.“ Sie trat einen Schritt näher, berührte leicht seine Handfläche und schloss für einen Moment die Augen. „Ich habe dein Chakra analysiert und ein Frequenzmuster entwickelt, das nur ich wahrnehmen kann. Es basiert auf einer Kombination aus deiner natürlichen Chakra-Schwingung und einer Resonanz, die ich mit meinem medizinischen Chakra synchronisiert habe.“ Sasuke spürte ein leichtes Kribbeln, als Sakura mit präziser Kontrolle einen winzigen Impuls in seine Hand leitete. Ihre Finger verweilten einen Moment länger als nötig, und als sie die Augen öffnete, trafen sich ihre Blicke. „Wenn du diesen Impuls reproduzierst – ein kurzer, pulsierender Stoß mit exakt dieser Frequenz, kann ich ihn über große Entfernung spüren. Für andere ist er unsichtbar und nicht wahrnehmbar, selbst für Sensor-Ninjas.“ „Wie fühlt sich der Impuls an?“ fragte Sasuke. „Er ist wie ein innerer Herzschlag“, antwortete sie leise, „aber du musst ihn bewusst auslösen. Drei kurze Pulse, dann eine Pause, dann ein einzelner langer. Das Muster ist einzigartig – ich habe es so konzipiert, dass es sich von jeder natürlichen Chakra-Aktivität unterscheidet.“ Sasuke nickte. „Ein Chakra-Signal also. Unsichtbar für andere, aber eindeutig für dich.“ „Genau. Es ist lautlos, unauffällig und kann nicht abgefangen werden. Perfekt für eine geheime Mission.“ Er sah sie einen Moment lang schweigend an, dann legte er seine Stirn sanft gegen ihre. „Du kennst mein Chakra besser als jeder andere“, murmelte er. Sakura lächelte. „Und dein Herzschlag auch.“ „Verstanden“, antwortete Sasuke schließlich und konzentrierte sich, um das Muster zu verinnerlichen. Er schloss die Augen, ließ sein Chakra fließen und reproduzierte den Impuls. Sakura spürte ihn sofort: ein feiner, vertrauter Stoß, der sich wie ein Flüstern durch die Nacht zog. „Perfekt“, sagte sie leise. „Jetzt sind wir verbunden.“
Als Nächstes bereiteten sie sich auf die bevorstehende Nacht vor. Sasuke überprüfte seine Ausrüstung, während Sakura ihre medizinischen Utensilien vorbereitete, Heilpasten herstellte und Kräutermischungen für Heilprozesse anrührte. In der tiefen Dunkelheit der Nacht machte sich Sasuke auf den Weg zur Festung. Der Mond war von Wolken verdeckt, was ihm half, unbemerkt zu bleiben. Er trug eine dunkle, eng anliegende Kleidung, die seinen Körper bedeckte und ihm ermöglichte, sich lautlos durch die Schatten zu bewegen. Eine Kapuze verbarg sein Gesicht, und ein Schal verdeckte seinen Mund, um ihn vollständig zu tarnen. Die Festung ragte düster und bedrohlich in den Himmel, umgeben von hohen Mauern und Wachtürmen. Das Licht der Fackeln flackerte und warf gespenstische Schatten auf die steinernen Wände. Sasuke beobachtete die Wachen, die gelangweilt und unaufmerksam wirkten. Er nutzte ihre Nachlässigkeit aus und schlich sich an den ersten Wachposten heran. Mit einem blitzschnellen Angriff setzte er einen gezielten Schlag an den Hals der Wache, die sofort bewusstlos zu Boden fiel. Sasuke zog sie in die Schatten, um den Körper zu verstecken. Er bewegte sich weiter entlang der Mauern, immer auf der Hut vor möglichen Fallen. Die Festung war ein Labyrinth aus dunklen Gängen und verwinkelten Korridoren. Überall hingen alte Wandteppiche und verrostete Rüstungen, die den Ort noch unheimlicher wirken ließen. Sasuke nutzte die Schatten und Deckungen, um unbemerkt voranzukommen. Plötzlich hörte er gedämpfte Stimmen aus einem der Räume. Vorsichtig schlich er näher und spähte durch einen schmalen Spalt in der Tür. Im schwachen Licht erkannte er die Anführer der Schattenbrigade, die um einen großen Tisch saßen und sich intensiv über ihre nächsten Schritte berieten. "Wir müssen unsere Angriffe intensivieren," sagte einer der Anführer, ein großer, muskulöser Mann mit einer Narbe über dem Auge. "Das Dorf wird bald kapitulieren, wenn wir ihnen weiter Druck machen." Eine Frau mit langen, dunklen Haaren und einem kalten Blick nickte zustimmend. "Wir sollten die Wasserversorgung sabotieren. Ohne Wasser werden sie schneller aufgeben." Ein dritter Anführer, ein schlaksiger Mann mit durchdringenden Augen, fügte hinzu: "Und wir müssen diese Fremden im Auge behalten. Sie könnten eine Bedrohung für unsere Pläne darstellen." Sasuke lauschte aufmerksam und prägte sich jedes Wort ein.
Er wartete auf den perfekten Moment, um zuzuschlagen. Die Anführer der Schattenbrigade schienen entspannt, weil sie dachten sie waren den Dorfbewohnern überlegen. Sasuke würde sie nicht unterschätzen, denn er wusste das sie gefährlich waren. Sasuke schloss kurz die Augen und konzentrierte sich. Mit äußerster Präzision ließ er einen kurzen Chakra-Impuls durch seinen Körper fließen: drei schnelle Pulse, eine Pause, dann ein einzelner langer Stoß. Es war das vereinbarte Signal, das nur Sakura wahrnehmen konnte. Im Dorf, wo sie gerade die verwundeten Dorfbewohner versorgte, hielt Sakura plötzlich inne. Ein vertrauter Rhythmus durchzog die Luft kaum spürbar für andere, aber für sie war es eindeutig. Sasuke brauchte ihre Hilfe. Ohne zu zögern packte sie ihre medizinischen Utensilien zusammen, warf einen letzten Blick auf die Verletzten und machte sich auf den Weg zur Festung. Ihr Herz schlug schneller, nicht nur wegen der bevorstehenden Gefahr, sondern auch wegen der Verbindung, die sie mit ihm teilte. Sasuke wartete geduldig im Schatten, während er die Anführer weiterhin beobachtete. Kurz darauf hörte er leise Schritte und spürte ein vertrautes Chakra, das sich ihm näherte – warm, ruhig, entschlossen. Sakura schlich sich an seine Seite und nickte ihm zu. Ihre Blicke trafen sich für einen Moment, wortlos, aber voller Vertrauen. Gemeinsam machten sie sich für ihren Angriff bereit.
"Bereit?" flüsterte Sasuke leise und aktivierte sein Sharingan und Rinnegan. Sakura nickte entschlossen. "Lass uns das beenden." In einem blitzschnellen Angriff stürmten Sasuke und Sakura in den Raum. Sasuke setzte den ersten Schlag gegen den großen, muskulösen Anführer, der überrascht aufschrie und zu Boden fiel. Die anderen Anführer zogen ihre Waffen und griffen sofort an. Ein heftiger Kampf entbrannte und die Luft erfüllte sich mit dem Klang von Klingen und Kampfgeschrei. Sasuke wich einem Schwerthieb aus, duckte sich und trat seinen Angreifer mit voller Wucht gegen die Brust, sodass dieser gegen die Wand prallte und bewusstlos zu Boden fiel. Ein weiterer Anführer, bewaffnet mit einem Paar Kunai, sprang auf ihn zu. Sasuke parierte die Angriffe mit geschickten Bewegungen und konterte mit einem gezielten Tritt gegen das Knie des Angreifers, der schmerzerfüllt zusammenbrach.
Neben ihm kämpfte Sakura Seite an Seite mit Sasuke. Sie wich einem Hieb aus und landete einen kräftigen Schlag auf die Schulter ihres Gegners, sodass dieser sein Schwert fallen ließ. Doch plötzlich stürzte sich einer der Anführer, ein schlanker Mann mit blitzschnellen Reflexen, auf sie und traf sie mit einem langen, scharfen Schnitt am Unterleib. Schmerz durchzog ihren Körper, aber sie biss die Zähne zusammen und ließ sich nicht davon abhalten. Mit einem mächtigen Schlag traf sie ihren Angreifer im Gesicht, sodass dieser gegen die Wand geschleudert wurde und bewusstlos zu Boden sank. Sasuke sah Sakuras Verletzung und sein Blick verdüsterte sich vor Wut. Er kämpfte noch entschlossener und präziser. Ein Anführer versuchte, ihn von hinten zu überraschen, doch Sasuke wirbelte herum und traf ihn mit einem gezielten Faustschlag an der Schläfe, der ihn sofort außer Gefecht setzte. Ein anderer Gegner, bewaffnet mit einem langen Schwert, griff ihn frontal an. Sasuke parierte den Angriff und trat seinem Gegner ins Bein, sodass dieser das Gleichgewicht verlor und zu Boden stürzte. Sakura kämpfte trotz ihrer Verletzung weiter. Ein weiterer Angreifer stürmte auf sie zu, doch sie wich aus und setzte einen gezielten Ellenbogenschlag gegen seinen Kiefer, der ihn zurücktaumeln ließ. Mit einem letzten Kraftaufwand schlug sie ihn bewusstlos.
Nachdem der letzte Anführer der Schattenbrigade zu Boden gegangen war, sanken der Staub und das Schlachtgetümmel allmählich. Sakura stützte sich auf ein Knie und legte ihre Hände auf die blutende Wunde an ihrem Unterleib. Ihr Gesicht war vor Schmerzen verzogen, doch sie hielt tapfer durch. Sasuke, der den Kampf mit einem letzten entschlossenen Hieb beendet hatte, eilte sofort zu ihr. „Sakura, bist du in Ordnung?“ fragte er besorgt, als er neben ihr kniete. „Wird schon,“ antwortete sie mit zusammengebissenen Zähnen und versuchte, die Schmerzen zu ignorieren. Sie konzentrierte sich und ließ ihr grünes Chakra aus ihren Händen fließen, um die blutende Wunde zu heilen. Das Licht des Chakras erhellte den düsteren Raum, und langsam begann die Blutung zu stoppen und der Schnitt sich zu verschließen. Sasuke beobachtete sie aufmerksam und fasste ihr, als die Heilung fortschritt, sanft an die Wange. „Du bist unglaublich,“ flüsterte er leise, bevor er sie zärtlich küsste. Es war ein kurzer Moment der Nähe und Zuneigung inmitten des Chaos. Dies war eigentlich ein komplettes Tabu auf Missionen doch er konnte nicht anders. Er war erleichtert das ihre Verletzung nicht ernster war. Nachdem Sakuras Wunde weitgehend geheilt war, richteten sich beide wieder auf. „Wir müssen die Festung sichern,“ sagte Sakura entschlossen. Sasuke nickte zustimmend. „Lass uns sicherstellen, dass keine weiteren Feinde übrig sind.“ Zuerst fesselten sie gemeinsam die Mitglieder der Schattenbrigade und stopften Ihnen Stofffetzen in die Münder damit sie schwiegen. Danach durchkämmten sie jeden Raum. Dabei fesselten und knebelten sie die bereits ausgeschalteten Wachen, um sicherzustellen, dass keiner von ihnen in der Lage war, Alarm zu schlagen oder zu fliehen. Glücklicherweise trafen sie auf keine weiteren Gegner. Der Trupp hatte also keine weiteren Untergebenen rekrutieren können. Es gab nur die Wachen und den Kern der Schattenbrigade.
Anschließend befreiten Sie einige Dorfbewohner aus den Kerkern. Während Sakura diese untersuchte und ihre Verletzungen heilte merkte sie wie ihre Temperatur merklich anstieg. Erste Schweißtropfen bildeten sich auf ihrer Stirn. Sie verstand nicht ganz woran das lag. Ihre Chakrareserven waren noch nicht aufgebraucht. Um Sasuke nicht zu beunruhigen erwähnte sie nichts und wischte sich eilig den Schweiß von ihrer Stirn. Sasuke seinerseits brachte alle Gefesselten in die Kerker. Anschließend schrieb er an Kakashi das der Feind besiegt und eingesperrt war. Außerdem informierte er ihn darüber das nun unterrangige Ninjas diese in Gewahrsam nehmen konnten. Dafür sollten Ninjas aus den näherliegenden Dörfern einsetzten werden. Das Ausschalten der Schattenbrigade und das Retten der Dorfbewohner war der Missionsinhalt von Sasuke und Sakura. Da beides nun erfüllt war galt die Mession als abgeschlossen. Es gab keinen Grund länger hier zu bleiben also würde er am nächsten Morgen mit Sakura nach Konoha zurückreisen. Die Dorfbewohner müssten den Feind so lange bewachen bis die benachrichtigten Ninjas eintrafen. Sasuke hatte Sakura zum Unterschlupf geschickt, sie hatte deutlich mehr Chakra verbraucht und war ja verletzt gewesen. Wenigstens sie sollte sich ausruhen bevor sie die Rückreise antraten. Er selbst besprach noch einiges mit dem ehemaligen Bürgermeisters des Dorfes. Zusammen positionierten sie starke Männer aus dem Dorf welche die Gefangenen vorsichtshalber im Blick behalten sollten. Danach machte er sich auf den Weg zur Unterkunft. Es war bereits nach Mitternacht. Als er ankam sah er das Sakura bekleidet seitlich auf dem Bett lag und schlief. Er entschied ihr ein wenig Zeit zum ausruhen zu geben ehe sie aufbrechen würden. Wenn sie noch vor Sonnenaufgang sich auf dem Weg machten könnten sie am frühen Folgeabend in Konoha eintreffen.