LNCrawler

Kapiel 27

The Blossom & The Moon — www.fanfiktion.de · All chapters

Kapiel 27

Drei Stunden später, in der Morgendämmerung, weckte Sasuke sie sanft. Die ersten Lichtstrahlen drangen bereits durch das Blätterdach des Waldes. Sakura wirkte noch etwas blass und wacklig auf den Beinen, doch sie bestand darauf, dass alles in Ordnung sei. Ohne weitere Worte schulterten sie ihre Ausrüstung und verließen den Unterschlupf. Schweigend und zügig bewegten sie sich durch den dichten Wald, der auf dem Weg zurück nach Konoha lag. Während sie lautlos zwischen den Bäumen glitten, stieg die Sonne langsam über den Horizont und tauchte den Wald in warmes Licht.

Plötzlich spürte sich Sakuras Körper anders an. Ein leises Zittern lief durch ihren Körper, doch sie ignorierte es und setzte ihren Weg fort." Alles in Ordnung, Sakura?" besorgt sah Sasuke sie an, als er sah, dass sie langsamer wurde. "Ja, mir geht's gut," log Sakura tapfer und versuchte, ihre Unsicherheit zu verbergen. Sie hatte sich bereits nach dem Aufwachen schlapp gefühlt aber sie hatte es auf den fehlenden Schlaf und den Stress der Mission geschoben. Nun spürte sie deutlich das etwas nicht zu stimmen schien. Als sie das Bewusstsein zu verlieren drohte und von einem Ast abzurutschen begann, sprang Sasuke mit einer Geschwindigkeit, die nur ein Shinobi seines Kalibers erreichen konnte, hinterher. Er streckte die Arme aus und fing sie sanft, aber entschlossen auf, bevor sie den Boden erreichen konnte. Ihr Körper war schlaff in seinen Armen und er spürte, wie ihr Atem unregelmäßig wurde. "Sakura, was ist los?" fragte er alarmiert, während er sie festhielt. Doch sie antwortete nicht. Ihre Augen waren geschlossen und ihre Brauen waren fest zusammengezogen, scheinbar hatte sie Schmerzen. Schweißperlen glitzerten auf ihrer Stirn. “Sakura, wach auf!," flüsterte er eindringlich, während er sie in seinen Armen wiegte. Ihr Kopf ruhte an seiner Brust, und für einen Moment schien es, als ob sie seine Stimme nicht hören konnte. Doch dann öffneten sich ihre Augen schwach und sie sah zu ihm auf. "Sasuke... es tut mir leid." "Red keinen Unsinn," sagte Sasuke mit einer Mischung aus Sanftheit und Dringlichkeit. "Ich bringe dich nach Konoha. Wir haben keine Zeit zu verlieren." Sasuke wusste nicht genau was los war doch es war klar das es Sakura gar nicht gut ging und die Lage sichtlich Ernst war.

Ohne zu zögern, stand er zusammen mit ihr auf seinen Armen auf und begann mit großer Geschwindigkeit durch den Wald zu rennen. Er achtete darauf, die Erschütterungen so gering wie möglich zu halten, um ihr keine weiteren Schmerzen zuzufügen. Sakura klammerte sich schwach an seine Weste, ihre Augen halb geschlossen vor Erschöpfung. Nach wenigen Minuten wanderte Sasukes Blick zu ihrer Seite, wo die Klinge sie getroffen hatte. Sie hatte die Wunde perfekt geheilt, doch plötzlich schien es ihm klar: "Gift... Könnte die Waffe die dich getroffen hat mit Gift getränkt gewesen sein? “, sprach er seine Gedanken direkt aus. Schwach nickte Sakura an seiner Brust. Auch sie hatte bereits diese Vermutung im Stillen aufgestellt. Ihr Herz schlug unregelmäßig und ein brennender Schmerz breitete sich in ihrem Unterleib aus. Immer wenn sie die Augen öffnete verschwamm ihre Sicht und dunkle Flecken begannen vor ihren Augen zu tanzen. "Wie fühlt es sich an?" fragte Sasuke nach weiteren Minuten, während er jeden Schritt bedächtig setzte. "Es... brennt," keuchte sie. "Mein Körper... fühlt sich heiß an. Mein Herz... schlägt so schnell." Sasuke biss die Zähne zusammen, seine Entschlossenheit wuchs mit jedem ihrer schwachen Atemzüge. "Halt durch, Sakura. Wir sind fast da." Dabei hatten sie nur die Hälfte der Strecke geschafft. Er blieb kurz stehen, um in ihren Taschen nach einem allgemeinem Gegengift zu suchen und ohne zu zögern injizierte er ihr dieses in den linken Oberarm. Die Zeit schien sich endlos zu dehnen, während Sasuke mit der schwer atmenden Sakura durch den Wald raste. Die Ängste und Zweifel nagten an ihm, aber er würde nicht zulassen, dass sie überhandnahmen. Sie mussten es schaffen, sie mussten rechtzeitig nach Konoha gelangen. Doch trotzdem wuchs die Panik in seinem Inneren. Die Vorstellung, Sakura zu verlieren, schnürte ihm die Kehle zu. Die Erinnerungen an die letzte gemeinsame Mission bei der sie so stark verletzt wurde das sie fast verblutet war war noch nicht so lange her.

"Sakura, ich kann es nicht ertragen, dich so zu sehen," flüsterte er, seine Stimme von Emotionen erstickt. Sakura öffnete schwach die Augen, Tränen glänzten in ihren Augenwinkeln. "Sasuke... ich will nicht weg von dir," murmelte sie leise, ihre Stimme zitternd vor Schwäche. "Ich möchte noch so viel mit dir erleben. Ich möchte die Zukunft, die wir uns erträumt haben." Beide hatte nie ausgesprochen welche Pläne das waren aber beide sahen jeweils den anderen in seiner Zukunft. Sasukes Herz brach beinahe bei ihren Worten und er fühlte, wie ihm selbst die Tränen in die Augen stiegen. "Wir werden diese Zukunft haben, Sakura," versprach er entschlossen und doch sanft. "Ich werde alles tun, damit du wieder gesund wirst. Ich lasse das nicht zu." Sakura klammerte sich an ihn, ihre Augen fest auf ihn gerichtet. "Ich liebe dich, Sasuke," flüsterte sie, ihre Stimme kaum hörbar, während sich ihre Brust schnell hob und senkte. "Wir schaffen das. "antwortete Sasuke, während er sie noch enger an sich drückte. Die Tränen liefen nun frei über Sakuras Gesicht und Sasuke spürte die Hitze ihres Körpers durch seine Kleidung. "Du bist mein Herz, Sasuke," flüsterte sie mit brüchiger Stimme. Sasuke fühlte, wie seine eigene Entschlossenheit wuchs. "Und du bist mein Licht, Sakura," flüsterte er. "Ohne dich wäre ich verloren. Bleib bei mir. Kämpfe." Die Zeit schien stillzustehen, während sie sich aneinander klammerten und ihre Liebe und Hoffnung in jedem Atemzug spürbar wurde.

Der Tag schritt voran und die Sonne bewegte sich stetig über den Himmel, als Sakuras Zustand sich zusehends verschlechterte und schließlich verlor sie gänzlich das Bewusstsein. Ihr Griff an seiner Weste löste sich und ihr Arm hing nun seitlich herunter. Sasuke hielt sie fest in seinen Armen, während er mit aller Kraft weiterlief. Er konnte den Puls in ihren Adern spüren, schwach und unregelmäßig, was seine Angst nur noch weiter anfachte. Bleib bei mir er biss die Zähne zusammen und ignorierte seine schmerzenden Muskeln, er war seit Stunden gerannt.  Er sah ihre bleiche Haut, die Schweißperlen auf ihrer Stirn und die blassen Lippen. Seine Gedanken rasten. Was, wenn wir es nicht schaffen? Was wenn ich sie verliere? Immer wieder schlichen sich diese Gedanken in seinen Kopf. Die Panik wuchs erneut in ihm, doch er wusste, dass er nicht aufgeben durfte. Er konnte nicht schon wieder jemanden verlieren. Er würde das nicht überleben.

Endlich erreichte er die Tore von Konoha. Ohne zu zögern, rannte er direkt zum Krankenhaus. Die wenigen Menschen, auf dem Weg dahin, wichen erstaunt zur Seite, als sie den erschöpften und verzweifelten Sasuke mit der bewusstlosen Sakura in seinen Armen sahen. "Tsunade-sama! Wir brauchen Hilfe!" rief er, als er die Türen des Krankenhauses aufstieß, von Sakura wusste er das Tsunade seit wenigen Wochen wieder im Dorf war und im Krankenhaus arbeitete. Die legendäre Heilerin und ehemalige Hokage, eilte sofort herbei. Ein Glück war sie scheinbar in der Nähe gewesen um ihn zu hören. Ihr Blick wurde ernst, als sie Sakuras Zustand sah. Sasuke hielt die bewusstlose Sakura fest in seinen Armen, als Tsunade ihn anwies, ihr zu folgen. Seine Schritte waren schwer, und die Sorge in seinen Augen war unverkennbar. Das Krankenhaus war still und nur das leise Summen der medizinischen Geräte durchbrach die Stille. Tsunade führte sie schnell durch die Flure des Krankenhauses. "Wir müssen sie sofort in den Behandlungsraum bringen," erklärte sie mit Nachdruck. Sasuke nickte und folgte ihr, sein Herz pochte wild vor Angst. "Leg sie hier auf die Trage," wies Tsunade ihn an, als sie den Behandlungsraum erreichten. Sasuke legte Sakura vorsichtig auf die Trage, seine Hände zitterten vor Anspannung. Er sah ihr blasses Gesicht, die geschlossenen Augen und die Schweißperlen auf ihrer Stirn. Eilig hob und sank sich ihre Brust. "Sie ist vergiftet. Ihr Zustand wird immer kritischer. Ihr müsst ihr helfen." , flüsterte er, während er ihren schlaffen Körper ansah. Er berichtete mit monotoner Stimme an welcher Stelle sie verletzt wurden war. Welche Symptome auf der Rückreise aufgetreten waren, dass das Gegengift scheinbar geholfen hat die Wirkung zu verzögern aber nicht ausreichend stark zu sein schien. "Du hast gut daran getan, sie sofort hierher zu bringen," nickte Tsunade, während das medizinische Team alles für die Behandlung vorbereitete. Sie bewegten sich schnell und effizient, während Sasuke am Rande des Raums stand und zusah, wie sie sich um Sakura kümmerten. Er fühlte sich hilflos, unfähig, mehr zu tun, als zu warten und zu hoffen. "Wird sie es schaffen?" fragte er mit brüchiger Stimme, die Sorge in seinen Augen war offensichtlich. Nichts war von dem kalten, arroganten Sasuke von früher zu erkennen. Hier stand ein Mann voller Sorge um die Frau die er liebte. Tsunade warf ihm einen kurzen, ernsten Blick zu. "Wir tun alles, was in unserer Macht steht, Sasuke. Sie ist eine Kämpferin. Gib die Hoffnung nicht auf. Verlass jetzt bitte den Raum."

Mit einem letzten Blick auf Sakura verließ Sasuke den Behandlungsraum, seine Schritte fühlten sich schwer an, als ob er ein riesiges Gewicht mit sich trug. Sobald er die Tür hinter sich schloss, lehnte er sich gegen die kalte Wand des Flurs. Langsam ließ er sich an ihr entlang auf den Boden sinken, seine Knie angewinkelt, die Arme darauf gestützt und den Kopf verzweifelt nach unten gerichtet. Seine Hände vergruben sich in seinen Haaren, während sein Atem stoßweise kam und ging. Er ignorierte die schmerzenden Muskeln in seinen Beinen. Seine Brust zog sich schmerzhaft zusammen, als die Panik in ihm aufstieg. Sein Herz schlug so schnell, dass es sich anfühlte, als würde es aus seiner Brust springen. Schweiß brach ihm aus allen Poren, während seine Hände zitterten. Er versuchte, tief durchzuatmen, aber jeder Atemzug schien flach und unzureichend zu sein. Ein lähmender Druck lag auf seiner Brust, und seine Gedanken waren ein wirres Durcheinander aus Erinnerungen und Ängsten. Er sah Bilder von Sakura, wie sie lächelte und ihm Hoffnung gab, sie war doch sein Licht.  Das Licht welches ihn langsam und so mühevoll aus der Dunkelheit zog. Mit Sakura war sein Leben heller, leichter und er erlaubte sich an seine eigene Zukunft zu denken. Mit ihr. Doch dann drängten sich dunklere Erinnerungen in den Vordergrund. Seine Eltern, kniend vor Itachi, und der schreckliche Moment, als Itachi sie tötete. Diese Erinnerungen, die ihm aus falschem Schutz gegeben wurden, vermischten sich mit seiner gegenwärtigen Angst und verstärkten seine Panik. Tränen stiegen ihm in die Augen, während seine Hände sich fester in seinen Haaren vergruben. "Ich kann sie nicht verlieren, nicht sie auch noch," flüsterte er verzweifelt. Plötzlich spürte er eine sanfte Hand auf seiner Schulter. Er blickte auf und sah in die vertrauten Augen von Kakashi, dem sechsten Hokage. "Sasuke," Kakashi mit einer ruhigen, mitfühlenden Stimme sah ihn besorgt an. "Atme tief durch. Es wird alles gut." Doch Sasuke konnte die Panik in sich nicht unterdrücken, sein Kopf sackte wieder nach unten. "Ich kann nicht... ich kann nicht atmen," keuchte er, während seine Brust sich weiter zusammenzog. "Es fühlt sich an, als ob ich ersticke." Kakashi kniete sich vor ihn und legte eine Hand auf Sasuke's Knie. "Sasuke, hör mir zu," forderte er  "Konzentriere dich auf meine Stimme. Atme mit mir. Einatmen... und ausatmen." Sasukes Atem ging immer noch unregelmäßig, doch er versuchte, sich auf Kakashis Stimme zu konzentrieren. "Ich... habe Angst," gestand Sasuke, während die Tränen nun frei über seine Wangen liefen. "Die Erinnerungen... sie überwältigen mich." Kakashi hatte Sasuke nie weinen sehen. Er verstand seine Angst zu gut. Er wusste was Sasuke durchlitten hatte. Wie gerne hätte er dem jungen Mann diese Lasten abgenommen. Die Lasten die zu so vielen falschen Entscheidungen geführt hatten. Kakashi nickte verständnisvoll. "Das ist normal, Sasuke. Aber du bist nicht allein. Wir sind hier, um dir zu helfen. Du musst stark bleiben."

Langsam hob Sasuke den Kopf und sah Kakashi in die Augen. Die Panik begann nachzulassen, während eine neue Entschlossenheit in ihm wuchs. "Danke, Kakashi," sagte er leise. "Ich werde nicht aufgeben.“ Ich werde für sie kämpfen, genau wie sie jetzt kämpft dachte Sasuke noch. Kakashi schenkte ihm ein sanftes Lächeln und legte ihm eine tröstende Hand auf die Schulter. "Das ist der Sasuke, den ich kenne," sagte er mit einem warmen Lächeln. "Komm, lass uns gemeinsam warten." Mit diesen Worten ließ sich Kakashi neben Sasuke nieder und lehnte sich gegen die Wand. Langsam beruhigte sich Sasukes Atmung, und die Tränen versiegten. Doch er spürte, wie sein Kopf hämmerte und seine Muskeln vor Anspannung brannten und schmerzten. Trotzdem war ihm das egal. Immer wieder glitt sein Blick zur Tür, hinter der um Sakuras Leben gekämpft wurde. Er rechnete es Kakashi hoch an das er als Hokage in das Krankenhaus gekommen war. Er hatte deutlich wichtigeres zu tun und doch war er hier bei seinen ehemaligen Schaltern, er hatte sofort alles stehen und liegen lassen. Zu groß war die Sorge um die beiden Shinobi gewesen. War es nicht beinahe Hohn vom Leben selbst? Sasuke hatte sich geschworen, nie wieder jemanden so tief in sein Herz zu lassen. Der Schmerz vergangener Verluste war noch zu frisch, zu quälend. Und dennoch, es gab Naruto, der für ihn wie ein zweiter Bruder geworden war, und auch Kakashi, der ihm als Mentor, Vaterfigur und weiterer Bruder nahe stand. Und natürlich gab es Sakura. Sasuke erkannte, dass er sie nie als selbstverständlich betrachten durfte. Er musste sich mehr bemühen, sich ihr gegenüber öffnen und ihre Wünsche erfüllen. Er wollte, dass sie glücklich war, und er wollte seinen Teil dazu beitragen.