LNCrawler

Kapitel 2

The Blossom & The Moon — www.fanfiktion.de · All chapters

Kapitel 2

Eilig machte sich die junge Konochi auf den Heimweg. In ihrer großen Tasche waren Kittel und andere Krankenhausuniformen ordentlich gestapelt, die dringend von Blut, Sekreten und anderem Schmutz befreit werden mussten. Die Sonne war bereits untergegangen, und die Straßenlaternen beleuchteten das Dorf. Nachdem Pain damals alles zerstört hatte, waren durch Yamato und befreundete Dörfer viele Holzgebäude errichtet worden, wodurch die Stadt einen naturbelassenen Look erhalten hatte. Nach dem Krieg wurden viele Häuser aus Beton gebaut, was an das vorherige Aussehen Konohas erinnerte. Zusätzlich wurden zahlreiche Machiya*-Häuser errichtet. Das Dorf war auch flächendeckender geworden, da der Radius der leeren Fläche, die durch den Kampf zwischen Naruto und Pain entstanden war, erheblich zugenommen hatte. Das Uchiha-Viertel wurde nicht wieder aufgebaut, da es keinen Zweck mehr erfüllte. Stattdessen wurden dort viele ebenerdige Noka*-Häuser für Familien gebaut.

Wieder einmal kehrten Sakuras Gedanken zum Krieg zurück. Auch sie hatte seitdem Alpträume, da sie gesehen hatte, wie viele Menschen gestorben waren. Am Ende hatten Naruto und Sasuke mit vereinten Kräften alles zum Guten gewendet, doch es hatte trotzdem viele Opfer gegeben. Die Zeit nach dem Krieg war nicht einfach gewesen, besonders nicht für Sasuke Uchiha. Sakura erinnerte sich noch genau daran, wie es gewesen war, ihn in seiner Zelle zu besuchen...

Das Gebäude, in dem die Kriminellen untergebracht waren, hatte nur zwei Stockwerke. Im Erdgeschoss und im ersten Stockwerk befanden sich die Ninjas, die hervorragend in der Informationsbeschaffung waren. Im Keller waren mehrere Zellen errichtet worden, die groß genug waren, um ein Holzbett mit einer dünnen Matratze und einen Eimer für die notwendigsten Dinge unterzubringen. Jede Zelle hatte ein kleines Fenster, das von innen und außen mit Stahlgittern versehen war. Sakura fand es unmenschlich und verabscheuungswürdig, wie hier mit Menschen umgegangen wurde. „Das ist kein Wellness-Hotel“, war die einzige Antwort, die sie erhielt, als sie ihre Meinung kundtat. Ihr war bewusst, dass ein Gefängnis kein Ort der Erholung sein sollte, aber ein wenig mehr Licht, Privatsphäre und ein bequemeres Bett wären aus ihrer Sicht nicht zu viel verlangt gewesen. Sie fand es unerträglich, dass Sasuke an diesen Ort gebracht worden war. Schließlich hätte der Krieg ohne sein Zutun nicht beendet werden können, und sie alle wären nicht mehr da. Langsam näherte sie sich seiner Zelle, die sich in der hintersten linken Ecke befand. Es sah aus, als wäre Sasuke in eine dünne helle Decke gewickelt, doch die Seile, die um ihn gespannt waren, machten deutlich, dass er keinerlei Bewegungsfreiheit hatte. Seine Augen waren mit einer dicken schwarzen Bandage umwickelt, um sicherzustellen, dass er weder fliehen noch seine Fähigkeiten durch seine Augen einsetzen konnte. Stumm stand sie an den Gittern und betrachtete traurig seine leicht gekrümmte Gestalt. Es musste unglaublich unbequem und wahrscheinlich schmerzhaft sein, so lange in der gleichen eingequetschten Position verharren zu müssen. Sie besuchte ihn jeden Tag bis zu seinem Prozess und schaffte es, kleine Fortschritte in ihren Gesprächen mit Sasuke zu erzielen.

Tag 1:

Sasuke: Sakura.

Sakura: Ich...Sasuke wie-

Sasuke: Geh.

Tag 2-4:

Sasuke: Sakura.

Sakura: Sasuke wie geht es dir?

Sasuke: Geh.

Sakura: Nein.

Sasuke: Geh.

Tag 5-7:

Sasuke: Sakura.

Sakura: Sasuke wie geht es dir?

Sasuke: Geh.

Sakura: Nein. Ich möchte dir Gesellschaft leisten.

Sasuke: Tze. Dafür bin ich nicht der Richtige.

Sakura: Wie geht es dir? Brauchst du etwas?

Sasuke: Geh.

Tag 8-9:

Sasuke: Sakura.

Sakura: Sasuke wie geht es dir?

Sasuke: Geh.

Sakura: Nein. Ich möchte dir Gesellschaft leisten.

Sasuke: Tze. Dafür bin ich nicht der Richtige.

Sakura: Wie geht es dir? Brauchst du etwas?

Sasuke: Meine Freiheit.

Sakura: Du wirst frei sein.

Sasuke: Tze. Geh.

Tag 10:

Sasuke: Wieso nervst du mich jeden Tag?

Sakura: Weil wir Freunde sind und Freunde füreinander da sind.

Sasuke: Freunde, was? ….. Nach alldem?

Sakura: Immer. Naruto und ich haben dich nie aufgegeben und das werden wir auch jetzt nicht.

Sasuke: Ich verstehe euch Idioten nicht. So jemanden wie mich braucht man nicht als Freund.

Sakura; Das entscheiden wir und wenn es nötig ist werden wir dich vom Gegenteil überzeugen.

Sasuke: Sakura?

Sakura: Ja?

Sasuke: Danke. Bitte geh und komm nicht mehr her. Ich möchte nicht das du mich so siehst.

Nach weiteren fünf Tagen wurde bei einer Zusammenkunft der Kage entschieden, Sasuke die Freiheit zu gewähren. Dies jedoch unter strengen Bedingungen: Er musste regelmäßig Berichte an Konoha erstatten, durfte ausschließlich im Sinne des Dorfes handeln und stand unter ständiger Überwachung durch die Ninjadörfer. Trotz dieser Einschränkungen wurde Sasuke offiziell von seinen vergangenen Taten freigesprochen – und das nur dank Hokage Kakashi.Für Kakashi war Sasuke mehr als nur ein Schüler; er war wie Familie. Diese Verbindung hatte sich durch gemeinsame Erlebnisse und ihre geteilten Schmerzen gefestigt. Kakashi, der selbst schweres Leid erfahren hatte, konnte Sasukes inneren Kampf nachvollziehen. Doch er trug eine tiefe Last: das Gefühl, dass er Sasuke damals als Genin nicht genügend unterstützt hatte. Er hätte mehr tun müssen, um den jungen Uchiha zu retten und ihn von der Dunkelheit und der Verlockung der Rache abzuhalten. Dieses Versagen schmerzte ihn und ließ ihn oft an sich zweifeln. Kakashi war sich bewusst, dass er Sasuke nie hätte aufgeben dürfen. Um seine Schuld wieder gutzumachen, setzte er sich unermüdlich für Sasukes Freiheit ein. Letztlich glaubte er an die Fähigkeit seines ehemaligen Schülers, das Gute in sich zu entdecken und seine Talente für den richtigen Weg einzusetzen. Kakashi war überzeugt, dass Sasuke, trotz seiner Vergangenheit, eine wertvolle Zukunft vor sich hatte. Er hätte ihn niemals in einem kalten Gefängnis verrotten lassen können – nicht, solange er noch die Chance hatte, ihm zu helfen.

Sakura hätte Sasuke gerne auf seinen Reisen begleitet, doch sie hatte verstanden, dass es keinen Platz für sie gab. Sasuke hatte viele Fragen, die er für sich beantworten musste, und trug viel Schuld, die er sich nun selbst verzeihen musste. Was alles in dem jungen Mann vorging, konnte sich Sakura nur vorstellen, aber sie wusste es letztlich nie. Sasuke sprach nicht über seine Gefühle, die Dinge, die in seinem Kopf herumschwirrten, oder seine Alpträume, die ihn praktisch täglich quälten. Er sprach weder über seine Vergangenheit noch über seine Zukunft. Er wollte seine Schulden begleichen und durch seine Taten seine Fehler wieder gut machen, auch wenn es eine Ewigkeit dauern würde. Er war ganze drei Jahre verschwunden...

Sakura bemerkte, dass sie inzwischen zu Hause angekommen war.

Sie wohnte in einem kleinen Wohnkomplex mit vier Wohnungen und zwei Etagen, unweit vom Krankenhaus entfernt. Sie nahm die Stufen nach oben und öffnete die Tür auf der rechten Seite des Hauses. Nachdem sie aufgeschlossen und die Schuhe ausgezogen hatte, packte sie die Krankenhauskleidung in die Waschmaschine, die unter dem Trockner stand. Beides befand sich auf der rechten Seite im Flur in einer kleinen Nische. Die Wohnung war klein, bot ihr aber alles, was sie brauchte. Im Flur standen ihre Schuhe und es gab eine kleine Garderobe sowie die erwähnte Waschmaschine und den Trockner. Sie ging die Stufen hinauf und weiter den langen Flur entlang. Hinter der ersten Tür auf der rechten Seite befand sich das kleine Bad. Für eine Badewanne fehlte der Platz, und Sakura hätte sowieso keine Zeit gehabt, ein Bad zu nehmen. Hinter der nächsten Tür lag ihr Schlafzimmer. Ihr Bett stand am Ende des Raumes, links und rechts davon je ein kleiner Nachttisch, und rechts befanden sich die Fenster. Auf der gegenüberliegenden Seite war ihr Kleiderschrank, und gegenüber der Tür gab es einen kleinen Frisiertisch. Passierte man beide Räume, befand man sich in einem großen Küchen- und Wohnbereich. Das Wohnzimmer ging nach rechts ab. Sakura hatte ein hellgraues Sofa nur wenige Meter gegenüber den Schiebetüren zum Balkon platziert, von wo aus sie gerne einfach in den Himmel schaute oder den Sonnenuntergang genoss. In diesem Teil des Raumes gab es auch einen kleinen Esstisch, an dem vier Personen Platz fanden und den Sakura auch gerne als Schreibtisch nutzte. Außerdem gab es einige Bücherregale, in denen sich viele medizinische Bücher befanden. Auch ihr tatsächlicher Schreibtisch hatte hier Platz gefunden, quoll jedoch mit offenen Büchern, ausgerollten Schriftrollen und medizinischen Utensilien über. Wandte man sich vom Balkon aus nach links, stand man in der offenen Küche. Diese hatte sterile, aber hochweiß glänzende Fronten, und der Boden bestand aus dunklen, grauen Fliesen.

Nachdem Sakura also die Wäsche sortiert und einen Teil bereits in die Maschine gelegt hatte, ging sie ins Wohnzimmer, um die Balkontür zu öffnen. Es war Ende Mai, und um diese Zeit war es zwar etwas kühler, aber gleichzeitig erfrischend. Danach drehte sie sich um und ging ins Badezimmer, während sie sich ihren verspannten Nacken rieb. Sie steckte ihre Haare in einen unordentlichen Knoten und entledigte sich ihrer Kleidung, um zu duschen. Ihr schlanker, durch das Training geformter Körper spiegelte die Disziplin und Stärke wider, die sie als Ninja auszeichneten. Die subtil definierten Muskeln an Armen und Beinen waren ein Zeichen ihrer Kämpfernatur, während ihre helle Haut und die Anmut ihrer Bewegungen eine gewisse Eleganz ausstrahlten. Im Anschluss cremte sie sich ein, zog ihren weißen kurzen Pyjama an und putzte sich die Zähne. Enttäuscht stellte sie fest, dass das heiße Wasser, das sie auf ihren Nacken hatte laufen lassen, kaum die Verspannungen gelöst hatte. Seufzend verließ sie den Raum und ging ins Wohnzimmer, als sie ein fremdes Chakra in ihrer Wohnung wahrnahm.

*Machiya = typischen Stadthäuser in traditioneller japanischer Bauart

*Noka = Bauernhäuser in traditioneller japanischer Bauart

Die Besonderheiten der japanischen Architektur sind in Übereinstimmung mit der Erdbebensicherheit, die eine wichtige Rolle in der Bauweise spielt. Die tragende Konstruktion der Häuser ist ein Holzfachwerk, das relativ flexibel ist. Die Wände dahingegen sind aus einem möglichst leichtem Material gebaut und lassen sich verschieben für eine optimale Raumnutzung.

Wer sich dafür interessiert kann hier gerne sein Wissen stillen:

https://deavita.com/wohnen/architektur/japanische-haeuser-besonderheiten-architektur.html