Kapitel 42
Kapitel 42
Es war Mitte Februar. In den Straßen von Konoha lag noch eine dünne Schneeschicht, die unter der milden Wintersonne langsam dahinschmolz. Das frische Tauwasser rann in kleinen Bächen die Straßen entlang und die ersten Anzeichen des nahenden Frühlings waren spürbar. Die Bäume trugen noch keine Blätter, aber einige Knospen waren bereits zu erkennen. Die Luft war kühl, aber nicht mehr eisig und die Dorfbewohner genossen die sanfte Erwärmung.
Sakura, hatte sich vorgenommen, die Kunst des schnellen Erkennens und Neutralisierens von Giften zu meistern. Sie hatte sich auf dieses wichtige Training konzentriert und verbrachte ihre Zeit im Krankenhaus, wo sie ihre Fähigkeiten weiterentwickelte. Im Takikawa-Labor, einem speziell eingerichteten Raum im Krankenhaus, hatte Sakura ihr provisorisches Labor eingerichtet. Hier untersuchte sie verschiedene Giftproben und experimentierte mit Gegengiften. Sie hatte eine spezielle Taktik entwickelt, um die Gifte schneller zu erkennen und zu neutralisieren. Diese Taktik bestand aus mehreren Schritten: mit Hilfe ihres Byakugō-Siegels analysierte Sakura die chemische Struktur der Giftproben. Sie konzentrierte ihre Chakrapräzision, um die toxischen Verbindungen in den Proben zu identifizieren. Zudem verwendete sie ihr medizinisches Ninjutsu, um ihr Chakra in die Proben zu infundieren. Dadurch konnte sie die molekulare Struktur der Gifte verändern und Schwachstellen aufdecken. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse entwickelte sie spezielle Antidote. Sie experimentierte mit verschiedenen Kräutern und medizinischen Extrakten, um Gegengifte zu kreieren, die schnell und effektiv wirkten. Um ihre Fähigkeiten weiter zu verfeinern, simulierte Sakura Kämpfe gegen unsichtbare Gegner, bei denen sie vergiftet wurde. In diesen Trainingseinheiten lernte sie, unter extremen Bedingungen ruhig zu bleiben und ihr Antidot präzise und schnell zu verabreichen. Da sie absolut sicher sein wollte, dass ihre Antidote wirkten, führte Sakura daher Selbstversuche durch. Sie injizierte sich kleine Mengen der entwickelten Gifte und verabreichte sich selbst die Antidote, um die Wirksamkeit und Schnelligkeit ihrer Heilung zu überprüfen. Diese Selbstversuche hielt sie jedoch geheim, da sie wusste, wie riskant sie waren. Sie tat dies, um nie wieder so schwach zu sein wie damals bei der Mission, bei der sie einen Teil ihrer Fruchtbarkeit verloren hatte. Damals hatte sie ihre Vergiftung nicht erkannt und hatte im Nachhinein einen hohen Preis dafür zahlen müssen.
Eines Tages, nach einer anstrengenden Mission, kam Sasuke wie üblich ins Krankenhaus, um sich vorschriftsmäßig untersuchen zu lassen. Er war müde und sehnte sich nach etwas Ruhe. Als er durch die ruhigen Gänge des Krankenhauses lief kam er an Sakuras Büro vorbei und genau in diesem Moment hörte er ein leises Stöhnen und ein dumpfes Geräusch aus dem Inneren des Raumes. Alarmiert und ohne zu zögern, öffnete er die Tür und sah Sakura, wie sie zusammengebrochen auf dem kalten Boden lag, eine Nadel in ihrer Hand. Ihr Gesicht war blass, und Schweißperlen standen auf ihrer Stirn. "Sakura!" rief Sasuke entsetzt und eilte zu ihr. Sein Herz raste, als er sie vorsichtig hochhob und auf das nahegelegene Liege legte. Es war deutlich das sie bewusstlos war. Ihre Atmung war flach und unregelmäßig. Sein Blick glitt zum Boden, wo die Nadel aus Sakuras Hand gefallen war als er sie hochgehoben hatte, sofort begriff er die Lage. Zorn kochte in ihm hoch, eilig erhob er sich und griff nach dem Antidot, das sie auf dem Schreibtisch bereit gelegt hatte. Mit zitternden Händen verabreichte er ihr das Antidot und beobachtete angespannt, wie sich ihr Zustand langsam stabilisierte. Nachdem Sakura zu Bewusstsein kam, sah sie Sasuke, der sie mit zornigen und besorgten Augen ansah. "Was ist hier los?" fragte er wütend, seine Stimme bebte vor Zorn. Es war ihm nicht möglich gleichgültig zu klingen. Er verschränkte die Arme vor der Brust als er vor ihr stand und auf sie herab sah. Sakura senkte den Blick und erklärte leise: "Ich musste sicher sein, dass die Antidote wirken, Sasuke. Es gibt keine genauere Möglichkeit, es zu testen." Sofort hatte sie angefangen sich zu erklären. Sasukes Augen weiteten sich vor Überraschung. Er hatte keine Ahnung gehabt, dass Sakura sich so intensiv dieser Forschung und diesem Training gewidmet hatte. Die Enttäuschung und der Schmerz in seinen Augen waren deutlich zu sehen. "Warum hast du mir das nicht gesagt, Sakura?" fragte er, seine Stimme nun weicher, aber immer noch voller Sorge.
Sakuras Blick wurde scharf und kalt, als sie Sasuke ansah. „Ist es nicht ein schreckliches Gefühl, ausgeschlossen zu werden?“ Ihre Arme verschränkten sich ebenfalls vor ihrer Brust, eine Schutzbarriere gegen seine Vorwürfe. Überrascht sah er sie an. Die Erkenntnis traf ihn hart: sie hatte sich genauso benommen wie er es oft in der Vergangenheit getan hatte. Die bittere Erkenntnis, dass er ihr genau das angetan hatte, ließ ihn schlucken. „Wirklich, Sakura? Hast du es vor mir verheimlicht, um es mir heimzuzahlen? Seit wann bist du so kindisch?“ Seine Stimme war eine Mischung aus Verärgerung und Enttäuschung. „Nein, es war nicht absichtlich. Es hat sich einfach so ergeben,“ erklärte Sakura. „Außerdem hast du schon genug Sorgen. Ich wusste, dass ich stärker werden musste, um nie wieder so hilflos zu sein.“ Auch sie erkannte nun, dass sie sich genauso wie Sasuke verhalten hatte. Doch im Gegensatz zu ihm hatte sie es nicht absichtlich getan. „Wer sagt denn, dass du keine Langzeitschäden davontragen wirst?“ Er war nicht wütend darüber, dass sie es ihm nicht gesagt hatte, sondern darüber, dass sie sich und ihrem Körper solche Risiken aussetzte. „Die Theorie,“ erklärte Sakura trocken. Ungläubig sah er sie an. „Die Theorie?“ rief er laut aus und fuhr sich frustriert durchs Haar. „Hörst du, wie naiv das klingt?“ Er verstand noch immer nicht ganz, warum sie dieses Training machte, aber er hatte natürlich eine Vermutung.
„Warum machst du dieses Training eigentlich?“ fragte er schließlich. Sakura stand von der Liege auf und begann, die Dinge vom Schreibtisch aufzuräumen, die heruntergefallen waren, als sie das Bewusstsein verloren hatte. Ihre Knie zitterten, doch sie ignorierte es tapfer. „Ich will nicht, dass mir nochmals solch ein Fehler wie damals auf unserer Mission passiert. Es reicht mir nicht, Wunden nur detaillierter bei mir zu untersuchen. Ich will meine Fähigkeiten so weit verbessern, dass ich gar nicht erst in die Situation gerate, vergiftet zu werden.“ Sie spürte, wie ihr schwindelig wurde und versuchte, sich am Schreibtisch festzuhalten. Doch der war nicht in Reichweite. Stattdessen war Sasuke zur Stelle und sie klammerte sich an seine Weste. „Du wirst damit aufhören, Sakura. Sieh doch, wie schlecht es dir geht!“ entschied Sasuke entschlossen. „Aber ich-“ wollte sie protestieren, doch sein wütender und ernster Blick ließ sie verstummen. Sie wusste, er hatte recht. Was sie hier tat, war extrem gefährlich und konnte ihrer Gesundheit großen Schaden zufügen. Sie war so eifrig gewesen, dass sie die Gefahr vollständig ausgeblendet hatte. Sie musste einen anderen Weg finden um voran zu kommen. Wer vergiftete sich freiwillig um sich eilig wieder zu heilen? Es war bizarr. Aber hatte medizinischer Fortschritt nicht schon immer so funktioniert?
Sasuke hielt Sakura weiterhin fest, seine dunklen Augen starrten ihre grünen an, durchdringend und voller Entschlossenheit. „Du wirst dich ausruhen. Jetzt. Ich hole dich gleich ab.“ Seine Stimme war kalt, doch seine Besorgnis blitzte durch, wie eine glühende Kohle unter Asche. Noch bevor Sakura etwas entgegnen konnte, hatte er sie sanft, aber bestimmt auf die Liege zurückgeführt. „Bleib liegen,“ befahl er, dann wandte er sich ab. Ohne einen weiteren Blick eilte er aus dem Büro, seine Schritte fest und zielgerichtet. Auf einer anderen Etage fand er Tsunade in ihrem Büro, welche an ihrem Schreibtisch saß und über medizinische Berichte gebeugt war. Sasuke störte diese Ruhe mit der Wucht seiner Präsenz. „Tsunade!“ Sein Ton war lauter und schärfer, als er eigentlich beabsichtigt hatte aber die Sorge in ihm ließ es ihn nicht mehr kontrollieren. Er war ohne zu klopfen in den Raum gestürmt. Tsunade sah auf, die Stirn gerunzelt. „Was ist los, Sasuke?“ Ihre bernsteinfarbenen Augen verengten sich, als sie seinen Gesichtsausdruck sah. Die angespannten Muskeln in seinem Kiefer, die leichte Röte auf seinen Wangen, er war wütend. Wirklich wütend.„Wie konntest du Sakura so ein gefährliches Training machen lassen?“ Seine Stimme war tief, vorwurfsvoll, aber nicht laut. Die Worte schienen mehr zu knurren als zu sprechen. „Sie vergiftet sich selbst, freiwillig, nur um ihre Heilfähigkeiten zu sensibilisieren! Sie bringt sich damit um, Tsunade! Und du lässt das zu?“ Seine Hände ballten sich zu Fäusten, die Knöchel traten weiß hervor.
Tsunade war sichtlich überrascht, für einen Moment wich der Zorn in ihrem Blick einem Hauch von Verwirrung. Ihre Brauen zogen sich zusammen, während sie die Stirn kraus zog. „Was redest du da?“ fragte sie scharf, doch ihre Stimme war nicht unfreundlich. Sie stand von ihrem Stuhl auf und verschränkte ihre Arme vor der Brust, doch ihre Haltung ließ erkennen, dass sie sich mehr verteidigen wollte als angreifen. „Ich hatte keine Ahnung davon.“ Sasukes Blick verengte sich, ungläubig. „Keine Ahnung?“ Seine Stimme tropfte vor Skepsis. „Du bist die Leitung dieses Krankenhauses! Wie kannst du nicht wissen, was sie tut?“
Tsunade atmete tief durch und hob die Hand, um ihn zu unterbrechen. „Hör zu, Sasuke. Wenn sie das wirklich getan hat, dann hat sie es vor mir verborgen. Glaub mir, ich hätte es niemals zugelassen, dass sie sich selbst in Gefahr bringt!“ Ihre Stimme wurde eindringlicher, ihre Augen funkelten entschlossen, auch wenn ein Hauch von Unsicherheit darin lag. Es war klar, dass sie von den Vorwürfen getroffen war. Auch Tsunade war sofort klar wieso Sakura sich für den radikalen Selbstversuch entschieden hatte. Sasuke verschränkte die Arme vor der Brust, seine Augen blitzten vor Entschlossenheit, während er Tsunade mit festem Blick fixierte. „Das wird aufhören, Tsunade. Sakura wird keine selbstzerstörerischen Tests mehr an sich durchführen. Das ist inakzeptabel und du weißt es.“ Tsunade hob eine Augenbraue, ihre Haltung stolz und unerschütterlich. „Und was schlägst du vor, Sasuke? Soll ich ihre Entwicklung aufhalten? Du weißt, wie stur sie ist, wenn ich es verbiete, findet sie einen Weg, es trotzdem zu tun.“ Sasuke schnaubte leise, eine Spur von Ungeduld in seiner Stimme. „Du bist die beste Medizinninja dieses Dorfes. Finde einen anderen Weg, der sie ihre Ziele erreichen lässt, ohne ihr Leben oder ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen.“
Tsunade musterte ihn für einen Moment schweigend, dann wandte sie den Blick ab, nachdenklich. Ihre Stirn legte sich in Falten, während sie die Worte abwägte. „Einen anderen Weg, hm...?“ Ihre Finger trommelten leicht auf den Tisch vor ihr und plötzlich schien ihr ein Gedanke zu kommen. Sie hob den Kopf, ihre Augen wieder auf Sasuke gerichtet. „Es gibt tatsächlich eine Möglichkeit,“ begann sie langsam. „Wir könnten ein spezielles Team aufstellen mit Sakura, mir und einigen anderen Medizinninjas, die auf Heilmethoden und Gifte spezialisiert sind. Anstatt an sich selbst zu experimentieren, könnte Sakura mit simulierten Vergiftungen arbeiten. Ich kann spezielle, ungefährliche Substanzen entwickeln, die die Symptome von Giften nachahmen, ohne dass sie wirklich Schaden anrichtet. Damit kann sie ihre Heilfähigkeiten in einer kontrollierten Umgebung verbessern.“ Sasuke schien kurz zu überlegen, bevor er nickte. „Das klingt vernünftig. Aber du sorgst dafür, dass sie nichts ohne Aufsicht unternimmt. Keine Ausreden, kein Freiraum für Risiken.“ Tsunade seufzte leicht, doch ein Lächeln huschte über ihre Lippen. „Ich werde morgen als Erstes mit Sakura sprechen. Und ich werde dafür sorgen, dass sie aufhört.“ Ihre Stimme war nun fester, und ihre Körperhaltung wirkte wieder wie die einer erfahrenen Anführerin: klar, entschlossen und kontrolliert. „Überlass das also mir. Ich werde sie in ein Team einbinden. Es wird ihre Fähigkeiten fordern, aber ohne, dass sie sich selbst in Gefahr bringt.“ Sasuke entspannte sich sichtlich, auch wenn sein Blick immer noch ernst war. „Gut. Sie verdient die Chance, stärker zu werden aber nicht zu diesem Preis.“
Er sah sie noch einen Moment lang an, seine Augen waren prüfend, fast durchdringend. Dann nickte er knapp, so als würde er ihre Idee nochmals absegnen. Tsunade musterte Ihrerseits Sasuke mit einem verschmitzten Lächeln, als er sich bereit machte, den Raum zu verlassen. „Weißt du, Sasuke,“ begann sie mit einem unüberhörbaren Anflug von Ironie in der Stimme, „wenn du so weitermachst, werde ich bald eine neue Regel einführen müssen. ‚Kein zukünftiger Ehemann darf mir Vorschriften in meinem Fachgebiet machen.‘ “ Sasuke hielt kurz inne, warf ihr einen flüchtigen, aber genervten Blick über die Schulter zu. „Ich nehme an, du findest das witzig,“ sagte er trocken. Tsunade zuckte leicht die Schultern, ihre Haltung blieb entspannt. „Nur ein bisschen, aber ehrlich gesagt: Sakura kann froh sein, dass sie jemanden hat, der sie dermaßen beschützt. Nicht jeder würde sich so um sie kümmern. Auch wenn du es mit dem ‚ritterlichen Retter‘ vielleicht etwas übertreibst. Es beruhigt mich zu wissen das du an ihrer Seite sein wirst. “ Sie zwinkerte ihm zu, setzte sich auf ihren Stuhl bevor sie sich wieder den Papieren auf dem Tisch zuwandte, ein leises Lächeln auf den Lippen.
Sakura hatte sich den restlichen Abend ausgeruht und beide hatten nicht mehr über dieses Thema gesprochen gehabt. Sasuke schien nicht besonders wütend oder distanziert, eher nachdenklich. Also durchaus kein unauffälliges Verhalten seinerseits. Er hatte sie immer wieder gefragt wie es ihr ging und ihr ein deftiges Omlette zum Abendessen zubereitet. Er konnte nicht wirklich viele Gerichte kochen doch dieses hatte Sakura ihm vor einiger Zeit beigebracht. Es hatte durch eigene Ergänzungen seine persönliche Note und es schmeckte was letztlich die Hauptsache war. Am nächsten Morgen hatte Tsunade in ihrem Büro auf sie gewartet. Ihre ehemalige Lehrmeisterin stand am Fenster und hatte mit verschränkten Armen vor der Brust raus gesehen. ,,Tsunade?“, Sakura hatte überrascht geklungen. Sie überlegt kurz, ob beide einen Termin für diesen Morgen hatten doch sie konnte sich nicht daran erinnern. ,,Guten Morgen, waren wir verabredet?“, nahm sie das Wort wieder auf, als sie ihren Mantel an einen Harken hängte und ihre Tasche auf einem Stuhl ablegte. ,,Nein hatten wir nicht aber ich bin wegen einer dringenden Angelegenheit hier.“, sprach Tsunade ruhig aus und wandte sich nun an ihre ehemalige Schülerin. Tsunade musterte Sakura einen Moment lang schweigend, als wolle sie prüfen, wie viel die junge Frau bereits ahnte. Dann löste sie sich vom Fenster und lehnte sich nun gegen des Fensterbrett und stütze ihre Hände seitlich darauf ab. Ihre Beine verschränkte sie.
Sakura spürte, wie sich ein Knoten in ihrem Magen bildete. „Ich weiß, was du getan hast.“, sprach Tsunade die nächsten Worte aus. Sakura blinzelte. Ein kurzer, verräterischer Ruck ging durch ihre Schultern. „Ich… ich weiß nicht, was du meinst.“ „Sakura.“ Tsunades Stimme war nicht laut aber sie schnitt wie ein Skalpell. „Du hast dich selbst vergiftet, um deine Heilfähigkeiten zu trainieren.“ Sakura senkte den Blick. Für einen Moment herrschte Stille, nur das leise Ticken der Uhr an der Wand war zu hören. „Ich wollte niemanden belasten,“ murmelte sie schließlich. „Und ich wollte nicht wieder so hilflos sein wie damals. Ich dachte, wenn ich—“ „—wenn du dich selbst in Gefahr bringst, wirst du stärker?“ Tsunade schnaubte leise, doch es war kein Spott darin, nur tiefe Sorge. „Du bist nicht unverwundbar, Sakura. Und du bist nicht allein.“ Sakura hob den Kopf, überrascht von der Wärme in Tsunades Blick. „Sasuke hat es mir gesagt,“ fuhr Tsunade fort. „Er war außer sich vor Sorge. Und ehrlich gesagt… ich kann es ihm nicht verdenken.“ Sakura errötete leicht, doch Tsunade ließ ihr keine Zeit, sich hinter Verlegenheit zu verstecken. „Hör mir gut zu.“ Tsunade löste sich vom Fenster und stellte sich direkt vor sie. „Dein Ehrgeiz ist bewundernswert. Deine Entschlossenheit auch. Aber du bist keine Waffe, die man bis zum Zerbrechen schärft. Du bist eine Heilerin. Und Heiler müssen lernen, Grenzen zu respektieren, besonders ihre eigenen.“
Sakura öffnete den Mund, doch Tsunade hob eine Hand. „Ich werde dir helfen. Aber nicht so.“ Ihre Stimme wurde fester. „Ich stelle ein Team zusammen. Spezialisten. Wir entwickeln sichere Methoden, um deine Fähigkeiten zu verbessern. Du wirst trainieren, ja aber unter Aufsicht, mit kontrollierten Bedingungen. Keine Selbstexperimente mehr.“ Sakura schluckte. „Und wenn ich mich weigere?“ Natürlich würde sie sich nicht weigern, das wussten sie beide. Sakura hatte bereits am Vortag verstanden das es falsch war was sie getan hatte. Tsunade lächelte schief. „Dann sperre ich dich persönlich im Archiv ein, bis du Vernunft annimmst.“ Sakura musste trotz allem lachen, ein kleines, erschöpftes Lachen, aber echt. Tsunade legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Du bist stark, Sakura. Aber Stärke bedeutet nicht, sich selbst zu opfern. Stärke bedeutet, lange genug durchzuhalten, um für andere da zu sein.“ Sakura sah zu ihr auf, und in ihren Augen lag ein stilles, aber tiefes Verständnis. „Ich… ich weiß das es falsch und gefährlich war. Ich wusste nur keinen anderen Weg. “ ,,Es ist keine Schande um Hilfe zu bitten oder Fragen zustellen. Du weißt du selber das man nie auslernt. Mit spezialisierten medizinischen Personal und den richtigen Tests lässt sich vieles selbst in der Theorie testen auch ohne das es abweichend zur physischen Symptomen käme. Alles andere besprechen wir uns in den nächsten Tagen.“ Sakura nickte und lächelnde: ,,Danke Tsunade.“ Tsunade winkte ab, doch ein warmes Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. „Mach dich an die Arbeit. Und sag Sasuke, er soll aufhören, in meinem Büro herumzustürmen, als wäre er der neue Hokage.“ Sakura schmunzelte. „Ich glaube, das wird schwierig.“ „Dann gib dir Mühe.“ Tsunade setzte sich in Bewegung den Raum zu verlassen, doch ihre Augen folgten Sakura noch einen Moment lang: voller Stolz, Sorge und Zuneigung.