Kapitel 4
Kapitel 4
Vielen Dank für das Feedback seit dem letzten Update – ganz gleich in welcher Form es mich erreicht.
Ich sehe es, schätze es und freue mich über jede Rückmeldung.
Nun kehren wir zurück zur Geschichte und zu Sakuras Erinnerungen:
Das Kirschblütenfest war in vollem Gange, und das Dorf war in ein Meer aus rosa Blüten getaucht. Die Stimmung war ausgelassen, und viele Menschen liefen in schönen traditionellen Trachten durch die Straßen. Überall hörte man Lachen und fröhliche Gespräche, während die Dorfbewohner das Fest genossen.
Doch Sasuke und Sakura trafen sich oberhalb des Dorfes, wo sie einen perfekten Blick auf das beleuchtete Dorf hatten. Sie wollten ihre Begegnung geheim halten, fernab von neugierigen Blicken. Sakura konnte die Freude und das Lachen der Menschen im Dorf hören, doch in ihrem Herzen herrschte eine andere Stimmung. Sasuke war so verschlossen, dass Sakura oft das Gefühl hatte, er vertraue ihr nicht genug, um offen zu sein. Schweigend standen sie Seite an Seite und blickten hinab auf das Dorf. Sakura schluckte und verschränkte nervös ihre Finger ineinander. „Vertraust du mir nicht?“ fragte sie leise, während sie Sasuke ansah. Sasuke wich ihrem Blick aus und starrte auf einen unbestimmten Punkt vor sich. „Es ist nicht so einfach, Sakura,“ murmelte er. „Es gibt Dinge, über die ich nicht sprechen kann.“„ Aber du musst darüber sprechen,“ drängte sie und drehte sich halb zu ihm um. . „Ich bin hier für dich. Ich will dir helfen.“
Sasukes Gesicht verzog sich vor Schmerz. Der Mord an seinem Clan und seiner Familie verfolgte ihn noch immer. Er hatte sich lange isoliert und dem Hass und der Wut hingegeben. Er war über Leichen gegangen und hatte vergessen, wie Liebe, Wärme, Vertrauen und Glück aussahen. „Du verstehst es nicht,“ sagte er scharf. „Du kannst es nicht verstehen.“ Sakura trat einen Schritt näher und legte eine Hand auf seine Schulter. „Ich will es verstehen,“ sagte sie sanft. „Bitte, lass mich dir helfen.“, wiederholte sie. Sasuke schüttelte ihre Hand ab und trat zurück, seine Augen kalt und voller Trauer. „Ich kann nicht,“ sagte er schneidend. „Du wirst es nie verstehen. Ich habe meinen Bruder getötet, nur um später die Wahrheit zu erfahren. Wie soll ich darüber sprechen?“ Seine Stimme wurde lauter, seine Wut steigerte sich. „Weißt du, wie es ist, jemanden zu töten, den man liebt? Jemanden, der einem alles genommen hat? Weißt du, wie es sich anfühlt, den letzten Menschen zu verlieren, weil man keine andere Wahl hat? Nur um danach zu erfahren, dass alles eine Lüge war? Weißt du, was wahrer Schmerz ist?“ Wütend starrte er sie an, seine Augen funkelten vor Zorn und Verzweiflung. Nein natürlich wusste sie nicht wie es war. Ihr Leben war lange Zeit unbeschwert gewesen. Der einzige Verlust war der ihrer Eltern durch den Krieg. Nichts im Vergleich zu Sasuke oder Naruto aber trotzdem ein Verlust.
„Jede Nacht sehe ich sein Gesicht: sein Blut an meinen Händen, wie ich ihn immer und immer wieder mit meinem Schwert durchbohre. Er verfolgt mich jeden Tag, und zu wissen, dass es umsonst war, zerstört mich. Jeder Blick in den Spiegel bereitet mir Übelkeit. Ich bin so wütend auf ihn und die Welt, so wütend auf mich. Ich bin machtlos und ein schrecklicher Mensch, der nur Schlechtes verdient.“ Sasuke klang nicht mehr kontrolliert eher zweifelnd und leidend. Sakura konnte es kaum ertragen ihn so über sich sprechen zu hören. Tränen stiegen in ihre Augen, unfähig, die Tiefe seiner Selbstverachtung zu begreifen. „Sasuke, bitte, hör auf! Es tut mir in der Seele weh, dich so über dich selbst sprechen zu hören. Du darfst dich nicht aufgeben. Du musst dir selbst vergeben.“ Mit aller Kraft sprach sie weiter: „Aber du darfst dich nicht in der Dunkelheit verlieren. Lass mich deine Last tragen, lass mich dir helfen, wieder ganz zu werden und dich so zu sehen, wie ich es tue. Ja, deine Welt mag dunkel sein, aber lass mich dein Licht sein, das dich wieder zurückführt.“ Ihre Stimme zitterte vor Emotionen, doch sie hielt seinen Blick fest. „Sasuke, du bist nicht allein. Ich helfe dir deinen Weg zurück zu finden. In ein Leben was du vergessen aber was du verdient hast. Zusammen können wir die Schatten vertreiben, die dich umgeben.“ Sie spürte, wie ihr Herz sich zusammenzog, und die Tränen flossen frei. „Lass mich dein Licht sein,“ flüsterte sie erneut, und ihre Worte waren sowohl ein Versprechen als auch ein Flehen.
Sasuke spürte, wie der Selbsthass in ihm aufstieg, seine Worte wurden schärfer und härter., doch er wich ihrem Blick nicht aus „Ich verachte mich selbst für das, was ich getan habe. Ich bin ein Monster, Sakura. Ich habe alles zerstört, was mir jemals etwas bedeutet hat. Wie kannst du mich überhaupt ansehen, mein Licht sein wollen, geschweige denn lieben?“ Er fühlte sich von Schuldgefühlen und Verzweiflung überwältigt. Der Schmerz in seinen Augen spiegelte die innere Dunkelheit wider, die ihn verschlang. Er wollte nicht, dass Sakura in seine Finsternis gezogen wurde. Er verdiente nichts Gutes, nicht einmal ihre Zuneigung. Wie wollte sie sein Licht sein? Sakura blinzelte die Tränen aus ihren Augen. „Sasuke, ich weiß, dass es schwer ist,“ sagte sie. „Aber du musst es nicht alleine durchstehen. Ich bin hier für dich.“ wiederholte sie ohne der Aussage müde zu werden. Sasuke schloss die Augen und atmete tief durch. „Es tut zu sehr weh.“ gestand er das Offensichtliche. Traurig sah Sakura ihn an. Sie trat noch näher und legte ihre Arme um ihn.
Als Sasuke ihre zarte Umarmung spürte, öffnete er die Augen und nahm sie in ihrer ganzen Schönheit wahr. Sie trug ein enganliegendes, weißes Oberteil mit zarten Stickereien, das ihre schlanke Figur betonte, und darüber einen langen, eleganten, roten Mantel, der im Wind flatterte. Ihr Stirnband, farblich passend zum Mantel, war hinter ihren Ohren verknotet und rundete ihr Outfit ab. Ihre langen, rosafarbenen Haare wehten sanft im Wind, und ihre sattgrünen Augen funkelten trotz der Tränen und des Mitgefühls in ihnen. Sasuke konnte nicht anders, als ihre Anmut und Stärke in Gedanken anzuerkennen. Er erwiderte die Umarmung zögerlich, spürte aber die Wärme und Vertrautheit ihres Körpers. Seine Muskeln waren stark und fest, und Sakura fühlte sich sicher in seinen Armen. Sein Duft umhüllte sie und ließ ihr Herz schneller schlagen. In diesem Moment fühlte sie sich ihm näher. Sie hatte ihn immer geliebt, und sie wusste, dass sie ihn immer lieben würde, selbst wenn er ihre Gefühle nicht erwidern könnte. Heute aber wollte sie vor allem für ihn da sein, ihm Kraft spenden und ihm zeigen, dass er nicht allein war. Während Sasuke die Umarmung zuließ, spürte er, wie sie ihm Kraft gab. Die Wärme und Zuneigung, die von Sakura ausgingen, ließen ihn sich für einen Moment geborgen fühlen. Konnte sie vielleicht doch sein Licht sein?
Doch dann kamen wieder Zweifel und Selbsthass in ihm erneut auf. Er musste sie von sich stoßen. Er war nichts Gutes, wollte sie nicht in seine Dunkelheit ziehen. Diese inneren Qualen zeichneten sich in seinen verhärteten Gesichtszügen ab, während er sich von ihr löste.
Sasuke trat einen Schritt zurück, die Distanz zwischen ihnen fühlbar. Die Stimmung zwischen ihnen schwankte wie ein Pendel, mal näher, mal weiter voneinander entfernt, gefangen in Sasukes inneren Kämpfen. Beide sahen sich stumm an, die Anstrengung, sich zu erklären und all die Gefühle zu verarbeiten, lastete schwer auf ihnen. Sasuke fühlte sich überwältigt von all dem Schmerz und den Emotionen, nicht wissend, wie er damit umgehen sollte. Sakura hingegen war traurig über den Einblick in sein inneres Leid, aber fest entschlossen, ihm zu helfen. Wieder schwang das Pendel um. Er sah sie an, seine Augen voller Schmerz und Verzweiflung. „Was stimmt nicht mit dir?“ fragte er, seine Stimme kalt und schneidend. „Wie kannst du jemanden wie mich wollen? Nachdem ich dich immer wieder enttäuscht und verletzt habe? Nachdem ich dein Zuhause zerstören wollte? Nachdem ich versucht habe, dich zu töten?!“ Seine Worte waren wie Messer, die in die Luft schnitten, voller Wut und Unverständnis.
Sakura spürte, wie ihr Herz schmerzte, als sie den Schmerz und die Wut in seinen Augen sah. Weil ich dich liebe , dachte sie. Ihr Herz brach, ihn so voller Schmerz zu sehen. „Weil ich an dich glaube,“ sagte sie leise. „Weil ich weiß, dass du mehr bist als das, was du getan hast. Du bist kaputt, Sasuke, aber ich will dir helfen, dich wieder zusammenzusetzen.“
Sasuke schloss die Augen und atmete tief durch. „Ich weiß nicht, ob ich das kann,“ sagte er. „Ich habe so viel Hass und Rache in mir getragen. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder normal sein kann.“ Das Pendel schwang erneut. Sakura trat wieder auf Sasuke zu und legte ihre Hand an seine Wange und sah ihm tief in die Augen. „Du musst es nicht alleine schaffen,“ flüsterte sie. „Ich bin hier, um dir zu helfen. Wir werden das gemeinsam durchstehen.“ Sasuke legte nun ebenfalls seine Hand an einer ihrer Wangen und sah ihr tief in die Augen. „Du bist mir wichtig, Sakura,“ gestand er leise. Er wollte ihr glauben. Er wollte so sehr, dass sie sein Licht war. Hier stand sie nun und gab ihm die Möglichkeit zu heilen und ein Stück weit wieder ganz zu werden. Sie war seine Chance auf ein Leben außerhalb des Hasses.
Sasuke wusste nicht mehr, was Liebe war oder wie man sie gab. Sein Herz war gefangen in einem Labyrinth aus Schmerz, Schuld und Verwirrung. Er vermisste das Gefühl von Liebe, wusste aber nicht mehr, wie es sich anfühlte. Die Vorstellung, zur Ruhe zu kommen und endlich Frieden zu finden, war eine unerreichbare Sehnsucht. Es wäre ein neuer, unbekannter Weg, aber das Gegenteil zu dem, was er bisher getan hatte. Sasuke entschied sich: „Ich brauche Zeit,“ fuhr er fort. „Ich werde versuchen, mich dir zu öffnen. Aber es wird nicht einfach sein.“ Sakura nickte erneut und drückte mit der anderen Hand seine Hand. „Ich verstehe,“ sagte sie mit fester Stimme und wich seinem Blick keine Sekunde aus. „Und ich werde warten. So lange es auch dauert.“
In diesem Moment begann das Feuerwerk, und der Himmel wurde von bunten Lichtern erhellt. Sakura spürte, wie ihr Herz wie wild klopfte, als Sasuke sie zu sich zog und ihre Lippen mit seinen berührte. Der Kuss war bittersüß, voller unausgesprochener Versprechen und hoffnungsvoller Sehnsucht. Ihre Lippen verschmolzen, als ob sie einander die Last der Vergangenheit und die Hoffnung für die Zukunft übermitteln könnten. Sasuke löste sich sanft von ihr und sah sie mit einer neuen Entschlossenheit an. „Ich werde es versuchen,“ flüsterte er. Mit dir an meiner Seite , dachte er.