Kapitel 56
Kapitel 56
Es war Anfang Juli, als Sasuke nach drei langen Wochen endlich das Krankenhaus verlassen durfte. Sein Körper war zwar noch schwach aber die Genesung schritt voran und er hatte grünes Licht bekommen mit leichtem Training zu beginnen. Naruto hatte sich natürlich sofort angeboten ihm dabei zu helfen. Sasuke brannte darauf seine alte Stärke zurückzuerlangen, entschlossen, bald wieder in den aktiven Dienst zurückzukehren. Sakura sollte sich ebenfalls erholen und zu Kräften kommen. Daher beschloss sie den kompletten Monat sich freizunehmen was Tsunade sehr begrüßte. Daher passte es ganz gut das ihr Haus erst im August bezugsfertig sein würde.
Während Sakura Sasukes Kleidung in eine Tasche legte, hob sie fragend den Kopf. Mit dem Rücken zu ihm gewandt, fragte sie: „Wo werden wir wohnen, bis wir einziehen können?“ Sasuke betrachtete sie für einen Moment schweigend. Sein Blick fiel auf das Uchiha-Emblem welches sie auf ihrem Rücken trug. Es war immer noch ungewohnt, sie so zu sehen: als Teil seiner Familie, seiner Welt. Natürlich hatte er nie vergessen, dass sie Sakura war, die Frau, die ihn gerettet und sich um ihn gekümmert hatte, doch die Realität ihrer Ehe war so neu, dass sie manchmal schwer zu begreifen war. Ein schwaches Lächeln spielte um seine Lippen. „Bei dir“, sagte er schließlich mit seiner typischen Ruhe. „Meine Wohnung ist gekündigt und leer.“ Sakura drehte sich überrascht zu ihm um. „Du hast deine Wohnung schon aufgegeben?“ Ihr Ton war eine Mischung aus Verwunderung und Neugier. „Ich habe Naruto gebeten sich darum zu kümmern“, erklärte Sasuke und hielt ihren Blick. „Alles, was wichtig war und was ich behalten wollte steht bereits im neuen Haus.“ Sakura musterte ihn für einen Moment, ehe sie ihre Stirn leicht runzelte. „Warum hast du mir nichts davon erzählt?“ Ihre Stimme klang ein wenig vorwurfsvoll, aber gleichzeitig sanft. Sasuke ließ seinen Blick nicht von ihr ab. „Du warst so beschäftigt damit dich um mich zu kümmern. Ich wollte dir nicht noch mehr Gedanken machen.“ Seine Worte waren nüchtern, doch ein Hauch von Zärtlichkeit schwang mit. Ein Lächeln huschte über Sakuras Gesicht, doch es verschwand ebenso schnell, als sie eine plötzliche Erkenntnis traf. Ihre Augen wurden groß, und sie rief: „Wir haben ja noch gar keine Möbel!“ Er nickte kaum merklich. „Bis auf die Küche und die Bäder ist nichts fertig betreffend der Möblierug“, bestätigte er ruhig. „Oh nein“, murmelte sie, offenbar bereits in Gedanken darüber was noch alles erledigt werden musste. Sasuke jedoch ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Der Bauleiter ist über unsere Situation informiert“, erklärte er gelassen und öffnete die Schublade seines Nachttisches. Neugierig trat Sakura zu ihm herüber. Ihr Blick fiel auf mehrere Möbelkataloge, ordentlich übereinandergestapelt. „Woher hast du die?“ fragte sie überrascht, während sie die Kataloge aufnahm und durchblätterte. „Naruto hat sie mitgebracht nachdem er mit dem Bauleiter gesprochen hatte“, erklärte Sasuke. „Er meinte, wir könnten sie uns in Ruhe zu Hause ansehen und ihm dann in den nächsten Tagen Bescheid geben.“ Für einen Moment hielt Sakura inne. Sie betrachtete die Kataloge in ihren Händen bevor sie Sasuke ansah. Rührung und Dankbarkeit spiegelten sich in ihrem Blick. Sie wusste wie wenig er normalerweise solchen Dingen Beachtung schenkte und doch hatte er diese Details mit bedacht. Es war eine seiner stillen Gesten die ihr zeigte wie sehr er sich trotz seiner wortkargen Art um sie sorgte.
Einen Tag später am Nachmittag klopfte es an Sakuras Tür, ohne eine weitere Sekunde zu warten wurde diese jedoch sofort geöffnet. Sakura, die gerade in der Küche war und Tee vorbereitete und sofort das Chakra erkannt hatte, rief: „Naruto du kommst doch sicher nur um wieder über das Training zu reden!“ Sie lächelte dabei, ein Hauch von Freude in ihrer Stimme. Naruto, der wie immer mit einem Grinsen hereinstürmte, hielt jedoch inne und zog einen kleinen, sorgfältig geschnürten Lederbeutel aus seiner Tasche. Sein Lächeln nahm eine weichere, nachdenklichere Note an. „Nicht ganz“, sagte er, während er sich Sasuke zuwandte, der am Tisch saß und ihn mit einem abwartenden Blick musterte. „Das hier gehört euch.“ Naruto reichte Sasuke den Beutel, seine sonst so impulsiven Bewegungen wirkten dieses Mal fast ehrfürchtig. Sasuke nahm den Beutel, seine Finger glitten über das weiche Leder. Er wusste sofort, was sich darin befand und öffnete ihn langsam. Zwei Ringe schimmerten in dem sanften Licht, schlicht und doch bedeutungsvoll. Sie waren ihre Hochzeitsringe, die sie damals über einen Falken an Naruto gesandt hatten: eine symbolische Geste, bevor sie auf getrennte Missionen aufgebrochen waren. Sakura trat langsam näher, blieb jedoch unsicher stehen, während sie den Beutel in Sasukes Händen betrachtete. „Die Ringe…“ flüsterte sie, ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch. Sie hatte sie seit ihrer Hochzeit nicht mehr gesehen. Sasuke nahm ihren Ring heraus, der so klein und zierlich in seiner Hand lag, und trat auf sie zu. Er hielt ihren Blick, während er vorsichtig ihre Hand nahm. „Du solltest ihn wieder tragen,“ sagte er leise. Seine Stimme war ruhig, doch voller Bedeutung. Sakura spürte, wie Tränen in ihre Augen stiegen. Sie nickte, unfähig zu sprechen und ließ ihn den Ring an ihren Finger schieben. Ihre Hände zitterten leicht und in diesem Moment schien es, als ob die Zeit stehen blieb. Mit einem sanften Lächeln nahm sie den zweiten Ring und schob ihn an Sasukes Finger. Es war ein stilles, aber machtvolles Versprechen: ein Zeichen dafür, dass sie trotz allem immer noch verbunden waren. Naruto, der im Hintergrund alles beobachtet hatte, hustete verlegen und grinste dann breit. „Gut, dass ich den Beutel nicht verloren habe, oder?“ witzelte er mit einem Hauch von Erleichterung, der seine eigenen Emotionen überspielte. „Ich wusste, dass ihr sie zurückhaben wollt.“ „Danke, Naruto“, sagte Sakura, ihre Stimme zitterte leicht, aber sie lächelte ihn warm an.
Die Tage vergingen, und Sasuke und Sakura fanden langsam in einen neuen Rhythmus. Es war ein stiller, aber bedeutungsvoller Prozess, in dem sie sich gegenseitig halfen, zu heilen; körperlich und emotional. Am Morgen, während die Sonne durch die Vorhänge fiel, saßen sie oft gemeinsam am kleinen Küchentisch. Sakura bereitete einfache Mahlzeiten zu und Sasuke, der anfangs nur kleine Portionen essen konnte, begann langsam immer Appetit zu entwickeln. „Du musst mehr essen“, sagte sie eines Morgens mit einem sanften Lächeln, während sie ihm eine Schale mit dampfendem Reis und Gemüse reichte. „Ich esse doch schon mehr“, erwiderte er trocken, doch ein Hauch von Humor blitzte in seinen dunklen Augen auf. Sakura schüttelte den Kopf, setzte sich ihm gegenüber und stützte das Kinn auf ihre Hand. „Du bist immer noch zu dünn. Ich sehe deine Wangenknochen.“ Sasuke hob eine Augenbraue, sein Blick ruhte auf ihr. „Und du?“ begann er mit ruhiger Stimme, die jedoch einen Hauch von Besorgnis trug. „Du siehst auch nicht gerade aus, als würdest du genug schlafen. Und essen tust du ebenso wenig.“ Sakura errötete leicht, ihre Wangen nahmen einen zarten Rosaton an, während sie den Blick abwandte. „Ich schlafe genug“, murmelte sie, ihre Stimme leise und fast trotzig, sie stand auf. „Und ein paar Kilos weniger schaden nicht.“ Doch Sasuke ließ sich nicht täuschen. Sakura hatte deutlich abgenommen. Das war nicht gesund. Ohne ein weiteres Wort griff er nach ihrer Hand und zog sie schnell aber bestimmt auf seinen Schoß, als sie gerade dabei war an ihm vorbei zugehen. Sakura keuchte überrascht, ihre Augen weiteten sich, als sie plötzlich so nah bei ihm war. Seine Hand legte sich um ihre Hüfte, hielt sie sicher, während die andere schnell an ihren Hinterkopf wanderte und er hungrig seine Lippen auf ihre drückte. Sein Kuss war fordernd , fast grob aber er verschlug Sakura den Atem im positiven Sinne. Sie presste sich gegen ihn. Fühlte seinen starken Herzschlag unter ihrer Hand und riss sich nur schwer von ihm einige Millimeter los. „Das sollte der Grund für deine schlaflosen Nächte sein“, murmelte er rau, seine Lippen nur einen Hauch von ihren entfernt. Sasuke hielt inne, seine dunklen Augen suchten ihren Blick:, ,Sakura ich will dich“, sein Blick glühte beinahe. Ihr Herzschlag beschleunigte sich. Ja auch sie wollte ihn und die Anziehung zwischen den beiden war kaum auszuhalten aber aus Sakuras Sicht war Sasuke noch nicht fit genug. Sakura schloss die Augen ehe sie von seinem Schoß aufstand: ,,Gut, ich werde auch mehr essen“, erklärte sie ohne auf seinen Wunsch einzugehen. Sasuke seufzte laut, fast frustrierend.
Nach dem Frühstück gingen sie oft gemeinsam spazieren um frische Luft zu schnappen. Sasuke bewegte sich anfangs langsam, seine Schritte vorsichtig, doch mit jeder Woche wurde sein Gang sicherer. Sakura hielt sich immer in seiner Nähe, bereit, ihn zu stützen, falls er ins Wanken geriet. „Ich bin kein alter Mann“, sagte er einmal mürrisch, als sie ihm zum dritten Mal anbot, seinen Arm zu halten. „Nein, aber du bist stur“, konterte sie und verschränkte die Arme vor der Brust. „Und ich werde nicht zulassen, dass du dich überanstrengst.“Die Abende verbrachten sie oft damit, Möbel für ihr neues Zuhause auszuwählen. Sakura blätterte durch die Kataloge, während Sasuke neben ihr saß und ihre Vorschläge mit einem knappen Nicken oder einem leisen „Das geht“ kommentierte. „Du könntest ruhig ein bisschen mehr Begeisterung zeigen“, lachte sie eines Abends und stupste ihn spielerisch mit dem Ellbogen an. „Ich vertraue deinem Geschmack“, erwiderte er schlicht, doch der kleine Anflug eines Lächelns auf seinen Lippen verriet, dass er ihre Neckerei genoss. Sakura seufzte dramatisch, lehnte sich zurück und hielt ihm ein Bild von einem Sofa hin. „Und was ist mit dem hier?“ Sasuke betrachtete das Bild kurz, bevor er antwortete: „Zu bunt.“ Sakura lachte leise. „Du bist wirklich unmöglich.“ Die Finanzierung des Hauses und der Möbel war eine Angelegenheit, die Sasuke mit charakteristischer Ruhe geregelt hatte. Das Vermögen, das dem Uchiha-Clan zugestanden hätte, war nach dem Massaker offiziell an das Dorf Konoha übergegangen. Doch Kakashi, als amtierender Hokage, hatte durch seine Position die Möglichkeit, die Wahrheit über Itachis Auftrag bis ins kleinste Detail nachzulesen. Dabei hatte er erkannt, dass Sasuke rechtmäßig Anspruch auf das Vermögen seines Clans hatte. Ohne die Ältesten einzuweihen, hatte Kakashi eine großzügige Summe beiseite gelegt und sicher verwaltet, damit Sasuke darauf zugreifen konnte, wenn der Zeitpunkt gekommen war. Es war kein Akt des Mitleids, sondern eine Geste der Gerechtigkeit, etwas, das Sasuke nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Ehre seines Clans bedeutete. Von diesem Geld hatte Sasuke das Haus gekauft und die Möbel bezahlt. Es war eine stille Genugtuung für ihn, diese Mittel zu nutzen, um nicht nur seine eigene Zukunft zu sichern, sondern auch eine Grundlage für das Leben zu schaffen, das er mit Sakura aufbauen wollte.
Eines Abends, während sie gemeinsam am Couchtisch saßen und durch die letzten Möbelkataloge blätterten, brach Sasuke schließlich ein weiteres, offenes Thema an. „Wir sollten unsere Flitterwochen nachholen“, sagte er plötzlich, seine Stimme ruhig und doch ein wenig nachdenklich. Sakura sah von den Katalogen auf, überrascht. „Unsere Flitterwochen?“, wiederholte sie, und ein Hauch von Röte legte sich auf ihre Wangen. Er nickte langsam. „Die letzte Woche, bevor das Haus fertig ist.“ Sakuras Augen fingen an zu leuchten und ein großes Lächeln zierte ihr Gesicht. Nachdem alle Absprachen mit der Bauleitung getroffen waren und Sakuras Habseligkeiten in Kartons verstaut wurden, wollten Sasuke und Sakura Flitterwochen nachholen. Sie hatten sich für einen besonderen Ort entschieden: eine kleine, tropische Insel namens Shimizu, die weit entfernt von Konoha lag. Die Insel war bekannt für ihre weißen Sandstrände, das türkisfarbene Wasser und die Abgeschiedenheit, die sie bot. Es war ein exklusiver Ort, an dem nur wenige Paare gleichzeitig verweilen konnten: perfekt für die Ruhe, die sie suchten.
Am letzten Abend in Sakuras Wohnung hatten sie ihre engsten Freunde eingeladen. Sie wollten mit ihnen die Neuigkeiten teilen und das letzte Treffen war schließlich länger her. Die kleine Wohnung war erfüllt von Stimmen und Gelächter, während Naruto, Hinata, Ino, Sai, Shikamaru und Temari sich um den niedrigen Tisch versammelten. Sakura hatte einfache Snacks vorbereitet und die Atmosphäre war entspannt und familiär. „Also, was gibt’s denn so Wichtiges?“ fragte Naruto mit einem breiten Grinsen, während er sich ein Reisbällchen schnappte. „Ihr seht aus, als hättet ihr was Großes zu verkünden.“ Sakura warf Sasuke einen kurzen Blick zu, bevor sie sich räusperte. „Wir wollten euch nur sagen, dass wir unsere Flitterwochen nachholen werden. Deshalb werden wir ein paar Tage nicht da sein. “ Ihre Stimme war ruhig, aber ein Hauch von Aufregung schwang mit. Naruto verschluckte sich fast an seinem Reisbällchen und begann laut zu lachen. „Na endlich! Ich dachte schon, ihr würdet das nie machen!“ Er lehnte sich zurück und zwinkerte Sasuke zu. „Also, Sasuke, würdest du sagen du bist schon ausdauernd genug?“ Hinata, die neben ihm saß, wurde augenblicklich rot und stieß ihm mit dem Ellbogen in die Seite. „Naruto!“ flüsterte sie, ihre Stimme voller Verlegenheit, während sie versuchte, ihn zur Vernunft zu bringen. Ino brach in schallendes Gelächter aus. „Oh, Naruto, du bist wirklich unmöglich!“ Sie hielt sich den Bauch vor Lachen, während Sai, der neben ihr saß, sich verlegen die Wange kratzte und versuchte, nicht allzu auffällig zu wirken. Shikamaru, der wie immer entspannt wirkte, schüttelte nur den Kopf. „Manchmal frage ich mich, wie Hinata es mit dir aushält“, murmelte er trocken, was ein weiteres Lachen aus der Runde hervorrief.
Doch es war Temari, die alle überraschte. Sie lehnte sich zurück, ein schelmisches Lächeln auf den Lippen und sagte mit ihrer typischen Direktheit: „Den ganzen Tag nackt im Bett: das klingt gut.“ Ihre Worte ließen die Runde für einen Moment verstummen, bevor Ino erneut in Gelächter ausbrach. „Temari!“ rief Shikamaru, dessen Gesicht eine seltene Röte annahm, während er sich verlegen die Stirn rieb. „Musst du immer so direkt sein?“ „Was denn?“ erwiderte Temari mit einem unschuldigen Schulterzucken. „Ich sage nur, was alle denken.“ Sakura, deren Wangen ebenfalls leicht gerötet waren, schüttelte den Kopf und seufzte. „Ihr seid unmöglich“, wiederholte sie Inos Worte, doch ein kleines Lächeln spielte um ihre Lippen. Sasuke hingegen blieb ruhig, sein Gesichtsausdruck wie immer gelassen. Doch ein kaum merkliches Zucken seiner Mundwinkel verriet, dass er die Kommentare nicht ganz unkomisch fand. „Mach dir keine Sorgen um mich“, sagte er trocken zu Naruto, seine Stimme ruhig, aber mit einem Hauch von Ironie. „Ich werde schon klarkommen.“ „Das will ich doch hoffen!“ erwiderte Naruto mit einem breiten Grinsen. Sasuke lehnte sich leicht zurück, seine Augen dunkel und nachdenklich, doch ein amüsiertes Glitzern war nicht zu übersehen. Nachdem er seine trockene Bemerkung an Naruto gemacht hatte, wandte er langsam den Kopf in Richtung Sakura. Sein Blick fiel auf sie: ruhig, tief und mit einer unausgesprochenen Bedeutung, die den Raum auf eine subtile Art auflud. Es war keine direkte Geste, kein auffälliges Grinsen, sondern nur diese stille, durchdringende Art, wie er sie ansah, die ihr Herz schneller schlagen ließ. Sakura spürte sofort, wie Hitze in ihre Wangen schoss. Ihre Hände, die nervös in ihrem Schoß lagen, begannen leicht zu zittern, und sie versuchte, den Blickkontakt zu vermeiden, indem sie in eine andere Richtung sah. Doch es war zwecklos; sie wusste, dass jeder im Raum diesen Moment bemerkt hatte. „Ohhh, das wird interessant,“ begann Naruto grinsend und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Seine Stimme triefte vor zweideutiger Andeutung und die neckende Betonung brachte Sakura endgültig aus dem Konzept. „Naruto!“ platzte Hinata hervor, ihre Wangen glühten nun erneut und sie stieß ihm einen weiteren Ellbogen in die Seite. Doch ihre eigene Verlegenheit schien Sakura keinen Schutz vor den Blicken der anderen zu bieten. Ino beugte sich vor und klatschte einmal in die Hände, ein helles, fast provokatives Lachen erfüllte den Raum. „Sasuke, so ernsthaft wie immer aber dein Blick eben sprach Bände. Es ist einfach herrlich!“ Shikamaru, der mit verschränkten Armen entspannt in einer Ecke saß, schüttelte nur den Kopf und murmelte: „Manchmal ist das echt zu viel für meinen Geschmack.“ Temari hingegen grinste und legte eine Hand auf die Hüfte. „Sieh’s positiv, Sakura: Wenn du ihn so rot machen könntest wie dich selbst, wäre das hier ein ganz anderer Abend.“ Sakura wusste nicht, wo sie hinschauen sollte. Sie spürte die Blicke aller auf sich und ihr Versuch, sich aus der Situation herauszureden, scheiterte kläglich, da ihre Stimme in einem wirren Murmeln unterging. Schließlich vergrub sie das Gesicht in ihren Händen. „Ihr seid furchtbar“, murmelte sie, aber das Lächeln auf ihren Lippen und die leuchtenden Wangen verrieten, dass sie insgeheim den Moment genoss.
Sasuke, der die gesamte Szene weiter ruhig beobachtet hatte, beugte sich nur leicht in Sakuras Richtung und sagte mit einem kaum hörbaren Ton: „Ich freue mich auf die kommenden Tage, ich hoffe du bist darauf vorbereitet wenig Schlaf zu bekommen.“ Dabei lag ein angedeuteter Hauch von Necken in seiner Stimme, was Sakura dazu brachte, ihn empört anzusehen, das war wirklich untypisch für Sasuke doch sie freute sich das er so entspannt war bei den anderen, dass er diese Seite zeigte. Der Rest der Gruppe brach in Gelächter aus, während Sakura lächelte und schließlich resigniert aufgab. Hinata, die sich langsam von ihrer Verlegenheit erholte, fragte leise: „Wisst ihr schon, wohin es gehen soll?“ Sakura nickte. „Wir haben uns für Shimizu entschieden. Es ist eine kleine Insel, weit weg von allem. Perfekt, um ein bisschen Zeit für uns zu haben.“ „Das klingt traumhaft“, sagte Ino mit einem warmen Lächeln. „Ihr habt es euch wirklich verdient.“. Temari lehnte sich mit einem selbstzufriedenen Grinsen zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. „Shimizu also“, sagte sie mit einem amüsierten Unterton. „Ich war mit Shikamaru mal auf einer ähnlichen Insel. Ziemlich ruhig und idyllisch, der perfekte Ort wenn man ungestört sein möchte.“ „Oh Mann“, murmelte Shikamaru und rieb sich die Stirn aber dieses Mal grinste er. „Ich hab gewusst, dass ich heute hätte zu Hause bleiben sollen.“ Naruto hatte sich mittlerweile von seinem Lachanfall erholt und grinste breit. „Du bist meine Heldin, Temari. Endlich ist da jemand der Shikamaru aus der Reserve locken kann.“Temari grinste breit und auch Shikamarus Mundwinkel hob sich ehe er seiner Frau zuzwinkerte und diese seine Hand ergriff.
Sakura konnte sich ein schwaches Lächeln nicht verkneifen, auch wenn sie innerlich inständig hoffte, dass das Gespräch nicht wieder auf sie und Sasuke gelenkt würde. Doch kaum war dieser Gedanke gefasst, warf Ino ihr einen vielsagenden Seitenblick zu, ihre blauen Augen voller Schalk, bevor sie den Kopf leicht schief legte. „Sag mal, Sakura, kannst du eigentlich auch so direkt sein wie Temari? Oder ist Sasuke derjenige, der die klaren Ansagen macht?“ „Ino!“, protestierte Sakura sofort, ihre Wangen schossen in einem zarten Rosa in die Höhe. „Das ist doch... das ist nichts, worüber wir reden sollten!“ Ihre Stimme war eine Mischung aus Entrüstung und Verlegenheit, doch das amüsierte Funkeln in Inos Augen ließ sie ahnen, dass sie damit nicht durchkommen würde. „Ach, bitte“, winkte Ino unbekümmert ab. „Wir sind doch unter Freunden. Und mal ehrlich, Sasuke ist doch nicht gerade dafür bekannt, um den heißen Brei zu reden. Ich meine, er ist eher der Typ, der nicht groß redet, sondern direkt handelt. Taten sagen schließlich mehr als tausend Worte, oder?“ Sasuke blieb vollkommen ruhig, seine Haltung wie immer gelassen. Doch der Blick, den er nun Sakura zuwarf: tief, unergründlich und mit einem Hauch von amüsiertem Triumph, war mehr als eindeutig. Sakura spürte, wie ihr Herz schneller schlug und ihre Wangen mit einer noch intensiveren Röte zu glühen begannen. Sie wandte hastig den Kopf ab und versuchte, die Wärme zu ignorieren, die sich in ihr ausbreitete. Die Reaktion der Runde ließ nicht lange auf sich warten. Naruto, der Inos Kommentar ohnehin schon genossen hatte, brach erneut in Gelächter aus und schlug mit der flachen Hand auf den Boden. „Das nenne ich mal einen Volltreffer!“ rief er, bevor er vor Lachen wieder keine Luft bekam. Hinata lächelte zwar schüchtern, doch selbst sie konnte sich ein Kichern nicht verkneifen.
„Oh, ich wette, Sasuke braucht nicht mal viel zu sagen“, fügte Temari mit einem selbstsicheren Grinsen hinzu, während sie sich entspannt zurücklehnte. „Bei so einem Blick weiß man doch sofort, was Phase ist. Klarer als das geht’s nicht.“„Manchmal ist weniger einfach mehr“, murmelte Shikamaru aus seiner Ecke und rieb sich erneut die Stirn, als könnte er die Situation irgendwie wegdenken. Seine Ohren waren jedoch leicht gerötet, was Temari prompt mit einem schelmischen Seitenblick quittierte.„Ja, ja, weniger Worte, mehr... Taten“, neckte Ino weiter, wobei sie Sakura einen frechen Zwinker zuwarf. „Aber hey, Sakura, du siehst nicht aus wie jemand, der sich davon einschüchtern lässt.“ Doch ehe Sakura sich eine Antwort überlegen konnte unterbrach Temari sie:„Ich denke das reicht jetzt, lassen wir die beiden mal in Ruhe. Außerdem will ich nicht, dass Shikamaru noch mehr Argumente gegen Gruppentreffen sammelt.“ Sakura nickte Temari dankbar zu und diese nickte wiederum lächelnd als Antwort.
Die Atmosphäre war leicht, geprägt von vertrauten Neckereien, als Naruto plötzlich mit einem breiten Grinsen aufblickte. Er lehnte sich ein Stück zurück, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und meinte scheinbar beiläufig, jedoch mit einem schelmischen Funkeln in den Augen: „Keine Angst, stille Wasser sind auch nicht ohne.“ Der letzte Teil seiner Aussage war kaum ausgesprochen, als er direkt zu Hinata blickte, die bei seinen Worten abrupt rot anlief. Ihre Augen weiteten sich und sie sah ihn an, als könne sie nicht glauben, dass er das gerade gesagt hatte. „N-Naruto!“, stammelte sie, ihre Hände nervös auf ihrem Schoß verschränkt, während ein leises Kichern aus der Runde erklang. „Na also!“, rief Ino begeistert und breit grinsend. „Hinata, du solltest öfter was sagen oder, in deinem Fall, auch mal nicht sagen. Das lässt uns ja alle ganz neue Dinge vermuten!“ Temari klopfte Shikamaru grinsend auf die Schulter. „Ich liebe es, wenn jemand wie Hinata unerwartet punkten kann. Sie ist eindeutig gefährlicher, als sie aussieht.“Shikamaru rieb sich mit einem leisen Stöhnen den Nacken und murmelte: „Das ist alles viel zu viel für einen Abend…“ Naruto, der Hinata immer noch frech angrinste, meinte: „Was denn? Ich sage doch nur die Wahrheit.“ Er zwinkerte ihr zu und obwohl Hinata sich noch immer hinter ihrer eigenen Schüchternheit versteckte konnte man das leichte Lächeln auf ihren Lippen erkennen. Es war ein Moment in dem alle lachten, jeder auf seine Weise, und doch hatten sie dabei das warme Gefühl von Freundschaft und Vertrauen.