Kapitel 6
Kapitel 6
Ich war letzte Woche verreist, deshalb gibt es heute 2 Kapitel.
Der Himmel färbte sich langsam in sanfte Rosa- und Orangetöne, als die Dämmerung hereinbrach. Sakura und Sasuke hatten das Trainingsfeld verlassen und sich auf den Weg zu Sasuke gemacht, da dies der kürzere Weg war. Sie hatten Glück, niemand Bekanntes kreuzte ihren Pfad. Ihr äußeres Erscheinungsbild hätten sie zwar mit dem Training erklären können, nicht jedoch damit, warum sie gemeinsam in diesem Zustand durch Konoha liefen. Schließlich wohnten sie nicht in derselben Gegend, sondern weit voneinander entfernt. Beide waren erschöpft, doch die Atmosphäre war ruhig und friedlich, während die Geräusche des Dorfes ihren Weg sanft begleiteten.
Sakura saß einige Minuten später auf der kleinen Holzveranda, die sich an das ebenerdige Apartment von Sasuke anschmiegte. Der Wohnkomplex hatte nur wenige Etagen, und sein Zuhause lag ganz unten, sodass die Veranda einen direkten Blick auf den kleinen Garten bot, der zu seiner Wohnung gehörte. Die schlichten Holzbalken, vom Wetter leicht gealtert, strahlten eine ruhige Wärme aus.
Sie ließ sich gegen einen der Holzpfosten sinken, während die Brise durch die zarten Blätter der Kirschbäume fuhr und ein leises Rascheln in der Stille des Abends hinterließ. Der Duft von Erde und Blüten vermischte sich mit der Kühle der einsetzenden Nacht, und Sakura atmete tief ein, um diesen friedlichen Moment in sich aufzunehmen. Trotz der Erschöpfung des Trainings fühlte sie sich erfüllt, ihre Gedanken wanderten ziellos, getragen von der Ruhe, die dieser Ort ausstrahlte.
Sakura spürte, wie Sasuke sich neben sie setzte, ohne ein Wort zu verlieren. Er war einfach da, ruhig und gelassen, seine Gegenwart unverkennbar. Sie lächelte leicht – die vertraute Stille zwischen ihnen war für sie stets eine Quelle der Ruhe. Seine Nähe schenkte ihr ein Gefühl von Geborgenheit, und die sanfte Wärme, die von ihm ausging, ließ sie tief durchatmen.
Sasukes Augen schimmerten wie schwarze Juwelen, tief und unergründlich, als könnten sie alles durchdringen. Wenn er Sakura ansah, spürte sie, wie sein Blick sie direkt in ihrer Seele berührte. Sein Gesicht war ruhig und unerschütterlich, wie ein spiegelglatter See, dessen Oberfläche nur selten von einer Emotion gestört wurde. Doch manchmal, wenn sie genau hinsah, konnte sie für den Bruchteil einer Sekunde etwas Echtes erkennen – ein Gefühl, das sich sofort wieder hinter seiner Maske verbarg. Sein rabenschwarzes Haar fiel ihm lässig ins Gesicht und verlieh ihm eine wilde Unbezähmbarkeit. Er bewegte sich mit der Eleganz eines Raubtiers – präzise, kraftvoll, jeder Schritt wohlüberlegt. Doch Sasuke war nicht nur äußerlich faszinierend. Es war seine unerschütterliche Entschlossenheit, sein Streben nach Stärke, das Sakura immer wieder in seinen Bann zog. Er kämpfte nicht nur gegen äußere Gegner, sondern auch gegen sich selbst, und genau diese Zerrissenheit machte ihn so einzigartig. Hinter seiner kühlen Fassade lag eine Tiefe, eine Verletzlichkeit, die er selten zeigte. Manchmal fragte sich Sakura, ob sie die Einzige war, die diesen verborgenen Teil von ihm wahrnahm. Doch es gab Momente, in denen seine Augen einen Funken von Emotion verrieten – einen Blick, der ihr den Atem raubte. Wenn Sasuke sie so ansah, schien die Welt um sie herum zu verschwinden. Es war, als gäbe es nur noch sie beide, eingehüllt in eine unausgesprochene Spannung. Ihr Herz begann schneller zu schlagen, ihre Gedanken rasten, und eine unerklärliche Wärme breitete sich in ihrem Inneren aus. Jedes Mal, wenn seine dunklen Augen sie auf diese bestimmte Weise trafen, fühlte sie eine Mischung aus Verlangen und Schüchternheit. Seine Blicke ließen sie nervös werden, ihre Haut prickelte, und sie musste sich zwingen, ruhig zu bleiben. Doch zugleich war da diese unwiderstehliche Anziehungskraft. Sasuke hatte eine magnetische Wirkung auf sie, eine Präsenz, die sie dazu brachte, ihm noch näher zu sein, als wäre er der einzige Mensch auf der Welt, der wirklich zählte. Es waren diese heimlichen Momente, die für Sakura die wertvollsten waren. In seinen Armen fand sie eine Wärme, die ihr Sicherheit gab, eine Geborgenheit, die sie nirgendwo sonst kannte. Und wenn er lächelte – dieses seltene, echte Lächeln – fühlte sie sich, als könnte sie alles wagen. Sie wusste, dass sie diese Augenblicke für immer bewahren würde, egal, was die Zukunft brachte. Jedes Mal, wenn Sasuke sie auf diese Weise ansah, fragte sie sich, ob er dasselbe für sie empfand wie sie für ihn. Und obwohl sie es nicht wusste, wollte sie es glauben. Denn diese Momente, voller Intensität und unausgesprochener Gefühle, waren alles, was zählte.
Nach einer kleinen Weile durchbrach Sasuke die Stille. „Du hast heute wirklich alles gegeben,“ sagte er leise, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Ich bin beeindruckt.“ Sakura spürte, wie ihr Herz einen kleinen Sprung machte. Sasuke lobte selten, und gerade deshalb bedeuteten ihr diese Worte umso mehr. „Es bedeutet mir viel, das von dir zu hören.“ Als ihre Blicke sich trafen, schien die Welt für einen Moment stillzustehen. In seinen Augen lag eine Zuneigung, die er nur selten zeigte – doch jetzt, in diesem Augenblick, war sie unübersehbar. Sanft legte er seine Hand auf ihre und drückte sie leicht. Die Berührung war warm, vertraut, und ein angenehmes Kribbeln breitete sich in ihr aus. „Wir haben einen langen Weg vor uns, Sakura.“ Sie nickte, ihre Augen glänzten vor Emotionen. „Ja, aber ich weiß, dass wir es schaffen werden.“ Sasuke zog sie näher zu sich, und für einen Moment lehnte sie sich an seine Schulter. Seine Nähe war Trost und Sicherheit zugleich. ,,Ich habe dir ein Bad eingelassen“, murmelte Sasuke an ihrem Haarschopf nur wenige Augenblicke später. Er selbst war bereits frisch geduscht wie sie erst jetzt wirklich wahrnahm. Er trug eine dunkle, locker sitzende Stoffhose und ein weißes weites T-Shirt, während er barfuß war. Freudig sah Sakura ihn an. Da sie selbst keine Badewanne besaß war das ein Luxus, Eilig sprang sie auf, holte ihre Schlafsachen aus einer Schublade im Schlafzimmer und eilte ins Bad. Die Wanne war bis oben gefüllt und Sasuke hatte bereits ein wohlriechendes Badeöl in die Wanne gekippt. Gemütlich schäumend und dampfend wartete die Wanne auf sie.
Sasuke hatte beschlossen etwas zu Essen zu besorgen, durch seine Missionen war er nur selten bei sich zu Hause und dementsprechend hatte er keine Lebensmittel im Haus. Zügig zog er sich Schuhe an und machte sich auf dem Weg zu Ichiraku Ramen, welche am Nächsten zu seiner Wohnung lag. Zum Glück war keine Spur von Naruto zu sehen, denn dieser hätte Sasuke sofort in ein langes Gespräch verwickelt und ihn ausgefragt. Für sich bestellte er Shoyu Ramen mit Schweinebauch und für Sakura Miso Ramen mit Ei und Gemüse. "Hallo Sasuke," vernahm der Angesprochene eine Stimme seitlich von ihm, nachdem er bestellt hatte. Fragend sah Sasuke in die Richtung und erblickte Sai, der zwei Hocker neben ihm stand und ihn mit geschlossenen Augen anlächelte. "Sai," erwiderte Sasuke typisch knapp. „Ich habe dich vorhin mit Sakura gesehen. Ihr habt trainiert, oder?" Sasuke sah wieder starr nach vorne und nickte nur zur Bestätigung. "Ist sie noch bei dir zu Hause?" fragte Sai in neckischem Tonfall. Sasuke hatte nie ernsthaft etwas mit Sai zu tun gehabt, er wusste von Naruto, dass Sai aber des Öfteren in verbale Fettnäpfchen trat und wenig einfühlsam war. Fast wütend sah Sasuke wieder zu Sai. Dieser winkte beschwichtigend mit den Händen. "Naja, ich habe angenommen, dass du verletzt warst. Ihr wohnt doch ziemlich weit voneinander entfernt. Und da du nun zwei Portionen bestellt hast, habe ich eins und eins zusammengezählt." Sasuke seufzte innerlich. "Nein, Sai, sie ist nicht bei mir zu Hause. Und was geht es dich an, wie viel ich esse?" Arrogant blickte er seinen Gesprächspartner an und verschränkte die Arme vor der Brust. In dem Moment wurde Sais Essen in einer Tüte vor ihm auf den Tresen gestellt. "Oh, ich wollte gar nicht neugierig sein. Dann habe ich die Situation wohl falsch bewertet. Entschuldige bitte," sagte Sai höflich, blieb entspannt und verbeugte sich halb, um seiner Entschuldigung Nachdruck zu verleihen. Danach schnappte er sich seine Tüte und ging. Sasuke musste wirklich aufpassen, wo und zu welchen Zeiten er zusammen mit Sakura durch Konoha ging. Er beschloss, Sakura nichts von dem Treffen zu erzählen und dass man sie gesehen hatte. Auch er erhielt einige Minuten später sein Essen.
Sasuke war wieder zu Hause und rief nach Sakura. Diese hatte ein wenig gedöst, während sie in der Badewanne entspannte. Ihre Haare hatte sie zu einem Dutt auf dem Kopf verknotet, und nur einige Strähnen ihres langen Haares hatten sich daraus gelöst. Sakura erschrak, als Sasuke rief, das Essen würde kalt werden. Eilig stieg sie aus der Wanne und trocknete sich mit weichen, dicken, weißen Handtüchern ab. Sie zog eine süße, sommerliche Pyjama-Kombination an, die ihre Weiblichkeit betonte. Es war ein leichter, rosafarbener Schlafanzug aus feinem Stoff, bestehend aus einem ärmellosen Top mit Spitzenbesatz und einer kurzen Hose mit passendem Spitzensaum.
Sakura machte sich auf den Weg in die Küche. Diese war im typisch minimalistischen Stil von Sasuke Uchiha eingerichtet. Der Raum war modern und funktional gestaltet, mit klaren Linien und dezenten Farben. Die Küchenmöbel waren in mattem Schwarz gehalten, was einen eleganten und gleichzeitig schlichten Look erzeugte. Die Arbeitsplatten aus dunklem Granit waren sauber und ordentlich, ohne unnötige Dekorationen. An einer der Wände hing ein einziges Bild – das Wappen des Uchiha-Clans – eine subtile Erinnerung an Sasukes Herkunft und Stolz. Ein schlichter Esstisch aus dunklem Holz und zwei dazu passende Stühle befanden sich in der Ecke des Raumes, wo das Tageslicht durch das große Fenster hereinfiel. Alles in der Küche schien seinen festen Platz zu haben, und die Atmosphäre war ruhig und gelassen, perfekt für eine kleine, ungestörte Mahlzeit.
Sakura trat in die Küche und lächelte, als sie Sasuke sah, der bereits die Ramen-Schüsseln auf den Tisch gestellt hatte. „Tut mir leid, dass ich dich warten ließ,“ sagte sie, während sie sich auf einen der Stühle setzte und das dampfende Essen betrachtete.
Sasuke und Sakura saßen gemeinsam in der Küche, die Ramen-Schüsseln vor sich. Die angenehme Wärme des Essens erfüllte den Raum, und die Spannung zwischen ihnen war fast greifbar. Sakura nahm vorsichtig ein paar Nudeln mit den Essstäbchen auf und hob sie zu ihrem Mund. "Das Essen schmeckt wirklich gut. Danke, dass du es besorgt hast," sagte sie leise und lächelte Sasuke zu. "Kein Problem," antwortete er knapp, seine dunklen Augen auf ihr ruhend. Immer wieder trafen sich ihre Blicke, und jedes Mal schien die Spannung zwischen ihnen zu wachsen. Ein paar Minuten vergingen in stillem Essen, nur unterbrochen von gelegentlichen Blicken die beide miteinander tauschten.
"Was hat dir am meisten heute gefallen?" fragte Sakura schließlich und sah Sasuke neugierig an, damit hatte sie sich auf das Training bezogen. Sasuke dachte kurz nach und hob eine Augenbraue. "Vielleicht dieser Moment gerade," sagte er, und seine Worte ließen Sakuras Herz einen Moment schneller schlagen. Ihre Blicke trafen sich wieder, und die Atmosphäre im Raum schien sich weiter aufzuladen. Seine Antwort hatte sie völlig überrascht. Aber so war Sasuke man konnte ihn unmöglich durchschauen. Sakura lächelte sanft und spürte, wie eine wohlige Wärme in ihr aufstieg. "Das freut mich zu hören." Als sie ihre Mahlzeit beendeten, räumten sie gemeinsam den Tisch ab. Sasuke nahm die Schüsseln und stellte sie in die Spüle, während Sakura die Essstäbchen wegräumte. Ihre Hände berührten sich kurz, als sie ihm eine der Schüsseln reichte, und ein Funken schien durch den Raum zu fliegen. Kurz blickten sie sich an. Sasukes Blick wurde intensiv und sie sah einen Funken seiner Lust darin aufblitzen.