Picking a fight – mild spoiler
Picking a fight – mild spoiler
Der Mond schien hinter den Wolken immer wieder durch. Es war so unglaublich still.
Er hatte so lang gewartet, bis sie endlich eingeschlafen war, sie so lang umarmt, bis sie sich erholen konnte.
Nach dem Schlaf würde der Schock zurückkommen, es würde alles wieder hochkommen.
Er verschränkte die Hände ineinander. Saß am Fußende seiner Bettseite und schluckte schwer.
Es waren nicht mal die nackten Tatsachen, die ihn so in die Leere zogen. Obwohl es schlimm genug war und ihm bewusst war, allein das würde ihn vom Schlafen abhalten. Er würde keine Ruhe finden, absolut undenkbar.
Er drückte die Finger gegeneinander, ihm verschwamm die Sicht. Sein Kiefer bebte, doch er schluckte jedes Geräusch hinunter.
Alles, damit zumindest sie etwas Frieden genießen konnte.
Er könnte alles runterschlucken, so tun, als wäre nichts passiert, als gäbe es wichtigere Dinge zu tun.
Gab es.
Er schüttelte den Kopf, Tränen tropften auf seine Hände.
Um den Frieden zu bewahren und es nicht noch schlimmer zu machen, sollte er die Klappe halten, nichts sagen, gute Miene zum bösen Spiel aufsetzen.
Oder eine Erklärung für diesen Betrug einfordern. Fragen, warum sie so hintergangen worden sind, was der Sinn des Ganzen war. Warum seine gesamte Existenz plötzlich so unbedeutend schien.
Er sollte den Streit suchen. Diesen Mann anschreien, von dem er dachte, dass er ein viel zu guter Freund war. Dass er sowas niemals tun würde.
Ein leises Schniefen entglitt ihm.
Ganz egal, was er nun tun würde, diese Freundschaft war zerstört, der Betrug zu schwerwiegend.
Er hatte das Wohlergehen von seiner Familie und der Zukunft viel zu leichtfertig aufs Spiel gesetzt und dabei geholfen, alles zu zerstören.
Er kniff die Augen zusammen, drückte seine Stirn gegen die Hände.
Streit zu suchen war vielleicht die einzige Chance auf Antworten, bevor sie nie wieder etwas miteinander zu tun haben würden.