„Find another way“ – mild spoiler
„Find another way“ – mild spoiler
Mit der zweiten Hand schaltete sie ihre Taschenlampe ein, hielt sie über ihrer Waffe. Doch der kleine Lichtkegel reichte nicht aus, um die Finsternis zu durchleuchten. Flehend sah sie zu Declan, doch auch seine Taschenlampe machte nichts wett. „Es ist zumindest keiner hier“, flüsterte er. Auch er hielt seine Waffe bereit, sah wieder in die andere Richtung. „Aber wir müssen weiter.“
In seinem Blickfeld lagen Klumpen zwischen den Schatten, in Kleidern, Duell-Disks an den Armen. Die matten Augen weit aufgerissen, die Lippen grün angelaufen.
Er konnte kaum einen Schritt gehen. Überall waren Beine, Hände, Köpfe im Weg.
Vor Nyoko wollte er sich nicht anmerken lassen, wie weich seine Knie waren. Er schwenkte die Taschenlampe leicht im Handgelenk, um sein Zittern zu verbergen.
Ein Schluchzen drang an seine Ohren. Klein, erstickt. Ein Schniefen, noch eins.
Er brauchte keinen Lichtkegel, um ihren gekrümmten Freund zu erkennen. Er konnte das Hemd des Mannes unter ihm nicht loslassen, konnte nicht aufhören, ihn anzusehen, nach einem Lebenszeichen zu suchen. Tränen tropften hinab, das nächste Schluchzen, das er hinunterschluckte, um sie nicht zu verraten.
Schritte.
Nyoko und Declan nahmen ihre Taschenlampen schnell herunter, drehten sich um. „Fuck, die kommen genau hierher“, wisperte sie, ging einen Schritt zurück, suchte aus dem Augenwinkel nach einem Ausgang.
Es gab keinen.
Hier war nur der Fahrstuhl, außer Betrieb.
„Declan, wir brauchen einen anderen Ausgang, bitte find einen anderen Weg!“, wisperte sie scharf, doch auch er suchte planlos. Der Lüftungsschacht war viel zu klein.
Die Schritte wurden lauter. Es waren viele. Helle, blaue Lichter streiften die Schatten.
„Wir müssen uns verstecken“, wisperte er zurück. Die blauen Lichter strahlten immer heller.
„Jaron!“, zischte Nyo. Die Panik stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Steh auf, steh auf ! Wir müssen hier weg, jetzt !“