LNCrawler

Erpressung

Weißer Adler — www.fanfiktion.de · All chapters

Erpressung

Ich ließ beinahe meinen Becher fallen, als ich dies hörte. Die Augen erschrocken aufgerissen starrte ich meinen Lehrmeister an. Das konnte nicht sein Ernst sein! Doch offensichtlich war es das, denn er knurrte ungehalten: "Schau nicht so, als würde ich etwas Unmögliches verlangen! Du selbst hast entschieden, kein Assassine zu werden, also spricht nichts mehr gegen eine Ehe."

Mir gefiel die Richtung, in die dieses Gespräch so offensichtlich ging, ganz und gar nicht. Doch Mustafa ließ mich nicht einmal den Mund zum Protest öffnen. Er stellte mich schlicht und einfach vor vollendete Tatsachen. “In fünf Tagen wird meine Tochter Salima hier ankommen. Es ist bereits alles geregelt. Al Mualim hat sein Einverständnis erklärt und ist sogar so unglaublich großzügig und richtet die Feier aus.

Zudem hast du ausreichend von mir gelernt. Ich kann dir nichts mehr beibringen. Als verheirateter Mann und mein Schwiegersohn wirst du meine Werkstatt übernehmen. Ich bin sicher, du wirst zurechtkommen. Und ich werde mich endlich zu meiner Frau nach Bagdad begeben und dort meinen Lebensabend verbringen. Ich gratuliere, in einer Woche bist du ein Ehemann und mein Schwiegersohn.”

Ich war nicht mehr in der Lage irgendetwas zu sagen. Es gelang mir ja noch nicht einmal in ganzen Sätzen zu denken! Wie konnte er so etwas einfach hinter meinem Rücken festlegen? Und er schien es schon länger geplant zu haben. Um Allahs Willen! Ich war kein grüner Junge mehr, ich war ein erwachsener Mann und sollte doch zumindest ein Mitspracherecht bekommen!

Das Erstaunen wich Zorn. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, dass ich die Werkstatt übernehmen sollte. Dann müsste ich nicht immer warten, bis Mustafa sicher eingeschlafen war, bevor ich mich nach draußen schlich. Aber dass damit eine Heirat verbunden sein sollte, ging für mich eindeutig zu weit.

Endlich hatten sich meine Gedanken soweit beruhigt, dass ich klare Sätze formulieren konnte. Ich konnte nicht heiraten. Unmöglich. Es wäre Verrat an Altaїr und der Liebe, die wir füreinander empfanden und der ich mir jetzt so sicher war.

Auch wenn Mustafa ja eigentlich recht hatte. Im Prinzip sprach nichts mehr gegen eine Heirat. Bisher hatte mich anscheinend nur mein Ziel ein Assassine zu werden, vor diesem Gespräch bewahrt. Assassinen heirateten selten. Es war ihnen zwar nicht verboten, wurde jedoch von Al Mualim, und anscheinend auch den vorherigen Meistern, immer mit Argwohn betrachtet. Eine derartige Bindung würde nur ablenken, meinte er.

So ruhig wie möglich, um Mustafa keinen Grund für Spekulationen zu geben, antwortete ich: “Euer Angebot ehrt mich, doch ich werde nicht heiraten. Niemals.” Es gelang mir sogar, eine Art Ausrede zu konstruieren, die wohl ganz im Sinne Al Mualim´s gewesen wäre. “Nur weil ich der Bruderschaft nicht mehr als Assassine dienen kann, fühle ich mich doch als einer von ihnen und werde mein Leben ganz in ihren Dienst stellen. Eine Frau würde mich nur von diesem Weg ablenken.”

Mustafas Gesicht verfinsterte sich. “Das hat dir dieser hochmütige Bastard eingeredet!” fluchte er ungehalten. “Aber jetzt kann er dir nichts mehr befehlen. Du brauchst ihn nicht mehr!”

Diese heftige Reaktion erstaunte mich erneut. Dass Mustafa nicht gerade begeistert sein würde, wenn ich ablehnte, war mir klar gewesen. Aber dies erschien mir doch etwas übertrieben. Und warum machte er immer Altaїr verantwortlich? “Altaїr hat nichts damit zu tun”, rechtfertigte ich mich, nicht mehr ganz so beherrscht. “Meine Entscheidung ein Assassine zu werden, war allein meine Sache und es ist ebenso meine Sache, wenn ich mich entscheide, wie einer von ihnen zu leben, auch wenn ich nie geweiht werde.”

“Verkauf mich nicht für dumm!”, donnerte Mustafa plötzlich los. “Ich weiß genau, zu was er dich gezwungen hat!”

Die Worte hingen im Raum, wie die Wolken eines drohenden Unwetters. Ich spürte, wie ich blass wurde. Sämtlicher Zorn verlosch augenblicklich und ließ nur blankes Entsetzen zurück. Woher wusste er das? Ich war doch immer so vorsichtig gewesen. Erst wenn ich wirklich sicher war, dass er tatsächlich schlief, habe ich mich fort geschlichen und ich bin immer schon zurückgekehrt, lange bevor er aufgestanden ist. Wie hatte er es nur herausgefunden?

Meine sichtlich geschockte Reaktion schien Mustafa ein wenig zu besänftigen, denn seine folgenden Worte waren etwas ruhiger. “Er hat doch nichts mehr, mit dem er dich erpressen könnte. Du brauchst seine Hilfe nicht mehr, also lass dich nicht mehr von ihm zu derartig schmutzigen und widernatürlichen Dingen überreden. Du bist doch für ihn nur ein Spielzeug!”

Plötzliche Übelkeit schnürte mir die Kehle zu. als mir die Folgen, die ich so lange verdrängt hatte, in aller Klarheit wieder bewusst wurden. Dabei sollte ich noch von Glück reden, dass Mustafa Altaїr für den allein Schuldigen und mich nur für sein Opfer hielt. Wäre es anders, hätte er uns sicher schon längst angeklagt. Dies könnte für uns beide den Tod bedeuten. Für Altaїr sogar sicher. Mit etwas Glück käme ich mit Verbannung davon. Glück... Lieber würde ich mit Altaїr in den Tod gehen.

Mir wurde endgültig schlecht. Ich musste hier raus! Mein Becher fiel zu Boden und zerbrach. Ich registrierte es kaum. Mehr stolpernd als gehend durchquerte ich die Werkstatt und riss die Tür nach draußen auf. Weiter reichte meine Kraft nicht mehr. Ich sank auf die Bank vor dem Haus und vergrub das Gesicht in meinen Händen.

Aus und vorbei. Wieder und wieder kreisten diese Worte in meinem Kopf und verhinderten, dass ich auch nur einen klaren Gedanken fassen konnte. Was sollte ich nur tun? Nichts. Ich konnte nichts mehr tun. Mustafa brauchte nur ein paar Worte verlauten lassen und nichts und niemand würde uns vor unserem Schicksal bewahren können.

Ich hörte, wie sich die Tür erneut öffnete und Mustafa herauskam. Mit einem schweren Seufzen setzte er sich neben mich. Kurz darauf spürte ich seine Hand auf meiner Schulter. “Ich will dir doch nichts Böses”, meinte er sanft und ich konnte mir nur knapp ein hysterisches Auflachen verkneifen.

“Wäre dem nicht so, denkst du, ich hätte so lange geschwiegen? Ich wusste, dass du früher oder später zur Vernunft kommst und diesen irrsinnigen Traum aufgibst.” Er schien wieder völlig ruhig, was ich in dem aufgewühlten Zustand, in dem ich mich gerade befand, kaum ertragen konnte. “Allah hat mich nur mit Töchtern gesegnet, doch ich neige dazu, dich als meinen Sohn anzusehen. Befreie dich von diesem arroganten Bastard, solange du es noch kannst. Heirate Salima und werde mein Nachfolger hier in Masyaf. Wenn du darüber nachdenkst, wirst du erkennen, dass ich Recht habe.”

Ich bewegte mich nicht. Ich wagte es einfach nicht. Sobald ich versuchen würde auch nur einen Finger zu rühren oder etwas zu sagen, würde ich vollends die Beherrschung verlieren. Ich würde Mustafa entgegenschreien, dass es ihn nichts angehen sollte, was ich und Altaїr taten und dass ich niemals heiraten würde. Aber dann würde nicht nur er, sondern wirklich alle davon wissen. Und so reagierte ich in keinster Weise.

Mustafa wartete noch ein wenig, doch schließlich erhob er sich. Seine nächsten Worte waren, so sanft sie auch waren, eine eindeutige Drohung. “Du solltest dich bald entscheiden. Andernfalls lässt du mir keine andere Wahl, als Altaїr öffentlich der Unzucht zu beschuldigen.” Danach ging er zurück ins Haus und ließ mich hoffnungslos und ratlos zurück.

Allmählich half die frische Abendluft ein wenig gegen die Übelkeit und ich wagte es, mich wieder aufrecht hinzusetzen. Die Sonne neigte sich dem Horizont entgegen und überließ nach und nach den nächtlichen Schatten die Herrschaft über Masyaf.

Was sollte ich nur tun? Mitspielen und sobald Altaїr zurückkehrte mit ihm fortlaufen? Bei dieser Vorstellung musste ich beinahe verzweifelt Lachen. Altaїr würde nie davonlaufen. Wahrscheinlicher war, dass er Mustafa umbringen würde, sobald er davon erfuhr. Was ihn dies kosten würde, darüber wollte ich nicht nachdenken. Es wäre ein direkter Verstoß gegen das Credo. Doch so, wie ich Altaїr kannte, würde ihn diese Tatsache kaum aufhalten.

Sollte ich versuchen, diese Farce mitzumachen und meine Beziehung zu Altaїr einfach weiterführen? Dieses Mal kam das verzweifelte Lachen bis zu meinen Lippen. Unmöglich. Er war nicht weniger eifersüchtig als ich. Er würde mich mit niemandem teilen. Und wie sollte ich ihm überhaupt klar machen, dass ich nur für den äußeren Schein heiratete und das auch noch ohne triftigen Grund? Nein, auch dies war keine Lösung.

Doch ob es mir gefiel oder nicht, ich musste mich für eine Möglichkeit entscheiden. Und dies möglichst bald...

In dieser Nacht ging ich wieder auf den Übungsplatz. Das erste Mal, seitdem ich meinen Traum ein Assassine zu werden, abgelegt hatte. Doch ich begann nicht mit meinen Übungen, um mich abzulenken. Das konnte ich mir in dieser Situation nicht leisten und das war mir sehr bewusst. Stattdessen setzte ich mich an den Rand und dachte nach, während ich meinen Blick darüber streifen ließ.

Dieser Platz enthielt so viele Erinnerungen für mich. Schöne und Schmerzhafte. Viele davon mit Altaїr, doch auch viele aus der Zeit vor meinem Unfall. Je länger ich dort saß und meinen Erinnerungen nachhing, desto klarer wurde mir, dass ich nur vor dem Unvermeidlichen davonlief.

Meine Entscheidung war doch schon längst gefallen. Es mochte in Geschichten vielleicht romantisch klingen, wenn Geliebte zusammen in den Tod gingen, doch in der Realität war dies lediglich erschreckend. Ich würde Altaїrs Leben und seinen Ruf nicht riskieren, nur um meinen Kopf durchzusetzen. Das war es nicht wert. Nicht einmal wenn ich selbst völlig unbeschadet davonkommen würde.

Doch damit blieb mir nur eine Möglichkeit, ihn von einer unbedachten, eifersüchtigen Handlung abzuhalten. Ich würde ihm klar machen müssen, dass unsere Beziehung von Beginn an begrenzt gewesen und nun eben vorbei war. Auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie ich dies anstellen sollte.

Mustafa war noch wach, als ich spät in der Nacht zurückkehrte. Offensichtlich hatte er auf mich gewartet. Auf seinen fragenden, fast prüfenden, Blick hin nickte ich nur. In seiner so typisch einsilbigen Art brummte er zufrieden: “Gut so.” In einer wohl väterlich gemeinten Geste drückte er mich kurz an sich. Ich hingegen musste gegen den Impuls kämpfen, ihn zu schlagen. Nichts war gut! Gar nichts!

Die nächsten Tage, samt den verfluchten Hochzeitsvorbereitungen, gingen wie ein böser Traum an mir vorbei. So gut es mir möglich war, spielte ich den zufriedenen Bräutigam und schaffte es, zu meinem eigenen Erstaunen, offensichtlich alle davon zu überzeugen.

In den Nächten suchten mich furchtbare Alpträume heim. Immer versuchte ich Altaїr zu erklären, weshalb ich dies tat. Seine Reaktion fiel sehr unterschiedlich aus. Mal wütete er wie ein Wahnsinniger und schlachtete jeden ab, der ihm zu nahe kam, bis er über und über mit Blut bedeckt zwischen den getöteten Bewohnern Masyaf´s stand. Ein anderes Mal zerbrach er bildlich in tausend Scherben, die ich auch mit aller Mühe nicht mehr zu einem Ganzen zusammenfügen konnte.

Und immer stand im Hintergrund meine zukünftige Braut und grinste mich mit schielenden Augen und faulenden Zähnen an. Dabei hatte ich keine Ahnung, wie sie aussah. Dies würde ich erst in der Hochzeitsnacht erfahren. Ganz so, wie es sich gehörte.

Wie von Mustafa vorausgesagt, kam Salima ein paar Tage später in Masyaf an. Für die Zeit bis zur Hochzeit wurde sie bei den Bediensteten der Festung untergebracht. Mustafa selbst hatte schon arrangiert, dass er vom Tage der Hochzeit bis er mit der nächsten Karawane nach Bagdad reisen konnte, bei einem Freund unterkam. ‘Damit ich mit meiner Frau eine ungestörte Hochzeitsnacht hätte.’

Allein die Betonung seiner Worte ließ in mir wieder das Verlangen entstehen, ihn völlig respektlos zusammenzuschlagen. Dabei meinte er es wahrscheinlich nur gut. Doch gerade dies war es, was mich so zornig machte.

Der Tag der Hochzeit rückte näher. Jeden Abend ging ich wieder auf den Übungsplatz und kehrte erst zurück, wenn ich sicher sein konnte, dass Mustafa schon längst schlief. Oder zumindest so tat, als würde er es.

Ich konnte es kaum länger ertragen, tagsüber in seiner Nähe zu sein. Vor allem, weil es mich schon eine unglaubliche Beherrschung kostete, nicht einfach alles herauszuschreien und dieser Farce ein wahrlich endgültiges Ende zu machen. Und ich hoffte, dass ich irgendwann von meinen Übungen so erschöpft sein würde, dass ich überhaupt nicht mehr träumen konnte. Was sich jedoch als ausgeschlossen herausstellte. Die Alpträume hörten nicht auf.

Auch in der Nacht vor der Hochzeit absolvierte ich wieder meine Übungen. Für winzige Augenblicke erschien es mir, als könnte ich damit die Zeit anhalten. Was natürlich unmöglich war, doch allein die Illusion dessen, hatte etwas tröstliches.

Plötzlich fiel ein Schatten auf mich und nahm mir das ohnehin schon spärliche Licht des Mondes. Erschrocken sah ich auf. Altaїr stand vor mir und sah auf mich hinab. “Ich hörte, dass morgen eine Hochzeit stattfinden soll.” Keine Gefühlsregung war in seiner Stimme auszumachen. Er wusste es. Er wusste, dass es meine Hochzeit werden sollte.

Dies war er. Der Moment, den ich gefürchtet hatte. Langsam richtete ich mich auf. Vor allem durfte ich Altaїr keinen Grund zur Vermutung geben, dass dies nicht meine eigene, freie Entscheidung gewesen war. Ob mir dies gelingen würde, konnte ich nur hoffen, doch davon hing alles ab.

Ich denke, ein Teil von mir hatte sich gewünscht, dass ich ihm nie wieder gegenüber treten müsste und mir das Gespräch, das vor mir lag, ersparen könnte. Die Bilder meiner Alpträume, Blut und Scherben, tauchten vor meinem inneren Auge auf und trockneten mir die Kehle aus.

Altaїr blickte mich an und ich konnte ihm ansehen, wie gerechter Zorn, Eifersucht und Verständnislosigkeit in ihm miteinander kämpften. “So ist es”, antwortete ich. Klar und verständlich kamen die Worte über meine Lippen. Mehr brachte ich nicht hervor, doch ich versuchte es als Gleichgültigkeit zu tarnen. Ich versuchte, nicht darauf zu achten, welche Gefühle mir seine Augen verrieten. Trotzdem hielt ich seinen Blick fest, denn mir war klar, dass er mich als Lügner enttarnen könnte, sobald ich wegsehen würde.

“Warum?” Nur ein einziges Wort. Dieses eine Wort, das gleichzeitig eine so bedeutsame Frage war. Ich glaubte, ein leichtes Zittern in seiner Stimme auszumachen, doch ich verdrängte es, wie ich alles andere zu verdrängen versuchte, was mir meine Beherrschung zu rauben drohte.

“Es hat sich so ergeben”, meinte ich und schaffte es, mit den Schultern zu zucken, als wäre es einfach eine gute Gelegenheit gewesen, die ich wahrgenommen hatte.

Altaїrs Beherrschung versagte. Er packte mich an den Schultern und schüttelte mich. “Warum, verdammt nochmal?”, schrie er. “Warum?”

Ich nahm all meine restliche Selbstbeherrschung zusammen und machte mich gewaltsam von ihm los. “Weil dies nun einmal der Lauf des Lebens ist”, fauchte ich und hoffte, er würde es als Zorn auf seinen Übergriff deuten. “Hattet Ihr allen Ernstes geglaubt, dass das, was zwischen uns war, würde ewig währen? Es war ein Spiel. Nichts weiter!” Beinahe verschluckte ich mich an den letzten Worten. Nie hätte ich geglaubt, überhaupt einmal so etwas über meine Lippen zu bringen. Wenn nicht so viel davon abhängen würde, hätte ich es vermutlich auch nicht geschafft.

Ich hätte es auch nicht durchgestanden, Altaїrs Reaktion zu sehen, ohne vor ihm auf die Knie zu fallen und ihm für diesen dummen Scherz um Verzeihung zu bitten. Doch so blieb ich stehen und sah ihn kühl und beherrscht an, auch wenn es mir das Herz zerriss, dass ich ihm dies antat.

Bei meinen Worten wurde sein Gesicht kalt und ausdruckslos. Doch es war nicht wie sonst. Es steckte keine Arroganz dahinter. Ich konnte in seinen Augen sehen, wie etwas in ihm zerbrach und er es zu verstecken suchte. “Ein Spiel also …”, echote er. Die Stimme so ausdruckslos, wie sein Gesicht. “Nun gut.”

Er wandte sich zum Gehen. Nur noch kurz hielt er inne. Er drehte sich nicht einmal zu mir um, als er sagte: “Ich nehme an, Ihr seid der Gewinner dieses Spiels …” Dann verließ er den Platz. Seine Schritte drückten zwar seine übliche Selbstsicherheit aus, doch sie kamen mir seltsam hölzern vor.

Ich konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Gerade eben hatte ich dem Menschen, der mir mehr als alles auf der Welt bedeutete, mehr Schmerz zugefügt als eine Waffe es je könnte.

Kaum war Altaїr außer Sichtweite, brach ich zusammen. Haltlos schluchzend saß ich im Sand und verfluchte Mustafa, der mich durch seine widerliche Erpressung so weit gebracht hatte. Und ich verfluchte mich selbst, dass ich nicht einen Weg gefunden hatte, mich davon zu befreien.

tbc ...