Eine Trainingseinheit mit den Suna-Geschwistern (Amayas Sicht)
Eine Trainingseinheit mit den Suna-Geschwistern (Amayas Sicht)
Die Nachmittagssonne brannte heiß auf den weiten Trainingsplatz, als ich mich in Position stellte. Schwarze Kniebundhose, rote Weste, der Verband um meinen Arm offen sichtbar. Ich wirkte vermutlich ruhiger, als ich mich fühlte. Mir gegenüber nahm Kankurō Aufstellung ein, den Blick voller Vorfreude auf das, was gleichkommen würde.
Am Rand saßen Gaara und Temari nebeneinander, wie zwei lautlose Beobachter eines Schauspiels, das sie selbst in Gang gesetzt hatten. Temari verschränkte die Arme, sichtbar amüsiert. Gaara dagegen war kaum zu lesen, doch ich spürte, wie sein Blick jede meiner Bewegungen abwog.
Wie ich überhaupt in diese Situation geraten war?
Ganz einfach: Kankurō hatte heute Morgen die glorreiche Idee, eine spontane Trainingsrunde anzusetzen, „damit wir nicht einrosten“, wie er behauptet hatte. In Wahrheit wollte er nur seine neue Puppe testen. Und er brauchte eine Testperson.
Natürlich hatte Temari daraus sofort einen Wettbewerb gemacht. Ein Turnier zwischen uns vieren. Gaara hatte seine erste Runde gegen sie gewonnen. Jetzt wartete Kankurō auf seinen Auftritt. Und ich… war der zweite Kampf.
Er hatte mich bevor wir anfingen fünf Mal gefragt, ob ich wirklich sicher war, dass er alles einsetzten sollte, was seine Puppen konnten. Vielleicht sah er mich deswegen immer noch etwas skeptisch an.
Er löste mit einer lässigen Bewegung die obere Schriftrolle aus der Halterung auf seinem Rücken und hielt inne. Er zögerte.
„Willst du nicht angreifen?" fragte er auffordernd.
Ich antwortete nicht. Ich wartete.
Die Schrift öffnete sich, Chakra flackerte und dann schoss die erste Puppe auf mich zu: Karasu.
Ich kannte sie. Eine rein offensive Maschine. Klappernde Glieder, blitzschnelle Gelenke, schwarz wie Nacht.
Sie schlug nach mir, doch ihre Bewegungen waren berechenbar. Ich wich aus, blockte mit Luftstößen, spürte gleichzeitig die feinen Schwingungen in meiner Umgebung.
Und dann... ein Riss in der Luft hinter mir.
Ein verräterisches Flirren. Kuroari.
Noch bevor ich mich vollständig vom Boden abstoßen konnte, schnappte das zweite Konstrukt nach mir. Ich wurde im Sprung abgefangen, hineingezogen wie in das Maul eines hölzernen Raubtiers.
Klingen schnellen auf mich zu.
Ich reagierte instinktiv und verdichtete die Luft um mich, so dass die eindringenden Klingen mich nicht erreichten. Die Messer prallten so wirkungslos davon ab, als wäre ich aus Stahl.
Dann erzeugte ich Überdruck. Ein scharfes Knacken. Holz barste auseinander. Das Gefängnis explodierte nach außen, Holzstücke regneten herab, marionettenhafte Glieder flogen klappernd davon.
Eine Puppe zerstört, dachte ich zufrieden und wirbelte nach vorn, noch ehe der Staub sich legte. Kankurō zog scharf die Luft ein über den Verlust seiner Puppe. Ein Moment zu lang.
Ich nutzte das Überraschungsfenster, er versuchte auszuweichen, doch ich packte ihn am Arm und schleuderte ihn über die Schulter hinweg gegen die Trainingsplatzmauer.
Der Aufprall war dumpf, ließ den Boden vibrieren und Risse im Putz entstehen. Doch natürlich war er nicht alleine.
Seine andere Puppen kamen sofort wieder angeklappert und ich wurde mit Giftbomben beworfen. Dichter, tödlicher Nebel. Ich schloss kurz die Augen, atmete ruhig und lenkte die Luft um meinen Kopf so, dass ich nur sauber Luft atmete.
Erste Lektion, dachte ich mit einem Anflug von Spott. Achte darauf, dass dein Gegner deinen eigenen Angriff nicht gegen dich wenden kann. Meine Füße berührten kaum den Boden, als ich aus dem violetten Dunst hervorbrach.
Ich zog meinen Degen, die Klinge glänzte grell im Sonnenlicht.
Karasu sprang erneut heran, doch ich konterte mit einem präzisen Windstoß, der es seitlich schleuderte. Kankurōs Augen weiteten sich.
Er griff sofort nach seiner letzten Schriftrolle. Ich war zu langsam. Verdammt. Mit einem donnernden Krachen erschien seine größte Puppe, eine massive, stählerne Eidechse, der Kragen hochgeklappt, wie ein drohender Schild.
Doch ich war schon in Bewegung. Mit einem überlebenden kraftvollen Satz stieß ich mich von der metallenen Oberfläche nach oben, ließ meinen Körper sich automatisch in der Luft drehen und stieß mich in der Luft ab, um direkt über die Puppe hinwegzufliegen.
Kankurō blickte hoch, verwirrt, überrascht. Damit hatte er nicht gerechnet. Ich war bereits im Sturzflug.
Er hob reflexartig die Hand, um Karasu zurückzurufen, doch meine Klinge war schneller.
Mit einem präzisen Schnitt kappte ich mehrere Chakrafäden. Die Puppe fiel leblos zu Boden. Kankurō folgte kurz darauf, als ich ihn mit einem einzigen Schlag niederstreckte.
Ich stand über ihm, atmete langsam ein und setzte die Degenklinge an seine Kehle. „Du bist tot", sagte ich ruhig, mein Blick kühl. Ich hatte gesiegt.
Mit einem einzigen, fließenden Schwung steckte ich die Klinge weg und wich zur Seite, damit er aufstehen konnte.
Ich atmete tief aus und musste grinsen. Mein Herz pochte kräftig, beinahe im Takt mit dem angenehmen Kribbeln, das mir durch den Körper lief. Genau das hatte ich gebraucht.
Dieser Kampf hatte Spaß gemacht. Ehrlichen, unverstellten Spaß. Für ein paar Minuten hatte es nur um den nächsten Schritt, den richtigen Winkel und die schnellere Reaktion gegangen.
Kankurō war gut. Seine Puppen hatten mich ordentlich gefordert, und ich hatte mich auf jede neue Bewegung einstellen müssen. Ich hatte meine üblichen Ninja-Fähigkeiten einsetzen können, ohne meine Clan-Techniken hervorzuholen oder mich unnötig zurückzuhalten.
Ich freute mich schon auf den nächsten Kampf, denn dieser würde anders werden.
Ich blickte zu Gaara und Temari hinüber. Beide saßen noch immer an ihrem Platz. Temari grinste breit und zeigte mir einen Daumen nach oben. Gaara dagegen ließ sich nichts anmerken.
Ein Kribbeln breitete sich in mir aus, und für einen kurzen Moment trafen sich unsere Blicke.
Ich zweifelte keine Sekunde an seinen Fähigkeiten. Ich wusste, wozu er fähig war. Gerade deshalb freute ich mich auf das Duell.
Die eigentliche Herausforderung würde nicht sein, gegen ihn zu bestehen. Sie würde sein, es nicht zu tun.
Bei Kankurō hatte ich einfach kämpfen können. Bei Gaara musste ich aufpassen, wie viel ich zeigte. Ich durfte nicht so weit gehen, dass ich ihn verletzte, aber ich wollte auch nicht so offensichtlich nachgeben, dass er es bemerkte. Schon der Gedanke daran ließ mich innerlich seufzen.
Ich konnte mich zurückhalten. Natürlich konnte ich das.
Nur war es verdammt viel schwieriger, als einfach alles zu geben.
Und wenn es jemanden gab, vor dem ich nicht wie eine Anfängerin aussehen wollte, dann ausgerechnet Gaara.
„Gaara, wollen wir jetzt?", fragte ich ihn, da er immer noch an der Wand saß.
Er hob eine Braue, kaum merklich. „Willst du dich nicht kurz fünf Minuten ausruhen?"
„Brauche ich nicht." Ich winkte ab, obwohl ich genau wusste, dass er im Gegensatz zu mir längst wieder zu Kräften gekommen war. Mein Puls schlug zwar noch vom Kampf zuvor leicht erhöht, aber mein Körper fühlte sich wach an, zu wach, fast schon fiebrig vor Konzentration. Und irgendetwas in mir wollte es jetzt sofort wissen.
Gaara erhob sich langsam, als hätte die Zeit sich nach seinen Bewegungen zu richten. Jeder Schritt war gemessen, unaufgeregt, doch in seinen Augen lag ein Funke, der mich warnte. Er war bereit. Und er nahm mich ernst.
Ich betrat das Feld, dieses Mal mit dem festen Vorsatz, nicht mehr mit ihm zu spielen. Sein Sand war unberechenbar, sobald man ihm auch nur einen Atemzug zu viel schenkte. Also würde ich keine Gelegenheit verstreichen lassen. Nicht ausweichen, kämpfen. Direkt, präzise. Und dennoch… durfte ich nicht gewinnen. Das war der Teil, der mich innerlich am meisten fesselte. Ich musste ihn fordern, aber nicht übertreffen.
Ich zog meinen Degen. Mit zwei Fingern fuhr ich über die filigrane Gravur, und wie immer schimmerte die Keilschrift darauf erst matt, dann glühte sie in lebhaftem Rot auf. Ein zweiter Degen löste sich aus der Klinge, wie mein eigener Schatten, der zum Leben erwachte.
Meine Windklingen - mein Element.
„Bereit?" fragte ich leise, mehr zu mir selbst und griff an.
Gaara hatte sich bereits halb in seine schützende Sandkugel gehüllt. Der Sand um ihn herum formte sich in großen, schweren Brocken, die er auf mich zuschleuderte. Die Luft knisterte jedes Mal, wenn ein Sandstein an mir vorbeischoss oder von meinen Klingen halbiert wurde. Der Sand war schnell, schneller als viele vermuteten, und in meiner Position war es unmöglich, ihn frontal zu durchbrechen.
Also musste ich ihn von oben angreifen. Aus dem Sonnenwinkel, dort, wo sein Blick am schwächsten war.
Ich sprang auf den ersten schwebenden Stein, der noch in zwei Teile zerbarst, während ich mich bereits abdrückte. Stein um Stein wurde zu Stufen in den Himmel. Ich wich aus, ließ mich durch die Luft tragen, nutzte jeden Impuls, um mich weiter nach oben zu treiben. Die Sonne brannte mir in den Rücken, warm und blendend. Perfekt.
Mit einem kräftigen Satz schoss ich höher. Der Wind riss mir die Haare aus dem Gesicht. Dort oben, in einem einzigen Herzschlag des Schwebezustands, schlug ich meine Hände zusammen. Die beiden Degen kreuzten sich in einem Funkenflug. Ich formte Fingerzeichen über kaltem Stahl. Das Jutsu der Windklingen.
Ein Ruck ging durch meinen Körper, eine Welle, die sich in den Klingen sammelte.
Ich schwang beide Degen hinab zur Erde, und im selben Moment, in dem die Schwerkraft wieder nach mir griff, schoss eine schneidende Böe hinunter. Die Luft wurde zu einer messerscharfen Schneise und fraß sich durch die Brocken, die zu Sandstaub zerfielen und in der Sonne glitzerten.
Im freien Fall drehte ich mich, der Kopf zuerst, mein Blick auf Gaara gerichtet.
Er sah nach oben. Für einen Sekundenbruchteil trafen sich unsere Blicke.
Seiner weitete sich. Der Sand reagierte. Seine Schutzkugel begann sich zu schließen, immer schneller, doch ich war bereits da. Meine beiden Windklingen bohrten sich in die äußere Kruste, ließen sie knacken wie dünnes Eis. Risse zogen sich auseinander, und ich fiel hindurch in seinen Schutzkreis, in seinen persönlichen Raum.
Ich wirbelte die Klingen, ließ eine Schneide auf seinen Hals zufahren, stoppte aber, bevor ich ihn hätte treffen sollen. Nicht, weil ich wollte. Sondern weil mich sein Sand packte wie eine unsichtbare Hand. Hart. Kompromisslos.
Ich stach mit der anderen Klinge vor, doch auch sie wurde abrupt gestoppt. Der Sand wickelte sich um mein Handgelenk, rau und unnachgiebig wie kalte Fesseln.
Reflexartig öffnete ich die Finger. Die Windschneiden verschwanden nicht, sie warteten. Mit einem schnellen Ziehen riss ich meine Hände aus der sandigen Umklammerung, ließ mich fallen und fing meine Waffen, bevor sie den Boden berühren konnten.
Ich raste auf Gaara zu. Sein Sandschutz war gerade im Begriff, sich neu zu formieren, als ich ansetzte.
Ein Täuschungsmanöver. Ich hob die Klinge wie zuvor, hoch, frontal. Doch im letzten Moment duckte ich mich tief ab, rutschte über den Sand, schob mein Gewicht nach vorne auf den rechten Arm und schlug ihm die Beine weg.
Gaara verlor den Stand. Doch mein eigener Schwung war zu groß. Meine stützende Hand knickte weg, der Boden kam mir abrupt entgegen und ich landete hart neben ihm.
Ich wollte mich zur Seite drehen, aufspringen, erneut angreifen, doch sein Sand war schneller. Viel schneller. Er schoss um meine Glieder wie eine lebendige Fessel und nagelte mich am Boden fest. Warm, schwer, körnig, unentrinnbar.
Ich war gefangen und beließ es dabei, denn ich wusste im selben Moment: Er hatte dadurch gewonnen.
Ich war gefangen und beließ es dabei, denn ich wusste im selben Moment: Er hatte dadurch gewonnen.
Kaum hatte ich aufgegeben, tauchte Gaaras Gesicht in meinem Blickfeld auf. Sein Blick traf meinen, doch irgendetwas daran irritierte mich. Seine Miene war wie immer ruhig, aber seine Augen wirkten verschlossen, beinahe kühl. Als hätte er sich plötzlich von uns zurückgezogen, obwohl er noch direkt vor mir stand.
Der Sand um meine Gelenke rieselte zurück auf den Boden, als hätte er mich nur widerwillig freigegeben.
Mit einem einzigen, kontrollierten Atemzug richtete ich mich auf. „Der ist dir wohl aus der Hand gerutscht", sagte Gaara ruhig und reichte mir meine zweite Klinge. „Danke."
Ich legte beide Klingen aneinander; sie verschmolzen sofort wieder zu einer einzigen, vertrauten Form, die ich zurück in meinen Gürtel schob.
„Gut gemacht, kleiner Bruder!" Kankuro tauchte plötzlich neben uns auf und klopfte Gaara kräftig auf die Schulter. „Du hast es ihr ordentlich gezeigt."
„Amaya hat sich aber auch gut geschlagen", warf Temari ein, die sich uns genähert hatte. Kankuro winkte ab, als wäre das völlig nebensächlich. „Pah. Gewinnen zählt. Als Verlierer bist du meistens tot."
Ich zog eine Augenbraue hoch. „Dann darf ich dich daran erinnern, dass du jetzt eigentlich tot sein müsstest."
„Temari übrigens auch", fügte ich trocken hinzu.
Kankuro verzog das Gesicht, als hätte er in eine Zitrone gebissen. „Tja Gaara, dann bist du wohl der einzige Überlebende hier." Ein breites Grinsen schlich sich auf seine Lippen. „Und als Gewinner musst du uns ein Essen ausgeben. Kommt ihr beiden Mädels auch mit?" Gaara warf ihm einen Blick zu, der deutlich machte, was er von dieser Idee hielt.
„Ja, aber nur wenn wir zum Grillhaus gehen", sagte Temari gelassen.
Ich schüttelte entschieden den Kopf. „Ne, ich will lieber duschen. An mir klebt überall Sand."
„Ach komm schon, Gaara gibt doch einen aus!" Kankuro schmollte, als wäre er wieder zehn. Doch Gaara richtete sich nur ein Stück auf und seine Stimme schnitt durch die Hitze des Trainingsplatzes: „Ich gebe keinen aus. Ich muss zurück in mein Büro."
Er drängte sich an uns vorbei und ging schnellen Schrittes davon. Wir sahen ihm nach, drei Paar Augen, alle gleichermaßen irritiert.
„Kommst du jetzt mit, Amaya-chan?" fragte Kankuro schließlich.
„Nein… ich muss auch noch etwas erledigen. Aber euch beiden viel Spaß."
Ich verließ den Trainingsplatz, doch nach wenigen Schritten merkte ich, dass ich überhaupt nicht darüber nachdachte, wohin ich eigentlich wollte. Meine Gedanken waren bei Gaara. Dieser abrupte Aufbruch passte nicht zu dem Nachmittag, den wir gerade miteinander verbracht hatten. Und sein Blick hatte auch nicht gerade so ausgesehen, als wäre er einfach nur in Eile.
Was war los mit ihm?
Vielleicht hatte er tatsächlich noch zu viel Arbeit. Als Kazekage musste er ständig an tausend Dinge gleichzeitig denken, und wir hatten ihn den ganzen Nachmittag vom Büro ferngehalten. Aber wenn es nur das war, warum hatte er dann so plötzlich reagiert?
Ich schüttelte leicht den Kopf. Ich würde ihn später fragen. Wenn er mit mir darüber reden wollte, würde er es tun. Trotzdem ließ mich das ungute Gefühl nicht ganz los.
Erst als ich an den Sand dachte, der noch überall an mir klebte, fiel mir wieder ein, wie viel Spaß ich gehabt hatte. Ich musste grinsen. Kankurōs Gesicht, als seine Puppe zu Bruch gegangen war, und sein beleidigter Blick, als ich ihn auf seine eigene Logik festnagelte … Allein dafür hatte sich der Nachmittag gelohnt.
Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich mich so lebendig gefühlt hatte. Nicht, weil ich einer Aufgabe nachgegangen war, sondern einfach, weil ich mit ihnen zusammen gewesen war.
Mit Temari, die aus allem einen Wettbewerb machte. Mit Kankurō, der selbst eine Niederlage noch in eine Gelegenheit verwandelte, Essen spendiert zu bekommen. Und mit Gaara, der sich zwar vorzeitig aus dem Staub gemacht hatte, aber bis dahin ganz selbstverständlich dazugehört hatte.
Es hatte sich … vertraut angefühlt.
Der Gedanke ließ mich langsamer werden. Ich mochte Suna. Nicht nur die Ruhe der Wüste oder die Menschen, die mir inzwischen auf den Straßen zunickten. Ich mochte es, Zeit mit ihnen zu verbringen. Dass ich nicht jedes Mal überlegen musste, ob ich willkommen war. Dass ich einfach mit am Tisch sitzen konnte, mit ihnen lachen und für ein paar Stunden vergessen durfte, wie viel ich sonst allein stemmen musste.
Was, wenn das nicht nur ein schöner Nachmittag gewesen war? Was, wenn ich solche Tage öfter haben könnte?
Ich könnte nach Suna ziehen. Der Gedanke tauchte so plötzlich auf, dass ich beinahe stehen blieb.
Dann müsste ich solche Momente nicht als seltene Ausnahmen betrachten. Ich könnte mit ihnen frühstücken, trainieren, mich über Kankurō lustig machen und Temari dabei zusehen, wie sie ihn zur Weißglut trieb. Und vielleicht könnte ich auch Gaara öfter sehen, ohne mir jedes Mal einen Grund ausdenken zu müssen, warum ich in seinem Büro war.
Ich biss mir kurz auf die Innenseite der Wange. Das war ein ziemlich großer Schritt, nur weil ich einen schönen Nachmittag gehabt hatte.
Aber der Wunsch verschwand nicht.
Würde Gaara mich überhaupt hierbehalten wollen, wenn ich ihn darum bitten würde?