4. Zwischen Büchern und leisen Gefühlen
4. Zwischen Büchern und leisen Gefühlen
Die Nacht war längst über die Beete hereingebrochen, als G'raha schließlich den vertrauten Weg zu seinem eigenen Quartier zurückging. Eigentlich hatte er vorgehabt, über seine nächste Lektüre nachzudenken. Stattdessen ertappte er sich dabei, wie seine Gedanken immer wieder zu einem kleinen Haus mit einem Garten zurückkehrten. Zu einer weißhaarigen Miqo'te, die ihn erst mit einer imaginären Bibliotheksheirat aufzog, ihm anschließend die Haare zerzauste und ihn schließlich mit einem Tee in ihrem Wohnzimmer sitzen ließ, als wäre es das Natürlichste der Welt. Er schmunzelte.
„Mietz...“ Er schüttelte leicht den Kopf.
„Was stellst du nur mit mir an?“ Seine Finger wanderten unbewusst zu seinem Zopf. Er blieb kurz stehen. Da war noch dieses angenehme Gefühl ihrer Finger in seinen Haaren. Und ihre leise Stimme, als sie gesagt hatte, dass sein Haar weich sei. G'raha lächelte unwillkürlich. Dann fiel ihm ihre Bemerkung über die Frau ein, die angeblich seine Gedanken beschäftigte. Sein Lächeln wurde schwächer.
„Die interessante Person...“ Er murmelte die Worte vor sich hin. Ein leises Seufzen folgte. Warum hatte es sich eigentlich so seltsam angefühlt, wenn Mina davon gesprochen hatte? Warum hatte er ihre Fragen über diese unbekannte Frau immer wieder umschifft? Und warum hatte er ausgerechnet heute so sehr ihre Nähe genossen? Er schob die Hände in die Taschen und setzte seinen Weg fort. Vielleicht machte er sich einfach zu viele Gedanken. Mina war eine Freundin. Eine Freundin, bei der er lachen konnte. Eine Freundin, bei der er sich nicht verstellen musste. Eine Freundin, die ihm vertraute. Das war alles. ... oder? G'raha blieb erneut stehen. Sein Auge richtete sich auf den dunklen Himmel.
„Das wird kompliziert.“ Ein kleines, beinahe ungläubiges Lachen entwich ihm.
„Sehr kompliziert.“
In seinem Quartier angekommen, legte G'raha seinen Mantel ab und griff beinahe automatisch nach einem Buch. Er schlug es auf. Las eine Zeile. Noch eine. Dann starrte er mehrere Herzschläge lang auf dieselbe Stelle. Er seufzte.
„Unfassbar.“ Er schloss das Buch wieder.
„Nicht einmal meine Bücher können mich heute ablenken.“ Sein Blick fiel auf den Zopf. Ein kleines Lächeln erschien erneut.
„Dauerwelle...“ Er musste leise lachen.
„Diese Mietz.“ Doch als er schließlich ins Bett ging, war es nicht die Bibliothek, an die er zuletzt dachte. Es war ihr Lachen. Ihre grünen Augen. Und die Wärme ihrer Hand, als sie ihm durch die Haare gestrichen hatte. G'raha schloss langsam sein Auge.
„Schlaf gut, Mina.“ Und irgendwo zwischen diesen Gedanken und dem Schlaf fragte er sich zum ersten Mal, ob seine eigenen Gefühle vielleicht längst begonnen hatten, eine Antwort auf eine Frage zu geben, die er sich bisher nicht einmal hatte stellen wollen.
Die nächsten Tage versuchte sich Mina so gut es ging nicht mit einen gewissen Kater zu beschäftigen der ihr in den Gedanken herumgeisterte. Was ihr ehr mäßig gelang. Was ihr einigen Tadel bei ihren Lehrmeister einbrachte das sie so unkonzentriert und nicht fokussiert wirkte. Ihr schien kein Zauber gerade gelingen zu wollen, woraufhin er die Übungen abbrach. Sie ärgerte sich selber darüber und beschloss aus Frust zu backen am Mittag. „Ach du Schreck, ich hab viel zu viel gemacht“, stellte sie erschrocken fest als sie das letzte Blech Küchlein aus dem Ofen holte. "Was mach ich denn damit?", und schaute über die drei bleche. "Die schaff ich unmöglich alle selbst" Seufzend stellte sie das Backblech ab und zog ihre Ofenhandschuhe aus bevor sie sich auf die Arbeitsplatte mit beiden Händen abstützte. Gedankenverloren schaute sie aus dem Fenster. Sollte sie vielleicht.... Ihr viel gerade niemand anderes ein der ihr die viele Küchlein abnehmen würde. Nach 2 maximal 3 wäre sie satt.
Ein versuch war es wert. Und wenn er nicht da wäre würde sie die den Hexenkessel spenden. So holte sie einen Korb und packte die 20 Küchlein ein die noch warm waren. „Ich hoffe er mag Schokoküchlein“, murmelte sie und machte sich dann auf den weg durch die Beete zu dem großen komplexen Mehrwohnungshaus was sichtbar in den Beeten stand. Es dauerte eine weile bis sie sein Namensschild gefunden hatte, es gab hier aber auch viele Wohnung. Dann nahm sie in der Lobby den Aufzug zu seinen Stockwerk und stand vor seiner Tür. Die Hand zum Klopfen erhoben zögerte sie aber. Minuten lang trat sie nervös von einem Bein aufs andere bevor sie sich einen Ruck gab und an die Tür klopfte.
Hinter der Tür blieb es zunächst still. Dann waren Schritte zu hören. Nicht besonders eilig – eher die einer Person, der gerade von etwas aufgeschreckt worden war, das ihn aus seinen Gedanken gerissen hatte. Ein Schlüssel wurde gedreht, und kurz darauf öffnete sich die Tür. G'raha stand davor. Sein Haar war ordentlich zum vertrauten Zopf gebunden, allerdings trug er keine seiner üblichen Reiseutensilien. Stattdessen hatte er ein Buch unter den Arm geklemmt und wirkte, als hätte er gerade mitten im Lesen aufgehört. Sein sichtbares Auge weitete sich überrascht.
„Mina?“ Für einen Moment sagte er nichts weiter. Dann breitete sich ein warmes Lächeln auf seinem Gesicht aus.
„Was für eine angenehme Überraschung.“ Sein Blick fiel auf den Korb in ihren Händen.
„Und offenbar eine kulinarische.“ Er hob eine Augenbraue.
„Ich hoffe, ich darf fragen, womit ich diesen unerwarteten Besuch verdient habe.“ Dann bemerkte er ihren etwas nervösen Gesichtsausdruck. Sein Lächeln wurde sanfter.
„Oder...“ Er legte den Kopf leicht schief.
„... hast du etwa Angst, dass ich dir die Tür vor der Nase zuschlage?“ Ein leises Lachen.
„Das würde ich natürlich niemals tun.“ Er trat ein Stück zur Seite und gab den Eingang frei.
„Komm herein.“ Sein Blick wanderte noch einmal neugierig zu dem Korb.
„Aber du machst mich neugierig.“ Sein Schweif bewegte sich leicht hinter ihm.
„Was hast du denn da mitgebracht?“
Verdattert stand sie in seiner Tür bevor sie ihm den Korb hinhielt. „Ich hab zu viele Küchlein gebacken und wusste nicht wohin damit“, kam es von ihr und sie schaute zur Seite. "Wenn du sie nicht magst dann gib sie Alisai oder einen der so was gerne isst. Ich will dich auch nicht weiter stören beim lesen."
G'raha nahm den Korb vorsichtig entgegen und warf einen neugierigen Blick hinein. Der Duft von frisch gebackenem Schokoladengebäck stieg ihm entgegen.
„Zu viele Küchlein?“ Er sah wieder zu Mina.
„Und deshalb bist du den ganzen Weg hierhergekommen, um ausgerechnet mir welche zu bringen?“ Sein Lächeln wurde unwillkürlich wärmer.
„Das ist aber eine ziemlich großzügige Art, ein Backproblem zu lösen.“ Er hob eines der Küchlein ein wenig an, betrachtete es und roch kurz daran.
„Und keine Sorge. Ich mag Schokolade.“ Dann bemerkte er, wie sie zur Seite schaute und davon sprach, ihn beim Lesen zu stören.
„Mina.“ Seine Stimme war sanft.
„Du störst mich nicht.“ Er legte das Küchlein zurück in den Korb und klemmte das Buch unter den Arm.
„Und wenn ich gerade wirklich unbedingt lesen wollte, hätte ich dir das auch gesagt.“ Ein kleines Grinsen.
Dann trat er ein Stück weiter zurück und öffnete die Tür noch etwas weiter.
„Du kannst also aufhören, so auszusehen, als würdest du dich gerade unerlaubt in mein Reich einschleichen.“ Seine Ohren zuckten amüsiert.
„Komm herein.“ Er deutete auf den Korb.
„Und wir können gemeinsam herausfinden, ob deine spontane Großbäckerei tatsächlich so schlimm war, wie du behauptest.“ Dann sah er sie mit einem schelmischen Funkeln an.
„Oder hast du etwa befürchtet, dass ich alles alleine aufesse?“
„Wirklich?“, fragte sie und beugte sich etwas zur Seite um in die Wohnung zu spähen. Und winkte dann mit beiden Händen ab. "Das wollte ich nicht damit andeuten. Ich schaff nicht mehr als 2-3 Stück. Ich esse nicht viel. du kannst sie auch gerne mit den anderen Teilen", schlug sie vor.
G'raha musste bei ihrem neugierigen Blick in seine Wohnung leise lachen.
„Wirklich.“ Er trat ein wenig zur Seite, sodass sie einen besseren Blick ins Innere werfen konnte.
„Die Schokoküchlein werde ich allerdings vermutlich trotzdem nicht allein schaffen.“ Ein schelmisches Funkeln trat in sein Auge.
„Obwohl ich nicht behaupten möchte, dass ich es nicht versuchen würde.“ Bei ihrem hastigen Abwinken schüttelte er amüsiert den Kopf.
„Ich habe dich schon verstanden. Du musst dich nicht rechtfertigen.“ Seine Stimme wurde etwas sanfter.
„Du hast einfach gebacken und hattest zu viel. Und dann hast du an mich gedacht.“ Er hielt kurz inne.
„Das allein ist schon ziemlich nett.“ Dann hob er den Korb wieder etwas höher.
„Ich werde sie mit den anderen teilen. Alisaie wird vermutlich ohnehin auftauchen, sobald sie erfährt, dass es etwas Süßes gibt.“ Ein kurzes Grinsen.
„Und Thancred wird wahrscheinlich behaupten, er hätte nur zufällig vorbeigeschaut.“ Er sah wieder zu Mina.
„Aber ich werde mir vorher ein paar sichern.“ Sein Schweif zuckte.
„Schließlich hast du sie mir persönlich gebracht.“ Dann trat er zur Seite und deutete erneut in die Wohnung.
„Komm schon rein. Du bist schließlich nicht extra hierhergekommen, um im Türrahmen über Schokoküchlein zu diskutieren.“ Ein amüsiertes Lächeln.
„Und wenn du möchtest, können wir bei einer Tasse Tee ein oder zwei davon probieren.“ Er hob sein Buch.
„Das hier kann noch ein bisschen warten.“ Sein Blick fiel kurz auf den Einband.
„Es läuft mir schließlich nicht davon.“ Dann sah er sie wieder an.
„Im Gegensatz zu manchen Mietzen, die nach dem Abliefern ihrer Backwaren vielleicht sofort wieder verschwinden wollen.“
Wie es schien hatte er sie durchschaut. Mit der Faust vor dem Mund und einen verlegenen blick nickte sie dann. „Ok, danke“, und trat dann ein. "Mittlerweile sind in diesen Haus ziemlich viele Mieter eingezogen. Ich hab völlig vergessen wie viele Wohnungen es hier gibt. Und zum Glück einen Aufzug. Du hast dir ja eine Wohnung ausgesucht die weit oben liegt."
G'raha schloss die Tür hinter ihr und sah bei ihrer Bemerkung über das Gebäude kurz nach oben, als könne er durch die Decke hindurch die Stockwerke zählen.
„Das stimmt. Ich hätte vielleicht vorher bedenken sollen, dass eine Wohnung weit oben auch bedeutet, dass man jedes Mal den halben Turm erklimmen müsste.“ Er deutete auf den Aufzug im Flur.
„Zum Glück gibt es den.“ Dann sah er zu Mina und hob eine Augenbraue.
„Obwohl ich zugeben muss, dass ich den Aufzug anfangs ziemlich misstrauisch betrachtet habe.“ Ein Grinsen.
„Eine kleine Kammer, die einen einfach nach oben befördert? Das klingt nach genau der Sorte magischer Konstruktion, bei der man sich fragt, wer als Erstes beschlossen hat, das auszuprobieren.“ Er ging mit dem Korb in Richtung Küche und stellte ihn dort vorsichtig ab.
„Aber die Wohnung selbst gefällt mir.“ Er sah sich kurz um.
„Ruhig, hell und weit genug von den belebteren Straßen entfernt.“ Sein Blick wanderte zu den Regalen, in denen sich bereits einige Bücher angesammelt hatten.
„Und natürlich gibt es genug Platz für meine...“ Er stockte.
„... bescheidene Büchersammlung.“ Ein Blick zu Mina.
„Bevor du wieder behauptest, ich hätte eine Beziehung mit meiner Bibliothek.“ Er nahm eines der Küchlein aus dem Korb und hielt es prüfend vor sich.
„Du hast übrigens tatsächlich viel zu viele gemacht.“ Er betrachtete den Korb.
„Wie viele sind das?“ Dann sah er sie an.
„Ich hoffe doch, du hast beim Backen wenigstens ein paar probiert.“ Ein leicht vorwurfsvoller Blick.
„Oder warst du so damit beschäftigt, darüber nachzudenken, wohin du den Rest bringst, dass du dich selbst vergessen hast?“ Sein Ton war spielerisch, aber sein Blick blieb aufmerksam auf ihr liegen.
„Denn falls du mir jetzt sagst, dass du heute kaum etwas gegessen hast, werde ich dir tatsächlich eine kleine Standpauke halten.“ Ein Grinsen.
„Nur eine ganz kleine.“ Dann brach er das Küchlein in zwei Hälften.
„Und jetzt möchte ich endlich herausfinden, ob die berühmten Schokoküchlein der Mietz ihrem Ruf gerecht werden.“
Sie musste dann doch lachen bei seiner Beziehung zur Bibliothek. „Ich kenn die Wohnungen hier, die sind alle gleich geschnitten. Hatte auch eine als ich bei Aki ausgezogen bin. Bis ich dann Arbeit gefunden hatte und Gil zusammen gespart für ein kleines Häuschen. Das Aki nicht weiterhin die Miete für die Wohnung zahlen muss. Auch wenn das nicht ins Gewicht fällt was er verdient für seine Bücher.“ redete sie und folgte langsam G’rahas Stimme.
“Ja drei Stück stehen zuhause bei mir und kühlen ab. Wärst du nicht da gewesen hätte ich den Korb in den Hexenkessel gegeben." Mist also hatte er doch beim Badehaus Besuch bemerkt wie dünn sie eigentlich war.
„Na dann koste mal."
G'raha hielt mitten in der Bewegung inne und sah sie an.
„Du hast hier selbst einmal gewohnt?“ Sein Blick wanderte kurz durch den Raum.
„Dann kennst du dich mit diesen Wohnungen vermutlich besser aus als ich.“ Bei ihrer Erwähnung von Aki und dem kleinen Häuschen nickte er langsam.
„Es klingt, als hättest du dir dein eigenes Zuhause wirklich hart erarbeitet.“ Ein warmes Lächeln.
„Und wenn Aki mit seinen Büchern genug verdient, um dich eine Weile zu unterstützen, dann hat er offenbar tatsächlich einen ziemlich erfolgreichen Handel.“ Dann bemerkte er ihren skeptischen Blick.
Ein Grinsen. Als sie jedoch erwähnte, dass sie nur drei Stück zu Hause hatte und den Rest beinahe dem Hexenkessel gegeben hätte, verschwand das Grinsen für einen Moment.
„Dem Hexenkessel?“ Er schüttelte den Kopf.
„Das wäre eine Verschwendung gewesen.“ Dann biss er endlich in das Küchlein. Er kaute, und sein Gesichtsausdruck veränderte sich sichtbar. Erst Überraschung. Dann ein zufriedenes Lächeln.
„Mmh.“ Er nahm noch einen kleinen Bissen.
„Mina.“ Er sah sie an.
„Das ist wirklich gut.“ Noch ein Bissen.
„Sehr gut.“ Seine Ohren richteten sich auf.
„Ich glaube, ich muss meine vorherige Einschätzung korrigieren.“ Er deutete auf den Korb.
„Das ist keine Backkatastrophe.“ Eine kurze Pause.
„Das ist ein strategischer Vorrat.“ Er nahm das zweite Stück der Hälfte.
„Und ich werde definitiv verhindern, dass auch nur eines davon im Hexenkessel landet.“ Dann sah er sie etwas genauer an.
„Aber drei Stück hast du dir selbst gelassen.“ Sein Blick wurde sanft.
„Gut.“ Ein kleines Nicken.
„Dann bin ich beruhigt.“ Er lehnte sich leicht gegen die Arbeitsplatte.
„Und jetzt darfst du mir erklären, warum du ausgerechnet so viel gebacken hast.“ Ein schelmischer Ausdruck kehrte zurück.
„War das ein Versehen? Oder steckt dahinter doch irgendeine Geschichte?“
„Nicht direkt in dieser Wohnung aber in diesen Hauskomplex hatte ich eine Wohnung. Aber warum nicht. Miounne gibt sich immer so viel Mühe und hilft den neu Ankömmlingen die hier in Gridania landen. Warum nicht auch mal was nettes zurück geben?“, fragte sie. Verlegen verschränkte sie die Hände hinter den Rücken. “Bis jetzt hat sich keiner darüber beschwert wenn ich selber was gebacken habe. Freut mich das es dir schmeckt.", und sah G'raha dabei zu wie er das Küchlein verdrückte. "Ich glaube die anderen müssen schnell sein wenn die noch was abbekommen sollen", grinste sie.
G'raha nickte langsam, während er ihr zuhörte.
„Das klingt nach einem guten Grund.“ Er sah kurz auf das Küchlein in seiner Hand und dann wieder zu Mina.
„Miounne hilft schließlich nicht nur mit einem freundlichen Wort. Sie sorgt dafür, dass Menschen, die hier ankommen, überhaupt einen Ort haben, an dem sie sich willkommen fühlen.“ Ein warmes Lächeln.
„Etwas Selbstgebackenes zurückzugeben ist da vermutlich eine ziemlich schöne Art, sich zu bedanken.“ Als Mina sich verlegen die Hände hinter den Rücken schob, bemerkte er es natürlich, kommentierte es aber nicht weiter. Stattdessen nahm er noch einen Bissen.
„Und wenn sich noch keiner beschwert hat, glaub ich dir.“ Er hob das angebrochene Küchlein leicht an.
„Ich bin jedenfalls eindeutig auf ihrer Seite.“ Bei ihrer Bemerkung über die anderen musste er lachen.
„Oh, daran habe ich keinen Zweifel.“ Er sah auf den Korb.
„Wenn Alisaie davon erfährt, werden diese Küchlein vermutlich schneller verschwunden sein als ein interessantes Buch aus meinen Händen.“ Er hielt inne.
„Und das will etwas heißen.“ Dann griff er nach einem weiteren Küchlein.
„Dieses hier sichere ich mir jedenfalls.“ Ein schelmischer Blick zu ihr.
„Reiner Selbstschutz.“ Er nahm einen Bissen und nickte zufrieden.
„Und ich glaube, ich habe inzwischen verstanden, warum du mir ausgerechnet diesen Korb gebracht hast.“ Sein Blick wurde etwas weicher.
„Du wolltest ihn nicht einfach loswerden.“ Er hielt kurz inne.
„Du wolltest ihn jemandem geben, bei dem du wusstest, dass er sich darüber freut.“ Ein kleines Lächeln.
„Und ich freue mich tatsächlich.“ Seine Ohren zuckten leicht.
„Sehr sogar.“ Dann deutete er mit dem Küchlein auf sie.
„Aber jetzt bist du selbst schuld.“ Ein breites Grinsen.
„Wenn du noch einmal zu viel bäckst, weißt du nämlich, wo du einen Teil davon loswirst.“ Er nahm einen weiteren Bissen.
„Und ich werde mich ganz sicher nicht beschweren.“
Sie konnte sich ein breites grinsen nicht verkneifen. „Ja bei Alisaie wenn sie so auf süßes steht“, kam es von ihr uns beobachtete fröhlich wie G’raha es sich schmecken lies. "und eigentlich gibt es keinen spektakulären Grund, ich wollte einfach mal wieder backen. Und war so in Gedanken das ich zu viele gemacht habe."
G'raha nickte, während er das Küchlein genüsslich aufaß.
„Dann war es also tatsächlich ein Versehen.“ Er musterte sie einen Moment, dann erschien ein kleines, wissendes Lächeln.
„Du warst in Gedanken versunken und hast einfach weiter gebacken.“ Er legte den Kopf leicht schief.
„Darf ich raten, worüber?“ Sein Grinsen wurde breiter.
„Über Bücher?“ Eine kurze Pause.
„Über deine nächste Trainingseinheit?“ Noch eine.
„Oder über irgendeinen anderen Kater, der dir in letzter Zeit auffällig häufig über den Weg läuft?“ Er nahm sich noch ein Küchlein, biss aber noch nicht hinein. Seine Ohren zuckten amüsiert.
„Du musst natürlich nicht antworten.“ Dann hob er das Küchlein leicht.
„Aber falls es tatsächlich der letzte Punkt war, möchte ich mich für meine ausgezeichnete Ablenkungswirkung bedanken.“ Er lachte leise.
„Und falls nicht, nehme ich selbstverständlich jede andere Erklärung entgegen.“ Sein Blick wurde etwas wärmer.
„Wobei ich zugeben muss...“ Er betrachtete das Küchlein.
„Ich finde es schön, dass du einfach Lust hattest zu backen.“ Ein kleines Lächeln.
„Nicht alles braucht einen spektakulären Grund.“ Dann biss er hinein.
„Manchmal reicht es, wenn etwas Freude macht.“ Er sah sie dabei über den Rand des Küchleins hinweg an.
„Und manchmal landet dadurch zufällig ein Korb voller Schokoküchlein vor meiner Tür.“ Sein Schweif schwang leicht.
„Über solche Zufälle beschwere ich mich jedenfalls nicht.“
„Du bist ein lustiger Kauz G’raha. Man weiß nie was aus deinem Mund kommt entweder vermutlich eine Stundenlange rede über eine Philosophische Abhandlung oder ein Witz oder gar eine sarkastische Bemerkung„ bei seiner dritten Vermutung die er äußerte schaute sie erschrocken. “NEIN", antwortet sie wie aus der Pistole geschossen. Vielleicht etwas zu schnell. "Was für ein anderer Kater sollte mir schon über den weg laufen? Oder bist du gar eifersüchtig wenn es so gewesen wäre?" fragte sie schelmisch und schielt ihn von der Seite aus an.
G'raha hielt mitten im Bissen inne. Ihr hastiges „NEIN“ war so schnell gekommen, dass seine Ohren sich beinahe gleichzeitig aufstellten. Langsam nahm er das Küchlein aus dem Mund und sah sie an.
„Das war... eine ausgesprochen schnelle Antwort.“ Sein Mundwinkel zuckte. Dann kam ihre eigentliche Frage. Oder bist du gar eifersüchtig? Für einen Moment sagte er nichts. Sein Blick blieb auf ihr liegen, und man konnte beinahe sehen, wie er die passende Antwort suchte.
„Eifersüchtig?“ Er legte das Küchlein beiseite.
„Ich?“ Eine kleine Pause.
„Natürlich nicht.“ Seine Ohren zuckten verräterisch. Er räusperte sich.
„Ich wollte lediglich überprüfen, ob meine Vermutung zutrifft.“ Er hob eine Augenbraue.
„Reine wissenschaftliche Neugier.“ Ein paar Herzschläge lang hielt er die vollkommen unschuldige Miene aufrecht. Dann musste er selbst lachen.
„Na schön.“ Er hob abwehrend eine Hand.
„Vielleicht wäre ich ein kleines bisschen neugierig gewesen.“ Sein Blick wanderte kurz zur Seite.
„Immerhin hast du gerade selbst gesagt, dass ich ein lustiger Kauz bin. Ich darf mich also wohl fragen, ob irgendein anderer Kater ebenfalls deine Aufmerksamkeit bekommt.“ Er sah sie wieder an. Ein leichtes Grinsen.
„Aber eifersüchtig wäre ein ziemlich großes Wort.“ Eine Pause.
„Vielleicht.“ Seine Ohren senkten sich leicht, als hätte er gerade selbst gemerkt, dass er sich damit mehr verraten hatte, als beabsichtigt. Dann deutete er auf sie.
„Aber jetzt bist du dran.“ Sein Grinsen wurde schelmisch.
„Warum bist du bei meiner Frage eigentlich so erschrocken?“ Er lehnte sich ein wenig gegen die Arbeitsplatte.
„Das war doch viel verdächtiger als meine Vermutung.“ Sein Auge funkelte.
„Also, Mietz...“ Er verschränkte die Arme.
„Was genau hat dich bei der Vorstellung eines anderen Katers so panisch NEIN sagen lassen?“
„ Ja rein wissenschaftlich, versteh sich von selbst. Außerdem war das nicht panisch.... nur nachdrücklich“, und drehte ihm dann den rücken zu um sich damit gegen den Türrahmen zu lehnen. “Na dann ist ja gut wenn du nicht Eifersüchtig bist. Außerdem wenn ich jemanden kennenlerne wärst du mit Aki, Tachi und meiner Freundin die ersten die es erfahren würden."
G'raha schnaubte leise amüsiert.
„Nachdrücklich. Natürlich.“ Er nahm noch einen Bissen von seinem Küchlein und musterte ihren Rücken, während sie sich gegen den Türrahmen lehnte.
„Und selbstverständlich war meine Frage rein wissenschaftlicher Natur. Ich möchte schließlich nicht, dass du mir noch unterstellst, ich würde mich für dein Liebesleben interessieren.“ Ein kaum merkliches Grinsen. Bei ihren nächsten Worten wurde sein Ausdruck jedoch etwas weicher.
„Die Ersten, die es erfahren würden?“ Er legte das Küchlein beiseite.
„Das ist... tatsächlich schön zu hören.“ Er sah sie einen Moment lang an.
„Dann scheine ich inzwischen wirklich einen festen Platz in deinem Kreis der Menschen zu haben, die dir wichtig sind.“ Sein Schweif bewegte sich langsam hinter ihm.
„Und falls du irgendwann jemanden kennenlernst, werde ich mich selbstverständlich für dich freuen.“ Eine kurze Pause.
„Auch wenn ich vermutlich trotzdem ein paar Fragen stellen werde.“ Er hob einen Finger.
„Nur um sicherzugehen, dass er dich gut behandelt.“ Noch einen.
„Dass er deine Grenzen respektiert.“ Dann grinste er.
„Und dass er verstanden hat, dass du eine äußerst gefährliche Mietz sein kannst, wenn man dir deine Schokoküchlein wegnimmt.“ Er nahm wieder eines aus dem Korb.
„Aber keine Sorge. Ich werde ihn nicht direkt in einen Verhörraum schleppen.“ Sein Blick wurde schelmisch.
„Zumindest nicht beim ersten Treffen.“ Dann lehnte er sich ebenfalls etwas zurück.
„Und wenn du mir versprichst, dass ich es wirklich als einer der Ersten erfahre...“ Sein Lächeln wurde warm.
„... dann verspreche ich dir im Gegenzug, dass du von mir keine seltsamen Theorien hören wirst.“ Eine kurze Pause.
„Außer natürlich, du stellst mir eine Vorlage dafür hin.“ Er hob sein Küchlein leicht.
„Dann kann ich für nichts garantieren.“
Grinsend blickte sie auf ihre Schuhspitzen was G'raha nicht sehen konnte. „Nein sowas würde ich dir nie unterstellen. Außerdem kann von liebes leben gerade keine rede sein. Hab ja keines gerade also...“. lies den Rest in der Luft hängen. "Natürlich hast du den. Ich verschenke meine kostbaren Backwerke an niemanden der es nicht verdient hat. Und apropo Liebesleben. Wie sieht es bei dir und dieser interessanten Frau aus. Hat sich da schon was ergeben?", fragte sie ihn und wackelte mit einen Bein ihn immer noch den Rücken zugewandt.
G'raha wurde bei ihrer Frage merklich stiller. Er hatte gerade nach einem weiteren Küchlein greifen wollen, hielt aber mitten in der Bewegung inne.
„Wie es mit ihr aussieht...“ Er wiederholte die Worte leise, während sein Blick auf den Korb fiel.
„Nein. Eigentlich hat sich nichts ergeben.“ Er nahm schließlich doch das Küchlein und drehte es zwischen den Fingern.
„Wir haben uns ein paar Mal gesehen. Wir verstehen uns gut. Ich genieße ihre Gesellschaft.“ Eine kleine Pause.
„Aber...“ Sein Blick wanderte zu Mina, die ihm weiterhin den Rücken zugewandt hatte.
„... ich habe ihr bisher nicht gesagt, dass ich Gefühle für sie habe.“ Ein leises Seufzen.
„Und ich weiß selbst noch nicht ganz, was ich damit anfangen soll.“ Er lächelte schwach.
„Vielleicht liegt das daran, dass ich zu viel darüber nachdenke.“ Dann schüttelte er den Kopf.
„Oder daran, dass die Situation komplizierter ist, als sie eigentlich sein müsste.“ Sein Schweif bewegte sich langsam.
„Ich möchte jedenfalls nichts überstürzen. Wenn ich jemandem näher komme, dann möchte ich, dass es ehrlich ist.“ Er schwieg kurz.
„Ich möchte ihr nichts vorspielen.“ Dann erschien ein kleines, fast verlegenes Lächeln.
„Und ich glaube, ich habe in letzter Zeit ein wenig zu viel darüber nachgedacht, was ich eigentlich wirklich empfinde.“ Sein Blick blieb an Mina hängen.
„Vielleicht sogar mehr, als mir lieb ist.“ Eine kurze Pause. Dann fügte er leiser hinzu:
„Aber genug davon.“ Er legte das Küchlein zurück in den Korb.
„Du hast schließlich gefragt, wie es mit ihr aussieht.“ Sein Ton wurde wieder leichter.
„Und die Antwort lautet: Es gibt noch nichts, was man als Beziehung bezeichnen könnte.“ Er hob eine Augenbraue.
„Du kannst also deine imaginäre Siebmaschine vorerst wieder wegstellen.“ Ein kleines Grinsen.
„Sie ist noch nicht nötig.“
Als G'raha sagte das er Gefühle entwickelte hatte ballte sich eine Hand die hinter der wand war zur Faust und sie schloss kurz die Augen das es in Brust kurz schmerzte. „Oh, kompliziert also. Aber du bist nicht der Typ der anderen etwas vorspielt. Das habe ich mittlerweile mitbekommen.“ Sie schaute etwas zur Seite aber so das er ihr Gesicht nicht sehen konnte. „Schade, dann kein durchlöchern. Aber darf ich fragen was das für Gefühle sind? Du musst mir aber nicht antworten wenn du es für dich behalten willst“, wandte sie ein.
G'rahas Blick blieb auf Mina gerichtet, auch wenn er ihr Gesicht nicht sehen konnte. Ihre Haltung war ihm nicht entgangen – ebenso wenig wie die kleine Spannung in ihrer Stimme. Er antwortete nicht sofort. Stattdessen nahm er das letzte Küchlein aus seiner Hand und legte es zurück in den Korb. Dann verschränkte er die Finger locker ineinander.
„Du darfst fragen.“ Seine Stimme war ruhiger geworden.
„Und... ich glaube, ich sollte dir darauf sogar antworten.“ Er lehnte sich mit der Hüfte gegen die Arbeitsplatte.
„Es sind keine Gefühle, die ich einfach in eine Schublade stecken könnte.“ Ein kleines, nachdenkliches Lächeln.
„Ich freue mich, wenn ich sie sehe. Ich denke manchmal an sie, wenn sie gar nicht bei mir ist. Ihre Gesellschaft fehlt mir, wenn wir uns länger nicht sehen.“ Er hielt kurz inne.
„Ich bewundere sie. Ich finde sie interessant. Und ich ertappe mich dabei, dass ich wissen möchte, was sie denkt, was sie beschäftigt... was sie glücklich macht.“ Sein sichtbares Auge senkte sich kurz.
„Und ja. Ich fühle mich zu ihr hingezogen.“ Er ließ die Worte einen Moment stehen.
„Das klingt vermutlich ziemlich eindeutig.“ Ein leises Lachen, doch es war nicht ganz so unbeschwert wie sonst.
„Aber gleichzeitig ist da etwas, das mich zurückhält.“ Er sah wieder zu Mina.
„Ich möchte nicht einfach davon ausgehen, dass das, was ich empfinde, auf Gegenseitigkeit beruht. Und ich möchte sie auch nicht mit etwas überfordern, nur weil ich selbst noch herausfinden muss, was genau das hier ist.“ Seine Ohren zuckten leicht.
„Vielleicht ist es Verliebtheit. Vielleicht beginnt es erst, eine solche zu werden.“ Er atmete leise aus.
„Ich weiß es nicht.“ Dann wurde sein Blick sanfter.
„Aber ich weiß, dass sie mir wichtig geworden ist.“ Ein kurzer Moment Stille.
„Und deshalb möchte ich vorsichtig sein.“ Er betrachtete Mina noch einen Augenblick.
„Du hast mir schließlich selbst gesagt, dass ich nichts erzwingen soll.“ Ein schwaches Schmunzeln.
„Ich fürchte, ausgerechnet deine Worte gehen mir diesbezüglich nicht mehr aus dem Kopf.“ Dann fügte er mit einem Hauch von Humor hinzu:
„Was vermutlich beweist, dass du doch eine ziemlich gefährliche Ablenkung bist.“
Gedankenverloren horte sie ihn zu wobei eines ihrer Ohren zuckte welches zu sehen war. Und strich dabei mit einen Finger die Fuge der Tür entlang. „Das hört sich doch schon viel versprechend für dich an. Und wenn du es ihr irgendwann auch so sagst bin ich sicher wird sie es sicher mehr als zu schätzen wissen. Sie muss für dich wirklich was ganz besonderes sein“, drehte dann doch ihren Kopf zu ihm. "Dann scheint ja doch was haften geblieben zu sein von meinen Erfahrungen. Ich drück dir weiterhin die Daumen G'raha", kicherte dann als sie ihn sah. "Oh man kannst du noch nicht mal vernünftig Küchlein essen?", fragte sie und ging zielstrebig zu ihm. Dicht vor ihm blieb sie stehen und hob eine Hand. Hielt dann aber inne als ihr schlagartig klar wurde was sie gerade tun wollte und lies Hand wieder sinken. "Du hast da... Krümel.... genau hier", und deutet auf ihren Mundwinkel.
G'raha hatte gerade noch gelächelt, als Mina plötzlich auf ihn zukam. Er hob überrascht eine Augenbraue, als sie so dicht vor ihm stehen blieb und ihre Hand hob. Für einen kurzen Augenblick schien er nicht recht zu wissen, was sie vorhatte. Dann hielt sie inne. Ihre Hand sank wieder.
„Du hast da... Krümel... genau hier.“ G'raha blinzelte. Einmal. Dann wanderte sein Blick zu dem Finger, mit dem sie auf seinen Mundwinkel deutete.
„Oh.“ Er hob die Hand und wischte sich über die falsche Stelle.
„Hier?“ Noch einmal. Wieder daneben. Seine Ohren zuckten leicht, während sich ein amüsiertes Grinsen auf seinem Gesicht ausbreitete.
„Nein?“ Er sah sie fragend an.
„Dann vermutlich hier?“ Er deutete auf die andere Seite seines Mundes. Ein Moment verging. Dann musste er lachen.
„Du hättest es einfach wegwischen können, weißt du?“ Sein Blick blieb auf ihr ruhen.
„Oder war das etwa wieder eine dieser berühmten Grenzen, bei denen du im letzten Moment festgestellt hast, dass du gerade etwas ziemlich Unüberlegtes tun wolltest?“ Sein Ton war neckend, aber ungewöhnlich sanft. Er ließ die Hand wieder sinken.
„Keine Sorge. Ich werde dich nicht danach fragen.“ Ein kleines Schmunzeln.
„Obwohl ich zugeben muss, dass ich gerade ausgesprochen neugierig bin.“ Er neigte den Kopf ein wenig.
„Und was meine mangelnden Fähigkeiten beim Essen betrifft...“ Er sah auf das Küchlein und dann wieder zu ihr.
„Ich glaube, ich habe mich einfach zu sehr auf deine Gesellschaft konzentriert.“ Ein kurzer Moment, in dem sein Blick auf ihrem Gesicht verweilte. Dann fügte er mit einem schelmischen Funkeln hinzu:
„Das ist schließlich deine Schuld, Mietz.“
Einen Augenblick starrte sie ihn an und schluckte bevor sie sich fasste. „ARGH du bist unmöglich, wie ein kleines Kind“, schimpfte sie und ergriff ein Handtuch womit sie ihm dann die Krümel vom Mundwinkel wischte. Legte das Handtuch dann zurück und drehte sich dann um ohne seine Kommentare oder fragen zu erwidern. "Ja schieb ruhig die schuld mir in die Schuhe das du nicht vernünftig essen kannst. Ich glaub da braucht jemand zum nächsten Hundert jähren Geburtstag ein Sabberlätzchen."
G'raha blinzelte überrascht, als das Handtuch plötzlich an seinem Mundwinkel landete. Er hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass sie seine Neckerei einfach auf diese Weise beendete. Für einen Moment stand er vollkommen still und ließ sie gewähren. Als sie sich danach abwandte, erschien langsam ein breites Grinsen auf seinem Gesicht.
„Ein Sabberlätzchen?“ Er nahm das Handtuch und betrachtete es, als wäre es ein äußerst interessantes wissenschaftliches Objekt.
„Zum hundertjährigen Geburtstag?“ Er legte es wieder ordentlich zurück.
„Das ist aber eine ausgesprochen langfristige Planung.“ Sein Schweif schwang amüsiert hin und her.
„Und außerdem möchte ich daran erinnern, dass du mich gerade mit frisch gebackenen Küchlein versorgt hast.“ Er hob einen Finger.
„Du kannst mir also schlecht vorwerfen, dass ich sie esse.“ Dann folgte eine kurze Pause.
„Wobei...“ Sein Grinsen wurde breiter.
„Wenn ich tatsächlich ein Sabberlätzchen brauche, möchte ich doch sehr darum bitten, dass du es aussuchst.“ Er verschränkte die Arme.
„Ich vertraue deinem Geschmack.“ Eine kleine Pause.
„Vielleicht etwas mit kleinen Katzen darauf.“ Er konnte sich das Lachen kaum verkneifen.
„Oder noch besser: ‚Ich bin nicht alt, ich bin erfahren.‘“ Nun lachte er tatsächlich.
„Das würde Alisaie vermutlich für den Rest meines Lebens gegen mich verwenden.“ Er griff wieder nach einem Küchlein und biss hinein. Diesmal deutlich vorsichtiger. Nach dem Kauen sah er zu Mina.
„Siehst du?“ Er deutete auf seinen Mund.
„Kein einziger Krümel.“ Ein triumphierendes Grinsen.
„Ich lerne schnell.“
Sie drehte sich wieder um. „Nein es wird knall pink sein wo drauf steht in fetter Schrift. ‚Mamas kleiner Liebling‘“ erwiderte sie. Stellte sich dann auf die Zehenspitze und pattet sacht seinen Kopf. "Braver Kater, zumindest lernst du schnell."
G'rahas Triumphmiene fror augenblicklich ein.
„... Knallpink.“ Er sah Mina an, als hätte sie gerade eine besonders grausame Drohung ausgesprochen. Dann folgten ihre Worte. Mamas kleiner Liebling. Seine Ohren klappten langsam nach hinten.
„Mina.“ Doch bevor er mehr sagen konnte, stellte sie sich auf die Zehenspitzen und tätschelte ihm sacht den Kopf.
„Braver Kater.“ G'raha stand vollkommen still. Sein sichtbares Auge wurde groß. Für einen Moment schien er nicht zu wissen, ob er beleidigt sein oder lachen sollte. Dann senkte er langsam den Kopf ein Stück, sodass sie ihn tatsächlich bequem weiter tätscheln konnte.
„Ich möchte anmerken...“ Ein kleines Zucken ging durch seinen Mundwinkel.
„... dass ich gerade sehr ernsthaft darüber nachdenke, ob ich dir diese Küchlein wirklich überlassen sollte.“ Er hob eine Hand und legte sie demonstrativ auf den Korb.
„Vielleicht muss ich sie als Geisel nehmen.“ Sein Schweif wippte hinter ihm.
„Denn wenn du mich weiterhin wie einen besonders folgsamen Kater behandelst, sehe ich mich gezwungen, Gegenmaßnahmen einzuleiten.“ Er richtete sich wieder auf und musterte sie mit einem gespielt strengen Blick.
„Und nur damit das klar ist: Ich bin kein kleiner Liebling.“ Eine kurze Pause. Seine Ohren zuckten.
„Schon gar nicht von Mama.“ Dann konnte er die ernste Miene nicht länger halten und lachte.
„Du bist wirklich unmöglich.“ Er nahm wieder ein Küchlein.
„Aber...“ Sein Blick wurde warm.
„Ich glaube, genau das gefällt mir an dir.“
„Die Küchlein gehören ganz dir. Nur überfresse dich nicht an ihnen, ich will nicht an eventuelle Bauchschmerzen schuld sein.„, und nahm die Hand weg als er sich wieder aufrichtete. “Nein? Bist etwas ein Papakind?", fragte sie dann. "Und wie würden diese Gegenmaßnahmen aussehen?", fragte sie wobei ihr Schweif hin und her schwang.
G'raha legte sich eine Hand theatralisch auf die Brust.
„Wie großzügig von dir. Ich werde dieses Opfer zu schätzen wissen.“ Bei ihrer Warnung vor Bauchschmerzen hob er das Küchlein, das er gerade in der Hand hielt, ein wenig an.
„Ich werde mich beherrschen. Versprochen.“ Dann kam ihre nächste Frage. Seine Ohren zuckten.
„Ein Papakind?“ Er sah sie einige Herzschläge lang vollkommen ernst an.
„Das ist eine gefährliche Frage, Mietz.“ Er nahm einen kleinen Bissen, kaute bedächtig und deutete anschließend mit dem Küchlein auf sie.
„Ich werde diese Information nur unter strengster Geheimhaltung preisgeben.“ Eine kurze Pause.
„Ja.“ Ein kleines Grinsen.
„Vielleicht ein bisschen.“ Er sah kurz zur Seite.
„Aber ich würde es bevorzugen, wenn du das nicht sofort gegen mich verwendest.“ Dann kam ihre Frage nach den Gegenmaßnahmen. G'raha legte den Kopf schief.
„Ah.“ Sein Grinsen wurde langsam breiter.
„Du möchtest also tatsächlich wissen, was ich mir darunter vorgestellt habe.“ Er stellte das Küchlein zurück in den Korb und verschränkte die Arme.
„Nun...“ Er musterte sie von oben bis unten, als würde er ernsthaft über einen besonders ausgeklügelten Plan nachdenken.
„Ich könnte dir beispielsweise jeden deiner frechen Sprüche zurückgeben.“ Eine Pause.
„Oder ich könnte anfangen, dich ebenfalls mit irgendwelchen vollkommen albernen Spitznamen zu versehen.“ Sein Auge funkelte.
„Mietz ist schließlich nicht besonders einfallsreich.“ Er trat einen winzigen Schritt näher.
„Vielleicht finde ich etwas, das dich genauso zuverlässig aus dem Konzept bringt, wie du mich.“ Dann grinste er.
„Oder...“ Er hob einen Finger.
„Ich könnte dich irgendwann beim nächsten Besuch genauso unvermittelt durch die Haare wuscheln, wie du es bei mir gemacht hast.“ Seine Ohren stellten sich auf.
„Und diesmal gibt es keine Beschwerde über meine Gegenwehr.“ Er lehnte sich wieder etwas zurück.
„Das wären meine friedlichen Gegenmaßnahmen.“ Ein schelmischer Blick.
„Die weniger friedlichen behalte ich lieber für mich.“ Er nahm wieder ein Küchlein.
„Man soll einer Mietz schließlich nicht zu früh verraten, welche Karten der Kater auf der Pfote hat.“
„Du konterst so oder so meine Sprüche schon. Denk dir was anderes aus“. Blieb dann aber still und schaute ihn gebannt ins Gesicht als er ein winzigen Schritt näher trat und ihr Schweif hing schlapp herunter, zuckte keinen Millimeter mehr. Erst als sie gewahr wurde das sie G'raha Minuten lang stumm angestarrt hatte rührte sie sich sie und trat einen schritt zurück. “Na das sollte ich wohl nicht riskieren, nachher versohlst mir wirklich noch für meine Frechheit den Hintern. Oder stuckst mich beim nächsten Badehaus Besuch unter Wasser."
G'raha bemerkte natürlich, wie ihr Schweif plötzlich ganz still geworden war. Und er bemerkte auch den Moment, in dem Mina merkte, dass sie ihn viel zu lange angestarrt hatte. Seine Ohren zuckten leicht, doch diesmal kommentierte er es nicht sofort. Stattdessen ließ er ihr den kleinen Schritt zurück, ohne ihr nachzusetzen. Bei ihren Worten hob sich langsam eine Augenbraue.
„Mir unterstellst du ja einiges.“ Ein amüsiertes Schmunzeln erschien auf seinem Gesicht.
„Dir den Hintern versohlen?“ Er legte den Kopf schief.
„Das klingt verdächtig danach, als würdest du dir gerade selbst ziemlich lebhaft ausmalen, wie meine Gegenmaßnahmen aussehen könnten.“ Sein Schweif bewegte sich langsam hin und her.
„Aber was den Badehausbesuch betrifft...“ Er hob warnend einen Finger.
„Nach deiner eigenen Logik wäre das wohl nur gerecht. Immerhin hast du mich damals ebenfalls ziemlich gründlich geärgert.“ Dann trat er einen halben Schritt zurück und gab ihr demonstrativ wieder etwas Abstand.
„Allerdings würde ich dich nicht einfach unter Wasser drücken.“ Ein schelmisches Funkeln trat in sein Auge.
„Ich würde dir vorher die Gelegenheit geben, dich zu ergeben.“ Er nahm ein weiteres Küchlein aus dem Korb.
„Und du würdest selbstverständlich niemals auf die Idee kommen, diese Gelegenheit zu nutzen, um mich wieder zu ärgern.“ Er biss hinein und sah sie über den Rand hinweg an.
„Nicht wahr, Mietz?“ Ein kurzer Moment. Dann grinste er.
„Obwohl...“ Er schluckte und fügte trocken hinzu:
„Bei deinem bisherigen Verhalten wäre es vermutlich klüger, wenn ich im Badehaus grundsätzlich ein Auge auf dich hätte.“ Seine Ohren zuckten amüsiert.
„Auf beide, wenn ich könnte.“
Bei seiner letzten Bemerkung legte sie sich eine Hand über den Mund das ihr nicht wieder ein unüberlegter Kommentar entwich und räusperte sich. „Als würde ich so schnell kleine bei geben. Ich bin eine Kämpfernatur, vergiss das nicht. So leicht hisse ich nicht die weiße Flagge.“
G'raha beobachtete, wie sie sich hastig die Hand vor den Mund legte. Ein amüsiertes Funkeln trat in sein Auge.
„Das war knapp, nicht wahr?“ Er grinste, sagte aber nicht weiter, was genau er damit meinte. Bei ihrer Kampfansage hob er dagegen eine Augenbraue.
„Eine Kämpfernatur? Das habe ich durchaus bemerkt.“ Er stellte das Küchlein zurück in den Korb und verschränkte die Arme.
„Du hast schließlich schon mehr als einmal bewiesen, dass du nicht so leicht nachgibst.“ Sein Schweif schwang langsam hinter ihm.
„Aber dann habe ich ja eine Herausforderung.“ Er neigte den Kopf leicht.
„Und ich wäre ein schlechter Abenteurer, wenn ich einer Herausforderung einfach aus dem Weg gehen würde.“ Ein schelmisches Lächeln.
„Also gut. Keine weiße Flagge.“ Er hob beide Hände, als würde er sich offiziell ergeben.
„Vorläufig.“ Dann ließ er die Hände wieder sinken.
„Aber ich warne dich, Mina.“ Sein Blick wurde spielerisch herausfordernd.
„Wenn du einen Wettstreit daraus machst, werde ich irgendwann anfangen, mitzuzählen.“ Er deutete auf sie.
„Wie oft du mich ärgerst.“ Dann auf sich selbst.
„Wie oft ich zurückschlage.“ Seine Ohren zuckten.
„Und ich habe einen ziemlich langen Atem.“ Eine kurze Pause.
„Schließlich habe ich schon wesentlich größere Herausforderungen überstanden als eine freche kleine Mietz.“ Er nahm noch ein Küchlein.
„Auch wenn ich zugeben muss...“ Sein Grinsen wurde warm.
„... dass diese Herausforderung vermutlich deutlich mehr Spaß macht als die meisten anderen.“
„Noch eine Herausforderung?“, fragte sie. “Ist es nicht schon genug Herausforderung mit der interessanten Sie? Wenn du schon erwähnst das es kompliziert ist? Brauchst du noch mehr Herausforderungen?"
G'rahas Grinsen wurde etwas kleiner. Er sah sie einen Moment lang an, dann schüttelte er langsam den Kopf.
„Nein. Die... interessante Person ist keine Herausforderung.“ Er sprach das letzte Wort bewusst vorsichtig aus.
„Zumindest sollte sie keine sein.“ Er lehnte sich wieder gegen die Arbeitsplatte und verschränkte die Arme locker vor der Brust.
„Wenn man jemanden wirklich mag, sollte man daraus keinen Wettkampf machen. Man sollte nicht versuchen, die andere Person zu gewinnen oder sie irgendwie von sich überzeugen zu müssen.“ Sein Blick ruhte auf Mina.
„Man lernt sich kennen. Man schaut, ob man sich gegenseitig guttut. Und irgendwann findet man heraus, ob aus diesem Gefühl etwas Gemeinsames werden kann.“ Ein kleines, nachdenkliches Lächeln.
„Das ist vielleicht kompliziert. Aber nicht, weil sie eine Herausforderung wäre.“ Er nahm noch einen kleinen Bissen von seinem Küchlein.
„Und was dich betrifft...“ Seine Ohren zuckten amüsiert.
„Du bist ebenfalls keine Herausforderung.“ Eine kurze Pause.
„Du bist eher...“ Er schien nach dem richtigen Wort zu suchen.
„... eine ausgesprochen hartnäckige Überraschung.“ Ein Grinsen kehrte zurück.
„Man weiß bei dir nie, ob als Nächstes eine ernsthafte Unterhaltung, ein schlechter Witz, ein Küchlein oder ein Angriff auf meine Frisur kommt.“ Er deutete auf seinen Zopf.
„Und offenbar muss ich inzwischen sogar um meine Würde fürchten.“ Sein Schweif schwang leicht.
„Das ist eine ganz andere Art von Herausforderung.“ Dann wurde sein Blick wieder sanfter.
„Aber eine, die ich ziemlich gern habe.“ Er hielt kurz inne und sah sie an.
„Also nein, Mina. Ich brauche keine weiteren Herausforderungen.“ Ein kleines Schmunzeln.
„Ich habe offenbar schon genug davon, wenn du in meiner Nähe bist.“
„Aha verstehe“, und drehte sich wieder um. Wobei sie mit langen schritten aus der Küche schritt und sich im Zimmer umsah. “Einmal bin ich eine Herausforderung und dann wieder doch nicht. Du weißt auch nicht was du willst oder?", fragte sie. "Mh so unordentlich ist es hier gar nicht wie du gesagt hast. Ich denke mal das es bei jeden Gelehrten so aussieht. Es könnte unordentlicher sein. Wenn ich dabei an Aki denke....", legte eine Hand auf ihre Wange und schüttelte verzweifelt den Kopf.
G'raha folgte ihr mit einigem Abstand aus der Küche, den Korb weiterhin sicher auf dem Tisch zurücklassend. Bei ihrer Bemerkung über seine widersprüchlichen Aussagen hob er eine Augenbraue.
„Moment. Das ist nicht widersprüchlich.“ Er blieb am Durchgang stehen und verschränkte die Arme.
„Du bist keine Herausforderung, die ich bewältigen muss.“ Sein Mundwinkel hob sich.
„Du bist eher eine Herausforderung für meine Selbstbeherrschung.“ Eine kurze Pause.
„Das ist etwas vollkommen anderes.“ Sein Grinsen verriet, dass er selbst sehr wohl wusste, wie zweideutig das klingen konnte. Als Mina sich schließlich in seiner Wohnung umsah, folgte sein Blick ihrem.
„Ich habe nie behauptet, dass es hier unordentlich ist.“ Er sah auf ein paar Bücherstapel.
„Ich habe nur gesagt, dass meine Büchersammlung... etwas umfangreich ist.“ Dann folgte ihr Blick zu den Regalen.
„Und im Vergleich zu Aki?“ G'raha hob beide Augenbrauen.
„Jetzt bin ich neugierig.“ Er trat ein Stück näher und sah sich ebenfalls um.
„Was genau macht er denn?“ Ein leichtes Grinsen.
„Stapel bis zur Decke? Bücher auf dem Boden?“ Er deutete auf einen der ordentlich sortierten Stapel.
„Oder gehört er zu den Schriftstellern, die behaupten, sie hätten ein vollkommen funktionierendes Ordnungssystem, obwohl außer ihnen selbst niemand darin auch nur ein einziges Buch wiederfindet?“ Er sah Mina an.
„Ich kenne diese Sorte.“ Sein Schweif zuckte.
„Sehr gut sogar.“ Dann deutete er auf einen kleinen Stapel neben einem Sessel.
„Wobei ich zugeben muss...“ Er nahm ein Buch vom Stapel und betrachtete es.
„Bei mir gibt es ebenfalls eine gewisse Methode.“ Er stellte es wieder exakt an dieselbe Stelle.
„Auch wenn sie für Außenstehende möglicherweise nicht sofort ersichtlich ist.“ Ein unschuldiges Lächeln.
„Aber wenn du schon einmal hier bist...“ Er sah sie neugierig an.
„Was genau hast du denn an Akis Wohnung so verzweifeln lassen?“
„Herausforderung deiner Selbstbeherrschung? Du brauchst bei mir Selbstbeherrschung. Warum das denn?“, fragte sie und blickte zu ihm auf als er hinter sie trat und legte den Kopf in den Nacken. Als er an ihr vorbei schritt folgte ihre Augen ihm. “Naja es ist eine Mischung aus allem. Es liegen so viele Bücher herum wenn er für etwas neues recherchieren muss. manchmal ist er so überarbeitet weil er tagelang wach war das er einfach auf der Treppe einschläft und der Abwasch stapelt sich in der Spüle. Weil er es 'später' macht" Pff."
G'raha blieb bei ihrer ersten Frage tatsächlich einen Moment stehen.
„Warum ich bei dir Selbstbeherrschung brauche?“ Er sah zu ihr hinunter, während sie den Kopf in den Nacken gelegt hatte. Für einen Augenblick schien er über seine Antwort nachzudenken. Dann lächelte er schief.
„Weil du mich ständig provozierst.“ Eine kurze Pause.
„Du ärgerst mich, bringst mich zum Lachen, stellst mir Fragen, bei denen ich manchmal selbst nicht weiß, was ich darauf antworten soll...“ Sein Blick blieb auf ihr ruhen.
„Und du bist sehr viel direkter geworden, seit wir uns kennen.“ Ein kleines Schmunzeln.
„Wenn ich bei jeder deiner Provokationen sofort reagieren würde, hätten wir vermutlich schon längst einen Wettbewerb daraus gemacht, wer den anderen zuerst völlig aus dem Konzept bringt.“ Er hob eine Augenbraue.
„Und ich habe den Verdacht, dass du diesen Wettbewerb gewinnen würdest.“ Dann wandte er sich wieder ihrer Beschreibung von Aki zu. Bei dem Wort Treppe musste er bereits lachen.
„Er schläft auf der Treppe ein?“ G'raha schüttelte ungläubig den Kopf.
„Und nennt das vermutlich auch noch eine vollkommen vernünftige Nutzung seiner Zeit.“ Er sah Mina an.
„Ich glaube, ich verstehe langsam, warum du bei ihm irgendwann ausgezogen bist.“ Ein amüsiertes Kopfschütteln.
„Bücher überall, tagelang wach, Geschirr in der Spüle...“ Er hob einen Finger.
„Ich kann die Bücher nachvollziehen.“ Noch einen.
„Auch das Recherchieren.“ Noch einen.
„Aber auf einer Treppe einzuschlafen?“ Er schüttelte den Kopf.
„Das ist selbst für einen Schriftsteller eine bemerkenswerte Form der Hingabe.“ Dann grinste er.
„Und du räumst ihm vermutlich hinterher.“ Er sah sie prüfend an.
„Du klingst jedenfalls so, als hättest du das schon sehr oft getan.“ Sein Schweif schwang leicht.
„Sag mir nicht, dass du früher tatsächlich regelmäßig seine Wohnung gerettet hast, während er irgendwo zwischen zwei Büchern bewusstlos auf einer Treppenstufe lag.“
Sie lachte bei seiner Beschreibung. „Das habe ich tatsächlich getan. Dieser Mann ist ohne Hilfe unmöglich lebensfähig wenn der erst mal in seinen Roman vertieft ist vergisst fast alles um sich herum. Aber das war nicht der Grund. Ich war praktisch dabei als Aki und Tachi sich kennenlernten und sich in einander verliebten“, dabei strich sie verträumt mit dem Finger über ein paar Buchrücken. "Ich wollte den beiden ihre Zweisamkeit nach ihrer Hochzeit geben. Ich wäre nur ein Störfaktor gewesen. Und wie schon erzählt übernimmt jetzt Tachi die Aufsicht und Pflege dieses Elezen. Und er macht es sehr gut, die beiden sind noch genauso verliebt wie am ersten Tag in einander", erzählte sie.
G'raha hörte ihr aufmerksam zu, und je mehr sie erzählte, desto weicher wurde sein Ausdruck.
„Dann warst du also tatsächlich mittendrin.“ Er ließ den Blick kurz über die Bücher gleiten, die Mina mit dem Finger entlangstrich.
„Du hast die beiden nicht nur dabei beobachtet, wie sie sich ineinander verliebt haben. Du hast ihnen anschließend sogar bewusst Raum gegeben.“ Ein kleines Lächeln.
„Das ist ziemlich selbstlos von dir.“ Er trat neben sie und betrachtete ebenfalls die Buchrücken.
„Und ich glaube, ich verstehe jetzt besser, warum du so viel Wert darauf legst, dich nicht in die Beziehungen anderer einzumischen.“ Sein sichtbares Auge wanderte zu ihr.
„Du hast ihnen vertraut.“ Eine kurze Pause.
„Und offenbar hast du damit recht behalten.“ Bei ihrer Beschreibung von Aki musste er leise lachen.
„Obwohl ich zugeben muss, dass ich Tachi inzwischen bewundere.“ Er schüttelte amüsiert den Kopf.
„Jemanden zu lieben, der bei der Recherche offenbar regelmäßig vergisst, dass er essen, schlafen und vermutlich gelegentlich auch atmen sollte, erfordert vermutlich einiges an Geduld.“ Sein Schweif zuckte.
„Aber wenn die beiden noch genauso verliebt sind wie am ersten Tag, scheint er diese Aufgabe ziemlich gut zu bewältigen.“ G'raha schwieg kurz. Dann sagte er etwas nachdenklicher: „Es ist schön, wenn zwei Menschen einander finden und sich gegenseitig nicht verändern müssen, um zusammenzupassen.“ Sein Blick glitt wieder zu den Büchern.
„Vielleicht ist das letztlich das Wichtigste.“ Dann sah er Mina an.
„Und du?“ Ein kleines, neugieriges Lächeln.
„Du hast ihnen ihre Zweisamkeit gegeben und dir dein eigenes kleines Haus gesucht.“ Er legte den Kopf leicht schief.
„Hast du es eigentlich nie bereut, ausgezogen zu sein?“ Seine Stimme blieb sanft.
„Oder warst du damals einfach froh, deinen eigenen Platz zu haben?“
Unwillkürlich hielt sie den Atem an als G'raha neben sie trat. Plötzlich waren die Buchrücken SEHR interessant. „Nein das war es nicht“, schüttelte sie den Kopf. "Nur die beiden haben jetzt sich, da hab ich keinen platz mehr. Ich freue mich für sie, aber wenn ich ganz ehrlich bin beneide ich sie auch. Sie haben das was... ich mir immer gewünscht habe", gestand sie leise und schabte leicht mit dem Nagel über das Leder.
G'raha bemerkte, wie sich ihre Haltung veränderte, sobald er neben ihr stand. Auch dass die Buchrücken plötzlich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit bekamen, entging ihm nicht. Doch diesmal machte er keinen Scherz darüber. Er schwieg einen Moment und ließ ihre Worte wirken.
„Du beneidest sie.“ Es war keine Frage, eher eine leise Feststellung. Sein Blick wanderte ebenfalls über die Bücher.
„Ich glaube nicht, dass das bedeutet, dass du dich nicht für sie freust.“ Er sprach ruhig weiter.
„Man kann sich von Herzen für jemanden freuen und gleichzeitig etwas vermissen, das man selbst gern hätte.“ Seine Stimme wurde sanfter.
„Das eine macht das andere nicht weniger ehrlich.“ Er sah zu ihr hinüber.
„Und ich glaube...“ Er hielt kurz inne.
„... dass du dir eigentlich gar nicht ihre Beziehung wünschst.“ Ein kleines, nachdenkliches Lächeln.
„Du wünschst dir das Gefühl, das sie einander geben.“ Sein Blick blieb auf ihr liegen.
„Jemanden zu haben, der bleibt. Jemanden, bei dem du nicht ständig überlegen musst, ob du ihm vertrauen kannst. Jemanden, bei dem du nicht das Gefühl hast, dich kleiner machen oder vorsichtig sein zu müssen, damit er nicht wieder verschwindet.“ Eine kurze Pause.
„Jemanden, der dich genauso selbstverständlich wählt, wie du ihn.“ G'raha lehnte sich mit einer Schulter leicht gegen das Regal.
„Das ist kein ungewöhnlicher Wunsch, Mina.“ Sein Lächeln wurde warm.
„Und schon gar keiner, für den du dich schämen musst.“ Er sah kurz auf ihre Hand, die noch immer über den Buchrücken strich.
„Vielleicht bist du deshalb auch so vorsichtig geworden.“ Dann hob er den Blick wieder zu ihr.
„Weil du genau weißt, wie viel es dir bedeuten würde, wenn du jemanden wirklich in dein Herz lässt.“ Ein leises Ausatmen.
„Und wie weh es tun würde, wenn dieser Mensch es nicht ebenso ernst meint.“ Er ließ einen Moment verstreichen.
„Ich hoffe jedenfalls, dass du eines Tages genau das bekommst, was du dir wünschst.“ Sein Mundwinkel hob sich leicht.
„Und ich hoffe, dass derjenige Mann klug genug ist, zu erkennen, welches Glück er damit hat.“ Dann fügte er mit einem leisen, vertrauten Schmunzeln hinzu: „Und falls er es nicht erkennt, werde ich ihm vermutlich tatsächlich ein kleines Gespräch anbieten.“ Seine Ohren zuckten.
„Ganz wissenschaftlich natürlich.“
Bei jeder Feststellung G'rahas nickte sie sie nur. „Natürlich ganz wissenschaftlich, wie sollte es auch anders sein“, hob blickte ihn dann an, ihre Augen schimmerten verdächtig.
G'rahas Gesicht veränderte sich sofort, als er den feuchten Glanz in ihren Augen bemerkte. Das schelmische Lächeln verschwand.
„Hey...“ Seine Stimme wurde leiser. Er trat nicht näher, sondern blieb bewusst dort stehen, wo er war. Stattdessen drehte er sich ein wenig zu ihr, sodass er sie ansehen konnte, ohne sie in die Enge zu treiben.
„Mina.“ Sein sichtbares Auge ruhte aufmerksam auf ihrem Gesicht.
„Du musst jetzt nicht so tun, als wäre alles in Ordnung.“ Ein sanftes Lächeln.
„Und du musst dich auch nicht dafür schämen.“ Er ließ einen Moment verstreichen.
„Ich glaube, ich habe gerade ziemlich genau beschrieben, wonach du dich sehnst.“ Seine Ohren senkten sich leicht.
„Und vielleicht hat es deshalb ein bisschen wehgetan, es ausgerechnet von jemand anderem ausgesprochen zu hören.“ Er schwieg kurz. Dann hob er vorsichtig eine Hand, hielt jedoch inne, bevor er sie berührte.
„Darf ich?“ Seine Stimme war kaum mehr als ein leises Fragen.
„Oder möchtest du lieber, dass ich einfach hier stehen bleibe und so tue, als hätte ich nichts bemerkt?“ Ein winziges, warmes Lächeln kehrte zurück.
„Beides wäre völlig in Ordnung.“ Er sah ihr in die Augen.
„Aber eines möchte ich dir trotzdem sagen.“ Eine kurze Pause.
„Du bist nicht zu viel.“
„Du bist nicht zu schwierig.“
„Und du bist ganz sicher nicht jemand, der keinen Platz im Leben eines anderen Menschen verdient.“ Sein Blick wurde noch sanfter.
„Vielleicht hast du bisher einfach noch nicht denjenigen getroffen, der diesen Platz freiwillig für dich freihält.“ Er ließ die Hand wieder sinken.
„Und bis dahin...“ Ein kleines Lächeln.
„... musst du dich nicht beeilen.“
„Du darfst warten.“
„Du darfst vorsichtig sein.“
„Und du darfst trotzdem hoffen.“ Er atmete leise aus.
„Das widerspricht sich nicht.“
Sie nickte nur auf seine Frage ob er dürfte. Und lehnte dann ihre Stirn an seine Brust. Gestattete sich einen kleinen Moment der schwäche, die G'raha mitbekam.
G'raha zögerte nur einen Herzschlag, nachdem sie genickt hatte. Dann hob er vorsichtig die Hand und legte sie sanft an ihren Hinterkopf. Seine Finger strichen einmal beruhigend durch ihr Haar, ehe sein Arm sich locker um ihre Schultern legte. Als ihre Stirn seine Brust berührte, sagte er zunächst nichts. Er spürte die kleine Anspannung in ihr, das stille Eingeständnis, dass sie für einen Moment nicht stark sein wollte. Und er würde diesen Moment ganz sicher nicht mit einem Scherz zerstören.
„Schon gut“, murmelte er leise. Seine Stimme war warm und ruhig.
„Du musst dich bei mir nicht zusammenreißen.“ Seine Hand blieb behutsam an ihrem Hinterkopf liegen.
„Nur einen Moment.“ Er sah über ihren Kopf hinweg ins Zimmer, während sein Daumen langsam eine kleine, beruhigende Bewegung machte.
„Du kannst dich ruhig anlehnen.“ Eine Pause.
„Ich falle nicht um.“ Ein kaum hörbares Lächeln lag in seiner Stimme.
„Und selbst wenn...“ Er ließ den Satz kurz hängen.
„... würde ich mich vermutlich lieber um dich kümmern, als mich darüber zu beschweren.“ Sein Schweif bewegte sich langsam hinter ihm. Nach einigen Augenblicken sprach er noch leiser:
„Mina.“ Er senkte den Kopf ein wenig.
„Du hast mir erzählt, dass du dich in Beziehungen immer wieder verletzt hast.“ Seine Finger strichen sacht über ihr Haar.
„Vielleicht ist es deshalb so schwer, jemandem zu glauben, dass er bleibt.“ Er schwieg einen Moment.
„Aber zumindest musst du bei mir gerade nichts beweisen.“ Sein Arm zog sich ein wenig fester um sie, ohne sie festzuhalten.
„Wenn du traurig bist, bist du traurig.“
„Wenn du Angst hast, hast du Angst.“
„Und wenn du irgendwann wieder lachen möchtest, werde ich mich wahrscheinlich darüber beschweren, dass du mich schon wieder auslachst.“ Ein leises Schmunzeln.
„Das wäre dann wenigstens wieder ganz meine Mina.“ Er blieb einfach bei ihr stehen und gab ihr den Moment, ohne sie zu drängen, sich wieder aufzurichten.
Ihre Finger krallten sich in sein Oberteil um sich irgendwo festzuhalten. Warum musste der Kater genau jetzt so ins schwarze treffen? Zitternd atmete sie hörbar aus und versuchte den Klos in ihren Hals herunter zu schlucken. Sie nickte nur als er weiter sprach und biss sich auf die Lippen als wieder diese ziehen in der Brust war als es sie ‚meine Mina‘ nannte. Wo es doch eine andere gab. Er meint das sicher nur Freundschaftlich.
„Du bist so lieb zu mir. Ich hab das gerade gar nicht verdient so oft wie ich dich bisher geärgert habe“, kam es gedämpft mit einem schniefen.
Sie versuchte sich wieder zu beruhigen und als sie der Meinung war, sich einigermaßen wieder unter Kontrolle zu haben hob sie den Kopf, Nicht ohne vorher ihre tränen an ihren Handrücken abzuwischen.
G'raha spürte, wie sich ihre Finger in seinem Oberteil verkrallten. Er sagte nichts dazu. Stattdessen ließ er ihr den Halt, den sie gerade brauchte. Als sie schließlich den Kopf hob und die Tränen mit dem Handrücken fortwischte, sah er sie ruhig an. Kein Mitleid in seinem Blick, das sie vielleicht noch mehr beschämen würde. Nur Wärme.
„Mina...“ Ein sanftes Lächeln erschien.
„Du musst dir meine Freundlichkeit nicht verdienen.“ Seine Hand glitt langsam von ihrem Hinterkopf zurück, blieb aber noch einen Augenblick an ihrer Schulter liegen.
„Und ganz bestimmt musst du nicht weniger frech sein, nur weil ich gerade nett zu dir bin.“ Ein leises Schmunzeln.
„Außerdem wäre es ziemlich unfair, wenn ich dir all deine bisherigen Streiche jetzt vorhalten würde.“ Er hob eine Augenbraue.
„Dann müsste ich schließlich auch zugeben, dass ich mindestens genauso oft zurück geärgert habe.“ Sein Blick wurde wieder etwas ernster.
„Und wenn du mich wirklich so sehr geärgert hättest, wie du gerade behauptest...“ Er deutete mit einem kleinen Nicken auf den Korb.
„... hättest du vermutlich keine Schokoküchlein vor meine Tür getragen.“ Ein kurzer Moment.
„Also nein.“ Seine Stimme wurde leiser.
„Du hast das verdient.“ Er ließ den Blick einen Moment auf ihrem Gesicht ruhen.
„Nicht weil du etwas dafür getan hast.“
„Sondern weil du es genauso verdient hast, dass jemand freundlich zu dir ist.“ Dann hob sich sein Mundwinkel.
„Auch wenn du eine ausgesprochen freche Mietz bist.“ Er nahm mit einem Finger ganz vorsichtig eine letzte feuchte Spur unter ihrem Auge weg.
„Und bevor du jetzt wieder anfängst, dich dafür zu entschuldigen...“ Seine Ohren zuckten.
„Lass es.“ Ein kleines, warmes Lächeln.
„Du hast mir heute Schokoküchlein gebracht.“ Er deutete auf den Korb.
„Damit bist du für heute ohnehin über jeden Zweifel erhaben.“ Dann sah er sie mit einem Hauch von Schalk an.
„Und wenn du unbedingt etwas wiedergutmachen möchtest, darfst du mir beim nächsten Mal einfach wieder eine deiner furchtbar schlechten Drohungen aussprechen.“ Sein Grinsen wurde breiter.
„Die vermisse ich nämlich schon fast.“
Unwillkürlich musste sie lächeln. Und kniff ein Auge zu als ihr die Träne wegwischte. „Du bist echt schrecklich, weißt du das?“, und lehnte wieder ihren Kopf an seine Schulter. Genoss es innerlich wie er sie im Arm hielt. "Ich bin so eine böse Mietz die jemanden den sie sehr gerne mag was gutes tut. Wie kann ich nur."
G'raha ließ ein leises Lachen hören, als sie den Kopf wieder an seine Schulter lehnte.
„Ja. Schrecklich.“ Sein Arm blieb locker um sie gelegt, und seine Hand ruhte weiterhin warm an ihrer Schulter.
„Eine wirklich furchterregende Mietz.“ Er senkte den Blick zu ihr.
„Sie backt Schokoküchlein, bringt sie einem gewissen Kater vorbei und behauptet anschließend auch noch, sie hätte nichts Gutes getan.“ Ein leises Schmunzeln.
„Ich weiß wirklich nicht, wie ich dieses Verhalten tolerieren soll.“ Seine Finger bewegten sich ganz sacht über ihren Oberarm.
„Vielleicht muss ich dich dafür bestrafen.“ Eine kurze, bewusst dramatische Pause.
„Du musst beim nächsten Mal wieder mit mir Tee trinken.“ Sein Mundwinkel zuckte.
„Und möglicherweise sogar ein Küchlein mit mir essen.“ Er legte den Kopf leicht gegen ihren.
„Eine wirklich harte Strafe.“ Dann wurde seine Stimme wieder etwas leiser.
„Aber...“ Er ließ den Blick für einen Moment ins Zimmer wandern.
„Ich mag es.“ Einfach ausgesprochen. Ohne Scherz dahinter.
„Dass du mir solche Kleinigkeiten mitbringst.“ Sein Arm schloss sich einen Hauch fester um sie.
„Und dass du dich um mich sorgst.“ Eine kurze Pause.
„Auch wenn du dabei gelegentlich übertreibst.“ Ein warmes Lächeln lag in seiner Stimme.
„Ich glaube, daran könnte ich mich gewöhnen.“ Dann schob sich wieder ein schelmischer Unterton hinein.
„Allerdings solltest du aufpassen.“
„Wenn du mich weiterhin so verwöhnst, könnte ich irgendwann tatsächlich anfangen, deine Besuche zu erwarten.“ Er sah zu ihr hinunter.
„Und dann hast du ein Problem, Mietz.“
„Denn ein Kater, der sich erst einmal daran gewöhnt hat, regelmäßig von dir besucht zu werden, lässt sich vermutlich nicht so leicht wieder loswerden.“
Mit gespielten Gesichtsausdruck hob sie etwas den Kopf. „Oh weh welch eine schlimme strafe ich ertragen muss“, schauspielerte sie. Schaute dann auf sein Shirt. "Ich glaube mit dieser Strafe das ich dich dann an der Backe habe kann ich gut leben", gestand sie ohne sich von ihm zu lösen.
G'rahas Mundwinkel hoben sich bei ihrem gespielten Entsetzen.
„Ich weiß. Es ist eine grausame Strafe.“ Er legte eine Hand theatralisch an seine Brust.
„Ich erwarte, dass du dich tapfer hältst.“ Als sie jedoch so beiläufig gestand, dass sie mit der „Strafe“ gut leben könne, wurde sein Grinsen für einen Moment stiller. Sein Blick fiel auf sie hinab, die noch immer an seiner Schulter lehnte.
„Dann...“ Eine kleine Pause.
„... werde ich mir wohl keine Mühe geben, dich davon zu erlösen.“ Seine Stimme war warm, fast neckend, aber diesmal lag darin etwas Aufrichtiges.
„Wenn du mich tatsächlich an der Backe haben möchtest.“ Er ließ den Satz einen Moment zwischen ihnen stehen. Dann hob sich sein Mundwinkel wieder.
„Aber ich warne dich.“ Seine Finger strichen einmal sanft über ihren Oberarm.
„Ich könnte mich daran gewöhnen, dass du einfach hier auftauchst.“ Ein leises Lachen.
„Mit Küchlein. Oder ohne.“ Er sah auf sie hinunter.
„Und irgendwann beschwerst du dich vielleicht, dass der Kater zu oft bei dir herumlungert.“ Eine kurze Pause.
„Dann werde ich dich daran erinnern, dass du selbst gesagt hast, du könntest damit leben.“ Sein Auge funkelte.
„Und ich bin ziemlich gut darin, mich an solche Aussagen zu erinnern.“ Er lehnte den Kopf ein wenig gegen ihren.
„Vor allem an die, die mir gefallen.“
Seine Finger hinterließen eine warme Spur auf ihren Oberarm. „Ich - werde mir die größte mühe geben bei deinen überf-“, stockte sie.
G'raha bemerkte das kurze Stocken in ihrer Stimme. Sein Blick ruhte einen Moment auf ihr, und ein kleines, wissendes Lächeln schlich sich auf sein Gesicht.
„Bei meinen... Überraschungen?“ Er betonte das Wort leicht und hob eine Augenbraue.
„Du hast gerade sehr verdächtig lange gebraucht, um diesen Satz zu beenden.“ Sein Ton war neckend, doch seine Hand blieb ruhig an ihrem Oberarm liegen.
„Aber gut.“ Ein leises Lachen.
„Ich werde mich bemühen, dich nicht völlig zu überfordern.“ Er machte eine kurze Pause.
„Zumindest nicht absichtlich.“ Seine Ohren zuckten amüsiert. Dann wurde sein Blick wieder weicher.
„Und du musst dich übrigens nicht immer so bemühen, alles richtig zu machen.“ Er strich mit dem Daumen einmal sanft über ihren Ärmel.
„Du darfst auch einfach du selbst sein.“ Ein kleines Schmunzeln.
„Das scheint mir bisher ohnehin am besten zu gefallen.“
„Ich - werde mir die größte mühe geben bei deinen Überfall“, entgegnete sie.
"Du bist echt unmöglich". Als er aber dann seinen Kopf gegen ihren lehnte musste sie schlucken. Ihr Mund wurde trocken und ihr Herz pochte auf einmal viel zu schnell in der Brust. Für einen kurzen Moment gestatte sie sich seine nähe bevor sie sich sanft von ihm löste. Er hat jemanden.
"Danke fürs trösten G'raha."
G'raha bemerkte sofort, dass sie sich wieder ein kleines Stück von ihm löste. Er hielt sie nicht fest und ließ ihr den Raum, den sie sich nahm. Sein Blick blieb einen Moment auf ihrem Gesicht, bevor ein sanftes Lächeln erschien.
„Für einen Überfall werde ich mich natürlich besonders gut vorbereiten.“ Der Schalk kehrte kurz in seine Stimme zurück, doch er wurde wieder ruhiger, als er ihre letzten Worte hörte.
„Und du musst dich nicht bedanken.“ Er ließ seine Hand von ihrem Oberarm sinken und trat einen halben Schritt zurück, damit zwischen ihnen wieder etwas mehr Abstand lag.
„Freunde sind schließlich dafür da, sich gegenseitig aufzufangen, wenn einer von ihnen gerade ins Straucheln gerät.“ Ein kleines Lächeln.
„Außerdem...“ Er sah sie warm an.
„... warst du heute für mich da. Mehr als einmal.“ Sein Blick wanderte kurz zu dem Korb mit den Küchlein.
„Du bist hier mit einem Korb voller Schokoküchlein aufgetaucht, nur weil du an mich gedacht hast.“ Dann sah er wieder zu ihr.
„Da war es wohl das Mindeste, dass ich dir im Gegenzug ein wenig Halt gebe.“ Er hob eine Augenbraue.
„Und bevor du wieder behauptest, du hättest nichts Besonderes getan...“ Ein schelmischer Zug umspielte seine Lippen.
„Ich habe dich immerhin zum Weinen gebracht, ohne auch nur ein einziges Buch dafür zu benutzen.“ Er schüttelte leicht den Kopf.
„Das muss selbst für mich eine bemerkenswerte Leistung sein.“ Dann wurde sein Ausdruck wieder sanft.
„Geht es dir jetzt ein wenig besser, Mina?“
Ja Freunde. Sie verschränkte die Hände hinter den Rücken und lachte dann. „Ich hab dich quasi vor dem Hungertod gerettet meinst du“, witzelte sie. "Für diese unsagbare Leistung werde ich dir das nächste mal einen Orden verleihen, das schafft nicht jeder", und nickte dann. "Ja mir geht es besser danke", und ballte die Hände hinter den Rücken.
G'raha hob bei ihrem Spruch gespielt empört beide Augenbrauen.
„Vor dem Hungertod gerettet?“ Er legte sich eine Hand auf die Brust.
„Mina, ich war dem Hungertod vielleicht...“ Er überlegte demonstrativ. „... mindestens noch drei oder vier Stunden entfernt.“ Sein Schweif zuckte amüsiert.
„Aber gut. Ich werde deine heldenhafte Tat nicht herunterspielen.“ Er verneigte sich übertrieben tief vor ihr.
„Die Retterin des hungrigen Katers. Bezwingerin des leeren Magens. Lieferantin heiliger Schokoküchlein.“ Als sie einen Orden ankündigte, richtete er sich wieder auf.
„Einen Orden?“ Sein Auge begann zu funkeln.
„Dann hoffe ich doch sehr, dass er angemessen groß ausfällt.“ Er deutete auf seine Brust.
„Vielleicht hier. Damit jeder sofort erkennen kann, welch außergewöhnliche Leistung ich vollbracht habe, indem ich von deinen Backkünsten gerettet wurde.“ Dann wurde sein Lächeln etwas ruhiger, als sie bestätigte, dass es ihr besser ging.
„Das freut mich.“ Er betrachtete sie kurz, als wollte er sich vergewissern, dass sie es wirklich ernst meinte.
„Und falls es irgendwann wieder schlechter geht...“ Er zuckte leicht mit den Schultern.
„Du weißt ja inzwischen, wo du einen gewissen Kater finden kannst.“ Ein kleiner Moment Stille. Dann grinste er.
„Allerdings verlange ich dafür keine Schokoküchlein.“ Er hob warnend einen Finger.
„Nicht jedes Mal.“ Eine Pause.
„Sonst könnte ich tatsächlich anfangen, dich absichtlich zu besuchen, nur um an welche zu kommen.“ Sein Grinsen wurde breiter.
„Und das wäre natürlich eine vollkommen uneigennützige Entscheidung.“
Lachend beugte sie sich vor und zupfte dann an ihren Shirt welches sie heute trug mit ihren Leggins und machte einen Knicks. „Der Orden wird so groß sein das du Probleme haben wirst ihn zu tragen“, gestand sie. "Aber ich rette gerne einen Freund in der Not. Ich weiß ja mittlerweile wo ich dich finde um dich zu belästigen."
G'raha musste bei ihrem Knicks unwillkürlich lachen und legte eine Hand an die Brust.
„Ein Orden, der so groß ist, dass ich Schwierigkeiten habe, ihn zu tragen?“ Er betrachtete sie gespielt misstrauisch.
„Ich fürchte, du planst bereits, mich mit diesem Ding regelrecht zu erschlagen.“ Sein Schweif schwang amüsiert hin und her.
„Aber gut. Wenn ich schon einen Orden bekomme, werde ich ihn selbstverständlich mit größtem Stolz tragen.“ Er deutete auf seine Brust.
„Vielleicht sollte ich ihn sogar bei jedem Besuch anlegen.“ Bei ihren letzten Worten hob er eine Augenbraue.
„Mich zu belästigen, meinst du?“ Ein breites Grinsen erschien.
„Nun, da du meine Adresse kennst, fürchte ich, dass ich mich damit wohl abfinden muss.“ Er nahm eines der Küchlein aus dem Korb und hielt es hoch.
„Allerdings solltest du bedenken, dass du mir gerade selbst die beste Ausrede geliefert hast.“ Er biss hinein und kaute genüsslich.
„Wenn du mich künftig besuchen kommst, könnte ich behaupten, dass ich überprüfen muss, ob die gefährliche Mietz ihre Backkünste weiter verbessert hat.“ Er schluckte und sah sie mit funkelndem Auge an.
„Und falls du ohne Küchlein kommst...“ Eine bedeutungsschwere Pause.
„... muss ich mir eben eine andere Beschäftigung für dich ausdenken.“ Sein Grinsen wurde wieder schelmisch.
„Schließlich kannst du nicht einfach auftauchen, mich belästigen und dann erwarten, dass ich dich völlig ungestraft wieder gehen lasse.“
„Was denn für eine Beschäftigung? Wenn ich gehen soll dann schmeiß mich einfach wieder raus", langsam fing ihr Schweif auch wieder an leicht hin und her zu schwingen.
G'raha legte den Kopf leicht schief und betrachtete den wieder munterer werdenden Schweif mit einem kleinen Lächeln.
„Dich hinauswerfen?“ Er schüttelte langsam den Kopf.
„Nach allem, was du heute durchgemacht hast? Das wäre ziemlich unhöflich.“ Er stellte das angebissene Küchlein zurück in den Korb und verschränkte die Arme.
„Was die Beschäftigung betrifft...“ Sein Blick wanderte kurz durch den Raum, dann wieder zu ihr.
„Ich könnte dich dazu verdonnern, mir beim Sortieren meiner Bücher zu helfen.“ Ein schelmisches Funkeln.
„Aber ich fürchte, dann würdest du nach zehn Minuten anfangen, mir irgendwelche absurden Kategorien vorzuschlagen.“ Er hob einen Finger.
„Bücher, die einen zum Einschlafen bringen.“ Noch einen.
„Bücher, die man nur liest, wenn man dringend eine Ausrede braucht.“ Ein dritter Finger.
„Und natürlich: Bücher, die ein Kater niemals freiwillig aus der Hand geben würde.“ Er grinste.
„Wobei letztere vermutlich eine ziemlich große Abteilung wären.“ Dann wurde sein Ausdruck etwas weicher.
„Oder...“ Er deutete auf den Korb.
„Du könntest einfach noch ein wenig bleiben.“ Ein kleines Schulterzucken.
„Wir könnten Tee trinken, uns weiter gegenseitig ärgern und du könntest mir erzählen, wie dein Tag war.“ Sein Blick blieb auf ihr.
„Ganz ohne besondere Beschäftigung.“ Eine kurze Pause.
„Manchmal ist das doch die angenehmste Variante.“ Dann hob er eine Augenbraue.
„Oder hast du etwa Angst, dass du dich hier bei mir zu wohlfühlst, Mietz?“
„Das wäre keine strafe für mich“, zuckte sie mit den Schultern. “Der dritte Vorschlag würde dann wohl alle Bücher einschließen nehme ich an." Lehnte sich wieder an den Türrahmen in für sie sicheren Abstand zu ihm, schaute ihn dabei aber an. Bei seinen wichen Ausdruck blickte sie G’raha unbewusst verträumt einen Moment lang an. "Ich mich wohlfühlen in diesen geordneten Chaos? Niemals", schüttelte sie entsetzt den Kopf ohne es wirklich ernst zu meinen.
G'raha folgte ihrem Blick und bemerkte den kurzen, verträumten Ausdruck in ihren Augen. Dieses Mal kommentierte er ihn nicht. Stattdessen ließ er ein kleines Schmunzeln über sein Gesicht huschen.
„Alle Bücher?“ Er legte eine Hand nachdenklich ans Kinn.
„Nun... fast.“ Sein Blick wanderte zu den Regalen.
„Einige wären vermutlich viel zu wertvoll, um sie einfach unter diese Kategorie zu stecken.“ Er sah wieder zu ihr.
„Aber du hast recht. Die Abteilung wäre vermutlich beunruhigend groß.“ Bei ihrem empörten Kopfschütteln musste er leise lachen.
„Natürlich nicht.“ Er nickte übertrieben ernst.
„Du würdest dich niemals in meinem geordneten Chaos wohlfühlen.“ Er deutete auf die sauber aufgereihten Bücher.
„Du würdest niemals freiwillig hier sitzen bleiben.“ Dann sah er sie mit einem schelmischen Funkeln an.
„Und du würdest ganz bestimmt niemals wiederkommen, wenn du erst einmal festgestellt hast, wie gefährlich gemütlich mein Sofa ist.“ Eine kurze Pause.
„Schon gar nicht, wenn dort zufällig ein gewisser Kater sitzt.“ Er verschränkte die Arme und lehnte sich seinerseits etwas zurück.
„Nein. Das wäre vollkommen ausgeschlossen.“ Sein Schweif verriet ihn allerdings, indem er zufrieden hin und her schwang.
„Aber falls du es dir irgendwann anders überlegen solltest...“ Sein Ton wurde wieder wärmer.
„Du weißt ja inzwischen, wo du mich findest.“ Er hob das Küchlein in seiner Hand leicht an.
„Und offenbar weiß ich inzwischen, wie ich dich hier herlocken kann.“ Ein Grinsen.
„Schokoküchlein.“
„Eine gefährliche Waffe, Mietz.“
Ihre Gedanken gingen auf gefährliche Wanderschaft bei seinen Worten und haut sich gedanklich auf die Finger. Wobei sie wieder an ihrer Unterlippe knabberte. „Du hast mehrmals selbst miterlebt das ich eine gefährlich Mietz bin.“
G'rahas Ohren zuckten bei ihren Worten, und sein Grinsen wurde langsam breiter.
„Oh, dessen bin ich mir durchaus bewusst.“ Er verschränkte die Arme und musterte sie mit gespielter Vorsicht.
„Eine gefährliche Mietz, die sich als harmlose Heilerin tarnt.“ Sein Blick fiel kurz auf ihre an der Unterlippe knabbernden Zähne, dann wieder in ihre Augen.
„Die einen Kater mit einem spielerischen Klaps auf den Kopf traktiert...“ Ein Finger hob sich.
„... seinen Zopf stiehlt...“ Noch einer.
„... ihm die Haare zerzaust...“ Ein weiterer.
„... und anschließend behauptet, sie sei ganz brav.“ Er schüttelte langsam den Kopf.
„Eine ausgesprochen überzeugende Tarnung.“ Dann trat er einen kleinen Schritt auf sie zu, blieb aber mit genügend Abstand stehen.
„Ich sollte vermutlich vorsichtig sein.“ Sein sichtbares Auge funkelte.
„Wer weiß, was du als Nächstes planst.“ Eine kurze Pause.
„Vielleicht solltest du mir deshalb lieber verraten, welche deiner gefährlichen Mietz-Fähigkeiten ich noch nicht kennengelernt habe.“ Sein Mundwinkel hob sich.
„Oder ist das Betriebsgeheimnis?“
Sie kicherte bei seinen Aufzählungen. „Klingt doch alles ganz harmlos, ich weiß nicht was du hast“, mit einen gespielten Augenaufschlag. "Finde es doch selber heraus Herr Gelehrter", und drehte sich dann mit Schwung herum das ihre weißen haare um ihre Schultern wirbelten.
G'raha hob bei ihrem gespielten Augenaufschlag eine Augenbraue.
„Harmlos?“ Ein leises Lachen entwich ihm.
„Natürlich. Ich frage mich, wie ich überhaupt auf die Idee kommen konnte, dass du gefährlich sein könntest.“ Als sie sich schwungvoll herumdrehte und ihr weißes Haar über ihre Schultern wirbelte, blieb sein Blick einen Augenblick an ihr hängen. Seine Ohren zuckten leicht. Dann schüttelte er kaum merklich den Kopf, als wollte er einen Gedanken vertreiben, und grinste wieder.
„Nun gut, Mietz.“ Er nahm das Küchlein aus dem Korb und hob es wie ein Beweisstück an.
„Wenn du darauf bestehst, werde ich deine Fähigkeiten wohl selbst erforschen müssen.“ Er biss hinein, kaute und deutete anschließend mit dem Küchlein in ihre Richtung.
„Aber beschwere dich später nicht, wenn ich tatsächlich anfange, Nachforschungen anzustellen.“ Ein schelmisches Funkeln trat in sein Auge.
„Ich bin schließlich Gelehrter. Hartnäckigkeit gehört zu meinem Beruf.“ Er ließ den Blick kurz über seine Bücher wandern.
„Und ich habe bei meinen Forschungen schon wesentlich schwierigere Rätsel gelöst.“ Dann sah er wieder zu ihr.
„Obwohl ich zugeben muss...“ Ein warmes Lächeln.
„... dieses hier ist vermutlich das unterhaltsamste, auf das ich bisher gestoßen bin.“
Sie erstarrte augenblicklich als er lapidar sagte das er Nachforschungen über sie anstellen würde. Ihre Miene wurde plötzlich steinern. Vielleicht fand er heraus das..... Nein das sollte er nicht erfahren nicht das....„Ach um ehrlich zu sein kannst du dir mühe sparen. Da gibt es nicht mehr viel. Ich bin einfach nur frech mehr nicht“, entgegnete sie.
G'rahas Lächeln verschwand ein Stück weit, als er ihren plötzlichen Gesichtsausdruck bemerkte. Die Veränderung war zu deutlich gewesen. Eben noch hatte sie ihn geneckt, und nun wirkte ihre Miene beinahe wie eine verschlossene Tür. Er stellte das Küchlein langsam zurück in den Korb.
„Hey.“ Seine Stimme war ruhig geworden.
„Das war nur ein Scherz.“ Er machte keinen weiteren Schritt auf sie zu.
„Ich werde keine Nachforschungen über dich anstellen.“ Sein Blick blieb aufmerksam auf ihr.
„Nicht über deine Vergangenheit. Nicht über Dinge, über die du nicht sprechen möchtest. Und schon gar nicht hinter deinem Rücken.“ Eine kurze Pause.
„Wenn du mir irgendwann etwas erzählen möchtest, dann weil du es möchtest.“ Sein Ausdruck wurde sanfter.
„Nicht, weil ich es irgendwie herausgefunden habe.“ Er hob leicht die Hände, als wollte er ihr zeigen, dass von ihm keine weitere Neckerei kommen würde.
„Und was deine gefährlichen Fähigkeiten betrifft...“ Ein kleines Lächeln kehrte zurück.
„Dann muss ich mich eben mit dem begnügen, was du mir freiwillig zeigst.“ Sein Schweif schwang einmal ruhig hinter ihm.
„Frech sein kannst du jedenfalls ausgesprochen gut.“ Er legte den Kopf schief.
„Aber du weißt, Mina...“ Sein Blick wurde warm.
„Du musst vor mir nichts verstecken, nur weil du Angst hast, dass ich danach anders über dich denke.“ Er ließ die Worte einen Moment stehen.
„Und du musst mir auch nichts erzählen.“ Ein kaum merkliches Lächeln.
„Beides darf gleichzeitig wahr sein.“
Zögernd nickte sie. „Gut. Auch wenn du jetzt sagt du das du nicht anders über mich denkst....“. sie schüttelte den Kopf. "Ich.... es ist keine schöne Sache. Nichts worauf ich stolz bin. Vielleicht irgendwann auf meinen Sterbebett werde ich es dir beichten. Denn dann bin ich nicht mehr da und mir kann es egal sein was du davon hältst."
G'rahas Gesicht wurde bei ihren Worten ernst. Er sagte zunächst nichts, sondern ließ ihr die Zeit, die sie brauchte.
„Auf deinem Sterbebett?“ Seine Stimme war ruhig, aber in seinem Blick lag deutliches Bedauern.
„Das klingt, als würdest du gerade ein Urteil über dich selbst fällen, bevor ich überhaupt weiß, wovon du sprichst.“ Er schüttelte langsam den Kopf.
„Ich werde dich nicht dazu drängen, es mir zu erzählen.“ Ein kurzer Moment Stille.
„Aber ich möchte auch nicht, dass du glaubst, du müsstest bis zu deinem letzten Atemzug warten, nur damit meine Meinung über dich keine Rolle mehr spielt.“ Sein Blick blieb auf ihr.
„Wenn es wirklich etwas ist, auf das du nicht stolz bist, dann wirst du vermutlich selbst am besten wissen, warum.“ Er machte eine kleine Pause.
„Und falls du irgendwann soweit bist, mir davon zu erzählen, werde ich dir zuhören.“ Seine Stimme wurde sanfter.
„Nicht als Richter.“
„Nicht als Gelehrter, der nach einer Erklärung sucht.“
„Sondern als dein Freund.“ Er betonte das letzte Wort bewusst, ohne es jedoch schwer wirken zu lassen.
„Und falls du niemals darüber sprechen möchtest...“ Ein kleines Schulterzucken.
„Dann werde ich das ebenfalls akzeptieren.“ Sein Mundwinkel hob sich ganz leicht.
„Du schuldest mir keine Beichte, Mina.“ Dann sah er sie einen Moment lang ruhig an.
„Aber eines erlaube ich mir trotzdem.“ Eine kurze Pause.
„Wenn du irgendwann glaubst, dass du nur deshalb etwas Schreckliches getan hast, weil du selbst ein schrecklicher Mensch bist...“ Er schüttelte den Kopf.
„Dann werde ich dir widersprechen.“
„Denn zwischen einer schlechten Tat und einem schlechten Menschen liegt ein ziemlich großer Unterschied.“ Er ließ die Hände locker an seinen Seiten hängen.
„Und ich kenne dich inzwischen gut genug, um zu wissen, dass du nicht nur aus deinen schlimmsten Momenten bestehst.“
„Ich was schreckliches getan? Ein schrecklicher Mensch?“, zwirbelte sie die spitzen ihrer Haarsträhne. “Vielleicht ein wenig von beiden", schüttete dann ihren Kopf um die Erinnerungen los zu werden. "Ich bin zumindest so schlimm das ich die ganze zeit trieze und auf die Palme bringe."
G'raha beobachtete, wie sie die Haarsträhne zwischen den Fingern zwirbelte. Seine Ohren zuckten leicht, doch diesmal kam kein neckischer Spruch.
„Ein bisschen von beidem?“ Er schüttelte langsam den Kopf.
„Das glaube ich dir nicht.“ Ein kleines Lächeln erschien.
„Zumindest nicht den zweiten Teil.“ Er verschränkte die Arme.
„Du bist eine ausgesprochen lästige Mietz.“ Eine kurze Pause.
„Hartnäckig. Frech. Neugierig. Und offenbar fest entschlossen, mich regelmäßig auf die Palme zu bringen.“ Sein Mundwinkel hob sich.
„Aber schrecklich? Nein.“ Er trat nicht näher, sondern blieb bewusst auf Abstand.
„Und wenn dein schlimmster Vorwurf gegen dich selbst gerade lautet, dass du mich ständig ärgerst...“ Er deutete auf sich.
„Dann muss ich dich leider enttäuschen.“ Sein Auge funkelte.
„Ich könnte mich nämlich jederzeit von dir fernhalten.“ Eine kleine Pause.
„Tue ich aber nicht.“ Er ließ diese Worte bewusst stehen.
„Im Gegenteil.“ Seine Stimme wurde wieder etwas wärmer.
„Ich habe dir meine Wohnung gezeigt. Du kennst inzwischen, wo ich wohne. Ich habe dich in meine Nähe gelassen, obwohl du meine Haare zerzaust, mich mit imaginären Strafen bedrohst und mir vermutlich bald tatsächlich diesen riesigen Orden umhängen willst.“ Ein leises Lachen.
„Das würde ich wohl kaum tun, wenn ich dich für einen schrecklichen Menschen hielte.“ Er sah sie ruhig an.
„Du darfst deine Vergangenheit irgendwann erzählen, wenn du bereit bist.“
„Aber bis dahin werde ich dich nach dem beurteilen, was ich selbst von dir erlebt habe.“ Sein Blick wurde sanft.
„Und das ist bisher eine ziemlich freche Mietz, die mir Schokoküchlein bringt, sich um ihre Freunde sorgt und gerade viel zu hart mit sich selbst ins Gericht geht.“ Ein kleines Schmunzeln.
„Letzteres gefällt mir übrigens überhaupt nicht.“
„Willst du des nicht oder kannst du es nicht? Dich von mir fern zu halten?“, fragte sie. Rieb sich dann die Stirn. “Du kennst nicht die Story G'raha. Ich habe viel zu lange Sachen mit mir machen lassen... war viel zu lange gutmütig in der Hoffnung das es doch besser wird, aber...," stockte sie dann einfach nur und schwieg leicht kopfschüttelnd.
G'raha schwieg einen Moment auf ihre Frage. Diesmal wich er ihr nicht mit einem Scherz aus. Sein Blick blieb ruhig auf ihr liegen.
„... Ich weiß es nicht.“ Er ließ die Worte einen Augenblick wirken.
„Vielleicht könnte ich es. Wenn ich unbedingt wollte.“ Ein kleines, nachdenkliches Lächeln.
„Aber ich glaube nicht, dass ich es will.“ Seine Ohren senkten sich leicht, als sie von dem sprach, was sie zu lange mit sich hatte machen lassen.
„Und Mina...“ Er sprach ihren Namen ganz sanft aus.
„Du musst mir die Geschichte nicht erzählen, damit ich verstehe, dass du irgendwann zu lange versucht hast, etwas auszuhalten, das dir wehgetan hat.“ Er machte einen kleinen Schritt auf sie zu, blieb aber noch auf respektvoller Distanz.
„Manchmal hält man an etwas fest, weil man hofft, dass die Person sich doch noch verändert. Dass die guten Zeiten wiederkommen. Dass all das, was man investiert hat, irgendwann einen Sinn ergibt.“ Sein Blick wurde traurig.
„Und irgendwann merkt man vielleicht, dass man dabei selbst immer weniger geworden ist.“ Eine kurze Pause.
„Das macht dich nicht dumm.“
„Und es macht dich auch nicht schwach.“ Er schüttelte leicht den Kopf.
„Es bedeutet nur, dass du sehr lange an etwas geglaubt hast.“ Sein sichtbares Auge ruhte aufmerksam auf ihr.
„Aber du musst das heute nicht mehr tun.“ Ein sanfter Atemzug.
„Du darfst irgendwann sagen: Es reicht.“ Dann erschien ein kaum merkliches Lächeln.
„Und du darfst lernen, dass jemand, der dich liebt, nicht verlangen sollte, dass du dich selbst dafür aufgibst.“ Er ließ seine Hände locker an den Seiten.
„Was auch immer damals passiert ist...“ Seine Stimme wurde noch leiser.
„... ich werde dich nicht dafür verurteilen, dass du zu lange gutmütig warst.“ Ein kleiner Moment Stille.
„Und wenn du irgendwann darüber sprechen möchtest, höre ich dir zu.“ Dann hob sich sein Mundwinkel ein wenig.
„Aber bis dahin bleibe ich bei meinem bisherigen Urteil.“ Sein Schweif zuckte.
„Du bist eine freche Mietz.“
„Eine ziemlich hartnäckige.“
„Manchmal vollkommen unmöglich.“ Sein Lächeln wurde wärmer.
„Aber ganz sicher niemand, von dem ich mich einfach fernhalten möchte.“
Bei seinem ‚Ich glaube nicht das ich es will‘, setzte wieder kurz ihr Herz aus. Es war erschreckend wie genau er sie analysierte ohne zu ahnen wie nahe er der Wahrheit war. Ein schwaches lächeln setze sich auf ihre Lippen. „Danke das ist schön zu hören.“ Und um von diesen verfänglichen Thema weg zukommen fragte sie dann. "Sag mal wann lerne ich denn mal die anderen kennen. Du hast nun so viel von ihnen erzählt, ich bin richtig neugierig auf sie."
G'raha bemerkte, dass sich ihre Anspannung bei seiner Antwort ein wenig löste. Er sagte jedoch nichts dazu. Wenn sie das Thema wechseln wollte, würde er ihr diesen Ausweg lassen. Bei ihrer Frage hellte sich sein Gesicht merklich auf.
„Ah.“ Ein kleines Grinsen.
„Du möchtest also endlich die Personen kennenlernen, von denen ich dir die ganze Zeit erzähle.“ Er verschränkte die Arme und tat so, als müsste er ernsthaft darüber nachdenken.
„Das könnte allerdings gefährlich werden.“ Sein Schweif zuckte amüsiert.
„Wenn du alle auf einmal kennenlernst, wirst du vermutlich sehr schnell feststellen, dass ich keineswegs derjenige bin, der die meisten Probleme verursacht.“ Er hob einen Finger.
„Y'shtola wird dich wahrscheinlich innerhalb der ersten fünf Minuten mit einem Blick durchleuchten.“ Noch einen.
„Thancred wird vermutlich versuchen herauszufinden, wie leicht du dich zu einem gemeinsamen Streich überreden lässt.“ Ein dritter Finger.
„Urianger wird dir wahrscheinlich eine Antwort geben, die ungefähr drei Minuten dauert, obwohl du nur nach seinem Lieblingsbuch gefragt hast.“ Er hielt kurz inne.
„Und Alisaie...“ Sein Grinsen wurde breiter.
„Nun. Alisaie wird vermutlich innerhalb kürzester Zeit herausfinden, dass du mich regelmäßig ärgerst.“ Er seufzte gespielt.
„Und danach habe ich vermutlich endgültig keine Chance mehr.“ Dann sah er sie wieder an.
„Aber ich würde dich ihnen tatsächlich gerne vorstellen.“ Sein Ausdruck wurde etwas wärmer.
„Nicht nur, weil du neugierig bist.“ Er deutete leicht auf sie.
„Sondern weil du inzwischen ein wichtiger Teil meines Lebens geworden bist.“ Ein kurzer Moment Stille. Dann schob sich wieder sein schelmisches Grinsen hervor.
„Allerdings sollten wir vielleicht klein anfangen.“
„Eine Person nach der anderen.“ Er hob warnend einen Finger.
„Sonst wirst du am Ende wirklich noch wie ein Sieb aussehen, weil alle meine Freunde dich gleichzeitig mit Fragen löchern.“ Sein Auge funkelte.
„Und ich möchte doch nicht, dass du mir nachher vorwirfst, ich hätte dich nicht gewarnt.“
Ihr Gesicht helle sich unweigerlich auf als er erwähnte das sie mittlerweile ein wichtiger Teil seines Lebens geworden war. Auch wenn etwas anderes in ihr drinnen schwer wurde. „An mir ist doch nichts dran was durchlöchert werden kann“. und hob beide Arme. Das Shirt was ihr eigentlich passte wirkte viel zu groß für ihre schmale Gestalt. Auch an ihre Leggins sah man das sie eigentlich viel zu wenig wahrscheinlich Gewicht hatte.
G'rahas Blick wanderte kurz über ihre Gestalt, und sein amüsiertes Grinsen verschwand. Er verstand sofort, worauf sie mit ihrer Bemerkung hinauswollte.
„Mina...“ Seine Stimme war sanft geworden. Er machte jedoch keinen Kommentar über ihr Gewicht. Stattdessen sah er ihr wieder direkt ins Gesicht.
„Dann müssen sie sich eben etwas anderes einfallen lassen, womit sie dich löchern können.“ Ein kleines Lächeln kehrte zurück.
„Deine Meinung über meine Bücher zum Beispiel.“ Er hob einen Finger.
„Das wäre vermutlich gefährlicher als jede körperliche Befragung.“ Dann fügte er etwas leiser hinzu: „Und außerdem...“ Er hielt kurz inne.
„Du musst dich nicht kleiner machen, um irgendwo hineinzupassen.“ Sein Blick blieb warm.
„Nicht bei meinen Freunden. Nicht bei mir.“ Er ließ die Worte einen Moment stehen, bevor sein schelmischer Ausdruck zurückkehrte.
„Und wenn Alisaie trotzdem versucht, dich auszufragen, werde ich sie daran erinnern, dass du unter meinem persönlichen Schutz stehst.“ Eine dramatische Pause.
„Zumindest solange du mich nicht gerade mit einem Kissen attackierst.“ Sein Schweif schwang amüsiert.
„Dann bin ich leider nicht mehr zuständig.“ Er grinste.
„Dann musst du dich selbst verteidigen, gefährliche Mietz.“
„Uhhh unter deinen Persönlichen Schutz. Wie komme ich denn zu der ehre?“, fragte sie wahrlich erstaunt. “Ich hab dich bisher noch nie mit einen Kissen abgeworfen. Warum eigentlich noch nicht?", fragte sie und runzelte die Stirn.
G'raha blinzelte bei ihrer ersten Frage kurz, als wäre ihm selbst erst in diesem Moment aufgefallen, wie seine Worte geklungen hatten.
„Wie du zu dieser Ehre kommst?“ Ein kleines, verlegenes Grinsen erschien.
„Nun... ich habe dich schließlich inzwischen als wichtige Person in meinem Leben bezeichnet.“ Er hob leicht die Schultern.
„Da wäre es doch ausgesprochen unhöflich, dich einfach den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen.“ Sein Schweif zuckte.
„Außerdem habe ich inzwischen gelernt, dass du dich zwar hervorragend selbst verteidigen kannst, aber trotzdem dazu neigst, dich um alle anderen zu kümmern und dabei dich selbst zu vergessen.“ Sein Blick wurde kurz ernst.
„Da darf ich wohl gelegentlich darauf achten, dass jemand auch auf dich achtet.“ Dann kam ihre zweite Frage. G'raha sah sie einige Sekunden lang völlig fassungslos an.
„... Warum hast du mich eigentlich noch nie mit einem Kissen abgeworfen?“ Er blickte demonstrativ zum Sofa. Dann zu ihr. Dann wieder zum Sofa.
„Das ist tatsächlich eine berechtigte Frage.“ Sein Grinsen wurde langsam breiter.
„Vielleicht warst du bisher einfach zu sehr damit beschäftigt, meine Haare zu zerzausen, meinen Zopf zu stehlen und mir imaginäre Orden zu verleihen.“ Er deutete auf das Sofa.
„Aber jetzt, wo du es erwähnt hast...“ Er griff nach einem der Kissen und hielt es in der Hand. Sein Auge funkelte gefährlich.
„... hast du dir gerade selbst eine ausgesprochen interessante Idee gegeben.“ Eine kurze Pause.
„Nur damit wir uns richtig verstehen.“ Er hob das Kissen leicht.
„Ich habe dich gewarnt.“ Dann legte er es wieder zurück.
„Aber ich würde es bedauerlicherweise für ziemlich unfair halten, dich jetzt einfach damit zu attackieren.“ Sein Mundwinkel hob sich.
„Schließlich bist du gerade erst wieder emotional auf die Beine gekommen.“ Er sah sie einen Moment an.
„Aber beim nächsten Besuch...“ Sein Grinsen wurde breiter.
„... kann ich für nichts garantieren.“
Sie verfolgte mit den Augen das Kissen und nahm es dann selber schelmisch in die Hand. „Beim nächsten Besuch also“, kam es von ihr. Dann hielt sie es hinter ihren Rücken und schaute ihn aus Rehaugen an. "G'raha tust du mir einen Gefallen? Schließt du mal kurz deine Augen", fragte sie.
G'rahas Blick wanderte von ihrem Gesicht zu dem Kissen hinter ihrem Rücken. Dann wieder zurück. Sein Auge verengte sich misstrauisch.
„Mina...“ Ein sehr langsames Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.
„Du hast gerade eben noch gefragt, warum du mich eigentlich noch nie mit einem Kissen beworfen hast.“ Er verschränkte die Arme.
„Und jetzt möchtest du, dass ich meine Augen schließe.“ Seine Ohren stellten sich aufmerksam auf.
„Das ist entweder eine ausgesprochen harmlose Bitte...“ Eine kurze Pause.
„... oder der Beginn eines hinterhältigen Angriffs.“ Er musterte ihre unschuldig aufgesetzten Rehaugen.
„Und nach allem, was ich inzwischen über diese gefährliche Mietz gelernt habe...“ Er seufzte gespielt schwer.
„... tendiere ich sehr stark zur zweiten Möglichkeit.“ Trotzdem schlich sich ein amüsiertes Lächeln auf seine Lippen.
„Na schön.“ Er hob einen Finger.
„Aber ich möchte festhalten, dass ich dies ausschließlich tue, weil ich dir vertraue.“ Dann schloss er tatsächlich die Augen.
„Also gut.“ Ein kleines Grinsen.
„Was auch immer du vorhast... ich bin gespannt.“
Tief atmete sie ein und schaute kurz scheu zur Seite bevor sie sich traute näher na ihn ran zu treten. Stellte sich auf die Zehenspitzen und flüsterte dann leise in sein Ohr. „Danke dir Katerchen“, und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Und kurz darauf flog ihm auch schon das Kissen um die Ohren worauf sie hin schallend lachte.
G'raha erstarrte für einen winzigen Moment. Mit geschlossenen Augen hatte er tatsächlich mit allem gerechnet – einem Schlag mit dem Kissen, irgendeinem weiteren frechen Spruch, vielleicht sogar damit, dass sie ihm wieder durch die Haare wuschelte. Aber nicht damit.
„Danke dir, Katerchen.“ Der sanfte Kuss an seiner Wange ließ seine Ohren augenblicklich nach hinten zucken. Dann traf ihn das Kissen.
„Uff!“ Er machte einen überraschten Schritt zurück und öffnete die Augen. Mina stand bereits lachend vor ihm. Für einen Moment sah G'raha sie einfach nur an. Dann wanderte seine Hand langsam zu der Stelle an seiner Wange, auf der sie ihn geküsst hatte. Sein Gesicht war ungewöhnlich still geworden.
„Du...“ Er blinzelte.
„... hast mich tatsächlich reingelegt.“ Ein kleines, ungläubiges Lachen entwich ihm.
„Ich hätte es wissen müssen.“ Seine Ohren waren noch immer leicht nach hinten gelegt, und eine verräterische Wärme hatte sich in seinem Gesicht ausgebreitet. Dann griff er langsam nach dem Kissen.
„Nun gut.“ Sein Blick wurde plötzlich ausgesprochen gefährlich.
„Das war hinterhältig.“ Er hob das Kissen.
„Und ich glaube, du hast soeben die Regeln dieses Spiels geändert.“ Ein Schritt auf sie zu.
„Du hast mich nicht nur mit einem Kissen angegriffen...“ Noch ein Schritt.
„... sondern mich vorher auch noch abgelenkt.“ Sein Grinsen wurde breiter.
„Das ist eindeutig Betrug.“ Er hob das Kissen höher.
„Und dafür gibt es nur eine angemessene Strafe.“ Mit einem kurzen, triumphierenden Laut holte er aus und schlug ihr das Kissen sanft gegen die Seite.
„Kissenkrieg!“
Lachend duckte sie sich. „Ah Hilfe ein gefährlicher Kater greift mich an. Ah“, und hopste zur Seite als er sie mit dem Kissen in die Seite traf. "Oh du wagst es, ich glaub ich hab viel sanft zugehauen", und schleuderte jetzt ihr Kissen um sich in der Hoffnung G'raha irgendwo zu treffen. "Nimm das!" Innerlich freute sie sich das das Ablenkungsmanöver ihm ihren Dank zu zeigen geklappt hatte.
G'raha lachte auf, als sie sich wegduckte.
„Oh, jetzt auf einmal bin ich der gefährliche Kater?“ Er hob das Kissen schützend vor sich, doch ihr eigener Angriff traf ihn trotzdem an der Schulter.
„Uff!“ Er taumelte einen halben Schritt zurück und sah sie gespielt empört an.
„Das war Absicht!“ Sein Schweif peitschte amüsiert durch die Luft, während er das Kissen fester packte.
„Und du wagst es auch noch, dich darüber zu beschweren, dass ich zu sanft zugeschlagen habe?“ Er schüttelte den Kopf.
„Ich sehe schon. Diese Mietz braucht eindeutig eine Lektion.“ Mit einem breiten Grinsen holte er erneut aus und schlug das Kissen diesmal vorsichtig gegen ihre Seite.
„Nimm das!“ Noch ein sanfter Hieb.
„Und das!“ Er lachte, während er gleichzeitig versuchte, ihren nächsten Angriff abzuwehren.
„Du hast diesen Krieg angefangen, Mina!“ Seine Augen funkelten vor Vergnügen.
„Und jetzt gibt es kein Zurück mehr!“ Als ihr Kissen ihn erneut streifte, schnappte er danach und versuchte, es ihr aus der Hand zu ziehen.
„Her damit!“ Ein kurzer, schelmischer Blick.
„Oder soll ich dir etwa noch einmal beweisen, wie gefährlich dieser Kater sein kann?“
Sie quietschte und lachte ausgelassen als sie sich die Kissen um die Ohren hauten. Das hatte bisher niemand mit ihr gemacht und es machte verdammt viel Spaß. Als er dann ihr Kissen im griff hatte zog sie dran und reckt herausfordernd ihr Kinn ihm entgegen. „Versuch es doch wenn du Mumm hast Kater“, forderte sie ihn heraus.
G'rahas Grinsen wurde augenblicklich breiter.
„Oh, du forderst mich also tatsächlich heraus?“ Er hielt das Kissen fest, während sie daran zog. Sein Schweif schwang aufgeregt hin und her.
„Du weißt schon, dass ich bei einer solchen Aufforderung als Gelehrter verpflichtet bin, eine gründliche Untersuchung durchzuführen.“ Er zog spielerisch am Kissen.
„Experiment Nummer eins: Wie lange hält eine gefährliche Mietz durch, bevor sie ihr Kissen freiwillig aufgibt?“ Er zog ein kleines Stück stärker, gerade genug, um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen, ohne sie wirklich zu Fall zu bringen.
„Ergebnis bisher...“ Sein Auge funkelte.
„... erstaunlich widerspenstig.“ Dann zog er plötzlich nicht mehr. Stattdessen ließ er das Kissen los.
„Aber gut.“ Er hob beide Hände.
„Ich sehe schon, Gewalt bringt uns hier nicht weiter.“ Eine Sekunde lang sah er vollkommen ernst aus. Dann griff er blitzschnell nach einem zweiten Kissen vom Sofa.
„Also wechseln wir die Taktik.“ Mit einem triumphierenden Grinsen hielt er es hoch.
„Zwei gegen eine.“ Er machte einen Schritt zurück und hob das Kissen wie einen Schild.
„Du hast noch die Möglichkeit, dich zu ergeben.“ Eine kurze Pause.
„Ich akzeptiere übrigens keine weiße Flagge.“ Sein Grinsen wurde breiter.
„Und wenn du jetzt behauptest, du hättest keine Angst...“ Er neigte den Kopf.
„... werde ich dir das vermutlich glauben.“ Er holte mit dem Kissen aus.
„Was ausgesprochen bedauerlich für dich wäre.“
Störrisch hielt sie das Kissen in ihren griff und versuchte nicht gegen ihn zu prallen, was ihr zum Glück gelang. Dann holte er ein zweites Kissen hervor. „Ah das ist unfair, Hilfe“, und flüchtete um das Sofa herum. "Ich bin nur eine wehrlose kleine Mietze."
G'raha blieb zunächst stehen und sah ihr hinterher, wie sie um das Sofa herum flitzte.
„Eine wehrlose kleine Mietz?“ Er sah auf die zwei Kissen in seinen Händen und dann wieder zu ihr.
„Natürlich.“ Sein Gesicht nahm einen todernsten Ausdruck an.
„Völlig wehrlos.“ Er ging langsam um das Sofa herum, das zweite Kissen wie einen Schild vor sich haltend.
„Ich kann förmlich sehen, wie hilflos du bist.“ Sein Schweif verriet allerdings, wie sehr er sich das Lachen verkneifen musste.
„Eine Mietz, die mich gerade mit einem Kissen angegriffen hat.“ Noch ein Schritt.
„Mich in einen Kissenkrieg verwickelt hat.“ Noch einer.
„Und anschließend versucht hat, vor den Konsequenzen davonzulaufen.“ Er blieb kurz stehen.
„Das ist eindeutig das Verhalten eines unschuldigen Opfers.“ Dann grinste er.
„Aber weißt du was?“ Er legte das zweite Kissen auf das Sofa.
„Ich gebe dir eine Chance.“ Er hob das andere Kissen.
„Du hast zehn Sekunden Vorsprung.“ Sein Grinsen wurde breiter.
„Lauf.“ Eine Sekunde.
„Zehn.“ Er begann langsam zu zählen.
„Neun...“ Sein Schweif zuckte.
„Acht...“ Dann plötzlich schneller:
„Sieben!“ Er setzte sich in Bewegung.
„Sechs!“ Ein Lachen.
„Fünf!“
„Vier!“
„Drei!“ Er hob das Kissen.
„Zwei!“ Sein Auge funkelte.
„Eins!“
„Ich komme, wehrlose Mietz!“
„Ah nein nicht!", quietschte sie und warf sich auf das Sofa um da vielleicht Schutz zu finden und hielt ihr Kissen vor sich.
G'raha blieb mitten in der Bewegung stehen, als sie sich mit einem Satz aufs Sofa warf und ihr Kissen wie einen Schild vor sich hielt.
„Oh?“ Er legte den Kopf schief.
„Du hast dich also in die Höhle der Beute zurückgezogen.“ Er hob sein Kissen und näherte sich langsam dem Sofa.
„Ein strategischer Rückzug.“ Noch ein Schritt.
„Sehr clever.“ Noch einer.
„Allerdings...“ Ein schelmisches Funkeln trat in sein Auge.
„... hast du dabei einen kleinen Fehler gemacht.“ Er deutete auf das Sofa.
„Du hast mir gerade freiwillig den Schauplatz für die zweite Runde ausgesucht.“ Er sprang nicht auf sie zu, sondern setzte sich zunächst auf die andere Seite des Sofas, das Kissen vor sich.
„Na schön.“ Er grinste.
„Letzte Chance zur Kapitulation.“ Er hob eine Augenbraue.
„Oder möchtest du wirklich herausfinden, ob du gegen einen Kater mit zwei Kissen bestehen kannst?“ Sein Schweif wedelte hinter ihm.
„Ich gebe dir sogar einen fairen Vorteil.“ Er legte das zweite Kissen neben sich.
„Ich benutze nur eines.“ Eine kurze Pause.
„Vorläufig.“ Sein Grinsen verriet allerdings, dass er seine eigene Aussage nicht besonders ernst nahm.
„Also, Mietz.“ Er hob das Kissen.
„Was wird es?“
Schnell versuchte sie sich das zweite Kissen zu krallen um ihn damit zu bombardieren. „Du bist viel zu weichherzig mit deinen Zielen“, und haute mit den anderen Kissen auf ihn drauf, was meistens daneben ging oder ihn nur streifte.
G'raha stieß einen überraschten Laut aus, als sie nach dem zweiten Kissen griff.
„Hey! Das war mein Reservekissen!“ Er lachte und versuchte, es ihr wieder abzunehmen, während sie bereits mit dem anderen Kissen auf ihn einschlug.
„Und ich bin zu weichherzig?“ Ein Kissen streifte seine Schulter.
„Autsch!“ Er sah sie gespielt empört an.
„Du hast eine sehr eigenwillige Definition von weichherzig!“ Ein weiterer Schlag streifte ihn am Arm. Er duckte sich, lachte und zog das Kissen schützend vor sein Gesicht.
„Du triffst ja kaum!“ Er lugte hinter dem Kissen hervor.
„Vielleicht solltest du deine Zielgenauigkeit etwas verbessern, bevor du dich mit einem Gelehrten anlegst.“ Dann nutzte er einen Moment, in dem ihr Schlag daneben ging, und griff vorsichtig nach ihrem Kissen.
„Hab ich dich!“ Er zog leicht daran, allerdings ohne wirklich daran zu reißen.
„Aufgeben?“ Sein Grinsen wurde breiter.
„Oder kämpfen wir weiter, bis sämtliche Kissen in dieser Wohnung den Krieg nicht mehr überleben?“ Er ließ das Kissen wieder etwas lockerer.
„Wobei...“ Sein Blick wanderte zu dem Chaos aus Kissen.
„... ich fürchte, meine Bücher würden sich irgendwann über den Lärm beschweren.“ Er schielte in Richtung der Regale.
„Und du weißt ja, wie empfindlich die Herrschaften sind.“ Dann sah er wieder zu ihr und grinste.
„Also?“
„Waffenstillstand, Mietz?“
Sie schielte ebenfalls zu den Regalen aber ohne ihn wirklich aus den Augen zu lassen. „Ach lass sie meckern haben sie umsonst“, beschloss sie dann. "Mh vielleicht", kam dann auf die Knie und robte zu ihm hin und schaut auf G'raha hinab. "Oder vielleicht auch nicht", drückte darauf hin ihr Kissen auf seinen Kopf. "Hah erwischt!"
G'raha starrte sie einen Moment lang an, als sie auf allen Vieren zu ihm herübergerobbt kam.
„Oh, das ist also deine Strategie.“ Er hob noch eine Augenbraue.
„Verhandeln, näherkommen und dann—“ Puff. Das Kissen landete auf seinem Kopf.
„—Angriff!“ Seine Stimme klang gedämpft unter dem Kissen. Für einen Herzschlag blieb er vollkommen still. Dann begann er zu lachen.
„Du...“ Er nahm das Kissen vom Kopf und sah sie mit einem völlig fassungslosen, aber eindeutig amüsierten Ausdruck an.
„... bist wirklich eine hinterhältige Mietz.“ Er hielt das Kissen in einer Hand und musterte sie.
„Ich hätte es besser wissen müssen.“ Dann blitzte etwas Schelmisches in seinem Auge auf.
„Aber du hast einen entscheidenden Fehler gemacht.“ Er legte das Kissen nicht etwa zurück, sondern schob es zwischen sie beide und drückte es spielerisch gegen ihre Stirn.
„Du bist viel zu nah.“ Mit der anderen Hand griff er nach seinem zweiten Kissen.
„Und jetzt...“ Er hob es.
„... sitzt du in der Falle.“ Ein breites Grinsen.
„Sag bloß, du hast schon wieder vergessen, mit wem du dich angelegt hast.“ Er tippte mit dem Kissen leicht gegen ihren Kopf.
„Der Kater gewinnt.“
Sie wedelte mit beiden Armen. „He das ist Behinderung, ich kann nichts sehen wo ich dich treffen muss“, wehrte sie sich weiter. Ihr Schweif wedelte dabei Freudig hin und her. "Schiedsrichter, gelbe Karte oder verweise ihn des Platzes, das ist Behinderung des Spielers", und deutet auf G’raha.
G'raha brach in schallendes Lachen aus, als sie mit beiden Armen herumwedelte und nach einem Schiedsrichter verlangte.
„Eine gelbe Karte?“ Er sah demonstrativ durch den Raum.
„Moment... wo ist denn unser Schiedsrichter?“ Sein Blick wanderte zu den Regalen.
„Ich fürchte, die Herrschaften dort drüben haben beschlossen, sich aus dem Konflikt herauszuhalten.“ Er deutete auf seine Bücher.
„Feiglinge.“ Dann sah er wieder zu ihr und schob das Kissen ein kleines Stück zur Seite, sodass sie wieder freie Sicht hatte.
„Na schön. Behinderung aufgehoben.“ Ein schelmisches Funkeln.
„Aber ich muss dich leider darauf hinweisen, dass du selbst schuld bist.“ Er tippte mit dem Kissen leicht gegen ihre Schulter.
„Du bist auf mich zugerobbt.“ Noch ein kleiner Stupser.
„Du hast mich angegriffen.“ Und noch einer.
„Und dann hast du dich auch noch gefreut, dass du mich erwischt hast.“ Sein Schweif schwang fröhlich hinter ihm.
„Das ist kein Regelverstoß meinerseits.“ Er hob das Kissen wie ein offizieller Schiedsrichter.
„Das ist eine völlig gerechtfertigte Gegenmaßnahme.“ Dann hielt er inne und grinste.
„Aber gut.“ Er legte das Kissen kurz zur Seite.
„Ich gebe dir einen fairen Kampf.“ Er deutete auf die andere Seite des Sofas.
„Abstand.“ Sein Blick funkelte.
„Drei...“ Er hob das Kissen.
„Zwei...“ Ein breites Grinsen.
„Eins!“
„Und los!“
Als er das Kissen von ihre Stirn nahm ruckte ihr Kopf nahe zu ihm. „Angst das ich dich etwa beiße?“, fragte sie dann und robbte dann zurück bevor sie ihr Kissen ergriff und wild bei Eins um sich schlug.
G'raha blinzelte bei ihrer Frage, als ihr Gesicht plötzlich so nah vor seinem war.
„Angst?“ Ein amüsiertes Funkeln trat in sein Auge.
„Vor dir?“ Seine Ohren zuckten leicht.
„Ich hatte bisher eher den Eindruck, dass du sehr viel gefährlicher aussiehst, als du tatsächlich bist.“ Doch bevor er mehr sagen konnte, robbte sie zurück und begann bei seinem „Eins!“ wild mit dem Kissen um sich zu schlagen.
„Hey—!“ Er duckte sich gerade noch rechtzeitig. Wusch. Das Kissen sauste über seinen Kopf hinweg.
„Das nennst du einen fairen Kampf?!“ Er lachte und hielt sein eigenes Kissen schützend vor sich. Ein zweiter Schlag traf ihn an der Schulter.
„Uff!“
„Treffer!“ Er grinste.
„Na schön.“ Er ging ein wenig auf Abstand, hob das Kissen und wartete ihren nächsten Angriff ab.
„Dann spielen wir eben nach deinen Regeln.“ Als sie erneut ausholte, wich er zur Seite aus und tippte ihr im Gegenzug sanft mit dem Kissen gegen den Oberarm.
„Konter!“ Sein Schweif wedelte dabei verräterisch hin und her.
„Und nur damit das klar ist...“ Er deutete mit dem Kissen auf sie.
„Wenn du mich tatsächlich beißen solltest, werde ich diesen Kissenkrieg sofort als Selbstverteidigungsmaßnahme einstufen.“ Ein schelmisches Grinsen.
„Aber ich bezweifle, dass du dich das traust, Mietz.“ Er hob das Kissen erneut.
„Oder willst du mir etwa das Gegenteil beweisen?“
„Ich bin viel kleiner als du, irgendein Vorteil muss ich mir ja erkämpfen“, und wedelte wild um sich. Als er dann auf Abstand weiter ging und sie wieder mit den Kissen antippte. Als sie dann seine Zweifel hörte hielt sie inne. Völlig aus der Puste und die Haare total zerzaust. Ohne eine Wort schmiss sie ihr Kissen weg und kroch dann auf Knien wieder zu ihm rüber, aber viel näher als sonst und legte G´raha beide Hände auf die Schultern. “Soll ich dir wirklich das Gegenteil beweisen das ich mich das doch traue?", fragte sie immer noch aus der Puste und schaute ihn mit großen Augen an. "Willst du das wirklich herausfinden?"
G'rahas Lachen verstummte augenblicklich. Mit ihrem Kissen hatte er gerechnet. Mit irgendeinem frechen Konter ebenfalls. Aber nicht damit. Er sah auf ihre Hände an seinen Schultern, dann langsam wieder in ihr Gesicht. Ihr zerzaustes Haar, die geröteten Wangen und der noch etwas schnellere Atem ließen ihn für einen Moment vergessen, dass sie eigentlich gerade mitten in einem Kissenkrieg steckten. Seine Ohren richteten sich aufmerksam auf.
„Mina...“ Diesmal lag kein Spott in seiner Stimme. Ein kleines, beinahe herausforderndes Lächeln erschien dennoch an seinem Mundwinkel.
„Du weißt hoffentlich, dass du gerade eine ziemlich gefährliche Frage stellst.“ Seine Hände blieben zunächst dort, wo sie waren, ohne sie zu berühren. Er hielt ihren Blick.
„Wenn du mich wirklich beißen willst, werde ich dich wohl kaum daran hindern können.“ Eine kurze Pause.
„Aber...“ Sein Auge funkelte.
„Ich glaube, du willst gerade vor allem herausfinden, ob ich vor dir zurückweiche.“ Er neigte den Kopf ein wenig.
„Und darauf kann ich dir eine Antwort geben.“ Ein winziger Schritt näher.
„Nein.“ Seine Stimme wurde leiser.
„Ich weiche nicht zurück.“ Für einen Moment sagte er nichts mehr. Dann hob sich sein Mundwinkel wieder.
„Aber ich werde dich auch nicht dazu auffordern, etwas zu tun, bei dem du dich hinterher unwohl fühlst.“ Sein Blick blieb warm auf ihr liegen.
„Also, gefährliche Mietz...“ Eine kurze Pause.
„Willst du es wirklich herausfinden?“
Er drehte den Spieß also um, interessant. Stieg dann rückwärts von dem Sofa und schubste ihn etwas dabei nach hinten. „Hast du echt gedacht das ich einen Hundertjährigen Knacker beißen würde? Vielleicht ist dein Fleisch gar wabbelig oder geleeartig, brrr“, ging sie bei den Worten rückwärts, hob dann ruckartig das Kissen auf und schleuderte es G´raha ins Gesicht. "Year treffer!" jubelte sie und Hüfte mit beiden armen nach oben gestreckt auf und ab.
G'raha starrte sie einen Herzschlag lang völlig verdattert an. Dann flog ihm das Kissen mitten ins Gesicht.
„Mmph!“ Das Kissen rutschte zu Boden. Er hob langsam den Kopf und sah sie an, während sie jubelnd vor ihm auf und ab hüpfte.
„... Ein hundertjähriger Knacker?“ Sein Auge verengte sich.
„Wabbelig?“ Ein gefährlich ruhiges Lächeln erschien auf seinem Gesicht.
„Geleeartig?!“ Er hob das Kissen vom Boden auf.
„Du hast gerade einen schwerwiegenden Fehler begangen, Mietz.“ Sein Schweif peitschte amüsiert hin und her.
„Ich war bereit, diesen Kissenkrieg mit Würde zu beenden.“ Er stand auf und machte einen Schritt auf sie zu.
„Ich war sogar bereit, dir deinen kleinen Sieg zu gönnen.“ Noch ein Schritt.
„Aber jetzt hast du meine Ehre als Hundertjähriger Knacker beleidigt.“ Er hob das Kissen.
„Das kann ich unmöglich auf mir sitzen lassen.“ Mit einem breiten Grinsen stürmte er auf sie zu und versuchte, ihr das Kissen sanft gegen die Seite zu hauen.
„NIMM DAS!“ Noch ein Hieb.
„Und das ist für das Gelee!“ Ein weiterer.
„Und das für den Knacker!“ Sein Lachen erfüllte den Raum.
„Du wirst diesen Tag noch bereuen!“
Sie hörte auf zu hopsen als er aufstand und fing stattdessen an zu giggeln. Als er dann noch ein zusätzliches Kissen in der Hand hatte und sie merkte das sie völlig unbewaffnet war duckte sie sich lachen. „Ah hilfe, Autsch uff“, und kniete schon fast vor lachen. "Kalt stop ich gebe auf", hob sie hechelnd die Hand. "Du hast - gewonnen", keuchte sie auf alle viere. "Ich - kann - nicht - mehr"
G'raha hielt mitten in der Bewegung inne, als sie keuchend die Hand hob.
„Aufgabe angenommen!“ Er ließ die beiden Kissen sofort sinken und atmete selbst einmal tief durch. Sein Haar war inzwischen mindestens genauso zerzaust wie ihres, und sein Gesicht trug ein breites, erschöpftes Grinsen.
„Meine Güte...“ Er ließ sich auf das Sofa fallen und wischte sich mit einer Hand über die Stirn.
„Ich glaube, ich habe gerade einen schwerwiegenden Fehler begangen.“ Er deutete auf sie.
„Ich habe tatsächlich vergessen, dass ich es mit einer äußerst gefährlichen Mietz zu tun habe.“ Sein Blick wanderte zu ihrem zerzausten Haar.
„Allerdings muss ich zugeben...“ Er begann wieder zu lachen.
„... dein Gesicht gerade ist unbezahlbar.“ Er hob eines der Kissen und legte es demonstrativ neben sich.
„Keine Sorge. Der Kissenkrieg ist offiziell beendet.“ Dann sah er sie an, wie sie noch immer auf allen vieren vor ihm kniete. Sein Ausdruck wurde etwas weicher.
„Alles in Ordnung?“ Er deutete auf das Sofa.
„Komm. Setz dich hin, bevor du mir hier noch zusammenklappst.“ Ein schelmisches Funkeln kehrte in sein Auge zurück.
„Und ich möchte ausdrücklich festhalten, dass ich gewonnen habe.“ Er hob einen Finger.
„Du hast aufgegeben.“ Noch einen.
„Du hast die Worte Ich kann nicht mehr ausgesprochen.“ Und schließlich den dritten.
„Und ich habe dich nicht ein einziges Mal zu Boden gerungen.“ Ein zufriedenes Grinsen.
„Ein ausgesprochen ehrenvoller Sieg.“ Dann betrachtete er ihr zerzaustes Haar erneut.
„Obwohl...“ Sein Mundwinkel zuckte.
„Ich fürchte, wir sehen beide aus, als wären wir gerade von einem Moogle-Schwarm überfallen worden.“
Gackernd stützte sie die unter arme auf den Boden auf und senkte den Kopf, sie hatte schon fast Bauchschmerzen vor lachen. Bevor sie dann völlig fertig zum Sofa kroch und halb mit dem Oberkörper drauf liegen blieb. „Ich kann nicht mehr“, ihre Haare wirr und standen in alle Richtungen ab durch die elektrische Aufladung der Kissen. Deutete dann aufs G´rahas Kopf. "So was würde ich noch nicht mal mit 15 Minuten dauerwuscheln hinbekommen."
G'raha sah erst auf sie, dann auf seinen eigenen Kopf. Er tastete vorsichtig nach seinem Haar. Seine Finger blieben prompt in einem völlig chaotischen Büschel hängen.
„... Oh.“ Er zog eine Strähne nach vorn und betrachtete sie.
„Das ist...“ Er versuchte, eine passende wissenschaftliche Bezeichnung zu finden.
„... bemerkenswert.“ Sein Blick wanderte zu Mina, die halb auf dem Sofa lag und kaum noch Luft bekam vor Lachen.
„Du hast recht.“ Er strich sich über den Kopf, was die Sache nur noch schlimmer machte.
„Das würde vermutlich selbst eine Viertelstunde intensives Wuscheln nicht schaffen.“ Dann sah er sie mit einem breiten Grinsen an.
„Obwohl ich zugeben muss, dass du bereits einmal sehr ambitioniert versucht hast, meine Frisur zu ruinieren.“ Er deutete auf seinen kleinen Zopf.
„Und das Ergebnis war damals erstaunlich...“ Er machte eine Pause.
„... katzenähnlich.“ Sein Schweif zuckte amüsiert. Dann ließ er sich ebenfalls erschöpft gegen die Sofalehne sinken.
„Ich glaube, wir sollten diesen Krieg offiziell für beendet erklären.“ Er betrachtete die überall herumliegenden Kissen.
„Bevor noch jemand auf die Idee kommt, eine dritte Runde anzufangen.“ Sein Blick wanderte wieder zu ihr.
„Und falls du dich morgen über Muskelkater beklagst...“ Ein unschuldiges Lächeln.
„... warne ich dich bereits jetzt davor, mir die Schuld zu geben.“ Er hob einen Finger.
„Du hast mich schließlich herausgefordert.“ Dann betrachtete er noch einmal ihr völlig zerzaustes Haar.
„Wobei...“ Er musste erneut lachen.
„Ich glaube, das hier war die beste Herausforderung, die du mir bisher gestellt hast.“
Schwach hob sie die Hand. „Bin ebenfalls dafür“, als er den Krieg für beendet erklärte. Sie schaute ihn an. „Wer hat mich denn dazu angestiftet Kissenschlacht zu machen?", fragte sie und stützte sich dann mit beiden Armen auf das Sofa um sich hochzuhieven. "Der Muskelkater wird es allemal werd sein. Ich war noch nie kurz davor mir vor lachen ins Höschen zu machen. Hab aber vorher auch noch nie eine Kissenschlacht geführt. Du warst ein würdiger Gegner", schaute sie ihn dann.
G'raha hob bei ihrer Frage unschuldig beide Hände.
„Ich?“ Er setzte eine vollkommen empörte Miene auf.
„Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass du mich noch nie mit einem Kissen beworfen hast.“ Sein Mundwinkel zuckte.
„Du hast daraus eigenständig eine Kriegserklärung gemacht.“ Er ließ sich etwas tiefer in die Sofa lehne sinken und betrachtete sie, wie sie sich mühsam hoch stemmte. Bei ihrem Geständnis musste er wieder leise lachen.
„Dann war es offenbar höchste Zeit, dass du diese Erfahrung nachholst.“ Er sah zu den überall verteilten Kissen.
„Und wenn ich dafür verantwortlich bin, dass du beinahe vor Lachen die Kontrolle verloren hast...“ Sein Grinsen wurde breiter.
„... werde ich das ausnahmsweise als Kompliment betrachten.“ Bei ihren letzten Worten wurde sein Ausdruck etwas stolzer. Er legte sich eine Hand theatralisch auf die Brust.
„Ein würdiger Gegner.“ Dann verneigte er den Kopf ein kleines Stück.
„Das Kompliment gebe ich zurück.“ Sein Blick wanderte über ihre zerzausten Haare.
„Du hast dich ausgesprochen tapfer geschlagen, gefährliche Mietz.“ Er griff nach einem der herumliegenden Kissen und legte es ordentlich neben sich.
„Und obwohl du mich einen hundertjährigen Knacker genannt hast...“ Er sah sie mit einem gespielt beleidigten Blick an.
„... werde ich dir den Sieg über meinen Stolz großzügigerweise verzeihen.“ Ein kurzes Lachen. Dann wurde sein Blick wieder warm.
„Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß.“ Er sah sie einen Moment lang ruhig an.
„Danke dafür, Mina.“
„Ich hatte ebenfalls viel Spaß“, und setzte sich so langsam auf. “Nicht dafür. Soll ich dir wieder deine Haare machen?", fragte sie und schaute sich um. "Du hast doch sicher irgendwo ne Bürste bei den Haaren", bot sie als sie wieder zu atmen gekommen war.
G'raha strich sich mit beiden Händen über den Kopf und betrachtete die widerspenstigen Strähnen, die nach dem Kissenkrieg in alle Richtungen standen.
„Ich fürchte, meine Haare haben gerade endgültig beschlossen, sich meiner Kontrolle zu widersetzen.“ Er zog eine besonders abstehende Strähne zwischen zwei Fingern hervor und betrachtete sie skeptisch.
„Und ja. Irgendwo muss eine Bürste sein.“ Er stand auf und ging zu einem kleinen Schrank, öffnete eine Schublade und wühlte kurz darin.
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sie hier...“ Er hielt inne.
„Ah.“ Mit einem triumphierenden Ausdruck zog er tatsächlich eine Bürste hervor.
„Gefunden.“ Er kam zurück zum Sofa und hielt sie ihr hin.
„Hier.“ Dann setzte er sich mit dem Rücken zu ihr auf die Sofakante und löste vorsichtig seinen kleinen Zopf. Die roten Haare fielen über seinen Rücken und sahen nach dem Kissenkrieg kaum weniger zerzaust aus als zuvor. G'raha warf einen Blick über die Schulter.
„Aber ich warne dich.“ Ein schelmisches Grinsen.
„Wenn du mir wieder irgendwelche Katzenohren in die Frisur machst, werde ich das als bewussten Angriff werten.“ Er wandte sich wieder nach vorn.
„Und diesmal habe ich kein Kissen mehr als Ausrede.“ Ein leises Lachen.
„Also...“ Er deutete auf seine Haare.
„Mach mich wieder vorzeigbar, Mietz.“
Sie war erstaunt wie selbstverständlich er ihr den rücken zudrehte. „He ich hatte nichts anderes da an den Abend als meine Finger, sei mir dankbar das ich das überhaupt gemacht habe“, nahm die Bürste und strich vorsichtig durch sein Haar. "Für eventuelles ziepen mach die Knoten dafür verantwortlich die raus bürsten muss."
G'raha ließ ein leises Lachen hören.
„Oh, ich bin dir durchaus dankbar.“ Er hielt den Kopf etwas stiller, während sie die Bürste vorsichtig durch sein Haar führte.
„Und ich erinnere mich sehr genau daran, dass du damals behauptet hast, ich würde mich nicht über deine Hilfe beschweren dürfen.“ Seine Ohren zuckten leicht, als die Bürste durch eine besonders widerspenstige Stelle glitt.
„Uff...“ Er verzog kurz das Gesicht.
„Ich fürchte, die Knoten haben sich gerade persönlich angesprochen gefühlt.“ Dann entspannte er sich wieder.
„Aber ich vertraue dir.“ Seine Stimme wurde etwas ruhiger.
„Du hast schließlich schon einmal bewiesen, dass du vorsichtig mit meinen Haaren umgehen kannst.“ Ein kleines Schmunzeln.
„Auch wenn du dabei gelegentlich vergisst, dass ich noch einen Kopf auf den Schultern habe.“ Er ließ sie weiter bürsten.
„Und falls es doch ziept...“ Eine kurze Pause.
„... werde ich mich selbstverständlich bei den Knoten beschweren.“ Sein Schweif bewegte sich langsam über den Boden.
„Nicht bei dir.“ Dann schloss er für einen Moment die Augen.
„Das ist übrigens erstaunlich angenehm.“ Seine Stimme wurde leiser.
„Nach diesem Krieg ist es vielleicht genau das, was ich gebraucht habe.“ Ein müdes, zufriedenes Lächeln.
„Eine Bürste, etwas Ruhe...“ Er öffnete ein Auge und sah über die Schulter zu ihr.
„... und meine gefährliche Mietz, die ausnahmsweise einmal versucht, mich nicht zu verhauen.“ Ein kurzes Grinsen.
„Zumindest mit einem Kissen.“
Sie zuckte zusammen als sie bemerkte das es ziepte. „Tschuldigung, ich bin ganz vorsichtig. Denkst du ich weiß als Frau nicht wie kostbar langes Haar ist?“, und nahm sich die nächste Strähne vor diese mit der Bürste vorsichtig zu entwirren. "Und das dein Kopf noch daran hängt bekomme ich gerade sehr deutlich mit", hielt dann aber inne als er sich zur ihr umdrehte und wieder dieses Wort benutzte. Meine.
Sie räusperte sich und fuhr dann fort die Bürste durch sie Haare zu striegeln. "Bitte danke schön sehr gerne", antwortete sie.
G'raha bemerkte ihren kurzen Moment des Zögerns, sagte aber nichts dazu. Stattdessen wandte er den Blick wieder nach vorn und ließ sie in Ruhe weiterarbeiten.
„Ich weiß.“ Seine Stimme war ruhig und ein wenig amüsiert.
„Und ich glaube dir, dass du vorsichtig bist.“ Er ließ den Kopf leicht nach vorn sinken, damit sie besser an die widerspenstigen Stellen herankam.
„Und ja...“ Ein leises Lachen.
„Ich bin ausgesprochen froh, dass mein Kopf noch dort sitzt, wo er hingehört.“ Seine Ohren zuckten leicht.
„Du hast schließlich bereits mehrfach angedeutet, dass du mir allerhand antun könntest.“ Eine kurze Pause.
„Dauerwelle. Kissenkrieg. Haarwuscheln...“ Er zählte die Dinge an den Fingern auf.
„Ich beginne langsam zu verstehen, warum ich bei dir besser aufpassen sollte.“ Dann entspannte er sich wieder, während sie weiter bürstete.
„Aber das hier...“ Er schloss die Augen.
„... ist wirklich angenehm.“ Sein Ton wurde leiser.
„Danke.“ Für einige Augenblicke sagte er nichts mehr. Dann öffnete er ein Auge und grinste leicht.
„Und bevor du wieder behauptest, ich sei ein verwöhnter Kater...“ Sein Schweif bewegte sich langsam hin und her.
„... ich werde mich heute ausnahmsweise nicht beschweren.“ Eine kleine Pause.
„Nicht einmal über die Knoten.“
„Du sagst immer das du bei mir besser aufpassen solltest, tust es aber doch nicht. Machst du das mit Absicht?“, fragte sie und lugte kurz über seine Schulter. Außerdem nach einen Krieg ist erst mal Wunden versorgen angesagt, das macht man doch so oder? Und ich behandel sie gerade.“
G'raha hob bei ihrer Frage leicht eine Augenbraue, obwohl sie das von hinten vermutlich kaum sehen konnte.
„Mache ich das absichtlich?“ Er dachte einen Moment darüber nach, während die Bürste wieder sanft durch eine Strähne glitt.
„Vielleicht.“ Ein kleines, verräterisches Grinsen erschien.
„Oder ich habe inzwischen einfach festgestellt, dass es ziemlich schwierig ist, bei dir ständig auf der Hut zu sein.“ Er drehte den Kopf ein wenig zur Seite.
„Du bist schließlich erstaunlich schnell darin, mich zu überraschen.“ Dann ließ er den Kopf wieder nach vorn sinken.
„Und was deine medizinische Versorgung nach dem Krieg betrifft...“ Er hob eine Hand, als würde er eine offizielle Erklärung abgeben.
„Da kann ich natürlich nicht widersprechen.“ Ein amüsiertes Schnauben.
„Eine Heilerin muss sich schließlich um die Verletzten kümmern.“ Er deutete auf seinen Arm.
„Ich hätte da übrigens eine ganz furchtbare Verletzung.“ Eine dramatische Pause.
„Hier.“ Er zeigte auf eine Stelle, an der ihn eines der Kissen nur leicht getroffen hatte.
„Schwer getroffen.“ Sein Ton wurde todernst.
„Ich befürchte, ich benötige dringend fachkundige Behandlung.“ Dann sah er über die Schulter zu ihr.
„Aber ich warne dich.“ Ein schelmisches Funkeln.
„Wenn du mich jetzt tatsächlich behandelst, könnte ich auf die Idee kommen, dass ein gewisser Kater nach jedem Kissenkrieg eine professionelle Nachsorge benötigt.“ Er grinste.
„Rein medizinisch natürlich.“
Sie schaute auf seinen Arm den er hochhielt und dann kurz zu ihm bevor sie schelmisch grinste. „Willst du liebe eine schiene oder doch einen Verband?“, fragte sie und pustete dann auf die Stelle auf die er gezeigt hatte, bevor sie mit einer Hand sachte drüber streichelt. "Willst du auch noch ein Bussi auf das Auawehweh haben?", fragte sie ohne groß über ihre Worte nachzudenken.
G'raha sah erst auf die Stelle an seinem Arm, dann zu ihr. Bei ihrem schelmischen Grinsen wusste er offenbar sofort, dass sie ihn aufziehen wollte.
„Hmm...“ Er tat, als würde er ernsthaft über die Behandlungsmöglichkeiten nachdenken.
„Eine Schiene wäre vermutlich übertrieben.“ Er hob den Arm prüfend.
„Ein Verband hingegen...“ Dann pustete sie auf die Stelle und strich sanft darüber. G'rahas Ohren zuckten. Sein Gesicht nahm für einen Moment einen Ausdruck an, als hätte er gerade vergessen, was er eigentlich sagen wollte.
„... könnte angemessen sein.“ Bei ihrer Frage nach dem „Bussi auf das Auawehweh“ blinzelte er. Einmal. Zweimal. Dann erschien langsam ein Grinsen.
„Ein Bussi?“ Er sah sie mit einem ausgesprochen verdächtigen Funkeln an.
„Nach dieser äußerst professionellen Erstversorgung?“ Er hielt ihr seinen Arm noch ein kleines Stück entgegen.
„Nun...“ Eine kurze Pause.
„Wenn du als Heilerin zu dem Schluss kommst, dass es medizinisch notwendig ist, werde ich mich wohl kaum gegen eine derart wichtige Behandlung stellen.“ Sein Schweif zuckte amüsiert.
„Ich vertraue da ganz auf dein fachliches Urteil.“ Dann hob er eine Augenbraue.
„Aber ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich mich nicht beschweren werde, falls die Behandlung überraschend wirksam ist.“ Ein kleines Lächeln.
„Also, Frau Heilerin...“ Er hielt still.
„Wie lautet deine Diagnose?“
Sie war überrascht das er nicht ablehnte, schon fast regelrecht überrumpelt das er um ihre fachliche Meinung fragte. Im ersten Moment total überfordert. Sollte sie, sollte sie nicht? Schnell drückte sie ihm ein Schmatzer auf die Stelle bevor sie sich hinter seinen rücken zurück zog. Ihre Wangen brannten. Und starrte hochfasziniert auf G´rahas Haar welches sie weiter bürstete.
G'raha erstarrte für einen kurzen Moment, als sie ihm tatsächlich einen kleinen Kuss auf die Stelle gab. Seine Ohren klappten überrascht nach hinten. Dann zog sie sich bereits wieder hinter ihn zurück und widmete sich mit einer auffälligen Hingabe seinen Haaren. Ein leises Lachen entwich ihm.
„Nun...“ Er betrachtete seinen Arm.
„Die Behandlung war erstaunlich schnell.“ Sein Mundwinkel hob sich.
„Und ich muss zugeben...“ Er strich mit den Fingern kurz über die Stelle.
„... das Auawehweh scheint tatsächlich verschwunden zu sein.“ Er drehte den Kopf ein wenig, ohne sie ganz anzusehen.
„Eine ausgesprochen kompetente Heilerin.“ Seine Stimme klang amüsiert, doch er ließ die Neckerei ungewöhnlich sanft ausfallen. Dann wandte er sich wieder nach vorn.
„Ich werde mir deine Behandlungsmethode jedenfalls merken.“ Eine kurze Pause.
„Für den Fall, dass ich mir beim nächsten Abenteuer wieder eine schwere Verletzung zuziehe.“ Sein Schweif schwang leicht.
„Allerdings...“ Er ließ den Satz einen Moment offen.
„... werde ich mich wohl daran gewöhnen müssen, dass du mich nach jedem kleinen Kratzer erst untersuchst, dann ausschimpfst und anschließend küsst, damit ich mich nicht beschwere.“ Ein leises Schmunzeln.
„Ein gefährliches Behandlungsschema.“ Dann spürte er, wie die Bürste erneut durch sein Haar glitt.
„Aber ich glaube, ich könnte mich daran gewöhnen.“ Seine Stimme wurde leiser.
„Sehr sogar.“
„Wenn du deine Freundin hast kann sie das ja dann übernehmen, ich meine das weg- küssen", sage sie, ihr Gesicht brannte wie feuer, eine Wunder das aus ihre Ohren kein Dampf entwich. Eigentlich war sie schon lange fertig mit dem entwirren aber sie bürstete fleißig weiter, versuchte ihre Gesichtsfarbe wieder unter Kontrolle zu bekommen. G'raha durfte sich jetzt um keinen preis umdrehen, wie peinlich. Das er das lockerer hinnahm lag wohl daran das er sie nur als Freundin sah.
G'raha wurde bei ihren Worten still. Die Bürste glitt weiter durch sein inzwischen längst entwirrtes Haar, doch er bemerkte durchaus, dass sie immer wieder dieselben Strähnen bearbeitete.
„Meine... Freundin.“ Er wiederholte die Worte leise, beinahe nachdenklich. Dann drehte er sich nicht um. Stattdessen ließ er den Blick auf seine Hände sinken.
„Mina.“ Seine Stimme war sanft.
„Du musst dich nicht hinter meinen Haaren verstecken.“ Ein kleines Schmunzeln.
„Auch wenn ich zugeben muss, dass sie gerade einen ausgezeichneten Sichtschutz abgeben.“ Er hob leicht eine Hand, berührte aber nicht die Bürste.
„Und was diese Frau betrifft...“ Eine kurze Pause.
„Du gehst offenbar noch immer davon aus, dass sie bereits meine Freundin ist.“ Er schüttelte langsam den Kopf.
„Das ist sie nicht.“ Seine Stimme blieb ruhig.
„Ich habe dir doch gesagt, dass die Sache kompliziert ist.“ Er ließ einen Moment verstreichen.
„Ich empfinde etwas für sie. Das stimmt.“ Dann wurde sein Ton etwas nachdenklicher.
„Aber Gefühle zu haben und mit jemandem eine Beziehung zu führen, sind zwei verschiedene Dinge.“ Er sah schließlich ein wenig über seine Schulter, ohne sich ganz umzudrehen.
„Und ich würde es ausgesprochen unfair finden, von dir zu erwarten, dass du dich deshalb ständig zurückhältst oder dich selbst klein machst.“ Sein Blick fiel kurz auf die Bürste.
„Vor allem nicht, wenn du gerade dabei bist, mir die Haare zu bürsten, obwohl sie längst fertig sind.“ Ein warmes, leicht schelmisches Lächeln.
„Du kannst übrigens aufhören.“ Eine Pause.
„Ich werde mich nicht umdrehen und dich auslachen.“ Seine Ohren zuckten amüsiert.
„Versprochen, Mietz.“
„Ich mach mich gar nicht klein und und halt mich zurück. Wie soll ich sie denn sonst nennen?“, fragte sie und duckte sich etwas als er doch etwas zur Seite blickte. Mist er hatte es bemerkt das sie längst fertig war. Als er dann sagte das sie aufhören konnte hopste sie wie von der Tarantel gestochen auf und schmiss G'raha die Bürste über die Schulter in den Schoß. “Ich muss dann gehen, und futter nicht alle Küchlein alleine auf", und schlüpfte dann eiligst aus der Tür. Sie hatte noch nicht mal G´raha die Haare zusammen gebunden. So eilig hatte sie.
G'raha fing die Bürste reflexartig auf seinem Schoß auf und blinzelte zur Tür.
„Mina—“ Doch da war sie schon verschwunden. Die Tür fiel ins Schloss. Für einige Sekunden saß er einfach nur da. Dann sah er auf die Bürste in seiner Hand. Und anschließend auf sein völlig offenes, zerzaustes Haar.
„... Sie hat mich tatsächlich mit offenen Haaren sitzen lassen.“ Ein ungläubiges Lächeln schlich sich auf sein Gesicht. Er strich sich mit der freien Hand durch die roten Strähnen und musste leise lachen.
„Und die Hälfte meiner Küchlein hat sie mir auch noch dagelassen.“ Sein Blick wanderte zum Korb. Doch das Lächeln wurde nachdenklicher, als ihm ihre überstürzte Flucht wieder einfiel. Er erinnerte sich an ihre glühenden Wangen. An das hektische Bürsten. An ihre Worte über die andere Frau. Und an die Art, wie sie sich hinter seinem Rücken versteckt hatte. G'raha ließ die Bürste langsam sinken.
„Wie soll sie sie sonst nennen...“ Er wiederholte ihre Frage leise. Eine Weile saß er schweigend da. Dann lehnte er den Kopf gegen die Sofalehne und schloss kurz das Auge.
„Vielleicht hätte ich deutlicher sein sollen.“ Ein leises Seufzen. Er nahm eines der Küchlein aus dem Korb und betrachtete es.
„Aber zuerst sollte ich wohl herausfinden, warum meine gefährliche Mietz plötzlich vor mir davonläuft.“ Er biss hinein. Nach kurzem Kauen nickte er zufrieden.
„Immerhin hat sie mir genug Proviant für die Nachforschungen hinterlassen.“ Ein kleines Grinsen.
„Rein wissenschaftlich natürlich.“ Doch diesmal konnte selbst er sich nicht ganz davon überzeugen.
Sie rannte als wäre der Teufel höchst persönlich hinter ihr her sobald sich die Fahrstuhltüren zum Foyer öffneten und sie die lange Brücke entlang hastete, bis ihr die Seiten stachen und sie sich außer Atem hinsetze. Keuchend hielt sie sich die Seiten und schaute zu dem hohen Wohnkomplex. Teufel was war da drin geschehen? Keuchend lies sie alles nochmal vor ihren geistigen Auge Revue passieren. Sie konnte immer noch seinen Arm den er um sie gelegt hatte fühlen, seinen warmen Atem, seine leise stimme.... verdammt. Das musste aufhören! Sie merkte wie sie immer mehr gefährlich nahe dem Abgrund zu schlitterte. Sie musste sich dringend was einfallen lassen. Noch immer etwas aus der Puste stand sie dann auf um nach hause zu gehen.
Während Mina sich von dem Wohnkomplex entfernte, blieb in G'rahas Wohnung eine ungewöhnliche Stille zurück. Er saß noch immer auf dem Sofa. Die Bürste lag neben ihm, seine roten Haare fielen offen über seine Schultern, und vor ihm stand der Korb mit den Küchlein. Doch von dem süßen Gebäck nahm er gerade kaum Notiz. Sein Blick ruhte auf der geschlossenen Tür.
„Sie ist davongelaufen.“ Er sagte es leise, beinahe ungläubig. Natürlich war Mina schon öfter plötzlich aufgebrochen. Aber diesmal hatte es sich anders angefühlt. Viel zu hastig. G'raha strich sich über den Mundwinkel und dachte zurück. An ihre Reaktion auf seine Worte. An den Kuss auf seinen Arm. An ihre glühenden Wangen. Und vor allem an ihre Frage. Wie soll ich sie denn sonst nennen? Er lehnte sich zurück und schloss für einen Moment die Augen.
„Was genau geht in diesem kleinen Kopf nur vor...“ Ein leises, nachdenkliches Seufzen. Er hatte ihre Verlegenheit bemerkt. Natürlich hatte er sie bemerkt. Aber er hatte sie nicht weiter bedrängen wollen. Vielleicht war genau das der Fehler gewesen. Oder vielleicht... Sein Blick wanderte zu dem Korb.
„... habe ich etwas übersehen.“ Er nahm eines der Küchlein und biss hinein. Nach wenigen Sekunden verzog sich sein Gesicht leicht.
„Sie sind wirklich gut.“ Ein kleines Lächeln. Dann wanderte sein Blick wieder zur Tür.
„Und sie hat nicht einmal meinen Zopf fertig gemacht.“ Er griff nach seinem Haar und versuchte selbst, die Strähnen zu einem Zopf zusammenzufassen. Das Ergebnis war eher mäßig.
„Das hätte sie jetzt vermutlich besser hinbekommen.“ Er musste leise lachen. Doch das Lächeln hielt nicht lange. Denn irgendwo in seinem Inneren nagte ein Gedanke. Du weißt doch längst, dass etwas nicht stimmt. G'raha legte das Küchlein zurück.
„Mina.“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Er wusste nicht, was sie bedrückte. Nicht, was sie ihm verschwieg. Und noch weniger wusste er, warum sie plötzlich so sehr davor zurückschreckte, ihm nahe zu sein. Aber eines wusste er inzwischen ziemlich sicher: Er wollte nicht einfach so tun, als hätte er es nicht bemerkt. Nicht, wenn sie ihm inzwischen tatsächlich so wichtig geworden war. Er nahm die Bürste wieder in die Hand und betrachtete sie einen Moment. Dann musste er unwillkürlich lächeln.
„Beim nächsten Mal lasse ich sie jedenfalls nicht so einfach davonkommen.“ Eine kurze Pause.
„Zumindest nicht, ohne mich zu verabschieden.“ Er lehnte sich zurück. Und irgendwo zwischen den Gedanken an Mina und den viel zu vielen Küchlein begann sich ein Verdacht zu formen, den er selbst noch nicht ganz auszusprechen wagte.