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6. Eine kleine Welt

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6. Eine kleine Welt

Mina beobachtete die Unterhaltung der vier wie ein Matsch. Und fing dann an zu lachen. Etwas das sie seit Wochen nicht mehr gemacht hatte. "Ihr seit ja ne lustige Truppe." Ihre Augen waren immer noch und verquollen vom weinen, aber sie lachte. "Ich bin aus einem Cafe gekommen, es hat noch offen", schlug sie vor während sich alle in Bewegung setzten. Und Mina lief brav neben Graha her.

Alisaie sah zu Mina hinüber und grinste. „Das höre ich nicht zum ersten Mal.“

„Alisaie“, kam es von Alphinaud.

„Was denn? Ist doch wahr.“

Y'shtola ging auf der anderen Seite von Mina und warf ihr einen kurzen Blick zu. Die roten, verquollenen Augen entgingen ihr natürlich nicht.

Doch sie kommentierte es nicht.

Stattdessen sagte sie trocken: „Ein Café klingt vernünftig.“

„Sehr vernünftig“, stimmte Alisaie sofort zu. „Vor allem, wenn Mina tatsächlich neunzig Prozent Kaffee im Blut hat.“

G'raha sah zu Mina. „Ich hatte angenommen, das sei eine Übertreibung.“

Er musterte sie kurz. „Nach allem, was ich inzwischen weiß, bin ich mir da nicht mehr so sicher.“

Ein leises Lachen entwich ihm.

Mina lief inzwischen direkt neben ihm.

Für einen Moment war G'raha versucht, etwas zu sagen.

Etwas über ihre Begegnung.

Über die letzten Wochen.

Über das, was zwischen ihnen gerade passiert war.

Aber dann sah er, dass sie tatsächlich lachte.

Nicht dieses gezwungene Lächeln von vorhin.

Ein echtes Lachen.

Und er beschloss, diesen Augenblick nicht mit schweren Worten zu belasten.

Stattdessen fragte er: „Du hast gerade gesagt, das Café hätte noch geöffnet?“

Er deutete mit dem Kopf in Richtung der Straßen. „Dann sollten wir diese Gelegenheit wohl nutzen.“

Alphinaud nickte. „Eine ausgezeichnete Idee.“

Alisaie lief ein Stück voraus. „Ich hoffe, die haben Kuchen.“

G'raha sah zu ihr. „Du hast vor zehn Minuten noch gesagt, du wolltest nichts essen.“

„Ich habe meine Meinung geändert.“

Y'shtola schüttelte den Kopf. „Eine erstaunliche Fähigkeit.“

Mina konnte inzwischen kaum noch anders, als wieder zu lachen.

G'raha sah kurz zu ihr.

Sein Lächeln wurde weicher. „Da ist es.“

„Was?“, fragte Alphinaud.

G'raha schüttelte den Kopf. „Nichts.“

Doch Mina wusste vermutlich genau, was er meinte. Ihr Lachen.

Nach Wochen, in denen es kaum noch da gewesen war.

Und während sie weitergingen, streifte G'rahas Hand ganz leicht ihre.

Nur für einen Moment.

Er zog sie nicht zurück.

Aber er machte auch keinen weiteren Versuch.

Er ließ es ihr überlassen, ob sie diese kleine Nähe zulassen wollte.

Hinter ihnen beobachtete Y'shtola die beiden.

Alisaie beugte sich zu ihr. „Du hast es gewusst, oder?“

Y'shtola hob eine Augenbraue. „Was genau?“

„Dass die beiden so…“ Alisaie machte eine hilflose Bewegung zwischen Mina und G'raha.

Y'shtola lächelte kaum merklich. „Ich habe eine Vermutung.“

„Und?“

„Sie müssen es selbst herausfinden.“

Alisaie seufzte. „Das wird lange dauern.“

„Sehr wahrscheinlich.“

Alphinaud, der das Gespräch mitbekommen hatte, schüttelte amüsiert den Kopf. „Ich fürchte, du hast recht.“

Vor ihnen öffnete sich bereits die Tür des Cafés.

Eine kleine Glocke über dem Eingang klingelte.

G'raha hielt Mina die Tür auf. „Nach dir.“

Sein Blick traf ihren.

Und diesmal lag darin keine Unsicherheit.

Nur eine stille Einladung.

Bleib.

Entspannt lief sie neben Graha her. "Ja Alisaie sie habend auch Kuchen", sagte sie und kicherte. "Himmel was habt ihr alles über mich gelästert. Hört sich an als wäre Gesprächsthema Nummer eins. So interessant bin ich doch gar nicht", und ihr Herz flatterte als sie das sachte streifen von Grahas Hand bemerkte. Hatte sie sich das eingebildet? Unauffällig blickte sie zwischen ihnen, nein seine Hand war keine 5 Millimeter von ihrer Entfernt. Sie versuchte ihr Herz wieder zu beruhigen. Ok das war sicher nur zufall, nichts weiter. Interpretiere da nicht zu viel rein, mahnte sie sich im stillen. Aber sie konnte nicht unterdrücken G’raha einen liebevollen Blick zu schenken als er ihr die Tür aufhielt und sie an ihn vorbeiging ins Cafe.

Alisaies Ohren stellten sich bei dem Wort Kuchen sofort auf. „Ich wusste, dass ich dich mag.“

Alphinaud seufzte. „Du magst jeden, der Kuchen erwähnt.“

„Das ist eine völlig vernünftige Eigenschaft.“

Y'shtola schüttelte amüsiert den Kopf, während sie das Café betraten. „Und nein, Mina. Du bist nicht Gesprächsthema Nummer eins.“

Sie machte eine kurze Pause. „Nicht immer.“

Alisaie prustete los. „Y'shtola!“

„Was denn? Ich habe lediglich die Wahrheit gesagt.“

G'raha, der hinter Mina durch die Tür trat, hob leicht eine Augenbraue.

„Ich glaube, ich sollte mich an dieser Stelle verteidigen.“

Alisaie drehte sich sofort zu ihm um. „Das kannst du gerne versuchen.“

„Ich habe nie behauptet, dass Mina nicht interessant wäre.“

„Das habe ich auch nicht gesagt.“

„Aber du hast es angedeutet.“

„Vielleicht.“

G'raha seufzte gespielt ergeben und wandte sich schließlich Mina zu. „Allerdings muss ich zugeben, dass ich vermutlich selbst einen nicht unerheblichen Anteil daran hatte.“

Er zog einen Stuhl für sie zurück. „Du bist durchaus häufiger Thema geworden.“

Alphinaud setzte sich ihm gegenüber und lächelte. „Das stimmt.“

G'rahas Ohren zuckten. „Alphinaud.“

„Was? Es ist doch wahr.“

Y'shtola nahm ruhig Platz. „Du hast uns schließlich regelmäßig von euren Unternehmungen erzählt.“

G'raha wurde sichtbar verlegen. „Ich habe lediglich erwähnt, was wir gemacht haben.“

Alisaie setzte sich neben ihren Bruder. „Du hast erwähnt, dass sie Kaffee liebt.“

„Das ist keine besonders außergewöhnliche Information.“

„Du hast erwähnt, dass sie dich beim Baden beinahe ertränkt hat.“

G'rahas Augen wurden groß. „Das habe ich so nicht formuliert.“

„Du hast erwähnt, dass sie dich mit einem Kissen angegriffen hat.“

„Das war gegenseitig.“

„Und dass sie dir die Haare gebürstet hat.“

G'raha verstummte.

Seine Ohren wurden langsam rot.

Y'shtola nahm seelenruhig ihre Speisekarte. „Ich glaube, an diesem Punkt sollte ich Mina vielleicht warnen, dass wir noch nicht einmal bei den interessanteren Geschichten angekommen sind.“

Alisaie grinste breit. „Oh, da gibt es noch mehr?“

„Alisaie.“ G'raha ließ sich schließlich auf seinen Stuhl sinken und vergrub kurz das Gesicht in einer Hand. „Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Unterhaltung zunehmend gegen meine Interessen arbeitet.“

Mina konnte deutlich sehen, dass er versuchte, seine Verlegenheit zu überspielen.

Und trotzdem huschte sein Blick immer wieder zu ihr.

Als hätte er ihre Anwesenheit noch nicht ganz verarbeitet.

Als sie schließlich saß, setzte er sich neben sie.

Nicht gegenüber.

Neben sie.

Zwischen ihren Händen auf dem Tisch blieb nur wenig Abstand.

G'raha bemerkte ihren Blick.

Seine Finger bewegten sich kurz.

Dann legte er seine Hand einfach auf den Tisch.

Neben ihre.

Nicht auf ihre.

Aber nahe genug, dass ihre kleinen Finger sich beinahe berührten.

Diesmal sah er sie nicht an.

Er tat so, als würde er die Karte studieren.

„Also“, sagte er betont sachlich, „welchen Kuchen würdest du empfehlen?“

Alisaie sah zwischen den beiden hin und her. Dann grinste sie.

Y'shtola bemerkte es ebenfalls. Und obwohl sie nichts sagte, verriet der kleine Zug um ihre Mundwinkel, dass sie sehr wohl verstanden hatte, was gerade passierte.

G'raha dagegen blätterte seelenruhig weiter in der Karte. Nur sein Schweif verriet ihn. Er bewegte sich langsam und zufrieden hinter seinem Stuhl hin und her.

Völlig verdattert und überfordert wohl auch etwas beobachtete sie den Gesprächsabklatsch zwischen den 4en. Man konnte schon nach kurzer zeit sehen das die 4 schon ein eingespieltes Team waren und sich wohl auch ohne Worte verstanden. So langsam verstand sie was G’raha meinte das alles auf einmal etwas schwerer kost wäre für das erste treffen. Aber sie freute sich. Zu sehen wie eng sie miteinander waren und wie ihre kleine Familie Funktionierte. Als sie sich setztre und wohl die richtig interessanten Sachen von ihr noch gar nicht erwähnt wurden ruckte Mina mit klopft zu G’raha mit einem Blick welcher sagte: Was wissen die bitte nicht von mir?

Und wieder brachte er sie aus dem Takt, als er sich neben sie setzte als sie platz genommen hatte. Ihre Finger nur Millimeter voneinander entfernt waren. Sie versuchte das aufkommende Kribbeln in ihren Bauch zu unterdrücken. Keine Panik er will einfach nur nicht das ich plötzlich wieder abhaue. Sagte sie sich im stillen um diese Situation zu erklären.

Fahrig griff sie ebenfalls zur Karte und hielt sich an dieser fest. "Was ich empfehlen würde? Also der Rolandbeerenkuchen schmeckt hier sehr fruchtig und lecker", antwortete sie. "Ach habt ihr überhaupt etwas von den Küchlein abbekommen oder hat er die alle alleine vernichtet?", fragte sie in die Runde über die Karte.

Auch ihr Schweif schwang leicht hin und her hinter ihr.

Alisaie hob sofort eine Hand. „Ah! Küchlein!“

Alphinaud sah seine Schwester an. „Du hast gerade erst nach Kuchen gefragt.“

„Das hier ist etwas anderes.“

„Inwiefern?“

„Küchlein sind kleiner. Man kann mehr davon essen.“

Y'shtola schloss kurz die Augen. „Eine bemerkenswerte Logik.“

G'raha hingegen warf Mina einen ertappten Blick zu. „Ich möchte zu meiner Verteidigung sagen, dass ich nicht alle gegessen habe.“

Alisaie grinste. „Das stimmt. Einige waren noch da, als wir gegangen sind.“

„Danke, Alisaie.“

„Ich glaube, er hat ungefähr zwei Drittel gegessen.“

G'rahas Ohren klappten leicht nach hinten. „Es waren ein paar mehr als zwei.“

Alphinaud lachte leise. „Ich glaube, wir haben damit die Frage beantwortet.“

Mina konnte deutlich sehen, wie G'raha sie von der Seite musterte.

„Und bevor du jetzt denkst, ich hätte deinen Rat völlig ignoriert...“

Er hob einen Finger. „Ich habe tatsächlich eines aufgehoben.“

Er machte eine kurze Pause. „Das mit der Himbeerfüllung.“

Sein Blick wurde etwas wärmer. „Für später.“

Alisaie sah zwischen den beiden hin und her. „Oh.“

Alphinaud bemerkte ihren Gesichtsausdruck. „Was?“

„Nichts.“

„Alisaie.“

„Ich habe wirklich nichts gesagt.“

Y'shtola nahm ihre Karte zur Hand. „Du hast nur sehr laut oh gesagt.“

„Das war ein neutrales Oh.“

„Natürlich.“

G'raha ignorierte die drei inzwischen geflissentlich und wandte sich Mina zu. „Rolandbeerenkuchen also.“

Er blickte auf die Speisekarte. „Dann nehme ich vermutlich denselben.“

Ein kurzer Blick zu ihr. „Wenn du ihn empfiehlst, kann er nicht schlecht sein.“

Sein kleiner Finger bewegte sich dabei kaum merklich auf dem Tisch.

Nur ein winziger Abstand trennte ihn noch von ihrem.

Und diesmal sah es nicht ganz nach Zufall aus.

Doch bevor Mina sich weiter etwas zusammenreimen konnte, beugte sich Alisaie über den Tisch.

„Also, Mina.“ Ihre Augen funkelten neugierig. „Was genau hat G'raha uns eigentlich nicht erzählt?“

G'raha erstarrte. „Alisaie.“

„Was denn? Sie hat doch gerade diesen Blick gemacht.“

Alphinaud hob eine Augenbraue. „Welchen Blick?“

Alisaie deutete auf Mina. „Den Was-zur-Hölle-habt-ihr-über-mich-erzählt-Blick.“

Y'shtola schmunzelte. „Eine durchaus berechtigte Frage.“

G'raha ließ den Kopf leicht sinken. „Ich fürchte, ich habe mich gerade selbst in eine sehr unangenehme Situation gebracht.“

„Das hast du“, bestätigte Y'shtola trocken.

„Danke.“

„Gern.“

Alisaie grinste Mina an. „Keine Sorge. Wir wollen dich nicht ausfragen.“ Kurze Pause. „Na gut. Ich vielleicht ein bisschen.“

Alphinaud stöhnte. „Alisaie.“

„Ich bin neugierig!“

G'raha sah Mina an und murmelte: „Und jetzt verstehst du vermutlich, warum ich von einem etwas... schwierigen ersten Treffen gesprochen habe.“

Sein Blick blieb einen Moment länger auf ihr liegen.

Dann huschte ein kleines Lächeln über sein Gesicht. „Aber ich bin froh, dass du hier bist.“

Und diesmal sagte er es ganz selbstverständlich.

Als wäre ihre Anwesenheit inzwischen wieder etwas, das er nicht mehr missen wollte.

Fragend blickte sie G’raha an. "Was für eine Himbeerfüllung? Das waren alles Schokoküchlein. Ist er zu oft gegen die Wand gelaufen?", fragte sie mit dem Finger auf G’raha zeigend. Und als sie merkte das sein kleiner Finger immer wieder zuckte zwang sie sich erst recht dazu ruhig zu bleiben und nicht an die Decke zu hopsen. DAS hat nichts zu bedeuten, redete sie sich abermals ein. Wandte sich dann aber G’raha zu als er sie ansprach und direkt ansah. Erst als Alisaie sie ansprach löste sie ihre Augen von ihm. "Ich - ähm weiß nicht. Ich bin gar nicht so interessant", und blickte wieder zu G’raha. "Ja ich muss gestehen ich bin ein klein wenig überfordert", gestand sie und ihr Blick verankerte sich wieder mit seinen Roten Augen. "Aber ich glaube daran kann ich mich mit der Zeit gewöhnen."

G'rahas Gesicht war bei ihrer Bemerkung über die Himbeerfüllung geradezu köstlich anzusehen.

„...Schokolade?“

Er blickte Mina an.

Dann auf die Tischplatte.

Dann wieder zu Mina. „Dann habe ich offenbar tatsächlich etwas durcheinandergebracht.“

Alisaie grinste sofort. „Zu oft gegen die Wand gelaufen?“

„Das war eine einmalige Angelegenheit.“

„Du hast mir nie erzählt, welche Wand.“

„Weil es nicht relevant war.“

Alphinaud schüttelte amüsiert den Kopf. „Ich glaube, wir sollten ihn nicht weiter zu seinen kulinarischen Fehlentscheidungen befragen.“

Y'shtola sah G'raha über den Rand ihrer Karte hinweg an. „Oder zu seinen Gedächtnislücken.“

„Ich habe keine Gedächtnislücken.“

„Natürlich nicht.“

G'rahas Ohren zuckten.

Mina konnte beinahe sehen, wie er sich innerlich geschlagen gab.

„Gut.“

Er wandte sich wieder ihr zu. „Dann nehme ich den Schokoladenkuchen.“

Ein kleines Schmunzeln. „Und sollte ich mich wieder irren, darfst du mich offiziell für verrückt erklären.“

Als sie dann zugab, dass sie etwas überfordert war, wurde sein Gesicht sofort sanfter.

„Das verstehe ich.“

Sein Blick blieb in ihren grünen Augen hängen. „Es ist schließlich nicht gerade ein kleines Grüppchen.“

Alisaie hob eine Augenbraue. „Wir sind sehr umgänglich.“

„Du bist laut“, korrigierte Alphinaud.

„Das gehört zu meinem Charme.“

„Das sagst zumindest du.“

Y'shtola nahm einen Schluck von ihrem Tee. „Ihr werdet euch daran gewöhnen.“

G'raha sah wieder zu Mina. „Und wenn es dir zu viel wird, sag es einfach.“

Sein kleiner Finger berührte dabei ganz leicht ihren.

Nur einen winzigen Augenblick.

Diesmal zog er ihn nicht sofort zurück.

Stattdessen sah er sie an.

Keine Ausrede.

Kein Zufall.

Ein kleines, warmes Lächeln.

„Du musst dich hier nicht verstellen.“

Er ließ seinen Finger ganz ruhig neben ihrem liegen. „Und du musst auch nicht versuchen, alles auf einmal zu verstehen.“

Seine Stimme wurde etwas leiser. „Ich glaube, wir haben beide schon genug versucht, Dinge zu verstehen, die wir einfach hätten fragen sollen.“

Y'shtolas Mundwinkel zuckten.

Alisaie sah zwischen den beiden hin und her.

Alphinaud bemerkte ihren Blick und seufzte bereits.

„Sag nichts.“

„Ich habe gar nichts gesagt.“

„Dein Gesicht sagt genug.“

G'raha ignorierte die beiden.

„Also.“ Er deutete auf ihre Karte. „Schokoladenkuchen für mich.“

Dann sah er sie an. „Und du?“

Ein winziger Funke seines alten, neckenden Ausdrucks kehrte zurück. „Oder bist du gerade zu sehr damit beschäftigt, dich daran zu gewöhnen, dass wir tatsächlich existieren?“

Nur mit äußerste Willenskraft löste sie ihren Blick von Graha. "Okey jetzt kein Rolanbeerenkuchen mehr. Du hast eine Sprunghafte Entscheidung", das hatte sie am eigenen Leib zu spüren bekommen. Was passierte hier gerade? "Ich denke mal wenn ich Physisch etwas besser aufgestellt bin, kann ich auch bei diesen gekabbel mitmachen", und schaute immer wieder von einem zum anderen. Und schluckte als G’rahas Finger ihren berührte, nur eine kleine sachte Berührung mehr nicht. Und doch war sie so viel mehr. Die stelle wo sich ihre Finger aufeinandertrafen strahlte eine wärme und für ihren Körper Stromstöße aus die durch ihren ganze Körper flossen. Doch sie versuchte so ruhig zu bleiben wie es ging. "Ich? Oh, äh - Kaffee."

G'raha hob bei ihrer Bemerkung über seine „sprunghafte Entscheidung“ gespielt beleidigt eine Augenbraue.

„Ich würde das eher als... kulinarische Anpassungsfähigkeit bezeichnen.“

Alisaie lachte. „Das klingt deutlich besser als ich habe mich geirrt.“

„Vielen Dank für deine Unterstützung.“

„Immer.“

Doch dann bemerkte G'raha ihre Reaktion auf die winzige Berührung ihrer Finger.

Er zog seine Hand nicht weg.

Allerdings wurde sein Blick für einen Moment nachdenklich.

Er hatte gespürt, wie sie erschrocken war.

Und er wollte ihr keine weitere Unsicherheit bereiten.

Sein Finger blieb deshalb nur ganz leicht an ihrem liegen.

„Kaffee“, wiederholte er.

Ein warmes Lächeln. „Natürlich.“

Y'shtola sah über ihre Karte hinweg zu Mina. „Ich hätte vermutlich nichts anderes erwartet.“

Alphinaud nickte ernst. „Ich glaube, wir sollten vielleicht einfach eine Kanne bestellen.“

„Eine Kanne?“, fragte Alisaie.

„Für Mina.“

G'raha musste lachen. „Das wäre vermutlich tatsächlich die vernünftigste Lösung.“

Dann wandte er sich wieder Mina zu. „Und was deine körperliche Verfassung betrifft...“

Sein Blick wurde etwas prüfender. „Du musst dich nicht erst in eine Kriegerin verwandeln, um mit uns mitzuhalten.“

Alisaie hob sofort die Hand. „Genau! Ich kann dir ein paar Grundlagen zeigen.“

Alphinaud sah sie an. „Du willst ihr doch nur beibringen, wie man Leute mit dem Schwert verprügelt.“

„Das nennt man Training.“

Y'shtola schüttelte den Kopf. „Mina ist Heilerin.“

G'raha nickte. „Und eine angehende Weißmagierin.“

Sein Blick wurde für einen Moment beinahe stolz. „Das passt viel besser zu ihr.“

Er sagte es so selbstverständlich, dass es beinahe klang, als wäre er froh darüber.

Dann bemerkte er offenbar selbst, wie persönlich das geklungen hatte, und räusperte sich. „Also... rein fachlich.“

Alisaie grinste. „Natürlich.“

G'rahas Ohren wurden rot. „Was?“

„Nichts.“

„Du hast wieder dieses Gesicht.“

„Welches Gesicht?“

„Dieses ich weiß etwas, das du nicht weißt-Gesicht.“

Alisaie lehnte sich zurück. „Vielleicht weiß ich ja tatsächlich etwas.“

Y'shtola hob ihre Tasse. „Vielleicht solltest du einfach den Kuchen bestellen.“

„Gute Idee.“ G'raha sah wieder zu Mina. „Also Kaffee und Schokoladenkuchen?“

Ein kleines Schmunzeln. „Das klingt nach einem durchaus gelungenen ersten Treffen mit meiner kleinen...“

Er stockte.

Seine Augen weiteten sich kaum merklich. „...Gruppe.“

Y'shtola hob langsam eine Augenbraue.

Alisaie biss sich auf die Lippe, um nicht zu lachen.

Alphinaud schloss kurz die Augen.

G'raha hingegen sah Mina an.

Und diesmal war es ihm offensichtlich selbst nicht entgangen, was er beinahe gesagt hatte.

Er verpasste ihr einen kleinen Herzschlag nach den nächsten, aber angenehme. Sie wußte gar nicht wohin mit ihren Gefühlen die sie versucht hatte in eine kleine Schachtel zu quetschen, Und jetzt herausquollen durch ihn. Seine kleinen Berührungen, seine Blicke. Und diese kleinen kabbeleien entlockten ihr immer mal wieder ein lachen. Im stillen fragte sie sich was er eigentlich sagen wollte bevor er sich korrigiert hatte.

G'raha bemerkte ihr leises Lachen und konnte sich selbst ein Lächeln nicht verkneifen.

Es war schön, sie wieder so zu sehen.

Nicht nur, weil sie lachte.

Sondern weil es sich wieder nach Mina anhörte.

„Du fragst dich gerade, was ich sagen wollte.“

Es war keine Frage.

Alisaie verschluckte sich beinahe an ihrem Getränk. „Oh.“

Alphinaud sah seine Schwester an. „Bitte.“

„Ich habe nichts gesagt!“

Y'shtola hingegen sah G'raha ruhig an. „Du könntest es ihr einfach sagen.“

„Y'shtola.“

„Was?“

G'raha seufzte. Dann wandte er sich wieder Mina zu. „Ich wollte sagen…“ Er stockte tatsächlich erneut. Seine Finger bewegten sich leicht auf dem Tisch. „...meine kleine Familie.“

Alisaie hob beide Augenbrauen.

Alphinaud lächelte.

Y'shtolas Blick wurde warm.

G'raha selbst sah plötzlich etwas verlegen aus. „Wir sind keine Familie im eigentlichen Sinne.“

Alisaie widersprach sofort: „Doch.“

„Alisaie.“

„Was?“

Sie sah Mina an. „Wir sind vielleicht nicht alle miteinander verwandt. Aber wir haben genug zusammen erlebt, dass es sich manchmal genau so anfühlt.“

Alphinaud nickte. „Da hat sie recht.“

Y'shtola fügte ruhig hinzu: „Und offenbar hat G'raha inzwischen begonnen, dich ebenfalls als Teil davon zu betrachten.“

G'raha wurde augenblicklich rot. „Y'shtola.“

Sie lächelte unschuldig. „Ich sagte offenbar.“

Alisaie grinste. „Ich finde es jedenfalls schön.“

G'raha sah Mina wieder an.

Diesmal wich er ihrem Blick nicht aus. „Ich hätte dich ihnen gerne schon früher vorgestellt.“

Seine Stimme wurde ruhiger. „Ich hatte nur...“

Er suchte kurz nach Worten. „...nicht damit gerechnet, dass es so lange dauern würde.“

Ein kleines Lächeln. „Und jetzt sitzt du hier.“

Sein kleiner Finger berührte noch immer ihren. „Das gefällt mir.“

Dann kam plötzlich die Bedienung an den Tisch.

„Was darf ich euch bringen?“

G'raha wandte sich zur Bedienung.

„Ein Stück Schokoladenkuchen und—“

Er sah zu Mina. „—einen Kaffee für meine…“ Wieder stockte er.

Alisaie grinste bereits.

G'raha schloss kurz die Augen. „...Freundin.“

Das Wort kam leise.

Aber diesmal klang es nicht wie eine Ausweichbewegung.

Eher wie etwas, das er bewusst gewählt hatte.

Sein Blick ging wieder zu Mina.

Und in seinen roten Augen lag eine Wärme, die schwer mit bloßer Freundschaft zu erklären war.

„Wenn das für dich in Ordnung ist.“

"Woher weißt du...?" fragte sie verwundert. Wieder sah sie von einem zu anderen. "Das rührt mich sehr das ihr mich in eure Familie mit aufnimmt. Wo ich doch so großen wirbel verursacht habe", ging es an alle. "Ich hatte so was auch mal Alisaie. Zwei Miqo’ten, die ich als meine Familie gesehen habe auch wenn wir nicht verwandt waren. Nur gingen sie auseinander und ich stand wieder da. Und wie es scheint habe ich jetzt wieder eine", und blickte zu G’raha. "Schon gut, entweder kommt der richtige Moment oder bleibt weg", und schaute auf ihre Hände die sich kaum berührten und es doch taten. "Ja jetzt Sitz ich hier, mit euch allen. Auch wenn ich richtig gezählt habe da wohl zwei fehlen." ihre Ohren stellen sich Kerzen gerade auf und ihre Augen wurden fast so groß wie untertassen. Hatte sie sich gerade verhört oder nur eingebildet. Sie starrte G’raha an bis sie auf ihrer Trance gerissen wurde. "Äh - ja Kaffee ist in Ordnung", schaute sie die Kellnerin an. Das hat er sicher nur Freundschaftlich gemeint.

Alisaie wurde bei Minas Erzählung augenblicklich etwas ruhiger.

„Das tut mir leid“, sagte sie ehrlich. „Wenn man Menschen verliert, die man als Familie betrachtet hat... das vergisst man vermutlich nicht einfach.“

Alphinaud nickte zustimmend. „Familie muss schließlich nicht durch Blut definiert sein.“

Y'shtola sah Mina einen Moment aufmerksam an. „Und du hast offenbar die unangenehme Angewohnheit, Menschen sehr tief in dein Herz zu lassen.“

Ein kaum merkliches Lächeln. „Das ist nicht unbedingt eine schlechte Eigenschaft.“

G'raha hatte währenddessen kaum etwas gesagt.

Sein Blick lag auf Mina.

Besonders bei ihren Worten und wie es scheint, habe ich jetzt wieder eine.

Etwas Warmes breitete sich in seinem Gesicht aus.

„Ja“, sagte er schließlich leise. „Das hast du.“

Seine Stimme war so selbstverständlich, dass er gar nicht bemerkte, wie viel Gewicht diese beiden Worte für Mina haben konnten.

Dann kam die Kellnerin zurück und stellte die Getränke auf den Tisch.

„Ein Kaffee für die Dame und Schokoladenkuchen für den Herrn.“

G'raha bedankte sich und schob Mina ihre Tasse vorsichtig ein Stück näher.

„Und was die zwei fehlenden Mitglieder betrifft...“

Er nahm einen kleinen Schluck von seinem Kaffee.

„Du hast richtig gezählt.“

Alisaie nickte. „Urianger und Estinien fehlen.“

„Sie sind momentan anderweitig beschäftigt“, erklärte Alphinaud.

Alisaie grinste. „Wobei Estinien wahrscheinlich irgendwo etwas kaputt macht.“

„Alisaie.“

„Was denn?“

G'raha musste lachen. „Das ist tatsächlich nicht völlig ausgeschlossen.“

Y'shtola schüttelte amüsiert den Kopf. „Und Urianger wird vermutlich gerade irgendeinen uralten Text studieren.“

Mina konnte sehen, wie selbstverständlich die vier miteinander umgingen.

Keine Förmlichkeit.

Kein vorsichtiges Abtasten.

Einfach dieses vertraute Hin und Her.

G'raha bemerkte ihren Blick. „Du wirst sie kennenlernen.“ Er sagte es ruhig. „Wenn du möchtest.“

Sein kleiner Finger lag noch immer neben ihrem.

Dann sah er kurz auf ihre Hände.

Und diesmal war es seine Entscheidung.

Ganz langsam bewegte er seinen kleinen Finger ein winziges Stück.

Bis er ihren berührte.

Nur leicht.

Er sah nicht zu ihr.

Als wäre es das Normalste der Welt.

„Und…“ Er nahm einen Bissen von seinem Kuchen. „Was deine Aussage von eben betrifft.“

Alisaie blickte sofort interessiert auf. „Welche?“

G'raha schluckte. „Dass Mina jetzt offenbar wieder eine Familie hat.“

Alisaie grinste. „Ja?“

G'raha sah Mina an. „Ich würde sagen, daran besteht kein Zweifel.“

Ein warmes Lächeln. „Du bist willkommen.“

Y'shtola nickte. „Sehr.“

Alphinaud lächelte. „Selbstverständlich.“

Alisaie hob ihre Tasse. „Dann wäre das wohl offiziell.“

G'raha hob seine ebenfalls. „Auf Familie.“

Sein kleiner Finger blieb dabei mit ihrem verbunden.

Und obwohl er nach außen hin völlig ruhig wirkte, verriet sein Schweif ein deutliches, zufriedenes Schwingen hinter seinem Stuhl.

Für Mina konnte es allerdings weiterhin so aussehen, als wäre das alles einfach nur seine Art, einer Freundin zu zeigen, dass sie willkommen war.

Zumindest... wenn sie sich weiterhin davon überzeugen wollte.

Sie musste dann bei Y'stholas Worten grinsen. "Graha ist ne richtige Plaudertasche." und blickte dann zu jenen und schenke ihm ein liebes lächeln als er die drei Worte leise sagte. "Estinien? Wer ist das denn schon wieder? Dann fehlen ja drei"

Sie wollte gerade ihre Tasse anheben da merkte wie Grahas Finger wieder ihren berührte. Nur ein kleines Stück aber diesmal deutlicher. Und sie setzte die Tasse sicherheitshalber wieder ab. Es erstaunte sie zutiefst das sie alle wohl ohne groß feder lesen sie einfach in ihren Kreis ihrer Familie aufnahmen.

Alisaie grinste bei Minas Bemerkung. „Oh, du hast ja keine Ahnung.“

G'rahas Ohren klappten augenblicklich nach hinten. „Alisaie.“

„Was denn? Du bist eine Plaudertasche.“

Alphinaud nickte mit ernster Miene. „Das muss ich leider bestätigen.“

Y'shtola nahm einen Schluck Tee. „Ich würde sogar sagen, dass er bei bestimmten Themen ausgesprochen ausführlich wird.“

G'raha sah zwischen den dreien hin und her. „Ich beginne zu bereuen, euch alle miteinander bekannt gemacht zu haben.“

„Zu spät“, sagte Alisaie fröhlich.

Als Mina dann nach Estinien fragte, hob Alphinaud die Hand. „Estinien Wyrmbann. Ein Dragoon und...“

Alisaie fiel ihm ins Wort. „...ein mürrischer Kerl mit einer bemerkenswerten Begabung dafür, überall aufzutauchen, wo Ärger ist.“

„Das ist etwas übertrieben.“

„Nur ein bisschen.“

G'raha schmunzelte. „Estinien ist ein guter Freund. Auch wenn er vermutlich protestieren würde, wenn ich ihn so nenne.“

Y'shtola nickte. „Dann fehlt tatsächlich noch Urianger.“

Alisaie legte den Kopf schief. „Und Tataru.“

G'raha blinzelte. „Tataru ist keine Kriegerin.“

„Das hat Mina auch nicht behauptet.“

„Aber sie hat gefragt, wer noch fehlt.“

„Und Tataru gehört definitiv dazu.“

Alphinaud lächelte. „Da hat sie recht.“

Mina konnte sehen, wie schnell die Liste offenbar noch länger werden konnte.

G'raha schüttelte amüsiert den Kopf. „Ich fürchte, wenn wir anfangen, jeden aufzuzählen, der irgendwie zu unserer Gemeinschaft gehört, sitzen wir morgen noch hier.“

„Dann brauchen wir mehr Kuchen“, meinte Alisaie.

„Das ist deine Lösung für alles.“

„Und? Funktioniert doch.“

Während die anderen weiterredeten, blieb G'rahas kleiner Finger noch immer an Minas.

Diesmal zog er ihn nicht zurück.

Er bemerkte, dass sie ihre Tasse wieder abgestellt hatte.

Sein Blick wanderte kurz zu ihren Händen.

Dann hob er die Augen zu ihr.

Ein winziges, beinahe fragendes Lächeln.

Er sagte nichts.

Doch seine Fingerspitze bewegte sich kaum merklich.

Ein sanfter Druck gegen ihren Finger. Nur eine Sekunde.

Dann ließ er wieder locker.

Als wolle er ihr zeigen: Ich bin hier.

Y'shtola bemerkte die kleine Geste natürlich. Sie sagte jedoch nichts.

Stattdessen wandte sie sich an Mina. „Und was deine Sorge betrifft, dass du großen Wirbel verursacht hast...“

Sie stellte ihre Tasse ab. „Du hast keinen Wirbel verursacht.“

Alisaie nickte. „Du bist einfach plötzlich Teil einer sehr chaotischen Gruppe geworden.“

„Das trifft es wohl besser“, ergänzte Alphinaud.

G'raha lächelte. „Willkommen in der Gemeinschaft.“

Dann sah er Mina an. „Und glaub mir...“

Seine Stimme wurde etwas leiser.

„Du wirst dich daran gewöhnen.“

Sein Finger berührte ihren noch einmal.

Diesmal blieb die Berührung bestehen.

„Wir haben schließlich noch eine Menge Zeit, uns kennenzulernen.“

Mehrmals musste sie kichern bei dem gekabbel. "Aber ich kann doch gar nichts, Ich bin noch in meiner Ausbildung als Weißmagierin und Heilerin. Weder kann ich mitkommen auf irgendwelche Abenteuer noch sonst was. Das einzige was ich gerade gut kann ist kochen", zählte sie auf. "Und ich habe die Böse Vermutung das Alisaie ein kleines schleckermäulchen ist", grinste sie der weißhaarigen Elezin zu. "Dann bin ich gespannt den Rest der Truppe kennen zu lernen. Wenn sie mich genauso herzlich in die Runde aufnehmen wie ihr.", und atmete einmal tief ein bevor sie schnell aber spürbar ihren kleinen Finger G’rahas kurz entgegen drückte. Um ihn zu versichern das sie noch da war. Schaute dann G’raha an. "Ich glaub davon brauch ich jede menge um alle kennenzulernen."

Alisaie legte sich eine Hand auf die Brust und setzte eine zutiefst beleidigte Miene auf. „Ein Schleckermäulchen? Ich?“

Alphinaud sah sie trocken an. „Ja.“

„Verräter.“

„Du hast vor zehn Minuten nach Kuchen gefragt.“

„Das beweist gar nichts.“

Y'shtola hob eine Augenbraue. „Du hast außerdem Mina gerade nach den Küchlein gefragt.“

Alisaie verschränkte die Arme. „Ich habe eben einen ausgezeichneten Geschmack.“

G'raha lachte leise. „Das ist eine sehr elegante Umschreibung.“

Mina konnte sehen, wie Alisaie ihr gespielt empört die Zunge herausstreckte. „Du bist eindeutig auf meiner Seite, Mina.“

Dann wurde G'rahas Blick etwas ernster, als Mina ihre Fähigkeiten kleinredete. „Aber was das andere betrifft...“

Er drehte sich ein wenig zu ihr. „Du sagst das, als wäre eine angehende Weißmagierin und Heilerin nichts.“

Seine Stimme war ruhig. „Du bist noch in Ausbildung. Natürlich kannst du nicht alles.“

Ein kleines Lächeln. „Ich konnte auch nicht alles, als ich angefangen habe.“

Alphinaud nickte. „Und niemand von uns erwartet, dass du morgen mit uns in den nächsten Kampf ziehst.“

„Zum Glück“, warf Alisaie ein. „Sonst müsste ich mich noch benehmen.“

„Das wäre tatsächlich eine Katastrophe“, murmelte G'raha.

Alisaie warf ihm einen empörten Blick zu.

Y'shtola wandte sich wieder Mina zu. „Und Kochen ist ebenfalls eine durchaus wertvolle Fähigkeit.“

G'raha hob leicht eine Augenbraue. „Besonders wenn es um Küchlein geht.“

Mina konnte sehen, wie sein Blick kurz zu ihr wanderte.

„Davon könnte unsere Gruppe durchaus profitieren.“

Dann spürte er den kleinen Druck ihres Fingers.

Nur kurz.

Aber diesmal wusste er ganz genau, dass er nicht zufällig gewesen war.

Seine Augen senkten sich für einen Moment auf ihre Hände.

Ein sanftes Lächeln erschien auf seinem Gesicht.

Er erwiderte den Druck ganz leicht.

„Dann brauchen wir wohl tatsächlich eine Menge Kuchen.“

Alisaie hob sofort die Hand. „Ich unterstütze diesen Plan.“

„Natürlich tust du das“, sagte Alphinaud.

G'raha sah wieder zu Mina. „Und du musst dir keine Sorgen machen, ob du in die Gruppe passt.“

Seine Stimme wurde wärmer. „Du bist schon mittendrin.“

Y'shtola nickte. „Außerdem bist du nicht die Einzige, die noch etwas lernen muss.“

Alisaie zeigte auf sich. „Ich lerne ständig.“

Alphinaud sah sie an. „Das bezweifle ich nicht.“

„Was soll das heißen?“

„Nichts.“

„Du meinst etwas.“

„Alisaie.“

„Alphinaud.“

Mina konnte sich das Lachen nicht verkneifen.

G'raha grinste. „Siehst du?“ Er deutete mit dem Kopf auf die beiden. „Das ist vermutlich die beste Möglichkeit, unsere Gruppe kennenzulernen.“

Sein kleiner Finger blieb mit ihrem verbunden. „Chaos, Kuchen und gelegentlich ein Abenteuer.“

Er neigte leicht den Kopf. „Und wenn du irgendwann bereit bist, kannst du vielleicht sogar bei einem davon mitkommen.“

Ein warmes Funkeln lag in seinen Augen. „Aber bis dahin...“

Er schob ihr ihre Kaffeetasse ein kleines Stück näher. „...kümmerst du dich um deine Ausbildung.“

Eine kurze Pause. „Und wir kümmern uns darum, dass du genügend Kuchen bekommst.“

Alisaie hob sofort ihre Tasse. „Darauf trinke ich.“

Y'shtola seufzte. „Natürlich tust du das.“

G'raha lachte.

Und diesmal war es ein ganz gewöhnlicher, leichter Nachmittag.

Keine Flucht.

Keine Tränen.

Keine Missverständnisse, die ausgesprochen werden mussten.

Nur Mina, die wieder lachte.

Und eine Gruppe, die sie ganz selbstverständlich zwischen sich aufgenommen hatte.

Immer wieder kicherte sie. "Okey ich geb mich geschlagen. Ich hab verstanden. Ich werd für euch nochmal die Küchlein backen.  Auch wenn ich befürchte das es mehr als drei bleche sein sollten. Schon alleine was der hier verputzt hat", und deutete mit den Kopf zu G’raha. "Und ich rede meine Fähigkeiten nicht klein, ich sage nur wie es gerade steht", verteidigte sie sich. So langsam hatte sie wieder ihren Puls unter Kontrolle der auf Grund G’rahas kleine Berührung völlig aus den Takt geraten war. Nun griff sie nach der Tasse und hob sie an um daraus zu trinken. "Oh das hab ich gebraucht."

Alisaie strahlte sofort. „Ich wusste, dass du vernünftig bist!“

Alphinaud hob eine Augenbraue. „Sie hat gerade zugestimmt, dir Kuchen zu backen. Das macht sie nicht vernünftig, sondern mutig.“

„Beides!“, verkündete Alisaie.

Y'shtola schüttelte nur amüsiert den Kopf.

G'raha hingegen sah Mina gespielt empört an, als sie ihn für den Verbrauch der Küchlein verantwortlich machte. „Ich möchte darauf hinweisen, dass ich keineswegs so viele gegessen habe.“

Alisaie sah ihn an. „Wie viele waren es?“

G'raha schwieg.

„G'raha?“

„...Das ist irrelevant.“

Mina konnte beobachten, wie seine Ohren leicht nach hinten klappten.

„Außerdem“, fügte er hinzu, „waren sie ausgesprochen klein.“

Alisaie starrte ihn an. „Das ist deine Verteidigung?“

„Eine durchaus stichhaltige.“

Y'shtola nahm einen Schluck Tee. „Ich glaube, Mina sollte einfach drei Bleche backen und eines davon verstecken.“

G'raha sah sie entsetzt an. „Y'shtola.“

„Nur eine Vorsichtsmaßnahme.“

Mina nahm einen Schluck von ihrem Kaffee.

Und man konnte förmlich sehen, wie sich etwas in ihr entspannte.

Ihre Schultern sanken ein wenig.

Ihr Atem wurde ruhiger.

Das warme Getränk schien genau das zu tun, was sie gebraucht hatte.

G'raha beobachtete sie dabei mit einem kleinen Lächeln. „Besser?“ Er sagte es leise, sodass es fast nur für sie bestimmt war. Dann lehnte er sich etwas zurück. „Und was deine Fähigkeiten betrifft…“ Sein Blick wurde wieder ernst. „Ich glaube dir durchaus, dass du sie realistisch einschätzt.“ Ein kurzes Schmunzeln. „Aber ich werde dich trotzdem daran erinnern, wenn du irgendwann wieder behauptest, du könntest gar nichts.“

Alisaie nickte begeistert. „Ich helfe ihm dabei.“

„Das habe ich befürchtet“, murmelte Mina vermutlich schon aus Gewohnheit.

Alisaie grinste. „Dann sind wir uns ja einig.“

G'raha nahm schließlich ebenfalls einen Schluck von seinem Kaffee. „Und was die Küchlein betrifft...“

Sein Blick wanderte kurz zu Mina. „Ich würde mich selbstverständlich erkenntlich zeigen.“

Alisaie sah ihn sofort an. „Wie?“

G'raha überlegte. „Ich könnte beim nächsten Mal die Küche aufräumen.“

Stille.

Alphinaud sah ihn an.

Y'shtola sah ihn an.

Alisaie sah ihn an.

G'raha blinzelte. „...Was?“

Alisaie begann zu lachen. „Du? Küche aufräumen?“

„Ich kann aufräumen.“

„Das möchte ich sehen.“

„Alisaie.“

„Nein, wirklich!“

G'raha schüttelte den Kopf und wandte sich wieder Mina zu. „Ignoriere sie.“ Ein kleines, verschmitztes Lächeln. „Ich werde dir beweisen, dass ich durchaus nützlich sein kann.“ Sein Blick blieb einen Moment länger auf ihr liegen.

Und dann, ganz beiläufig, berührte sein kleiner Finger ihren noch einmal.

Diesmal nur für einen Herzschlag.

Aber lang genug, dass Mina wusste: Er hatte es bemerkt.

Und er tat es trotzdem.

"Okey jetzt Diskutieren wir darüber wie viel Kuchen ich backen soll oder wie?", fragte sie verwirrt. "Es waren in meiner Gegenwart Mindestens mehr als 10 Stück", petzte sie.

"Ja besser danke", kam es auf seine Frage.

"Ich werde die Küchlein schon bei mir zu hause machen. Nicht das ich mich umdrehe und plötzlich fehlt die Hälfte der Küchlein auf dem Blech."

Wieder eine berührung und diesmal zuckte ihr Schweif, das dieser G’rahas streifte.

Alisaie legte sofort eine Hand auf den Tisch. „Mehr als zehn?!“

G'raha erstarrte. „Das klingt dramatischer, als es war.“

Alphinaud sah ihn trocken an. „Zehn Küchlein sind also deiner Meinung nach nicht dramatisch?“

„Nicht, wenn sie klein sind.“

Y'shtola hob ihre Tasse. „Ich beginne zu verstehen, weshalb Mina von drei Blechen gesprochen hat.“

Mina bekam von Alisaie einen verschwörerischen Blick. „Wir sollten vier machen.“

„Alisaie.“

„Was? Eins als Reserve.“

„Das vierte Blech ist dann dein persönliches“, bemerkte Alphinaud.

„Ausgezeichnete Idee.“

G'raha seufzte. „Ich sehe schon, ich werde hier gegen eine deutliche Übermacht an Kuchenliebhabern antreten.“

Dann zuckte plötzlich sein Blick nach unten.

Minas Schweif hatte den seinen gestreift.

Nur ganz leicht.

Sein Schweif hielt mitten in der Bewegung inne.

G'raha sah kurz auf die beiden Schweife, dann zu Mina.

Für einen Moment sagte er nichts.

Seine Ohren stellten sich etwas auf.

Dann huschte ein kleines, amüsiertes Lächeln über sein Gesicht. „Ich glaube, jetzt sind wir quitt.“

Er bewegte seinen Schweif nicht weg.

Stattdessen ließ er ihn dort, wo er war.

„Und keine Sorge“, fügte er mit einem leisen Schmunzeln hinzu, „ich werde deine Küchlein nicht heimlich vom Blech stehlen.“

Eine kurze Pause. „Zumindest nicht alle.“

Alisaie schlug sich lachend die Hand vor den Mund. „Er hat es gerade selbst zugegeben!“

„Das war ein Scherz.“

„Mhm.“

G'raha schüttelte den Kopf.

Dann wurde sein Blick wieder etwas weicher. „Aber wenn du sie wirklich selbst backen möchtest...“

Er sah kurz auf seine Tasse. „...würde ich mich freuen.“

Sein Blick hob sich wieder zu ihr. „Nicht nur wegen der Küchlein.“

Die Worte kamen leise.

Fast beiläufig.

Doch diesmal war da dieses kleine Lächeln in seinen Augen, das Mina inzwischen schon kannte.

Y'shtola beobachtete die beiden einen Moment.

Dann sagte sie trocken: „Ich glaube, wir sollten Mina langsam erklären, dass G'raha durchaus in der Lage ist, Kuchen zu überleben, ohne ihn vollständig zu verschlingen.“

„Danke“, sagte G'raha erleichtert.

„Allerdings“, fuhr Y'shtola fort, „würde ich nicht darauf wetten.“

Alisaie lachte erneut.

Mina konnte sich dem ebenfalls nicht mehr entziehen.

Und irgendwo unter dem Tisch berührten sich ihre Schweife noch immer ganz leicht.

"Ich jetzt warum ich in meiner Küche backen will. Nachher entsteht eine recht Kuchenschlacht", und kicherte bei der Vorstellung was das für ein Chaos in der Küche geben würde mit den allen und sie mittendrin und rollte Teig aus. Immer mehr entspannte sie sich bei die kleinen Chaostruppe. Wie würde es wohl werden sich alle trafen? Eine absolute Katastrophe wohl die zum schreien komisch war.

Immer wieder zuckte ihr Schweif und streifte dabei seinen. Hatte er ihn mit Absicht so platziert? Und rutsche etwas auf ihren Stuhl herum wobei ihr Schweif seine nicht nur streife sondern regelrecht kreuzte. Sie schaute nach unten und dann zu G’raha. "Tschuldigung", formte sie mit den Lippen.

G'raha folgte ihrem Blick nach unten.

Sein Schweif hatte sich tatsächlich mit ihrem gekreuzt.

Für einen Moment sah er zwischen den beiden Schweifen hin und her.

Dann zuckte ein kleines, amüsiertes Lächeln über sein Gesicht. „Du musst dich nicht entschuldigen.“

Er bewegte seinen Schweif keinen Millimeter. „Ich glaube, er hat sich einfach einen bequemen Platz gesucht.“

Alisaie sah von ihrer Tasse auf. „Wer?“

G'raha antwortete völlig trocken: „Mein Schweif.“

Alisaie blinzelte. Dann wanderte ihr Blick unter den Tisch. Ihre Augen wurden groß. „Oh.“

Alphinaud bemerkte ihren Gesichtsausdruck. „Was?“

„Nichts.“

„Alisaie.“

„Ich habe wirklich nichts gesagt.“

Y'shtola nahm seelenruhig einen Schluck Tee. „Ihr beide seid ausgesprochen unauffällig.“

G'rahas Ohren klappten leicht nach hinten. „Ich weiß nicht, wovon du sprichst.“

„Natürlich nicht.“

Mina konnte vermutlich spüren, wie G'rahas Schweif sich ganz leicht bewegte.

Nicht weg.

Eher so, dass er ihren weiterhin sanft berührte.

Dann wandte er sich wieder ihrem vorherigen Gedanken zu.

„Eine Kuchenschlacht würde vermutlich tatsächlich in einer Katastrophe enden.“

Er überlegte.

„Alisaie würde vermutlich versuchen, die Küche zu verteidigen.“

„Natürlich!“

„Alphinaud würde versuchen, Ordnung zu schaffen.“

„Sehr wahrscheinlich.“

„Y'shtola würde uns alle mit einem Blick zum Aufräumen bringen.“

Y'shtola lächelte. „Eine zutreffende Einschätzung.“

G'raha sah wieder Mina an. „Und ich...“

Er machte eine kurze Pause. „...würde vermutlich versuchen, möglichst viel von den Küchlein zu retten.“

Alisaie lachte. „Du meinst essen.“

„Das habe ich nicht gesagt.“

„Du hast es gedacht.“

„Das ist etwas anderes.“

Mina musste erneut lachen.

Und G'raha sah sie dabei einen Moment lang einfach nur an.

Es war dieses ungezwungene Lachen.

Das, was er in den vergangenen Wochen vermisst hatte.

Sein Blick wurde weich.

„Ich glaube“, sagte er leise, „es könnte tatsächlich ziemlich lustig werden.“

Sein Schweif blieb weiterhin mit ihrem gekreuzt.

„Und vielleicht…“ Er sah kurz zu den anderen. „...wäre es gar nicht so schlecht, wenn du uns alle einmal zu dir einlädst.“

Alisaie hob sofort die Hand. „Ich bin dafür!“

„Natürlich bist du dafür“, sagte Alphinaud.

„Es gibt Kuchen.“

„Das war der Grund.“

„Ein sehr guter Grund.“

G'raha lachte leise.

Dann sah er wieder zu Mina. „Aber nur, wenn du das möchtest.“ Seine Stimme wurde sanfter. „Du musst nichts tun, nur weil wir dich inzwischen als Teil unserer kleinen Gruppe betrachten.“

Ein kurzer Blick auf ihre miteinander verschlungenen Schweife.

Dann wieder in ihre grünen Augen. „Wir können auch einfach langsam anfangen.“

Und diesmal lag in seinem Lächeln etwas, das Mina vielleicht zum ersten Mal nicht mehr so leicht als bloße Freundlichkeit abtun konnte.

Bei Alisaies Oh und wie diese wieder mit dem Gesicht hochkam wurde Mina knall rot. "Das war aus versehen, das teil hat ein eigen leben bei mir", versuchte sie sich zu verteidigen. Entsetzt schaute sie bei den Vorschlag drein. "Wo sollen denn alle Leute denn hin? Ich hab doch nur ne kleine Hütte. Wollt ich euch alle übereinander auf das Zweimann Sofa stapeln oder wie?", und schon wieder dies aussage die sie komplett aus den Konzept brachte was er damit meinte.

Alisaie hob beide Hände. „Ich habe doch gar nichts gesagt!“

Ihr Grinsen verriet allerdings das genaue Gegenteil.

Alphinaud seufzte. „Du hast sehr deutlich Oh gesagt.“

„Das war ein neutrales Oh.“

„Es gibt kein neutrales Oh in diesem Tonfall.“

Y'shtola schüttelte amüsiert den Kopf. „Lasst Mina doch erst einmal erklären, wie ihr Schweif angeblich ein Eigenleben entwickelt hat.“

Mina bekam dadurch vermutlich nur noch mehr Farbe im Gesicht.

G'raha dagegen blickte kurz unter den Tisch.

Ihre Schweife waren noch immer miteinander verschränkt.

Er hob langsam den Blick.

„Nun...“

Ein kleines Schmunzeln. „Ich kann bestätigen, dass meiner durchaus ebenfalls gelegentlich seinen eigenen Willen hat.“

Alisaie prustete los.

„Das macht es nicht besser!“

„Ich wollte nur helfen.“

„Du machst es schlimmer.“

G'raha räusperte sich und wandte sich wieder Mina zu. Doch bei ihrer Frage nach der kleinen Hütte musste er lachen. „Nein, ich hatte nicht vor, euch alle auf deinem Sofa zu stapeln.“

Alisaie hob die Hand. „Also ich hätte damit kein Problem.“

„Das glaube ich dir sofort.“

„Ich könnte auch auf dem Boden schlafen.“

Alphinaud sah sie an. „Du würdest spätestens nach zehn Minuten jammern.“

„Würde ich nicht.“

„Würdest du.“

Y'shtola nahm sich seelenruhig ein Stück Kuchen. „Die räumlichen Gegebenheiten sind tatsächlich ein berechtigter Einwand.“

G'raha nickte. „Dann vielleicht nicht alle gleichzeitig.“

Er sah Mina an. „Wir könnten uns aufteilen.“

Ein kurzer Blick zu den anderen. „Oder wir treffen uns irgendwo außerhalb.“ Dann wurde sein Gesicht etwas weicher „Es ging mir ohnehin weniger um den Ort.“ Er ließ die Worte einen Moment stehen. „Sondern darum, dass du uns irgendwann einmal etwas von deiner Welt zeigst.“

Sein Daumen strich gedankenlos über den Rand seiner Tasse. „Dein Zuhause. Deinen Garten. Vielleicht deine Küche.“

Ein kleines Lächeln. „Und die berühmten Küchlein.“

Alisaie hob sofort den Finger. „Sehr wichtig.“

„Natürlich.“

G'raha sah wieder zu Mina. „Aber du musst nichts planen. Wir haben Zeit.“

Wir haben Zeit.

Schon wieder dieser Satz.

Und diesmal klang er nicht wie eine höfliche Floskel.

Eher wie eine Feststellung.

Als wäre für ihn selbstverständlich, dass Mina auch in Zukunft noch da sein würde. Als hätte er gar nicht vor, sie wieder aus seinem Leben verschwinden zu lassen.

Sein Blick blieb bei ihr. „Ich möchte dich einfach besser kennenlernen.“

Ganz schlicht.

Ganz ehrlich.

Dann schien ihm bewusst zu werden, wie das klingen musste.

Seine Ohren zuckten. „Also…“ Er räusperte sich. „Nicht, dass ich dich nicht schon kennen würde. Ich meine nur—“

Alisaie grinste. „Er verheddert sich gerade.“

„Danke, Alisaie.“

„Gern geschehen.“

Y'shtola lächelte in ihre Tasse.

G'raha schloss kurz die Augen. „Ich gebe auf.“ Doch als er sie wieder öffnete, lag dieses warme, leicht verlegene Lächeln darin. Und sein Schweif blieb genau dort, wo er war.

Sie schluckte bei G’rahas Worte deutlich und schaute ihn aus großen Augen an. "Dann hat er sich ordentlich was von meinen abgeschaut." Nicht die die kleine Berührung ihrer Finger, sondern jetzt auch ihrer schweife, auch wenn das nur kleine gestern waren brachten die sie völlig aus der Fassung. "Man - kann sich ja was überlegen. Mal grillen. oder ne Pyjama Party. Aber meine Welt ist recht klein", wie völlig gefesselt von seinen Augen und diesen Blick der alles sagte und nichts. Sie hatte das Gefühl immer höher zu steigen. Nur war die frage, wann kam der Fall und wie tief würde er werden.

Alisaies Gesicht hellte sich bei dem Wort Pyjamaparty sofort auf. „Pyjamaparty!“

Alphinaud schloss kurz die Augen.

„Das war jetzt natürlich das Einzige, was du aus ihrem Vorschlag mitgenommen hast.“

„Es ist der wichtigste Teil.“

„Natürlich.“

Y'shtola schmunzelte. „Eine Grillfeier klingt allerdings ebenfalls nicht schlecht.“

G'raha nickte. „Beides hat seinen Reiz.“

Dann wanderte sein Blick wieder zu Mina. „Und deine Welt muss überhaupt nicht groß sein.“

Seine Stimme war ruhig geworden. „Ich glaube, es geht nicht darum, wie viel es dort zu sehen gibt.“

Er machte eine kleine Pause. „Sondern darum, dass du uns etwas davon zeigen möchtest.“

Sein Blick blieb in ihren Augen. „Das wäre mir wichtig.“

Alisaie sah zwischen ihnen hin und her und flüsterte zu ihrem Bruder: „Die beiden merken überhaupt nicht, wie sie sich gerade ansehen, oder?“

„Ich glaube nicht.“

„Sollten wir ihnen helfen?“

„Nein.“

Y'shtola mischte sich trocken ein: „Ganz bestimmt nicht.“

Alisaie grinste. „Schade.“

G'raha hatte davon offenbar nichts mitbekommen.

Oder er tat zumindest so.

Sein Schweif bewegte sich noch immer leicht gegen ihren.

„Und was deine Aussage betrifft...“

Er deutete mit einem kaum merklichen Blick auf ihre miteinander verschlungenen Schweife.

„Ich glaube, da haben sich nicht nur unsere schlechten Angewohnheiten übertragen.“

Ein kleines, verschmitztes Lächeln. „Vielleicht haben sie sich einfach wiedererkannt.“

Er ließ die Worte einen Moment wirken.

Dann wurde sein Gesicht sanfter. „Und was den Fall betrifft, vor dem du offenbar Angst hast...“

Seine Stimme wurde leiser. „Vielleicht musst du diesmal gar nicht fallen.“

Er sah sie direkt an. „Vielleicht gibt es jemanden, der dich auffängt.“

Ein kurzer Moment der Stille.

Alisaie öffnete bereits den Mund.

Y'shtola hob nur einen Finger.

Alisaie schloss ihn wieder.

G'raha schien erst jetzt zu bemerken, wie seine Worte geklungen hatten.

Seine Ohren wurden rot. „Ich meinte natürlich…“ Er stockte.

Alphinaud nahm einen Schluck Tee.

Y'shtola lächelte.

Alisaie biss sich auf die Lippe.

G'raha seufzte. „...dass wir als Gruppe füreinander da sind.“ Er wandte sich seinem Kuchen zu. „Ja. Genau das.“ Doch sein kleiner Finger blieb an Minas. Und diesmal zog er ihn nicht zurück.

Sie riss sich von seinen Blick los. "Das können wir gerne nach und nach tun. Aber dann muss euch auch was peinliches zeigen, wenn ihr meine kleine Miniwelt kennenlernen wollte.", ging es in die Runde. Woher wusste dieser Mann was sie gerade dachte? Das war beängstigend und bewundernd zu gleich. Sie schien ein offenes Buch für ihn zu sein, auch wenn es sich auf bestimmte Themen beschränkte. Bei seine aussage stockte ihr der Atem. "Ja natürlich, was sonst", eine schiefes lächeln.

Alisaie beugte sich sofort neugierig nach vorn. „Etwas Peinliches?“

Alphinaud seufzte. „Bitte sag mir nicht, dass du jetzt schon wieder anfangen willst.“

„Sie hat es selbst angeboten!“

„Das war nicht deine Einladung.“

„Doch.“

Y'shtola lächelte über ihre Tasse hinweg. „Nun, jetzt bin ich ebenfalls neugierig.“

G'raha hingegen hob interessiert eine Augenbraue. „Etwas Peinliches?“

Sein Blick wanderte zu Mina. „Jetzt bin ich gespannt.“

Ein kaum merkliches Grinsen. „Allerdings solltest du vorsichtig sein, was du uns zeigst. Alisaie wird vermutlich dafür sorgen, dass daraus eine jahrelange Anekdote wird.“

„Absolut.“

„Siehst du?“

Mina konnte nur den Kopf schütteln.

G'raha lachte leise.

Doch als ihr schiefes Lächeln bei seinen letzten Worten erschien, wurde sein eigener Ausdruck ruhiger.

Er hatte es gesehen.

Natürlich hatte er es gesehen.

Und für einen Moment sagte er nichts.

Dann bewegte sich sein kleiner Finger ganz leicht gegen ihren.

„Du musst nicht so tun, als wäre es selbstverständlich.“ Seine Stimme war kaum mehr als ein ruhiger Ton zwischen den anderen Gesprächen. „Ich weiß, dass meine Worte manchmal…“ Er suchte kurz nach dem passenden Ausdruck. „...missverständlich sein können.“ Seine roten Augen hielten ihren Blick fest. „Aber ich möchte nicht, dass du dich wegen mir wieder zurückziehst.“

Ein kurzer Atemzug. „Nicht noch einmal.“

Da wurde sein Blick wieder etwas wärmer. „Wenn ich etwas sage, das dich verwirrt... frag mich.“

Alisaie war inzwischen damit beschäftigt, Alphinaud davon zu überzeugen, dass eine Pyjamaparty eine absolut seriöse Angelegenheit war.

Y'shtola hörte offenbar trotzdem jedes Wort.

G'raha beugte sich ein winziges Stück näher zu Mina. „Und wenn ich etwas nicht sage…“ Ein schelmischer Funke erschien in seinen Augen. „...dann darfst du mich ebenfalls fragen.“ Er richtete sich wieder auf und nahm einen Bissen von seinem Kuchen. Als wäre gerade nichts Besonderes geschehen. Doch unter dem Tisch blieb seine kleine Berührung bestehen. Und vielleicht war genau das das Gefährlichste daran.

Denn zum ersten Mal fühlte es sich für Mina nicht mehr wie ein zufälliger Moment an.

Sondern wie eine bewusste Entscheidung.

Entgeistert starrte sie G’raha an, wusste gar nicht was sie darauf erwidern sollte. Sie zwang ihre Lugen wieder Luft zu Pumpen die sie bei seinen Worten ungewollte angehalten hatte. Bis die Kabbelei der Zwillinge sie zurück brachte. "Spätestens wenn ich es anhabe werdet ihr es erfahren. Ich arbeite als Maid in ein Maidcafe."

Alisaie blinzelte.

Einmal.

Zweimal.

Dann leuchteten ihre Augen regelrecht auf. „Du bist Maid?!“

Alphinaud sah seine Schwester an. „Bitte versuch, dich zu benehmen.“

„Ich benehme mich!“

„Du hast gerade beinahe den Tisch umgeworfen.“

„Das war Begeisterung!“

Y'shtola legte ihre Tasse ab und betrachtete Mina mit einem kleinen, wissenden Lächeln. „Nun. Das erklärt einiges.“

G'raha hingegen war für einen Moment vollkommen still.

Seine Ohren stellten sich auf.

Dann wanderte sein Blick langsam zu Mina. „Du arbeitest in einem Maid-Café.“

Keine Frage. Eher der Versuch, die Information zu verarbeiten. Ein kleines Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Das... hätte ich tatsächlich nicht erwartet.“

Alisaie beugte sich vor. „Wie sieht dein Kleid aus?“

„Alisaie.“

„Was denn? Ich möchte es wissen!“

G'raha räusperte sich. „Ich glaube, Mina hat gerade ausdrücklich gesagt, dass ihr es erfahren werdet, wenn sie es trägt.“

Alisaie grinste. „Stimmt.“

G'rahas Blick blieb noch einen Moment auf Mina liegen. „Dann werde ich wohl warten müssen.“ Sein Tonfall war völlig harmlos.

Fast.

Denn seine Augen verrieten deutlich, dass seine Neugier geweckt war. „Allerdings muss ich gestehen...“

Er lehnte sich etwas zurück. „Jetzt bin ich ausgesprochen gespannt auf diese peinliche Überraschung.“

Alisaie nickte eifrig. „Ich auch!“

Alphinaud seufzte. „Ich ahne bereits, dass wir das Café besuchen werden.“

„Natürlich werden wir das.“

Y'shtola nahm ihre Tasse wieder auf. „Ich glaube, Mina hat sich gerade selbst eine Falle gestellt.“

G'raha grinste. „Eine sehr hübsche, vermutlich.“

Dann schien ihm bewusst zu werden, was er gerade gesagt hatte.

Seine Ohren zuckten. „Ich meinte natürlich—“

Alisaie prustete los.

„Nein, nein. Lass es.“

G'raha schloss kurz die Augen. „Ich hätte schweigen sollen.“

„Definitiv“, bestätigte Y'shtola trocken.

Und während die anderen lachten, traf G'rahas Blick erneut den von Mina.

Ein kleines, beinahe verlegenes Lächeln. „Aber ich freue mich darauf, deine kleine Welt kennenzulernen.“

Sein kleiner Finger berührte ihren noch immer. „Maid-Café inklusive.“

"Ich glaube so viele wie ihr dann seid müssen wir einen Extra Tag einlegen und extra die Räumlichkeiten freihalten. So viele Sitzplätze wie ich befürchte  haben wir nicht. Wenn es mehr als 30 Leute werden haben wir ein Platzproblem", und errötete bei G’rahas Kompliment. "Ich kann euch aber schon mal sagen das ich rot trage. Und ich habe als einzige Maid einen Gästezauber", erklärte sie.

Alisaies Augen wurden noch größer. „Mehr als dreißig?!“

Alphinaud sah Mina überrascht an. „Wie viele Leute arbeiten denn in diesem Café?“

Y'shtola wirkte deutlich weniger überrascht, hob aber interessiert eine Augenbraue. „Ein Gästezauber? Das klingt ungewöhnlich.“

G'raha hatte währenddessen offensichtlich an etwas ganz anderem zu knabbern.

Nicht am Kuchen.

An Minas Aussage. „Rot.“

Seine Ohren zuckten leicht. „Das dürfte dir stehen.“

Alisaie grinste breit. „G'raha.“

„Was?“

„Du hast es schon wieder gemacht.“

„Was habe ich gemacht?“

„Ein Kompliment.“

G'raha wurde prompt etwas rot. „Ich habe lediglich eine Farbe bestätigt.“

„Natürlich.“

Alphinaud schmunzelte. „Du machst es nicht besser.“

G'raha seufzte und wandte sich wieder Mina zu. „Entschuldige.“

Doch das kleine Lächeln blieb.

Dann wurde seine Aufmerksamkeit wieder von ihrem Gästezauber geweckt. „Aber jetzt hast du meine Neugier wirklich geweckt.“

Y'shtola nickte. „Was genau bewirkt dieser Zauber?“

Alisaie legte sofort beide Hände auf den Tisch. „Ja!“

„Ich möchte das auch wissen.“

„Alisaie, du willst alles wissen.“

„Natürlich.“

G'raha lachte leise. „Dann scheinst du tatsächlich die einzige Maid mit einem solchen Zauber zu sein.“

Sein Blick wanderte neugierig zu Mina. „Ist er dafür gedacht, die Gäste zu unterhalten? Oder hat er eine andere Funktion?“ Er machte eine kleine Pause. „Und vor allem…“ Ein schelmisches Funkeln erschien in seinen Augen. „...was passiert, wenn wir ihn bei unserem Besuch abbekommen?“

Alisaie grinste. „Das will ich sehen.“

„Ich auch“, fügte Alphinaud hinzu.

Y'shtola schüttelte nur leicht den Kopf. „Ich fürchte, Mina hat sich damit gerade eine ganze Reihe neugieriger Gäste eingebrockt.“

G'rahas Finger berührte ihren noch immer.

Ganz leicht.

Und diesmal lächelte er nur. „Aber dreißig Gäste oder nicht...“

Sein Blick wurde warm. „Ich möchte es sehen.“

Dann lehnte er sich zurück. „Deine kleine Welt scheint doch größer zu sein, als du behauptest.“

"Unser Personal ist zwischen 8 und 10 Leuten besetzt", ging es an Alphinaud. "Ja jeder kann sich das selber aussuchen. entweder möchte man sich nur zu den Gästen setzen und mit ihnen plaudern wenn welche alleine sitzen. Andere führen was vor oder tanzen. Unterschiedlich. Man kann uns Maids auch einzeln buchen zum Lokal und den Abend Privat", erklärte sie das reportair herunter. Mina schaute G’raha fragend bei seiner Entschuldigung an. Sie hatte das Kompliment gar nicht mitbekommen das sie Alphinaud gerade alles erklärte. "Leute das ist kein richtiger zauber", versuchte sie zu beruhigen. "Das dient ausschließlich zur Unterhaltung wenn ich den Gästen ihre speisen bringe. Und eine wirre Wortfolge gefolgt mit einer  peinlicher Pose. Mehr nicht."

Alisaie starrte Mina mit wachsender Begeisterung an. „Man kann eine Maid privat buchen?“

Alphinaud hob sofort eine Hand. „Alisaie.“

„Was denn? Ich frage nur.“

Y'shtola lächelte. „Du bist ausgesprochen interessiert.“

„Natürlich bin ich das!“

G'raha hatte währenddessen bei Minas Erklärung des „Zaubers“ zunächst aufmerksam zugehört. Bei wirre Wortfolge und peinlicher Pose veränderte sich sein Gesichtsausdruck jedoch langsam. „Eine peinliche Pose?“

Seine Ohren stellten sich neugierig auf. „Und das soll funktionieren?“

Alisaie grinste. „Jetzt will ich es erst recht sehen.“

„Nein“, sagte G'raha trocken.

„Wie, nein?“

„Ich glaube, Mina sollte selbst entscheiden, ob sie uns diese Vorführung antut.“

Dann sah er zu Mina. „Obwohl…“ Ein kleines Schmunzeln. „Ich gebe zu, dass ich neugierig bin.“

Y'shtola nahm einen Schluck Tee. „Ich vermute, das ist einer dieser Momente, in denen Mina später bereuen wird, uns davon erzählt zu haben.“

Alphinaud nickte. „Sehr wahrscheinlich.“

G'raha hob beschwichtigend die Hände. „Wir werden dich nicht zwingen.“ Sein Blick wurde wieder warm. „Aber ich würde mich freuen, es irgendwann einmal zu sehen.“ Dann schien ihm plötzlich wieder etwas einzufallen. „Und was deine Erklärung über das Café betrifft…“ Er legte den Kopf leicht schief. „Das klingt nach deutlich mehr Arbeit, als ich angenommen hatte.“

Alisaie nickte. „Acht bis zehn Mitarbeiter für dreißig Gäste klingt nach ordentlich Trubel.“

„Vor allem, wenn jeder Gast eine eigene Maid buchen kann“, ergänzte Alphinaud.

Mina konnte sehen, wie G'raha kurz nachdenklich wurde. „Dann sollten wir vermutlich nicht alle gleichzeitig dort auftauchen.“

Alisaie protestierte sofort. „Doch!“

„Alisaie.“

„Wir könnten uns aufteilen.“

Y'shtola lächelte. „Das wäre vermutlich tatsächlich die vernünftigste Lösung.“

G'raha sah wieder zu Mina. „Aber jetzt verstehe ich zumindest, warum du gesagt hast, dass deine Welt klein sei.“ Ein kleines Lächeln. „Sie ist vielleicht klein.“

Sein Finger berührte ihren wieder ganz leicht. „Aber langweilig scheint sie nicht zu sein.“

Und diesmal blieb sein Blick einen Herzschlag länger auf ihr liegen.

Bevor Alisaie natürlich prompt dazwischenplatzte: „Also, Mina!“

Sie beugte sich neugierig über den Tisch. „Wie lautet diese wirre Wortfolge eigentlich?“

Sie blickte zu G’raha. "Ja die Gäste freuen sich und ich darf das Trinkgeld behalten. Was denkst du wie ich das Gil für das Haus zusammen bekommen habe. Das war nicht billig." und blickte zu Y'sthola mit einem Blick der sagte wie recht du doch hast. Sie schaute bei G‘rahas Worten wieder zu ihm bevor sie sich losriss und sich die Wange kratzte bei Alisaises frage. "Na ja ich könnte sie euch ja zeigen....aber im Kostüm hat das mehr Effekt. Außerdem hab ich mein Zaubermaterial nicht dabei was ich dafür brauche."

Alisaies Augen leuchteten sofort auf. „Du hast sogar Zaubermaterial dafür?“

„Alisaie“, sagte Alphinaud bereits warnend.

„Was denn? Das wird immer interessanter!“

Y'shtola betrachtete Mina mit einem amüsierten Blick. „Ich glaube, du hast soeben einen Fehler gemacht, indem du erwähnt hast, dass es dafür eine besondere Vorbereitung gibt.“

G'raha musste lachen. „Da muss ich Y'shtola zustimmen.“

Dann wandte er sich Mina zu. „Und jetzt verstehe ich auch, wie du dir dein Haus leisten konntest.“ Sein Blick wanderte kurz zu ihrer Tasse und dann wieder zurück. „Du hast dir das also selbst erarbeitet.“ Da lag wieder dieser Ausdruck in seinen Augen.

Nicht Mitleid.

Nicht Überraschung.

Eher ehrliche Anerkennung. „Das ist beeindruckend.“

Alisaie nickte sofort. „Finde ich auch.“

Alphinaud lächelte. „Ein eigenes Haus ist schließlich keine Kleinigkeit.“

Y'shtola fügte trocken hinzu: „Und offenbar finanziert Mina es mit Kaffee, Kuchen und...“

Sie sah Mina an. „...peinlichen Zaubern.“

Mina konnte vermutlich schon ahnen, dass diese Bezeichnung sich festsetzen würde.

G'raha grinste. „Ich glaube, ich werde mir das merken.“

Dann legte er den Kopf leicht schief. „Aber du hast recht. Wenn der Zauber mit deinem Kostüm verbunden ist, sollten wir ihn nicht vorwegnehmen.“

Ein kleines, verschwörerisches Lächeln. „Dann müssen wir wohl tatsächlich das Café besuchen.“

Alisaie hob sofort beide Hände. „Ich bin dabei!“

„Natürlich bist du dabei.“

„Wann gehen wir?“

„Alisaie.“

„Was?“

G'raha seufzte. „Mina arbeitet dort. Wir sollten ihr nicht einfach den nächsten Arbeitstag überfallen.“

Alisaie verschränkte die Arme. „Dann planen wir es.“

„Das ist besser.“

G'raha wandte sich wieder Mina zu. „Und keine Sorge.“ Sein Blick wurde sanfter. „Wenn wir kommen, dann als Gäste.“

Ein kurzer Blick zu Alisaie. „Wir werden uns benehmen.“

„Ich werde mich benehmen.“

Alphinaud hob eine Augenbraue. „Das klang verdächtig.“

„Ich meinte es ernst!“

Y'shtola lächelte. „Das wird ein interessanter Abend.“

G'raha sah wieder zu Mina. „Und wenn du dann dein Kostüm trägst…“ Er machte eine kleine Pause. „...werde ich vermutlich endlich verstehen, warum du so geheimnisvoll darüber sprichst.“

Sein kleiner Finger fand ihren erneut.

Diesmal ganz bewusst.

„Aber bis dahin lasse ich mich überraschen.“

Ein warmes Lächeln. „Das ist schließlich viel spannender.“

Sie beugte sich zu G’raha und flüsterte ihm zu. "Ich würde Alisae wohl die Illusion rauben wenn ich sage das sich um Blumen handelt die sich in der Luft einfach auflösen, oder?", flüsterte sie ihm zu wobei ihr Finger dichter an seinen drückte unbewusst.

Dann richtete sie sich wieder auf. "Na ich muss mit der Chefin reden wann wir platz haben für so viel Leute und wir sind dann alle da", erklärte sie.

G'raha beugte sich ein wenig zu ihr, als sie ihm zuflüsterte. Bei ihren Worten musste er sich ein Lachen verkneifen.

„Ich fürchte, ja“, flüsterte er zurück. „Das würde Alisaie vermutlich umgehend als enttäuschend bezeichnen.“

Sein Blick wanderte kurz zu der jungen Elezin, die gerade höchst interessiert versuchte, aus dem Gespräch etwas aufzuschnappen.

„Allerdings glaube ich, dass sie trotzdem darauf bestehen würde, es mit eigenen Augen zu sehen.“

Als Minas Finger sich dabei unbewusst etwas fester gegen seinen drückte, hielt G'raha für einen kurzen Moment inne.

Seine Augen wanderten zu ihren Händen.

Dann sah er wieder zu ihr.

Ein kleines, warmes Lächeln.

Diesmal bewegte er seinen Finger ganz bewusst gegen ihren.

Nur leicht.

„Blumen, die sich in Luft auflösen...“, murmelte er. „Ich glaube, das könnte sogar mir gefallen.“

Alisaie wurde plötzlich aufmerksam. „Was flüstert ihr da?“

G'raha richtete sich wieder auf. „Geheimnisse.“

„Das ist unfair!“

„Dann musst du dich eben gedulden.“

„Pff.“

Alphinaud schüttelte amüsiert den Kopf.

Als Mina schließlich erklärte, sie würde mit ihrer Chefin sprechen und dann einen passenden Termin für alle vereinbaren, nickte G'raha. „Das klingt nach einem guten Plan.“

Alisaie strahlte. „Dann steht es fest!“

„Offenbar“, sagte Y'shtola trocken.

Alphinaud hob seine Tasse. „Auf unseren zukünftigen Besuch im Maid-Café.“

Alisaie hob ihre sofort ebenfalls. „Und auf die Blumen!“

G'raha schmunzelte. „Auf Mina.“

Sein Blick blieb bei ihr. „Und darauf, dass sie uns ihre Welt zeigt.“

Er hob seine Tasse ebenfalls. „Ganz gleich, wie klein sie sein mag.“

Dann stießen die vier Tassen aneinander.

Und unter dem Tisch blieb die kleine Berührung ihrer Finger bestehen.

Diesmal machte keiner von beiden Anstalten, sie zu lösen.

Hastig trank sie einen großen Schluck ihres Cafes nach dem anstoßen. Sie genoss die kleine Berührung so lange sie anhielt, bis sie wohl nach hause gehen würden. "Ich glaube Mai muss dann extra viel backen und kochen, alleine schon für Alisaie.“

Alisaie legte sich sofort eine Hand auf die Brust. „Warum werde ich hier eigentlich ständig als verfressene Person dargestellt?“

Alphinaud sah sie trocken an. „Weil du dich selbst hervorragend darstellst.“

„Alphinaud!“

Y'shtola lächelte. „Mina hat allerdings einen Punkt. Wenn wir tatsächlich alle gemeinsam kommen, solltest du dich auf einiges an Essen einstellen.“

Alisaie nickte zufrieden. „Das klingt nach einem ausgezeichneten Plan.“

„Das war keine Einladung, alles aufzuessen.“

„Ich weiß.“

Eine kurze Pause. „Aber ich werde es trotzdem versuchen.“

G'raha lachte leise und wandte sich an Mina. „Ich fürchte, du hast dir damit tatsächlich einiges eingebrockt.“ Sein Blick wanderte kurz zu Alisaie. „Wobei ich nicht besser bin.“

Alisaie grinste. „Das weiß sie doch längst.“

G'raha seufzte gespielt ergeben. „Dann sollten wir Mina wenigstens vorher warnen.“

Er sah sie an. „Vielleicht müssen wir tatsächlich vorher ankündigen, wie viele Kuchen wir benötigen.“

Sein Blick fiel kurz auf ihre Tasse. „Und Kaffee.“

Ein kleines Schmunzeln. „Sehr viel Kaffee.“

Y'shtola hob eine Augenbraue. „Ihr könntet natürlich auch selbst etwas mitbringen.“

Alisaie sah sie an, als hätte sie gerade etwas völlig Absurdes vorgeschlagen. „Wir sollen unseren Kuchen selbst mitbringen?“

„Das wäre zumindest höflich.“

Alphinaud nickte. „Ich finde, das ist eine gute Idee.“

Alisaie seufzte. „Na gut.“

G'raha sah wieder zu Mina. „Dann werde ich mich darum kümmern.“

Er machte eine kleine Pause. „Ich kann schließlich nicht erwarten, dass du für die ganze Gruppe alles alleine machst.“

Sein Ton war ruhig, aber bestimmt. „Du hast schon genug damit zu tun, uns zu ertragen.“

Ein warmes Lächeln. „Und außerdem...“

Sein kleiner Finger berührte ihren noch einmal. „...möchte ich dir auch einmal etwas zurückgeben.“

Seine Stimme war leiser geworden.

Dann lehnte er sich wieder zurück und nahm einen Schluck Kaffee.

Alisaie sah zwischen den beiden hin und her.

Y'shtola ebenfalls.

Alphinaud tat zumindest so, als würde er nichts bemerken.

Doch keiner sagte etwas.

Und vielleicht war das gerade ganz gut so.

Zuerst verstand sie nicht, doch dann fiel der Groschen. "Ah weil ich da auch selber ab und zu backe, jetzt versteh ich. "Das ist lieb von dir Graha", ging es an ihn zurück. "Aber entschuldigt mich mal, ich muss für kleine Mietzen", sagte sie und stand auf. "der Kaffee", und ging dann zur Toilette. Dort atmete sie tief durch und griff sich mit beiden Händen durchs Haar. Besah sich dabei in den Spiegel. Die Roten und geschwollenen Augen war etwas zurück gegangen, aber sie sah trotzdem schrecklich aus. "Ich seh ja grausam aus", als sie sich im spiegel betrachtete und ging erst mal auf Toilette. Dann wusch sie sich die Hände und klatschte sich auch zwei Hände voll kaltes Wasser ins Gesicht.

Während Mina zur Toilette verschwand, blieb G'rahas Blick noch einen Moment an der Tür hängen.

Alisaie bemerkte es natürlich. „Du hast sie vermisst.“

G'raha blinzelte. „Was?“

„Mina.“

„Ich—“

Alphinaid seufzte leise. „Alisaie.“

„Was denn?“

Y'shtola stellte ihre Tasse ab. „Sie hat nicht ganz unrecht.“

G'raha senkte kurz den Blick auf seine Hände. „Ja.“

Diesmal widersprach er nicht. „Ich habe sie vermisst.“

Alisaies Gesicht wurde sofort etwas weicher. „Dann sag es ihr.“

G'raha schwieg.

„Ich glaube“, sagte Y'shtola ruhig, „das hat er gerade getan.“

Er sah zu ihr. „Vielleicht.“

„Nicht vielleicht“, erwiderte sie.

G'raha atmete langsam aus. „Ich möchte nichts überstürzen.“

Alphinaud nickte verständnisvoll. „Das wäre vermutlich auch nicht klug.“

„Aber ich möchte auch nicht wieder danebenstehen und zusehen, wie sie verschwindet.“

Y'shtolas Blick wurde warm. „Dann tu das nicht.“

G'raha lächelte schwach. „Ich werde es versuchen.“

Alisaie schob ihm demonstrativ den Teller mit dem letzten Stück Kuchen entgegen. „Dann iss. Du denkst besser, wenn du Kuchen hast.“

G'raha sah sie fassungslos an. „Das ist deine Lösung?“

„Bei dir funktioniert es.“

Er nahm das Stück tatsächlich. „Vielleicht hast du recht.“

Im Badezimmer war es dagegen vollkommen still.

Das kalte Wasser hatte zumindest dafür gesorgt, dass Minas Gesicht etwas weniger erhitzt wirkte.

Sie hob den Kopf und betrachtete sich erneut im Spiegel.

Die geröteten Augen waren noch immer deutlich zu sehen.

Doch zumindest sah sie nicht mehr ganz so aus, als hätte sie die letzten Wochen ausschließlich aus Tränen bestanden.

Sie strich sich die nassen Haare aus dem Gesicht.

„Na toll...“

Ein leises Seufzen.

Dann betrachtete sie ihr Spiegelbild noch einmal.

Sie hatte gelacht.

Mehrmals.

Und das nicht nur höflich.

Sie hatte sich wohlgefühlt.

Und das Schlimmste daran?

Sie hatte sich bei ihm wohlgefühlt.

Vielleicht sogar zu wohl.

Mina schloss kurz die Augen.

Langsam.

Sie musste langsam machen.

Sie durfte nicht wieder anfangen, jedes kleine Wort, jede Berührung und jeden Blick auseinanderzunehmen.

Denn sonst würde sie sich wieder Hoffnungen machen.

Und diesmal wollte sie nicht davonlaufen müssen.

Sie trocknete sich das Gesicht ab, strich ihre Kleidung glatt und atmete noch einmal tief durch.

Dann öffnete sie die Tür.

Und kaum trat sie wieder in den Gastraum, hob G'raha den Kopf.

Sein Blick fand sie sofort.

Er lächelte.

Nicht groß.

Nicht auffällig.

Einfach nur warm.

Als wäre er froh, dass sie wieder da war.

Sofort als er sie erblickte hielt sein blick sie gefangen und für einen kleinen Moment blieb sie einfach nur da stehen und blickte ihn durch den Gäste Raum an. Aber auch als sie wieder zu den anderen ging,  blieb ihr Blick auf ihn und sie wäre fast über die kleine stufe gestolpert. Dann setzte sie sich und umfasste ihre Tasse mit beiden Händen.

G'rahas Augen weiteten sich ein wenig, als Mina beinahe über die kleine Stufe stolperte. „Vorsicht!“

Seine Hand hob sich reflexartig, als wolle er aufspringen und sie auffangen. Doch Mina hatte bereits wieder Halt gefunden.

Er ließ die Hand langsam sinken. „Entschuldige. Ich wollte dich nicht erschrecken.“

Alisaie grinste über ihre Tasse hinweg. „Du hast sie eher völlig aus dem Konzept gebracht.“

G'raha warf ihr einen Blick zu. „Das war nicht meine Absicht.“

„Mhm.“

Y'shtola beobachtete die beiden kurz, sagte aber nichts.

Mina setzte sich wieder neben G'raha und umfasste ihre Tasse mit beiden Händen. G'raha bemerkte, wie fest sie sie hielt. „Alles in Ordnung?“

Seine Stimme war leise.

Dann schob er ihr, ohne großes Aufheben darum zu machen, die Serviette ein Stück näher, falls noch Wasser von ihrem Gesicht an den Händen oder ihrer Kleidung war.

„Du siehst übrigens schon viel besser aus.“

Eine kurze Pause. „Nicht, dass du vorher schlecht ausgesehen hättest.“

Seine Ohren klappten leicht zur Seite. „Ich meinte...“

Alisaie musste sich sichtbar das Lachen verkneifen. „G'raha.“

„Ich weiß.“ Er schloss kurz die Augen. „Ich sollte wirklich lernen, vorher nachzudenken.“

Alphinaud schmunzelte. „Das wäre vermutlich hilfreich.“

G'raha ignorierte ihn und sah wieder zu Mina.

Diesmal war sein Blick ruhiger. „Ich wollte nur sagen, dass du wieder etwas mehr wie du selbst aussiehst.“

Ein kleines Lächeln. „Du hast heute schon mehr gelacht als in den letzten Wochen, seit ich dich kenne.“

Seine Stimme wurde sanfter. „Das freut mich.“

Unter dem Tisch bewegte sich sein Schweif ein wenig.

Ganz zufällig?

Vielleicht.

Denn wenige Augenblicke später streifte die Spitze wieder Minas Schweif.

G'raha sah nicht nach unten.

Er ließ die Berührung einfach bestehen.

Alisaie dagegen bemerkte es natürlich.

Sie öffnete bereits den Mund.

Y'shtolas Hand legte sich wortlos auf ihren Unterarm.

Alisaie sah zu ihr.

Y'shtola schüttelte kaum merklich den Kopf.

Alisaie grinste.

Und schwieg.

G'raha nahm einen Schluck Tee und sah Mina über den Rand seiner Tasse hinweg an.

„Also...“

Ein kleines Lächeln. „Wo waren wir, bevor du uns wegen des Kaffees verlassen hast?“

Sie schrägte den Kopf. "Danke. Sag doch einfach frei heraus das ich scheiße aussehen für meine Verhältnisse", und rieb sich die Stirn. "Es ist aber auch viel passiert. Vielleicht zu viel", sagte sie leise. Und setzte sich gerade hin als sie G’rahas Schweif spitze spürte die wieder ihre Berührte. "Sorry ich wollte nicht so fauchen. Bei dem Maid Cafe,"antwortete  sie auf seine Frage hin.

G'raha blinzelte bei ihrer Bemerkung. „Das habe ich nicht gesagt.“

Ein kleines, schiefes Lächeln erschien. „Und ich würde es auch nicht so formulieren.“ Seine roten Augen musterten sie einen Moment, bevor sein Ausdruck weicher wurde. „Du sahst erschöpft aus. Das ist etwas anderes.“

Er ließ die Worte kurz stehen. „Und ja…“ Sein Blick senkte sich für einen Moment auf seine Tasse.

„Es ist viel passiert.“

Y'shtola schwieg, aber ihr Blick verriet, dass sie den Satz durchaus verstanden hatte.

Alisaie und Alphinaud wechselten ebenfalls einen kurzen Blick.

G'raha wandte sich wieder Mina zu.

„Du musst dich übrigens nicht entschuldigen.“ Er machte eine kleine Pause. „Für das Fauchen.“ Ein leises Schmunzeln. „Ich glaube, ich hätte es verdient, wenn du mich gelegentlich anfauchst.“

Alisaie prustete los. „Das klingt fast nach einer Einladung.“

„Alisaie.“

„Was denn?“

G'raha schüttelte lachend den Kopf.

Dann wandte er sich wieder Mina zu. „Also... das Maid-Café.“

Seine Augen bekamen diesen neugierigen Ausdruck zurück. „Du hast gesagt, dass die Gäste dort mit den Maids reden, manche etwas aufführen und dass man sie sogar einzeln buchen kann.“

Er überlegte.

„Und du bist dort offenbar eine der Maids, die einen eigenen kleinen...“

Er suchte nach dem Wort. „...Auftritt haben.“

Alisaie hob sofort die Hand. „Und sie trägt dabei Rot.“

„Das hatte ich nicht vergessen“, sagte G'raha trocken.

Seine Ohren zuckten leicht. „Ich bin nur noch immer neugierig, was genau du dort machst.“

Er sah Mina an. „Aber keine Sorge. Ich werde dich nicht dazu bringen, es hier vorzuführen.“

Eine kurze Pause. „Noch nicht.“

Alisaie grinste.

Y'shtola hob nur eine Augenbraue.

G'raha seufzte. „Das war ein Scherz.“Dann, etwas leiser: „Wenn wir wirklich kommen, möchte ich, dass du dich dabei wohlfühlst.“

Sein Schweif berührte ihren weiterhin leicht. „Wir kommen nicht, um dich in Verlegenheit zu bringen.“

Ein warmes Lächeln. „Wir kommen, weil wir deine Welt kennenlernen möchten.“

Und diesmal klang es so selbstverständlich, dass Mina vielleicht zum ersten Mal wirklich glauben konnte, dass er es ernst meinte.

"In erster Linie bediene ich da die Gäste und Sorge dafür das sie sich wohlfühlen", erklärte sie. "Macht euch keine Platte wir haben schon größere Veranstaltungen gestemmt. Wie eine Hochzeit die bei uns veranstaltet wurde. Wir haben noch ein paar zusätzlich Stühle und Tische gemietet und sie dann draußen im Garten aufgestellt und die Tür aufgelassen, wegen den Durchgangsverkehr. Nur im Winter könnte das etwas kalt werden draußen. Ich fühle mich sehr wohl bei meiner Arbeit. Keine Sorge. Und wenn ihr Spaß habt ist es für uns umso einfacher. Nur etwas stressig könnte es werden, aber das ist halt so wenn wir volles Haus haben. Geht andern Häusern auch nicht anders."

G'raha hörte aufmerksam zu und nickte langsam. „Dann muss ich mir wohl tatsächlich keine Sorgen machen.“

Ein kleines Lächeln. „Obwohl eine Hochzeit mit zusätzlicher Bestuhlung im Garten durchaus nach einer größeren logistischen Herausforderung klingt.“

Alphinaud nickte anerkennend. „Und offenbar hast du schon Erfahrung damit, auch unter solchen Bedingungen den Überblick zu behalten.“

„Das klingt nach deutlich mehr Verantwortung, als man bei einem Maid-Café zunächst vermuten würde“, fügte Y'shtola hinzu.

Alisaie grinste. „Ich wusste doch, dass das spannend wird.“

G'raha musste lachen. „Für dich ist inzwischen vermutlich alles spannend, solange es Kuchen beinhaltet.“

„Das ist nicht wahr.“

Alphinaud sah sie an. „Doch.“

„Verräter.“

Mina konnte sehen, wie G'rahas Blick wieder zu ihr wanderte. „Aber es freut mich, dass du dich dort wohlfühlst.“ Seine Stimme wurde etwas ruhiger. „Gerade nach den letzten Wochen.“ Ein kurzer Moment. „Es ist gut, wenn du einen Ort hast, an dem du einfach du selbst sein kannst.“

Sein kleiner Finger berührte noch immer ihren.

Diesmal bewegte er ihn nicht einmal mehr weg, als ihre Schweife sich erneut leicht berührten.

„Und wenn es stressig wird…“ Er lächelte. „Dann werden wir uns bemühen, möglichst angenehme Gäste zu sein.“

Alisaie hob die Hand. „Ich verspreche, nur ein bisschen schwierig zu sein.“

„Das ist keine Beruhigung.“

„Für mich schon.“

Y'shtola schüttelte den Kopf. „Ich vermute, wir sollten Mina vorher tatsächlich Bescheid geben, damit sie sich auf uns vorbereiten kann.“

G'raha nickte. „Auf jeden Fall.“

Dann sah er wieder zu Mina. „Und falls wir den Termin finden, an dem es besonders voll ist...“

Ein leicht schelmischer Ausdruck trat in seine Augen. „...werde ich mich nicht beschweren, wenn du währenddessen keine Zeit hast, dich ständig um uns zu kümmern.“

Eine kleine Pause. „Auch wenn ich natürlich gerne ein wenig deiner Aufmerksamkeit hätte.“

Alisaie erstarrte mitten in der Bewegung.

Alphinaid hob langsam die Augenbrauen.

Y'shtola nahm einfach einen weiteren Schluck Tee.

G'raha bemerkte die Reaktionen der anderen und seufzte. „Das ist schon wieder anders angekommen, als ich es meinte.“

Alisaie grinste. „Sicher.“

„Ich meinte es vollkommen harmlos.“

„Natürlich.“

G'raha wandte sich wieder Mina zu, inzwischen leicht verlegen. „Ich wollte lediglich sagen, dass du dort arbeitest und nicht unsere persönliche Bedienung bist.“ Ein kurzes, entschuldigendes Lächeln. „Obwohl…“ Er hielt inne. „Nein.“ Er schüttelte den Kopf. „Ich sage jetzt besser gar nichts mehr.“

Alisaie brach in Gelächter aus.

Und diesmal lachte G'raha selbst mit.

"Das ist schon Routine das wir das alles vorher vorbereiten. Wird nur hektisch bei uns, aber wir haben unserer Routine drin. Ich arbeite nicht erst seit ein paar Wochen mit den anderen zusammen. Wir lassen es den Gästen nicht anmerken wenn es gerade stressig wird. Wir haben nur eine Kleider Ordnung, das solltet ihr auch wissen. Keine zu  kurzen Hosen oder Röcke. Und nicht zu weiten ", und machte eine Handbewegung bei ihren ausschnitt. „Wir begrüßen die Gäste besonders und die Gäste dürfen sich aussuchen welche Maid sie an diesen Abend bedient. Das wars dann aber auch schon alles."

Mina schaute G’raha einfach nur wegen der äußerung fassungslos an.

Alisaie nickte eifrig, als Mina die Regeln erklärte. „Das klingt eigentlich ziemlich vernünftig.“

Alphinaud stimmte ihr zu. „Eine Kleiderordnung für Gäste dürfte einiges vereinfachen.“

Y'shtola lächelte leicht. „Und die Auswahl der Maid erklärt vermutlich auch, weshalb die Gäste sich dort so gut aufgehoben fühlen.“

Dann bemerkte sie Minas fassungslosen Blick in Richtung G'raha.

Alisaie folgte ihrem Blick. „Oh.“

Alphinaud seufzte.

„G'raha.“

„Was denn?“

„Du hast es schon wieder geschafft.“

G'raha sah zwischen den dreien hin und her. „Ich habe doch gar nichts gesagt.“

„Genau das ist das Problem“, meinte Alisaie.

G'raha runzelte die Stirn. „Ich habe lediglich versucht zu erklären, dass—“

Y'shtola hob eine Hand. „Lass es.“

Er schloss den Mund. „...Gut.“

Mina konnte sehen, wie seine Ohren sich leicht nach hinten legten. „Ich wollte dich wirklich nicht in Verlegenheit bringen.“ Dann sah er sie direkt an. „Ich meinte lediglich, dass ich mich als Gast an die Regeln halten werde.“ Ein kurzes, verlegenes Lächeln. „Versprochen.“

Alisaie grinste. „Er wird sich benehmen.“

„Danke.“

„Zumindest werde ich ihn daran erinnern.“

„Das brauche ich nicht.“

Alphinaud schmunzelte. „Das sehen wir dann beim Besuch.“

G'raha seufzte ergeben.

Dann wanderte sein Blick wieder zu Mina. „Und dass die Gäste sich ihre Maid aussuchen dürfen…“ Er hob leicht eine Augenbraue. „Das bedeutet also, dass wir tatsächlich die Wahl haben?“

Alisaie sah ihn sofort an. „Natürlich wirst du Mina wählen.“

G'raha erstarrte. „Alisaie.“

„Was?“

„Du kannst solche Dinge nicht einfach sagen.“

„Warum nicht?“

„Weil…“ Er suchte nach Worten. Seine Ohren wurden wieder ein wenig rot. „Weil Mina vielleicht gar nicht möchte, dass ich sie auswähle.“

Alisaie sah zu Mina. Dann wieder zu G'raha. „Das kannst du sie doch fragen.“

G'raha schwieg. Sein Blick wanderte zu Mina. Und plötzlich war die gesamte Albernheit aus seinem Gesicht verschwunden. „Würde es dir etwas ausmachen?“ Seine Stimme war leise.Ehrlich. „Wenn ich dich auswählen würde?“

Unter dem Tisch berührte sein kleiner Finger noch immer ihren.

Diesmal war es nicht versehentlich. Und er wartete tatsächlich auf ihre Antwort.

"Könnte ihn bitte jemand mal…", und stoppte mitten in Satz und schüttelte den Kopf. "Da geht es nicht darum ob es uns genehm ist wer uns als Maid wählt. Wenn der Gast uns wählt sind wir für den Abend für diesen Gast zuständig. Ob es uns passt oder nicht. Da geht es nicht um persönliche Vorlieben G’raha. Natürlich gibt es auch Gäste die ihre Lieblingsmaid haben und die regelmäßig kaum nach Eröffnung auswählen. Und wir sind so lange besetzt wie der Gast bleibt. Geht er sind wir wieder frei buchbar für den nächsten Gast der reinkommt Aber ich werde dafür sorgen das das Haus dann leer ist wenn ihr kommt. Ich melde einfach eine Private Familienfeier an, das wird schon gehen.“

Alisaie legte den Kopf schief. „Eine private Familienfeier?“

„Das klingt nach einem ausgezeichneten Plan“, meinte Alphinaud.

Y'shtola nickte zustimmend. „Damit dürfte zumindest verhindert werden, dass ihr nebenbei noch andere Gäste bedienen müsst.“

G'raha sah Mina einen Moment lang an. Bei ihren Worten über seine Frage senkten sich seine Ohren leicht. „Verstanden.“ Er hob beschwichtigend die Hände. „Dann habe ich das tatsächlich falsch verstanden.“ Ein kleines, verlegenes Lächeln. „Ich wollte daraus nichts Persönliches machen.“

Alisaie murmelte: „Hat aber ziemlich persönlich geklungen.“

G'raha warf ihr einen Blick zu. „Danke.“

„Gern.“

Er wandte sich wieder Mina zu. „Aber eine private Familienfeier…“ Sein Gesicht hellte sich etwas auf. „Das klingt tatsächlich schön.“

Alphinaud nickte. „Und deutlich entspannter.“

Y'shtola sah Mina prüfend an. „Du bist sicher, dass deine Chefin damit einverstanden ist?“

G'raha hob ebenfalls leicht eine Augenbraue. „Du musst das nicht für uns arrangieren, wenn es dir zu viel Aufwand macht.“ Seine Stimme wurde wieder sanfter. „Ich würde nicht wollen, dass du wegen uns zusätzlichen Stress hast.“

Alisaie hob sofort die Hand. „Ich könnte helfen!“

Alphinaud sah sie an. „Wobei?“

„Beim Essen.“

„Das ist vermutlich genau das, wovor Mina Angst hat.“

„Hey!“

G'raha lachte.

„Ich könnte zumindest beim Aufbau helfen.“

Dann fiel sein Blick wieder auf Mina. „Und wenn es tatsächlich klappt…“ Ein kleines Lächeln. „...freue ich mich darauf.“ Sein kleiner Finger berührte ihren noch immer. „Auf die Feier.“ Eine kurze Pause. „Auf deine berühmten Küchlein.“ Seine Augen funkelten. „Und darauf, endlich diese kleine Welt kennenzulernen, von der du uns heute so viel erzählt hast.“

Alisaie grinste. „Und auf den Zauber.“

„Natürlich“, murmelte G'raha. „Den Zauber dürfen wir nicht vergessen.“

Y'shtola schüttelte lächelnd den Kopf. „Ich fürchte, Mina hat sich mit dieser einen Information endgültig verraten.“

Und zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte sich Minas Zukunft vielleicht nicht mehr wie etwas an, vor dem sie davonlaufen musste. Sondern wie etwas, auf das sie sich tatsächlich freuen konnte.

"Das ist kein Stress, wir müssen nur Planen das alle Maids auch an diesen Abend Zeit haben. Das ist alles. Ich wurde schon für eine verlobung gebucht. Ein 6-Jähriger Geburtstag. Silvesterfeier. Jahrestage. Hochzeitsfeiern und einmal ganz Privat nur für eine Person. Aber wenn das passiert ist immer eine zweite Maid in Reichweite. Sollte der Gast über griffig werden was bei uns absolut zum Hausverbot führt", zählte sie auf. Man konnte hören das sie in diesen Job schon einige Jahre Berufserfahrung hatte.

Alisaie hörte aufmerksam zu und nickte langsam. „Dann ist das bei euch wirklich viel mehr als einfach nur... Kuchen und Kostüme.“

„Das klingt nach einem ziemlich gut organisierten Betrieb“, meinte Alphinaud. „Gerade wenn ihr auch private Veranstaltungen übernehmt.“

Y'shtola wurde bei dem letzten Punkt deutlich ernster. „Und es ist gut, dass ihr für solche Fälle klare Regeln habt. Niemand sollte sich von einem Gast etwas gefallen lassen müssen, nur weil er dafür bezahlt.“

G'raha nickte sofort. „Das sehe ich genauso.“ Sein Gesichtsausdruck war jetzt wesentlich ernster als zuvor. „Dass immer eine zweite Maid in Reichweite ist, halte ich für eine sehr vernünftige Vorsichtsmaßnahme.“

Dann sah er Mina an. „Und wenn jemand diese Grenze überschreitet, hat er dort nichts mehr verloren.“

Seine Stimme war ruhig, aber bestimmt. „Ganz gleich, wie viel er bezahlt.“

Alisaie nickte energisch. „Richtig.“

Alphinaud ergänzte: „Offenbar wird dort sehr darauf geachtet, dass die Mitarbeiterinnen sicher sind.“

Mina konnte ihnen vermutlich ansehen, dass sie diese Seite ihres Arbeitsplatzes ernst nahmen.

G'rahas Blick wurde wieder etwas weicher. „Du machst das also schon seit einigen Jahren.“

Ein kleines Lächeln. „Und ich dachte, du hättest einfach irgendwann beschlossen, neben deiner Ausbildung ein wenig auszuhelfen.“

Er schüttelte leicht den Kopf. „Du überraschst mich immer wieder.“

Y'shtola lächelte. „Das scheint eine ihrer besonderen Fähigkeiten zu sein.“

„Offenbar.“ G'raha sah kurz auf Minas Hände und dann wieder in ihr Gesicht. „Dann werde ich mir bei unserem Besuch wohl wirklich keine Sorgen machen müssen, dass du mit zehn Gästen gleichzeitig überfordert bist.“

Alisaie hob sofort einen Finger. „Wir werden vermutlich die schwierigsten.“

„Das befürchte ich ebenfalls.“

„Hey!“

G'raha lachte.

Dann wurde sein Blick wieder warm. „Aber ich finde es schön, dass du einen Ort hast, an dem du dich wohlfühlst.“

Sein kleiner Finger berührte ihren noch immer. „Und dass du dort offenbar etwas gefunden hast, worin du wirklich gut bist.“ Ein kurzes Schmunzeln. „Auch wenn du selbst behauptest, du könntest nicht viel.“ Seine Ohren zuckten leicht. „Ich glaube, langsam sollte ich aufhören, dir das jedes Mal zu erklären.“

Er sah sie an. „Du glaubst mir ja ohnehin erst, wenn ich es dir ungefähr hundertmal gesagt habe.“

Jetzt schmunzelte sie wieder bei G’rahas Worten. "Ich bin einfach unverbesserlich. Aber darum haben wir diese Regeln das dies nicht passiert das wir nicht als Maids völlig überforder sind mit Gästen. und außerdem haben wir auch zwei Butler die gleichzeitig als Wachpersonal für uns und die Gäste dann einschreiten. Sollte es ärger geben. Was aber mehr als selten vorkommt, die Gäste wissen sich zu benehmen bei uns."

G'raha lächelte bei ihren Worten. „Unverbesserlich?“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Das würde ich nicht sagen.“ Sein Blick blieb einen Moment länger auf ihr liegen. „Eigensinnig vielleicht.“ Ein kleines, verschmitztes Grinsen. „Aber das kann durchaus eine gute Eigenschaft sein.“

Alisaie nickte sofort. „Ich finde auch, dass sie recht hat.“

Alphinaud sah sie an. „Du stimmst ihr gerade zu, weil du sie magst.“

„Ja.“

„Wenigstens ehrlich.“

Y'shtola lächelte. „Es klingt jedenfalls so, als hätte euer Café ein ziemlich ausgeklügeltes System.“

G'raha nickte. „Zwei Butler, die gleichzeitig als Wachen fungieren, zusätzliche Maids für Notfälle und klare Regeln für Gäste.“ Er überlegte kurz. „Das ist tatsächlich beeindruckend organisiert.“ Dann sah er Mina wieder an. „Und ich nehme an, du hast deshalb auch so viel Vertrauen in deine Kollegen.“ Seine Stimme wurde sanfter. „Ihr kennt euch lange genug, um euch gegenseitig den Rücken freizuhalten.“ Ein kurzes Lächeln. „Das gefällt mir.“

Alisaie grinste. „Dann sind wir bei unserem Besuch ja bestens geschützt.“

„Du brauchst vermutlich eher Schutz vor dem Kuchen“, bemerkte Alphinaud.

„Sehr lustig.“

G'raha lachte leise. Dann bewegte sich sein kleiner Finger wieder ein wenig gegen Minas. „Und falls wir tatsächlich als Familie auftauchen…“ Er sah kurz zu den anderen. „...werden wir uns selbstverständlich benehmen.“

Y'shtola hob eine Augenbraue. „Ich werde dich daran erinnern.“

„Danke.“

„Sehr gern.“

G'raha wandte sich wieder Mina zu. „Aber ich glaube, ich verstehe jetzt besser, warum du deinen Arbeitsplatz so gerne hast.“ Sein Blick wurde warm. „Es ist nicht nur das Café.“ Eine kurze Pause. „Es sind die Menschen dort.“ Er lächelte.„Und das scheint etwas zu sein, das du besonders schätzt.“ Sein Schweif streifte ihren erneut. Diesmal blieb er einfach liegen. „Vielleicht ist deine Welt doch gar nicht so klein, Mina.“

Ein leises, fast nachdenkliches Lächeln. „Vielleicht hast du nur lange nicht mehr genau hingesehen.“

"Wir sind ein eingespieltes Team. Ich mach mir ehr sorgen um euch. Einigen Maids dürfte der Name Bund der Morgenröte etwas sagen. Oder eure Gesichter kennen. Das wird bei einigen Maids für aufgeregtes Getuschel sorgen. Ich richte mich schon mal moralisch darauf ein, das ich heimlich um ein paar Autogramme gebeten werde die ich besorgen soll."

Alisaie starrte Mina an. „Autogramme?“

Dann sah sie zu ihrem Bruder. „Von uns?“

Alphinaud hob eine Augenbraue. „Ich fürchte, das ist durchaus möglich.“

Y'shtola schmunzelte. „Der Bund der Morgenröte ist nun einmal nicht gerade unbekannt.“

G'raha verzog leicht das Gesicht. „Ich hatte gehofft, wir könnten wenigstens für einen Abend einfach nur Gäste sein.“

Alisaie grinste. „Das kannst du vergessen.“

„Danke für die Ermutigung.“

„Gern.“

Mina konnte sehen, wie G'raha bei der Vorstellung von aufgeregtem Getuschel ein wenig verlegen wurde.

„Aber wenn tatsächlich jemand nach einem Autogramm fragt...“

Er überlegte. „...dann sollten wir das vermutlich nicht ablehnen.“

Alphinaud nickte. „Solange es im Rahmen bleibt.“

Y'shtola sah zu Mina. „Und du wirst vermutlich zwischen deinen Kollegen vermitteln müssen.“

„Ich sehe schon“, murmelte G'raha. „Mina wird an diesem Abend nicht nur Maid, sondern auch unsere persönliche Aufpasserin.“

Alisaie lachte. „Das passt doch perfekt.“

G'raha sah Mina an. „Wobei ich ehrlich gesagt eher glaube, dass du uns irgendwann einfach irgendwo abstellst und sagst: Bleibt hier sitzen und benehmt euch.“

Ein schelmisches Lächeln. „Und weißt du was?“ Sein kleiner Finger berührte ihren wieder. „Ich würde wahrscheinlich sogar gehorchen.“

Alisaie riss die Augen auf. „Das möchte ich sehen.“

„Warum?“

„Weil du sonst immer alles besser weißt.“

„Das ist eine haltlose Behauptung.“

Alphinaud schnaubte. „Nein, ist es nicht.“

Y'shtola lächelte. „Mina, ich glaube, du hast gerade eine seltene Gelegenheit erhalten.“

„Welche?“, fragte G'raha misstrauisch.

„G'raha freiwillig dazu zu bringen, sich an Regeln zu halten.“

Alisaie grinste breit. „Dann sollten wir die Gelegenheit nutzen.“

G'raha ließ den Kopf leicht sinken. „Ich bereue diesen Abend bereits.“

Dann hob er den Blick wieder zu Mina. Und sein Lächeln wurde weich.

„Aber nur ein bisschen.“ Sein Schweif strich noch einmal leicht gegen ihren.

„Denn ehrlich gesagt…“ Eine kleine Pause. „...freue ich mich schon darauf.“

Auch ihr schweift strich gegen seinen, ganz automatisch. "Nein offiziell dürfen wir das nicht, also das mit den Autogrammen. Wenn dann vergeben wir höchstens selber welche. Aber so darf keine Maid auf ein Gast zugehen und um ein Autogramm offiziell fragen. Das machen die einige dann nach der Schließung, also quasi unter der Hand. Mai wird da einen Riegel vorschieben. Ich werde ich das auch nochmal erklären. Ihr soll euch bei uns als Gäste wohl fühlen, jeder wird da gleich behandelt, egal wie berühmt er ist."

G'raha nickte sofort und sein Gesicht wurde wieder etwas ernster. „Das finde ich gut.“ Er sah kurz zu den anderen „Dann sind wir einfach Gäste.“

Alisaie hob die Hand. „Auch wenn jemand ein Autogramm möchte?“

„Auch dann.“

„Schade.“

Alphinaud schmunzelte. „Ich glaube, Mina hat gerade sehr deutlich erklärt, dass ihre Chefin darauf achten wird.“

„Ja“, sagte Alisaie ergeben. „Ich werde mich benehmen.“

Y'shtola nahm einen Schluck Tee. „Eine Regel, die dafür sorgt, dass jeder Gast gleich behandelt wird, unabhängig von seinem Ruf, ist durchaus sinnvoll.“

G'raha nickte. „Und ehrlich gesagt…“ Sein Blick wanderte zurück zu Mina. „...ist mir das sogar lieber.“ Er lächelte leicht. „Ich möchte dort nicht als Mitglied des Bundes der Morgenröte sitzen.“ Eine kurze Pause. „Ich möchte dort als jemand sitzen, der deine Welt kennenlernt.“ Sein Schweif bewegte sich erneut und strich dabei ganz selbstverständlich gegen ihren. Diesmal schien keiner von beiden die Berührung überhaupt noch bewusst wahrzunehmen.

„Also werde ich mich an eure Regeln halten.“

Alisaie grinste. „Ich auch.“

Alphinaud hob eine Augenbraue. „Das klang erstaunlich überzeugt.“

„Ich kann mich benehmen.“

Y'shtola sah sie an. „Natürlich.“

„Warum sagt ihr das alle so?“

G'raha musste lachen. „Weil wir dich kennen.“

Dann wandte er sich wieder Mina zu. „Und was die Autogramme betrifft…“ Ein kleines Schmunzeln. „Falls nach der Schließung tatsächlich jemand eines möchte, werde ich mich wohl kaum beschweren.“

Alisaie nickte begeistert. „Ich auch nicht.“

„Aber während des Abends“, fügte G'raha hinzu, „werden wir uns benehmen und deine Kollegen ihre Arbeit machen lassen.“ Sein Blick wurde wieder warm. „Versprochen.“ Dann hob er seine Tasse. „Auf einen Abend, an dem wir einfach nur Gäste sind.“

Alisaie hob ihre ebenfalls. „Und auf die berühmten Küchlein.“

„Natürlich“, murmelte Alphinaud.

Y'shtola schmunzelte.

Und G'rahas kleiner Finger fand unter dem Tisch wieder ganz selbstverständlich Minas.

"Gott zum Glück ist da kein Alk drin sonst würde ich schon längst unter dem Tisch liegen so oft wie angestoßen wurde heute Abend", und trank ein Schluck ihres Kaffees welcher schon fast kalt war. Und drückte ihren Finger sachte gegen den G’rahas.

Alisaie sah auf ihre Tasse und dann zu Mina. „Stimmt. Wir stoßen heute erstaunlich oft an.“

Alphinaud hob trocken eine Augenbraue. „Wir haben bisher jedes Mal Kaffee oder Tee getrunken.“

„Das ist trotzdem ein Anstoßen.“

Y'shtola nickte seelenruhig. „Dann sollten wir vielleicht darauf achten, dass Mina ihren Kaffee auch tatsächlich austrinkt, bevor er vollständig kalt wird.“

Mina konnte sehen, wie G'raha kurz auf ihre Tasse blickte.

„Das wäre vermutlich sinnvoll.“

Er deutete mit dem Kinn darauf. „Ich glaube, der Kaffee hat inzwischen einen Zustand erreicht, den man nur noch als lauwarme Erinnerung bezeichnen kann.“

Alisaie kicherte. „Dann braucht sie einen neuen.“

G'raha hob die Hand. „Entschuldige?“

Er winkte die Kellnerin kurz heran. „Könnten wir für Mina bitte noch einen frischen Kaffee bekommen?“ Dann sah er zu ihr. „Der hier hat seinen Dienst geleistet.“ Ein warmes Lächeln. „Und bevor du behauptest, du könntest ihn trotzdem trinken: Ich habe inzwischen verstanden, wie ernst du deinen Kaffee nimmst.“

Unter dem Tisch spürte er, wie ihr Finger sanft gegen seinen drückte.

Sein Blick fiel für einen winzigen Moment nach unten.

Dann wieder zu ihr.

Ein kaum merkliches Lächeln.

Er erwiderte den Druck ebenso sacht.

Diesmal völlig selbstverständlich.

„Außerdem“, fügte er leise hinzu, sodass es beinahe nur für sie bestimmt war, „ist heute doch ein besonderer Abend.“

Seine roten Augen ruhten auf ihr. „Da darf es ruhig ein frischer Kaffee sein.“

Alisaie lehnte sich zu Alphinaud. „Siehst du? Er hat sich ihre Kaffeegewohnheiten gemerkt.“

„Offensichtlich.“

„Das ist irgendwie süß.“

G'raha wurde augenblicklich rot.

„Alisaie.“

„Was? Es stimmt doch.“

Y'shtola lächelte nur in ihre Tasse.

Und unter dem Tisch blieb die kleine Berührung ihrer Finger bestehen.

Erst kicherte sie dann schaute sie etwas ernst. "He beleidige meinen heiß geliebten Kaffee nicht. Er könnte dich hören und du verletzt seine Gefühle vielleicht", verteidigte sie ihre Tasse und streichelte sie sanft. "Ein besonderer Tag? Hat jemand Geburtstag?", fragte sie. Und wurde bei Alisaies Worten Rot.

G'rahas Ohren stellten sich bei ihrer Verteidigung des Kaffees amüsiert auf. „Verzeihung.“ Er legte eine Hand theatralisch auf die Brust. „Ich wollte deinen Kaffee selbstverständlich nicht beleidigen.“

Alisaie grinste. „Sie hat gerade ernsthaft ihre Tasse gestreichelt.“

„Ich habe es gesehen.“

„Das ist niedlich.“

Mina konnte sehen, wie G'raha kurz zu ihrer Hand auf der Tasse blickte.

„Vielleicht sollte ich mich bei ihm entschuldigen.“ Ein kleines Grinsen. „Schließlich möchte ich nicht riskieren, dass er mir künftig aus Trotz schlechter schmeckt.“

Doch bei ihrer nächsten Frage änderte sich sein Gesichtsausdruck. „Hat jemand Geburtstag?“

Er blinzelte. „Nein.“

Alisaie legte sofort beide Hände vor den Mund.

Alphinaud seufzte.

„Nicht schon wieder.“

G'raha sah Mina an. „Ich meinte damit nicht einen besonderen Tag im Sinne eines Geburtstages.“

Er hielt kurz inne. „Sondern...“

Sein Blick wurde weicher. „...dass du heute wieder hier bei uns sitzt.“

Ein kurzer Moment der Stille. „Nach allem, was passiert ist.“

Seine Finger bewegten sich unter dem Tisch ganz leicht gegen ihren. „Für mich ist das besonders.“

Alisaie wurde plötzlich ganz still.

Auch Alphinaud sagte nichts.

Y'shtola beobachtete die beiden nur mit diesem ruhigen, wissenden Lächeln.

G'raha schien erst nach einigen Herzschlägen zu merken, wie offen das gerade gewesen war.

Seine Ohren wurden wieder rot. „Das wollte ich damit sagen.“ Er sah kurz auf seine Tasse. Dann wieder zu Mina. „Nicht mehr.“ Eine kleine Pause. „Und vielleicht auch nicht weniger.“

Alisaie schaffte es keine drei Sekunden, bevor sie breit grinste. „Das war ziemlich süß.“

„Alisaie...“

„Ich habe nichts gesagt.“

„Du hast es laut gesagt.“

„Stimmt.“

G'raha schüttelte lachend den Kopf.

Doch sein kleiner Finger blieb an Minas. Und diesmal zog er ihn auch dann nicht zurück, als ihre Berührung wieder ein kleines bisschen stärker wurde.

"Natürlich, denkst du Tassen haben keine Gefühle?", fragt sie Alisaie. "Ach so das, ja", für sie war das aber mehr als nur ein besonderer Tag. Es war ein Wunder, das sie sich darauf eingelassen hatte.

Alisaie sah Mina vollkommen ernst an. „Natürlich haben Tassen keine Gefühle.“ Sie hielt inne. „...oder?“

Alphinaud schloss kurz die Augen. „Bitte fang jetzt nicht damit an.“

Y'shtola schmunzelte. „Ich denke, Mina hat eine sehr ausgeprägte Beziehung zu ihrem Kaffee.“

„Das ist eine gesunde Beziehung“, verteidigte Mina ihre Tasse.

G'raha hob seine Tasse leicht an. „Dann werde ich mich hüten, mich zwischen die beiden zu stellen.“

Ein leises Lachen ging durch die Runde.

Doch als Mina auf seine Worte nur mit einem Achso, das reagierte, verschwand sein Grinsen langsam.

Er hatte bemerkt, dass es für sie offenbar weit mehr war.

Sein Blick blieb bei ihr. „Für dich ist es auch etwas Besonderes.“ Keine Frage. Er sagte es ruhig. Nicht drängend. „Dass du heute hier sitzt.“ Seine Stimme wurde leiser. „Und dass du dich darauf eingelassen hast.“ Er ließ einen Moment verstreichen. „Ich glaube, ich verstehe das.“ Sein Finger drückte ganz sachte gegen ihren.

„Vielleicht sogar besser, als du denkst.“

Er sah kurz zu den anderen.

Alisaie und Alphinaud waren inzwischen wieder in eine leise Diskussion über Kuchen vertieft. Y'shtola ließ ihnen den Moment, ohne sich einzumischen.

G'raha wandte sich wieder Mina zu. „Du hättest heute auch einfach gehen können.“ Seine roten Augen hielten ihren Blick fest. „Nach allem, was zwischen uns passiert ist.“ Ein kleines, warmes Lächeln. „Aber du bist geblieben.“ Er atmete langsam aus. „Dafür bin ich dir dankbar.“ Dann hob er seine Tasse und nahm einen Schluck.

Als wäre das Thema damit beendet.

Doch unter dem Tisch blieb sein kleiner Finger weiterhin bei ihrem. Und diesmal war es Mina vermutlich selbst, die spürte, dass sie sich nicht mehr einreden konnte, diese kleinen Berührungen seien allesamt Zufall.

Und schon wieder schien dieser Mann ihre Gedanken lesen zu können. Wie machte er das nur? Sie schüttelt den Kopf. "Nein ich.....", schaute sie sich im Cafe um. "Lass uns wann anders darüber....reden", kam es leise von ihr.

G'raha bemerkte sofort, wie ihr Blick durch den Raum wanderte. Sein Gesicht wurde ernst, aber er nickte ohne zu zögern. „Natürlich.“ Kein Nachhaken. Keine weitere Frage. „Wann immer du möchtest.“ Sein kleiner Finger blieb noch einen Moment an ihrem, bevor er ihn ganz langsam löste. Nicht abrupt, nicht enttäuscht – eher so, als wollte er ihr zeigen, dass sie selbst entscheiden durfte, wann und wo dieses Gespräch stattfand.

Dann lehnte er sich etwas zurück. „Und Mina?“

Er wartete, bis sie ihn wieder ansah. „Du musst dich vor mir nicht beeilen.“

Ein sanftes Lächeln. „Es läuft uns nichts davon.“

Alisaie blickte kurz zu den beiden, sagte diesmal aber tatsächlich nichts.

Y'shtola hingegen beobachtete Mina einen Moment lang aufmerksam, bevor sie sich wieder ihrer Tasse widmete.

G'raha nahm einen Schluck von seinem Tee. „Außerdem haben wir heute noch eine wichtige Angelegenheit zu klären.“

Alisaie horchte sofort auf. „Welche?“

G'raha sah zu Mina. Ein kleines Grinsen kehrte zurück. „Wie viele Küchlein wir für unsere zukünftige Familienfeier brauchen.“

Alisaie hob empört die Hand. „Das ist keine Nebensache!“

„Das habe ich auch nicht behauptet.“

„Dann sollten wir anfangen zu zählen.“

Alphinaud seufzte. „Bitte nicht.“

Y'shtola schmunzelte. „Ich fürchte, dafür ist es bereits zu spät.“

G'raha lachte leise und sah wieder zu Mina. Der ernste Moment war vorbei. Aber seine Worte blieben zwischen ihnen.

‚Wann immer du möchtest‘

Und zum ersten Mal fühlte sich diese Möglichkeit nicht wie eine Drohung an. Sondern wie ein Versprechen.

Unter dem Tisch strich sie mit den Finger über die Stelle wo G’raha bis eben noch seinen Finger an ihren hatte. Kurz schaute sie darauf und holte die Hand unter dem Tisch hervor. Langsam merkte sie wie seine Wärme dort verschwand und die normale Temperatur annahm. Sie starrte auf den Finger bis sie sich zwang den Kopf zu heben und den Gesprächen am Tisch zu lauschen. „Das mit den Küchlein , muss ich auch erst mal mit der Chefin abklären. Dann kann ich euch Bescheid geben."

Alisaie nickte sofort. „Gut! Dann warten wir.“

Alphinaud sah sie an. „Du meinst, wir warten.“

„Ja, ja.“

Y'shtola lächelte. „Dann ist zumindest schon einmal geklärt, dass Mina sich um die organisatorische Seite kümmert.“

G'raha nickte. „Und wir überlassen ihr den Rest.“ Sein Blick fiel kurz auf Minas Hand, die sie gerade wieder auf den Tisch gelegt hatte. Nur für einen Augenblick. Doch er schien etwas zu bemerken.

Seine Ohren senkten sich ganz leicht, bevor sein Blick wieder zu ihrem Gesicht wanderte. „Kein Problem.“

Ein ruhiges Lächeln. „Mach dir deswegen keinen Kopf.“ Dann griff er nach seiner Tasse. „Wir haben schließlich Zeit.“

Alisaie grinste. „Und bis dahin können wir uns überlegen, was wir mitbringen.“

„Das ist eine gute Idee“, sagte Alphinaud.

„Ich könnte—“

„Nein.“

Alisaie sah ihren Bruder empört an.

„Du weißt doch noch gar nicht, was ich sagen wollte!“

„Doch.“

„Unverschämt.“

G'raha lachte leise. „Vielleicht sollten wir tatsächlich etwas mitbringen, das nicht aus Kuchen besteht.“

Alisaie sah ihn an. „Warum?“

„Damit Mina nicht den Eindruck bekommt, wir würden nur wegen ihres Gebäcks kommen.“ Er sah zu Mina.

Ein kleines Schmunzeln. „Auch wenn ich zugeben muss, dass deine Küchlein einen gewissen Ruf bekommen haben.“

Alisaie nickte eifrig. „Einen sehr guten Ruf.“

Y'shtola hob ihre Tasse. „Offenbar haben sie inzwischen sogar einen Platz in unserer Familienplanung.“

„Das klingt schlimmer, als es ist“, murmelte G'raha.

„Tut es das?“, fragte Alphinaud.

G'raha seufzte. „Vielleicht nicht.“

Dann wurde sein Blick wieder etwas weicher, als er Mina ansah. „Aber du sagst uns einfach Bescheid, sobald du mit deiner Chefin gesprochen hast.“

Ein kurzer Moment. „Und wenn es nicht klappt, finden wir eben eine andere Gelegenheit.“

Er lächelte. „Es muss nicht alles sofort sein.“ Dann wandte er sich wieder den anderen zu. Doch sein Schweif bewegte sich unter dem Tisch ein kleines Stück in Minas Richtung. Nicht weit genug, um sie zu berühren.

Aber nah genug, dass sie wusste: Er hatte die Berührung genauso wenig vergessen wie sie.

"Ja merke ich schon, die scheinen schon berüchtigt zu sein beim Bund", und rieb sich die Stirn. Sie wurde immer wortkarger. "Sorry das es plötzlich kommt", stand sie auf. "Aber ich würde mich verabschieden. Ich---es war ein langer Tag", sagt sie und schaute Alphinaud, Alisaie und Y'shtola an. Dann G’raha. Sie stand auf und ging um den Tisch. "Es war nett euch kennenzulernen", ging es an die Zwillinge. "Und schön dich wieder gesehen zu haben Y'shtola.

Bis dann G’raha."

G'raha sah sofort auf, als Mina aufstand. Für einen Moment wirkte er, als wolle er ebenfalls aufspringen. Doch er hielt sich zurück und ließ ihr den Raum, den sie gerade offensichtlich brauchte.

Alisaie lächelte ihr entgegen. „Es war wirklich schön, dich kennenzulernen. Und wir kommen ganz bestimmt zu deiner Familienfeier.“

Alphinaud nickte höflich. „Ganz meinerseits. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“

Y'shtola erhob ihre Tasse ein wenig. „Pass gut auf dich auf, Mina.“

Dann kam sie an G'raha vorbei. „Bis dann, G’raha.“

Er sah zu ihr auf. „Mina.“

Nur ihr Name.

Seine Stimme war leiser als zuvor.

Er stand nun doch auf. „Danke, dass du heute geblieben bist.“

Sein Blick ruhte auf ihr. „Und danke, dass du uns deine Welt gezeigt hast.“

Für einen Moment schien er noch etwas sagen zu wollen.

Doch er hielt inne.

Stattdessen lächelte er nur. „Komm gut nach Hause.“

Dann, etwas leiser, sodass es hauptsächlich für sie bestimmt war: „Und... wir sehen uns wieder.“

Keine Forderung.

Keine Frage.

Nur eine Feststellung.

Seine Augen blieben bei ihr, während sie sich entfernte.

Alisaie beobachtete das Ganze und wartete, bis Mina außer Hörweite war.

Dann flüsterte sie: „Du hättest sie umarmen können.“

G'raha schloss kurz die Augen. „Ich weiß.“

„Warum hast du es nicht getan?“

Er sah zur Tür, durch die Mina gerade verschwunden war. „Weil sie gegangen ist, weil sie müde ist.“

Eine kleine Pause. „Und weil ich möchte, dass sie weiß, dass sie jederzeit gehen darf.“

Y'shtola betrachtete ihn einen Moment lang. „Das war vermutlich die richtige Entscheidung.“

G'raha nickte.

Doch sein Blick blieb noch immer an der Tür hängen. „Trotzdem...“

Alphinaud sah ihn fragend an.

G'raha lächelte schwach. „Ich hätte sie gern noch ein wenig bei mir gehabt.“

Alisaie grinste. „Das wird schon.“

Y'shtola nahm ruhig ihren Tee. „Wenn ihr beide so weitermacht, wird die Familienfeier vermutlich interessanter als jede bisherige Feier des Bundes.“

G'raha musste leise lachen. „Das befürchte ich auch.“

Sie nickte G’raha nur stumm zu bevor sie das Cafe Verlies. Draußen atmete sie erst einmal tief durch. Was für ein Tag. Erst dachte sie würde ihn nie wieder sehen und dann stand er vor ihr. Und sein Blick, Sie konnte einfach nicht mehr dagegen ankämpfen. Wenn es nur Freundschaft war dann sollte es sein, auch wenn es ihr verdammt weh tun würde. Mittlerweile hatte sie sich im Stillen eingestanden das sie schon längst im Abgrund war und Gefühle für diesen Kater hatte. Eigentlich hatte sie versucht das zu vermeiden. Aber er hatte eine so offene und einnehmende Art an sich, sie konnte nicht anders. Sie war völlig wehrlos, warum diese Trennung ihr so schmerzen bereitet hatte.

Sie ging nach hause und viel einfach total geschafft ins Bett und das erste mal seit Wochen, ohne tränen schlief sie augenblicklich ein.

Die Nacht blieb ruhig.

Zum ersten Mal seit Wochen wachte Mina nicht mit diesem schweren Gefühl in der Brust auf, das sie sofort an die vergangenen Tage erinnerte. Kein tränen verschmiertes Kissen, kein verkrampfter Magen, kein verzweifeltes Grübeln bis zum Morgengrauen.

Nur tiefer, erschöpfter Schlaf.