Kapitel
Kapitel
Willkommen zum nächsten Kapitel meiner Geschichte. Ich hoffe das es euch gefällt und wünsche euch wie immer natürlich viel Spaß beim Lesen.
10.
„Hm.. eigentlich schon genau mein Pflaster. Aber ich wüsste nur zu gerne, wo zum Teufel ich eigentlich bin…“, meinte Elizabeth und schaute sich immer noch irritiert in der Nachbarschaft des schäbigen Clubs um, hinter dem sie in diese merkwürdige Welt getreten war. Sie hatte nachdem sie aufgewacht war, Kopfschmerzen und elende Schwindelgefühle gehabt aber sie hatte, obwohl sie schon mehrere Stunden in dem ihre unbekannten Städtchen umhergeirrt war noch keine Anzeichen für irgendetwas ihr Bekanntes gefunden. Auch wenn es sie verunsicherte, hatte sie mit ihren telepathischen Fähigkeiten versucht, Kontakt mit denen aufzunehmen die sie kannte. Das war das erste Mal das sie sich erschrocken hatte. Keine X-Men zu finden. Obwohl sie sich krampfhaft umgeschaut hatte, hatte sie nicht einmal den Professor wahrnehmen können. Und der leuchtete in ihrem Kopf als einer der stärksten Telepathen normalerweise so hell wie ein Leuchtfeuer, selbst wenn sie sich an der Westküste befand. Sie war in New Jersey, so viel hatte sie schon herausgefunden, aber abgesehen davon, war sie sich immer noch unklar über ihre Position.
„Nicht mal die Avengers kann ich erreichen… irgendetwas ist hier faul.“, murmelte sie und schaute sich den Club an. In seinem Inneren dröhnte laute Musik und einige Gäste betraten ihn oder verließen ihn alle paar Minuten. Es war kein High Class Club, so wie in Betsy wie sie ihre guten Freunde auch nannten, normalerweise gewohnt war. Mit einem Seufzen schaute sie sich noch einmal das Giftgrün leuchtende Schild über dem Eingang an und zuckte dann mit den Schultern. Sie ging langsam auf den Eingang zu und schaute an sich herunter. Sie trug Kleidung, mit der sie ohne Probleme dort hinein gekommen wäre. Als sie ihre Reise ins Ungewisse angetreten hatte, war sie gerade auf dem Weg zurück zur Schule gewesen und hatte einen zweistündigen Besuch bei ihrem Tätowierer hinter sich gehabt. Mit der dunklen Trainingsjacke, der pechschwarzen Jogginghose und den purpurnen Stiefeln die ihr bis zur Hälfte ihrer Wade reichten, fiel sie nicht allzu sehr auf und konnte sich normalerweise von A nach B bewegen ohne großartig aus der Menge heraus zu stechen. Die dunkelblaue Baseballcap die sie trug, stach auch nicht besonders hervor, wenn überhaupt machte sie es nur einfacher für Elizabeth ihr langes, violettes Haar zu verstecken. Der Schlägertyp der wohl am Eingang des Clubs den Rausschmeißer mimte, nahm sie kurz unter die Lupe, sagte aber nichts als sie an ihm vorbei ging.
„Wenn der nur wüsste. Gut nur das meine Klamotten das Outfit so gut verdecken.“, flüsterte sie sich selbst zu, als sie den Eingangsbereich hinter sich hatte. Tatsächlich trug sie unter all ihren Klamotten ihr neue, schwarz silberne Uniform. Elizabeth war nicht der Typ von Mensch der irgendwo gerne unvorbereitet auftauchte. Und in New York war eigentlich immer irgendetwas los. Ihre Sinne nahmen sofort die laute Musik, die vielen Menschen die durcheinander sprachen und den Geruch von allen möglichen Sorten von Alkohol und Tabak war. Und einige nicht ganz so legale Substanzen. Sie seufzte und stellte sich an die Bar. Der Barkeeper dort hatte zwar alle Hände voll zu tun, aber er bemühte sich trotzdem und stand schon knapp zwanzig Sekunden später vor ihr. „Ein Glas Wasser genügt schon.“, meinte Betsy und der junge Mann schaute sie für den Bruchteil einer Sekunde irritiert an, bis er begriff das sie keinen Alkohol zu sich nehmen wollte. Betsy war nicht danach sich zu betrinken. Sie brauchte alle ihre Sinne, wenn sie aus diesem Schlamassel wieder heraus kommen wollte. Und auch wenn sie noch so überhaupt keine Ahnung hatte wer dahinter steckte, sie schwor sich jetzt schon demjenigen die Hölle heiß zu machen.
„Ihr Wasser.“, bemerkte der Barkeeper über das ohrenbetäubende Wummern der Musik. „Sagen sie, kann man hier eigentlich vernünftig Party machen, oder sollte man sich dafür irgendwo anders hin verfrachten?“, fragte Betsy ihr Gegenüber und versuchte absichtlich etwas weniger intelligent zu klingen. Der Barkeeper schien darauf hereinzufallen und nahm sich eines der Gläser das er säubern musste und fing an es mit einem Lappen zu bearbeiten. „Naja hier in Blüdhaven kann man zwar Spaß haben, aber wenn man so richtig abfeiern möchte, tut man das lieber in Gotham. Ist zwar auch ein gefährlicheres Pflaster, aber Blüdhaven kommt ja auch nicht ohne den ein oder anderen irren Verbrecher aus.“ Jetzt wurde Elizabeth hellhörig. „Irre Verbrecher? Hm… ist das denn so schlimm hier?“, fragte sie unschuldig und der Barkeeper lächelte halbherzig. „Sie sind nicht von hier oder?“, fragte er mit einer Spur Abschätzigkeit in der Stimme. „Richtig… bin erst seit drei Tagen hier.“, log Betsy und der Barkeeper grinste. „Wusste ich´s doch. Sie müssen verstehen, das Gotham so richtig verseucht ist mit kranken Bastarden, die Hannibal Lecter wie den besten Nachbarn den man haben kann erscheinen lassen. So richtig abgedrehte Typen die nur Tod und Zerstörung im Kopf haben. Nicht das ich ihnen zu viel Angst bereiten will, aber wenn sie von außerhalb sind und eher auf sicheres Pflaster stehen, dann sollten sie lieber Metropolis besuchen, bevor sie nach New York reisen. Sie wollen doch sicher nach New York oder?“, fragte er nach seiner Erklärung.
Betsy schüttelte den Kopf und lächelte ihn dann freundlich an. „Danke für die Warnung. Aber meine Schwester wohnt hier in Blüdhaven und ich besuche sie für eine Weile. Komme aus England, deshalb kenne ich mich hier in den Staaten nicht so gut aus… ich wusste ja das einige Städte Probleme mit organisierter Kriminalität haben, aber das es so schlimm ist… meine Güte…“, spielte sie verunsichert und der Barkeeper sinnierte: „Jaja, die Regierung hat Gotham immer wie ein heißes Ei links liegen gelassen. Kaum einer spricht drüber. Zumindest nicht auf landesweiter Ebene. Irgendwann, Ende der Siebziger hat man es wohl aufgegeben das organisierte Verbrechen in der Stadt zu bekämpfen und hat sich stattdessen dazu entschieden es in der Stadt quasi einzudämmen und zumindest die umliegenden Staaten und Siedlungen vor dem Einfluss der Mobster zu schützen.“ Betsy machte ein trauriges Gesicht und entgegnete: „Die armen Leute die dort wohnen…“ Der Barkeeper lachte bitter und sagte, nachdem er sich ein neues Glas zum Säubern genommen hatte: „Wem sagen sie das? Und arm sind sie im wahrsten Sinne des Wortes. Gibt kaum eine Stadt in den USA die so eine klaffende Lücke zwischen Arm und Reich hat wie Gotham.“ Elizabeth hatte genug gehört und sprang von dem Barhocker, trank schnell ihr Wasser aus und machte sich auf den Weg zum Ausgang.
Dort angekommen, streckte sie sich erst einmal ein bisschen an der frischen Luft und seufzte nur: „Der Dunst da drin vernebelt einem echt die Gedankengänge.“ Sie trat an die Straße und sah einigen Autos hinterher die an ihr vorbei fuhren. Auch wenn der Barkeeper ihr ziemlich deutlich das Gegenteil geraten hatte, wollte sie sich in diese neue Stadt begeben. „Gotham… klingt irgendwie geheimnisvoll. Na hoffentlich kann mir da einer helfen mein blödes Geheimnis hier zu lüften.“, dachte sie laut und nahm lautes Gelächter und das Grölen von einigen Männern hinter ihr wahr, die ganz offensichtlich schon etwas getankt hatten. Leider nicht so viel, das Betsy außerhalb ihres Wahrnehmungsbereichs fiel. „Hey Puppe, geiler Arsch den du da versteckst. Warum eigentlich?“, fragte einer der Kerle und sein Kollege fügte hinten an: „Ja. An welchen Wochentagen schwingst du den denn um die Stange hm?“ Seine Freunde lachten und bepissten sich beinahe vor Lachen, über seinen dämlichen Witz und Elizabeth verdrehte die Augen. So etwas war sie schon viel zu sehr gewöhnt, als das sie sich darüber auch nur ansatzweiße noch hätte aufregen können. Es ging ihr schlichtweg nur noch auf die Nerven. Einerseits mochte sie ihren Körper so wie er war und ihrem Ego entsprechend hätte sie auch nichts an ihm ändern wollen, aber das war dann doch die unangenehme Kehrseite ihrer Modelkurven. Einfache Bekleidung hin oder her, die ließen sich nicht mir nichts dir nichts verbergen. „Sicher nicht in deiner Nachbarschaft du Lappen. Zieh Leine.“, sagte sie entschieden und trat den Rückzug über die Straße an.
Wie hätte es auch anders kommen können, kamen in dem Moment keine Autos und die Typen kamen langsam über die Straße getorkelt. „Hey so redet so nen billiges Flittchen wie du nicht mit mir. Komm her Bitch. Wenn du ganz lange dran nuckelst, vergebe ich dir vielleicht.“, meinte der Anführer des Idiotenvereins. „Träumen kann man wohl hm? Jetzt verpisst euch endlich oder ihr müsst die Konsequenzen tragen.“, warnte sie die Gruppe, aber keiner der jungen Männer fühlten sich dazu veranlasst ihre Drohung wahrzunehmen. „Klar doch Bitch. Bleib lieber gleich hier. Wenn du wegrennst, dann kannst du Morgen nur noch schlechter laufen wenn ich mit dir fertig bin. Das heißt wenn wir dich nicht zu den Alligatoren in den Fluss werfen.“, schnaubte er wütend und zog ein Springmesser aus seiner Hose. Abgesehen von seiner ungewollten Wenigkeit bewegten sich noch vier andere Typen von ähnlicher Größe und ähnlichem Gewicht auf Betsy zu. Aber sie hatte wirklich keine Lust sich mit diesen Typen auseinanderzusetzen und noch viel wichtiger, sie wollte in dieser Welt nicht in Schwierigkeiten geraten, wenn sie nicht mehr als nur ein paar Dollar und einen Pass hatte, der ohne Zweifel für die Behörden in eine Sackgasse führen würde.
Mit so einer hatte Betsy im Augenblick leider auch um kämpfen. Nicht im metaphorischen Sinne unglücklicherweise, aber die Mauer vor ihr war ja eigentlich kein wirklich Hindernis für sie. Ein bisschen Raum und ein klein wenig Anlauf und sie konnte einfach drüber springen. Oder sie hätte ihre Telekinese zur Hilfe genommen und sich damit ein Stück nach oben befördert. Sie drehte sich um und sah hinter sich die Gruppe näher kommen. Elizabeth verfluchte sich selbst dafür, dass sie versucht hatte irgendeine zufällige Seitengasse als Fluchtweg zu wählen. Jetzt hatte sie sich quasi selbst in diese Falle manövriert. Auch wenn sie den Kerlen eigentlich nicht mehr als nötig wehtun wollte, legte sie sich schon ein paar Gedanken zurecht, wie sie dem betrunkenen Haufen eine Lektion erteilen konnte. Nicht dass sie ihr Gegenüber unterschätze. Sie waren immerhin in der Überzahl und hatten ohne Frage mehr Kraft als sie, aber notfalls konnte sie sie ja auch mit ihren Psi Klingen außer Gefecht setzen, nur tat das leider nicht so sehr weh. Einer der Typen, der etwas schmächtiger erschien und auch ein wenig kleiner war als die anderen blieb etwas weiter zurück stehen und meinte plötzlich: „Hey Jungs wir… sollten uns das vielleicht noch mal überlegen oder? Ich mein… wir können sie ja hier einfach… naja ihr wisst schon… vergewaltigen und dann…“ Der Anführer der Gruppe schüttelte nur den Kopf und seufzte lautstark. „Du bist echt die allerletzte Memme Gruner. Wenn du keinen Bock auf ein paar Titten hast, dann geh doch nach Hause zu Mamma.“ Der junge Mann verzog nur das Gesicht und schüttelte den Kopf.
Betsy hingegen lächelte ihn an und meinte: „Gibt ja doch noch klare Köpfe in diesem Kaff hier.“ Er wusste wohl nicht, was er darauf sagen sollte, aber für Elizabeth war das auch nicht mehr so relevant. Sie nutzte den Umstand aus, das sich der Anführer der Gruppe mental wohl immer noch bei demjenigen befand, der vom Alkohol noch nicht ganz eingenommen war und sprang nach vorne. Sie packte den Arm des Anführers, der gerade sein Messer erhob und brach ihm mit einem schnellen Griff den Unterarm. Der Kerl jaulte auf und ließ beinahe das Messer fallen, aber Betsy fing es auf, und rammte es dem Typen der sie gerade an der Schulter packen wollte bis zum Griff in den Hintern und dieser schrie vor Schmerz, klappte zusammen und rollte am Boden umher, während er krampfhaft versuchte das Messer zu Fass zu kriegen. Die beiden letzten Typen wichen schon vor ihre zurück, aber der Kerl der ihr am nächsten war, fing sich eine Hand voll gut platzierter Faustschläge auf den Brustkorb. Der Mann ächzte und mit einem kräftigen Tritt, traf sie seine Magengrube und der Typ sackte zusammen. Der letzte, verbliebene Übeltäter wollte in Elizabeths Haare greifen, aber er bekam seinen Arm so schnell auf den Rücken gedreht, das er nicht mal realisiert, das es Elizabeth war die ihn in diesem Griff fest hielt. Sie rammte ihn so fest sie konnte mit der Vorderseite seines Körpers gegen die Wand vor der er stand. Mit einer Hand konnte er sich nicht zu genüge schützen und taumelte mehr als er ging. Sie trat ihm von hinten in die Kniekehle und der Schmerz der zersplitterten Kniescheibe und des ruinierten Gelenks ließen ihn brüllen als würde ihm einer die Haut abziehen. Nachdem Betsy ihn zu Boden hatte gleiten lassen, verschränkte sie ihre Finger und streckte sich. „Wisst ihr wie als was man euch im Allgemeinen bezeichnet. Als Kinderspiel.“, ließ sie die Verletzten wissen und wand sich dem Verbliebenen Typen zu.
Der wich vor ihr zurück als sie sich ihm näherte. „Ich… es tut mir Leid… ich hätte sie aufhalten sollen… sie sind Idioten ich weiß... aber ich hab doch sonst keine Freunde hier…“, stammelte er und hob abwehrend die Hände. Elizabeth musterte ihn und las für einen Moment seine Gedanken. Tatsächlich machte er sich Sorgen um seine Freunde und es tat ihm wirklich leid. Sie grinste ihn an, trat ganz nah an ihn heran und packte ihn unverhofft im Nacken. „T… Tu mir bitte nicht weh… ich… ich werde sie auch sofort zur… Polizei bringen…“, bat er sie und Betsy kicherte nur. Sie versiegelte seinen Mund mit ihren Lippen und küsste ihn für einige Sekunden, leidenschaftlich, mit Zunge und ohne Zurückhaltung. Dann ließ sie wieder von ihm ab und er schaute sie mit einem verdatterten Ausdruck auf dem Gesucht an. „Ruf ihnen lieber einen Krankenwagen. Du willst doch deinen Freunden keine Probleme bereiten oder?“, riet sie ihm nur und gab ihm einen Klaps auf den Hintern. Damit nahm sie die Beine in die Hand und ließ den verstörten jungen Mann und seine Begleiter hinter sich.
Ich hoffe das neue Kapitel hat euch gefallen und ich würde mich natürlich sehr darüber freuen, wenn ihr mir eure Meinung oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Ich danke allen die das hier lesen und hoffe euch auch beim nächsten Mal wieder begrüßen zu dürfen.
HG Elixier