Kapitel
Kapitel
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
14.
Dinah zwinkerte den Regentropfen weg, der sich in ihren Wimpern verfangen hatte. „Wir hätten uns echt ein besseres Versteckt zum Beobachten suchen können, hier werden wir nur klitschnass.“, meinte Katherine und die Blondine antwortete: „Hätten wir. Aber von hier können wir wenigstens sehen was abläuft. Das Grundstück ist nun mal sehr weitläufig. Wenn der alte Herr nicht bald auftaucht, können wir sowieso in Kürze wieder abhauen. In drei Stunden geht die Sonne schon wieder auf.“ Die Birds of Prey hatten sich in einem kleinen Wäldchen versteckt, das nur einige Meter entfernt von der Villa der Falcone Familie begann. Sie hatten schon fast die gesamte Nacht über die Vorgänge dort beobachtet und wussten nur aus den Überwachungskameras des Eingangsbereichs des Grundstücks, das Carmine Falcone den Familienbesitz am frühen Abend verlassen hatte. Barbara hatte sie über die Positionen der Wachleute informiert und Dinah, Katherine und Helena hatten ungesehen Stellung zwischen den Ästen und Zweigen bezogen. Licht brannte im Inneren des großen Gebäudes, das beinahe doppelt so viel Fläche besaß, wie das Wayne Anwesen. Legal hatten sich die Falcones diesen Wohnort nicht erworben, das wusste so gut wie jeder in Gotham.
„Ihr solltet euch bereit halten, es gibt Aktivität am Eingangstor.“, warnte Oracle und die Drei versteiften sich. Es dauerte nur einige Sekunden und schon kam eine schwere Limousine angefahren, die langsam vor dem Anwesen hielt und den Sand und Kies knirschen ließ, über den sie fuhr. „Aufs Stichwort hm“, meinte Katherine und Dinah hob nur die Augenbrauen und zuckte mit dem Kopf. „Warten wir es ab.“, flüsterte sie und kurz darauf rannte einer der Sicherheitsleute auf das Auto zu, öffnete die Tür, verbeugte sich und gab dem Insassen die Möglichkeit auszusteigen. Carmine Falcone trat ins Freie und er wechselte einige Worte mit dem Mann der ihm die Tür geöffnet hatte, bevor er langsam die Treppen hinauf stieg, die ihn ins Innere seiner Villa führten. „Da ist er. Wann schlagen wir zu?“, fragte Helena und man konnte die Spannung deutlich in ihrer Stimme wahrnehmen. „Wir geben ihnen zehn Minuten. Sie sollen sich erstmal sicher fühlen. Wenn wir reingehen, will ich die Informationen die wir brauchen, so schnell wie möglich bekommen. Die Falcones haben Zellen überall in der Stadt. Wenn die mitbekommen, dass die Hütte hier brennt, dann werden die sofort Verstärkung schicken. Wenn wir Beweise dafür finden, dass sie gemeinsam mit Hatter krumme Dinge gedreht haben, dann können wir den Falcones erst richtig an den Kragen. Ihr wisst ja, das Gotham Police Department ist kein Fan davon, wenn wir nur aus Jux die bösen Jungs zusammenkloppen.“
Katherine knackte mit den Knöcheln und schob ihre Unterlippe hervor. „Heuchler. Als wenn es denen nicht gefällt, wenn sie jemanden festsetzten.“ Barbara gab durch: „Offenbar haben die im Police Department keinen Zusammenhang zwischen dem gefunden was in den Docks passiert ist und dem was die Falcones am Laufen haben, doch ich glaube Tim und seiner Analyse. Das wird wohl kaum ein Zufall gewesen sein.“ Helena streckte sich etwas und war vorsichtig sich nicht während der Bewegung den Kameras zu zeigen, die reihenweise das Gebäude spickten. „Denke ich auch nicht. Details die dem Jungen auffallen, sind normalerweise relevant.“ Dinah atmete einmal ein und aus und sagte dann: „Auf geht’s. Huntress, du nimmst den Hintereingang, Batwoman, du und ich, wir nehmen das Fenster auf der linken Seite des vorderen Komplexes verstanden?“ Beide bejahten und sie sprangen aus ihrem Versteck. Es dauerte fast fünf Minuten, den ganzen Kameras aus dem Weg zu gehen und im selben Atemzug die Höhen der Villa zu erklimmen. Als die Drei oben angekommen waren, signalisierte Helena dass sie in Position war. Katherine nickte Dinah zu und auf ein Zeichen von ihr sprangen sie gemeinsam in das Innere des Gebäudes. Der Schacht durch den die Zwei ins Innere kletterten, war breit und hoch genug um ein schnelles Vorrankommen zu ermöglichen. Am Ende angekommen, flüsterte Dinah: „Angekommen. Wir sieht es bei dir aus?“ Huntress antwortete: „Einen Moment noch… ich bin in Position.“ Die Verbindung war nicht so gut, wie sich Dinah gewünscht hätte, aber es waren mehr als ein Dutzend Wände zwischen ihr und Helena. So gesehen war das eigentlich nicht überraschend.
„Drei.. zwei.. eins...“, zählte sie herunter und sie brachen durch die Abdeckung. Dinah hielt die metallische Platte fest, so dass sie kein lautes Klappern erzeugte. Batwoman sprang direkt hinter ihr aus dem Schacht und schnellte von links nach rechts. Niemand war zu sehen. Sie waren in einem Gang, der quer durch das Haus lief und schauten sich um. Licht brannte, in dem mit dunklem Holz verkleideten Flur, der mit rotem Teppich ausgelegt war und goldene, elektrische Kerzenständer, alle fünf Meter an der Wand besaß. „Nur so ein bisschen protzig.“, schnaubte Katherine und sah sich um. „Niemand hier… gut… begeben wir uns nach unten. Wenn sie ihre dreckigen Geheimnisse verstecken, dann sicher in den Kellerräumen.“, meinte Dinah und Huntress gab durch: „Ich sehe einen Aufzug, der mich nach unten führt. Wenn er das nächste Mal nach unten fährt, dann nehme ich mir mal den Liftschacht vor.“ Black Canary realisierte natürlich was sie vorhatte. Katherine deutete nach links Dinah nickte. Leise schlichen sie den Gang entlang. Ihre Augen huschten umher, scannten die Türen an denen sie vorbei gingen und sie lauschten. „Dafür das es so ein großer Schuppen ist, ist kaum was zu hören.“ Barbara meinte mit einem Schmunzeln in der Stimme: „Die Falcones sind eine alte Familie Gothams, die lauschen klassischer Musik, gehen ins Theater und trinken dunklen Rotwein. Die werfen keine lauten Partys.“
Katherine lugte eine Treppe hinunter, die augenscheinlich ein Stockwerk tiefer führte. Dinah nickte lediglich und auf leisen Sohlen, gingen sie nach unten und wären fast ein drei Wachleute der Falcones gerannt. Die zwei pressten sich gegen die Wand und hielten den Atem an. Keiner der Drei nahm sie war. Sie waren alle miteinander am Sprechen und nahmen keine Notiz von den zwei Heldinnen. „Gut. Umso länger wir unentdeckt bleiben können umso besser. Wenn der Alarm erstmal losgeht, dann müssen wir uns sputen.“, sagte Dinah und sah um die Ecke an der sie standen. Niemand war dort zu sehen. Eine weitere Treppe war am Ende des Ganges zu sehen, aus dem die drei Wachmänner gekommen waren. Langsam schlich Batwoman vorwärts, während Black Canary ihr den Rücken deckte. Sie gingen die Treppe hinunter, die anscheinend in einen größeren Raum führte, in dessen Mitte ein großer, kreisrunder Tisch stand. Er war mindestens sechs Meter im Durchmesser und aus dickem Mahagoni. Ein großer Kerzenleuchter hing direkt über ihm und eine Art Aufgang befand sich zur Linken, direkt neben dem Tisch. Sechzehn Treppenstufen, führten zu einem Übergang, der auf beiden Seiten des Raums zu einer Tür führte. Auf Bodenebene, direkt gegenüber dem Raum den sie als Eingang genommen hatten, gab es einen baugleichen Gang, der in die andere Hälfe des Gebäudes führte. „Sicher gibt es auf der Seite einen Weg nach unten.“, flüsterte Katherine und Dinah nickte. Sie starrte auf den großen Kerzenleuchter und fragte sich für einen Moment wie schwer er wohl war. Dann hörte sie etwas.
„Still! Bleib stehen Batwoman!“, befahl sie zischend und Katherine fror auf der Stelle ein und spitzte die Ohren. Sie hörte es auch. Es klang wie ein Schaben. „Was zum Henker ist das?“, fragte sie und Dinah schüttelte kaum sichtbar den Kopf. Sie konnte sich das Geräusch auch nicht erklären. Dann hörte sie etwas anderes. „Deckung!“, rief sie und rollte sich nach links. Sie sah noch aus dem Augenwinkel, wie sich zwei lange, spitz zulaufende Messer in die Holzdielen bohrten. Katherine tat es ihr gleich und suchte hinter einem der Stühle die um den großen Tisch gestellt worden waren Deckung. „Clever Dinah. Gib ihnen doch noch mehr Möglichkeiten dich zu treffen.“, schimpfte sie leise mit sich selbst und mit einem Hechtsprung bezog sie direkt hinter dem Stuhl Position, der rechts neben dem von Batwoman stand. Die Zwei sahen einander an und Dinah fragte: „Konntest du ihn ausmachen, ich habe ihn nicht erkennen können.“ Batwoman zuckte mit den Schultern. „Negativ, ich habe ihn nicht gesehen.“, entgegnete sie und die beiden zuckten zusammen, als jemand geräuschvoll auf den Tisch sprang, an dem die beiden Stühle standen. „Dann will ich mal nicht so sein und nicht lange Verstecken spielen. Ich bin immerhin hier um einen Job zu erledigen. Wer von euch beiden darf denn zuerst mit mir tanzen?“, fragte er und die zwei Birds of Prey sprangen hinter ihren Stühlen hervor um ihren neuen Widersacher entgegen zu treten.
„Brutale? Was haben sie dir denn gezahlt, damit du den Hintern für die Falcones hinhältst?“, fragte Dinah wenig beeindruckt und hob kampfbereit ihre Fäuste. Guillermo Barrera war für einen Einzelkämpfer ein ernstzunehmender Gegner, der selbst jemanden wie Nightwing ganz schön zusetzten konnte, wenn er es wirklich drauf anlegte. Dick war mit dem lateinamerikanischen Messerexperten einige Male aneinander geraten und Barbara hatte ihr schon im Detail von den Narben erzählt, die Nightwing dank des Kriegsverbrechers davon getragen hatte. Eine Erfahrung auf die Dinah gerne verzichtete. Mit Katherine an ihrer Seite, fühlte sie sich dazu in der Lage Brutale auszuschalten, ohne zu heftig mit ihm aneinander zu geraten. Unglücklicherweise blieben sie nicht allein. Schritte waren aus all den Gängen zu hören und nach knapp einer Minute, standen beinahe zwanzig Männer, alle bewaffnet mit den typischen Nahkampfwaffen der Unterwelt, vom Brecheisen, über den Baseballschläger, bis hin zum Schlagringpaar mit Stachelaufsatz, an jedem der Eingänge. Brutale alleine wäre sicher machbar gewesen. Brutale und achtzig rücksichtslose Schlägertypen war da schon eine andere Nummer. „Schön dass ihr hier her gefunden habt Ladys. Eigentlich bin ich kein Freund von nicht eingeladenen Gästen, aber ich denke in eurem Fall müssen wir uns für euer Erscheinen bedanken.“, sagte eine sanfte, aber befehlsgewohnte Stimme. Carmine Falcone trat an den Männern vorbei auf den Übergang und stellte sich an die Treppe. Er lächelte siegesgewiss und holte eine winzige Fernbedienung hervor.
„Vollenden wir doch dieses Drama, einverstanden?“, fragte er, ohne natürlich eine Antwort zu erwarten und drückte einen Knopf auf der Fernbedienung. Ein mechanisches Rattern erklang hinter ihnen und Batwoman und Black Canary drehten sich um. Metallplatten schoben sich vor die Fenster und verschlossen den letzten, möglichen Ausweg für die Zwei. „Ihr müsst ihn hinhalten, damit ich euch Verstärkung schicken kann. Ich habe die Verbindung zu Helena verloren. Könnt ihr sie erreichen?“, fragte Barbara nervös. „Huntress? Huntress kannst du mich hören?“, rief Dinah und sie erhielt keine Antwort. Ein Zittern ging durch ihren Körper und vor Wut zitterte ihre Stimme genauso als sie fragte: „Was habt ihr mit ihr gemacht?“ Brutale grinste unter seiner Maske und einige der anwesenden Typen lachten hämisch. Allem Anschein nach, hatten die Falcones diese Aktion irgendwie erwartet und so ungern es die Birds zugaben, sie hatten sich recht gut vorbereitet. Carmine spitzte seine Lippen etwas und erklärte: „Sagen wir einfach, das ich die Gute in die Hände meines Sohns Mario gegeben habe. Der kümmert sich entsprechend um eure Begleiterin. Eine schöne Frau, die die ihr Huntress nennt. Mario war sehr angetan von ihr.“ Katherine fluchte: „Beruht sicher nicht auf Gegenseitigkeit.“ Der alte Mafioso schnalzte mit der Zunge und lächelte höhnisch. „Was lässt dich glauben, dass Mario daran interessiert ist, was das Miststück über ihn denkt?“ Dinah flüsterte: „Wir müssen das hier so schnell wie möglich beenden. Ansonsten können wir Helena nicht mehr in die Augen sehen.“ Katherine nickte und meinte: „Auf Drei.“
Sie stürzten sich gemeinsam auf Brutale, der von der Attacke der beiden Birds überrascht war. Er war ein professioneller Kämpfer und deutlich besser dran, als die Schergen der Falcones, aber mit Batwoman und Canary konnte er es im selben Moment auch nicht aufnehmen. Dinah brachte ihn mit einer Schlagkombination in die Defensive und Batwoman traf ihn mit einem kräftigen Tritt gegen die Brust. Der Söldner krachte in einen der Stühle und die hölzerne Sitzgelegenheit zersplitterte unter ihm. Keiner der Handlanger Carmines wartete darauf, dass er sich wieder aufrappelte, sondern sie stürmten auf die zwei Frauen zu und ließen ihnen keine Atempause. Dinah wehrte einen Typen ab, der ihr mit einem Schlagstock eine verpassen wollte und brach ihm den Arm, als ihm seine Waffe abnahm und sie gegen einen seiner Kumpanen verwendete, der als er in Reichweite kam, direkt einige Zähne verlor und in die Arme seines Hintermanns stolperte. Katherine warf den ersten Typen den sie sich vornahm über ihre Schulter und drückte den Taser den er in seiner Brusttasche versteckt hatte ins Gesicht seines Nebenmanns. Der Kerl der sie von hinten mit einer Kette erwürgen wollte, bekam sie selbst um den Hals gewickelt und sein Hinterkopf krachte auf die Tischkante. Katherine schnappte sich die Klinge, die Brutale in den Boden gerammt hatte und stach seitlich durch das Kniegelenk eines Angreifers. Schreiend ging dieser zu Boden und sie grinste, bevor sie selbst einen Schlag ins Gesicht kassierte. Taumelnd versuchte sie sich auf den Beinen zu halten und konnte sich gerade noch retten, als einer der Männer sie zu Boden reißen wollten und mit voller Wucht gegen eine der stählernen Fensterplatten prallte.
Dinah sprang den Handlanger vor sich an, wie eine wütende Katze und ließ ihr Knie mit seinem Kinn in gewaltsamen Kontakt kommen. Der Typ der hinter ihm stand, holte mit der kleinen Axt die er trug aus und langte zu. Er blieb im Holz des Tischs stecken, als sie sich duckte und ihn mit einer Weltklasse Links-Rechts Kombination ins Land der Träume schickte. Sie sah sich nach einem weiteren Angreifer um und spürte im nächsten Moment einen brennenden, alles überwältigenden Schmerz in ihrem Hinterkopf. Sie stürzte nach Vorne und stöhnte auf. Es war ihr gerade so gelungen sich abzufangen. Trotzdem konnte sie sich nicht aufrichten und die Tränen schossen in ihre Augen. Für einen Augenblick war sie sich nicht mal sicher ob ihr Schädel ganz geblieben war. „Alter, der Boss hat doch gesagt, wir sollen sie nicht umbringen.“, fluchte einer der Schlägertypen. Er klang weit entfernt und gedämpft, so als würde Dinah Ohrstöpsel tragen. Ein lauter Piep Ton überdeckte alles und sie bemerkte wie schwer ihr das Atmen fiel. Keuchend versuchte sie wieder sich zu erheben, aber irgendeine Last war oberhalb ihres Beckens platziert worden. Es dauerte einige Sekunden, bis sie realisierte, dass es ein Fuß war. „Keine Sorge, sie ist nicht tot. Nur etwas benommen. Die steht bald wieder. Ist ne zähe Bitch.“, hörte sie über sich und erkannte Brutales Stimme. Nur zu gerne, hätte sie gewusst, mit was er sie getroffen hatte. Das erfuhr sie nicht mehr. Dunkelheit umfing sie. „Oracle wir… brauchen… Hilfe..“, murmelte sie, bevor der Schmerz sie übermannte.
Ich hoffe das neue Kapitel hat euch gefallen und ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinung oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und ich hoffe dass ich euch beim nächsten Mal wieder begrüßen darf.
HG Elixier