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Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

15.

„Das schmeckt wirklich ausgezeichnet Alfred. Vielen Dank.“, meinte Starfire und schenkte dem Butler ein feuriges Lächeln. Dieser verbeugte sich leicht und verkniff sich ein wissendes Lächeln. „Der Master war schon immer… ein Genießer meiner Fähigkeiten im kulinarischen Abteil. Da ist es doch nur passend, das auch die Frau die sein Herz erobert hat in denselben Genuss kommt wie er, findet ihr nicht?“, fragte er und sie nickte eifrig. Dick verdrehte nur die Augen, obwohl er natürlich dankbar dafür war, dass Alfred ihm die Gelegenheit gab in aller Ruhe mit Kori ein erstklassiges Mahl zu genießen. Sie saßen sich gegenüber an einem Tisch der für vier Personen gedacht war und aßen im gedimmten Licht der laternenähnlichen Zimmerlampen. „Danke Alfred. Es fällt mir langsam schwer noch eine passende Kulisse für uns zwei zu finden. Die meisten Restaurants… haben wir schon gut ein dutzend Mal besucht.“ Alfred hob nur eine Augenbraue und mahnte: „Dann war es wohl höchste Zeit, das sie den Tisch ihres Heims zurückkehren Master.“ Er goss Starefires Glass noch mit dem Rotwein den er für die beiden bereitgestellt hatte voll und entfernte sich dann wieder. Verzückt sah Kori ihm nach.

„Du kannst dich glücklich schätzen das du ihn hast Dick.“, sagte sie und er lächelte schief. „Kann ich wohl. Er ist Teil der Familie und ehrlich gesagt, weiß ich nicht ob Bruce und ich die Dinge so… regeln könnten wie wir es immer getan haben, wenn er nicht zur Stelle gewesen wäre. Sagen wir einfach er mag das kleinste und unauffälligste Zahnrad sein, das die Bat Familie besitzt, aber kaum jemand macht sich klar, wie viel Druck auf ihm lastet.“ Nachdenklich sah sie ihn über den Tisch an. „Beeindruckend. Dass er das alles so ertragen kann. Andauernd begebt ihr euch in Gefahr und er… er muss zurück bleiben und auf das Beste hoffen.“ Dick nickte langsam und seufzte. „Als Ex SAS Mitglied ist das sicher nicht einfach. Er war in Indonesien und in Aden. Selbst für den Falklandkrieg hat er noch in einer beratenden Rolle gedient. Der Soldat in ihm schreit ihm wahrscheinlich jedes Mal lauter ins Ohr als ein Drillsergeant, wenn wir losziehen.“ Starfire hatte ihren Blick auf den beinahe geleerten Teller vor ihr gerichtet. „Alles in Ordnung?“, fragte Dick und sie schaute zaghaft auf. „Es kann sein, das ich das hätte gebrauchen können, bevor wir hinunter in das Einkaufszentrum gestiegen sind.“, merkte sie zerknirscht an.

Dick seufzte erneut und sah für einige Sekunden selbst auf seinen Teller bevor er antwortete: „Kori das habe ich dir doch schon erklärt oder? Wir machen manchmal Fehler, jeder von uns. Und nur wenn man Fehler macht kann man lernen. Manchmal treffen wir nun mal Entscheidungen, die zu Problemen führen. Damit müssen wir leben. Mal abgesehen davon, liegt die Schuld dafür ja nicht nur bei dir. Ich habe es ja auch einfach ab genickt, ohne groß weiter darüber nachzudenken. Wenn sich also jemand einen Vorwurf machen sollte, dann ich und nicht du. Ich bin die oberste Instanz innerhalb der Titans. Das fällt also auf mich zurück. Du hättest das Team vielleicht nicht aufteilen sollen, da hast du Recht, aber ich hätte euch gar nicht erst in das Einkaufszentrum eindringen lassen sollen. Abgesehen von Roy hat zu unser beider Glück niemand irgendwelche nennenswerten Verletzungen erlitten und damit hat sich das Ganze dann auch.“ Er nahm einen Schluck aus seinem Glas und erkannte das Starfire noch nicht wirklich damit durch war, seine Worte sie aber trotzdem beruhigt hatten.

„Ich denke dass einige innerhalb der Gruppe da ein etwas anderes Bild von mir bekommen haben, aber du hast wahrscheinlich Recht.“, antwortete sie und er biss sich auf die Zunge bevor er antwortete. „Mit Einigen meinst du wohl ihn und mit ihm meinst du Damian.“ Kori zuckte etwas zusammen und sie faltete ihre Hände. „Wir wissen beide, das es gewisse… Differenzen zwischen mir und deinem Bruder gibt und ich… nun… einerseits habe ich das Gefühl das er in den letzten Wochen einen tatsächlichen Versuch gewagt hat, sich seinen Teamkameraden generell etwas weniger kritisch gegenüber zu verhalten, aber im selben Atemzug muss ich ihm recht geben. Mir fehlen einfach noch die Qualitäten und die Erfahrung um ein Team anzuführen. Er muss das nicht laut aussprechen Dick, ich kann das selber gut genug einschätzen. Gib mir noch… 18 Monate ok? Dann kann ich mit mehr Selbstvertrauen und Übersicht an die ganze Sache herangehen.“

Dick stellte das Glas das er immer noch während ihrer Erklärung in der Hand gehalten hatte ab, sah aus dem Fenster und betrachtete für einen Moment die Sterne. Er hatte versucht Starfire in den letzten anderthalb Jahren an die Rolle der Anführerin zu gewöhnen, damit er sich im Ernstfall mehr auf seine Rolle an der Seite Batmans konzentrieren konnte. Natürlich waren Tim und Damian auch noch mit in diesem Boot unterwegs, aber er wollte sich mehr Flexibilität verleihen. Kori aber eine Aufgabe zuzumuten, der sie sich noch nicht gewachsen sah, bereitete ihm Kopfzerbrechen. Im Kontrast dazu, wollte er aber auch nicht auf ewig dem Babysitter für sie spielen. Sie war kaum jünger als er und trotzdem fragte er sich manchmal, warum sie sich immer solche Gedanken um solche Dinge machte. Ein Teil von ihm sagte ihm, das sie einfach noch nicht zu Genüge mit dem sinnbildlichen kalten Wasser in Berührung gekommen war. Er wollte sie nicht quälen, oder zu irgendetwas zwingen, aber manchmal musste man eine Entscheidung erzwingen.

„Zwölf Monate Kori. Ich gebe dir zwölf. Wenn du dich dann noch nicht bereit siehst, dann werde ich Tim fragen müssen, ob er für mich einspringt. Damian werde ich die Kontrolle über die Titans nicht so mir nichts dir nichts überlassen. Dafür ist er einfach zu…“ „Sprunghaft?“, schlug Starfire vor und Dick toastete dankbar in ihre Richtung, bevor er einen weiteren Schluck nahm. „Ich werde mein Bestes geben Damian. Versprochen. In zwölf Monaten habe ich den Dreh raus.“, entgegnete sie entschlossen und sie presste die Lippen zusammen und ballte die Hände unter dem Tisch zu Fäusten. Dick lächelte und genoss den Anblick seiner entschlossenen Freundin. „Ich kenne dich Kori. Du würdest mir so etwas nicht versprechen, wenn du es nicht halten könntest.“ Sie lächelte zurück und er beugte sich nach vorne. Die beiden wollten einander küssen, aber ihr Wille musste dem von Alfred weichen. „Master Dick. Ein Anruf für sie. Sehr dringend.“, verkündete der Butler und starrte unnahbar auf das Paar, das sich bemühte nicht zu ertappt zu erscheinen. Nicht das dem wachsamen Auge des ehemaligen Elitesoldaten so etwas entging. „Wer ist es denn?“, fragte Dick und starrte auf den Hörer den ihm Alfred reichte. Es war der spezielle Hörer aus der Bat Höhle. Das häusliche Äquivalent zum roten Hörer im weisen Haus. Dick versteifte sich. Nur wenige Individuen durften diese Leitung benutzen und das auch nur in einem Notfall. Nicht mal die Justice League hatte so eine direkte Verbindung in den Unterschlupf Batmans.

„Danke.“, sagte er nur und nahm dem Butler den Hörer ab. „Nightwing hier?“, fragte er und er erkannte Oracles Stimme sofort. „Dick? Es ist ernst. Äußerst ernst. Ich brauche deine Hilfe. Vielleicht die der gesamten Bat Familie.“ Sofort beschleunigte sich sein Puls und sein Atem ging etwas schneller. Er stand auf und machte einen Wink in Richtung Kori und deutete ihr für den Moment sitzen zu bleiben. Mit schnellen Schritten ging er in Richtung Aufzug. „Was ist passiert?“, fragte er und starrte auf die Tür des Aufzugs die sich vor ihm öffnete und die sich beinahe lautlos wieder hinter ihm schloss, nachdem er eingetreten war. „Die Birds sie sind… in eine Falle geraten. Sie sind in das Anwesen der Falcones eingedrungen. Sie wollten der Spur die Tim gefunden hat nachgehen. Genaues habe ich noch nicht herausfinden können, aber sie müssen so etwas vorhergesehen haben und sich dementsprechend vorbereitet haben.“ Dick schluckte geräuschvoll und atmete tief durch. „Sie sind also als… Geiseln genommen worden. Haben die Falcones denn schon irgendeinen… ein Ultimatum gestellt? Was sie mit ihnen wollen?“, fragte er und wurde enttäuscht. „Kein Zeichen davon, dass sie daran irgendein Interesse haben. Augenscheinlich sind sie nur froh, dass sie die erste Welle überstanden haben und bereiten sich auf die Nächste vor. Und wenn diese kommt… ich will nicht herausfinden was sie dann mit ihnen anstellen.“

„Ich auch nicht, aber genau deshalb werden wir uns beeilen müssen. Sie mögen eine zivilisierte Fassade aufsetzten, aber die Falcones sind rücksichtslose und kaltblütige Mörder. Die schrecken vor nichts zurück.“, warnte er und er konnte ein Seufzen von Barbara hören. „Dick… da ist noch etwas. Die Falcones hatten Hilfe dabei die Birds zu überwältigen. Du erinnerst dich an Brutale?“, fragte sie und Nightwing lief für einen Moment Gefahr den Hörer in seiner Hand zu zerdrücken. „Leider.“, presste er mit zusammengebissenen Zähnen hervor. Seine Kämpfe gegen den zentralamerikanischen Messerexperten waren ihm gut in Erinnerung geblieben, obwohl das Ganze schon fast eine Dekade zurücklag. Mit einem kleinen Ruck kam der Aufzug zum stehen und Alfred und Dick stiegen aus. Der Butler platzierte sich sofort vor dem Zentralcomputer der Bat Höhle und begann ein Notfall Programm zu initiieren. „Ich gehe davon aus, dass Master Tim ebenfalls an dieser Befreiungsaktion teilnehmen soll.“, bemerkte Alfred und Dick bejahte: „Das wird er müssen. Ich… kann nicht mal mit Sicherheit sagen, dass wir es schaffen werden Bruce zeitnah zu den Falcones zu leiten. Er ist immer noch im Auftrag der League unterwegs…“ Nightwing hatte den Hörer wieder in die Verbindungsstation gelegt und nun erklang Oracles Stimme laut und deutlich in der gesamten Bat Höhle. Es war schwer für Dick die Nervosität in ihrer Stimme auszublenden. Barbara war selten aufgeregt und wusste sich in jeder brenzligen Situation zu beruhigen, um zum Wohle der Birds einen klaren Überblick zu behalten. Die gemeinsame Vergangenheit der beiden mache es nicht einfacher.

„Da könntest du Recht haben. Soll ich Damian alarmieren? Meine Verbindung zum Titans Tower steht schon.“, fragte sie und Dicks Kiefer verhärtete sich. „Ein Robin wird genügen. Alfred, würdest du so gut sein und Kori nach Hause fahren, ich denke das wir heute Abend nicht mehr dazu kommen werden, unser Essen zu genießen.“ Der Butler machte eine verstehende Geste und begab sich zum Aufzug. Noch bevor er den Knopf des Lifts drücken konnte, öffnete dieser sich und Alfred gab ein Seufzen von sich. „Das ist... äußerst unpassend Ms. Wayne. In ihrer Verfassung sollten sie nicht an irgendwelchen Handgreiflichkeiten teilnehmen.“, meinte er und hörte sich für seine Verhältnisse etwas aufgebracht an. Dick sah über seine Schulter und erkannte Cassandra, die immer noch mit dem Verband der ihre Rippen schützte in die Höhle getreten war. „Ich bin Batgirl Alfred, ich gehöre zu dieser Familie genau wie es Tim und Dick tun und die Birds sind… sind meine Schwestern. Die werde ich nicht einfach in den Händen der Falcones belassen, nur weil ich mir ein oder zwei Knochen angeknackst habe.“ Alfred wollte etwas erwidern und auch Dick hätte gerne Einspruch erhoben, hätte sie nicht in genau diesem Moment ein Kampfmesser gezogen und sich mit einem gezielten Schnitt den Verband entfernt. Wenigstens war ihre Unterwäsche dabei in einem Stück geblieben, sonst hätte Nightwing noch Dinge von seiner Schwester zu Gesicht bekommen, die sicher nicht für ihn gedacht waren.

„Bist du dir sicher dass du das machen möchtest? Die Drei würden nicht wollen, das du dich für sie in Gefahr bringst, obwohl du immer noch an einer Verletzung leidest.“, warf Barbara ein, aber Cassandra ließ sich nichts anmerken als sie antwortete. Sie war kein Mensch der besonders viel verräterische Mimik zur Schau stellte, aber Dick konnte ein Zucken sehen, das darüber hinweg huschte. Ihre Stimme war dunkler geworden als sie sprach: „Oracle… du willst mir nicht vormachen dass das ein Argument sein soll oder? Die Drei riskieren auch für mich andauernd ihr Leben. Wir boxen uns immer aus brenzligen Situationen heraus. Wenn überhaupt, hätte ich gar keine Pause einlegen sollen und sie begleiten sollen, dann müsste sie jetzt nämlich auch niemand retten.“ Bei so gut wie jedem Anderen, hätte Dick bei solch einer Verkündung müde gelächelt oder geschnaubt. Dazu war ihm bei Cassandra allerdings nicht zu Mute. Bei all seinem Respekt für die drei älteren Mitglieder der Birds, musste er zugeben dass seine Schwester ihnen was ihre Fähigkeiten im Nahkampf anging, doch zweifelsfrei die Show stahl. Nightwing trainierte hart und das am laufenden Band, aber bei jedem Trainingskampf den er mit Cassandra abhielt, war sie ihm so offensichtlich überlegen, das er jedes Mal im Stillen dankbar dafür war, das sie auf seiner Seite war. So auch in dieser Nacht.

„Gut Cassandra. Aber halt dicht gut fest ok? Ich werde mich bei der Hinfahrt sicher nicht an das Tempolimit halten.“, meinte er mit einem sanften Lächeln. Cassandra war sofort wie ausgewechselt. Sie lächelte zurück und man konnte sehen, dass sie nur froh darüber war, dass er ihr nicht auch noch verbalen Wiederstand leistete. „Was anderes habe ich auch nicht erwartet.“, erwiderte sie und die Tür des Aufzugs zischte noch einmal. Tim kam heraus, bereits entsprechend angezogen und ohne auch nur einen fragenden Blick in Richtung Cassandra zu werfen, trat er an die Kante des runden Parkplatz des Batmobils heran, das durch anhaltende Abwesenheit bestach. „Kann also losgehen Dick.“ Nightwing nickte und schnalzte mit der Zunge. Er warf einen Blick über seine Schulter und betrachtete sein Motorrad für einen Augenblick. Er seufzte und grinste dann: „Gut das sich der Beiwagen so schnell montieren lässt.“

Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und ich danke euch allen für eure Aufmerksamkeit. Natürlich würde es mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinung oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch ja auch beim nächsten Mal wieder begrüßen.

HG Elixier