Kapitel
Kapitel
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
16.
Dinahs Kopf tat höllisch weh als sie aufwachte und es fiel ihr für einen Augenblick schwer, sich daran zu erinnern, warum dem so war. Ihre Augen fühlten sich an, als würden sie sich nur mühsam in ihren Höhlen bewegen und sie gab ein schmerzhaftes Seufzen von sich. „Sieht aus als wenn sie wach ist.“, hörte sie eine Stimme, die sich ungeduldig und gleichzeitig neugierig anhörte. „Heb ihren Kopf an, du siehst doch selbst, das sie noch ziemlich Banane im Schädel ist.“, meinte eine weitere Stimme und jemand packte sich recht unsanft an ihrem Hinterkopf und zwang sie, ihren Blick direkt vor sich zu werfen. Sie blinzelte einige Male und realisierte, dass sie in einem deutlich kleineren Raum saß, als dem, in dem sie ihr Bewusstsein verloren hatte. Er war teuer eingerichtet und sie starrte direkt auf einen Kamin, der zwar nahezu erloschen war, in dem aber immer noch etwas glühende Asche zu entdecken war. Sie wollte den Kopf bewegen und nach einer Tür suchen, konnte aber keinen Eingang zu dem Raum entdecken. Nach ihrer Mutmaßung, saß sie genau mit dem Rücken zu der Tür. Neben dem Mann der ihren Kopf hoch hielt, befanden sich noch drei weitere Personen in ihrer direkten Gegenwart.
Der Mann der genau auf der anderen Seite ihres Stuhls stand, war nach ihrer Einschätzung nur ein weiterer Schläger und neben ihm, knapp einen Meter entfernt, befand sich ein älterer Herr, vermutlich Mitte 60, der eine Art Kittel trug. Er hielt eine Spritze in der Hand und hatte sie offenbar, gerade an ihr genutzt. Das erklärte natürlich auch, warum ihr Kopf ihr immer noch solche Schmerzen bereitete. Auf rein natürlichem Wege, wäre sie mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht aufgewacht. Ein weiteres Mal versuchte sie sich umzusehen und der Typ der sie immer noch an den Haaren festhielt, verstärkte seinen Griff und schüttelte gespielt theatralisch den Kopf. „Kaum ist sie wach, wird das Miststück schon widerspenstig. Echt eine Plage diese Superheldentussen.“ Der Mann der auf der anderen Seite stand, verschränkte die Arme und seufzte. Er sah über sie hinweg und sah eine Person an, die direkt hinter Dinah stand. „Boss, ich glaube nicht dass die uns viel sagen wird. Die kann ja kaum die Augen offen halten.“, brummte er und eine bisher ungehörte Stimme erklang.
„Ist doch egal, ob sie nun redet oder nicht. Wir wollten sie doch sowieso nur lebend fangen oder? Wenn Batman, oder wer auch immer hinter diesem Haufen steht, sie lebend wieder sehen will, dann wird er dafür bezahlen müssen und zwar mit seiner Identität und einem hübschen Sümmchen.“, sagte Carmine Falcone und Dinah spürte, wie in ihr die Nervosität hochstieg. Nicht wegen Batman, sie wusste das sie sich dahingehend keine Gedanken machen musste, aber was die übrigen Birds anging, war das eine ganz andere Angelegenheit. Sie konnte nicht sprechen, denn man hatte sie mit einem Ballknebel ausgestattet. „Keine Sorge meine Liebe, deine beiden Freundinnen, sind in ausgezeichneter Begleitung. Mein Sohn kümmert sich gerade um sie. Wenigstens ist sie jetzt nicht mehr so alleine diese… Huntress. Wobei die Jagende ja ziemlich schnell zur Gejagten geworden ist. Eine peinliche Vorstellung, dieser Versuch bei mir einzubrechen. Ich hatte eigentlich etwas mehr Finesse erwartet, von einer Gruppe wie der euch. Aber vielleicht habe ich mit da auch einfach hinreißen lassen. Es sieht mir jedenfalls so aus, als ob sich Batman mit euch eher eine unpassende Anhängerschaft aufgebaut hat. Letztlich seid ihr doch nicht mehr, als ein trauriger Abklatsch seiner Fähigkeiten. Und dazu noch ein Team, das vollständig aus Frauen zu bestehen scheint. Lächerlich.“, erzählte er und Dinah wurde etwas schlecht. Sie wusste, dass sie nicht besonders viel unternehmen konnte, sofern diese Typen keinen ernsthaften Fehler machen würden. Und Kerle wie Falcone, leisteten sich selten irgendwelche Fehler.
Dinah versuchte ihren Atem zu kontrollieren. Der Knebel machte das nichts einfach und sie musste sich konzentrieren. Einerseits war sie immer noch von Panik ergriffen, denn sie wusste ja immer noch nicht, wie es ihren beiden Freundinnen ging, aber andererseits musste sie einen klaren Kopf bewahren und konnte in diesem Moment, nicht nur von Gefühlen gesteuert handeln. Sie probierte zuerst ihre Fesseln zu bewegen, musste allerdings zugeben, dass man auf Seiten der Falcones nichts dem Zufallen überlassen hatte. Man hatte ihr Handschellen angelegt und eine Kette um ihren Oberkörper angebracht, so dass sie sich nicht von ihrem Stuhl lösen konnte. Auch ihre Füße hatte man gefesselt. Ein Fluchtversuch, konnte also nur mit Hilfe von außen gelingen. „Sicherlich würdest du mir gerne sagen, das Batman sich auf so einen Deal nicht einlassen würde und das er unseren Forderungen niemals nachgeben wird. Die Frage ist nur, ob er für dich und die beiden anderen Ladys überhaupt genügend übrig hat, um seine Identität für euch preiszugeben. Ich meine… dass er euch in mein Haus einfach so hineinspazieren lässt, sollte doch genug darüber aussagen, wie sehr ihm eure Sicherheit am Herzen liegt.“ Dinah konnte seine großkotzigen Reden schon jetzt nicht mehr hören. Das dieser verbrecherische Mistkerl Bruce so in den Dreck zog und sich anmaßte über ihre Beziehung zueinander zu sprechen, als hätte er davon auch nur die leiseste Ahnung, machte sie so wütend, das sie sich zusammenreißen musste, nicht einige kräftige Beleidigungen in seine Richtung zu werfen. Er hätte sie dank des Knebels so oder so nicht verstanden und das Letzte was sie wollte, war Falcone als Belustigung zu dienen.
Falcones Handy klingelte mit einem Mal und er ging sofort dran. „Ich werde sofort bei euch sein, keine Sorge.“, meint er und legte wieder auf. Dinah und die anderen Individuen im Raum, sahen ihn an. Er erklärte mit einem unangenehmen Grinsen, das eine Spur von Freude auszudrücken schien: „Das war mein Sohn. Wie es aussieht, fragt… Huntress nach meiner Anwesenheit. Und eins musst du über mich wissen. Ich bin kein Mann der eine Lady warten lässt.“ Die beiden Schlägertypen lachten verächtlich und nachdem Carmine Falcone den Raum verlassen hatte, ließ der Typ der ihren Kopf die ganze Zeit oben gehalten hatte, endlich ihre Haare los. Sie fühlte sich noch immer matt und nicht ganz bei Sinnen, aber wenigstens hatten ihre Kopfschmerzen etwas nachgelassen. Sie schloss für einige Sekunden die Augen und versuchte sich wieder auf ihre Atmung zu fokussieren. Dinah hasste den Gedanken untätig zu sein, realistisch gesehen, konnte sie in ihrer derzeitigen Verfassung aber sowieso nur bedingt etwas unternehmen. Nicht nur das die gefesselt und geknebelt war, sie wusste ja nicht einmal, wo in dem riesigen Gebäudekomplex Huntress und Batwoman untergebracht waren. Sprich, selbst wenn sie frei kommen konnte und irgendwie ihre Bewacher hätte überwältigen können, wären ihre Optionen immer noch eingeschränkt gewesen. Sie konnte das Anwesen der Falcones auch nicht einfach mit Hilfe ihrer Stimme in Schutt und Asche legen, so gerne sie das auch getan hätte. Im besten Fall hätte sie nur Beweise, die man gegen die Familie einsetzten könnte vernichtet. Im schlimmsten Fall hätte sie ihre Teammitglieder unter Tonnen von Beton begraben. Sie seufzte und schluckte so gut es ihr möglich war.
Es passierte ohne Vorwarnung und Dinahs Kopf schreckte hoch, als sie ein lautes Geräusch vernahm, das sie nicht einordnen konnte. Sie konnte auf einmal nichts mehr richtig sehen und spürte einen merkwürdigen Geschmack auf der Zunge. Asche. Alles war irgendwie verdunkelt und ein grauschwarzer Dunst hing in der Luft. Sie versuchte zu erfassen was vor sich ging, hörte aber nur die Schreie und das Rufen der Drei Männer die noch immer bei ihr waren und sie blinzelte, als die rauchige Wolke ihre Augen reizte. Sie hustete und versuchte sich krampfhaft von ihren Fesseln zu befreien, sah damit aber immer noch keinen Erfolg. Die Geräusche hatten nachgelassen und sie sah auf. Zuerst konnte sie nur einen Schemen erkennen, dann trat derjenige, der offenbar ohne Einladung in das Anwesen eingedrungen war hervor. „Bwtgwrl.“, würgte sie hervor und ihre Augen wurden größer, als sie erkannte wen sie vor sich hatte. Cassandra trat an Dinah heran und löste so schnell sie konnte ihre Fesseln. Die Blondine stand auf, noch bevor sie sich den Knebel aus dem Mund genommen hatte. Sie zog die Adoptivtochter von Batman in eine dankbare Umarmung und nahm ihr Gesicht dann in ihre Hände. „Was machst du nur hier? Du bist doch immer noch verletzt. Du kannst doch nicht einfach so hier hineinspazieren, als wäre alles in bester Ordnung.“, sagte sie und musste sich zurückhalten nicht laut zu werden. Sie schielte zu den leblosen Gestalten der drei Männer und spürte die Hände der jungen Frau an ihren.
„Ich kann euch Drei doch nicht einfach in den Händen der Falcones lassen. Die stellen mit euch doch sonst was an. Und außerdem wissen wir beide doch, dass du das Gleiche auch für mich tun würdest Dinah. Wir Birds müssen doch zusammen halten.“, antwortete Cassandra und Dinah hätte ihr gerne widersprochen, nur leider hatte Batgirl damit natürlich völlig recht. Auch sie hätte Cassandra nicht länger als nötig in Gefangenschaft bei der mörderischen Verbrecherfamilie gelassen. Trotzdem sorgte sie sich um die Verletzung des jüngsten Mitglieds der Birds und sie holte tief Luft und musste ein Husten unterdrücken. Die Luft war immer noch mit der Asche des Kamins gefüllt. „Sei mal lieber froh, dass das Feuer da drin schon seit einer Weile aus ist, sonst hättest du dich noch selbst in Flammen gesetzt, beim Versuch hier rein zu kommen.“ Am liebsten, hätte Dinah das nicht gesagt, denn der Ausdruck in Cass Augen verriet ihr, dass sie auch dieses Risiko ohne Frage eingegangen wäre. Sie wollte die Angelegenheit aber offenbar nicht weiter diskutieren und gab ihr stattdessen einen der Ohrknöpfe, mit denen sich die Birds normalerweise untereinander verständigten. „Danke.“, sagte sie lediglich. Sie hielt Inne, bevor sie das winzige Gerät in ihr Ohr setzte und fragte: „Du bist doch nicht etwa allein hier oder?“ Schnell schüttelte ihr Gegenüber den Kopf. „Nein, ich habe ein paar von unseren Freunden mitgebracht. Nightwing und Robin sind mit mir gekommen. Die Zwei haben keine Sekunde gezögert, nachdem uns Oracle alarmiert hat.“, erklärte sie und Dinah seufzte. „Dann hoffen wir mal, das sie schnell genug an Helena und Kate dran kommen, bevor den Zweien noch was passiert. Das… könnte ich mir nicht verzeihen.“
Cassandra antwortete nicht, aber man konnte sehen, wie sich ihr Kiefer verhärtete. Dinah setzte den Knopf in ihr Ohr und fragte: „Hallo?“ Sie hörte ein erleichtertes Seufzen und Oracle fragte: „Gott sei Dank das du in Ordnung bist Dinah ich… ich hab mir solche Sorgen gemacht… ist dir auch nichts geschehen?“ Black Canary lächelte etwas und sagte darauf: „Keine Bange Babs, so schnell kriegt man mich ja nicht unter. Bin schon deutlich schlimmeres gewohnt. Jetzt lasst uns erstmal versuchen, den beiden Jungs unter die Arme zu greifen. Irgendeine Chance, dass du uns vielleicht dort hin leiten kannst, wo auch immer sie Helena und Kate versteckt haben?“ Es dauerte einen Augenblick, bevor Oracle antwortete: „Ich fürchte, das ich euch da nur bedingt weiterhelfen kann. Es sieht so aus, als hätten die Falcones ein Störsignal innerhalb des Gebäudes angebracht. Ich meine… unsere Stimmenverbindung ist relativ stabil. Den Ort eures Aufenthalts, oder den von Nightwing und Robin zu bestimmen, das ist im Gegensatz dazu fast unmöglich…“ Cassandra sah für einen Moment auf den Boden vor sich und meinte dann: „Wir sollten einfach versuchen sie zu finden. Hier herumzuwarten, bringt uns ja auch nichts. Ich bin schon froh, dass der Fake Anruf, mit dem ich Carmine weggelockt habe funktioniert hat.“ Dinah sah sie überrascht an. „Das warst du?“, fragte sie und Batgirl nickte, mit einem unterdrückten Lächeln. „Ich habe eine Voicechanger benutzt, die Stimme von Mario Falcone, hat man schon dutzende Mal aufgenommen, das reicht um eine glaubwürdige Imitation seiner Stimme zu erzeugen.“, erwiderte sie und Dinah nickte anerkennend. Cassandra verzog das Gesicht und Dinah wollte wissen: „Alles in Ordnung?“
Die Jüngere nickte langsam und entgegnete: „Schon nur… dadurch das Carmine sich jetzt auf dem Weg zu Helena und Kate befindet, wird sicher ein Haufen seiner Wächter mit ihm unterwegs sein. Sollten Nightwing und Robin gerade versuchen sie zu befreien dann… nun dann werden sie vielleicht in mehr Schwierigkeiten geraten, als sie vorhersehen können.“ Black Canary biss sich auf die Zunge bevor sie antwortete. „Wir sollten uns wohl auf den Weg machen. Umso eher wir sie finden, umso eher können wir ihnen unter die Arme greifen.“, meinte sie und die beiden schlichen aus dem Zimmer. Wie auch die Gänge, auf denen sich Dinah noch zuvor mit ihren beiden Kumpaninnen bewegt hatte, war auch hier alles teuer eingerichtet. Sie kamen an einem Fenster vorbei und Dinah konnte sehen, das es bereits wieder Tag geworden war. Die Sonne war zwar erst halb über den Horizont gestiegen, aber die Zeit für verdeckte Verbrechenbekämpfung im Schutz der Dunkelheit war vorbei. „Könnte es ein, das sie sie irgendwo im Keller untergebracht haben? Ein Gebäude dieser Ausmaße, müsste doch eigentlich über ziemlich große unterirdische Räumlichkeiten verfügen…“, mutmaßte Cassandra und Dinah grinste dünn: „Unmöglich ist es wohl nicht. Unter großen Villen, lassen sich kleine Verstecke einfach verbergen.“ Batgirl verdrehte bei der Anspielung nur die Augen, nahm das Ganze aber als ein „Ja“ auf. „Ich bin mir sicher, dass es hier in der Nähe eine Treppe gibt die nach unten führt. Das Anwesen mag verwinkelt und riesig groß sein, aber die Kellerräume dienen im Ernstfall sicher auch als Fluchtweg. Sie werden von allen Teilen des Gebäudes aus, betretbar sein.“, sagte sie mit ziemlicher Sicherheit und Dinah sagte. „Wir finden einen Weg und unsere Freunde, verlass dich drauf.“ Cassandra nickte und die Zwei liefen weiter.
Ich hoffe dass euch das Kapitel gefallen hat und ich danke euch allen für eure Aufmerksamkeit. Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinung, oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch ja auch beim nächsten Mal wieder begrüßen.
HG Elixier