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Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

19.

Der Wind der durch den Baum rauschte, zog an ihren Haaren und Elizabeth seufzte, als sich einige ihrer violetten Strähnen über ihre Augen legten. Wenigstens hatte es nicht angefangen zu regnen, so wie sie es zu Beginn des Abends noch befürchtet hatte. Mittlerweile war das Wetter natürlich eher nebensächlich. Dass diese drei Frauen ausgerechnet in dieser Nachbarschaft in eines der drei großen Anwesen eingedrungen waren, hatte sie zuerst überrascht. Sie war den Dreien gefolgt, nachdem sie realisiert hatte, welche Position innerhalb der Gesellschaft dieser Welt sie einnahmen. Von Anfang an, hatte sie genügend Abstand gehalten, damit sie nicht entdeckt werden würde und mithilfe ihrer telepathischen Fähigkeiten, hatte sie sich über die Pläne der drei Frauen informiert und das Geschehen im Inneren des Anwesens verfolgt. Das die Dinge so aus dem Ruder gelaufen waren und sich ganz und gar nicht positiv für die Drei entwickelt hatten, hatte sie natürlich mit Sorge erfüllt.

Allerdings hatte sie sich auch nicht in einer Position befunden, in der sie hätte helfen können. Wenn Batwoman, Black Canary und Huntress, wie sie sich nannten, gemeinsam nicht dazu in der Lage gewesen waren dieses Anwesen zu infiltrieren, dann standen ihre Chancen allein auch nicht merklich besser. Sie hätte vielleicht darauf bauen können, dass nach dem Eindringen der drei Frauen, niemand mehr in dem Anwesen noch damit gerechnet hätte einen weiteren Einbrecher aufhalten zu müssen, aber das war kein Risiko dass sie bereit gewesen wäre einzugehen, schon gar nicht für Personen die sie überhaupt nicht kannte, auch wenn sie etwas Mitleid für Batwoman empfunden hatte, als diese von dem Sohn des Inhabers des Anwesens verprügelt worden war. Glücklicherweise hatten die Drei nicht lange warten müssen, bis ihnen ihre Freunde zur Hilfe geeilt waren. Elizabeth wäre beinahe entdeckt worden und sie war sich nicht sicher, ob das Mädchen das sie Batgirl nannten, sie nicht doch wahrgenommen hatte. Wenn dem so war, hatte sie sie nicht als Problem oder Gefahr eingeschätzt und damit hatte sie natürlich richtig gelegen, aber Betsy zählte nicht zu den Menschen, die ein besonders großes Vertrauen in das Urteil fremder Individuen setzte.

Für einige Sekunden hatte sie mit dem Gedanken gespielt, sich den drei Mitgliedern des Rettungsteams zu offenbaren und vorzuschlagen zu viert in das Anwesen vorzudringen. Das hatte zumindest nach ihrer Vorstellung etwas mehr Aussicht auf Erfolg. Aber letztlich hatten die Drei auch ohne sie ihre Primärmission erfüllen können und ihre Verbündeten befreien können. Jetzt konnte Elizabeth in der weiten Ferne schon einige Sirenen wahrnehmen und sie holte tief Luft bei der Vorstellung, dass dieser Ort in Kürze mit Polizei und Dergleichen überschwemmt werden würde. Natürlich bedeutete das nicht automatisch, dass sie entdeckt werden würde, immerhin war sie durchaus dazu in der Lage einer ganzen Menge aufmerksamer Augen auszuweichen, aber sie hatte bereits nach ihrer ersten kleinen Auseinandersetzung mit diesen interessant gekleideten Bankräubern entschieden, keinen allzu langen Kontakt mit der Polizei zu pflegen. Der Einsatzleiter der sie hatte gehen lassen, war mit seinen Nerven am Ende gewesen und war nicht wirklich in der Verfassung gewesen, sie daran zu hindern zu verschwinden. Dazu hätten ihm ohnehin die Mittel gefehlt. Jetzt hatte sie aber doch die Entscheidung getroffen, dem uniformierten Gesetz etwas unter die Arme zu greifen.

Dass der Baum den sie ausgewählt hatte, genau an der abbiegenden Straße stand, die mit der hinteren Ausfahrt des Gebäudes verbunden war, war kein Zufall. Das Oberhaupt dieser Familie hatte nicht die Absicht in seinem Wohnsitz zu verbleiben, bis die Polizei in darin festsetzte. Der Mann hatte sich noch während der Befreiungsaktion in seine Tiefgarage begeben, einige teure Kleinigkeiten eingepackt und war nun im Begriff das Weite zu suchen. Die Gelegenheit würde Betsy ihm natürlich nicht geben. Sie wartete bis sie die Lichter der schweren Limousine erkannte und sendete dann ihren Geist in den des Fahrers. Die Gedanken eines Menschen zu lesen, war relativ einfach, aber einen Menschen auf diese Art und Weise zu kontrollieren, bedurfte doch einiger Aufmerksamkeit und Konzentration. Da er eine solche Attacke nicht hatte kommen sehen und auch nicht wusste wie er sich gegen sie hätte wehren können, lief die Übernahme glatt und Betsy hatte den Wagen selbst in der Hand. Sie warf einen schnellen Blick in den Rückspiegel und erkannte den Mann hinter dem sie her war. Carmine Falcone konzentrierte sich gerade auf irgendeinen Text den er auf seinem Handy las. Elizabeth sagte durch den Mund des Fahrers: „Boss? Ich glaube wir haben ein kleines Problem.“ Carmine sah auf und fragte langsam: „Und das wäre?“ Betsy ließ den Mann einmal durchatmen und erwiderte dann: „Nun ich weiß nicht wer als Letztes mit dem Wagen gefahren ist, aber haben beinahe keinen Sprit im Tank. Besonders weit werden wir damit nicht kommen. Soll ich den Ersatzkanister herausholen und den Inhalt noch in den Tank geben? Wir wollen ja nicht auf halbem Weg liegen bleiben oder?“ Carmine gab ein verärgertes Brummen von sich, nickte dann aber und entgegnete: „Besser ist es. Ab heute Nacht werde ich sicher in jeder Ecke der Stadt gesucht werden. Wenn wir irgendwo auf dem Highway stehen bleiben, kann ich mir auch selbst die Handschellen anlegen.“ Betsy fuhr den Wagen langsam neben den Baum in dem ihr eigener Körper noch immer saß und ließ den Mann aussteigen. Sie führte ihn hinter die Limousine, ließ ihn den Kofferraum öffnen und einige der Gepäckstücke herausnehmen um etwas Platz zu schaffen. Dann ließ die den Mann in den Kofferraum steigen und die Heckklappe von innen verschließen. Somit war er aus der Gefahrenzone und ihr selbst auch nicht mehr im Weg.

Elizabeth sprang aus dem Baum heraus, noch bevor Carmine irgendeinen Verdacht schöpfen konnte und öffnete die Tür durch die sich Carmine in sein eigenes Auto gesetzt hatte. Das Oberhaupt der Falcone Familie bekam nie die Gelegenheit zu protestieren. „Guten Abend.“, begrüßte sie ihn nur, als ihre Psy Klinge durch seine Stirn drang. „Gute Nacht.“, sagte sie als sein Körper erschlaffte und er bewusstlos in ihre Arme fiel. Jetzt kamen die Handschellen die sie dem Einsatzleiter abgenommen hatte zum Tragen. Carmine war trotz seiner Größe zum Glück nicht besonders schwer und mit einem kräftigen Ruck hatte sie ihn auch schon auf den Bürgersteig gezogen. Sie würde noch einige Sekunden haben, bevor die Polizei in diese Nebenstraße einbiegen würde. Ein gusseiserner Zaun trennte die Bäume und das Grün von dem Bürgersteig und der Straße. Damit verbunden, würde Carmine selbst wenn er wieder zu Bewusstsein kommen würde, nicht dazu in der Lage sein wieder in sein Auto zu steigen, geschweige denn das Weite zu suchen. Betsy lehnte sich in die geöffnete Fahrertür und nahm den Schlüssel auf dem Zündschloss. Für einen Moment ließ sie ihren Geist durch die nähere Umgebung dringen und tastete nach den Gedanken der sechs Helden, die sich bereits wieder auf den Weg gemacht hatten, das Anwesen zu verlassen. Was auch immer ihnen am Ende noch im Weg gestanden hatte, hatte sie nicht aufhalten können. Sie sandte der jungen Frau, namens Cassandra eine Zusammenfassung dessen, was sie in den letzten Minuten getan hatte und seufzte, als in der Ferne ein Polizeiwagen seine Sirene wieder aktivierte und diesmal wesentlich näher klang. Betsy nahm einen Schritt Anlauf, sprang über den Zaun und verschwand in der Dunkelheit.

Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und danke euch allen für eure Aufmerksamkeit. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch ja auch beim nächsten Mal wieder begrüßen.

HG Elixier