Kapitel
Kapitel
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
20.
Clark schob seine Brille ein wenig auf seiner Nase herum und Lois sah ihn neugierig an. „Hat dir der Film nicht zugesagt?“, fragte sie, während sie sich bei ihm einhakte. Die zwei gingen langsam die Straße hinunter, die weiter in die Innenstadt führte und Clark unterdrückte ein Seufzen. „Er war etwas… überwältigend.“ Lois gab ein mürrisches Geräusch von sich und zuckte mit den Schultern. „Das sagst ausgerechnet du.“ Er zuckte mit den Schultern und sah einem Auto hinterher, das an ihnen vorbei fuhr. „Nimm es mir nicht übel Lois aber… das ist vielleicht genau das Problem. Ich habe solche Situationen schon zu oft mitgemacht. Menschen ziehen… in solchen Momenten meist den Kürzeren.“ Lois runzelte die Stirn und wurde etwas langsamer. Clark sah hinab zu ihr und sie presste die Lippen etwas aufeinander, bevor sie sagte: „Das klingt etwas… herablassend.“ Er schüttelte den Kopf. „Nein Lois es ist nur… realistisch. Ich würde einfach gerne… ich hätte es lieber wenn wir unsere alltäglichen Helden etwas mehr feiern. Unsere Notärzte, Feuerwehrleute, Lehrer und Altenpfleger… die arbeiten an den meisten Tagen des Jahres, härter als ich es am härtesten Tag meines Jahres getan habe. Und wir nehmen es einfach als selbstverständlich hin, obwohl wir ihnen in Wahrheit mehr abverlangen als denen, die nur in gemütlichen Abständen ihr Bestes geben müssen… und in vielen Fällen mit weniger als ihrem Besten klar kommen.“
Lois blieb stehen und hielt ihn fest, stellte sich auf ihre Zehnspitzen und küsste ihn sanft. Clark war zwar etwas überrascht, aber ganz und gar nicht unwillig den Kuss zu erwidern. Sie lösten sich voneinander und Lois grinste. „Wie nett von dir, dass du mich daran erinnerst, dass nicht alle Helden ein Kostüm tragen.“, flüsterte sie und Clark grinste zurück. Er schob seine Brille wieder ein Stück höher und fügte hinzu: „Sie sind, glaub es oder nicht, sogar in der Mehrheit.“ Lois lachte und sie küssten sich noch einmal. Sie wandten sich wieder in Richtung ihres ursprünglichen Ziels und beschleunigten ihre Schritte etwas. Nach einigen Dutzend Metern fragte Clark beiläufig: „Dein Bericht über die Metropolis Bewerbung ist eingeschlagen wie eine Bombe. Großartige Arbeit. Selbst die Washington Post und New York Times haben deinen Artikel erwähnt.“ Lois biss sich auf die Unterlippe und nickte mit einem zufriedenen Glanz in den Augen. „Ich hoffe nur dass Metropolis die Zusage bekommt. Ich habe eine Tonne von dankbaren Nachrichten bekommen, von unzähligen Sportlern und Verbänden. Sie alle hoffen darauf, dass die Sommerspiele mal wieder eine Chance in den Staaten bekommen. Gold gewinnt man am liebsten immer noch zu Hause.“ Clark nickte und meinte: „Mit etwas Glück entfacht das die Debatte auf nationaler Ebene wieder etwas. Wenn von politischer Seite die richtige Unterstützung kommt, dann stehen ihre Chancen doch gleich etwas besser.“ Sie nickte nur und sog die Luft ein. „Riecht so als wenn sie noch offen haben.“ Clark zwang sich dazu die Augen nicht zu verdrehen. „Wir sind hier schon zehn Mal gewesen Lois, du kennst die Zeiten hier doch mittlerweile.“
Das Retro Diner war einer der Orte, an denen sie sich schon oft getroffen hatten. Das Essen war vergleichsweise günstig, die zweiten verdienten immerhin kein Vermögen beim Daily Wire, aber es war vor allen Dingen lecker und von besserer Qualität als man es bei den Preisen zuerst vermutet hätte. Außerdem bezahlte der Besitzer seine Angestellten auch ziemlich gut, was dazu führte das die Kellner einen meistens in Ruhe essen ließen und einen nicht andauernd unterbrachen, nur damit sie ihr Trinkgeld bekamen. Als die Beiden eintraten, sahen sie das außer ihnen nur ein weiteres Paar, etwas älter als Lois und Clark, zurzeit zu Gast waren. „Wenigstens bekommen wir unser Essen in Kürze. Ich hab echt Kohldampf.“, bemerkte Lois und wie zur Bestätigung grummelte ihr Magen etwas. Sie presste ihre Lippen zusammen und Clark schmunzelte und sie setzten sich. Nachdem sie ihr Essen bestellt hatten und es sich ein wenig gemütlich gemacht hatten, fragte Clark: „Habt ihr denn eigentlich noch etwas über diese Frau heraus gefunden? Die von der Jimmy die Fotos geschossen hat?“ Lois schüttelte langsam den Kopf: „Nicht wirklich. Erstmal haben wir versucht herauszufinden, ob sie in der Vergangenheit schon mal irgendwo gesehen wurde, aber Fehlanzeige. Die ist praktisch aus dem Nichts gekommen. Immerhin wäre es ja auch zu erwarten gewesen, dass man jemanden der so aussieht wiedererkennt, wenn sie sich schon mal in der Öffentlichkeit hätte blicken lassen.“ Clark runzelte etwas die Stirn und fragte: „Bist du dir sicher?“
Lois hob eine Augenbraue. „Ernsthaft Clark? Die Gute hätte mit der Körperkontrolle auch gute Chancen auf Gold bei den Spielen und mit der Figur, den Haaren und dem Gesicht… auf dem Laufsteg würde die sich sicher auch wohl fühlen.“ Clark holte tief Luft und hob in einer abwehrenden Geste die Hände. „Du weißt dass ich… darauf nicht so achtgebe.“ Natürlich war das bis zu einem gewissen Grad eine Lüge. Eigentlich hatte er gehofft, das Lois ihn noch mit ein paar Informationen bezüglich der jungen Frau hätte versorgen können, schließlich war sie nicht die Einzige die in letzter Zeit wie aus dem Nichts aufgetaucht war. Thor, dieser Riesentyp der mit jeder weiteren Minute die er in der Obhut der Justice League verbrachte, mehr und mehr deutlich machte das er diesen Namen nicht zum Spaß trug, hatte sich zum Glück bisher sehr freundlich und kooperativ gezeigt. Wäre das Gegenteil der Fall gewesen, hätten Clark und seine Verbündeten eine denkwürdige Auseinandersetzung vor sich gehabt, daran zweifelte er nicht. Dann war da dieser ulkige Haufen mit dem sich die Titans hatten herumschlagen müssen. Diese Kerle waren keine Bedrohung, die das Eingreifen von Superman verlangt hätte, aber das machte sie nicht unbedingt weniger gefährlich. Immer wenn sich Schurken zusammenschlossen und im Grunde genau derselben Logik folgten wie die Justice League, konnte die Gefahr die sie darstellten, schnell exponentiell steigen. Es hatte schon etwas Gutes, das die meisten Schurken um es einfach auszudrücken, über ein zu großes Ego verfügten, um sich dauerhaft mit irgendjemandem zu verbünden.
„Clark?“, fragte Lois und er sah auf und suchte Augenkontakt. Sie lächelte schwach und wartete bis die Kellnerin die ihr Essen brachte wieder gegangen war. „Das du darauf nicht so achtest, ist mir bewusst… aber Superman achtet auf andere Dinge.“, sagte sie langsam und er schluckte. Lois nahm seine Hand und fragte: „Da geht mehr vor als du mir verraten willst Clark und das ist… in Ordnung. Aber wenn es einen triftigen Grund für mich gibt mir Sorgen zu machen, dann… dann habe ich ein Recht davon zu erfahren.“, erinnerte sie ihn und er nickte langsam. Lois hatte das Recht die Wahrheit zu erfahren. Leider fühlte er sich gerade, als wüsste er selber nicht was die Situation war. So gerne er ihr auch die Wahrheit verraten hätte, sie hatte sich ihm noch nicht offenbart. Er hatte eine ganze Menge Puzzleteile, nur leider keine Ahnung wie das Bild aussehen sollte, das sich am Ende aus ihnen zusammen setzten würde.
Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und ich danke euch allen für eure Aufmerksamkeit. Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinung, oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch ja auch beim nächsten Mal wieder begrüßen.
HG Elixier