Kapitel
Kapitel
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
21.
Barbara Gordon starrte auf den Artikel in der Zeitung, die sie gerade aus dem Briefkasten gefischt hatte. Ihr Vater hatte erst vor einigen Minuten das Haus verlassen und sich auf den Weg zur Arbeit gemacht. Sie hatte sich mit den Birds zu einer Besprechung verabredet und wartete auf sie. Eigentlich hatte sie recht wenig für das was in dem Morgenblatt, dass ihr Vater schon eine Hand voll Jahre vor ihrer Geburt abonniert hatte stand übrig, aber da es um die Vorkommnisse rund um die Falcone Familie ging, hatte sie doch ein Interesse daran, was die Medien so über das ganze Geschehen zu sagen hatten. Interessanterweise war kein einziges Wort über die Beteiligung der Birds oder von Robin oder Nightwing geschrieben worden. Offenbar stellte man die Angelegenheit eher als eine überraschende Razzia der Polizei da. Barbara hatte ihren Vater beobachtet, während dieser denselben Artikel gelesen hatte und sein resigniertes Seufzen nicht ganz deuten können. Ob er nun mit der Leistung seiner eigenen Polizeikräfte, oder mit den journalistischen Fähigkeiten seiner Morgenzeitung unzufrieden war, war ihr nicht ganz klar.
Es klingelte an der Tür und sie aktivierte den kleinen Bildschirm den sie an ihren Rollstuhl montiert hatte. Sie hatte knapp ein Dutzend Kameras im ganzen Haus versteckt, damit sie nicht so einfach von einem Eindringling überrascht werden konnte und zwei davon befanden sich an der Haustür. Helena, Cassandra und Dinah warteten am Eingang und Barbara öffnete die Tür. „Kommt herein.“, sagte sie nur das Mikrofon, das mit der Sprechanlage am Hauseingang verbunden war. Die Drei betraten das Gebäude und blieben knapp hinter der Tür stehen. „Setzt euch.“, bat Barbara die Birds und sie platzierten sich auf dem Sofa und Barbara platzierte sich ihnen gegenüber. „Nun, ich hoffe dass ihr letzte Nacht halbwegs gut geschlafen habt.“, fing sie an und Huntress zuckte mit den Schultern: „Dafür sind Schmerzmittel da.“ Oracle nickte mechanisch holte einmal tief Luft bevor sie fort fuhr: „Ich möchte mich zuerst einmal entschuldigen. Ich habe gestern und in der vorherigen Nacht wirklich schlampig gearbeitet und mich von unseren und vor allen meinen Fähigkeiten blenden lassen. Wir hätten besser vorbereitet sein sollen und nicht Hals über Kopf in diese Sache springen sollen und ich habe meine Verantwortung als Teamleiterin sehr vernachlässigt. Ich bitte euch deshalb um Verzeihung.“ Die Drei Birds sahen einander stumm an und wirkten fast etwas bedrückt. Barbara war nicht bekannt dafür um den heißen Brei herum zu reden, aber sie nahm doch mit dieser Aussagen eine Menge auf sich.
„Ich glaub nicht, dass du dich bei uns entschuldigen musst. Wir sind alle in diese Falle getappt. Machen wir uns nichts vor, die Falcones wussten schon, das wir im Anmarsch waren und haben sich entsprechend aufgestellt.“, antwortete Dinah und Helena sagte: „Jetzt wissen wir für die Zukunft, das wir die alten Familien nicht unterschätzen sollten und mit echtem Widerstand rechnen müssen. Ist doch letzten Endes alles gut gegangen oder?“, fragte sie und klopfte Cassandra auf die Schulter. Diese verzog keine Miene, sondern starrte nur Barbara an. Nicht besonders emotionsreich, aber ihr Gegenüber konnte trotzdem erkennen, das auch sie mit der Entschuldigung recht wenig anfangen konnte. Barbara räusperte sich einmal und sah für einen Augenblick auf den Tisch vor dem Sofa und sah dann wieder ihre Birds an. „Nun gut ich… bin nur dankbar das Batwoman sich bereits auf dem Weg der Besserung befindet. Ich sage es nicht gern Dinah, aber trotz dessen wird es wohl noch ein Weilchen dauern, bis sie soweit auf dem Damm ist, dass sie wieder Vorne mit mischen kann. Daher werden wir wohl auf deine Anwesenheit bauen.“ Dinah schob ihre Unterlippe hervor und grinste etwas. „Mach dir da mal keine Gedanken. So lange die Justice League keine Verwendung für mich hat, ist es mir eh ganz recht, meine Zeit mit meinen Lieblingsladys zu verbringen und nebenbei auch noch Verbrechen zu bekämpfen.“ Cassandra lächelte und nickte zustimmend. Helena seufzte und fuhr sich durch ihre dunkle Mähne. „Sag mir nicht, dass du uns nur hier her bestellt hast, weil du irgendwelche Schuldgefühle hast. Dass war vielleicht keine angenehme Nacht, aber wir haben schon deutlich schlimmeres durchgemacht, also bitte: Warum sind wir wirklich hier?“
Barbara lächelte und entfernte den kleinen Bildschirm aus ihrer Armelehne. Er konnte gleichzeitig auch als Tablet dienen und sie öffnete eine Videosequenz, die die Limousine von Carmine Falcone zeigte. „Sieht so aus, als ob wir in dieser Nacht doch etwas mehr, als nur Glück hatten. Hilfe um genau zu sein.“, sagte sie und die Birds starrten auf den Bildschirm, als das Video begann. Man konnte erkennen, wie das Fahrzeug zum Stillstand kam, der Fahrer ausstieg und irgendetwas am Kofferraum machte, bevor er sich hineinlegte. Die Drei sahen Barbara irritiert an und sie lächelte nur dünn und zeigte wieder auf den Bildschirm. Die Gestalt die an den Wagen des Mafioso heran glitt, war schnell, geschmeidig und eindeutig weiblich. Sie sprang in die offene Tür und keine halbe Minute später, trug sie das alte Oberhaupt der Falcones aus dem Wagen und kettete ihn an den gusseisernen Zaun, neben dem Bürgersteig. Sie warf noch einen Blick in Richtung der Kamera und sprang dann wieder in das Grünzeug, aus dem sie erschienen war. Das Video endete und die Birds sahen Oracle an. „Noch ein kleines Rätsel was es zu lösen gilt.“, sagte Dinah und Barbara nickte: „Ganz richtig. Aber wir haben sie sogar schon mal in Aktion gesehen.“ Helena hob eine Augenbraue und fragte: „Haben wir das?“ Barbara zeigte ihnen die Auseinandersetzung, die von Jimmy Olsen vom Daily Planet dokumentiert worden war. Es entging Oracle nicht, das die Birds hier und da zuckten und sich mit dem was sie da zu sehen bekamen gut identifizieren konnten. Sie zuckten hier und da und ihr Atem beschleunigte sich, als ob sie selbst dabei waren.
„Die Kleine hat auf jeden Fall was drauf.“, meinte Dinah und Helena nickte etwas und zuckte zusammen, als sie dem Fiddler so heftig ins Gesicht trat, das sich einige seiner Zähne verselbständigten. „Weiß aber auch auszuteilen, würde ich sagen.“ Cassandras Augen folgten kaum dem, was auf dem Bildschirm geschah, sie wirkte wie fokussiert auf das Gesicht der unbekannten Kämpferin. „Ich frage mich, was das für eine Energie ist, die sie da zu erzeugen scheint. Hat offenbar einen mentalen Einfluss auf diejenigen die davon berührt werden. Sie kollabieren als ob sie in Ohnmacht fallen, oder so.“, bemerkte Dinah und Barbara erwiderte: „Das kann durchaus sein und ich teile dein Interesse. Habt ihr sie schon mal gesehen?“ Black Canary schüttelte den Kopf und Helena tat es ihr gleich. Cassandra starrte immer noch auf den Bildschirm und Oracle hakte nach: „Batgirl?“ Ihr Kopf hob sich und sie blinzelte einmal, bevor sie ebenfalls mit dem Kopf schüttelte. Etwas zu langsam wie Barbara fand. „Nun gut, das wundert mich nicht. Ich habe wirklich versucht etwas über sie in Erfahrung zu bringen, aber ich hatte keinen Erfolg.“ Helena fragte ungläubig: „Überhaupt keinen?“ Barbara schüttelte den Kopf und man konnte ihr ansehen, dass sie die mit dieser Antwort ziemlich unzufrieden war. „Ihr Gesicht ist nirgendswo jemals dokumentiert worden und es gibt keinen Namen oder irgendeine Identität die man mit ihr in Verbindung bringen kann. Es ist beinahe so, als hätte sie vor ihrem Auftreten in diesen beiden Fällen nicht existiert.“, erklärte sie und Dinah biss sich auf die Lippe. „Ziemlich ungewöhnlich oder? Normalerweise hinterlassen alle Menschen eine Spur. Irgendetwas zumindest.“, sagte sie vorsichtig und Barbara schüttelte den Kopf. Cassandra nahm einen Stift und die Zeitung die Oracle bis eben noch gelesen hatte und kritzelte etwas auf die daumenbreite, unbeschriebene Umrandung.
„Was ist denn Batgirl?“, fragte Barbara sie, aber Cassandra schüttelte nur den Kopf und reichte ihr nach einigen Sekunden die Zeitung. Oracle warf einen Blick auf das, was sie geschrieben hatte und versuchte es zu verstehen. Cassandra hatte zwar Fortschritte gemacht was das Sprechen anbelangte, aber ihre Fähigkeiten was das Schreiben betraf, waren noch immer recht überschaubar. „Eli.. za… beth…?“, probierte sie es und Cassandras Augen vergrößerten sich erfreut und sie nickte zügig. Helena sah sie schief von der Seite an. „Du kennst sie?“, fragte sie und Dinah setzte hinten an: „Hast du mit ihr gesprochen?“ Etwas unentschlossen sah Batgirl die Zwei an und schüttelte dann langsam den Kopf. Sie tippte sich mit ihrem Zeigefinger an die Schläfe und zeigte auf die Videosequenz. „Meinst du sie hat… mit dir gesprochen?“, fragte Dinah und Cassandra nickte wieder, diesmal mit einem Lächeln. Helena fragte etwas verwundert: „Und warum hast du uns nichts gesagt? Ich meine… passiert ja nicht alle Tage, das man auf einmal eine unbekannte Stimme im Kopf hat.“ Barbara hob ihre Hand und machte eine schlichtende Geste. „Also ich vermute das Cassandra realisiert hat, das von… Elizabeth keine Gefahr ausgeht... oder das sie zumindest auf unserer Seite des Gesetzes zu kämpfen scheint. Wahrscheinlich wolltest du die Dinge an diesem Abend einfach nicht noch komplizierter machen, als sie es ohnehin schon waren.“ Batgirl warf einen entschuldigenden Blick in Richtung ihrer beiden Partnerinnen und nickte im selben Augenblick.
Dinah verschränkte ihre Arme und sah für einen Moment an die Decke. „Worüber denkst du nach?“, fragte Barbara sie und sie atmete einmal tief durch. „Naja ich… hab nur an Thor denken müssen.“, antwortete sie. Oracle fragte: „Du meinst den Typen den ihr vor dem Titans Tower aufgegriffen habt?“ Dinah nickte und sie verzog ihr Gesicht etwas. „Ich will mich natürlich noch nicht festlegen… aber ich werde nicht das Gefühl nicht los, dass die Beiden einander vielleicht kennen und… ihr dasselbe passiert ist wie Thor. Immerhin… könnte ich mir vorstellen, dass sie mir ihren Fähigkeiten auch wo auch immer sie herkommen mag, für Gerechtigkeit eintritt. Wenn das der Fall ist, sollte sie doch Thor kennen und umgekehrt.“ Barbara legte ihren Kopf etwas schief und legte ihre Fingerspitzen aufeinander. „Wenigstens würde das erklären, warum wir über sie bisher nicht herausgefunden haben. Wenn sie bisher in dieser… Welt nicht existiert haben, dann können sie logischerweise auch keine Spur hinterlassen haben. Wir sollten uns auch den Gefallen tun und diese Gruppe, mit der die Titans letztens zu tun hatten genauer untersuchen. Eventuell fallen sie in dieselbe Kategorie. Denen sind wir zuvor auch noch nie begegnet und sie sind erschienen, als ob die Erde selbst sie ausgespuckt hätte.“ Cassandra schaute Barbara immer noch etwas unsicher an und Oracle wank nur ab. „Keine Sorge Cass. Ich bin dir nicht böse. Überhaupt nicht. Ich würde nur… wirklich gerne wissen, was es mit ihr auf sich hat, verstehst du? Bevor sie sich irgendwie in Schwierigkeiten bringt aus denen sie sich nicht mehr selbst befreien kann.“ Batgirl verstand das natürlich und nickte.
„Die Frage ist nur, wie machen wir sie ausfindig?“, fragte Helena und Dinah zuckte mit den Schultern. Huntress fügte hinzu: „Ich meine wenn sie auch nur halb so gut im Verstecken ist, wie sie im Kämpfen ist, dann werden wir eine ganze Weile nach ihr suchen.“ Barbara lächelte und nahm das Tablet wieder an sich. „Macht euch darüber mal keine Gedanken. Ich werde sie schon ausfindig machen. Und ich denke es wäre am besten, wenn du als Erste mit ihr Kontakt aufnimmst Batgirl. Immerhin hat sich dich ausgewählt und dafür wird sie ihre Gründe haben. Dinah, wenn du Thor wirklich dementsprechend informieren willst, solltest du etwas vorsichtig vorgehen. Wir wissen ja nicht was die Erkenntnis, dass vielleicht noch einige seiner Freunde ebenfalls in dieser Welt unterwegs sind in ihm auslöst. Nicht das er außer Kontrolle gerät und sich allein aufmacht sie zu finden.“ Dinah überschlug ihre Beine und verschränkte ihre Arme. „Vertrau mir Babs. Thor ist durchaus dazu in der Lage die Dinge aus unserer Perspektive zu betrachten. Er ist einer der größten Helden, in der Welt die er kennt. Er trägt mehr Verantwortung auf seinen Schultern, als wir vier hier zusammen.“ Helena prustete nur und meinte gedämpft: „Deswegen sind sie auch so breit hm?“ Dinah rollte mit ihren Augen und sah weg. „Es mag dir entgangen sein, aber ich habe einen Ehemann und einen Sohn.“, sagte sie und Huntress rollte selbst mit den Augen. „Ah ja, denn wie wir alle wissen, verliert man durch die Fessel der Ehe auch die Fähigkeit einen Mann als attraktiv zu identifizieren.“ Dinah wurde etwas rot und hielt ihre Augen auf das Fenster gerichtet. „Gut, dann haben wir ja alles. Dinah, du kümmerst dich um Thor. Ich werde mich auf die Suche nach Elizabeth machen und du Cassandra, du sagst Tim Bescheid, das er mir ein Dossier über diese Typen erstellt, die von den Titans in dem Einkaufszentrum überwältigt wurden.“ Die Drei nickten und erhoben sich von dem Sofa. „Das war’s auch schon meine Birds.“: verabschiedete Barbara sie.
Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und ich danke euch allen für eure Aufmerksamkeit Natürlich würde ich mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung, oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich auch ja auch beim nächsten Mal wieder begrüßen.
HG Elixier