Kapitel
Kapitel
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
23.
Das Gym der Titans war beinahe doppelt so groß, wie es eigentlich sein musste, aber da die Anzahl der Titans öfter mal fluktuierte, hatte man das Ganze lieber zu groß als zu klein gebaut. Damian war gerade dabei gewesen, die letzten der Gewichte die er benutzt hatte wieder abzunehmen, da öffnete sich hinter ihm die Tür und Dick trat in den Raum hinein.
„Brauchst du mal wieder meine Hilfe Dick?“, fragte Damian ihn, bevor Dick selbst irgendetwas sagen konnte. Sein älterer Bruder stockte für einen Lidschlag, sammelte sich dann allerdings wieder. Er war nicht davon ausgegangen, das Damian ihn schon erkannt hatte.
„Nicht direkt… ich wollte eigentlich nur mit dir reden.“, entgegnete Dick und schob seine Unterlippe etwas hervor, als er die Gewichte betrachtete. Der Unterschied zwischen dem was Damian und er bewältigen konnten, war nicht so groß, wie er vermutet hatte.
„Dann beeil dich, ich will duschen.“, riet ihm sein Gegenüber und Dick holte Luft.
„Es geht um Kori… und um diesen letzten Einsatz. Diese Typen die ihr ausgeschaltet habt… denen bist du auch noch nie begegnet oder?“, fragte er langsam und Damian hob nur eine Augenbraue.
„Nein bin ich nicht… aber sie waren auch nicht besonders erwähnenswert. Die meisten Mitglieder der Justice League hätten mit denen wohl im Alleingang den Boden gewischt… an einem meiner besseren Tage wäre ich sicher auch mit ihnen fertig geworden.“, antwortete er mit einem schiefen Grinsen. Auch wenn seine Selbstgefälligkeit Dich nicht gefiel, hatte er mit dieser Vermutung wahrscheinlich nicht ganz Unrecht. Sicherlich wäre es für Damian nicht einfach gewesen, aber es war definitiv auch nicht unmöglich.
„Mag sein… aber das ändert nichts daran, dass wir diesen Personen noch nie über den Weg gelaufen sind und sie sind auch in keiner Datenbank zu finden, beinahe so, als wären sie aus dem Nichts aufgetaucht…“, meinte Dick und Damian legte den Kopf schief.
„Bist du der Meinung dass sie… irgendetwas mit dem Gefangenen gemein haben, den die Justice League festhält? Dieser… Thor?“, fragte er und Damian verzog das Gesicht ein wenig. Er wollte wirklich nicht zu voreiligen Schlüssen kommen, aber diese Vermutung hatte sich langsam in seinen Hinterkopf geschlichen.
„Naja… so wie ich das sehe, ist dieser Kerl eher schwer zu übersehen… weswegen ich es auch für praktisch unmöglich halte, dass er sich bisher einfach unter dem Radar halten konnte. Außerdem hat er ja sofort versucht mit anderen Individuen seines Kalibers Kontakt aufzunehmen. Seiner erste Anlaufstelle, wäre immerhin der Teen Tower gewesen.“, erinnerte Dick ihn und Damian rümpfte die Nase.
„Immer noch besser, als wenn dieses mörderische Schwein hier bei uns angeklopft hätte.“, zischte er und Dick holte tief Luft und schloss für einen Moment die Augen. Tim hatte sowohl ihm, als auch Damian das Video von dem Typen gezeigt, der die Illegalen Einwanderer kaltblütig umgebracht hatte. Wie auch immer man das Video betrachten mochte, nach Dicks Einschätzung war es eine der tragischsten Aufnahmen, die er je zu Gesicht bekommen hatte. Nicht nur, weil er sich nicht einmal sicher war, ob die Behörden sich überhaupt die Mühe machen würden, irgendwelche potenziellen Verwandten zu benachrichtigen, sondern weil er im Internet bereits einige Kommentare gelesen hatte, bei denen ihm fast das Frühstück wieder hoch kam. Aber leider musste man auch mit solchen Leuten innerhalb der eigenen Grenzen leben. Die Folgen, die das theoretische Auftauchen dieses Mörders an der Türschwelle der Titans gehabt hätte, wollte er sich nicht ausmalen.
„Da kann ich dir nur Recht geben. Meinst du das Thor, diese Typen die wir festgesetzt haben und dieser Mörder aus demselben Grund hier sind?“, fragte er Damian und dieser verzog sein Gesicht.
„Schwer zu sagen… aber wir können es auch nicht ausschließen. Es würde wenigstens erklären, warum wir für nicht einen Einzigen unter ihnen irgendein Dossier haben. Wenn sie wirklich alle aus derselben… Welt stammen, dann frage ich mich, warum sie hier sind. Ich meine sie sind ja ganz offensichtlich nicht in irgendeiner gemeinsamen Mission hier unterwegs und ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass dieser Thor und diese rote Bestie irgendwie unter einer Decke stecken. Sollten sie also alle aus Zufall hier gleichzeitig aufgetaucht sein, müssen wir uns eher die Frage stellen, wie?“, erklärte Damian und Dick nickt zustimmend. Auch wenn das Alles noch eine ganze Menge Spekulation war, konkrete Beweise hatten sie für diese Theorie noch nicht. Er biss sich auf die Lippe, bevor er sich wieder an Damian wandte.
„Nun gut… im Augenblick können wir sowieso nicht viel mehr machen, als zu spekulieren, so gesehen können wir uns das auch sparen. Was Kori angeht… ich wollte mich nur dafür bedanken, dass du sie nicht zu sehr… unter Druck gesetzt hast… wegen der ganzen Sache die in dem.“, setzte er an, aber Damian unterbrach ihn.
„Lass stecken Grayson, wir haben im Moment echt größere Probleme, als die Ausrutscher deiner Freundin, verstanden? Wichtig ist einfach nur, dass sie es beim nächsten Mal besser macht, das ist alles was zählt.“, entgegnete er und wischte sich mit dem Handtuch, das noch auf den Hanteln lag den Schweiß von der Stirn.
Dick runzelte etwas die Stirn und wusste nicht so ganz, was er von Damians Auftreten halten sollte. Normalerweise ließ er keine Gelegenheit aus, die anderen Mitglieder der Teen Titans zu piesacken, oder zu ärgern, wenn ihnen etwas nicht gelang. Kori war obendrein, meist eines seiner liebsten Ziele gewesen, denn Kritik an ihr, war letzten Endes auch indirekte Kritik an Dicks Wahl seiner Partnerin und da Kori immer bemüht war, mit Dicks Geschwistern gut zu stehen, bekam er von ihr selten ernsthaften Gegenwind. Dick wusste nicht, ob es sich bei seinem Verhalten um einen echten Versuch handelte, diese Art und Weise zu ändern, oder zu unterdrücken, oder ob er im Moment nur zu beschäftig war, oder keine Lust hatte, aber er wusste es zu schätzen. Kori hatte ohnehin kein wirklich ausgeprägtes Selbstbewusstsein, da konnte das Ausbleiben von gehässigen Kommentaren von Damians Seite schon kleine Wunder wirken. Und auch wenn ihm Damians Meinung in Richtung Starfire ziemlich egal war, wollte er letztlich doch Frieden zwischen den Beiden.
„Da hast du wohl Recht… hoffen wir einfach, dass die Justice League dieses Arschloch bald grün und blau prügelt und dann ein für alle Mal in irgendein Loch wirft.“, knurrte Dick und Damian lächelte gefährlich. Wenigstens in dieser Hinsicht, hatten die zwei Brüder keine Meinungsverschiedenheiten.
XX
Die führenden Mitglieder der Justice League waren durch Batmans Alarmsignal zusammen gekommen und brüteten nun über die unschöne Nachricht die er ihnen überbracht hatte. Superman betrachtete Batman und war innerlich dankbar dafür, dass er sich dazu entschlossen hatte, diese Gefahr gemeinsam mit der Justice League zu überwältigen. Er wusste nicht genau warum, aber er hatte ein ungutes Gefühl bei diesem Typen. Eines war ihm klar, es würde kein Zuckerschlecken werden, diesen Mann festzusetzen.
„Wir wissen also nicht genau wie stark, schnell, oder intelligent er ist und wir haben außer seinem Aussehen auch keine wirklichen Anhaltspunkte, was seinen Verbleib, oder seine Herkunft angeht?“, fragte Green Lantern und hob eine Augenbraue. Batman schüttelte den Kopf.
„Bisher ist unsere Informationslage sehr dünn.“, sagte er lediglich und Cyborg seufzte.
„Praktisch nicht vorhanden, trifft es deutlicher. Haben wir denn wirklich keinen Schimmer, woher er stammen mag?“, fragte der technologisch verbesserte Held. Niemand in der Runde hatte darauf eine klare Antwort. Einerseits wollte niemand irgendeine vage Vermutung in den Raum werfen, andererseits mussten sie sich auch eingestehen, dass Red Omegas Erscheinung ihnen komplett fremd war. Batman ergriff wieder das Wort.
„Dieser Mörder ist nicht der einzige Verbrecher, der aus unerklärlichen Gründen aufgetaucht ist. Die Teen Titans haben vor einigen Tagen einen Haufen Kleinkrimineller festgesetzt, deren Herkunft wir auch nicht erklären können. Auch sie haben wir, noch nie zuvor gesehen und es gibt auch über sie keine Daten.“, ließ er die anderen Mitglieder der Justice League wissen und warf einige neue und gleichzeitig unbekannte Gesichter auf die zentrale Anzeige des Versammlungsraums. Wieder konnte keiner von sich behaupten, auch nur ein Mitglied der Nasty Boys jemals gesehen zu habe.
„Sicherlich kein Zufall oder? Könnte es sein, dass diese Leute zusammen gehören?“, fragte Wonder Woman und die Anderen sahen einander an. Das stärkere Verbrecher nicht selten einen Haufen, weniger fähiger Handlanger mit sich brachten, war kein Geheimnis.
„Keine Ahnung, für mich sehen die nicht aus, als ob sie zusammen gehören… ich mein, kann schon sein, aber dann wären sie ja auch zusammen aufgetreten oder?“, meinte Flash und die Anderen hatten darauf auch keine bessere Antwort.
„Es könnte natürlich sein, dass diese drittklassigen Schlägertypen nur eine Ablenkung erzeugen sollten und dabei von den Titans einfach schneller außer Gefecht gesetzt wurden, als geplant, aber selbst dann kann ich zwischen ihnen keine Verbindung fest machen.“, warf Superman ein und seine Verbündeten sahen das ganz ähnlich. So oder so waren die Nasty Boys keine Gefahr für die Justice League und auch wenn sie sich selbst auf kein zu hohes Podest stellen wollten, waren in ihren Augen die Titans doch eher adäquat für solche Banden.
„Aber wir haben doch noch jemanden, der praktisch aus dem Nichts gekommen ist, oder habt ihr das schon wieder vergessen?“, fragte Aquaman. Flash verdrehte die Augen und man konnte trotz seiner Maske erkennen, dass er das Gespräch gar nicht erst in diese Richtung abgleiten lassen wollte.
„Willst du wirklich allen Ernstes, Thor mit diesem Mörder in einen Schuh schieben? Die Beiden haben absolut nichts miteinander gemeinsam. Du bist doch nur salzig, weil er dich beim Armdrücken platt gemacht hat.“, entgegnete er und verschränkte die Arme. Green Lantern grinste.
„Salzig ist Arthur doch immer Flash, darfst ja nicht vergessen woher er kommt.“, gluckste Hal und Barry zeigte ein breites Grinsen. Cyborg schüttelte mit geschlossenen Augen den Kopf und Wonder Woman tat so, als ob ihre Nägel plötzlich sehr interessant waren. Batman verzog wie so häufig keine Miene, machte aber trotzdem den Eindruck, als wäre er in diesem Moment gerne ganz wo anders. Superman musste ein Lächeln unterdrücken. Er fand den Witz eigentlich gar nicht so schlecht.
„Auch wenn es zwischen den Beiden vielleicht eine Verbindung gibt, können wir glaube ich davon ausgehen, dass er mit diesem Mistkerl nichts am Hut hat. Zumindest glaube ich nicht, das sie zusammen arbeiten.“, meinte Cyborg und abgesehen von Aquaman, sahen die Anderen das offenbar auch so.
„Ich stimmte zu. Wenn Thor aus demselben Holtz geschnitzt wäre wie dieser brutale Unbekannte, dann hätte er schon lange auf brachiale Art und Weise versucht zu entkommen. Außerdem wäre er nicht so bereitwillig mit dem Team mitgekommen, das ihn aufgelesen hat. Und seitdem hat er sich wie ein Model Gefangener verhalten.“, fügte Wonder Woman hinzu.
„Und selbst wenn er irgendetwas mit diesem Typen am Hut hat, so lange er hier gefangen ist, kann er doch sowieso keine Gefahr sein. Machen wir kein großes Ding aus dieser Sache. Es ist schon schlimm genug, dass da draußen ein übermenschlich starker Killer herum läuft, das Letzte was wir jetzt brauchen, ist ein Haufen Reporter, die unseren Haupteingang belagern, sobald sie davon Wind kriegen, dass auch hier ein Unbekannter untergekommen ist.“, sagte Green Lantern und seine Kollegen gaben ihm Recht.
„Wir halten einfach die Augen offen, lassen uns während der Dunkelheit draußen ein bisschen öfter blicken und mit ein bisschen Glück, geht er uns schon ins Netz. Wenn nicht dann… müssen wir einfach ein paar mehr Mitglieder der Justice League an die Sache heranbringen.“, schlug Superman vor und Batman nickte.
„Ich werde Dinahs Team Bescheid geben. Sie sollen sich in der Umgebung der letzten Attacke sehen lassen und vielleicht können sie ihn stellen. Es wird bestimmt kein einfacher Kampf, aber Sieben gegen ihn Allein, sollten nach meiner Kalkulation genügen.“, erwiderte Batman. Das erschien auch den übrigen League Mitgliedern logisch und sie gaben ihm das OK. Sie erhoben sich und die Sitzung war beendet. Superman stand auf, seufzte und starrte auf die Bilder der getöteten Arbeiter. Es machte ihn wütend, dass ihre gezwungene Anonymität sie zu so leichten Opfern gemacht hatte. Er hoffte nur, dass die verantwortlichen Arbeitgeber zur Rechenschaft gezogen wurden. Er realisierte, dass Flash noch nicht aufgestanden war und etwas bedrückt aussah.
„Alles in Ordnung?“, fragte er und Barry hob seinen Blick, fast als wäre er aus einem Traum erwacht.
„Oh ähh… ja… ich denke schon… Es gefällt mir einfach nur nicht, dass Thor, obwohl er praktisch nichts getan hat, sofort in das Visier von manchen Leuten gerät… Aquaman ist mit diesem Gedanken sicher nicht allein. Aber in dieser Hinsicht ist es wie mit den illegalen Einwanderern. Kaum begeht Einer von ihnen ein Verbrechen, schon wird die ganze Community über einen Kamm geschoren…“, erklärte Flash mit geknicktem Blick und Superman musste schmunzeln. Man konnte über Barry sagen was man wollte, aber er hatte eine gute Nase für Ungerechtigkeiten.
„Mach dir mal keine Gedanken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Behörden Thor kein Haar krümmen werden. So lange wir für ihn einstehen und er sich so verhält, wie er es bisher getan hat, kann ihm keiner irgendetwas anhängen.“, versicherte Superman ihm und Flash stand mit einem Grinsen auf und die Zwei verließen als letzte die Hall of Justice.
Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und ich danke euch allen für eure Aufmerksamkeit. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung, oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch auch beim nächsten Mal wieder begrüßen.
HG Elixier