Kapitel
Kapitel
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel, meiner Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
30.
Thor starrte in den Himmel und beobachtete die Sterne. Obwohl er praktisch alle von ihnen erkannte, war es für ihn doch eine bittersüße Situation. Vielleicht gerade weil ihm alles so bekannt, aber gleichzeitig so fremd vorkam, vermisste er Asgard mehr als er es vielleicht je zuvor getan hatte. Er war dankbar dafür, dass sein neuer Freund ihn aus der Stadt heraus gelassen hatte und ihn begleitete. Innerhalb der großen Metropole, war es unmöglich, den Sternenhimmel zu erkennen. Dafür war es nachts einfach zu hell. „Hier Thor, etwas um deinen Durst zu stillen.“, sagte Barry und Thor nahm das kleine, metallische Fass an sich. Mit einem Grinsen hob er es an seinen Mund und nahm einen großen Schluck. „Danke Flash. Du weißt, wie man einen Kumpanen behandelt.“, antwortete er und klopfte dem rot gelb gekleideten Helden auf die Schulter. Dieser zuckte nur mit den Schultern und grinste: „Keine Ursache. Du bist lange genug in dieser Zelle gewesen. Da muss ich dich mein Bestes geben, um dich wieder an die Vorteile der Zivilisation zu gewöhnen.“ Er reichte Thor ein großes Stück Pizza und dieser nahm erneut, dankend an. „Nun… ich hoffe nur, dass du mit deinen Freunden, deshalb keine Schwierigkeiten bekommst…“, brummte er danach und Barry seufzte und sah selbst für einen Augenblick, hinauf zum Sternenzelt. „Damit komme ich schon klar… ich mag es nur nicht, wenn man Leute wie Schwerverbrecher behandelt, obwohl sie nichts getan haben, was diese Behandlung rechtfertigen würde.“
Thor nahm einen weiteren Zug, aus dem Fass und wischte sich das Kinn ab, bevor er erwiderte: „So haben sie mich ja auch nicht behandelt. Ich kann ihre Sorge ja durchaus verstehen. Wenn man sich geschworen hat, eine Stadt, ein Land, oder eine Welt vor allem Übel zu bewahren, dann können nicht bekannte, starke Krieger, die praktisch aus dem Nichts erscheinen, einen schon erschrecken. Auch wenn ich kein Verbrechen begangen habe, würde man mich in meiner Heimat, würde ich dort als Fremder auftauchen, auch nicht so ohne weiteres herumlaufen lassen.“ Barry biss sich auf die Lippe, bevor er antwortete: „Tja… dann können wir uns ja glücklich schätzen, dass du das alles so locker zu nehmen scheinst. Mir wäre es einfach nur deutlich lieber, wenn die Anderen deine Fähigkeiten als etwas Gutes erkennen würden.“ Thor setzte das Fass neben sich ab, lehnte sich nach Vorne und ließ seine Ellbogen, auf seinen Oberschenkeln sitzen, während er die Hände faltete. „Meine Fähigkeiten sind nicht so sehr von Bedeutung, wie das, was ich damit mache.“, sagte er etwas gedämpft und Barry zeigte ein schiefes Lächeln. „Habe ich etwas Lustiges gesagt Flash?“, fragte Thor etwas irritiert und dieser lächelte nur. „Nein ich… musste nur an etwas denken, was Wonder Woman mir vor ein paar Jahren gesagt hat.“ Thor sah ihn aufmerksam an und fragte: „Die große Frau, mit den dunklen Haaren… die… Amazone?“
Flash nickte und erklärte: „Genau die. Vor ein paar Jahren da… habe ich einen Fehler und bin nicht schnell genug gewesen… ausgerechnet ich… der Flash… nicht schnell genug… naja jedenfalls habe ich mich damals ziemlich schuldig gefühlt und in mir Vorwürfe gemacht. Menschen sind getötet worden und ich war nicht schnell genug, um es zu verhindern. Danach… hat mir Dina zur Seite genommen und mir eingebläut dass ich mir keinen Vorwurf machen sollte, denn ich hätte es ja immerhin nicht zu verantworten gehabt, dass diese Leute überhaupt in Lebensgefahr gewesen sind. Und… noch dazu würde das sicher nicht das Letzte mal sein, dass ich meinen eigenen Anforderungen nicht gerecht werden würde. Damit muss man aber leben können und sich darauf konzentrieren, es beim nächsten Mal besser zu machen und die eigenen Anforderungen nicht zu verringern. Man darf nicht aufgeben und muss es jeden Tag aufs Neue versuchen, sein Bestes zu geben.“ Als Thor neben ihm ein Lachen von sich gab, sah Flash ihn überrascht an und hob eine Augenbraue. „Echt eine Hammerfrau, würde ich sagen und eine gute Partnerin obendrein.“ Barry verzog sein Gesicht etwas und meinte: „Kann man so sagen… obwohl ich sie nach meinem Ermessen, in manchen Fällen, etwas zu weit geht. Versteh mich nicht falsch, sie hat schon einer enormen Menge, an Leute das Leben gerettet, aber… es gibt nicht viele Mitglieder der Justice League, die so bereitwillig sind, einen unserer Gegenspieler zu töten.“
Thor hob das Fass erneut in seine Hände, ließ es aber zwischen seinen Händen ruhen und erwiderte: „Es gibt immer Leute und Gruppen dort draußen, die ihre Lektion nicht lernen wollen und die mit ihrer Existenz und ihrem daraus resultierenden Handeln, das Leben für alle die sie umgeben schlechter machen. Leute die andere Menschen und vor allem Minderheiten grundlos hassen, Leute die furchtbare Verbrechen begehen und Leute die sogar Kriege beginnen. Und auch wenn wir uns nicht auf ihr Niveau hinab begeben wollen, wenn es uns vielleicht schwer fällt uns nicht zu verteidigen, müssen wir doch letzten Endes einsehen, dass die Welt manchmal besser dran ist, wenn anderen Leuten ein permanenter Riegel vorgeschoben wird, oder es ihnen zumindest mit gleicher Münze heimgezahlt wird. Das heißt nicht, dass wir unsere Menschlichkeit dabei verlieren sollten, aber man muss verstehen, dass das Böse manchmal nicht anders aufgehalten werden kann. Und wenn das Böse seinen Lauf nimmt und gute Menschen nichts dagegen unternehmen, dann ist der Sieg des Bösen, vielleicht permanent. Eine Welt, in der niemand mit gesundem Menschenverstand sich zuhause fühlen würde.“ Thor nahm das Fass und trank den restlichen Inhalt in einem Zug aus. Es war ihm nicht entgangen, dass Barry neben ihm etwas in sich zusammen gesunken war. Diesmal etwas sanfter, legte Thor seine Hand auf Flashs Schulter und sagte: „Du hast dir nichts vorzuwerfen Flash. Du bist ein guter Mann, in einer Welt gefüllt mit Elend und Bösartigkeit. Du schwimmst gegen den Strom, so dass die Wassermassen nicht diejenigen wegspült, die ohne dich nicht mal in den Fluten stehen könnten.“ Barry lächelte und bot Thor einen weiteren Happen Pizza an. „Danke Thor. Ich hoffe, dass dir die Justice League, dir auch die Chance bietet das zu tun.“, antwortete er und Thor konnte sich ein weiteres Lachen nicht verkneifen. Barry Allen war zweifellos ein echt guter Freund.
XX
Nightwing ließ den Motor seines Motorrads etwas spielen und nahm den Anruf, den er in seinem Helm angezeigt bekam an. „Hey Barbs, was kann ich für dich tun?“, fragte er, als er den Namen des Anrufers las. Barbara Gordon antwortete: „Tja… es fängt schon damit an, dass du immer noch Anrufe annimmst, während du mit deiner Maschine unterwegs bist.“ Dick legte seinen Kopf etwas schief und erwiderte: „Nun wenn ich das nicht tun würde, würden wir ja nicht gerade miteinander sprechen. Außerdem bin ich ja öfter auf zwei Rädern unterwegs. Ich kann ja schlecht von allen die mich erreichen wollen verlangen, dass sie mich erst kontaktieren, wenn ich wieder zu Fuß Strecke gut mache.“ Barbara gab ein gedämpftes Seufzen von sich und zwang sich dazu, den ältesten der Batman Söhne zu bemuttern. Ob es Dick, Damian, oder Tim waren, sie alle hatten einen Dickkopf und bestimmte Angewohnheiten, die sie auf partout komm raus, nicht ablegen wollten. Sie würde sich nicht mehr darüber aufregen.
„Nun gut, was ich dich eigentlich fragen wollte ist, würde es dir etwas ausmachen, wenn du in naher Zukunft vielleicht noch mal den Birds aushilfst? Es könnte nämlich sein, dass wir bald noch mal ordentlich zu tun bekommen.“, fragte sie ihn. Dick lauschte ihr gespannt und fragte seinerseits: „Generell hätte ich damit überhaupt kein Problem… Aber hast du nicht Hawk und Dove kontaktiert, um eure Anzahl zu erhöhen?“ Oracle erwiderte: „Das habe ich… und die Beiden haben sich auch bereit erklärt, eine Weile mit uns zu arbeiten, aber ich möchte ihren guten Willen auch nicht überstrapazieren. Sie sind zwar unsere Verbündeten und Freunde… aber sie haben auch mit ihren eigenen Angelegenheiten zu kämpfen und ich möchte ihre Unterstützung nur so lange in Anspruch nehmen, wie es sich ziemt, verstehst du?“ Dick musste etwas schmunzeln und er bemühte sich, Barbara nichts hören zu lassen, als er erklärte: „Natürlich stände ich immer zur Verfügung… nur möchte ich mich gerade, offen gesagt mehr um die Titans kümmern. Mit diesem mordenden Arschloch da draußen und all dem was du und die Birds aufgedeckt habt, frage ich mich inzwischen, was uns als Nächstes bevorsteht. Frag doch bei Lady Blackhawk noch mal nach. Kann doch nicht schaden, oder?“ Barbara sog die Luft, zwischen ihren Zähnen ein und entgegnete: „Das kann ich… aber Zinda hat auf meine zwei letzten Anrufe nicht reagiert. Sie fliegt doch mittlerweile für eine Airline… da hat sie entsprechend zu tun und ist selten zu Hause… Aber ich werde es trotzdem doch mal versuchen.“
Dick fühlte sich etwas schlecht, weil er ihr mehr oder weniger eine Absagte erteilt hatte und sagte: „Mach dir mal keine Sorgen Barbs. Ich weiß dass das, was mit Batwoman passiert ist, ein ganz miese Nummer ist, aber das packt sie schon. Du kennst sie doch. Sie ist viel zu stur, um sich davon kleinkriegen zu lassen.“ Barbara gab ein weiteres Seufzen von sich und antwortete: „Leute von dem Schlag, habe ich ja zuhauf um mich herum.“ Dick grinste und sagte, um sie etwas zu beruhigen: „Ich würde mir an deiner Stelle, keinen so großen Kopf um Hawk und Dove machen. Die Zwei sind doch verlässliche und kompetente Partner. Denen gehen diese Verbrechen doch genauso gegen den Strich wie uns. Im Grunde genommen, gibst du ihnen doch nur mehr zu tun und daran haben die Zwei doch noch nie, irgendetwas auszusetzen gehabt.“ Oracle musste ihm dabei zustimmen und sagte: „Vielleicht hast du Recht. Ich… bin nur nicht der größte Freund davon, unsere Verbündeten in Dinge hineinzuziehen, die wir allein regeln könnten.“ Nightwing gluckste und meinte: „Von der Sorge kenne ich auch jemanden.“ Barbara gab ein Hmpf von sich und antwortete: „Und wir Beide arbeiten für ihn.“ Sie unterbrach die Verbindung und Dick schnalzte mit der Zunge. Er hatte vollstes Vertrauen in Oracle und die Birds. Die würden das Ganze schon regeln, da war er sich sicher.
Er waren noch keine drei Minuten, seit dem letzten Anruf vergangen, da erschien ein erneuter Alarm und Dick runzelte die Stirn. Diesmal war es Starfire, am anderen Ende und er fragte: „Alles in Ordnung Kori? Gibt es einen Notfall?“ Starfire schien zuerst etwas unentschlossen, wie sie auf diese Frage antworten sollte, erklärte dann aber: „Naja ich… denke schon, dass es etwas alarmieren ist. Wir haben gerade die Nachricht bekommen, dass die Nasty Boys, vor drei Tagen, aus den Händen der Polizei entkommen sind.“ Dick blieb fast der Mund offen stehen und er fragte: „Vor drei Tagen? Warum zum Henker, hat man uns dann jetzt erst informiert? Die können doch schon über alle Berge sein… und wie sind sie überhaupt entkommen?“ Kori erklärte langsam: „Also… so wie ich das verstanden habe, hat eine Mitarbeiterin der Polizei, einen kleinen Bonsai an ihrem Arbeitsplatz gehabt und… den hat einer der Typen der Gruppe zu einer Waffe umgewandelt, mit der er sich und die anderen dann frei gekämpft hat. Zum Glück ist keiner der Polizisten ums Leben gekommen… nur eine Hand voll schwer Verletzte, die aber alle außer Lebensgefahr sind. Die Polizei war offenbar etwas beschämt darüber, dass sie sich von diesen Typen hat überrumpeln lassen und deshalb wollten sie die Nasty Boys auch wieder allein festsetzen… was ihnen wohl misslungen ist.“
Dick konnte nicht anders als den Kopf zu schütteln. Wie konnte die Polizei nur davon ausgehen, dass es ihnen gelingen würde, diese Verbrecher dingfest zu machen, wenn es ihnen beim letzten Mal gelungen war, einen Teil der Teen Titans zu überwältigen? Natürlich war sich Dick bewusst, dass er und seine Kumpanen häufig belächelt wurden und gerade das uniformierte Gesetz, wenig Verständnis für die in ihren Augen, hormongeplagten Jugendlichen hatte, aus denen sie sich teilweise zusammensetzten, aber die Titans waren nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt dabei, Verbrechen aller Art zu bekämpfen, oder zu verhindern. Er würde ein ernstes Wort mit demjenigen haben, der in der entsprechenden Polizeistation das Sagen hatte. „Tja… da können wir jetzt auch nicht mehr viel dran ändern. Halten wir uns also, am besten einfach bereit dafür, diesen Typen erneut das Handwerk zu legen, sollte es nötig sein. Es bleibt uns ja praktisch nichts Anderes übrig.“ Starfire erwiderte: „Das halte ich auch für die Beste Idee. Wenn wir einmal mit diesen Leuten fertig geworden sind, schaffen wir es auch ein Zweites mal. Wir sehen uns in Kürze.“ Dick lächelte und sagte: „Das werden wir.“ Die Zwei beendeten das Gespräch. Dick nahm einen tiefen Atemzug, der kalten Abendluft und beschleunigte seine Maschine. Er wollte so schnell es irgendwie möglich war, wieder zum Wayne Anwesen zurückkehren.
Wäre der helle Mondschein in dieser Nacht nicht gewesen, hätte er es vielleicht nicht mal gesehen, aber das dünne Seil, das über die Straße gespannt war, glitzerte ein wenig und instinktiv, ließ er die Griffe los und riss die Arme nach oben, um seinen Kopf und seinen Hals zu schützen. Zu seinem Glück, kam er nicht mit dem Kopf auf, als er von seiner Maschine geschleudert wurde und das fahrerlose Motorrad, schlitterte über die Straße und krachte gegen einen Baum. „Ughhh… verdammt noch mal.“, knurrte Dick und biss die Zähne zusammen, als er versuchte zu atmen. Er bekam kaum Luft in seine Lungen, so heftig war der Aufprall gewesen und dementsprechend fiel es ihm schwer, überhaupt seine Gliedmaßen zu bewegen. Er klappte das Visier seines Helms nach oben, um zumindest etwas besser atmen zu könne und sah sich um. Zuerst konnte er niemanden entdecken, bis er eine schemenhafte Gestalt erkennen konnte, die hinter einem Baum hervortrat. Sie stand noch im Schatten, der Baumkrone und bewegte sich kaum, warf aber eine Granate in seine Richtung, die kurz nach dem Aufprall begann, ein Gas zu verströmen, das ihn enorm schnell schläfrig machte. „Schlaf gut Nightwing. Ist nichts Persönliches, aber jemand hat einen ordentlichen Batzen Geld für dich versprochen und wir können es uns wirklich nicht erlauben, so eine Chance verstreichen zu lassen.“ Dick kam die Stimme irgendwie bekannt vor, aber er war bereits so benebelt, dass er sich nicht mal daran erinnern konnte, wann und wo er sie das letzte Mal gehört hatte, geschweige denn, wem sie gehörte.
Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und danke euch allen für eure Aufmerksamkeit. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung, oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch ja auch beim nächsten Mal wieder begrüßen.
HG Elixier