Kapitel
Kapitel
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel, meiner Geschichte. Ich hoffe, dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
32.
Damian stand mit seinen Händen, hinter seinem Körper verschränkt, vor Starfire und wartete auf ihre Reaktion. Sie sah sich nun bereits zum fünften Mal, die Aufnahme der Helmkamera an und hatte noch immer nichts gesagt. Nicht dass sie das unbedingt musste, Damian konnte ohne Probleme erkennen, wie sehr sie das Gezeigte aufwühlte. „Das… widert mich so an… wie kann man nur so geldgierig sein, dass man jemandem wie Dick etwas antut…?“, entfuhr es ihr gedämpft. Raven, die einen Schritt hinter ihr, zu ihrer Linken gestanden hatte, machte einen Schritt nach Vorne und legte sanft ihre Hand, auf die Schulter ihrer besten Freundin. „Darüber würde ich mir nicht allzu viele Gedanken machen. Floyd Lawton ist kein besonders moralisch belasteter Charakter.“ Wally legte seinen Kopf etwas schief und biss sich auf die Lippe, bevor er einwarf: „Abgesehen von seiner Tochter.“ Beast Boy, der zur Rechten von Starfire stand, kratzte sich am Hinterkopf und meinte dann: „Naja… das ist jetzt natürlich ganz schön beschissen… aber ist es nicht erst Mal etwas Gutes, dass Lawton derjenige ist, der ihn entführt hat? Ich meine… ist ja nicht so, als ob die Beiden eine besondere Feindschaft hätten. Hätte ja auch Deathstroke sein können…“
Damian atmete tief durch und lockerte sich ein wenig, bevor er antwortete: „Generell würde ich dir da Recht geben. Allerdings sollten wir uns nicht Sorgen wegen des Entführers machen, sondern wegen demjenigen, der ihn hat entführen lassen.“ Beast Boy bleckte seine Zähne und zischte. Wally verschränkte seinerseits, seine Arme vor seiner Brust und fragte: „Am Tatort habt ihr keine weiteren Hinweise finden können, oder?“ Damian schüttelte widerwillig den Kopf und erklärte: „Wir haben den Tatort so gründlich abgesucht, wie man es sich unter den gegebenen Umständen vorstellen kann. Leider ist Lawton kein Anfänger. Was auch immer man, über ihn sagen mag, er ist sich sehr wohl bewusst, mit wem er sich hier anlegt. Dementsprechend sauber, hat er seine Arbeit gemacht. Wäre die Helmkamera nicht gewesen, wüssten wir jetzt nicht Mal, wer ihn entführt hat.“ Raven hob ihr Kinn etwas und sagte bestimmt: „Also sollten wir uns auf denjenigen konzentrieren, der diese Entführung in Auftrag gegeben hat… die Frage die sich mir stellt, ist wie finden wir jemanden, dessen Auftraggeber, höchst wahrscheinlich nur mit ihm kommuniziert hat?“ Starfire legte das Gerät, auf dem sich die Aufnahme befand, vor sich auf den Tisch und schluckte einmal kräftig, bevor sie sagte: „Da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir finden Lawton selbst, was nicht so einfach sein wird und lassen ihn dann über seinen Auftraggeber reden, oder aber wir finden jemanden, der in der gleichen Sparte arbeitet wie Deadshot und von diesem Auftrag vielleicht selbst etwas mitbekommen hat, ihn aber abgelehnt hat.“
Damian gestattete sich in kleines Lächeln und nickte danach. Starfire hatte definitiv von Dick gelernt und es war für ihn eine positive Überraschung, dass sie trotzt der gerade für sie, unangenehmen Situation, die Sache mit Verstand und Ruhe aufzunehmen schien und nicht im Griff ihrer Emotionen verblieb. Das war es, was er von einer Teamleiterin sehen wollte. „Richtig. Ich hätte es ja gerne, dass Oracle und die Birds, sich ebenfalls an diese Sache setzen würden, aber die haben Gerade selber Einiges zu tun. Jetzt fällt es vor allem an uns, Nightwing wiederzufinden. Das werden wir ja wohl hinbekommen.“ Wally gab ein Seufzen von sich und sagte: „Naja… nach dieser Pleite in dem Einkaufszentrum, bin ich mir ziemlich sicher, dass wir Grayson es schulden uns von unserer besten Seite zu zeigen. Die… meisten von uns, haben seitdem immerhin ihre Zeit damit verbracht, ordentlich zu trainieren.“ Sein Blick streifte den von Beast Boy und Gar musste grinsen. Generell lag er mit seiner Aussage richtig. Aqualad, Liberty Belle, Red Arrow und Blue Beetle, hatten die letzten Tage, sehr viel Zeit, in den Trainingsräumen verbracht. Er selbst und Garfield hingegen, hatten ihre Zeit vor allem, mit ihrer Playstation und X Box verbracht. Eine andere Form von Training, hätten die Beiden wahrscheinlich gesagt, hätte Starfire sie ermahnt, allerdings war es doch weniger zielführend, wenn es um das Verhindern und Aufklären von Verbrechen und Straftaten ging.
Raven schob einige ihrer Haare, hinter ihr Ohr und fragte Damian: „Hast du irgendeine Ahnung, an was für einem Ort, wir jemanden wie Lawton am ehesten treffen?“ Damian rümpfte seinen Nase etwas und erklärte: „Das habe ich… Allerdings glaube ich nicht, dass Lawton sich dort derzeit aufhält. Normalerweise tun sich Gestalten wir er den Gefallen und tauchen nach solchen Aktionen, für eine Weile unter.“ Für einen Moment dachte Damian darüber nach, ob sie Deadshot vielleicht mit einer Drohung, in Richtung seiner Tochter aus der Reserve locken konnten. Immerhin hatte er sich an einem Teil seiner Familie vergriffen und es gierte Damian danach, es dem Auftragskiller mit gleicher Münze heimzuzahlen. Dann erinnerte er sich jedoch daran, dass Dick das so nicht gewollt hätte und er wollte nicht seinen Bruder retten, nur um danach mit ihm wieder ihm im Streit zu liegen. Nein, es musste einen anderen, weniger moralisch fragwürdigen Weg geben. Glücklicherweise, hatte Damian bereits einen Plan. „Wir brauchen uns aber vielleicht auch gar nicht, mit Lawton auseinanderzusetzten. Wie schon erwähnt, er ist nicht der Einzige, der dieser Berufung nachgeht, wir werden also genügend andere Leute da draußen finden, die über denselben Auftrag nachgedacht haben und ihn letzten Endes Deadshot überlassen haben. Gibt nicht so viele da draußen, die sich ohne zu zögern, mit Batman und seiner Familie anlegen.“
Raven sah Damian an und sagte dann ernst: „Das glaube ich auch. Nur sollten wir uns am besten beeilen. Wer auch immer sich Dick geschnappt hat, hat offenbar keinen allzu großen Respekt vor deinem Vater, geschweige denn, vor deiner Familie und Leute die so drauf sind… sind gefährlich.“ Damians Gesicht, zuckte für den Bruchteil einer Sekunde und er nickte dann unwillig. Batman war gut darin, vielen Leuten da draußen Angst zu machen. Die gefährlichsten Feinde Batmans waren meist die, die keine Angst kannten.
XX
Das Licht, dass sich über Nightwings Gesicht zeigte, war etwas zu hell, um angenehm zu sein und er blinzelte langsam. Sein Kopf tat ziemlich weh und er wusste nicht, ob das mit seinem Unfall, oder dem Schlafgas, dem er ausgesetzt worden war, zusammenhing. Er fühlte sich extrem träge und hatte kaum die Kraft seine Hand zu heben, geschweige denn etwas zu sagen. Seine Zunge fühlte sich schwer an und sein Gesicht kribbelte. Er spürte, dass er in Bewegung war und versuchte seine Augen offen zu halten, um wenigstens ein bisschen von seiner Umgebung mitzubekommen. Er war nicht allein, so viel konnte er erkennen, denn neben ihm bewegte sich eine Person, deren Gestalt immer klarer wurde. „Na Nightwing, gut geschlafen? Kann dir versprechen, das Aufwachen ist nicht so angenehm.“, sagte Deadshot und Dick konnte seine Stimme zwar hören, aber sie klang immer noch ein wenig, als wäre er unter Wasser, auch wenn er inzwischen zuordnen konnte, zu wem sie gehörte. Er versuchte eine Frage zu stellen, aber es wurde ziemlich schnell klar, dass er noch nicht dazu in der Lage war, richtig zu sprechen. „Spar dir das für meinen Kunden. Ich bin nicht dein Therapeut.“, sagte Deadshot nur abfällig und Dick konnte inzwischen ausmachen, dass sie sich in einer Art Gang befanden, der an den Seiten aus Beton bestand und die Decke und der Boden waren mit Holz vertäfelt. Was etwas merkwürdig war, war dass das Holz mit Ranken und Blättern bemalt war und der Beton war ebenfalls gestrichen worden und stellte Hügel, Wälder und mit Getreide bedeckte Felder dar. Hier und dort, war ein Dorf, oder eine kleine Stadt zu sehen. Dick konnte sich auf all dies keinen Reim machen und versuchte sich, ein klein wenig zu bewegen.
Er konnte nicht entkommen, selbst wenn er es gewollt hätte. Stählerne Fesseln, befanden sich an seinen Handgelenken und um seinen Torso. Er schluckte und biss die Zähne zusammen. Allem Anschein nach, würde er keine Wahl haben, als darauf zu warten, von der Bahre los gemacht zu werden. Vorher einen Versuch zu machen zu entkommen, würde nicht den erwünschten Effekt haben, zumal es auch den Anschein hatte, als hätte Deadshot all die Waffen und Gerätschaften, die Dick als Nightwing bei sich getragen hatte, an sich genommen. Nicht dass ihn das überraschte, Deadshot hatte bereits zu viel Erfahrung, als nicht den Gunst der Stunde zu nutzen, um Nightwing zu entwaffnen, aber ein kleines bisschen Hoffnung, verbarg sich immer noch im Hinterkopf des Anführers der Titans. Was auch immer mit ihm geschehen war, war definitiv nicht unbemerkt passiert und insofern musste er nur darauf warten, dass sich seine Freunde daran machten, ihn zu retten. Er hatte vollstes Vertrauen in sie, auch wenn er innständig hoffte, das Kori und Damian, nicht aneinandergeraten würden. Auch erfüllte ihn die Zeit des Wartens, nicht gerade mit Vorfreude, immerhin wusste er nicht, was derjenige der Lawton angeheuert hatte, mit ihm vorhatte. Am Ende des Ganges angekommen, traten sie in einen Aufzug und Dick konnte spüren, dass sie hinab fuhren, was ihn etwas beunruhigte. Umso tiefer sie sich unter der Erde befanden, umso schwieriger würde es für ihn sein, im Notfall aus eigener Kraft entkommen zu können. „Hoffe du wirst gut für dieses Ding hier bezahlt. Dir ist bewusst, dass das nicht ohne Konsequenzen für dich enden würde, oder?“, fragte er Deadshot und dieser zuckte nur mit den Schultern. „Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals irgendeinen Job erledigt zu haben, ohne danach mit den Konsequenzen leben zu können. Kann dir versprechen, das wird auch dieses Mal nicht anders sein.“
Dick gab nur ein Brummen von sich und wartete darauf, endlich demjenigen in die Augen blicken zu können, der ihn hatte entführen lassen. Die Türen des Aufzugs öffneten sich und sie traten in einen kleinen Raum, der nicht mehr als 45 Quadratmeter groß war. Er war ebenso gestaltet, wie der Gang, durch den sie zuvor geschritten waren, doch an der Decke hing ein aufwendiger, elektrischer Kerzenhalter, der merklich angenehmeres Licht verstrahlte. Zumindest konnte Dick nun problemlos sehen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes, gab es ebenfalls eine Tür, die sich keine zwanzig Sekunden, nachdem sie zum Stehen gekommen waren öffnete und eine Gestalt in den Raum ließ, die Dick schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte. Was ihm so auch lieb gewesen war. Der Mann war bereits in etwas fortgeschrittenem Alter, aber immer noch in bester physischer Verfassung. Der Bart und die runden Brillengläser, waren unverkennbar und genauso seine Glatze. Hugo Strange lächelte, auch wenn das Lächeln das er zeigte, einem alles andere als Gutes verhieß. „Willkommen Nightwing. Für einen Augenblick dachte ich schon, dass ich Mr. Lawton mit seinem Auftrag vielleicht etwas überfordert hätte, aber… diese elenden Handys, nicht wahr?“, fragte der ehemalige Angestellte von Arkham. Dick schluckte und spürte, dass sein Hals trockener war, als es ihm lieb war. „Ich… hatte kein Handy in der Hand.“, sagte er und Stranges Lächeln erschien etwas angestrengter. „Der Effekt schien der gleiche zu sein, junger Mann.“, sagte er mit einem entnervten Unterton.
Deadshot hob seine Hand und reichte Strange eine Karte. Dieser nahm sie an, hielt sie an ein kleines, elektronisches Gerät, auf dem er ein paar Zahlen eintippte, bevor er die Karte wieder an Lawton abgab. „Ich hoffe doch, dass wir in Zukunft, wieder Geschäfte miteinander machen können.“ Deadshot hatte sich bereits umgedreht und sagte nur: „Das kommt darauf an, wie erträglich das Geschäft für mich ist.“ Die Türen des Aufzugs, schlossen sich vor ihm und Strange packte die Bahre am Ende am Fußende und zog Dick, aus dem Raum hinaus, in einen weiteren Gang, der nicht ganz so lang war. „Bedauernswert nicht? Wenn es einem Menschen wirklich nach nicht mehr verlangt, als dem schnöden Geld.“, meinte Strange und Dick zuckte mit den Schultern und sagte: „Vielleicht möchte Deadshot einfach ein simpleres Leben führen. Vielleicht ist er von zu vielen Menschen in seinem Leben enttäuscht worden.“ Strange hob beide Augenbrauen und sein Lächeln wurde deutlich schwächer. „Nun ja… ich für meinen Teil, habe die Menschheit noch nicht aufgegeben. In was für einer Gesellschaft würden wir denn leben, wenn wir alle den Kopf in den Sand stecken würden und so tun würden, als würden die Probleme der Welt verschwinden, wenn wir sie nur lange genug ignorieren?“ Dick war nicht unbedingt darauf aus, mit dem Mann ausdauernde philosophische Unterhaltungen zu führen, aber was auch immer sonst Strange für ihn in Petto hatte, stellte er sich deutlich problematischer vor. „Ich habe die Menschheit auch noch nicht aufgegeben. Doch mir stellt sich die Frage, wie ich ihnen dabei helfen kann, der Menschheit unter die Arme zu greifen? Immerhin tue ich das ja schon, in gewisser Weise.“ Strange hob seinen Zeigefinger und nickte. „Das tust du Nightwing und dass sogar recht effektiv, würde ich behaupten. Dennoch brauche ich eine Kleinigkeit von dir. Mach dir keine Sorgen, du wirst es nicht wirklich vermissen, in Kürze wirst du es sogar wiederhaben.“, versprach er und irritierender Weise, konnte Dick keine Lüge, in seinen Worten erkennen. „Und was wäre das Dr.?“, fragte er und Stranges Lächeln, kehrte zu Dicks Unmut wieder zurück. „Dein Blut.“
Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und danke euch allen, für eure Aufmerksamkeit. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung, oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch ja auch beim nächsten Mal, wieder begrüßen.
HG Elixier