Kapitel
Kapitel
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel, meiner Geschichte. Ich hoffe, dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
33.
Das Wohnzimmer von Barbara, in dem sich die Birds trafen, war schon fast zu klein für die Anzahl an Personen, die sich in ihm eingefunden hatten. Huntress und Black Canary saßen auf einem Sofa und Hawk und Dove saßen ihnen gegenüber. Barbara saß an einem Ende des kleinen Tisches, der zwischen ihnen stand und Batgirl am Anderen. „Sollten wir in diese Sache eingreifen Oracle… immerhin ist er auch ein Mitglied der Bat Familie und… nun ja…“, fragte Dove vorsichtig. Barbara seufzte und schüttelte langsam den Kopf. Sie warf einen Blick zu Batgirl und Cass hielt ihrem Blick emotionslos stand. Trotzdem arbeitete sie nun schon lange genug mit der jungen Frau zusammen, um zu erkennen, dass es unter ihrer Fassade brodelte. „Nein, wir müssen uns auf unsere eigene Mission konzentrieren. Andere haben sich schon daran gemacht, ihn zu suchen und sie werden ihn auch finden. Wir haben einen anderen Fokus. Abgesehen davon, würde Dick es auch nicht wollen, dass wir all unsere Pläne über Bord werfen und sie alle durcheinander bringen. Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass so etwas geschehen ist.“ Huntress biss sich auf die Lippe und wandte ihren Blick von Batgirl zu Barbara, bevor sie sagte: „Da hast du natürlich Recht mit aber… die Fährten die uns übrig bleiben, sind etwas begrenzt. Außer der Adresse, von dieser Scheinfirma, die der Mad Hatter gegründet hat, bleibt uns ja nicht viel.“
Hawk fragte: „Na dann wissen wir wohl, was unser nächstes Ziel sein sollte. Wer weiß schon genau, was dieser Irre da versteckt hat. Ich wette, wenn wir dort die Tür eintreten, dann wird uns so Einiges klar werden.“ Dove legte ihren Kopf etwas schief und bemerkte: „Das kann schon sein, aber wir sollten trotzdem etwas Vorsicht walten lassen. Immerhin wissen wir ja noch immer nicht, ob Hatter allein gearbeitet hat.“ Barbara sah Batgirl erneut an und sagte: „Ich kann verstehen, dass dich das frustriert, vor allem weil wir immer noch nicht herausgefunden haben, was der eigentliche Plan des Hatters war… oder ist. Aber wir müssen jetzt am Ball bleiben und dürfen uns davon nicht ablenken lassen. Ich weiß, dass das vielleicht hart klingt, aber Dick ist für den Moment auf sich allein gestellt.“ Batgirl sprang auf und machte eine Hand voll schnelle Schritte, an dem Sofa vorbei und näherte sich Barbara bis auf einige Zentimeter. Huntress griff nach dem Arm von Cass, aber Barbara deutete ihr, sich zurückzuhalten. Cass atmete deutlich schneller als zuvor und für den Bruchteil einer Sekunde fragte die Oracle, ob sie mit ihren Worten nicht ein bisschen zu weit gegangen war. Dann wandte sich Batgirl ab und ging in Richtung des Ausgangs. „Wo gehst du hin Batgirl.“, fragte Dove und Cass sagte lediglich: „Luft.“ Sie warf die Tür hinter sich zu und setzte sich auf den Trittstein, vor dem Haus. Langsame, tiefe Atemzüge, brachten ihren Atem wieder unter Kontrolle.
„Soll ich mit ihr reden?“, fragte Huntress und Barbara schüttelte den Kopf: „Nein, lass sie abkühlen. Ich kann ihre Wut ja verstehen.“ Oracle seufzte und Huntress meinte: „Ich auch. Wahrscheinlich hilft eure gemeinsame Vergangenheit dabei nicht.“ Barbara gab ein genervtes „Hah“ von sich und sah für einige Sekunden an die Decke. „Wahrscheinlich ist dies die größte Schwäche, die sie hat.“ Hawk runzelte die Stirn und fragte: „Was meinst du?“ Oracle senkte ihren Blick wieder und erklärte: „Ich meine das Batgirl teilweise noch immer zu wenig Vertrauen, in die Fähigkeiten ihrer Verbündeten zu haben scheint. Ich nehme es ihr nicht übel, ich kenne sie immerhin besser, als die meisten hier, sie hat allen Grund auf ihre eigenen Fähigkeiten stolz zu sein, aber… das sorgt leider auch dafür, dass sie sich immer sofort dazu verpflichtet fühlt, ihrer Familie, ihren Freunden und ihren Verbündeten zur Hilfe zu kommen. Was die Meisten wohl nicht unbedingt als eine Schwäche darstellen würden, aber sie lässt sich damit zu einfach, vom eigentlichen Ziel abbringen. Einige ihrer Gegenspieler, haben das bereits verstanden und ich fürchte dass sie das eines Tages, gegen sie verwenden werden. Wie Cass dann nun mal ist wird sie… unter ungünstigen Umständen eine Entscheidung treffen, die manch einer von uns… inklusive Bruce, vielleicht nicht gut heißen wird.“
Huntress zuckte mit den Schultern und fragte: „Wie geht es eigentlich Kate?“ Barbara legte ihren Kopf etwas schief und machte ein zerknirschtes Gesicht: „Den Umständen entsprechend… Sie wird noch eine ganze Weile brauchen, bis sie sich davon wieder erholt hat. Die Verletzungen die sie erlitten hat sind sehr zahlreich. Ihr Körper wird eine Menge Kraft brauchen, um sich zu regenerieren. Und naja… die kann er nicht gleichzeitig aufbringen, ohne sich komplett zu erschöpfen. Wird also ein langer Ritt.“ Es herrschte für ein Moment Stille in dem Raum. Huntress biss sich auf die Zunge, um einen Kommentar zu verschlucken und Hawk und Dove tauschten einen Blick aus. Sie hatte natürlich nur erzählt bekommen, was mit Batwoman geschehen war und das hatte ihnen gereicht. Black Canary räusperte sich und rutschte etwas auf ihrem Sitzplatz hin und her, bevor sie ihr linkes Bein hochlegte und in den Raum warf: „Was mich an dieser ganzen Sache mit Hatter und seinen Mitspielern stört, ist das wir immer noch keine Ahnung haben, was er mit dem ganzen Blut, was er diesen Leuten abgezapft hat, gemacht hat… irgendetwas ist da faul… Ich meine er hat es ja offensichtlich nicht für seine eigene Verwendung benötigt. Heißt wir haben jemanden, mit dem er zusammen arbeitete, oder für den er gar arbeitet. Das wäre in meinen Augen, das wichtigste Detail, das wir herausfinden sollten.“ Oracle nickte und warf einen Blick in Richtung der Tür. Sie konnte nicht anders, als ein bisschen zu lächeln. Batgirl war bereits wieder lautlos herein gekommen und sah sie entschuldigend an. Nicht dass es etwas gab, wofür sie sich entschuldigen musste.
XX
Das Licht in dem Versteck von Victor von Doom und seiner Doom Division, war fast vollständig auf den Operationstisch fokussiert, auf dem Cheetah lag. Count Vertigo behielt für ihn die Werte der Frau im Auge, während Shimmer und Mammoth die Platten, mit dem Operationsbesteck hielten. Theoretisch hätte er dies auch alles allein tun können, aber er konnte nicht aufs Spiel setzten, das er bei dieser Operation Fehler beging und umso mehr Dinge er gleichzeitig tun musste, umso höher war die Wahrscheinlichkeit dafür. Er hatte das kleine Gerät, das er gebaut hatte, bereits mit ihrem Nervensystem verbunden und musste es jetzt nur noch fest in ihrem Verdauungstrakt verankern. Das gestaltete sich nicht ganz so einfach, wie er es sich zuerst vorgestellt hatte. Minervas Inneres, hatte noch weniger mit dem einer gewöhnlichen, menschlichen Frau gemein, als ihr Äußeres. Victor hatte demensprechend mehr Zeit dafür in Anspruch nehmen müssen, als es ihm lieb gewesen war. Cheetah vernünftig unter Narkose zu bekommen, war bereits eine Herausforderung gewesen. Wenn er nicht vorsichtig war, würde es noch eine größere Herausforderung sein, sie wieder aufzuwecken.
„Und das wird wirklich funktionieren?“, fragte Shimmer und sah dabei etwas skeptisch aus. „So lange ihr Körper, den Regenerationsgenerator nicht abstößt, sollte er ihr keine Probleme bereiten.“, antwortete er. Mammoth legte seinen Kopf etwas schief und fragte: „Und was macht das Ding?“ Victor atmete einmal tief durch und streckte sich für einen Augenblick, bevor er erwiderte: „Es sorgt dafür, dass sie keinen Hunger, nach menschlichem Fleisch mehr verspürt.“ Mammoth hob beide Augenbrauen und nickte: „Das wird sie sicher freuen.“ Count Vertigo verdrehte die Augen und sagte lediglich: „Hier sieht alles gut aus. Ihre Werte sind stabil.“ Victor nickte und begann die Position der winzigen Maschine, noch einmal zu überprüfen. Soweit er es beurteilen konnte, hatte er sich einen guten Platz, für den langanhaltenden Verbleib, seiner Kreation ausgesucht. Er begann die Wunde zu schließen und alles wieder zu vernähen. Er machte sich keine großen Sorgen um den Heilungsprozess, schließlich hatte Cheetah deutlich bessere Fähigkeiten in dieser Hinsicht, als er selbst und er hatte immerhin erst vor kurzem an sich selbst operiert und fühlte sich selbst blendend. Trotzdem war er vorsichtig, denn er wollte keine unnötigen Risiken eingehen. Der Regenerationsgenerator war ein delikates Objekt und er wollte ihn nicht noch einmal aus ihr herausholen müssen, nur weil er das Ganze nicht mit genügend Geduld angegangen war.
Nachdem er auch die letzte Naht mit etwas Desinfektionsmittel bestäubt hatte, verabreichte er Cheetah noch eine niedrige Dosis an Schmerzmitteln und ließ sie dann langsam erwachen. Er hatte sich bereits von dem Blut gereinigt, als Count Vertigo ihn fragte: „Haltet ihr es denn, wirklich für so eine gute Idee, ihr bereits jetzt diesen Preis zukommen zu lassen? Bis jetzt, hat sie euch ja noch in keiner Weise geholfen.“ Victor deutete den anderen Mitgliedern der Doom Division, das Licht wieder in dem großen Raum zu verteilen und sie taten wie geheißen. „Das mag stimmen, aber ich halte es immer noch für die beste Art und Weise, ihr meine Ehrlichkeit zu zeigen. Schließlich ist dies etwas, dass sie schon seit langer Zeit quält und wenn ich sie davon erlösen kann, wird sie ohnehin für mich tun, was ich von ihr verlange. Sie ist kein Monster Vertigo. Nicht mehr als ich.“, erklärte er und Vertigo presste seine Lippen etwas aufeinander, sprach seine Bedenken jedoch nicht laut aus. Victor wandte sich seinen neuen Kreationen zu und betrachtete sie für einen Augenblick. Er hatte natürlich viele Gründe gehabt, warum er das Gold gestohlen hatte, aber der wahrscheinlich dringlichste Grund, war die Herstellung seiner mechanischen und magischen Helfer. In beiden Feldern, war Gold eine wichtige Komponente. Die Produktion seiner kleineren, spinnenartigen Arbeiter, war bereits in vollem Programm. Sie brauchten zum Glück, auch nur einen winzigen Anteil an Gold und die meisten von ihnen, waren nicht viel größer als ein Daumennagel, während andere in etwa so groß waren, wie ein Essteller. Die Doombots hingegen, waren deutlich weniger in der Zahl, aber Victor wollte es auch nicht anders. Realistisch gesehen, brauchte er von ihnen auch nicht besonders viele. Umso weniger er von ihnen kontrollieren musste, umso besser. Auch wenn sie bei weitem seine fähigsten Kreationen waren, konnte er sich auf sie ironischerweise weniger verlassen, als auf seine simpleren Gerätschaften
Einen weiteren Teil des Goldes, wollte er natürlich dafür benutzen, seine atmenden Mitstreiter zu entschädigen. Er hatte nicht viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, denn immerhin war der Goldpreis in den vergangenen Tagen, ordentlich gestiegen. Und Gold war immerhin überall auf dem Planeten etwas wert. Wenn es nötig war, konnte er mit dem Edelmetall auch weitere Hilfe, unter den zwielichtigen Gestalten der Unterwelt erwerben. Victor sah aus dem Augenwinkel, wie sich Cheetah langsam zu bewegen begann. Es dauerte knapp fünf Minuten, bevor sie richtig bei sich war und sie gähnte herzhaft und zeigte ihre enormen Zähne. Sie sah sich um und sprang, mit noch etwas wackligen Beinen, von der Liege. Sie sah in Richtung Victor und näherte sich im langsam. Sie hatte einen verwirrten Ausdruck, auf ihrem Gesicht und ihre Hand fuhr über ihr Herz und ihren Magen. „Wie geht es dir Cheetah?“, fragte Victor und sie begann etwas schneller zu atmen. „Der Hunger… scheint tatsächlich… weg zu sein… ich spüre… nichts mehr von ihm.“, sagte sie langsam und ihre Augen wurden größer. Victor nickte und verschränkte seine Hände, hinter seinem Rücken. „Wenn alles so funktioniert, wie ich es vorhergesagt habe, dann solltest du auch niemals mehr, den Hunger verspüren.“ Minerva sprang ihn fast an und packte ihn bei den Schultern. „Wie… Wie habt ihr das gemacht?“, fauchte sie und Victor war froh darüber, dass er den automatischen, elektrischen Schlag, den jeder erlitt der ihn ungefragt anfasste, abgestellt hatte. Er hatte mit so einer Reaktion, von ihr schon gerechnet.
„Ich habe einen Regenerationsgenerator in deinen Körper eingesetzt. Er wird von deinem eigenen Körper betrieben, so wie jedes andere Organ und er sorgt dafür, dass jedes Mal wenn du deinen natürlichen Hunger stillst, Herzfasern in deinen Verdauungstrakt entlassen werden. Sie sind Kopien, meines eigenen Herzgewebes, das ich mir vor wenigen Tagen selbst entnommen habe.“, erklärte er und Cheetah strich mit ihrer Hand, über die Stelle an der sich sein Herz, unter der Panzerung verbarg. „Aber... muss ich irgendetwas tun, um ihn am Laufen zu halten?“, fragte sie hoffnungsvoll, aber auch mit einem Hauch Angst. Victor schüttelte den Kopf und entgegnete: „Nein, er bedarf keiner besonderen Behandlung und muss auch nicht gewartet werden. Du kannst einfache, menschliche Nahrung zu dir nehmen, wenn auch mit einem gewissen Fokus auf Proteine und du wirst niemals wieder, diesem Hunger nachkommen müssen.“ Minerva bekam wacklige Beine und fiel vor Victor auf die Knie. Sie sah ihm immer noch an und eine Träne, sammelte sich in ihren Augenwinkeln und rann langsam, durch das kurze Fell auf ihrer Wange. „Danke… Danke Doktor ich… werde euch auf ewig dankbar sein.“ Victor machte einen Schritt zurück und sagte lediglich: „Du wirst in den folgenden Wochen die Gelegenheit haben, dich bei mir erkenntlich zu zeigen, indem du mich und mein kleines Projekt unterstützt. Ist das ein fairer Deal?“ Cheetah nickte und wischte sich, die Tränen aus den Augen. Sie konnte es natürlich nicht sehen, aber unter seiner Maske, gönnte sich Victor ein kleines Lächeln. Die Dinge, liefen genau nach Plan.
Ich hoffe, dass euch das neue Kapitel gefallen hat und ich danke euch allen, für eure Aufmerksamkeit. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinung, oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch ja auch beim nächsten Mal wieder begrüßen.
HG Elixier