LNCrawler

Kapitel

Years Of Trade — www.fanfiktion.de · All chapters

Kapitel

Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel, meiner Geschichte. Ich hoffe, dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß, beim Lesen.

37.

Thor sah hinaus, auf die große Fläche, die die Stadt Metropolis bedeckte. Es war ein recht sonniger Tag und er betrachtete die Oberfläche eines kleinen Sees, der in einem Park angelegt worden war. Die Spiegelung der Wolken und der ihn umgebenden Bäume, ließ ihn für einen Moment an seine Heimat denken. „Heimweh?“, fragte Superman und Thor sah für einen Augenblick nach oben, direkt in die Sonne, bevor er nickte. „Ein wenig.“, erwiderte er und Clark zeigte ein kleines, leicht mitfühlendes Lächeln. „Manchmal denke ich, dass ich in gewisser Weise dankbar dafür sein sollte, keine wirkliche Erinnerung an meine Heimat zu haben.“, sagte er und Thor sah ihn mit einer leicht hochgezogenen Augenbraue an. „Wirklich keine?“ Superman zuckte mit den Schultern und erklärte: „Manchmal erinnere ich mich, aber… es ist eher bruchstückhaft. Wie etwas, an das ich mich aus einem Traum erinnere.“ Thor nickte verstehend und sagte: „Vielleicht ist das besser so. Ich habe schon eine ganze Menge Berichte und Artikel, über die Taten und Erfolge der Justice League gelesen. Es sieht so aus, als wärst du bereits ein legendärer Krieger, unter den Menschen.“

Superman atmete tief durch und senkte seinen Blick. „Wäre ich nicht von meinen Eltern großgezogen worden… meinen menschlichen Eltern, hätte ich auch eine ganz andere Legende formen können.“ Thor nickte und sagte: „Müssen große Menschen sein, die Beiden.“ Superman nickte und sagte fast so leise, das Thor ihn nicht hören konnte: „Die Besten.“ Thor nickte erneut und fragte: „Sind sie von royalem Blut? Nennen sie großen Reichtum ihr Eigen.“ Superman schüttelte den Kopf und entgegnete: „Sie gehören keiner bedeutenden Familie an und waren auch nie reich, aber… wir waren immer reich an Dingen, die mehr bedeutsam sind, als Geld.“ Thor nickte mit einem verstehenden Lächeln. Es herrschte ein Moment Stille zwischen ihnen und Superman fragte: „Und deine Eltern? Wie stehst du zu ihnen?“ Thor stand etwas strammer, als er begann von seinem Vater zu erzählen: „Mein Vater ist ein weißer Mann, den jedes Volk als ein Geschenk wahrnehmen würde, würde es von ihm beherrscht werden… Manchmal… manchmal wünsche ich mir jedoch, er würde sich nicht so sehr auf das verlassen, was vorausgesagt wird. Er misst den alten Sagen und Geschichten, manchmal zu viel Bedeutung bei.“

Clark verstand und fragte absichtlich nicht nach seiner Mutter. Wenn Thor darüber nicht sprechen wollte, würde er ihn auch nicht dazu drängen. „Und seine Geschwister?“ Thor verschränkte seine Hände und sein Gesicht wurde etwas härter. „Loki ist… manchmal schwierig zu ertragen und scheint davon besessen, mich in den Wahnsinn zu treiben… aber…“ Thor sammelte für eine Hand voll Atemzüge seine Gedanken und setzte dann hinten an: „Aber er ist immer noch mein Bruder… und auch wenn es große Unterschiede gibt… ich will an das Gute in ihm glauben, verstehst du?“ Superman nickte und verstand sehr gut, worauf Thor hinaus wollte. „Ich sehe mich so häufig Widersachern gegenüber, von denen ich mich frage, wie viel Gutes sie schon hätten erreichen können, wenn sie ihre Zeit und Energie nicht dafür verschwenden würden, mich bekämpfen, oder der Justice League schaden zu wollen. Ich sage nicht, dass in jedem von ihnen ein Held steckt, aber… Selbst wenn das Einzige, was ich mit meiner Berufung schaffe ist, dass sie ihre Taten eines Tages bereuen und ihre Fehler einsehen, ist das für mich Grund genug, nicht mehr Hand bei ihnen anzulegen, als nötig. Ich bin nicht hier um sie zu betrafen. Nur ihm sie daran zu hindern, noch mehr Leid zu verursachen.“

Thor sah ihn für einen Augenblick an. Superman erinnerte ihn ein wenig an Captain America. Physikalisch hatten sie zwar nahezu nichts miteinander gemein, aber ihr Auftreten und ihr Sinn von Richtig und Falsch, waren doch sehr ähnlich. „Es ist auf jeden Fall ermutigend.“, sagte Clark plötzlich und er sah ihn fragend an. „Was genau meinst du?“, wollt er wissen und sein Gegenüber lächelte etwas, bevor er antwortete: „Die Menschen. Es gibt so viele von ihnen und trotzdem, ist es nur ein kleiner Prozentsatz, der entsprechend seiner schlimmsten Züge und Instinkte handelt. Es gibt viele Menschen, die Macht haben wollen, die nur an sich selbst denken, die für niemanden Mitleid und Empathie haben und die den Rest der Gesellschaft, quasi nur als einen Spielball betrachten. Aber da draußen sind so viel mehr Menschen, die das genaue Gegenteil davon sind und sie Community und Freundschaft, über praktisch Alles andere setzten. Ja es gibt Tyrannen, ja es gibt Schurken, Verbrecher und Schlimmeres, aber letzten Endes, stehen die Menschen auf und besiegen sie, weil jeder von ihnen, egal wo sie sich auf diesem Planeten befinden, egal wo und wie sie groß geworden sind verstehen, was Gut und was Böse ist.“

Thor konnte nicht anders, als ein wenig zu schmunzeln und Superman fragte: „Siehst du das nicht ähnlich?“ Er nickte langsam und legte seinen Kopf etwas schief. „Das tue ich… Allerdings war das nicht immer so. Gerade in meiner Jugend war ich eher… ignorant gegenüber der Menschheit. Das ging so weit, dass ich ihr Ableben, immer als gegeben empfunden habe, egal auf welche Weise es geschehen ist… aber nachdem mein Vater mich eingeweiht hat, in all das was geschehen wird, wenn er stirbt und nachdem ich gesehen habe, was für einen Mut die Menschen im Angesicht von Ragnarök zeigen werden, habe ich langsam ein größeres Interesse an ihnen entwickelt und das wiederum… hat dazu geführt das ich angefangen habe, mich für sie verantwortlich zu fühlen. Vor allem, als sie sich so dankbar gezeigt hatten, nachdem ich einige von denen, die sie angegriffen hatten zur Strecke gebracht hatte.“ Superman war einmal mehr dankbar dafür, dass er so eine Phase nicht hatte durchmachen müssen. Ein weiterer Vorteil des Umstandes, dass er von Jonathan und Martha großgezogen wurde.

XX

Psylocke starrte mit gerümpfter Nase auf die Gesuchten Poster, die auf der Außenseite der Polizeistation klebten. Die Gesichter der Nasty Boys, waren ihr natürlich nur allzu bekannt. Wenigstens wusste sie aus eigener Erfahrung, dass sie im Notfall auch alleine, mit ihnen klar kommen würde. Einfach war es nicht, aber sie hatte es in der Vergangenheit schon hinbekommen und zweifelte daran, dass die Dinge beim nächsten Mal anders ablaufen würden. Sie atmete tief durch und drehte sich in Richtung Straße. Der Tag war deutlich angenehmer als die Nacht und es hatte vor einigen Stunden aufgehört zu regnen. Der Bürgersteig war inzwischen schon wieder trocken und sie sog die Luft mit einem tiefen Atemzug ein. Zumindest bedeutete die Anwesenheit der Nasty Boys, dass sie vielleicht nicht allein war. Vielleicht hatten es noch andere X-Men, oder zumindest andere Helden, hier her verschlagen. Elizabeth rätselte immer noch, wie es passiert sein konnte. Es war wirklich so schnell geschehen, dass sie nicht mal Zeit gehabt hatte, irgendeine Warnung zu formulieren, geschweige denn sie auszusprechen.

Sie streckte sich etwas und sah wie ein Mann, aus dem Augenwinkel einen prüfenden Blick, über ihren Körper wandern ließ. Sie grinste, als er unweigerlich mit einem Laternenpfahl kollidierte. An neue Klamotten zu kommen, die ihrem Körper entsprechend schmeichelten, war dank ihrer Fähigkeiten kein Aufwand gewesen. Etwas auf das einige der X-Men garantiert herabgesehen hätten, aber sie waren ja zum Glück nicht hier. Sie bemerkte wie jemand zaghaft versuchte ihr einen Gedanken zu schicken und sie lächelte. Sie erkannte die Person bereits aus der Entfernung und sendete zurück: „Wir können uns treffen Cassandra. Hier in der Nähe, gibt es einen Park. Lass uns dort zusammen kommen.“ Sie beeilte sich in die kleine Grünanlage zu kommen. Er war nicht besonders groß, nur etwa 57m lang und 24m breit, aber es war ein perfekter Treffpunkt, um nicht aufzufallen. Psylocke konnte ihre junge Bekannte, schon aus einiger Entfernung sehen. Sie saß auf einer Parkbank, der gegenüber eine weitere stand und sie setzte sich darauf.

Cassandra machte einen recht glücklichen Eindruck auf sie und Elizabeth sagte: „Wie geht es dir? Du siehst im Augenblick, fast erleichtert aus.“ Cass nickte und schickte ihr einige Bilder und erklärte ihr währenddessen, was mit Dick passiert war. Es war natürlich sehr hilfreich, dass es Batgirl in ihren Gedanken deutlich einfacher fiel, Worte zu formulieren, als sie laut auszusprechen. Psylocke war dankbar dafür, das Batgirl ihr so uneingeschränkten Zugriff auf das gab, was in ihrem Kopf vorging. Sie hatte keinen Zweifel daran, dass Cassandra, wenn sie wollte, auch eine effektive, mentale Barriere aufbauen konnte. „Es freut mich das zu hören. Nur schade, dass es euch nicht gelungen ist, seinen Entführer festzusetzen. So wie das klingt, werdet ihr aber nur ein paar Monate warten müssen, dann wird er wohl von sich hören lassen.“ Cass nickte lediglich. Die Wut die unter der Haut der jungen Frau brodelte, konnte Betsy auch ohne Einsatz ihrer Fähigkeiten erkennen. „Mach dir mal keine Gedanken. Wenn die Gelegenheit sich ergibt, werde ich euch dabei helfen, den Typen dingfest zu machen. Das ist das Mindeste was ich für dich tun kann.“ Cass grinste und nickte erfreut. Betsy legte ihren Kopf etwas schief und fragte dann: „Das ist aber nicht der einzige Grund, warum du hier bist, oder?“

Batgirls Blick wurde schwer und sie schüttelte langsam den Kopf und ihre Augen wanderten auf den Weg, zwischen ihnen. Elizabeth schürzte ihre Lippen etwas. Was auch immer die junge Frau besorgte, war keine Kleinigkeit. „Du kannst es ruhig mit mir teilen, vielleicht kann ich euch ja unterstützen.“ Cass sah sie vorsichtig an, fast so als traute sie sich nicht zu fragen und wenige Sekunden später, wusste Psylocke warum. Sie atmete tief durch, als ihr eine Flut von Bildern entgegen kam, die ein fortwährendes Massaker beschrieben. Jemand hatte gnaden- und rücksichtslos zahlreiche Menschen umgebracht und leider kannte Elizabeth den Übeltäter. „Omega Red“, hauchte sie und Batgirl war nun an der Reihe, sie fragend anzuschauen. Betsy schluckte und atmete mit geschlossenen Augen tief durch. Noch ein altbekannter Verbrecher, mit dem sie dieses Schicksal teilte. Allerdings einer, den sie nur zu gerne, gegen zehn Nasty Boys eingetauscht hätte. „Dieser… Mann… ist eine Bestie. Ihr tut euch nur einen Gefallen, wenn ihr ihn so schnell wie möglich festsetzt… oder tötet. Er hat unzählige Menschen getötet und keinerlei Gewissen.“

Cassandra zeigte sichtliches Unbehagen. Bisher war ihr Psylocke sehr entspannt und gewieft vorgekommen, aber dieser Omega Red, schien bei ihr echte Furcht, oder zumindest sehr große Sorge auszulösen. Sie musste sich dringend mit der Justice League und denen, die hinter ihm her jagten, in Verbindung setzten. Cass verriet Betsy das sie bereits hinter Omega Red hinterher waren und seine Spur aufgenommen hatten. „Gut… gut. Wenigstens wird er sich dann nirgendswo einnisten und verstecken können. So lange er permanent in Bewegung bleiben muss, ist der Schaden den er verursachen kann begrenzt.“ Die Zwei schwiegen für einen Moment und dachten jeweils über die neu bekommene Information nach. Cass hoffte vor allem, dass Black Canary bei der Auseinandersetzung mit Omega Red nicht zu Schaden kommen würde und Elizabeth hoffte, dass sie nicht die einzige Person war, die sich neu in dieser Welt widerfand und gleichzeitig auf der richtigen Seite des Gesetzes unterwegs war. „Habt ihr denn schon mit anderen Individuen Kontakt aufgenommen, die wie ich hier gestrandet sind?“

Cass überlegte für einen Moment, ob es in Ordnung war, mit Betsy diese Information zu teilen. Dann entschied sie sich, dass Psylocke die Wahrheit verdient hatte, denn immerhin hatte sie nicht den Eindruck bekommen, dass Betsy sie an log. Gerade ihre Erfahrung mit Omega Red, konnte ihnen noch sehr gelegen kommen. Sie nickte und sagte in ihren Gedanken: „Das haben wir. Praktisch zur selben Zeit, in der du hier aufgetaucht bist, hat die Justice League einen anderen Helden aufgegriffen, oder zumindest bezeichnet er sich als solchen. Sein Name lautet Thor.“ Elizabeth atmete einmal sehr tief durch und fragte: „Groß und breit gebaut? Lange blonde Haare? Immer einen Hammer dabei?“ Cassandra nickte und sandte ihr ein gedankliches Bild. Betsy fiel ein Felsen vom Herzen. Auch wenn sie und Thor sich nur extrem flüchtig kannten, hatten sie wenigstens ihre Herkunft gemein und das würde zumindest dafür sorgen, dass sie das Ziel wieder nach Hause zu kommen, zu zweit verfolgen würden. Sie lächelte Cass an und erwiderte: „Ja, ich kenne ihn und danke. Danke Cass, dass du mir vertraust.“ Batgirl grinste. Es war immer schön, in einer Welt wie dieser, neue Freunde zu finden.

Ich hoffe, dass euch das neue Kapitel gefallen hat und danke euch allen, für eure Aufmerksamkeit. Ich würde mich natürlich freuen, wenn ihr mir eure Meinung, oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch ja auch beim nächsten Mal wieder begrüßen.

HG Elixier