Kapitel
Kapitel
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner kleinen Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und dass ihr Spaß beim Lesen habt.
6.
„Ich wünschte ich könnte euch nähere Informationen geben, aber bisher sind die noch relativ dürftig.“, erklärte Barbara und schaute fast schon beschämt über die Sicherheitskameras im Hafen, zwischen denen sie immer wieder hin und her schaltete. „So wie ich das einschätzen kann, handelt es sich hierbei sicherlich um irgendein krummes Ding, das die Polizei erst in letzter Sekunde aufgedeckt hat.“ Sie könnte nur das Knacken in der Verbindung hören, als Katherine anfing zu lachen. Die Frau die allgemeinhin als Batwoman bekannt war, diente immer dann als Anführerin der Birds of Prey, wenn Dinah gerade unterwegs war. Die Erklärung die Canary Barbara geliefert hatte, war fast genauso ungenau gewesen, wie der Poleibericht und die darin enthaltenen Einzelheiten. „Lass mich raten Oracle, du hast in Daddys Unterlagen herum gefischt und nicht darauf aufgepasst, was du eigentlich in die Finger bekommen hast.“, lästerte sie ein wenig, aber Barbara war das von ihr schon gewohnt. Katherine hatte ihren ganz eigenen Kopf und im Gegensatz zu Dinah empfand sie Barbaras Autorität auch nicht als absolut. „Wir werden mit dem Arbeiten was wir haben. Sicherlich kriegen wir das auch ohne großartige Tipps zusammen. Wenn ich mir das so anhöre, scheint es mir ohnehin keine allzu große Sache zu sein. Drogen wahrscheinlich. Vielleicht auch Waffen. Ein Haufen Amateure, die an schnelles Geld kommen wollen.“, warf Helena ein und für einen Moment dankte Barbara dem Himmel dafür, das Huntress auch noch mit von der Partie war.
„Einleuchtend. Wo genau soll es denn stattfinden?“, fragte Batwoman und Oracle erwiderte: „Entweder in Dock vier oder fünf. Ich kann es nicht sagen. Das sind die beiden einzigen Docks, die im Augenblick privat genutzt werden. Ihr werdet euch wohl aufteilen müssen. Huntress du nimmst Dock Vier. Batwoman, Batgirl, ihr nehmt Dock Fünf. Ich werde beide Docks überwachen und euch jeweils alarmieren, wenn irgendetwas passiert.“ Es knackte noch einmal und ein simultanes „Verstanden“ war zu hören. Helena war erfahren genug um sich auf den eigenen Beinen zu halten. Katherine hingegen war für Barbaras Geschmack ein bisschen verbohrt und stur. Sie würde Cassandra ein Auge auf sie haben lassen. Es fiel ihr immer noch schwer Batwoman so sehr zu vertrauen, wie sie es mit ihren drei anderen Vöglein tat, aber auf kurz oder lang würde sich das auch noch geben. „Wenn ihr irgendeinen Hinweis darauf bekommt, das die Aktion nicht ganz so normal abläuft wie wir das eben von Amateuren kennen, dann solltet ihr mir sofort Bescheid geben. Umso eher wir reagieren, sollten sich Typen mit besonderen Kräften unter denen befinden, die das hier abziehen, umso eher können wir Schwierigkeiten vermeiden.“ „Klar doch.“, antwortete Katherine und fügte hinten an: „Auf Überraschungen ist hier keiner scharf. Nicht mal die, denen wir heute die Nacht versauen.“ Barbara konnte das unterdrückte Hüsteln von Helena in ihrem Kopfhörer wahrnehmen. Sie selbst konnte ein Grinsen auch nicht unterdrücken. Man konnte über Katherine sagen was man wollte, aber sie brachte den richtigen Ehrgeiz mit.
Es dauerte knapp eine Viertelstunde und schon hatten sich die Drei in Position gebracht. Mit Argusaugen suchten sie nach Anzeichen für die Übergabe. Es sollte durch ein kleines Schiff geschehen, nicht viel größer als eine durchschnittliche Yacht. Es war ärgerlich, das Barbara nicht mehr Informationen aus dem zentralen Polizeiserver von Gotham hatte quetschen können. Was auch daran lag, das es einer der am besten geschützten Rechner im ganzen Land war. Wenn eine einzelne Stadt so viele irre und kranke Superschurken beherbergte, dann machte es natürlich nur Sinn, dass die entsprechenden Anlagen der Behörden nicht einfach für jeden dahergelaufenen Hacker zugänglich waren. Barbara war zwar so ziemlich das komplette Gegenteil davon, aber die Server Admins dachten sich ein ums andere Mal immer neue Tricks aus um sie ins Schwitzen zu bringen. Wer glaubte die Polizei in Gotham beschäftige Anfänger war auf dem Holzweg. „Ich glaube ich sehe sie. Das muss das Schiff sein. Ja, es biegt in das Dock ein.“, sagte Katherine und Cassandra bemerkte: „Es passt zu der Beschreibung die du uns gegeben hast. Auch die Größe kommt hin.“ Barbara hatte eine Sicherheitskamera gefunden, die auf das Geschehen zeigte und sich ein wenig bewegen ließ. „Halten wir uns zurück, sehen wir was passiert.“, meinte Babs und wartete gespannt auf das was passieren mochte. Lange mussten sie jedenfalls nicht warten. Das Schiff kam langsam auf den Anleger zu uns rückte immer mehr in die Reichweite der Kamera. Unwillkürlich nickte Barbara. Ja, das musste das beschriebe Schiff sein. Es kam geradezu auf die Minute genau.
Ein Mann trat aus dem Schatten, genau unter Batwoman und Batgirl. Es war eine Gestalt die Barbara nur zu gut kannte. „Mortimer Drake.“; sagte Katherine als würde sie über einen Aaskäfer sprechen. „Alias Cavalier.“, bemerkte Cassandra und Barbara dirigierte Huntress sofort durch den Dock. „Du kennst den Weg. Hier wird das ganze stattfinden.“, beschrieb sie ihr die Stelle und Helena machte sich sofort auf um ihren Kumpaninnen zu helfen. „Und allein ist er auch nicht. Sieh mal. Er bekommt Gesellschaft.“ Barbara schaute auf und zuckte zusammen. Die Gestalt in der blutroten Kutte auf dem Schiff das gerade anlegte war ihr noch zu gut in Erinnerung. Der Mann der darin gekleidet war, hatte ihr schon ein paar Blessuren zugefügt. Auch wenn das eher ihrer Unerfahrenheit als seinem Können zugeschrieben werden konnte. „Der Mad Monk. Und er bringt Gesellschaft mit. Cavalier scheint nur vom den üblichen Schlägertypen begleitet zu werden. Die beiden da hinter Monk sehen aber nicht so normal aus.“ Barbara zoomte heran und verstand wovon sie sprach. Neben dem Monk standen auf Deck zwei große brachiale Gestalten, mit eckigen Flügeln an den Armen und spitzen Ohren. „Terrorgeists. Kommt denen auf keinen Fall zu nahe, oder ihr seid Gulasch. Ihr wisst was die Viecher anrichten können.“ Alle bejahten und sie warteten darauf, dass der Monk an Land ging. Er tat es auch einen Moment später und die Männer des Cavaliers begannen Kisten neben dem Schiff aufzustapeln. Als der Monk begann zu sprechen, spielte Barbara für einen Moment an ihrer Ausrüstung und schon konnte sie ihn verstehen.
„Ich hoffe die Ware ist einwandfrei Mortimer. Ich kann mich doch darauf verlassen oder?“, fragte er mit drohendem Unterton und der Cavalier lachte falsch. „Natürlich kannst du das. Wir haben ja immerhin vier Monate lang für die gezapft. Du und deine Experimente kosten so viel Blut, das jeder Idiot der dir welches beschaffen kann im Nu zum Millionär werden könnte. Aber wenn es dir nichts ausmacht, würde ich diesen Dienst gerne als eine einmalige Sache betrachten.“ Monk zuckte unter seiner Kutte lediglich mit den Schultern. „Deine Entscheidung Mortimer. Wenn ich du wäre, würde ich aber sichergehen, dass du in Zukunft mit keinem von meinen Widersachern zusammenarbeitest. Du könntest dich damit nämlich in Ungnade bei mir begeben.“ Blitzschnell zog Cavalier sein Rapier und drohte dem Monk. Die Terrorgeists knurrten nur und stellten sich schützend vor ihren Meister, während die Männer Cavaliers nach ihren Waffen griffen. Es waren zum Glück nur ein paar Maschinenpistolen und Schrotflinten. „Du brauchst mir nicht drohen Monk. Ich kann dich und deine Monster genauso gut überwältigen wie Batman. Also mach dir nichts vor. In einem eins gegen eins, würde ich dir derartig viele Blutbahnen auftrennen, das du innerhalb einer Minute trocken gelegt werden würdest.“ Der Monk war davon nicht beeindruckt. Aber er zeigte nach oben. Unangenehm nah auf die Stelle an der sich die Heldinnen versammelt hatten. „Wenn du es mit Batman aufnehmen kannst, dann doch auf mit denen da oder?“, fragte der Monk spöttisch und die Drei sprangen von der Decke. Es hatte keinen Zweck mehr „Zugriff“ zu rufen, aber Barbara tat es trotzdem. „Tun wir gerade.“, fluchte Katherine und im ersten Moment landeten sie schon ein paar ordentliche Treffer.
Helena sprang auf Cavalier zu und dieser hatte sich gerade so genügend von seinem Schrecken erholt, dass er seine Waffe heben und sich verteidigen konnte. Der erste Terrorgeist hatte schon einen ihrer Pfeile sitzen und heulte wütend vor Schmerz auf. Das Geschoss steckte der Kreatur mitten in der Brust und es atmete schwer, aber es war nun mal kein einfaches sterbliches Wesen. Monk versuchte sich selbst gerade seiner Haut zu erwehren, denn Katherine hatte das andere Monster zu Boden getreten und eine Fessel mit einem ihrer Seile um seinen Fuß gebildet. Es war also erst einmal beschäftigt. Der Monk hatte seinen Morgenstern gezogen und drosch auf Katherine ein, aber sie war flinker und ein kleineres Ziel als der Monk und dieser hatte trotz seiner vampirischen Reflexe und seiner Kraft seine liebe Müh mit der in Schwarz und Rot gekleideten Heldin. Cassandra ließ sich natürlich auch nicht lange bitten und sie versenkte einen ihrer Batsterne in dem Kopf des Terrorgeists. Sie machte sich keine Gedanken um die Nicht Töten Regel Batmans. Diese Kreaturen waren für keine Sekunde ihrer Existenz am Leben gewesen. Nun lenkte sie ihre Aufmerksamkeit auf die Männer des Cavaliers und prügelte auf die bemitleidenswerten Typen ein. Cassandra mochte nicht so stark sein wie Katherine oder Helena, aber sie war noch schneller und beweglicher und trainierte sich nach Dicks Aussage „immer halb den Arsch ab“, etwas das Barbara irgendwie stolz machte. Bruce hatte gut daran getan, das Mädchen als eine Adoptivtochter aufzunehmen. Sie mochte stiller und in sich gekehrter sein als die anderen Ladys, aber sie war Babs immer noch tausend Mal lieber als der immer nörgelnde Damian.
Cavalier landete einen unerwarteten Treffer in der Bauchregion von Helena. Zum Glück nicht mit seiner Klinge, sondern nur mit seiner Faust, aber er holte schon wieder aus um der Huntress den Kopf abzutrennen, Katherine war jedoch schnell genug da, um die Sache zu entschärfen. Ihr Seil wickelte sich um die Spitze seines Rapiers und er hielt zwangsweise in der Mitte seiner Bewegung inne. Irritiert schaute er nach hinten und sah in das hämische Grinsen von Batwoman bevor ihm Helena einen saftigen Tritt ans Kinn verpasste. Er klappte zusammen und seine Waffe fiel klirrend zu Boden. Der Monk knurrte animalisch unter seiner Kutte. „Mortimer du nichtsnutziger Wurm.“, fluchte er und warf sich auf Katherine. „Hilf Batgirl.“, schrie sie nur und tauchte unter einem weiteren Schlag des wahnsinnigen Vampirs weg. Helena kam der Jüngsten im Bunde zu Hilfe und verschaffte der etwas bedrängten Cassandra ein bisschen Luft. Sie hatte die Anzahl der Männer doch ein bisschen unterschätzt und sich fast in die Enge treiben lassen. Sieben Kerle hatte sie schon auf die Matte geschickt und keine der Waffen die die Männer mitgebracht hatten, war mehr funktionsfähig. Sie hatten sich entweder verschossen, oder Batgirl hatte sie mit einem Schlag oder Tritt verklemmen lassen. „Pass auf Huntress.“, rief sie, als Helena für einen Moment den Typen hinter ihr nicht registrierte, der ihr einen Schlagring in die Rippen stoßen wollte. Cassandra sprang einfach dazwischen und fing den Schlag für ihre Teamkameradin ab. Barbara zischte als sie das Knacken über die Verbindung hörte.
„Batgirl!“, rief Helena erschrocken und die kleine Gestalt der jungen Frau zuckte kurz und verpasste dem Mann vor ihr einen halbherzigen Schlag auf die Burst. „Alles.. in Ordnung ich.. aaargh.. ich ah.. komm klar.“, hielt sie ihre Tränen hörbar zurück und Barbara schüttelte geistig ganz mit ihren Mädels den Kopf. „Nichts ist ok Batgirl, zieh dich zurück.“, befahl sie und Cassandra sprang auf, legte ihre Beine um den Hals des Typen der ihr gerade die Knochen gebrochen hatte und ließ sie mit ihm zurück fallen. Langsam drückte sie ihm die Luft ab. Seine kräftigen Arme konnten die fest verschränkten Schenkel der Heldin nicht lockern. „N.. Noch nicht… der Kampf ist doch.. gleich gewonnen.“, meinte sie schmerzverzerrt unter ihrer Maske und als der Mann das Bewusstsein verloren hatte, richtete sie sich gekrümmt auf und in der Tat standen nur noch die drei Frauen. Der Monk lag mit umgedrehtem Kopf auf der Kaimauer und zuckte nur noch ein bisschen. Er konnte das ab. Die Verletzung würde ihn nur für eine knappe halbe Stunde außer Gefecht setzten. Cavalier hatte das Bewusstsein noch nicht wiederlangt, aber das Blut das aus seiner Nase quoll, sprach Bände und die beiden Terrorgeists waren ebenfalls keine Bedrohung mehr. Einer lag mit gespaltenem Schädel, direkt neben einer der Kisten, der andere, den Helena nebenbei mit einem ihrer Seile aufgehängt hatte, war nun komplett wehrlos und konnte weder Füße noch Flügel, respektive Arme bewegen. Cavaliers Schläger waren nur noch ein Haufen stöhnender, wimmernder Fleischklumpen. Die Menge an Schmerzmitteln die diese Typen in den nächsten Stunden verpasst bekommen würden, hätte ohne große Umstände einen Elefanten umgebracht.
„Sieht doch gar nicht schlecht aus. Die Sirenen sind mir aber schon ein bisschen zu laut. Das nächste Mal etwas mehr Vorwarnung ok?“, mahnte Katherine und sie streckte sich. „Klar doch.“, entgegnete Barbara nur und fragte: „Kannst du Batgirl tragen Batwoman? Ich will nicht das sie sich mehr als nötig bewegt.“, fragte sie und Katherine hob Cassandra einfach hoch. „Wird schon wieder Batgirl. Du weißt doch. Schön viel Eis drauf und ein bisschen Geduld, dann wird das von ganz allein.“ Helena seufzte und stemmte die Hände in die Hüften. Entnervt starrte sie auf die Überdachung des Hafenkrans neben dem sie gekämpft hatten. „Da werden wir Alfred wieder Rede und Antwort stehen dürfen.“ Katherine lachte lediglich. „So ein Quatsch. Bats darf sich mit dem Alten auseinandersetzen. Ich bin bis dahin sowieso über alle Berge.“, erklärte sie und begann sich mit einem ihrer Seile in Bewegung zu setzen. Huntress sprang ihr hinterher. „Wir sind in knapp einer halben Stunde zurück Oracle. Halt dich schon mal bereit.“, berichtete sie und Barbara warnte nur: „Gut gemacht. Gebt Acht und beeilt euch.“
Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und ich danke allen meinen Lesern für ihre Aufmerksamkeit. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ihr mit verratet, was ihr so von dem Kapitel haltet und was ich zukünftig noch so verbessern könnte. Ich hoffe euch auch beim nächsten Mal wieder begrüßen zu dürfen.
HG Elixier