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Years Of Trade — www.fanfiktion.de · All chapters

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Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner kleinen Geschichte. Ich hoffe natürlich dass es euch gefällt, vor allem weil ich nicht gedacht hätte, dass mir das Schreiben dieser Geschichte so viel Spaß machen würde, so selten ich auch dazu komme. Die Rückmeldung und die Unterstützung von euch Lesern fällt hier allerdings besonders positiv aus. Entsprechend motiviert fühle ich mich auch und ich wünsche euch viel Spaß mit dem neuen Kapitel.

7.

Die Temperatur in dem großen Raum in dem sich der Great White Shark aufhielt war nie besonders hoch. Gerade in seinem privaten Gemach hielt er es bei höheren Temperaturen nicht lange aus ohne elendig zu schwitzen. Er wusste nicht womit das zusammenhing, ob es einfach an seiner neuen Erscheinung lag, oder ob es mit der Psychose die ihn die ganzen Kittelfransen in Arkham hatten attestieren wollen zu tun hatte. Das sein neuer Gast sich an der Temperatur auch nicht zu stören schien, war ihm eigentlich nur recht. Hätte man ihn denn als Gast bezeichnen können, immerhin saß der Great White in der Falle und konnte nicht entkommen. Er war zu einer Geißel in seinem eigenen Unterschlupf geworden. Ein Versteck das er schon seit gefühlten Ewigkeiten benutze und trotzdem hatte dieser Kerl ihn hier aufgespürt. Er war ganz plötzlich aufgetaucht und keiner seiner Wachleute hatte mehr reagiert. Shark musste natürlich davon ausgehen, dass sie alle geflohen oder tot waren. Was auch immer aber ihr neuer Zustand war, dieser ihm unbekannte Typ schien sich darum nicht allzu viel zu scheren. Shark tat es natürlich auch nicht. Er, der mit bürgerlichem Namen passenderweise Warren White hieß, kümmerte sich so ziemlich einen Dreck um das Wohlergehen seiner Handlanger. Der Mann der ihn überwältigt hatte, stand mit seinem Rücken zu ihm und betrachtete irgendetwas auf einem großen Bildschirm. Seine Gestalt war von hinten kaum auszumachen und das lag allen voran an dem grünen Umhang.

Victor von Doom war nicht dafür bekannt, mit Dingen die ihn mental forderten allzu lange zu hadern. Er wurde von vielen als eines der größten Genies seiner Zeit angesehen und wenn Männer wie Reed Richards zugaben, das sie von Doom ausgetrickst worden waren und das mehr als einmal, dann war das ein guter Hinweis darauf, dass die ganze Sache mit dem Genie keine Frage eines überdimensionalen Egos war. Victor wusste was er konnte. Viel wichtiger war in seinen Augen zwar zu wissen was man nicht konnte, aber im Augenblick waren seine Gedanken mit etwas anderem beschäftigt. Nach seiner Ankunft in dieser neuen ihm völlig fremden Welt hatte er es schnell als nötig empfunden sich zu verbergen, eine gewisse Menge an technischem Material an sich zu reißen und innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraumes heraus zu finden was genau die Lage war. Und so wie er sie bis jetzt einschätzte und aus gutem Grund ging er hier von einer richtigen Einschätzung aus, war die Situation nicht allzu berauschend. „Hm.. sowohl die zeitlichen als auch die historischen, als gegeben angenommenen Ereignisse zeigen eine große Bandbreite von Anomalien. Ich kann nicht davon ausgehen, dass es sich hier um einen simplen Sprung in eine andere Zeitlinie oder Dimension handelt. Es ist mir ermöglicht worden ein ganz neues Universum zu betreten. Bis jetzt kann meine Vermutung dass es sich um ein anderes uns bekanntes Universum handelt auch keine haltbaren Beweise vorbringen. Nein, die Unterschiede, vor allem vor dem kulturellen Hintergrund lassen keine andere Möglichkeit offen. Das Nichtvorhandensein von Latveria allein ist ein zutiefst bedauernswerter Hinweis.“

Vor allem war das bedeutend, weil die Menschen in Latveria für Jahrhunderter versucht hatten Unabhängigkeit und Freiheit zu erlangen. Mit Victor von Doom hatten sie jemanden bekommen, der diese Freiheit mit allen Mitteln verteidigt hatte. Doom mochte nicht immer der gnädigste aller Staatsmänner auf dem Planeten sein, aber die Bevölkerung Latverias hatte sich an seine Methoden und Maßnahmen schon vor Jahrzehnten gewöhnt und vor allem begrüßten sie sie mehrheitlich. Das kleine Land, das mit seinen 4526,2 Quadratkilometern und seinen knapp unter 626.000 Einwohnern ein reiches Industriezentrum im Süden des ehemaligen Warschauer Pakts bildete, konnte heute auf eine vorbildliche und leistungskräftige Wirtschaft schauen und stolz auf das sein, was man unter Doom erreicht hatte. Aber nicht auf dieser Erde. Nicht in diesem Universum. Doom interessierte sich aber eher für das, was sich gerade auf dem großen Bildschirm zeigte. Es waren Superman, Wonder Woman, Batman, Aquaman, Green Lantern, Flash und Cyborg. In der Abbildung standen sie vor der Hall of Justice und sprachen zu einer Masse von Reportern. Dooms Blick schweifte über die Kernmitglieder der Justice League und mit einem Seufzen ließ er sich in den Stuhl fallen, der bis vor kurzem noch dem Great White als Sitzgelegenheit gedient hatte. Bei geringeren Personen, mit ähnlicher Herkunft wie Victors, hätte dieser Anblick sicher einen Gedankengang Richtung Avengers ausgelöst. Doom hingegen war viel zu clever, um einem so plumpen Versuch seines Erinnerungsvermögens die Gelegenheit zu geben, seine analytischen Fähigkeiten an der Justice League zu proben.

„Hey Grünkäppchen, wenn du mich hier raus lässt, dann erzähl ich dir alles was du über die Justice League Idioten wissen willst.“, rief der Great White in die Stille seiner Gedanken hinein. Victor atmete einmal aus und ein und erwiderte dann, ohne sich seinem Gefangenen zuzuwenden: „Ein reizendes Angebot, nur halte ich es für sehr unwahrscheinlich, das mir ein niederer Kleinkrimineller wie eures Gleichen mir auch nur ansatzweise die Details und Informationen über all die Mitglieder liefern kann.“ Great White knurrte und meinte dann mit einem schiefen Grinsen, das dank seiner Zähne noch grotesker aussah. „Tja was auch immer. Besiegen kannst du sie ohnehin nicht Blechbüchse. Das hat schon Teufel weiß wer allein probiert. Und du wirst nur einer von vielen sein, nachdem sie den Boden mit dir sauber gewischt haben.“ Doom fand es erheiternd, das der Great White glaubte aus ihm heraus lesen zu können, was er für die Justice League geplant hatte, obwohl er noch kaum genug Background zusammengetragen hatte, um sich ein einheitliches Bild von dieser Heldengruppe zu machen. Er zoomte näher an Wonder Womans Gesicht heran und starrte auf ihre Augen. „Interessant. Them..yscira? Hm.. Sie ist keine Griechin… Solch eine Stadt gibt es auch nicht... Bleibt nur noch ein Staat…“ Der Great White hatte keinen Schimmer was der Mann in der fast schon altmodisch erscheinenden Rüstung da von sich gab und legte sich einfach auf den Boden. Er kam nicht aus seinem Gefängnis raus und hatte auch keinen Grund zu glauben, dass sich das in den nächsten paar Stunden ändern würde. Dann konnte er alternativ dazu auch ein kleines Nickerchen halten. Nach nicht einmal zehn Minuten gab er schon ein Schnarchen von sich. „Auch noch etwas Positives an diesem Tag. Meine Vermutungen wurden übertroffen.“, kommentierte Doom das Geräusch.

Er betrachtete die elektronischen Bauteile, die sich im Versteck des Great Whites befanden. Es war nichts zu sehen was irgendwie aus der Reihe tanzte, das allgemeine technologische Level der menschlichen Zivilisation, war in etwa mit der auf der ihm bekannten Erde vergleichbar. Das vorhandene Material würde gerade so ausreichen, um für den Aufbau einer rudimentären Produktion von Servo-Guards zu sorgen. Doombots würden eine größere Herausforderung darstellen, aber Victor würde sich einfach mit Modellen auf einem niedrigen Tech Niveau begnügen. Für Optimierungen war immer noch Zeit. „Etwa… 80 pro Stunde von der zweibeinigen Variante und knapp… 48 von der sechsbeinigen Ausführung. Zumindest bei maximaler Rohmaterial Erhältlichkeit. 13.440 und 8.046 pro Woche. Hm.. das muss schnellstmöglich verbessert werden. Genauso wie die Anzahl meiner Helfer.“ Victor schaute sich um und seine Augen hafteten für einen Moment auf Great White. Er war zwar keine Option, aber es war nicht auszuschließen, dass er einige etwas fähigere Leute kannte und entsprechende Kontakte besaß. Victor mochte ein sehr fähiger Mann sein, aber er konnte auch nicht alles allein erledigen und er benötigte einige Vertreter, die ihm bei seinem Vorhaben unterstützen. Doom arbeitete lieber allein, das war kein Geheimnis, vor allem weil er wusste dass er seine eigenen Ansprüche nicht auf Andere übertragen konnte, ohne das Ganze in einer Enttäuschung für ihn enden zu lassen. Auf eigene Faust in einer ihm so unbekannten Welt loszuziehen, war für ihn nicht akzeptabel. Er machte sich nicht vor, auch in dieser Welt nicht an den ein oder anderen Heuchler und Speichellecker zu geraten, aber wenn sie nicht mehr nützlich waren, konnte Victor sie auf unzählige Arten und Weisen wieder loswerden. Doom schätzte sich als einen Menschenkenner ein der gut genug in seiner Profession war, um die für ihn nützlichen Individuen aus der Gesellschaft heraus lesen zu können.

„Er sticht heraus wie kein anderer. Er will Furcht erzeugen. So als wollte er die Kriminellen mit einem Dämon bestrafen. Einen den er selbst kreiert hat. Einer der er selbst sein kann.“, dachte Victor laut und das Bild hatte Batman vergrößert. „Wie ein Schatten in der Nacht, Willens Ungerechtigkeit und Missetaten zu strafen. Aber kaum Blut an seinen Fingern. Tod scheint hier eher die absolute Ausnahme, als das Maß aller Dinge. Hah! Was sollen sie von Gerechtigkeit lernen, wenn sie keine Härte zu erwarten haben?“, gab er von sich und nahm einen Schluck aus der Tasse die auf seiner Armlehne stand. Kaffee. Doom bevorzugte Tee um diese Uhrzeit, aber so etwas besaß der Great White nicht. Nicht dass es Victor überraschte. Der Shark war ihm nicht wie ein Kenner guten Geschmacks erschienen. „Eine armselige Erscheinung. Beugt sich und nimmt hin. Das scheint die Devise mit dem Flash zu sein. So viel Potential, unterdrück von einem Haufen selbsternannter Weltenretter. Er verlangt nicht einmal nach Anerkennung, nur nach Akzeptanz. Und sie behandeln ihn wie einen jungen, schlecht erzogenen Hund. Er strahlt förmlich Heldentum, aber sie verfrachten ihn in die dritte Reihe. Eine Fehlkalkulation sondergleichen.. obwohl.. unwahrscheinlich das sie sich seiner Möglichkeiten nicht bewusst sind. Sie schützen ihn sicherlich nur vor zu viel Aufmerksamkeit. Natürlich! Eine Geheimwaffe ist eben noch umso effektvier wenn sie tatsächlich geheim bleibt.“ Doom schaute sich Cyborg genauer an und kniff die Augen zusammen. Es war sein Augenmerk für technische Belange, das den Körper von Victor Stone unter die Lupe nahm.

„Ungewöhnlich hohes Maß an Funktionalität auf so einem vergleichsweise kleinen Raum. Mensch und Maschine in Einklang. Eine Wonne diese Synchronität zu beobachten. Übrig bleibt die Frage: Kann er seine eigenen Erwartungen erfüllen, ohne sich selbst dabei zu verlieren? Der Fortschritt und die Technik sind auf dem Vormarsch, aber der Mensch denkt immer noch auf dieselbe Art und Weise. Ein tragisches Ende sehe ich für diesen Kandidaten voraus.“, bemerkte er und klimperte mit seinen Fingern auf der Armlehne. „Justice League. Hm… Justice League. Wie gerecht sie auch sein mögen, mit Sicherheit kann ich ihre Aufmerksamkeit nicht gebrauchen. Es wäre schadhaft wenn sie mir in die Quere kommen wollen und ich hege kein Interesse an einer Konfrontation. Jedoch… kann ich genau solch eine nicht ausschließen. Sollte es nötig sein mein Handeln zu verteidigen, sollte ich darauf vorbereitet sein.“ Doom machte sich nichts vor. Er wusste dass er angreifbar und verwundbar war, bevor er nicht eine eindrucksvolle Phalanx an Verteidigern und Vorsichtsmaßnahmen in Aktion gebracht hatte. Und selbst dann war damit zu rechnen, das sollten sie ihre Kräfte vereinigen, er nur wenig dagegen tun konnte, wenn sie versuchen würden seine Pläne zu vereiteln. Wieder galt also die Regel: Geheime Pläne lassen sich am einfachsten umsetzen, denn keiner arbeitet gegen sie. Zumindest nicht wissentlich. Es würde Victor einige Tage kosten sich mit Informationen und vor allem Material einzudecken, bevor er seinen ersten Schritt überhaupt ins Auge fassen konnte. Er mochte allein sein und nur begrenzten Zugang zu dem haben was er als hochmodern empfand, aber er musste sich mit der Situation anfreunden und das Beste daraus machen. Es konnte für den einfachen Betrachter unmöglich erscheinen, aber Doom hatte keine wirklichen Sorgen. So unkalkulierbar seine Situation auch sein mochte, selbst das Chaos musste sich dem Willen der Ordnung irgendwann beugen. Victor glaubte nicht, dass die Justice League ein Gegner von Ordnung war.

„Keine anderen Möglichkeiten bleiben mir. Ich werde verdeckt arbeiten müssen. Wie ein Kind der Nacht, gehüllt in Geheimnis und Undurchsichtigkeit. Unwissenheit und das Fehlen von Informationen wird sie zu einer simplen Erklärung kommen lassen. Sie sind keine Amateure, aber Erfahrung hat noch keinen davor bewahrt, Fehler zu machen. Ich kann mir nur keine erlauben. Es wäre für mich kaum zu verkraften und ich kann nicht hoffen mich von einem Schlag von ihnen zu erholen, wenn sie mir auf den Fersen sind.“, murmelte er und ließ den Kaffee in seiner Tasse kreisen. Mit einem Seufzen erhob er sich und schaute noch einmal auf das Bild der Justice League. Sie waren nicht die einzigen Helden vor denen er sich in Acht nehmen musste, das war ihm natürlich bewusst. Er hatte im Augenblick mehr vor solchen Vereinen wie den Heroes for Hire zu befürchten. Solche Gruppierungen arbeiteten nämlich schon eher auf seinem jetzigen Niveau. Und so unbefriedigend das für das normale Ohr klingen mochte, Victor begrüßte im Augenblick kaum etwas so sehr wie die Irrelevanz.

Ich hoffe natürlich dass euch das neue Kapitel gefallen hat und wie immer würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinung und/oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. So kann ich daran arbeiten, die Kapitel noch besser zu machen und euch macht am Ende das Lesen mehr Spaß. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und ich hoffe euch alle auch beim nächsten Mal wieder begrüßen zu dürfen.

HG Elixier